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Erster Band (1832) A bis E
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Berryer

nes Königs und den Entschluß desselben, dem Bündnisse wider den Kaiser beizu-treten, anzukündigen hatte. Als Gesandter in London, wohin er 1814 ginqschloß er den für Würtemberg besonders vortheilhaften Subsidientractat abWenige Monate vor dem Tode des Königs ging er als Gesandter nach Petersburg,wo er acht Jahre verweilte und die Gunst des Kaiserhofes wie die Zufriedenheitseines Monarchen und mannichfache Beweise von Auszeichnung erhielt. Erward 1823 zu der Stelle berufen, die er jetzt bekleidet, setzte seiner Amtsfüh-rung ein Denkmal durch den Abschluß wichtiger Handelsvertrage mit Preußen undandern deutschen Staaten, und durch die Verabschiedung eines neuen Haus- undApanagengesetzes der königl. Familie. Seine persönlichen Eigenschaften machenihn Jedermann schatzbar, wie verschieden auch die politische Farbe sein mag; seineRedlichkeit, seine Humanität, sein Diensteifer und seine milde Ansicht vonmanchen nicht stets mit gleicher Schonung beurtheilten Dingen sind allgemeinanerkannt; in seinem Departement herrscht Aufklärung, Pünktlichkeit undOrdnung. (33)

Berryer, Advokat zu Paris, Vertheidiger der Karlistenblätter, karlistischerRedner in der Deputirtenkammer. Sein noch lebender Vater übernahm die Ver-theidigung des Marschalls Ney vor der Pairskammer, sprach aber mit wenigerWärme als Dupin, welcher in Gemeinschaft mit ihm des Marschalls Sach-walter war, und entschuldigte sich nachher damit: die Wäsche sei zu schmuzig alsdaß man sie rein waschen könne! Der Sohn übernahm die Jnjurienklage der Fa-milie La Chalotais gegen das bourbonische Blatt „I2iZtoiIe", führte aber ebenfallsdiese Sache mit weit weniger »Wärme als der Advokat Bernard von Rennes, dergemeinschaftlich mit ihm gegen die „Rwils" sprach. Im März 1815 trat B. un-ter die königlichen Freiwilligen und vertheidigte im folgenden Jahre vor einemKriegsgerichte die Generale Debelle und Cambronne, welche nach Napoleons Rück-kehr von Elba seinen Fahnen gefolgt waren. Er ist seiner Vorliebe für den älternBourbonenstamm treu geblieben, und als er im März 1830 zum ersten Mabin der Deputirtenkammer sprach und auf der Redncrbühne ein noch größeresTalent entwickelte als im Gerichtshofe, war Polignac im Begriff, ihm ein Por-tefeuille zu übergeben. Zu B.'s Glück wurde die Ausführung dieses Entschlussesverschoben. Nach der Revolution leistete er dem neugewählten Könige Louis Phi-lipp einen jesuitischen Eid der Treue, hat aber nicht aufgehört, seiner Parteizu dienen. Zu diesem Zwecke verbündet er sich mit den Republikanern, den Napo-leonisten, den Anarchisten. Wie diese verlangt er das allgemeine Stimmrecht, wäh-rend früher die Anhänger der Bourbons die Wahlfreiheit zu beschränken und end-lich zu vernichten suchten. Er beruft sich auf frühere Vorschläge seiner Freunde,welche ebenfalls das allgemeine Stimmrecht verlangten, vergißt aber dabei zu be-merken, daß jene zugleich Wahlmänner einführen wollten. Er weiß sehr wohl, daßin Frankreich die Bildung der untern Volksclassen nicht, wie z. B. in Deutsch-land, weit genug gediehen ist, um die unmittelbare Abstimmung aller Einwoh-ner zu rechtfertigen; er weiß, daß die Stimmen der Geistlichen und der von ih-nen aufgeregten Südbewohner eine sehr stürmische, vernichtende Kammer, Re-publik, Anarchie und deren Folgen mit sich bringen würden, allein dies ist ge-rade sein Zweck. Ganz recht hat B., wenn er eine wohlfeile Regierung ver-langt; doch lauten solche Wünsche etwas seltsam im Munde einer Partei, welchedas Budget immer mehr vergrößert und den Emigrirten eine Milliarde aus derTasche der Nation geschenkt hatte. B. bleibt sich in seiner Politik consequent;er nennt Louis Philipp nie König, höchstens Fürst, wiewol er ihm Treue geschwo-ren hat. Wer seine Gesinnungen nicht theilt, muß sein Talent achten. Er zeig^sich als Advokat der Karliftenblätter und Vorkämpfer der Karlistendeputirten alsgewandten, beißenden, ausdauernden Redner. Auf wessen Kosten er den „Oumer