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Erster Band (1832) A bis E
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Deutsche Kunst

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was dafür zeugt, daß in ihnen etwas Befriedigendes und Erweckliches enthaltensein müsse. Im Genre genießen Peter Heß in München, Catel zu Rom einen vor-züglichen Ruhm; gleich Diesen haben zu Nürnberg der schon verstorbene Ehrhardtund der noch lebende Klein die wohlgehaltene Landschaft bald in den Hintergrundgedrangt, bald wiederum sie vorwalten lassen. Dietrich Lindau in Rom, Meyeraus Altona, scheinen hingegen ihr Absehen mehr auf die Handlung zu richten, dasPhysiognomische vorwalten zu lassen. Jndeß drohen die Holländer in der Har-monie, im Ton, in der Pinselführung noch ein Mal den übrigen Zeitgenossen denRang abzugewinnen. Es fragt sich, ob bei schwächerm Interesse des Gegenstandesdiese Kunstart des technisch-malerischen Reizes in dem Maße werde entbehren kön-nen, als man in Deutschland anzunehmen scheint. In der Landschaftsmalereibeschäftigt die Künstler häufiger eine umständliche Ausführung bestimmter Pro-spekte (veckuta) als jene allgemeinere Auffassung, welche in der großen Epoche des17. Jahrhunderts vorherrschend war. Die geschickten Prospectmaler sind gegen-wärtig fast zahllos. Hingegen neigen sich Wenige zu jener Unterordnung des Loca-len, jenem Hervorheben des Allgemeinern, welches die besten Arbeiten JosephKoch's, Dahl's, Fries', Nerly's, Richter's und einiger Andern günstig auszeichnet.

Dies sind die drei Hauptrichtungen der deutschen Künstler unsere Tage.Doch würde man fehlen, wollte man nur annehmen, daß unter Denen, welche zu-sammen die eine oder die andere Classe bilden, jene ermüdende Gleichförmigkeit derübrigen europäischen Kunstschulen sich in kleinerm Maße wiederholte. Im Gegen-theil kann nichts eigenthümlicher sein als die Bestrebungen, die wir z. B. bei Overbeck,Cornelius, Julius Schnorr, Heinrich Heß und andern in der romantischen Richtungsich auszeichnendenKünstlern finden, als Tieck's, Rauch's undThorwaldsen's Manierund Absehen. Dem oberflächlichen Blicke möchte diese Vielfältigkeit der Richtungenals eine zwecklose Zersplitterung der Kräfte sich darstellen können. Auch mag in derThat manch schönes Bestreben sein Ziel verfehlen, weil die obwaltenden Umständedie Möglichkeit abschneiden, daß es zugleich von Vielen und fortgesetzt durch ver-schiedene Generationen verfolgt werde.Vieler bedarfder Wetteifer um das Vortreff-liche." Doch auf der andern Seite ist es beruhigend zu sehen, daß ein unsichtbares,geistiges Band so viel scheinbare Zerstörung und Verworrenheit umschließt: die Ernst-lichkeit, mit welcher ein Jeder will, was ihm wahrhaft ums Herz ist. (50)

An diese Skizze knüpfen wir eine statistisch-biographische Übersicht des neuestenAustandes deutscher Kunst. Gerade in den letzten vier Decennien hat sich ein so vielgrößeres Regen und ernsteres Streben in der Kunstwelt gezeigt, daß dieses langevernachlässigte und denn die ältern Akademien haben in der Regel mehr Nach-theil als Nutzen gebracht nur von wenigen Eingeweihten gepflegte Heiligthumnun wieder mit Kraft und Würde hervortritt und zugleich einen immer merklichemEinfluß auf das Leben und die geselligen Verhältnisse ausübt. Mag ein großerTheil der neuen Kunstförderung auf Rechnung der deutschen Fürsten, namentlichvon Baiern und Preußen, kommen, so ist auch das lebendige Interesse des Publi-kums, der deutschen Volksstämme, nicht zu verkennen, wie solches in der Unter-stützung von Unternehmungen für öffentliche Denkmale, vorzüglich in der Ent-stehung und Einrichtung der deutschen Kunstvereine erscheint. Wenn dieses all-gemeinere Interesse für die Kunst mit dem religiösen Aufschwungs der Zeit und mitden Äußerungen des politischen Selbstbewußtseins in Verwandtschaft steht, sokommt ihm der eigenthümliche Geist, die gemüthliche, volksthümliche, von Innenheraus und nach Innen zu wirkende Tendenz der neuern Kunst, vornehmlich deutscherMalerkunst im 19. Jahrhundert, weckend und nährend entgegen. Von den älternMeistern ragen immer noch Einige in die neue Zeit herüber, und von Mehren istes zu rühmen, daß sie noch immer die schöne Übergangsperiode aus der alten zur

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