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Armer
sein. *) — Als besonders wichtige Schriften für die Theorie und Praxis der artesi-schen Brunnenbohrung sind, außer den altern Werken von Langsdorf, SelbmannCarena, zu empfehlen: Garm'cr's ,,'IAmtcsurles ))»!ts urtesien«" (2. Aufl., Paris1826; eine gekrönte Preisfchrift, von welcher Waldauf v. Waldenstein eine voll-ständige Ubersetzung, und Crelle im „Journal für Baukunst", Bd. 3, einen Aus-zug geliefert hat); Hericart deThury's „Oonsidcrntions xäulcixiljiies et pla>'si<^zsur le Dement des eniax soilterrnincs etc." (Paris 1828); Waldaus v. Walden-stein, „Die neuesten Beobachtungen und Erfahrungen über die Anlage artesischeBrunnen" (Wien 1831; setzt die Kenntm'ß und den Besitz der Ubersetzung dczWerkes von Garnier voraus); Bonners „Vollständiger Unterricht über die Anlageder Bohrbrunnen" (2. Aufl., Münster 1831; sehr verstandlich und praktisch);Spetzler's „Anleitung zur Anlage artesischer Brunnen" (Lübeck 1832; von Bonntresslich bevorwortet und besonders empfehlenswert!)). (19)
Artner (Therese von), geb. 19. April 1772 zu Schintau, unfern Pres-burg in Ungarn, war die Tochter des östreichischen Dragoncrrittmeisters, nachmali-gen Generals, Leopold von Artner, und Magdalenens von Hubert, und ist der ge-lehrten Welt als Dichterin unter dem Namen Theone bekannt. Ihre erste Jugendzeigte schon überaus glückliche Anlagen, für die redende sowol als für die bildendeKunst. Schon als ein achtjähriges Mädchen machte sie sehr hübsche Verse und lie-ferte überraschend gelungene Zeichnungen. Zwei gelehrte protestantische Prediger,Pillich und Töppler, und der wackere Zeichncnlehrer Steiner kamen dem unmündi-gen, sehnsuchtsvollen Geiste zu Hülfe. Eine ältere Freundin, Doris von Conrad,nachher verehelichte Donner, war Theonen vielmehr Erzieherin als Gespielin. Indem nämlichen Kreise fand sich auch Marianne von Tiell, nachmals vermahlte Neu-mann von Meissenthal, durch gelungene Gedichte und noch mehr durch gewählteErzählungen dem östreichischen und deutschen Publicum sehr Werth. Erst viel spa-ter knüpfte Therese das innigste Freundschaftsband an zwei andere ausgezeichneteDichterinnen Ostreichs, die Baronin Maria von Zay, geb. Freiin von Kalijch,Edelfrau auf Ugrocz und Vutsan in Ungarn, und an die Regierungsräthin Karo-line Pichler (f. Bd. 8) in Wien. Schon als sechzehnjähriges Mädchen be-handelte sie nach langen Vorstudien und mit ungemeiner Beharrlichkeit den tra-gischen Ausgang der Hohenstaufen in Konradin, als episches Gedicht und voll-endete es bis zum vierzehnten Gesänge. Die „Feldblumen auf Ungarns Fluren ge-sammelt" waren das Erste, was weit früher dem Auslande als dem Inlands The-resens ungewöhnliche Gaben verkündete. Der Besuch einer jüngern, nach Frei-burg im Breisgau vermählten Schwester schenkte ihr zugleich die eingreifenden Leh-ren des edcln und gemüthvollen Jacobi, die Bekanntschaft von Jttner, Albrecht,Enker und Rotteck. Ihre Rheinresse gab ihrer Phantasie neuen Schwung. Der
Ostreichs geflammtes Heer und Volk ergreifende Kampf von 1809 begeisterte auch
Theonen. Sie schrieb ein Epos über die Schlacht von Aspern, aus welchem Frag-mente in Hormayr's Archiv abgedruckt wurden, für dessen historisches Taschen-buch und seinen laut ausgesprochenen Zweck, die Geschichte durch beständige und in-nige Vermählung mit der redenden und bildenden Kunst zu popularisi'ren, Theresev. A., wenn auch nicht so eifrig und so glänzend als Karoline Pichler, doch auchnicht wenig gewirkt hat. Die östreichifche Censur verbot den Druck jenes Epos, ob-gleich es eine Katastrophe feierte, die in dem Herzen des östreichischen Heeres undVolkes, das sich feiner Kraft und Gemächlichkeit nie so klar bewußt wurde, sprüch-wörtlich und unauslöschlich fortlebt. Neben den beständigen Neckereien der öst-reichischen Censur raubte Theresen die Entwerthung des östreichischen Papiergeldes
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*) Vergl. Iacquin, „Die artesischen Brunnen in und um Wien, nebst gcognsst.Bemerkungen über dieselben von P. Partsch" (Wien 1831).