H. 56. Leichenöffnung eines Erschlagenen. 121
sickung kann man aber nicht für die Ursache de« Todesl alte», da der Strahl den Menschen in freier Luft, undnicht von vorne, sondern auf den Hinterkopf getroffenhatte.
§. 56.
"Eine hochschwangere Person, von vhngefähriy Jah-ren ward auf dem Wege nach Trautenstein von einem Gewit-ter und starkem Platzregen überfallen. Sie stellte sich un-ter eine hohe Tanne, und diese ward mit ihr vom Blitze ge-troffen. Man fand sie bald nachher, und am folgendenTage ward der Körper von Obrigkeits wegen besichtigt. Ge-sicht und der ganze Kopf waren sehr angeschwollen, mitbraunen und blauen Flecken unterlaufen, und von vielenschaumigtcn Schleime verunstaltet. Aus Nase, Mund undOhren lief Blut, dessen Geruch schon eine große Fäulunganzeigte. Der Unterleib war bis zum Zerplatzen ausgespannt,gleichfalls blaufleckig, und die Adern stark mit Blut ange-füllt. An der linken Seite dcö ganzen Körpers fanden sichviele kleine Wunden, als wenn sie mit Bleyschroot ange-schossen waren, deren Rand schwarz verbrant aussähe — DerKörper dcö Kindes war gleichfalls sehr angeschwollen unddie ganze Haut braun und blau unterlaufen — Die Hautedes Magens waren im natürlichen Zustande, weder ange-fressen noch brandig. Die dünnen und dicken Gedärme, wieauch das Gekröse, waren in etwas, noch mehr aber die Milz,entzündet. Nieren und Leber vollkommen gesund: die Gal-lenblase enthielte sehr wenig Galle. Beide Lungen waren
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