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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
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442
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442 Church

Blockade hatte der Feind, dessen Hauptmacht sich in einem befestigten Lager vorAthen befand, in kurzer Zeit alle Communication mit der Akropolis abgeschnitten.Die Noch der Belagerten stieg aufs höchste; bereits in den letzten Tagen des Marz1827 sah man der Übergabe der Akropolis entgegen. Alle Streitkräfte unter Ge-neral C. sollten sich zum Entsätze vereinigen, wahrend Lord Cochrane von der See-seite mit den ihm zu Gebote stehenden Schiffen die Operationen der Landmachtunterstützen wollte. Als C. vor Athen ankam, belief sich die Gesammtmachtder Griechen auf 10,090 Mann; das Belagerungscorps unter Neschid Paschaschätzte man aus 8000 Mann, wovon ein großer Theil Reiterei war und also nurauf der Ebene mit Erfolg wirken konnte: ein Umstand, welchen die Griechen ebennicht zu ihrem Vortheil zu benutzen verstanden. Nach mehren kleinern Gefechtenward der erste Hauptangriss am 25. April auf das von etwa 300 Türken besetzteKloster St.-Spiridion am Piräos gemacht. Schon hier zeigte sich Zwiespalt. Erstnach einer dreistündigen Beschießung ward man durch eine für die Belagerten höchstehrenvolle Capitulation Herr dieses wichtigen Postens, den man mit leichter Mühebei dem ersten entschlossenen Anlauf hätte nehmen können. Am 28. April gestatteteGeneral C. den Türken freien Abzug mit Beibehaltung der Waffen. Kaum hat-ten die wenigen Türken undAlbaneser das Kloster verlassen, um sich im Piräos ein-zuschiffen, als ein zügelloser Haufe vom Corps des Karaiskakis über sie herfiel unddie durch langen Kampf Erschöpften niedermetzelte; nur wenige der Unglücklichenverdankten ihre Rettung der persönlichen Anstrengung des Generals C. Auf die Er-klärung desselben, daß er die Armee unverzüglich verlassen würde, wenn die Schuldi-gen nicht der verdienten Strafe überliefert würden, zog man zwar einige der Rädels-führer zur Verantwortung; allein die Übeln Folgen der Greuelthat offenbarten sichnichtsdestoweniger nur zu bald. Die Stellung des Generals E., welcher im Heereselbst, neben Karaiskakis und den übrigen Griechenhäuptlingen, nur wenig Anerken-nung gefunden hatte, ward immer unsicherer; das täglich wachsende Mistrauen un-ter den Führern erschwerte die Ausführung gemeinschaftlicher Unternehmungen undvernichtete die fast erfüllten Hoffnungen der Besatzung in der Akropolis. Von sei-nen Gegnern ungerechterweise mit der Schuld des Treubruches belastet, zog sichC. auf seine Goelette im Hafen zurück und beobachtete fast theilnahmlos den Gangder Ereignisse, welchen er, seinem Berufe getreu, hätte leiten sollen. Über allen seinenUnternehmungen, scheint es, waltete ein feindliches Geschick. In der äußersten Be-drängniß sammelte er am 0. Mai noch einmal ungefähr 3000 Mann zum Entsätzeder Akropolis, beging aber die Unvorsichtigkeit, diese Truppen ohne Cavalerie undFeldgeschütz auf der weiten Ebene den furchtbaren Angrissen der türkischen Reiterei,unter Reschid Paschas eigner Führung, bloßzustellen, während er selbst aufseinerGoelette zurückblieb. Der unglückliche Ausgang des Gefechtes vollendete das Ge-schick der Akropolis. Schon Tags darauf erließ C. an die Commandanten der Be-satzung den Befehl, die von dem Seraskier angebotene Capitulation anzunehmen;die Belagerten aber wiesen die Capitulation zurück. (S. Iourdain's „Alömoi-res lliswricpies et iiiilltirirosI Bd. 2, S. 354 fg.) Am 8. wurde das Bom-bardement gegen die Akropolis erneuert; C., welcher nach der Niederlage am6. Mai mit den Trümmern des Heeres auf den Anhöhen des Phaleros einverschanztes Lager bezogen hatte, sah sich völlig außer Stand, den BedrängtenErleichterung zu verschassen; selbst von allen Seiten durch feindliche Truppen be-unruhigt, verließ er seine feste Stellung und brachte den Rest der Truppen nachSalamis in Sicherheit. Wenige Tage darauf, am 5. Jun., siel die Akropolismittels Capitulation in die Gewalt des Feindes. Dieser unglückliche Ausgangder Operationen vor Athen, wovon die Schuld weit mehr in den ungünstigenVerhältnissen lag, unter welchen C. das Commando übernommen hatte, als inseinen persönlichen Leistungen, that dennoch seinem Ansehen großen Eintrag. Je