Deutsche Kunst
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hier einer Verherrlichung der neuem Kunstgeschichte, geschmückt; die Säle desKönigsbaues bedecken ähnliche Malereien aus dem Liede der Nibelungen (vonI. Schnorr) und andern altdeutschen Dichtungen, und die Capelle desselben wirdgleichfalls -ck iresco, im byzantinischen Charakter auf Goldgrund, mit heiligen Bil-dern (von H. Heß) ausgemalt. Unter den Schülern Fifcher's ist besonders Fried-rich Gärtner, geb. 1792 zu Koblenz, auszuzeichnen, welcher mit seinem Vater,der gleichfalls Architekt war, 1804 nach München kam, und nachdem er feit 1812Frankreich, Italien, Sicilien und England besucht hatte, 1820 als Professor derBaukunst an der Kunstakademie in München angestellt wurde und die artistischeLeitung der königlichen Porzellanmanufactur erhielt, die durch ihn eine höhere Rich-tung empfing. Eine Frucht seiner italienischen Reise waren die „Ansichten der ammeisten erhaltenen griechischen Monumente Großgriechenlands", welchen er einenerläuternden Text beifügte. Er erhielt 1829 den Auftrag, den Plan der neuenLudwigskirche in München zu entwerfen. Diese Kirche wird in einem eignenStyle, im Sinne byzantinischer Vorbilder, doch ohne sklavische Nachahmung, er-baut, und ihre innern Räume werden in umfangreichen Frescobildern (von Corne-lius), unter welchen eins größer als das Weltgericht von Michel Angelo seinwird, das ganze Gebiet göttlicher Offenbarung darstellen. In der Nähe dieserKirche baut G. auch das neue große Bibliothek- und Archivgebäude, dessen Stylsich dem der Kirche annähern wird. Ein anderer Schüler Fischer's ist DanielJoseph Ohlmüller, königlicherHofbauconducteurin München, geb. 1790 zuBamberg, in der Münchner Akademie und durch eine Reise in Italien und Sici-lien gebildet, und dann zum Bau der Glyptothek als Jnspector berufen. Seine„Ideen zu Grabdenkmalern in griechischem Style" (3 Hefte) fanden Beifall; erwurde Mitglied des Baukunstausfchusses in München, und erhielt den Auftrag,das Monument zu Wittelsbach, dem Stammorte des dänischen Regentenhauses,und ein Schulhaus daselbst, beide in altdeutschem Style, zu entwerfen.— Erbauerder neuen protestantischen Kirche zu München ist der königliche OberbaurathP ertsch; sie bildet ein in die Breite gestelltes Oval mit einer Vorhalle von dreiArkaden als Eingang, und gegenüber einem halbcirkelsörmigen Chor zur Aufnah-me des Altars. Die Decke stellt ul lresco die Himmelfahrt Jesu dar (vonHerrmann).— Dies die historische Bauschule; denn, etwa die neue protestanti-sche Kirche ausgenommen, welche indeß, gleichfalls historisch genommen, sich in ei-nem eigenthümlichen neuen Charakter, angemessen den Zwecken der protestantischenKirche, gestalten mußte, schließen sich die neuen Münchner Bauwerke an geschicht-liche Vorbilder durch fleißiges Studium und geschmackvolle Anwendung auf diegegenwärtigen Verhältnisse und Foderungen an. Auch hat sich diese Richtunganderwärts gezeigt: die Restauration von Marienburg und Ähnliches am Rheinewar vorangegangen. Der preußische Bauinspector von Lafsaulx zu Koblenzhat die dortige Florinuskirche in gothifchem Style hergestellt und zu Treis an derMosel eine neue Kirche in demselben Style erbaut. Das Werk über die römischenBasiliken von Guttensohn und Knapp, Moller's „Denkmaler der deut-schen Baukunst", das Prachtwerk von Sulpkz B oisseree über den kölner Domu. a. m. beweisen gleichfalls die Hinneigung zum historischen Studium undeine, der romantischen Schule in Poesie und Malerei verwandte Richtung derArchitektur.— Freier und eigenthümlicher waltet Schinkel in seinem Gebiet.Er entlehnt wol auch bisweilen antike und mittelalterliche Ideen, wie bei der ber-liner Hauptwache, bei dem Monument auf dem Kreuzberge; aber es ist ein freiesAneignen der Vorbilder, ähnlich dem in Thorwaldsen's Plastik. S., der, wieThouret, früher Maler war und noch jetzt in Mußestunden geistreiche Bilder mitdem Pinsel entwirft, verbindet mit einem aufs zweckmäßigste ordnenden Verstandeine schöpferische Phantasie, die sowol in der Conception des Ganzen seiner Werke,Conv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. I. 38