>tn
A ^I».
Armencolomen
105
^ltl!^
Achten.
'^chns
SSiKS
^'^»chMW»""^^chwMiMWW
^^->lMliUÄMz!kch"-'Ä R'M M siM
'^v.
?r N-MfeMzii, si>BEmerb abgmchmt.
bthcteM-
^vch"»M
.-Ä
.^n se'^"
er^ ^iN^? °,'j^
S'KSK
'' ' - ^«''in^ 1»
Punkt, von welchem das Gedeihen der Anstalt abhängt, ist die unermüdeteSorgfalt, welche auf die Vermehrung des Düngers gewendet wird, und hier beweistdie Erfahrung, wie wohlthatig Van den Bosch durch die Einführung des land-wirthschaftlichen Verfahrens der Chinesen gewirkt hat. Jede angesiedelte Familiemuß sich den erfoderlichen Dünger für ihren Antheil verschaffen. Sie hat 2 Kühsoder eine Kuh und 10 Schafe; da aber ein solcher Viehstand nicht hinlänglich zurGewinnung des Düngers ist, so müssen die Ansiedler ihn vermehren, indem sieHeioekraut und Gras zu Streu benutzen und mit den thierischen Abgangen nachbesonder» Vorschriften zu einem reichen Dünger bereiten. Die Colonien haben beisolcher Sorgfalt seither jede fremde Düngerzufuhr entbehren können. Der Anbaudes Landes geschieht nach bestimmten Regeln, welche die Beschaffenheit des Bodensan die Hand gibt. Eine zehnjährige Erfahrung hat bewiesen, daß 7 Morgen Lan-des einen jahrlichen Ertrag gewahren, der ungefähr 350 Thaler Werth ist, und dadie Erhaltung einer Familie von 7 bis 8 Personen etwa 290 Thaler kostet, sobleibt für jede ein Überschuß, der beinahe auf ^ des ganzen Ertrags steigt. NachdemBerichte eines Reisenden, der die niederländischen Colonien 1828 besuchte, habendie Bemühungen des Vereins den erfreulichsten Erfolg gehabt. Die einst wüstenLandereien geben reiche Ernten, die Ansiedler sind gesund und heiter, die Wöhnin-gen bequem und reinlich, und fast überall hat der angewöhnte Fleiß sich noch einsandere Beschäftigung aufgegeben, um die theuer gewordene Heimath zu verschö-nern. Blumen blühen in wohlgepflegten Gärtchen, und an mehren Hausern siehtman Leinwand auf der Bleiche, von Weibern gesponnen und gewebt, die vier Jahrefrüher der Auswurf der Gesellschaft waren.— So sorgfaltig der Verein auf dieVeredlung der Erwachsenen bedacht ist, so vergißt er auch die verlassenen Armen-kinder nicht, und die Einrichtungen zu diesem Zwecke sind so verstandig, daß die Er-haltung dieser Kinder nicht ein Viertheil des Aufwandes kostet, der in der Regel ingewöhnlichen Armenanstalten erfodert wird. Sechs Kinder werden einem bejahrtenund kinderlosen Ansiedlerpaar übergeben oder einer achtbaren Frau anvertraut. ZurErhaltung einer solchen Kinderanstalt wird ebenso viel Land bestimmt, als eine Fa-milie von 7 Erwachsenen erhalt. Die Kinder müssen dem Anbau des Bodens soviel Arbeit widmen, als der Schulbesuch ihnen gestattet und ihre Kräfte erlauben,und werden von andern Ansiedlern unterstützt, welchen der Verein Lohn gibt. Die-ser Vorschuß wird von dem Ertrage der Ernte abgezogen, und der Überschuß ist Ei-genthum der Anstalt. Was die Kinder mit Spinnen verdienen, vermehrt gleich-falls die Einkünfte. Je alter sie werden, desto mehr müssen sie selber den Bodenbearbeiten, bis endlich die Unterstützung gedungener Arbeiter unnöthig wird und derErtrag, nach den gewöhnlichen, dem Verein gebührenden Abzügen, ihnen ganz zu-fallt. Die Kinder werden gut genährt und gekleidet, erhalten regelmäßigen Schul-unterricht, leben fern von sittenverderblichen Einflüssen, gewöhnen sich an gesundeArbeit im Freien, an ländliche Betriebsamkeit und werden auf eine Art erzogen, die siezu fleißigen und zufriedenen Menschen macht. Welcher Abstand gegen jene verkrüppel-ten Menschcnpflanzen, die wir so oft in unfern stadtischen Armenanstaltensehen! *)
So ist die Frage, ob arbeitsfähige Arme von Almosen unabhängig gemachtwerden können, durch die That entschieden; es ist bewiesen, daß die arbeitslosen
*) Auch in Sachsen ist seit einigen Jahren ein erfreulicher Anfang zu einer Feld-aibeitsanstalt für Armenkinder im Waisenhause zu Pirna gemacht worden. DieWaisen bearbeiten unter der Aussicht und Theilnahme ihres Erziehers, außer derBesorgung des Waisenhausgartens und der Heuernte auf einer Wiese, mit Spatenund Hacke ein Feld von 13 Scheffel Aussaat, das ihnen den Hausbedarf an Gemü-sen und Getreide liefert. Die Kartoffelernte betrug 183 k von einem unter Spaten-culcur stehenden Felde, das drei Scheffel Land enthielt, Löv Scheffel. Eine ahnlicheAnstalt ist seit einiger Zeit mit dem Waisenhause zu Halle verbunden, die gleichfallsgünstige Ergebnisse liefert.