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Erster Band (1832) A bis E
Entstehung
Seite
80
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Anderson! (Pietro — Faustino)

Position im Ritterhause, seit diese aber einen gehässigen, Alles tadelnden, Alles aufdie Spitze stellenden Charakter angenommen hatte, zog er sich zurück, und seit 182Zist A. als Führer der adeligen Opposition zu betrachten. Man dars sich diese Opposi-tion nicht als eine eng geschlossene, in sich einige Partei denken, wie z. B. die englische,und stimmen auch beide darin überein, daß sie Alles, was von der Regierung ausgeht,für verkehrt und verderblich halten, sich selbst aber weit mehr Geschicklichkeit zu-trauen, so verfolgt doch die Opposition in Schweden keineswegs einen festen Planund schlagt oft verschiedene Richtungen ein. So hat A. zuweilen, und zwar in wich-tigen Angelegenheiten, mit den Ministern gestimmt und dafür von seinen Partei-genossen bittern Tadel erhalten. Dies geschah unter andern, als A. der Meinungder Minister über die Freiheit des Branntweinbrennens beitrat, worüber die Zei-tung „^i-Fus" ihm den Vorwurf machte, daß er als Gutsbesitzer von eigennützi-gen Rücksichten sich leiten lasse. Wahrend dagegen der Oberstlieutenant Hjertamit der Negierung für die Vollendung des Göthacanals sprach, wollten A. und„äa-Aiis" das fast schon ganz ausgeführte Werk liegen lassen und schilderten es alsäußerst verderblich und unheilvoll. Wie es der Opposition überhaupt an Systemund Einigkeit fehlt, so gebricht es A. dazu noch an Ausdauer und Beharrung. Alser beim Anfange der letzten Reichstages seinen Wunsch, Vorstand des Constitu-tionsausschusses zu werden, nicht erreichen konnte, und dagegen an die Spitze einesandern, minder angesehenen, aber doch wichtigen Ausschusses gestellt ward, entsagteer dieser Stelle und wurde wieder vom „^r^us" scharf getadelt; aber der Sturmbrach erst recht gegen ihn aus, als er mitten in den Reichstagsverhandlungen sichentfernte und erklarte, jeder Widerstand wäre unnütz und vergeblich. Eine nochauffallendere Erscheinung war es, als l881 eine Schrift unter dem Titel: „Überdas Ministerium und die Opposition", erschien, worin der Beweis versucht wurde,daß sämmtliche Haupter der Ritterhaus-Opposition nur verkappte Aristokraten undmit dem Ministerium einverstanden waren, die öffentliche Freiheit zu untergraben.Der spann den Faden weiter aus und suchte in langen Artikeln Beweise

jener Beschuldigungen zu liefern, wobei besonders auch der Umstand herausgehobenwurde, daß A. zu Ende jenes Reichstages die Abendgesellschaften des GrafenBrahe (s. d.) besucht habe, und es wurde darauf der Argwohn gegründet, A.habe die Sache der Freiheit aufgegeben und trachte nach einer Stelle im Staats-rathe. A. und die andern adeligen Mitglieder der Opposition antworteten, die Zeit-schriften nahmen Partei, Alle geriethen in Zwist, und so entstand sowol unter de»Opposition der Adeligen als der Zeitungsschreiber eine allgemeine Verwirrung, einKrieg Aller gegen Alle. Der Streit wird seitdem immer heftiger und bitterer. Ä.hat versprochen, sein politisches Glaubensbekenntniß und eine Darstellung seinesganzen öffentlichen Lebens dem Publicum vorzulegen, und ,,^rg-us" hat ihn aufge-fodert, darin seine Verbindungen mit dem Grafen Brahe nicht zu vergessen. VergllSchweden. ffi)

Anderloni (Pietro), geb. 12. Oct. 1784 zu Sta.-Eufemia im Vre»scianischen, ward durch das Beispiel seines altern Bruders Faustino, gegenwartigin Pavia lebend, einer Kunst gewonnen, die ihn zu ihren ehrenwerthesten Zierdenrechnet. Schon als zwölfjähriger Knabe entschlossen, der bildenden Kunst sich zuwidmen, machte er alle die Studien durch, welche die Sicherheit in jeder Kunst-weise verbürgen. Unter Paolo Palazzi trieb er zuerst gründlich das architektoni-sche Zeichnen; genoß dann den Unterricht seines Bruders Faustino, der seinerzwischen Malerei und Kupferstechkunst noch schwankenden Neigung die bestimmteRichtung für die letztere gab, und dadurch, daß er den jungen Künstler an den Plat-ten zu Scarpa's ,,'1>atwto ckell' enevrismn" theilnehmen ließ, die große Frei-heit begründete, mit welcher A. jetzt den Grabstichel führt. Als zwanzigjährigerJüngling trat A., schon höher stehend als mancher der aufhört, in Longhi's

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