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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
173
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Bärensprung 173

handeln. Er gründete nun und verbreitete Zeitschriften im Sinne der Opposition,

wodurch er den revolutionnairen Geist erregte, der endlich die Abdankung des Kai-sers nach sich zog. Seitdem scheint auch er aus dem öffentlichen Leben getretenzusein.^ . (7)

Barensprung (Friedrich Wilhelm von), Oberbürgermeister der Re-sidenzstadt Berlin, geb. den N). Aug. 1779 zu Berlin, wo sein Vater in dem da-maligen Generaldirectorium Chef des Forstdepartements war. Nachdem er seineSchulbildung in Berlin vollendet, studirte er von 1800 3 in Erlangen und Göt-tingen die Rechte und Kameralwissenschaften. Nach Berlin zurückgekehrt, trat erzuerst bei der kurmärksichen Kammer als Referendar im Iustizdepartement und beider Bergwerks- und Hüttenadministration ein, und wurde bei dieser Behörde 1805zum Assessor ernannt. Bei der Besetzung des Landes und der Hauptstadt durchfranzösische Truppen erhielt B. den schwierigen Auftrag, mit mehren französischenBehörden über die Verpflegung der Truppen zu verhandeln. Er verwaltete einigelandrathliche Geschäfte, mußte 1807 die Direction des Magistrats zu Pots-dam übernehmen, und zwar in der sehr bedrängten Zeit, als die Stadt zu einemWaffen- und Depotplatz der französischen Armee gemacht worden war. B. er-warb sich hierbei das Vertrauen der Bürgerschaft in so hohem Grade, daß er vonderselben bei Einführung der Städteordnung 1809 zum Oberbürgermeister gewähltwurde. Diese Stelle lehnte er jedoch ab, da andere Verhältnisse ihn in Anspruchnahmen und er in demselben Jahre zum Rath bei der kurmarkischen Regierung,auch bald darauf von der Ritterschaft dreier Kreise zum Deputirten bei der Verwal-tung des durch den Krieg entstandenen Schuldenwesens gewählt, und zum könig-lichen Commissarius bei der Revision der Kriegskostenrechnung der Provinz bestelltwurde. Bei diesem Geschäfte war es, wo B. durch seine Geradheit und Offenheitin einen heftigen Streit mit einem der Räche von dem Bureau des Staatskanzlersvon Hardenberg verwickelt wurde, wobei es bis zu persönlicher Beleidigung undHerausfoderung kam. Da es B.'s Gegner nicht gelungen war, denselben offenaus dem Felde zu schlagen, so wurden bald darauf heimliche wirksamere Versuchegemacht. Als 1813 der Aufruf des Königs an sein Volk die preußische Jugend zuden Waffen rief, stand B. als Militair-Departementsrath mit an der Spitze derKriegsrüstungen der Provinz, trat auch darauf beimAusbruch des Kriegs gegenFrankreich als Mitglied des Militairgouvernements ein, das für Berlin und dieKurmark gebildet ward. Ungern sahen ihn die von ihm früher gekränkten Feindein einer Stelle von so umfassender Wirksamkeit, da sie überdies fürchten mußten,früher oder später wieder mit ihm zusammenzutreffen. Als das geeignetste Mittel,ihn von Berlin zu entfernen, sah man es an, ihn 80 Meilen weit nach Gumbinnenin Ostpreußen als Regierungsrath zu versetzen. B. aber, seinen Gegnern nichtnur an Much, sondern auch an Klugheit überlegen, erwirkte sich sogleich einen Urlaubvon der Regierung zu Gumbinnen, um als Freiwilliger den Krieg mitzumachen.Sobald er sich aber als solcher bei dem Militairgouvernement in Berlin meldete,wurde er, wie er voraussehen konnte, sogleich commandirt, seine frühern Geschäftebei diesem Gouvernement wieder zu übernehmen. Zu nicht geringem Ärger seinerFeinde erschien nun von ihm in den Zeitungen die Anzeige, daß er nicht nach Gum-kD binnen abgehe, sondern in seinen frühern Verhältnissen in Berlin bleibe. Dem Kö-nige, der den Zusammenhang der Sache nicht kannte, mußte dies Benehmen umso mehr als eine absichtliche Widersetzlichkeit erscheinen, als der Staatskanzler selbstauf eine ernstliche Bestrafung antrug. So wurde eines Morgens dem Regierungs-und Gouvernementsrath von B. durch den Commandanten von Berlin, der mitmehren Gensdarmen vor dem Bette desselben erschien, eine Cabinetsordre vorgelegt,nach welcher er sofort auf unbestimmte Zeit nach der Festung Pillau, am äußerstenEnde des Reichs, abgeführt werden sollte, was auch ohne Gestattung einer Frist voll-