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Bohnenberger
ten, meist satyrischen Gedichten. Karl Sim. Machacek (geb. 1799, Pros, zu Git-schin), schrieb unter andern das beste böhmische Lustspiel: „Die Freier" (Prag 1826);ihm verdankt auch die böhmische Oper ihren neuen Aufschwung seit 1823. KarlAgnell Schneider (geb. 1769, Justitiar), ein beliebter Volksdichter, dichteteunter andern die besten Balladen >,2 Bde., 1823 — 30). Joh. Nep. Stie-panek (geb. 1783 zu Chrudim, Director des standischen Theaters in Prag), derSchöpfer und Erhalter der neuern böhmischen Bühne, für welche er selbst mehregelungene Schau- und Lustspiele lieferte (16 Bde.). Vincenz Zahradnik (geb.1790, Pfarrer), als Fabeldichter ausgezeichnet. Ferner: Winaricky, Käme-ryt, Chmelensky, Turinsky, Heinr. Marek, Schassarik, Hanka, Swoboda, unddie Frauen Magdalene Rettig und die ehrwürdige Marie Antonie (Elisabethiner-nonne, starb 1831), welche sich in Erzählungen und Liedern nicht ohne Glückversucht haben. L) Für den 'Anbau der Wissenschaft in böhmischer Sprache warendie Thatigsten: vr. Jos. Jungmann (geb. 16. Jul. 1773 zu Hudlitz in Böhmen,Professor in Prag), der Johnson und Adelung Böhmens, durch seine „Slowesnost"(Prag 1820), seine Geschichte der böhmischen Literatur (Prag 1825), seine meister-haften Übersetzungen, seine vermischten Schriften und Aufsatze (seit 1806), und eingroßes kritisches Wörterbuch der böhmischen Sprache, eine Arbeit von mehr als 39Jahren, die der Vollendung nahe ist; sein Bruder, vi-, und Professor AntonJungmann (geb. 1775), durch seine Anthropologie nnd andere medicinischeWerke; Anton Marek (Dechant), durch seine Schriften über Logik und theore-tische Philosophie; Franz Palacky durch ästhetische und philosophische Abhand-lungen (seit 1818), eine Geschichte der Ästhetik (1823), und zahlreiche histo-rische Aufsätze in der von ihm redigirten Zeitschrift des böhmischen Museums(seit 1827), Dr. Joh. Swat. Presl (geb. 1791, Professor und Director dcsNaturaliencabinets in Prag) durch viele gediegene Werke über Botanik, Zoolo-gie, Mineralogie, Chemie u. s. w. und die encyklopädifche Zeitschrift „Krok"(seit 1821); Paul Joseph Schaffarik (s. d.) durch mehre ästhetisch-kritischeAbhandlungen (seit 1818); Karl Schadek (geb. 1783) durch geographische, phy-sikalische und technologische, vi-, und Professor Adalbert Sedlacek (geb. 1785)durch mathematische und physikalische Werke, und Andere mehr. Die nur zu hau-sigen Übersetzungen aus fremden Sprachen übergehen wir hier mit Stillschweigen,ebenso die ziemlich zahlreiche populaire und theologische Literatur. Zeitschriften in böh-mischer Sprache erschienen 1831 überhaupt 9 in Prag. So wenig dies nun allesist, so gewinnt es doch, den schwierigen Verhältnissen gegenüber, unter welchen essich entwickelte, einige Bedeutung. Unter den 6 Millionen slawischer Einwohnerin Böhmen, Mähren und Oberungarn, welche das Publicum der böhmischen Lite-ratur bilden sollen, sind es bisher immer nur Einzelne, welche daran Theil neh-men; die Massen sind überall todt, und selbst die Mehrzahl der Gebildeten bleibtihrer Muttersprache durch die Erziehung für immer entfremdet, anderer Hemmun-gen, wie der strengen Censur, des jämmerlichen böhmischen Buchhandels und dgl,,nicht zu gedenken. Wenn daher diese Literatur dennoch Fortschritte macht, so istdies, nebst den bereits berührten Umständen, vorzüglich der ewig frischen und rei-chen Quelle des böhmischen Volksgeistes zuzuschreiben, die nur der ersten Anre-gung und Öffnung bedurfte, um fortan klar und kräftig zu strömen. Welchen Er-folg übrigens der bei den, böhmischen Museum 1831 durch freiwillige Beiträgegegründete Fonds zur Unterstützung der Nationalliteratur haben wird, muß dieZukunft lehren. (3^)
Bohnenberger (Johann Gottlieb Friedrich), berühmt durch Erfindun-gen und Schriften im Gebiete der Physik und Astronomie, wurde geboren dmJun. 1765 zu Simmozhcim auf dem würtembergischen Schwarzwald. Sein W-ter, Pfarrer daselbst und später zu Altburg bei Calw, selbst ein ausgezeichneter