I. A. H. R s i m a r u s, der Arzenevgelahrtheit Dse tsrS, neuere Bemerkungen vom Blitze: dessen Bahn, Wirkung, sichern und bequemen Ableitung: aus zuverlaßkgm Wahrnehmungen von Wstterschlagen dargelegt. Mit neun K u p fer t a fe ln. Hamburg, verlegt von Carl Ernst Vohn. 1794« Vorrede. ie Verfasser verschiedener nützlicher Schriften, welche die Ableitung des Blitzes betreffen, Haben ihlV Beweise und Vorschriften meistens nur aus den lehren gezogen, die ihnen durch die elektrischen Versuche dargeboten wurden. — Alkerdings können die Wahrnehmungen der Elektrizität vieles zur Erläuterung und zu genauerer Beobachtung der EraugnW beym Blitze beytragen , wie denn auch bekanntlich, der erste große Gedanke Franklins dadurch veranlasset, und überhaupt unsere Aufmerksamkeit auf die eigentlichen. Würkungsn des Blitzes mehr geschärfet worden. In dieser Hinsicht habe ich sie auch mit in Erwägung gezogen. » 2 Wak tv Vorrede. Was aber eigentlich die Sicherheit der Blitz-Ableitung und der dabey zu treffenden Maaßregeln betrifft, das habe ich lieber aus der bloßen Betrachtung wörtlicher Wetterschlage herzuleiten und zu erweisen gesucht. Dabey glaube ich, einige beträgtliche Vortheile erhalten zu haben. Ueberhaupt muß auf diesem Wege die Ueberzeugung allgemeiner und eindringender werden, da die bloßen Folgerungen aus den kleinen Versuchen noch hie und da unsicher scheinen, oder zu Mißdeutungen Anlaß geben können. — In der That lassen sich auch dergleichen Schlüsse , die vom Kleinen auss Große gehen, nicht für völlig zuverlässig ausgeben, und sind auch hier zuweilen trüglich gewesen. So folgt es ja nicht wenn einige widerstehende Körper, Glas, Seide, u.s.w., die Mittheilung der Elektrizität in unfern Versuchen abhalf ten, so werden sie auch das Durchdringen des Blitzes abwehren. Oder — wenn eine Nadelspitze das Bisgen Elektrizität, welches sich an unserer Zurüstung anhäuft, aus einiger Entfernung anlockt und ohne Geräusch abzieht; so wird sie auch den Blitz von einer viele FtH weit entlegenen Stelle ablocken, und den ganzen Ausbruch Vorrede. v bruch der Wetterwolke in der Stille abzuziehen vermögend seyn. Oder — wenn ein dünner Metalldrath, eine Kette, u. dgl. jene Elektrizität ohne Gewalt und Schaden durchfahren laßt, so werden sie auch einen Wetterschlag ohne Beschädigung ableiten. Aus den Beobachtungen von würklichen Wetter- sihlägen aber kann ein jeder sehen , was von dem Blitze zu erwarten, oder nicht zu erwarten sey. 2) Es wird hiedurch diese so gemeinnützige Anstalt von aller Vorstellung geheimnißvoller Kunst oder Zauberei) entblößet, dadurch manche Bedenklichkeit verursachet ward. Hier stehet man, daß die- bloße Anwendung gemeiner Mittel, welche die Natur und Erfahrung deutlich anzeiget, alles ausmacht und zur Sicherung, zureichet. z) Manche Umstände haben sich in den Beobachtungen- von Wetterschlägen entdecken lassen, welche man im Kleinen an den elektrischen Versuchen nicht wahr-- nehmen konnte. Dergleichen sind der Abstand, innerhalb welchen man sich auf die Anlockung einer Auffangungs- Stange Rechnung machen könne, daß solcher nämlich ^ z keine VZ Vorrede keine 4-> Fuß besagen nmsse, und daß es rachsamer scy, die ganze First, oder doch die Ecken nebst den Schor- sieinen, mit Metallstreifen zu bedecken. — Ferner; die Gefahr der Pkatzung beym llebersprunge des Sckahts an ZttsainmmgeseHtm eisernen, nochwendig rostig werdenden, Leitungen, und der offenbare Vorzug kupferrrer oder bleierner Platen, oder aneinander Hangender Messing- Drache vor den Stangen.— Die verschiedene Fähigkeit, mittelst welcher ein Körper den Blitz anlocket und leitet , oder ihm einen Widerstand entgegen setzt , und welche Folgen daraus einstehen : daß z. B. die Benetzung vom Regeir so unbedeuteird Ziw Leitung, als die Bedeckung mit Harz , Seide u. dgl. zum Schlitze scy: daß der Blitz auch in unfern vorzüglichsten Leitern noch Widerstand finde, u. s. >v. — Die Umstände dadurch eine Theilling des Blitzes m mehrere Strahle, oder rrne?kbweichMg desselben Von einer Strecke MetalZ vcrmfachet wird u. s. w. 4) Endlich wird die Ableicungs-Aiistakt durch solche BesbackMiM» auch bedienter, wohlfeiler und ohne Aebelstand . Vorrede» vn Ucbelstaud am Gebäude einzurichten gelehrt, da die Erfahrung zeigt, daß verschiedene zu fem erfonnene und lästige Vorschriften unnütz, einige auch sogar nach- theilig waren. Dahingegen stehet man, was wnrklich zu mehrerer Sicherheit und Zu Vermeidung möglicher Unfälle er federt werde. Meine vorige Abhandümg vom Vliße'f Hamburg 1778, 8.) durchzusehen und mnznfchinelzeir, oder zn ergänzen, hat meine Zeit nicht erlaubt. Ich habe also jetzt lieber eine neue ausarbeiten wollen. Manche damahls noch zu bemerkende Umstände schienen auch nun nicht mehr nöthig zu feyn, crümert zu werden. Z. B. daß der Blitz in seinen Eigenschaften und Wartungen sehr von andern Entzündungen verschieden sey — daß er eher durch veste Körper als durch die Lust fahre: daß er folglich eher durch die' oben? T heile des Gebäudes dringe als in die offenen Fenster: daß er weder zu Fenstern oder Thurm hinein nach hinaus sichre, und auch durch Zugluft nicht hergeleitet werde. ----- Daß der Anfall des Blitzes nicht eben da '4 zu VIII Vorrede. zu suchen sey, wo die erste Beschädigung verspüret wird, wenn obere Theile mit zureichendem Metalle bedeckt sind, dadurch er ohne Schaden herabgeleitet wird , wie solches von den Thurmspitzen unter den verschiedenen Umständen (vor. Abhandl. §. ioz.) gezeigt worden — daß der Blitz nicht ohne Anlaß hie und da herumfahre oder sich verliere, sondern immer zu seinem Ziele, und dahin von oben nach unten, oder umgekehrt, seine Bahn durch die bequemsten ieiter fortzusetzen strebe — daß er weder von den dicht am Gebäude anliegenden, oder auf Holz angenagelten Strecken Metall, noch selbst von dem in einem Pfosten steckenden Ende einer Stange hineingelocket werde, wenn nur von aussen eine wohl verbundene Strecke Metall ihn davon ableitet. Gegenwärtige Abhandlung habe ich demnach so eingerichtet, daß sie auch denen, welche die vorige, schon vergriffene, nicht besitzen, für sich allein dienen kann. Sie kann aber auch als eine Forcsetzung von jener angesehen werden, da nämlich die dort angeführten Ersah- Vorrede. rx Erfahrungen, darauf ich mich auch hie und da bezogen habe, immer ihren Nutzen behalten; hier aber keine derselben wieder eingerückt, sondern lauter neue gesamlct und zu bell Folgerungen angewandt worden. Nur in den Betrachtungen habeich, des Zusammenhangs und der Vollständigkeit wegen, da die Abhandlung von der vorigen unabhängig seyn sollte, ein und anderes dort Vorgetragene in Kurzem wicderhohlen müsien. — Einige Satze habe ich hier ausführlich zu behandlen für gut gefunden. So die, aus irriger Vorstellung eines Rückschlages, neuerlich entstandene Furcht, wegen eines wieder zu der Wetterwolke aufwärts fahrenden Blitzes : die Meinung, daß der Wettersirahl durch den mensch- lichenKörper hindringe: die Unzulänglichkeit des Schutzes von zugespitzten Auffangungs - Stangen, und die Entbehrlichkeit derselben , wenn nur die Gipfel mit Metall bedeckt sind: die Schwierigkeit und Gefahr einer Ablei- tungS-Zurüstung aus eisernen Stangen, und der Einsen- krmg des Ableiters in die Erde. Da ich überall Erfahrungen zum Grunde legen wollte, so habe ich die zu diesem Zwecke gesammleten, " 5 nach X Vorrede. nach den Umständen so viel möglich geordnet und mit Anmerkungen begleitet, voran gehen lachen, um hernach in der zusammenhängenden Betrachtung mich darauf berufen zu können. Ich habe auch , so wie in voriger Sammlung, besonder«Fleiß daraufgewcudet, alles richtig darzustellen, und deswegen, wo ich konnte, aus eigener Besichtigung, mundlicher oder schriftlicher Erkundigung, sonst aber aus den angeführten Urschriften, die Wahr- nehmung zwar kurz , aber genau berichtet. Je mehr ich Falle von Wetterschlägen untersucht habe, desto mehr habe ich auch gelernt, manche, selbst geringscheinende aber doch nicht unwichtige Umstände, zu beachten und ihren Einfluß zu bemerken. Es ist mir lieb, wenn ich hiemit auch andern Schriftstellern über diesen Gegenstand dienen kann: nur mußte ich lächeln, da einige derselben so sehr vermieden, meine von ihnen genutzte vorige Abhandlung zu nennen, daß sie, nach verschiedenen daraus mit den Citaten nachgeschriebenen Wahrnehmungen, wenn nun ein Fall vorkam, dabey keine andere Autorität anzuführen war, (z. B. bey dem Wetterschlage aus den Anschariuschurm zu Bremen, oder auf.hiesigen Nicolaithurm ) entweder gar keine anführten, oder ein Hamburgisches Magazin vom Jahr 1768, als Quelle, daraus die Erzählung genommen wäre, erdichteten. Von. Vorrede» XI Von den vielen Fallen, da Blitze auf Ablciter gefallen sind, habe ich nur einige, dabey etwas Besonderes zu bemerken war, angeführt, und vornehmlich die Fehler angezeigt, welche noch hie und da bey dieser Anstalt begangen worden. Zu mehrerer Erläuterung sind auch Kupferstiche beygefugt, und darunter noch die Vorstellung der merkwürdigen, auf das Versammlungs-- HauS zur Purfleet und auf Hassendens Haus gefallenen, in voriger Abhandlung angeführten, Wetterschläge nachgehohlt. Die ehemals gegebenen Vorschriften zur Anlegung einer Blitz-Ableitung habe ich, was die Hauptsache betrifft, durch fernere Beobachtungen bestättigt gesunden, hier aber noch in einigen Stücken erweitert und verbessert, besonders was die Verhütung eines Nebenweges vom Blitze und die Ableiter an Stroh - Dachern betrifft. Jeden Umstand habe ich mit Zuziehung unsers sachkundigen und Erfahrnen Bleydeckers, Mcttlerkamp, aufs Neue untersucht, damit nicht, wie es aus der Studier- Stube leicht geschehen kann, Vorschriften gegeben werden, die nicht ausführbar, oder doch sehr beschwerlich sind, sondern alles dem Handwerker verständlich und leicht gemacht werde, zu dessen Nutzen auch die Anweisung besonders abgedruckt und mit ein Paar dazu dienenden Kupferstichen begleitet worden. End- XII Vorrede. Endlich habe ich es für mißlich gehalten, zumal da ich dazu aufgelodert worden, eine kurze Anweisung beizufügen, woraus bey Untersuchung uud Beschreibung eines WerrerfthlageS zu achten sey, da dergleichen Falle auch oft solchen Personen vorkommen, die nicht Kunstverständige sind, und welche sich rhcils aus genauer Beobachtung selbst unterrichten, theilä auch durch zweck» mäßigen Bericht andern dienen konnten. Das Register habe ich so vollständig eingerichtet, daß man, sowohl was in den Erfahrungen als was in den Folgerungen enthalten ist, darnach auffinden kann. Ucbcrhaupt habe ich Uebcrzcugung zu bewirken gesucht und mich der Deutlichkeit beflissen. Wenn dabei) ein und anderes unnöthig wiederholt oder zu weitläuftig geworden, so wird man es, wegen meiner durch andere Geschäfte unterbrochenen Arbeit, entschuldigen. Hamburg, im Februar 1794. §. I. Höhe der Wolken. (folgendes bemerkt Herr Shuckburg Key seiner Untersu- 0 chung auf dem Mole, einem einzelnen, vhngefähr 18 englische Meilen östlich von Genf gelegenen, 488Z Fuß über dem See, oder 611z Fuß über dem mittelländischen Meer erhabenen Berge. "Die Wolken hatten von dieser Höhe betrachtet, für einen Bewohner der Ebene ein sonderbares Ansehen. Sehr wenige erhoben sich über ein Fünftel der Höhe dieses Gipfels. Sie wurden nicht vom Winde getrieben, sondern bewegte» sich nach allen verschiedenen Seiten hin. Einige schienen längs den Boden hin zu schweben: andere erhoben sich senkrecht zwischen den Hügeln. Auch muß ich bemerken, 1 aß, wie ich von Genf aus beobachtet habe, die Wolken gemeiniglich drey Tage in der Woche unter dem Gipfel des BcrgeS Salcve standen, so daß die gewöhnliche Lage dieser Dunstsammlungen in der Höhe zu scyn scheint, wo das Quecksilber des Schweremesserö in^ dieser Gegend vhnge« fähr auf 26 Joll stehen würde (d. i. 5400 Fuß über das Mittelmeer),, *). A s Lanw ») Irans. Vol. 67. p. 5ZZ. Zz8> 587. 6Y2. Dh selbst wird doch die Spitze des Salcve nur 4514 Fuß hoch gerechnet. So scheint auch oben der Ausdruck "ein Fünft tel der Höhe des Mole „ nicht «herein zu wessin. 1 4 §. i. Höhe d. Wölk. h. 2.Häuf.Gew.beyd.Hecrr. Lanrbcrt urthcilte, nach dem Gesichtswinkel und dem Schalle, daß eine Wetterwolke, die er 1773 d. 25. May unter einem Winkel von i l Grad salze, und den Schall des Donnerschlages nach Zo Sekunden hörte, 5985 Fuß senkrechte Höhe gehabt hätte. — Ein anders Mahl, 177z d. i?ten Inn. fand er, daß Blitze, welche ohngefähr eine Meile von Berlin entfernt waren, nur etwa 5000 Fuß über der Erde entstanden — Verschiedene derselben fuhren damals aufwärts, oder in wagercchter Richtung — Von andern Wolken, ohne Gewitter, urtheilt er, daß sie Z2 Rheinländische, oder 50 Pariser Fuß in einer Sekunde durchliefen und 75Ü5 Fuß hoch stunden. Der Schweremcsscr aber stand niedrig und der Himmel war des Morgens bedeckt gewesen 55). l§. 2. Häufige Gewitter bey dem Heerrauche. "Das l ?8Zste Jahr war auch dem asiatischen Thcile Rußlands und dem Altai merkwürdig. Am 6tcn Januar regnete es, und in den NachmlttagSstunden wurde, sowohl am Jrtisch als Ob, ein sanftes Erdbeben, welches seit der Bewohnung der Russen das dritte und schwächste war, mit einigen Schwingungen verspürt. — Mit dem ersten July trat der Heerrauch ein und dauerte bis zum i7ten. Gewit» ter waren in diesem Monate vom zten bis -zsten überaus häufig, manchmal mehrere in einem Tage. — Sämtliche 56) Kern, st? 1'^.cast. sts L?rl. 177z. x. 4z. 44. §. ü.Häuf.Gew.beyd.Heerr. §. z. Wetterleuchten. 5 liche Gewitter kamen aus Osten über die Schnecge- bürgc, und wenn man in dem Nebel nur kaum merkbare weißliche bogenförmige Dünste wahrnahm, so war bald darauf ein heftiges Gewitter da. Sic todteten in dem Barnaulischen Zirkel 23 Personen, zündeten an zweyen Stellen den Wald, und in dem Dorfe Saizowa ein Haus an — Vom 2Zstcn July bis loten Aug. war ziemlich heitere, aber sehr kühle Witterung — Die niedrigsten Wiesen wurden erst mit Ausgange July gewässert, da sonst mit dem Eisgänge und im Junymonate die Wasser allgemein austreten, und es war eine sehr schlechte Heu »Erndte. Das Gctraide blieb ganz und gar im Felde stehen, indem es bis Octobcr noch nicht reif ward und am lZten schon Schlittenbahn war,, "). §> Wetterleuchten, "An vielen Enden innerhalb der Wendekreise, da die Winde sehr veränderlich, selbst stündlichen Abwechselungen unterworfen sind, ist Blitz und Dynncr eine eben so gewöhnliche Erscheinung, gls das Nordlicht innerhalb des nordli- A z chen A) Rcnovemtz von den Alkäischen Gebirgen: S. 164 n. f. — Aus verschiedenen Europäischen Ländern hatte man ähnliche Nachrichten — Daß in der Gegend von Manheim in ebsn dem Jahre häufige Gewitter gewesen, da- bey die Wolken niedrig gegangen und verschiedene Menschen auf offenem Felde vom Blitz erschlagen worden, berichtet Hemmer in Lomm. ^caci. 'tskecxt. ?al. Vc»I. V, p. 2Z8. 6 §. Z. §. 4» Wetterleuchten. chen Polarkreises. Vielmals habe ich mit größten Vergnü- gen die stillen Blitze betrachtet, die sich fast jede Nacht über der niedrigen Küste der Insel Sumatra in Ostindien zeigen, welche unsere Ostindische Schiffe bcy jeder Hin - und Herreise vsrbey fahren. Denn, wie der Nordschein zuweilen mit der Abenddämmerung anfängt und die ganzeNachtdurch dauert, so zeigen sich auch schnell aufeinander folgende Blitze über Sumatra gemeiniglich che die Sonne unter geht, und dauern bis das Tageslicht sie unmerklich macht. Es geschehen aber auch oft wirkliche Donnerschläge in dortigen Gewässern. Ich bin daher nie ohne Furcht durch die Strasse Banka gefahren, thsils weil mir unterschiedliche Unglücksfälle bekanntwaren, die Schiffe in dieser Gegend betroffen haben, theilö auch, weil ich gemeiniglich die Luft, besonders bey der dritten Md vierten Huke von Sumatra sehr qualmig und drückend befunden habe.,, ^') §. 4- "Einigemal (sagt Herr Silberschlag) ist es mir ge^ glückt, die Erzeugung einer Wetterwolke über dem Horizonte zu sehen. Es war, wenigstens einen Vorfall zu erzählen, p. 2Z8. Z. — Zn Düsselers glaubten unwissende Leute, daß die daselbst errichteten Blitzableiter die häufigen Gewitter verursachten. Das. x. Z09 — Bcy uns in und «m Hamburg hatten wir gleichfalls ausserordentlich viele und einschlagende Gewitter — Desgleichen meldet auch Landriani von Mayland: Dell' utilitä cksi oonäuttor! x. 109. Mehrerer Nachrichten zu geschweige». *) H. I. Vladh. in den neuen Schweb. Abh. I Th. i?8o. S-10- (in der Mersch. S> s?.) §. 4> Wetterleuchten. 7 Zahlen, heiterer und stiller Himmel, an welchem sich über meinem Scheitelpunkte einige Stunden vor Untergang der Sonne eine dünne Wolke erzengte, die ohngefähr 20 Grad breit und lang war. In Zeit von einer halben Stunde verdickte sie sich dergestalt, daß sie sich an dem südlichen Ende zu schwärzen schien: aber sie regnete nicht. Kurz darauf fing sie au bey einer Stunde lang zu wetterleuchten. Nachmals habe ich oft bemerkt, daß Wolken, welche wetterleuchten ohne zu donnern, niemals regnen. Nur muß man sich hüten, daß man nicht Wolken nahe am Horizonte, deren Donner man der Entfernung wegen nicht hören kann, für wetterleuchteude halte. Vey dem wahren Wetterleuchten wird man niemals eines Strahls ansichtig, auch höret man keinen Donner, sondern die ganze Wolke wird von einem plötzlichen Lichte durch und durch erleuchtet — Bey dem Untergange der Sonne fing diese Wolke an zu regnen, unö mit dem Regen fing sie auch an zu blitzen und zu donnern. Endlich hörte sie wieder auf zu regnen, und da streuete sie weder Blitz noch Donner aus, sondern sie verschwand, nachdem sie sich wieder verdünnet hatte. — Ich muß auch bekennen, daß ich nie Blitz und Donner ohne Regen erlebt habe, ob es gleich nicht allemal da regnet wo man Blitz und Schlag stehet und höret. Auch habe ich bemerkt, daß sich die Blitze da entzünden, wo die Wolke am dicksten ist und den stärksten Regenguß ausschüttet, wie man denn auch bey senkrecht herabstürzenden Regengüssen wahrnehmen wird, daß mit dem heftigsten Regen auch der heftigste und A 4 gefahm 8 §-4- Wetterleuchten. Z. 5. Wetterlichter. gefährlichste Schlag vergesellschaftet ist — Fahret die Wetterwolke über einer niedriger» weg, so ist der Aünd- punkt nicht zu sehen: man bemerkt nur einen wilden Blitz, und den Strahl erst alsdann, wenn er durch die untere Wolke durchschlaget. Oft erzeugt sich dieser Punkt nicht in der Wolke, sondern im Regen selbst, unter der Wolke.,, §- 5. Wetterlichter. "Der Schweizer, welcher der Frau von la Roche die berühmte Wassermaschine zu Marly zeigte, wünschte, daß mit Kenntniß begabte Fremde einmal in seinem Hause einige Sommertage zubringen mögten, um den herrlichen Anblick zu gemessen, bcy einem nächtlichen Gewitter das schönste Feuerwerk zu sehen, indem die eisernen Stangen an diesen Pumpwerken alle mit kleinen Flammen besetzt wären, die sich den Berg aus und ab bewegten, wie solches noch vor vier Tagen geschehen wäre. Ehemals sey ihm sehr angst dabey gewesen: er hätte es sich aber jetzt erklaren lassen und stünde nun allemal aus demBette auf wenn es blitzte, oder ein Gewitter im Thal her zöge, damit er dieses prächtige Schauspiel nicht verliere.,, — "Wir hörten (setzt sie hinzu) von Herrn Pfeffel, daß er selbst einst die erleuchteten Stangen gesehen, indem er gerade in einer gewittervol- lcn *) Silberschlag Geogenie I Th. §. 2; 4» §. 5« Wetterlichter. 9 len Nacht bey der Maschine vorbey gereisct sey und daran diese Erscheinung bemerkt habe. „ *) Es wäre zu wünschen, daß wir noch genauere Bemerkungen von dieser Erscheinung an den Gestängen zu Marly hätten — ob sie sich eräuget, wenn eine Wetterwolke heranzieht, oder Schläge in der Nähe ausschießt — ob vielmehr nach zertheilten, oder vorbeygezogenem Gewit, ter? — ob nicht auch ohne eigentlichem Gewitter, bey einem Sturmwinde? u. f. f. §. 5-b. "Zu Hermanstadt ließen sich am 2zsten Febr. 1792 Abends gegen 7 Uhr, da eben Schneegestöber war, auf dem Thurmknopfe der grossen evangelischen Pfarrkirche kleine weisse, ins blaulichte spielende Flammen sehen, und bald darauf ward der ganze Knopf damit besetzt, wobey man zugleich ein sehr vernehmliches Geknister hörte. Die Flammen bewegten sich, und nahmen mit dem tVinde ab und zu. Zuletzt zog sich das Licht au den sogenannten Stiefel, der den Thurmknopf trägt, und stark mit Blech beschlagen ist, herunter, und Knopf und Stiefel erschienen im lebhaftesten Glänze. Um halb 8 Uhr hörte es auf zu schneien, und hie- mit verschwand auch die ganze Erscheinung. Auf dem Thurmknopfe der katholischen Pfarrkirche« auf welchem ein metallenes Kreuz stehet, zeigte sich eben die Erscheinung, nur später, weil derselbe nicht so.hoch hervorraget. „ *4) AZ §.6. ") Fr. v. la Roche Neise durch FrankreichS. 476». 478. 5-') Gothaisch. Magaz. für die Physik. VII. B. 4., St. S. iz». / zo §. 6. Zwischenzeit der Wetttrschlage w. §. 6. Zwischenzeit der Wetterschlage nach innerem Drange der Wolke. "In offener See, oder in einiger Entfernung vom Lande gehen die Wetterwolken gemeiniglich sehr niedrig. Doch sieht man auch manchmal Gewitterwolken hoch in der Lust her fahren, und in diesem Falle könnte ein hervorragender, oben zugespitzter Blitzableiter auf einem Schiffe wohl einen Schlag hcrvorlockcn, der sonst nicht auf der Stelle erfolgt wäre. Eine solche hohe Wolke beobachtete ich den i?ten März 1772 auf dem äthiopischen Meere — Sie ging quer über unser Schiff her. Im Vorbeigehen fiel ein Schlag ganz nahe vor dem Schiffe nieder, und der folgende gleich dahinter. Damit war die Gefahr vorüber, weil das Gewitter sich hernach immer weiter von uns entfernte, und so viel man sehen konnte, in geradem Striche, eben wie es heran gekommen war, fort ging. Ob man nun gleich bey den zwey nächsten Schlagen den Blitzstrahl deutlich in einigem Abstände vom Schiffe in die See fahren sähe, so war doch der Knall und die Erschütterung dabei) so stark, als wenn eine Kanone zwischen dem Verdeck gclvset wird. Bcy zwcyen Wctterschlägen, welche die Masten eben dieses Schiffes trafen, 5) war der Knall viel schwächer und glich mehr einem Geräusche als eincm Kanonenschusse.,, s Die Platzung, wo der Strahl unmittelbar auf das Wasser trifft, muß einen einfachen starken Knall verursachen. Wo aber der §. 6. Zwischenzeit der Wcttcrschlagew. 11 Blitz an erhabenen Gegenständen, die ihm eine unvollkommene Leitung darbieten, Sprünge macht, da Hort man ein Kuastern.jZ "Im Anfange des Jänners 177z schlug der Blitz auf eben dem Schiffe in der Strasse Sunda zwischen den beiden, vordersten Masten nieder. Der Knall war fürchterlich: einige Leute auf dem obcrn und mittlem Verdeck wurden be- schädigt, das schiff aber selbst nicht im miudesten. f Ver- muthlich fiel auch dieser Schlag nur nahe bcy dem Schiffe nieder, und die nicht beschriebene Beschädigung war nur eine Erschütterung ff Wen» die europäischen Schiffe im Nivier von Canton vor Anker liegen, eräuget es sich zuwei« len in der wärmsten Jahrözeit, daß Blitze kurz auf einander rings um die Schiffe her ins Wasser schlagen, ohne eins derselben zu treffen. Der Knall ist dabep so heftig und die Strahlen scheinen so nahe zu seyn, daß aus mehrern Schiffen zugleich ein allgemeiner Schrecken entsteht, weil sie ziemlich nahe bct) einander liegen und jeder glaubt, sein Schiff sey gewiß getroffen. In Betracht der häufigen Gewitter,, welche zu dieser Zeit entstehen, ist es doch in der That nur ein seltener Fall, daß ein Schiff beschädigt wird, und wenn es geschiehct, trifft es nicht allemal die höchsten Spitzen, sondern eben so oft niedrigere Stellen.,, 5) Herr Zöladh, als ein Seemann, vergleicht die vorübergehende Wetterwolke, wie fie nach Zwischenzeiten Blitze aus» P. I. Bladh. in den neuen Schweb. Aöhandl. 1 Th. 1780. S. Iis. 114. u. f. (Uebersetzt S. 106. I VL. u. f. / l s §. 7« Wetterw. d. gegen einander Blitze schiessen. auöschießt« mit einem seglendcn Schisse, welches beständig z>on einer Seite scharfe Minutenschüsse abfeuerte. 5). §- 7- Wetterwolken, die gegen einander Blitze schiessen. Herr Hallencreuz, Professor der Astronomie zu Upsal, als er sich 1769 mit Herrn Prof. Mallet zu Pcllo, unter dem nordlichen Polarkreise, aufhielte, machte daselbst folgende Bemerkung. "Am zo. May, als die Luft sehr neb, licht und nach der Jahrszeit ynd der Lage des Ortes warm war, und der Wärmemesser um 4 Uhr Nachmittags auf 2Z Grad über den Eispunkt stand, hörte er zum erstcnmale gegen Süden donnern, welches nachdem oft wieder geschah. Um 7^ Uhr zeigten sich Blitze, ziemlich matt, die sich von S. W. nach N. W. sireckten. Sie erschienen von go bis 80 Sekunden vor dem Donner. Ihre Gestalt war unterschiedlich. Am öftesten zeigte sich wie ein aus bleichem Lichte gebildeter, aber hie und da abgebrochener, Bogen, der sich an den Horizont zu schliessen schien. Seine Hohe in der Mitte übertraf nicht 20 Grad: aber die Blitze welche höher waren, folgten mehrere Arten unregelmässiger Wege. Ausser diesen Blitzen leuchtete es in N. W. mit stärkerm Glänze. Um 8 llhr sähe er in W. g. N. zwo kleine, aber dickere Wolken, deren eine größer als die andere schien, sich einander sehr schnell nähern, welches ihn veranlasste sie genau zu beobachten. Als sie nahe an einander kamen, zeigten sich zwischen ihnen zween starke Blitze, wobcy beide Wolken *) Das. S. r iZ. (Uebers. S. »07.) §.7- Wetterw.d. gegen zc. §. 8. Wetterschlag:c. iz Wolken kegelförmige Gestalten annahmen, sich einander mit den Spitzen berührten und so Minuten zusammen hingen. Darauf wurden sie wieder von einander gesondert, nahmen ihre vorigen Gestalten wieder an, stießen sich aber mit vieler Geschwindigkeit von einander weg und die «ine ging gegen den Horizont, die andere gegen den Scheitelpunkt zu. Sie wurden indessen auch dünner, so, daß sie sich am Ende nicht mehr von den andern Wolken unterscheiden ließen. Nach diesen Blitzen hörte man zu Pello keinen Donner mehr. Nach dem Gewitter fing daselbst der Sommer an. Das Erdreich war noch am zo. May, so wie es sich zu Anfange des Frühjahrs zeigt: aber den folgenden Tag sah man überall neu herausgekommenes Gras, welches nachdem, wie andere Gewächse, schnell zu seiner Reife getrieben ward. „ 5) Diese Beobachtung zeigt die Anziehung der gegenseitig elektrisirten Wolken, den Durchbruch des Schlages, und die nachmalige Zurückstossung, da die überwiegende Elek« trizität der einen unter beide vertheilt war. §. 8. Wetterschlag ohne gesehenen Blitz. "Am lytenJuly 1785 war (umColdstream in Schottland) ein angenehmer Morgen: der Wärmemesser stand auf b8 Grad. Gegen eilf Uhr bildeten sich Wolken in Süd- Osten. Zwischen lüund 1 Uhr entstanden einige.Blitze; der Donner aber ließ sich erst 25 bis zo Sekunden nachlrer hören, wie *) Schwei». Akad, Abhandl. 177z. ,z.B. S. »5. 14 §> 8» Wetterschlag ohne gesehenen Blitz. wie Herr Patrik Brydone anmerkte, der im zweiten Stockwerke vor einem offenen Fenster das Gewitter beobachtete. Plötzlich aber hörte man, ohne daß ein Blitz vorher bemerkt worden, einen lauten Schlag, als wenn verschiedene Flinten geschwinde nach einander abgefeuert würden, ohne daß es, wie bey den andern Schlägen, nachtönete. Alsbald zerthcil- tcn sich die Wolken, und es ward kein Blitz oder Donner weiter vernommen. Bald darauf hörte er, baß nicht weit von seinem Hause ein Mann und zwey Pferde erschlagen wären. Der Erschlagene, Namens Lander, ein junger frischer Mensch, war mit einem beladcncn Steinkohlen- Karren , auf dessen vördcrn Theilc er saß, gefahren, und ein Gefährte, mit einem andern Karren hinter ihm. Letzterer, . nachdem er den Tobten zu Hause gebracht, erzählte dem Herrn Brydone, der in weniger als eine halbe Stunde dahin kam, ohne sonderliche Gemüths-Bewegnng den Vorfall. Sie waren nämlich einige Minuten zuvor durch eine tiefe Furth über den Fluß Tweed gefahren, und hatten bcynahe die Anhöhe, 6Z bis 70 Fuß über dem Fluß-Bette, erreicht. Da sie nun mit einander über das Donnern redeten, welches sie in der Ferne hörten, und wünschten, daß nach so langer Dürre ein Regen erfolgen mögte, ward er durch einen lauten Knall crschröckt, und sähe seinen Gefährten mit den Pferden und dem Karren zur Erde stürzen. Er habe ihn völlig tod gefunden, sein Gesicht blaufärbig, und seine Kleider zerrissen, und so auf seinem Karren, davon er die Kohlen abgeworfen, zu Hause gebracht. Herr Bell, der Pre« §. 8. Welterschlag ohne gesehenen Blitz. 15 Prediger zu Coldstream, der den Körper uniersucht hatte, berichtete, erhübe daran vom Kinne biö auf den rechten Schenkel einen H Zoll breiten Zickzack-Strich bemerkt, in welchem die Haut weiß und hart versengt gewesen, auch wäre die Haut au diesem Schenkel sehr verbrannt und als aufgeschrumpft, nebst andern Spuren über den Körper, keine aber an den Beinen, (welche über den Karren voraus gehangen,) befunden worden. Seine Kleider, und besonders das Hemde, wären sehr zerrissen gewesen, und hätten sehr versengt gerochen. Der Körper, welcher zwcy Tage nachher begraben worden, hätte kein Zeichen von Fäulniß spüren lassen. Herr Brydone sammlete noch die Stücke von dem Hute auf, welcher in viele kleine Fetzen zerrissen war, an deren einigen, die das Kopfstück ausgemacht hatten, noch vest eingedrungene Haare saßen. — Der besagte Gefahrte LauhcrS zeigte ihm den Zwischenraum der beiden Karren, welchen man noch genau bemerken konnte, weil seine Pferde sich bey dem Schlage umgewandt und das Geschirr zerbrochen hatten. ES waren ohngefähr 2g Yards, und Lauderö Karren befand sich einige Fuß höher, aber noch nicht völlig auf der Anhöhe. Er hätte, sagte er, gleichfalls vorne auf seinem Karren gesessen, und Ländern mit dessen Karre» gerade im Gesicht gehabt, als dieser niedergestürzt; er habe aber keinen Blitz oder Feuer gesehen, auch keine Erschütterung oder besondere Empfindung verspüret. Die Pferde fand Herr B. noch an dem Karren angespannt auf der Stelle liegen, wo sie erschlagen worden, Sie waren auf die 16 H. 8. Wetterschlag ohne gesehenen Blitz. die linke Seite gefallen, und ihre Beine hatten einen so starken Eindruck in den Boden gemacht, daß, als man sie aufhob, die genaue Form davon zu sehen war. Folglich waren sie, ohne einige Zuckung, im Augenblicke aller Lebenskraft beraubet worden. Sie waren von starkem Wuchs und schwarzhaarig. Das Haar war über den größten Theil ihres Körpers, am meisten aber am Bauche und an den Beinen, welche zuvor in dem Flusse ganz benezt worden, sehr versengt. Die Augen waren schon finster geworden, gleich als an einem Thiere, welches lange tod gewesen. Alle Gelenke derselben waren biegsam, und er konnte nicht verspüren, daß irgend ein Knochen zerquetscht worden, wie man'zuweilen von Thiern, die vom Blitze getödtct worden, vorgegeben hat. Der linke Baum des Karrens war zerbrochen, und an verschiedenen Stellen Splitter davon abgeflogen, besonders wo die Bretter des Karrens durch Nagel oder eiserne Krampen verbunden waren. Auch waren viele Stücke Kohlen, rund um den Karren, weit umher- gewvrfcn, und einige hatten das Ansehen, als ob sie eine Zeitlang am Feuer gelegen hatten. — Ohngefähr 4? Fuß hinter jedem Rade, und in dessen Spur, befand sich ein rundes Loch, etwa 2 Zoll im Durchmesser, wo die Erde aufgeworfen war, und die kleinen Steine mit dem Sande zu beiden Seiten zerstreuet waren, und diese sonst tiefe Spur auf mehr als Fuß weit ganz gefüllt hatten. An dem eisernen Ringe beider Räder befanden sich deutliche Zeichen einer Anschmelzung, indem das Eisen in seiner ganzen §. 8. Wetterschlag ohne gesehenen Miß. ,7 ganzen Breite, und auf olmgcfahr Z Zoll lang, an dex Oberfläche blau angelaufen und gänzlich ohne Glanz war. ES schien, als wenn halbgebildete runde Tropfen daran eutsiandc» waren, die merklich hervorragten; das Holz der Räder aber war nicht angcbrant. Da man nun den Karren in seinen Spuren zurück schob, fand sich, daß diese Zeichen der Anschmclzung gerade auf die oben beschriebenen beiden Locher trafen, und daß die Räder daselbst tief in den Sanh eingesenkt gewesen. Sie waren von dieser Stelle an noch beynahe halb rund gegangen, indem das Niderstürzcn dex Pferde den Karren etwas vorwärts gezogen haben mußte. Auf dem, jenen angeschmolzenen Stellen entgegenstehenden Ende der Rader war kein Aeichen zu finden. Die aufgewühlte» Stellen der Erde rochen noch etwas gleich Acther; der Grund war sehr trocken und kleinstcinigt. An keinem Hufeisen der Pferde war irgend eine Spur von Zlnschmcls zung zu finden; auch war die Erde, auf de» Stellen, wo fix gestanden, nicht aufgewühlt. — Ein Schäfer, der sich an der andern Seit? des Flusses, in einer Entfernung pon zwey bis dreyhunvcrt Yards befunden hatte, berichtete, er habe eben nach den zweien Karren gesehen, wie sie am gegenseitigen Ufer hinauffuhren, da ex einen lauten Knalk gehört und zugleich gesehen, haß her erste Karren niedergestürzt, und Mann und Pferde still als tod gelegen hätten» Er habe keinen Blitz oder Feuerschein gesehen, sondern nur, daß Staub von der Stelle aufgeflogen. Einige Zeit vorhex wären in Süd -Osten verschiedene Blitze entstanden; jene B Kar- 18 §. 8. Wetttrschlag ohne gesehenen Bliß. Karren aber befanden sich nordwestlich von der Stelle wo er stand. Er habe keine Erschütterung, oder besonders Empfindung gespüret. „ „ Es eräugten sich an demselben Tage noch einige merkwürdige Erscheinungen. — Der Schafer von Lennelhill, wo Herr Vnchone wohnte, befand sich mit seiner Heerde auf einem Felde in der Nachbarschaft, als er plötzlich ein Lamm, welches nur wenige Pards von ihm entfernt war, niederfallen sähe, und zur selben Zeit hatte er ein Gefühl, darüber er sich ausdrückte, — als wenn ihm Feuer über daö Gesicht führe, da doch Blitz und Donner weit von ihm entfernt waren. Er lief gleich zu dem Lamme; fand es aber völlig tod, ohne einige Zuckung oder Lebenszeichen, da es doch den Augenblick vorher ganz gesund geschienen. Er vfnete ihm mit seinem Messer eine Ader, daraus noch reichlich Blut floß. Dieses, sagte er, hatte sich etwa eine Viertelstunde vor dem Schlage zugetragen, dadurch Länder getodtet ward, und es war nicht über Zoo Vardö von jener Stelle entfernt. Die Erde war unter dem Lamme nicht aufgewühlt, auch fahler keinen Staub sichdabcy erheben.— Thomas Zoster, ein bekannter Fischer ausEoldstream, stand mit einem andern Manne mitten in dem Flusse Tweed, wo sie mit Angeln Lachs fischten. Plötzlich hörten sie ein lautcö Geräusch, und a!S sie sich umwandten, um zu sehen, woher es käme, fanden sie sich in einem heftigen Wirbelwinde begriffen, davon Fester sagte, er wäre gcschwülc Heist gc« wesen und hätte fast ihren Dthem erstickt, so daß sie mit Mühe §. Z. Wetterschl. o.Zcsch« Bl. §.9. Wirkungen rc. 19 Mühe das Ufer «reichten , wo sie sich matt und erschrocken niedersetzten. Diese Erscheinung, welche etwa eine Stunde vor jenem Schlage her ging , dauerte aber nur sehr kurze Zeit,, und eö folgte eins gänzliche Stille darauf — Eine Frau,, welche bey dem Ufer deö Flusses Heu machte, fiel plötzlich nieder und rief aus, sie hatte einen heftigen Schlag am Fuße erhalten, und wußte gar nicht, woher es gekommen — Herr Bell, der Pfarrer deS Ortes, ein geschickter und wahrhafter Manu, erzählte Herrn Brydonc, er habe, da er kurz vor Landers Aufall in seinem Garten gegangen, zu verschiedencnmalen ein merkliches Zittern des Bodens verspüret — Am Ilten Aug. des folgenden Jahrs, warm dortiger Gegend, und besonders weiter nach Westen hin, «in merklicher Stoß von Erdbeben.,, Ich habe, da dieser Fall verschiedene Betrachtungen veranlasset hat, alle Umstände genau ausgezogen. Von den Muthmaßungen darüber werde ich unten (§. Zr.) -handeln» §. 9. WttkmMn ciues Blitzes Iii der Erde. "'Am dritten Sept. 1789 kam eine Wetterwolke voll Süden her, die ihren Strich fast gerade nach Norden hielte. Auf diesem Wege ward durch den Blitz ein Kornfeld in Brand gesetzt, aber durch den Regen gleich wieder gelöschet. Kurz darauf fiel ein Schlag auf eine iL ich e in des Grafen Aylesfordeö Park zu Packiugton. Dieser Baum W 2 ist ?Iwlc>s. VrsnL. Vol. 77. p. ür» 20 §. 9' Wirkungen eines Blitzes in der Erde. ist Zy Fuß hoch, davon der Stamm IZ Fuß ausmacht. Es ward nicht der höchste Zweig getroffen, sondern derjenige, welcher am meisten nach Süden hin hervorstand. An der Nordseite des BaumS hatte sich ein Nstami hingestellt, welcher auf der Stelle erschlagen ward. Seine Kleider wurden dabcy in Brand gesetzt, und auch das Moos am Stamme des Baums, da wo er seinen Hinterkopf angelehnt hatte, entzündet. Zwei) Leute, die sich in der Nähe befanden, liefen gleich hinzu, als sie ihn fallen sahen. Der Brand (der Kleider, oder des Baumes?) ward bald gelöscht, da es stark regnete, und nicht weit von dem Platze sich eine Pfütze gcsawmlct hatte. Die versengten Spuren über den halben Leib und an den Kleidern gaben aber zu erkennen, daß sie plötzlich durch den Blitz, und nicht durch den fortschreitenden Brand entstanden waren — Der Mann hatte einen Wandcrstab in der Hand schräge von sich abgehalten, und daran war ein Theil des Strahls herab gefahren, so, daß wo der Stab auf der Erde geruhet, ein Loch, etwa 2^ Zoll im Durchmesser, und Z Zoll tief entstanden war. Hierin bemerkte man anfangs nur die verbrannten Wurzeln des Grases. Als aber Lord Aylesford, zu künftiger Warnung, ein Denkmal daselbst zu errichten beschloß, und man den Grund dazu aufgrub, fand man den Boden bis etwa lo Zoll tief schwarz gefärbt. Daselbst zeigte sich eine Wurzel des getroffenen Baumes, welche, jedoch nur auf der Oberfläche und nicht weit in der Lange, schwarz war» Ohngefähr zwey Zoll tiefer, und weiter hin schräge abwärts, bis H. 10. Wettcrschlage auf ein Schiff. 2l brs auf 18 Joll tief, fand man O.uarzartige Materien angeschmolzen, davon der Königl. Gesellschaft Proben vorgezeigt wurden, nämlich ein Quarzkiesel, dessen eine Ecke gänzlich geschmolzen war, und Sand, der, obgleich keine kalkartige Materie damit verwischt war, in Klumpen zusammengeschmolzen hing, in deren Mitte sich eine Hölung, bermuthlich durch die Ausdehnung der Feuchtigkeit, gebil, dct hatte. In der Hölung eines dieser Klumpen war ein Stückchen O.uarz so vollkommen geschmolzen enthalten, daß es fast kugelförmig gebildet worden.,, *) Ob der Stock unten einen metallenen Beschlag gehabt habe', wird nicht gemeldet» §. IO. Wetterschlage auf ein Schiff. "Es mogte etwa Z Uhr Abends seyn, als, unter Stürmen, abwechselnden Schloßen und Regenschauern, ein Gewitter über uns aufstieg, und bis 4 Uhr des folgenden Morgens fast mit gleicher Heftigkeit anhielte. Etwa um 10 Uhr traf der Blitz den großen Mast des Flagschiffes, auf welchem ich mich befand: aber Regen, und die auf dem Verdeck schon in Bereitschaft gestellten Spritzen löschten das Feuer augenblicklich wieder — Auf die Masikorbe der Kriegsschiffe werden, sobald man vermuthen kann fcindls- B Z sehen 5) ?KlIos. Prang. PXXX p. SHZ. beschrieben von Doct. lvill. Mthering, welcher nebst dem Lord die Stelle untersucht hatte. 22 §. !O. Wctterschläge auf cm Schiff. che« Schissen zu begegnen, große Ketten gebracht-, wovon das eine Ende an den Mast befestigt, daS andere aber mit Haken verschen ist, um beym Entern von oben herunter in das Bauwerk des feindlichen Schiffes geworfen zu werden und es fest zu halten. Auf diesen Ketten war, wie cS schien, der Welterstrahl erloschen, wenigstens bemerkte man so wenig an dem Mastkorbe selbst, als unten im Schiffe seinen weitern Fortgang: aber den im Mastkorbe zur Wache befindlichen Matrosen, welche, wegen der heftigen Bewegung des Schiffs, sich auf diese Ketten nieder gesetzt hatten, war samtlich das Gefäß und die Beine vom Blitz verbrannt worden. Um 2 Uhr splitterte der Blitz den obern Theil des vsrdcrmastcs, und verletzte einen von den hier Wachhaltenden Matrosen gefährlich. Man hatte diesen Unglücklichen kaum mit Mühe vom Mast herunter bringen, und darauf von zwey Matrosen biö unter das erste Verdeck fortschleppen lassen, als ein dritter Schlag ihn hier einholte, und, ohne seinen Begleitern, die ihn unter den Armen gefaßt hielten, den mindesten Schaden zuzufügen, erschlug. Weil in den russischen Kriegsschiffen das Pulvermagazin sich am Vordermaste befindet, so erweckten die zwey letzten so kurz auf einander folgenden Schläge, da sie beide diesen Via st trafen und zugleich jedesmal in Brand setzten, eine allgemeine Verwirrung auf dem Schiffe — Ich hatte gleich bsym ersten Einschlagen des Blitzes gerathcn, die eisernen Ketten, welche den Wctterstrahl an sich ziehen konnten, von den Mastkörben herunter zu nehmen: allein dies geschähe erst §. IQ. Wettelschläge auf em Schiff. 2z «st nach 2 Uhr, und also, nachdem das Schiff noch zu zwey wicderholtcumalcn war getroffen worden, auch das Gewitter schon anfing nachzulassen.,,^) Die Hauptumstände, dag ein Blitz auf den großen Mast, und hernach cinanderer auf den Vordcrmast gefallen sey, sind durch die angezeigten Spuren bestätigt Im Uebrigcnmogte man noch Verschiedenes in der Erzählung vermissen — Wie mar die Spitze des großen Mastes bis auf den Mastkorb be- schädigt? Ware sie herunter geschlagen, so würde es doch gemeldet seyn — Hing das Ende der Ketten an den Mast? bäumen herunter, so, daß dadurch der Strahl van dem Holze konnte abgeleitet seyn, oder war der Mast, (wie Z. 4 mit Kienruß und Thecr überstrichen? — Wo war der große Mast, und wo der Vordcrmast, besonders bcym drittem Schlage, in Brand gesetzt? — Was für Spuren zeigten, daß der Strahl wirklich bis unter das Verdeck herab gefahren sey, und daß der Mann dadurch erschlage» worden? — Sonderbar ist es doch, dag hier alle, drey Schlage gezündet haben sollen. — Statt die Ketten weg zu nehmen, hatte man sie vielmehr so hoch als- möglich anbringen, und das andere Ende dann bis zum Wasser herunter lassen sollen, um dem Blitze eine Abletz tung zu geben. B 4 §. rar. 5) Aus dem Berichte eines zuverlässigen Mannes-, der sich damals, zu Anfange Decembers 1770. ans diesem Schiffe zwischen Mahon und Malta befand, in der Berlinischem Monacsschrist 178z. Ott. S. Z27. eingerückt. S4 §.t i. Der Blitz trifft vorz .w. H. i2.Seitenspr.:c. §. ir. Nr Blitz trifft vorzüglich die Ecke eines Gebäudes. "Int Sommer 1780 fuhr auf dem adelicbc« Hofe M adsav, im Meklcnburgischcu, Vcr Blitz auf ein mit Stroh gedecktes Zimmer, dessen Dach oben die Lauge von etwa Zo Fuß hatte. In der Mitte desselben ragte ein ziemlich hoher Schornstein hervor, und an dem einen Ende eine 4 Fuß hohe eisenie Wetterfahne, deren Stange oben zieMs tich zugespitzt war- Dennoch traf der Strahl das Dach an dem andern Ende des Giebels, wo kein hervorragendes Metall befindlich war, entzündete dasselbe, und der ganze Hof ging im Feuer auf, da der Wind die Flamme sofort den übrigen Gebäuden mittheilte — Zuverlässige Leute haben es bemerkt, daß das Feuer gerade an der Ecke des Daches über dem Giebel aufgegangen, als der Blitz darauf gefallen war, und daß der Schornstein sowohl, als die Stange, da der Wind dae Von abwärts trieb/ Noch lange frey geblieben sind.,» §- 12- Die Heiligcngeist - Kirche hieb in Hamburg hat tineti kleinen auf dein Dache sitzenden Thurm, welcher ganz von Aus einem Schreiben des Herrn von Nuller zti Des terehagcn, vom >6teN Apr- 1781. — Man vergleiche den Fall zU Purfleet, T. III. wie auch den zU Heckiugt ham, §. l-j- Ferner untett §. -0. 6i- 5*) S. von Heß Hamburg 1 Th. S. zzs. §. IZ. Seitenspr. des Strahls zu wciter.rMctalll. 25 tön oben bis unten (Taf. IV. a- b. a.) mit Knpfe- beschlagen / das Kircheildach aber, ausser beul Thcil der Chor- Haube (ch e. st Z.) mit glasurken Ziegeln gedeckt ist Im Jahr 1780 d. azsten Sept. Nachmittags um Z Uhr fiel ein Blitzstrahl auf diesen Thurm, an welchem er ohne Beschädigung herab, aber nicht bis über den auf dem Dache reitenden Fuß (b. herunter, sondern da, wo das Thurmgc- slmsc auf das Dach stößt, davon ab, und über den weigc- rechteN Zwischenraum von 21 Fuß (b. 6.) bis Zu der Helm, stange der mit Kupfer beschlagenen Chorhaube hinfuhr. Dies Zeigten die offenbare« Spuren. Das Bley, welches unter bem Kupfer (bcy b.) auf der ersten Pfanne des Dachrückcns lag, war an der Ecke angeschmolzen! sechs Pfannen auf dieser Strecke mitten durchgeschlagen Und von verschiedenen die Glasur angeschmolzen. Endlich war auch die Bleyplatte, welche (in 6.) um die Hclmstangc liegt, wieder etwas, wies wohl schwächer, augcschmolzcn, weiter aber kein Schade» am Gebäude verursachet« Hier konnte sich nämlich der Blitz über daS Kupfcrvach der Chorhaube vcrkheileN und von dort eins Ableitung an den heruntergehenden Negenröhrcn finden. Dieser Absprung des Strahls über eine wagcrechte Strecke von 21 Fuß, wo er nur die Leitung an der -Ober- B Z fläche Diese Spuren habe ich, so weit ich konnte, selbst gleich nach dem Wetterschlage in Augenschein genommen, die genaueren Umstände von den Arbeitern, die das Dach be, stiegen, Und besonders von Herrn Mettlerkamp, welcher alles wohl untersucht, und auch nachmals die Ableitung angelegt hat, erfahren. 26 §. 12. Seitenspr.d.Stl'.rc. §. IZ. GleicheAnl.it. stäche de? glasnrten Dachziegel vor sich hatte, um zu weiter herunter fährenden Metalle zu gelangen, ist besonders merkwürdig. Es war doch noch unter dem Thurmgesimsc eine Hcträgtliche Flache vrn Kupfer (b. c.i. In) vorhanden: aber weder an deren Enden (I. c.) noch an den darunter befindlichen Dachfenstern (k,. Ii.) an deren Nucken und Seiten auch Blcystreifen am Dache liegen, war irgend eins Verletzung zu spüren. Wie viel leichter müste eine zusammenhängende Metallstrccke über den Dachrücken ihn zu einem heruntergehenden Ablciter führen! §- rz» Gleiche Anlockung eines gecheckten Strahls durch Metall - Streiffen. Auf einem an derAlster gelegenen Stallgebaude^) traf der Blitz 1788. d. 24. May die Ecke des Walmdaches des »inen Flügels, (a) schlug daran einige Dachziegel herunter^ biö zu den etwa 8 Fuß niedrigem kupfernen Winkel- oder Schoßrinnen (b.c.) welche zu beiden Seiten an dem aus-, gebaneten Erker liegen, und lief daran ohne Beschädigung herab». Am Ende dieser Winkelrinnen waren die Gehrungen^ der Gesimse ( c. 6.) mit Bley beschlagen, dessen Ende Key dem Ncherspmnge des Blitzes angeschmolzen und von den Nageln abgerissen ward» Dieses führte nun den getheilten Strahl,, sswohl rechts als linker Seite, zu den in Bley gesüßten Fenstern, (6.6.) daran einige Windeisen und das Bley ») TG V. Fig. r .. §. z z. Gleiche Aul. eines Zctheilt. Strahls:c. 27 Blcy angeschmolzen ward. Won da lief er gner, mit einen, schwarz bezeichneten Streif, über die bcmahltcn 9 Zoll dicken Stander, nm zu einem Strciffcn Dley (s. 5.) zu kommen, welcher an der Seite dieser Stander über die Kalklciste genagelt war, und schmelzte die Ecke desselben an. Nun schlug er einige Splitter von dem nntern Gesimse (5. f.) ab , und so gelangte er wieder auf beiden Seiten zu den Fenstern/ (Z-Z.) an rvelchcn glcichfals das Blcy nebst einigen Windcisen angeschmelzt ward. Ferner schlug er an der einen Seite der Thür in die Mauer ein Loch (b) und zwcy Löcher (1. i.) an der andern Seite. Von letzter» war er noch an dem untern eisernen Thürgehänge hergefahren/ und hatte am Ende desselben daö Holz angesplittert, endlich aber sich zu beiden Seiten auf der Oberflache des nassen Steinpflasters vertheilt, wo auch nicht die geringste Spur weiter zn finden war. Das Jnnwendige des Gebäudes ward ganz verschonet, obgleich darin vielHeu und Stroh, und davon besonders eine Menge auf den Erkner-Boden, unter den Schoßrinncn (b.c.) vorhanden war, ^'--) Dieser Fall zeigt: 1) wie der Strahl vorzüglich auf dis Ecke des Daches fällt, und daran 2) noch Gewalt äusstrt, ehe er eine nahe darunter gelegene Strecke Metall ergreifst 5 Z) wie Bleystreifen sowohl als Kupferstrcifeu ihn anlocken, auch mit wagerechter Richtung seinen Weg daran zu suchen; 4) wie er auch mit Sprüngen über eine Strecke Metall hinfahrt , die ihn nicht zu seinem Ziele leitet: denn das Ge» 55) Von mir selbst, nebst Herrn DZttlerkamp untersucht. 2 8 §.IZ. Gleiche Anl.it. §. 14. Unzulänglichkeit. Gesimse (5.5.) war über die ganze Vorderseite des Flügels mit Blcy bedeckt, und doch an keinem Ende desselben eine Spur von Beschädigung; Z) wie auch eine Uebermahlung ihn ohne Beschädigung des Holzes über die Oberfläche leiten kann; 6) wie eine ahnliche Beschaffenheit beider Seiten eine Thcilung des Blitzes und ahnliche Bahn veranlasset; 7) wie auch eine unvollkommene Leitung das Innere des Gebäudes beschützet, da doch 8) der Strahl so stark war, daß er noch unterwärts beträgtliche Locher in die starke Mauer schlagen konnte; 9 ) endlich , wie der Blitz sich auch hier ohne weitere Gewalt an der Oberfläche der Erde verlheilt hat« §. 14. Unzulänglichkeit der zugespitzten Aussangungs- Stangen. "Am Jahre 178t/ den i7ten Juny, ward eine Ecke des Arbeitshauses zu Heckingham bey Norwich, ohngcachtet sich acht zugespitzte AuffangungS-Stangen, die ihre Ableitung hatten, an dem Gebäude befanden, vom Blitze getroffen. — Der Grundriß desselben 5) gleicht einem lateinischen Ü, so, daß das Mittelgehaude von Westen nach Osten, und die Flügel von Norden nach Süden gelegen sind. Es steht auf einem etwas erhabenen Grunde, den man doch kemeswegcs einen Hügel nennen kann. Es hat 8 Schor- steine: S im Hauptgebäude; 2 in jedem Flügel, und 2 in angelehnten Nebengebäuden, davon die ersten ü von der Firste ») VI. Taf. Fig. r. §, ich. Unzulänglichk.d. zugespitzt. Auffangungsst. 29 Firste ausgehen, Das Dach derF'ugxl an alle»4 Enden ist abgestutzt, und diese Esten sind mit Bleystrcifen, wie bedeckt: auch liegen Bleystreifcn in den Winkeln, alsSchoß- rinuen, wo die Flügel an das Mitrelgebaude anstoßen. ES sinder sich aber keine metallene Verbindung unter ihnen, sondern Dach und First sind bloß mit Ziegeln gedeckt, auch gehen keine Regcnröbren davon zur Erde herunter. Die Lange des Mittelgebaudcs bis an die Flügel betragt ic?8S Fuß; die Lange der Flügel iZy^Fuß, und jedes Breite Ze Fuß. Die Höhe bis an das Dach 2yj Fuß, und bis an die First ohngcfähr Zg, Fuß. Die Schorsteine anfallen Theilen des Gebäudes liegen in einem länglicht gevierte» Räume, von etwa 74 Fuß breit und 140 Fuß lang, von welchem nur der eine Ncbenschorstcin 15, und der andere 22 Fuß zur Seite des nordöstlichen Flügelschorsteins abstehen. Die sechs Hauptschorstcine ragen ohngefähr Fuß über die Firste hervor. An allen L Schorsteinen waren eiserne Auf- fangungs-Stangcn bevestigt, welche 4 bis 5 Fuß über den Schorstcin hervorragten, und oben spitzig zu liefen, so baß sie etwa 10 Zoll von der Spitze an verdünnt waren. Die Stangen, welche ferner zur Ableitung dienten, und am Gebäude heruntergingen, waren so zusammengefügt, daß von jedem Stücke, woraus sie bestanden und welches 6 bis 8 Fuß lang war, die Enden als Haken umgebogen und der Haken des obern durch ein Loch des untern, so wie der untere Haken durch ein Loch des obern Stückes durchgelassen und an der andern Seite mit einer Muttcrschraube befestigt war. ZO §. !4> Ilnzulängsichk.d. zugespitzt, Auffangungsst» war» Von zwey und zwcy, und wiederum von Z andern Gehörsinnen waren die Ableitungen in eine verbunden; der letzte hatte seine besondere Ableitung; so daß am Ende vier Stangen bis zur Erde herab reichten, welche weiter unten in Siele sich cndiztcn — Diese Aurüstung war im Juny 1777 errichtet» An: i7ten Iuny 1781 aber kam eine schwere Wetterwolke von Südwesten aufgezogen, aus welcher sich anfangs, nebst Hagel, ein so heftiger Regen ergoß, daß der Hofplatz vor dem Hause, und der Fußboden des daran gebauten Stalles <0. b. §' i?' Uttzuläsigl-d-zugesp.2tussangungsst. an deren untern Seite, da wo sie um den stumpfen Winkel des Daches umgebogen war, drey deutliche, jedoch nicht tief angeschmolzene Stellen, und an der obern Seite des darunter gelegenen Uleystreifcn, an welchem der Strahl berabgefahren war, eben so piel, die mit jenen völlig überein trafen, und also zeigten, daß der Blitz wirklich oben auf diese Ecke gefallen war, ohngeachtct an den Gegenseiten dieser Dienstreisen keine Beschädigung gespüret ward, wie dann auch das Holzwcrk unter diesen Stellen, und die fernere ganze Strecke längs dem Streifen (von etwa s? Fuß) bis unten , wo der Strahl davon abgesprungen war, unbeschädigt geblieben — Die besagte, vom Strahl getroffene obere Ecke des Flügelgebäudes war von der Spitze der nächsten Anffsugnngssiange, (ine.) da der Schorstein nahe am Mittelgcbaude stand, ohngcfahr 42z Fuß entfernt; auch kam die am Gebäude heruntergehcndeAbleitungsstange nicht um einen Fuß näher» An der Auffangungsstange war weder oben an der Spitze, noch an dem Haken und den Schrauben, mit welchen sie an die nächste Stange befestigt war, irgend ein Zeichen von Anschmelzung oder Verletzung zu fthen.„ «") H. 15' Der Fall, davon ich hier die genaue Beschreibung ge« liefert habe, hat viel Aufsehens gemacht, ist von einigen Schrift- -t-5) Ans der umständlichen, mit Abzeichnungen begleiteten Nachricht der Herren Dingden und Nairne, in den xinlof. Ichsus. Vol.chXXII p. Z57 — Z7» ausgezogen. §. 15- Unzulanglichk.d.zugespsht.Auffangungsst. zz Schriftstellern falsch erzählt oder irrig ausgelegt worden, und kann zu verschiedenen nützlichen Bemerkungen Anlaß geben. Es zeigt uns also diese Erfahrung: 1) Daß auch acht erhabene, wohl zugespitzte, und mit Ableitungen versehene Aussangungs-Stangen nicht vermogten, die Wettermaterie aus einer nahe vorübergehenden Wolke im Stillen, ohne Schlag, abzuleiten. 2) Daß sie auch nicht vermögend waren, einen Wetters schlag von einer um 8 Fuß niedriger«, und nur 42^ Fuß von der nächsten Stange entfernten iLcke des Gebäudes abzulocken. 5 5 5) z) Daß ein auf Holz bevestigtcr Nleystreifcn, auf dessen Gipfel der Strahl, wie die Anfchmelzungen zeigten, gefallen war, denselben, soweit er herabreichte, wirklich ohne Schaden der anliegenden Theile des Gebäudes abgeleitet habe, und daß der Blitz auf seinem fernem Wege, auch selbst mit unterbrochenen Sprüngen, nur eine Leitung durch herab» 555) Es waren hier keine Subtilitätcn nSthig, einen etwa» nigen Fehler der Ableitung" selbst aufzusuchen — ob die Stangen wohl zusammen verbunden gewesen? welches sie doch waren — ob das Ende der Ableitung im gemauerter» Siele im Wasser gestanden? daran doch der Regenguß nicht zweifeln laßt — wie der Boden darunter beschaffe» gewesen? wo doch der Strahl nicht hinein zu dringe» suchte — Es ist klar: die Ableitungs-Anstalten wäre» nicht getroffen; sondern ein anderes, mit jenen gar nicht zusammenhängendes Metall, von welchem also der Strahi seine Leitung, so gut er konnte, zur Erbe nehmen muste» Kergl. Taf. III und V. Zig. 2. E Z4 §- 15« §-16. Unzulänglichk. d. zugesp. Aussang. herabführendcö Metall suchte. Es wäre folglich gar kein Schaden verursacht worden, wenn entweder das Metall auf der gesoffenen Ecke mit der nächsten Adleitungs-Stange verbunden gewesen, oder wenn ein zusammenhängender Bleystreifen bis znr Erde herab gereichet hätte: denn 4) Da der Blitz, obgleich mit uuvolllommncr Leitung, die Oberfläche der Erde erreicht hatte, war weiter keine Gewalt ausgeübt worden. §. 16. "Der Pallast des Fürsten Esterhasi in Ungarn liegt auf einer grossen Ebene. Hier hatte der kaiserliche Stern- bcobachtcr Hell an aufgerichteten Stangen drey Blitzableiter, nämlich gegen Mitternacht, Morgen und Abend aufgerichtet, so, daß sie ohngefähr tausend Schritte vom Gebäude entfernt standen. Auf der mittagigen Seite aber stößt an den Pallast ein sehr geräumiger Garten, in welchem sich ein mit Schindeln gedeckter Thurm befindet, der mit einem grossen kupfernen Wasserbehälter, und auf der Spitze mit einem Knopfe von Eisenblech versehen ist. Auf diesen Knopf fiel Hey einem entstandenen Gewitter der Blitz, fuhr längs den Schindeln, davon er einige absprengte, zu dem besagten kupfernen Behälter, und an der damit verbundenen Wasserrohre, ohne weitern Schaden, zur Erde. „ *). Die 5) Aus einem Schreiben des Herrn Abt Mako von Wien den 2 5freu Aug. >777. in Herrn Hemmers Anleitung Weiterleitet anzulegen. S. 79. Not. b. §. l7. §.i8. Unzulanglichk.d.zugesp. Aussang. zx Die weitlänstige Anstalt, die doch keine Sicherheit verschaffte, hätte also ersparet werden können. Wenn nur von dem Knopfe bis zur Negenrvhre, und Sonderen unterm Ende bis zur Erde ein zusammenhängender Metallstreifen angebracht wäre; so würde der Blitz ohne Schaden davon herab gefahren seyn. §. 17. "Ein Blitz traf im Schloßhofe zu Preßburg der» «4sten Aug. den Schorstein eines Hanfes, welcher izsFuß niedriger, als die vier mit Auffangestangen und Ableitem versehene Thürme des Schlosses, und etwa 90 Klaftern davon entfernt war. An jedem dieser Thürme ist über dem eisernen Kreuze, welches auf einer grossen kupfernen Kugel sieht, eine dreyzackige Spitze von vergoldetem Metall angebracht. Das Schloß liegt auf einem Berge, über dessen Fläche die Spitzen der Stangen 148 Faß, und über die höchste Oberfläche der vrrbeyfliessenden Dona» Z84Fnß erhaben sind: und dennoch ward der Strahl dadurch nicht angelockt. „ ") §. 18. "Nach der Versicherung der ältesten Einwohner in Kö, Nigshayn, einem in der Oberlausitz, ohngefahr eine Meile von Görlitz gelegenen Gute des Herrn von Schachmann, hatten die Gewitter in vorigen Zeiten selten ihren Weg über diesen Ort genommen: seit ohngefahr 20 Jahren aber schie- C 2 neu Von Fclbigcr — Wie weit gewähren die Gewitterabi leiter Sicherheit? S. z i. u. f. z6 §.18. Unzulänglichk.d. zugespitzt. Auffangungsst. uen sie ihren Zug verändert zu haben. Es hatte seit 1764 drenmal daselbst in Gebäude eingeschlagen und gezündet, und fast alle Sommer waren Baume in und neben dem Dorfe vom Blitze getroffen worden — Endlich, nachdem am izten May 1782 wiederum ein sehr naher Wctterschlag erfolgt war, entschloß sich der Herr von Schachmann, zwcen Ableiter Key zwoen Scheunen anzulegen, zwischen welchen die Pferdcschwcmme und ein Wasserbehälter befindlich sind» Neben jeder dieser Scheunen wurde also cincyo Schuh hohe fichtcne Stange, in einem Abstände von Schuh, aufgerichtet , und daran durch Riegel und Streifen bevestigt. Oben auf den fichlenen Stangen ward ein eiserner, ao Schuh langer Stab, eingefaßt und verküttct. Dieser lief am Ende in eine sehr feine Spitze aus, und war noch mit vier Nebenspitzen umgeben, welche alle im Feuer vergoldet waren. Unterhalb war der Ableiter, aus eisernen 4 Zoll dicken Stäben angebracht, alles wohl verbunden und vernietet, an dm hölzernen Stangen bevestigt, und unter der Erde fort bis ins Wasser hingeführt — Ausserhalb des Hofes, nahe bey der Einfahrt, standen vier, wenigstens hundertjährige Linden, die über alle in der Nähe befindliche Gebäude erhaben waren. Nun stieg am 2z Aug. von Südwesten ein Gewitter auf, welches anfangs von den vorliegenden Bergen aufgehalten ward, endlich aber sich theilte, so daß ein Theil nach N. O. hinter den Bergen weg, der andere aber von S. S. A5. gegen den Hof herauf zog, und dabey die Wettenvolke schnell und niedrig einher ging» Nach ein Paar, noch §. i8. §-19. Unzufa'ngs. d.zugesp.Auffangungöst. 37 noch bey Windstille und sanftem Regen erfolgten entfernten Blitzen, siel um 7 Uhr, mit dem ersten Ansätze des Gewittersturms und Platzregens, ein heftiger Schlag auf eine jener 4 Linden, deren über zwey Schuh dicker Stamm dadurch so zerschmettert und zerstreuet ward, daß nur ein Stumpf von 20 Schuh hoch stehen blieb. Auch ward an der nächsten, deren Stamm sich ohngefähr 25 Schuh von der Erde in zwey Aeste theilt, an dem einen Aste bis an den Stamm die Rinde abgeschält. Beide Bäume waren gegen 7Z Schuh hoch, also ohngefähr Z Schuh niedriger als die Ableiter, und die zerschmetterte Linde stand von dem nächsten Ableiter um 170 Schuh entfernt.,, >') Diese Entfernung war viel zu groß, um Schutz davon zu erwarten» Ein Glück war es aber, daß die Ableiter nicht vor 1764 errichtet worden: sonst würde man den verl änderten Zug der Gewitterwolken ihrem Einflüsse zugeschrieben haben» §. -9» "Der Blitz hatte in diesem Jahrhundert acht Mahl de» Thurm des Schlosses zu Dresden getroffen, dadurch auch einige Personen, welche sich darauf befanden, erschlagen worden. Das letztemal war 1775 d. 7ten July, da auch in der Decke eines der Churfürstlichen Zimmer ein Balken entzündet ward. Als man nachmals den kleinen, oben Ez ^ über S) Äus der eigenen Beschreibung des Herrn von Gchach- mann, im zten Bande der Samml. zur Physik und Na< wrgesch. S. ?z. u. f. eingerückt. Z8 §.lst. Unzulanglichk.d. zugespitzt. Aussang,mgsst. über berWindfahne befindlichen kupfernen Knopfuntersucht^ bemerkte man auf der Seite, wo er gegen Ost gestanden, und an dessen ober« Aufsatz oder Vorschlag, zusammen 129 Spuren vom Blitze, meistens nur als kleine Grübchen, in deren Mitte ein geschmolzenes Kügelchcn befindlich, an ei» ttem der obcrn und an Z der untern Halste über durebschlä- gige angeschmolzene Locher, davon die großen ohngefahr 2 Linien im Durchmesser hielten. Von der nachmals vcr- anstalteten und im Jahr 1778 vollendeten Jurüstung zur Blitz« ableitung will ich nur folgendes anführen — Es ward oben über derWindfahne noch eine Spitze aufgesetzt, auch Seiten« spitzen angebracht. Die Ableiter bestehen aus eisernen Schie« tten und Staugen, und sind von oben an, auch über die vor« handene kupferne Bedeckung der Spitze und der Kuppel herab geführt, unten an der Mauer, wo die obern Ableiter sich in eins I? Zoll starke Stange vereinigen. Mit eisernen Tragern bevc- siigt, diese endlich in eine daselbstvorhandcncSchlcusehinein- geführt, und daselbst mit sieben scharf auslaufenden Spitzen persehen. Zur Anbringung deS obcrn Thcils dieser Ansialt ward von dem steinernen 71 Ellen hohen Umgange auf der Thurmmauer ein 102 Ellen hohes Gerüste errichtet. Das zu dieser Ableitung gebrauchte Eisen (ohne die obcrn Schic- nen am Kupfcrdache zu rechnen) betrug 44 Zentner 52^ Pf., und an Kupfer ward 4 Zentner 69K Pf- gebraucht. Die samtlichen Kosten waren 37.71 Thalcr — Die oberste Spitze des Thurms, welche vorher von der Erde an l?z.Elsen 17 Zoll betrug, war nun zu 177 Ellen iL Zoll erhöhet, so §. l 9. Unzulänglichk. d. zugespitzt. Auffangungsst. Zy so, daß er über die Höhe dcö Thurms der katholischen Hofkirche um 26 Ellen, und über den Frauen-Kirchthurm um 10 Ellen 7 Zoll hervorraget.», Von der Wirkung dieser Ableitungs - Anstalt meinte man bemerkt zu haben, "daß bey den ganz nahe gekommenen Gewittern in der Entfernung weit stärkere Blitze und Schläge erfolgt wären, als wenn sie gerade darüber gestanden,,, und — "daß bey Annäherung eines Gewitters die ganze Wolkenmasse sich zu theilen anfange, und die einzelnen Wolken sich über den Thurm herum wirbeln, wie das Wasser, wenn es über einen tiefen Kessel her fliestet, wobcy sich die vorhero noch in einiger Entfernung geschehenen heftigen Blitze und Schläge vermindern und die Gewittermasse meist in Platzregen übergeht, bis der etwa noch nachbleibende Theil hinter der Stadt wieder mir andern seitwärts gegangenen Gewittern vereinigt wird. „ "Dennoch eräugete es sich, daß am 2gstenAug. 1783- Nachmittags kurz vor 6 Uhr, ein an der westlichen Ecke des Schlosses befindlicher, mir einem eisernen Geländer versehener Austritt oder Altan vom Blitze getroffen ward, welcher ohngefähr ig Ellen niedriger als das eiserne Gclän- C 4 der ") Die genaue Beschreibung, mit der Abbildung, ist iu den Scvriftcn der Leipz. ökonom. Soeiet. ;te» Theil S. 22z u. f. eingerückt. — Der kleine von vornia Hilgen Wetter» schlügen verletzte Knopf ist im ChurfürflUchen mathematischen Saal aufbewahrt. Das. S. 170. ' 5^5) Das. S. 26?. qo §. 19. Unzulängliched. zugespitzt. Aussangungöst. der an der Thurmmauer (folglich fünfzig und einige Ellen von der Erde hoch) und 106 Dresdner Ellen, oder gegen I8ZT Pariser Fuß von der Mitte des Thurms entfernt ist» Der Fußboden dieses Altans ist mit Kupfer gedeckt, über welches Diehlen gelegt sind. Vermittelst der von dem Kupfer herabgehenden Abzugs-Rbhren, die durch die Decke des darunter liegenden Eckzimmers, und alsdann erst durch die Mauer herausgehen, steht gedachtes Kupfer mit dessen, vielen Eisendrath enthaltenen Decke, diese wiederum durch verschiedene Metalle mit einer langen Decke eines Ganges in Verbindung. Ucber dieses macht eine durch Eisendrath auf Holz bevestigte Vergipsung und die eisernen Bänder eines Hängewerks eine anderweitige Verbindung obiger Decken, mit der durch vergoldete Leisten gezierten Decke eines grossen unter vorigem Zimmer zum Theil liegenden Saales. Ucberall, sowohl in diesem Saale an den vergoldeten Leisten der Decke und der Tapeten, als insonderheit an der vorerwähnten nach dem Ableiter zu gehenden langen Gang- Decke und dem mit Stuckatur überzogenen Holze, fand man die deutlichsten Spuren des dadurch nach dem Ableiter hin vom Blitze genommenen Weges, und diese Spuren waren bis in einem Winkel merklich, von welchem der äußerlich herabgehende Ableiter nicht z Ellen weit entfernt ist — Der Herr Artillerie, Hauptmann Harpctcr war eben in einer Gegend, von wo aus er den einschlagenden Blitz beobachten konnte, und sähe deutlich, daß der Strahl aus der noch entfernten eigentlichen Wetterwolke in einer meist horizontalen Rich- §. 2c>. Unschädl. Aussall d. Blitzes aufein Geb. :c. 41 Richtung durch eine andere schwach regnende Wolke auf das Schloß zufuhr.» Nackhero ward das ganze Schloß unter Aufsicht des Herrn AöhlerS, Jnspectors des Churfürstlichen mathematischen Salons, überall mit Ableitungen versehen. §. 20. Unschädlicher Auffall des Blitzes auf ein Gebäude ohne Auffangungs - Stange. Im Jahr 1779, den igten August, Nachmittags gegen s Uhr, ward ein Gartenhaus in Eimsbüttel, unweit unserer Stadt 6 ), vom Blitze getroffen. Der Strahl fiel vorne auf den Gibel des Frontispice (»), welches mit der First des Hauptbuches gleiche Höhe hat. Daselbst war ein 16 Zoll breiter und 5 Zoll dicker LIcystreifcn aufgelegt. An diesem war nur oben die graue Ucbermahlung schwach angeschwärzt, ohne eine Anschmelzung zu zeigen, und der Blitz war von da am Rande des geschnirkelten Giebels dem zusammenhängenden Vleystreifen ohne Beschädigung gefolgt. Nun fand sich aber nach aussen keine weiter herunterführende C 5 Lei- ) Diese genauen Umstände von dem Wetterschlage habe ich aus der eigenen, mir schriftlich mitgctheilten, Nach, rieht des Herrn Inspektors Köhler genommen. — In der Hauptsache stimmt damit das Schreiben des Herrn Synd. Vuchers zu Meissen übcrein, welches von dem Her« ausgebet der kleine«» Schrift: Einige gegen die Gewitter« ableitergemachte Einwürfe, beantwortet, (Franks. -790, 8.) S. 44. eingerückt worden. Daselbst heißt es — "Das eiserne Geländer war 104 Ellen vom Ableiter entfernt.,» ») Taf. VII. P2 §. 2o. Unschädlicher Auffall des Blitzes auf ein Leitung; sondern der Strahl traf auf ein wagerechtes, gleich- fals mit Bley gedecktes Gesimse (k>), an welchem er sich ausbreitete. Von dort drang er, mit Absprengung einiger Splitter des Holzes in ein Zimmer, wo sich Spuren fanden, daß er mit Abwerfung einiger Kalkstücke dem Metalldrath unter der Vergipsung von Decke und Wanden gefolgt war: jedoch die an der Wand hängenden Kupferstiche nicht verletzt hatte. So verhielte es sich auch in drey Nebenzimmern dieses Stockwerks, in welche er mittelst eines durchgelcitcten Klingcldrathö gelangt war. In einem dieser Zimmer nach vorne war ein Theil des Blitzes durch den Fußboden in den darunter gelegenen Eßsaal gedrungen, hatte daselbst gleich- fals Stücke von der Bcmbrtclung der Gipsdccke und der Wände abgesprengt, und war dem Drathe unter der Gips- Decke nachgelaufen, von dessen Zcrstöhrung an einer Stelle ein drmkelgelber Streif hinterlassen war, welcher auch nach der Ucberwcissung wieder erschien. Ein anderer Theil des Strahls war zur Mauer oben der Schwelle (c) wieder hinausgefahren , wo sich nämlich über dem untern Geschoß gleichfakS ein mit B!ey gedecktes Gesimse (2l. Unschädlicher Auffall des Blitzes auf ein Gebäude, noch inwendig in den Giebelzimmern einige Beschädigung verursachet — Die Schorsteine, welche g^Fufi über die First des DachcS hervorragen, und ein Paar eiserne Z Fuß hohe Zierrathen (i. i.), deren eine auf jeder Ecke des Daches stand, wurden nicht getroffen *5) — Nun ward aber eine Ableitung mit der Vorsicht veranstaltet, daß von cin .m dieser Zicrrathcn zum andern, über den Dachrücken und um die Schorsteine herum, wie auch über den Rücken des Frontispice, von dessen vordem Ecke bis zum Haupt- Dache, eiu zusammenhangender Vleystreifen gelegt, und davon sowohl zur Seite des Gebäudes, als auch vorne eine Ableitung bis zur Erde herunter angebracht ward. 554) §. 21. Diese Erfahrung bestätigt die obige Bemerkung, daß ein zusammenhangender Netallstreifcn, welcher hier nur aus angenageltem Dlcy bestand, und oben nur einen stumpfen Winkel dem Auffallen des Blitzes darbot, so weit er herunter reichet, die Beschädigung des Blitzes von Holz und Steinen abwende, und, wenn er nur alle obern Theile bedeckte und bis zur iLrde herunter in einem Zusammenhange 55) Dieses Haus habe ich nach dem Wetterschlage selbst in Augenschein genommen, die Umstände von den Bewoh, nern erfahren, und die genaucrn Spuren sind von dem geschickten Bleydecker Mettlerkamp, der, unter vielen an dem, auch diese Ableitung angelegt hat, untersucht worden. 555) Welche in der Figur durch die punktirten Linien angedeutet worden. / Gebäude ohne Aussangungs - Stange. 4z hange angebracht wäre, auch ohne AuffangungSstange, das ganze Gebäude beschützen würde — Nicht weniger würde also auch ein Gebäude mit einem metallenen Dache, davon metallene Negenröhren oder Streifen von Metall bis zur Erde herabgingen, ohne weitere Anstalt völlig gesichert seyn. 2) Der Blitz war auch hier auf die vorstehende lLckc des Daches gefallen, ohne weder von den höheren Schor- stcinen, noch von den eisernen Zicrralhen angelockt zu seyn. Hiezu aber konnte auch der Umstand etwas beytragen, daß er von jener Ecke eine, wiewohl unvollkommen hcrablcitende,, Strecke Metall antraf, dergleichen sich nicht an den besagten Hervorragungen befand. §. 22. Beschädigung einer Leitung aus zusammengefügten Blechen. Im Jahr 1782 den loten Junii traf hier in Hamburg ein Wetterschlag den Schornstein eines HauseS, neben welchem ein Thorweg in einen Awischenhof führet. Er fuhr aber nicht an demselben in das Haus herunter, sondern davon ab und quer durch einen andern 7 Fuß niedrigern Schornstein. Sodann 8 Fuß über das Dach zu einer kupfernen Schoßrinne, welche im Winkel zwischen jenem Haufe und dem Gebäude über dem Thorwcge liegt» Von da kam er ») Man vergleiche vorige Abh, vom Blitze, ,>i6. Ersähe rung aus den Schweiz. Abhandl. 1769. XXXII. S. 115. wie auch dieErsahrungvon unsermNievlanThurmTaf.VIIl. 46 §. 22. Beschädigung einer ieitunz cr zu eiuer kupfernen Rinne, welche an beiden Seiten bes Hofes sowohl als an der inncrn Seite des Thorweges vor der Traufe liegt. Won dieser ging an zener Seite eine kupferne, und an der gegenüber liegenden Seite des Hofes eine verzinnte blecherne Regenrohre herab. An der kupfernen war nur oben, wo der Trichter der hineinführende» Ti aufnnns um einen Zoll enger war, und also ein Spranz entstehen muste, ein Loch eingeschmolzen, sonst aber der ganzen Lange nach kciue Beschädigung. An der blecherne» «der waren drsy Stellen aufgesprengt, und zwar da, wo Hie schon etwas augerostete Stücke Bisch aneinander gefügt waren. Wo diese Whre aufhörte, war der Blitz noch, wie die Spuren zeigten, durch die Mauer auf den Eisen« brach der Vergipsung, und ans einiges Zinnengeschirr in dir Kellerküche zugefahren, und hatte einem Bedienten de» Arm, welchen er daselbst auf der Fensterbank lehnte, etwas versengt. Unten an der kupfernen Rohre war er von der Klammer, damit sie bevcsiigtist, in die Mauer, und von dort auf das Kellerfenster zugefahren, daran sich einige Beschädigungen zeigten. Auch waren in beiden Häuser» von Nebenstrahlen (weil die Rinnen am Dache nicht gena« Zusammenhingen, und daher eine Zerstreuung des Strahls verursachet worden) im zweiten Stockwerke einige geringe Spure» an de» Gixsdeckeu zu sehen. §. 2Z. 5) Die Umstände habe ich selbst, nebst dem Bleydecker Mett- lerÜKNip, am folgenden Tage untersucht. au6 zusammengefügten Blechen. 47 §. 2Z. Hier zeigt sich 1) die Ablenkung des Blitzes von Dach und Schornsteinen zu den heruntergehenden metallenen Leitungen. 2) Die Verbreitung des Wetterstrahls, welcher, da die nächste Regenröhre nicht völlig bis zur Erde herabging, und also eine unvollkommene Ableitung gab, und da er leicht zu der andern gelangen konnte, an beiden seinen Weg zur Erde herunter nahm. Z) WaS mir am merkwürdigsten vorkam, die Aufsprengung der blechernen Negenröhre, davon ich (Z. in.) weiter handeln werde. §. 24. "Im Jahr iygi, den iZkenSept., fiel derBlitz, unter heftigen Platzregen, auf ein Haus in Brest, welches mit Schiefern gedeckt ist, eine blecherne Rinne unter derTrauffe, und von dieser an der Seite des Hauses, unweit der Giebel- Ecke, eine heruntergehende bleckzerne Röhre hat, die mit Krampt'n an der Mauer bevestigt ist. Diese Röhre endigt sich mit einem Knie in eine Tonne, welche in der Erde eingegraben ist. Der obere Rand dieser Tonne ist mit einem starken, eisernen Kreuze bevestigt, und neben derselben noch eine andere Tonne eingegraben, um das Wasser aufzunehmen, wenn jene überfließt. Die erste war ganz voll bcy dem Wetterschlage, so, daß das Ende der Röhre vhngefähr einen Fuß tief in daö Wasser hineinging. Auf dem öbern Theile s des 48 §' 24. Beschädigung einer Leitung des Schieferdaches, gerade über der Rcgenröhre, befanden sich zwey eiserne, 8 bis lo Zoll hervorstehende, bey z Fuß voneinander entfernte eiserne Haken, um die Bleydccker- Leitcrn daran zu hängen. An dem obersten dieser Haken fand man einen schwarzen Flecken, und die Schiefer, unter welchen er bevestigt war, zerschmettert. Auch war das Brett, auf welchem er angenagelt war, eingcdrxckt, und ein Splitter davon auf den Boden abgeflogen, doch ohne an« geschwärzt zu seyn. Am zweiten Haken fand sich ein ahn« licher Fleck; und auch um diesen waren die Schiefer zerbrochen. Neben diesen Haken, etwas weiter hin auf dem Dache, war ein kleines Erkerfenster, welches offen stand und mit einem eisernen Haken, der sich auf einem Bleystrei- fen unten am Erker stützte, gehalten ward — An dieser Stelle war ein Loch durch das Bley geschlagen, dessen Rand angeschmolzen, als wenn es mit einem glüenden Eisen geschehen wäre — An der blechernen Traufrinne und an dem obern Ende der davon herabgehendcn Regenröhre fand man keine angeschmolzene Stellen oder andere Spuren. Weiter unten aber war die blecherne Röhre an verschiedenen Stellen aufgeborsten und die Rander der Oeffnungen waren schwarz, so daß das Blech geschmolzen schien. Das Loch unten bey dem Knie der Röhre war grösser als die öbern: das Beträgt- lichste von allen aber war da, wo die Röhre ins Wasser ging und das eiserne Kreuz über der Tonne lag — Der Hauswirth, welcher sich im untern Geschoß befand, sähe das Feuer des Blitzes sich über die Tonne ausbreiten: ein an« aus zusammengefügten Blechen. 49 anderer Mann im Garten sähe verschiedene Feuerkugeln mit Geprassel um sich herum, „ '<') § 25. Hier scheint der Blitz unmittelbar auf den Haben am Dache gefallen zu seyn, ohne die ober« Thcile des HauseS zu berühren. Denn, weder am Schorsteine, der doch am Mebel des Hauses über die First hervorraget, noch sonst an dem Dachrückcn, wird einer Beschädigung erwähnt. Wir finden aber auch nichts von einer Spür an dem untern Theilc des gebrochenen Daches. Deshalben es nicht klar ist, wie der Strahl zu der Röhre hin gelangt sey: denn, daß sich etwa In der Ecke des Daches ein Blcpsircifen gefum den halte, wird nicht gemeldet. 2) Der Beobachter fand keine Ursache, weswegen die Löcher in der Röhre an der einen Stelle eher als an der andern entstanden. Sic befanden sich aber, wie die Zeichnung zeigt, nicht eben an den Stellen, wo Klammern daran bevestigt waren, welcher Umsiand auch leicht wahrgenommen wäre. Es ist also ganz wahrscheinlich, daß auch hier, wie im obigen Falle, Platzungcn an den Stellen entstanden, wo die Stücken Blech an einander gefügt gewesen, wie 5) Untersucht, und, nebst einer Abbildung des Hauses, beschrieben von Herrn üe Liovau, Capitata beym Ingenieur - Corps und Correspond. der Akademie, in kodier Znnrnat üv pd^üguo 1782. ^,out. p. 82 — Im Zournal Lnc^cl. 1784. 1°. 1, p. ZZl wird unrichtig darüber Zeurcheilt. D zc» §. 26. Unterbrochene Leitung an verschiedenen wie auch die Verletzung an der Fuge des Knies ausweiset — Das unterste grosse Loch aber war da, wo der Nitz, von der Rohre ab, zu dem eisernen Kreuze gesprungen, um sich an der Oberfläche des Wassers und der Erde zu verbreiten. Er war also nicht durch die Tonne in den Vodcn hineingefahren. H. 26. Unterbrochene Leitung an verschiedenen Metallen: Sprengung der Fugen von Blech- Streifen. "Die Kirche zu Buch, einem unweit Berlin gelegenen Dorfe, deren Abriß im i8ten Theil der Krünitzischen Euey« clopadie befindlich, ist eine Kreuzkirche, aus deren Mitte sich ein mit einer Balustrade eingefaßter Thurm erhebt, der nach der Jonischen Bauart verziert, und mir einem Schieferdachs bedeckt ist. Ans diesem Dache steigt oben eine Laterne hervor, mit schwarzen in Ochl getränkten Schuppen- Schindeln von Holz gehanbct, auf deren Hclmstange ein stark vergoldeter Knopf mit einer vergoldeten Sonne steht. Längs dem Körper der Laterne laufen Dlcchstreifcn herab, die Fugen der Breter zu bedecken, und diese endigen sich in einer mit Blech rund herum beschlagenen Plinthe. Von dieser laufen wiederum einige Bleche über die Kanten des Schieferdaches biö zu dem Hauptgesimse herab, welches rund herum mit Nlcy überlegt ist und verschiedene Fronten bildet. Die Fugen der Breter sind gleichfalls mit aufgenagelten DIcchstrcifcn verwahrt; und zwecn derselben laufen vom Gc- Metallen: Absprengung der Blechstreifen. 51 Gesimse bis zu den mit Blech obcrwarts beschlagenen Fußgestellen der Säulen herab. Uebrigens sind die innern massiven Wände der Kirche mit Stukkatur-Arbeit und Gesimsen verziert und dcshalben unter der Wergipsnng berohrt. — Im Jahr 1772, den -Osten July, Abends, traf ein Blitz, strahl den Rnopf, und bezeichnete den Ort seines Anfalles nur mit einem schwarzen Rußflccken, ohne Beule oder Durchbornng. Won der Hclmstange ergoß er sich auf die Nägel des Schindeldaches der Laterne, welches sich entzündete, und davon viele Schindeln auf den Kirchhof herab- gesprcngt wurden. Jemand, der dieses von ferne angesehen, meldete, der Strahl sey in Gestalt einer Rugel auf den Knopf gefahren, und daraufwäre es nicht anders als ein Erernfeuer anzusehen gewesen, welches die Schindeln losgeschlagen und herabgeworfen. Von dort lief der Strahl an den Blechstreifen herunter, (dergleichen erst hier anfingen, am Dache aber mangelten) umringte die mit Blech beschlagene Plinthe der Laterne, folgte den Bleystreifen, welche zwo Kanten des Schieferdaches bedeckten, bis zum Gesimse herab, und umlief wieder das mit Bley belegte Gesimse. Da, wo in den Fronten scharfe Ecken sich befanden, besonders wo die Facen zusammenstießen, waren auf dem Holze angeflammte Spuren. Aon dem Gesimse lief der Strahl an zwo zusammengelothctcn Vlechstrcifen, die zur Deckung der Nitzen aufgenagelt waren, längs der Thurmwand herab, schmelzte das Loch, und schlug die Bleche auseinander, dergestalt, daß Streife vor Streife D 2 vom 52 §.26« §.27. Unterbrochene Leitung NN verschiedenen vomThurm abwärts aufgebogen, an einigen Nägeln hangen blieben, die nicht mit herausgesprengt worden. Indessen hatten diese Bleche die Stelle von Ableiten, vertreten : denn, so lange sie nach einander fortliefen, hatte der Strahl Schieferdach, Thurm und Säulen unbeschädigt gelassen. Allein, auf den FusigesiellcN der Säulen endigte sich der Wlcchbeschlag: da bohrte er au zween Orten durch die hölzerne Wand, zündete auch a» dem einen dieser Löcher, und fuhr zu dem Gemäuer der Kirche herab, welches, wie gesagt, dcrVcrgipsiilig wegen, berohrt war. Hier verbreitete der Mctalldrath den Blitz durch das ganze Gebäude, da doch die Masse dcö Drathcs, mit den Nägeln zusammengenommen einige Eentner wägen muß. Fast bcy jedem Nagel fand man sin Loch durch die Bemörtelung geschlagen: an jedem Bankeisen, jeder Hespe, jedem Vorreiber an den Fenstern, zeigten schwarze Spuren das Durchfahren des Strahls. Die zertrümmerten Gesimse nebst der abgeschlagenen Stukkatur-Arbeit lagen durch die ganze Kirche zerstreuet herum. Die Fenster dcö herrschaftlichen Stuhls waren zum Theil zertrümmert, und durch eine Scheibe hatte der Blitz ein rundes Loch durchgeschlagen (oder geschmolzen) ohne die geringste Borste zu verursachen. Unter andern hatte er auch ein Werkstück neben einem Fenster durchborct. ") sWaö hiczu die besondere Veranlassung gewesen; wie weit die Wergipsung an der Kirchcnmaucr hcruntcrgercicht; ob unter den ") Von Silbcrschlag, in der Gcogonie, I Th. S. >»t. §. 264 — 266 beschrieben« Metallen: Absprengung der Blcchsirciftn. 53 den Fenstern Tafelwcrk angebracht sei), oder ob die Vembr- teluuz bis zur Erde gegangen, wird nicht gemeldet. Z §. 27. Hier waren auch znsammengelvthctc Bleche auseinandergesprengt. Ob der bloße Ucbcrgang von einem Metalle zu einem verschiedenen, dem Eisenbleche zum Loth, schon eine Platzung verursache, oder ob sich Rost dazwischen gesetzt habe, davor das Eisen nicht genug durch die Verzinnung bewahrt wird, lasse ich dahingestellt seyn, und empfehle es fernerer Beobachtung. 2) Die Leitung an dem Metalldrathe unter der Vergipsung, und die Platzungcn, welche dabcy entstehen, wo der Blitz über die Nagel hinfahrt, dabey er jedesmal von dem unzureichenden Drathe zu dem starkern Metall des NazelS, und wieder von diesem z» dem weiterführenden Drathe, einen Sprung zu machen scheint, habe ich schon chemahlö bemerkt. 5) Folgende Erfahrung gicbt davon noch ein ausnehmendes Teyspiel. §. 28. Bry Ermangelung eines äussern Mleiters, vcrtheiltcr Weg des Blitzes am Metalldrathe unter der Vergipsung. Bey dem hcissen Wetter, welches eine Zeitlang angehalten hatte und oft mit Gewittern begleitet gewesen, traf der Blitz am i2tcn Aug. 1779 ein Haus nahe vor unserer Stadt ausserhalb des DammthoreS. Dieses Haus hat keine O A Stange Bor. Hbhandl.-z Erst 54 §» 2Z. Leitung durchs ganze Haus an dem Stange oder Wetterfahne, noch irgend etwas von Metall am Dache; auch kein Bley an den Fensterscheiben, und keine heruntergehende Regenröhren. Mitten ans dem Dache sind die Rauchfänge in einem verbundenen Schorsteine herausgeführt. Auf diesen fiel der Blitz, schlug ein Stück von dein aus dem Dache hervoistchenden Theilc ad, und spaltete idn bis zu der unter dem Dache hergeführten sehr flach liegenden Biegung, woselbst auch an der Ecke ein Stück abgesprengt worden. — In allen Zimmern und Vorplätzen des Hauses find sowohl die Decken als Wände und Schcerwände, von den Bodenkammern an bis zu unterst auf der Fluhr, vergipset, und der Gips, wie gewöhnlich, auf Rohr, welches mit einem eisernen Drath bevcstigt worden, aufgetragen. Hier hatte also der Strahl, da er vom Schorsteine abgesprungen, bald unter dem Boden die Leitung am Metall- Drathe angetroffen. An einer Stelle zeigte sich auch ein durch den Boden durchgeschlagenes Loch. In allen Zimmern, Kammern und Vorplätzen aber, sowohl unter dem Dache, als in den beiden Stockwerken darunter, und sowohl in den verschlossenen, als denen die offen gewesen, fanden sich, theils an den Gipsdeckcn, theils an den Wanden, ausgesprengte Stellen, wo der Ciftndralh mit seinen Nageln entblvsset, an einigen derselben auch ganz vom Blitze verzehrt war. In einer Kammer war ein abgeschmolzenes Stück des Drathes noch glühend aus einen Tisch gefallen, woselbst die Spuhr davon eingebrandt worden. Diese Zeichen des zertheilten und herabfahrenden Blitzes fand man Metalldrathe dcr Vergipsung. 55 man also bis zu untcrst im Haust; weiter aber als Zur Erde war keine Aufsprcngung des Fußbodens, oder Beschädigung im Keller, verursachet worden. Nirgends war der Blitz vou dieser, wiewohl unvollkommenen Leitung an dem Metalldrathe, zu andern abgesonderten obgleich grosser» Metallen abgesprungen. Hier war von oben bis unten kein Fenfierbeschlag, kein Schloß oder Angel an Thören, n.s. f. wie sonst zu geschehen Pflegt, beschädigt. Ja auch an den Wanden, unter deren Vergipsung der Strahl an dem Eisen- drathe hingelaufen, und wo er hie und da den Gips abgesprengt hatte, waren nicht einmahl die Spiegel an ihrer Folie oder ihren vergoldeten Rahmen, oder sonst etwas an Haken, Nageln oder Ringen hängendes verletzt. In der Bodenkammer reichte der Himmel einer Bettstelle mit seiner Vorhängcstange bis dicht unter die vergipste und beschädigte Decke; die Bettstelle aber war nicht berührt, sondern der Strahl war seitwärts an der gleichsals vergipsten Wand heruntergelaufen. Auf der Hausfluhr stand der eine Flügel der Hauöthür, in welchem ein Fenster mit Glasscheiben befindlich ist, offen. Dieser schlägt nach innen hin, und lehnt sich so an der Wand, daß der Handgriff des Schlosses darin einen Eindruck gemacht hat. Dennoch war der Strahl nicht auf das Schloß oder die Angel der Thür zugesprungen, auch nicht zur Thür hinaus in die freie Luft gefahren; sondern war hinter dieser Thür, an dem Metalldrathe in der Wand, wie aus den erwähnten Spuren sich zeigte, bis zum Fußboden heruntergelaufen, ohne das daran gelehnte Fenster in D 4 der z6 H. 28. §. 29. Leitung durchs ganzsHauS an d m der Thür, oder sonst etwas, zu verletzen. — Die hie und da im Hause befindlichen Personen waren cbcnfals unberührt geblieben. Ein Knabe, welcher auf der Haussinhr an der Erde nur einen halben Fuß von der Wand gesessen, wo der Strahl heruntergelaufen war, und wo er mit Nauch umgeben worden, ward zwar betäubet gefunden, crhohlte sich aber bald und war unbeschädigt. — Ausser den erwähnten Verletzungen am Schorsteine und an den Temörtclungm, war weder irgend eine Mauer, noch Sparrwerk oder Fenster im Hause zerschmettert Auch vomHausgcräthe war nichts icrletzt oder herumgeworfen, obgleich die Erschütterung zroß gewesen, und endlich war nirgends eine Entzündung verursachet, obgleich das ganze Haus von Ranch erfüllet ivard, und das Rohr an den entblößten Stellen, wo der Drath verzehrt worden, mit schwarzem Dampfe bezeichnet und ein wenig versengt war. 5) §. 29. Dies Beyspiel bestätigt die Sicherheit des Ausenthalts in Zimmern, deren Decke und Wände eine Vergipsung haben, darunter sich ein Metalldrath befindet: zugleich aber auch die Warnung, daß eine solche Gipsdccke nach dem WetterschlaHe wohl zu untersuchen scy, weil zu befürchten ist, daß ein Theil des Drathes verzehrt oder die Nägel abgeschlagen schn mögtcn, und also die Decke herunter fallen könnte. Der 5) Die Svuren dieses Wetterschlages habe ich selbst am fol< genden Tage untersucht. Mctasldrathed.Vcrgkps. §.zcz.Getheilt. Blitz:c. 57 Der Blitz war hier, da sich aussen keine Leitung an Metal'cn befand, zu der Bahn durchgedrungen, die ihm innwcndig der Metalldrath darbot. Wo der Strahl von einem Zimmer zum andern durch- gcdri ngcn scy, ließe sich bey solcher Zertheilung desselben nicht wohl nachspüren, denn er konnte leicht bey irgend einem Nagel oder desgleichen, ohne merkliche Spur, von einer Vergipsuug zur andern gelangen. Er hatte aber, wie man sähe, am Fußboden des Erdgeschosses, ohne tiefer einzudringen, sein Ziel erreichet. Cetheiltcr Schlag auf drey Hauser. Durchbruch zu eiuer Strecke eiserner Stangen. "Am aztcn Sept. 1785. entstand um 5 Uhr Abends ein Gewitter zu Avignon. Nach einigen Schlagen siel ein sehr starker Blitz, davon viele Personen bis zu einer Entfernung von Ivo Toisen Erschütterungen empfanden, einige auch zu Boden stürzten, und den verschiedene in gethcil- ten Strahlen herabschießen sahen, ans drey aneinander stossende Hänser, die dem Nathhause gegenüber liegen. Zwcy derselben waren, ohne das unterste Geschoß zu rechnen , vier, das mittlere aber nur z Stockwerke hoch. In disem war nur eine alte Windcltreppe: in den beiden andern aber von oben bis unten eine gehängte Treppe (schulier tu5peli6n)bcy welcher eine eiserne Angriffstange herabging — In dem ersten Haufe hatte der Strahl, ausser einem Durchbräche im Dache, in der Ecke auf dem Boden ein Loch von DZ ZZ 58 H. Zv. Getheilter Bliß auf drey Hauser: iz bis 16 Fuß im Gevierte durch die Mauer gebrechen. Weiter mite» war er durch die 6 Zoll dicke Mauer, an welcher inwendig daö obere Ende der besagten Angriffstange bevesiigt war, gedrungen. Er hatte nämlich gerade an der Stelle, wo sich daö Ende derselben eingemauert befand, ein Loch, 4 Zoll breit und 15 Zoll hoch, durchgeschlagen, so, daß das Eisen rund umher entblößet worden. Nun war er aber an dieser Stange, welche 20 Totsen lang ist, her- abgefa'hren, ohne in diesem Zwischenräume irgend eine Beschädigung zu verursachen. Ja, ein Sack, welcher auf der Stange gelegen, zeigte nicht einmal ein Merkmal von Ver< se.ngung. Am untern Ende der Treppe hingegen hatte er den Stein, in welchem die erste Stütze der Stange bevesiigt war, gespalten und auf dem Fußboden einen schwarzen Strich hinterlassen, welcher den Weg anzeigte, den er noch zu einer andern, eine Toise langen Stange genommen, die zum Geländer der Kellertreppe diente und nur 18 Zoll entfernt war. Von der Ecke derselben war er noch auf das untere Ende einer z Fuß entfernten Thür zugesprungen und hatte in diesem Zwischenräume den Haushund erschlagen. Auch war einem Mädchen, welches an dieser Thür stand, die Kleidung am vordern Thcile der Schulter versengt, fönst aber kein Schaden zugefügt. — In dem mittelsten Hause, wo es an einer solchen zusammenhangenden Leitung von Metalle fehlte , war in den obern Theilen viel zerschmettert, da der Blitz nur zerstreutes Metall aufsuchen müssen, davon auch die Umwerfung eines Schorsteineö zeugte, welcher hie Durchbruch zu eisernen Stangen. 59 hie und da mit eisernen Klammern an der Mauer des HoftS bevesiigt war — An dem dritten Hause befand sich oben unter dem Dache eine blecherne Rinne. Gleich darunter, an einer Stelle wo das Blech aufgebogen worden, war in der Bordermauer ein Loch von 8 bis y Zoll im Gevierte, gerade gegenüber dem eisernen Beschläge einer Thür durchgebrochen. Von dem andern Ende war der Strahl auf verschiedene Nägel und Krampen an der Thür-Bekleidung hingefahren, welche auch dadurch zerschmettert ward. Von der Mitte der Thür sprang er, mittelst ciueS Nagels, auf das 12 bis iZ Zoll davon entfernte obere Ende der eisernen Stange zu, welche, wie im ersten Hause zum Angriffe an der Treppe diente. Um dahin zu kommen, muste er die dazwischen befindliche Ecke einer Mauer durchbrechen. Sodann lief er auch hier der ganzen Länge dieser Stange nach, ohne einigen Schaden zu verursachen, ja, ohne daß auch auf einem Mantel, der auf dieser Stange lag, eine Spur der Versengung zu finden war. Am Ende der untersten Stütze hatte er, wie im ersten Hause, den Stein, darin sie bevestigt war, wie auch einen nahen Thürpfosten, gespalten, hinter welchem eiserne Stangen lagen. Neben den beiden ersten Absätzen der Treppe befinden sich große in Holz gefaßte Fenster an einem mit Eisen umgebenen Balkon. Da nun, ohngefahr wo die Stange jedem dieser Fenster vor» bey geht, eine Scheibe zerschmettert war, so scheint es, daß ein Funken davon ab zu dem Eisen gesprungen sey. Auch waren an verschiedenen Orten der Treppe in dem Fusse, w» die äc> §. z r. Getheilter Bliß auf dtey Häuser : dieStützstangcn des Geländers befestigt waren, kleine Steinsplitter abgesprengt. „ §- Zl. Dieser Wetterschlag gicbt i) ein Beyspicl eines geseilten Blitzes, da ein Paar ohngefahr gleiche, wiewohl unvollkommene Leitungen ihn anlockten. 2) Zeigt er, daß das mittlere, wiewohl niedrigere Haus, wo nicht cinmahl ein mittelmäßiger Ableirer war, dennoch nicht verschonet geblieben. 3) Daß der Strahl, ohne Anlockung eines äussern MetallcS, auch durch widerstehende Korper die metallenen Leiter sucht und seine Richtung auf sie zu nimmt — Hier war doch keine Auffangungöstange, welche den Ausbruch anlockte. Vielmehr, wenn eine solche mit einer zureichenden Ableitung zur Erde an einem dieser Hauser angebracht gewesen wäre; so hätte eine so vorzügliche Anlockung zugleich die Nachbaren - Häuser sichern können. 4) Da die Stangen, an welchen der Strahl herab lies, stark genug waren, so ward nicht cinmahl an dem dar» ans liegenden Sack und Mantel eine Bcrseugung wahrgenommen. z) Doch scheint der Blitz, wegen des Widerstandes- bey derUnvvllkommcnheitder Ableitung, die ihn nicht umm- terbrochcn 5) Delation ckes eckots kingullers 6'ancoup cle tsnnerre par Ur. iil«: tirs llu ß'ourn. «mo/clop. ctsn^ l'Lchrit lles äournsux ?«-vr. 1786. p. Z55 — Die Umst ände sind von Herrn Güstin selbst auf der Stelle genau untersucht und von den drei? Hausbesitzern bezeuget. Durchbr. zu eisern.Slang. §.Z2. Zufällige leit.rc. 61 terbrochcn bis zur Erde führte, noch Nebenwege, zumah! NN niedergehenden Stangen, gesucht zu Huben. 6) Daß Steine, in welchen das Ende einer Ableitung Nu der Erde eingefaßt ist, und wo also der Blitz, indem er die Strecke Metall verlaßt, eine Platznng verursachet, zersprengt werden — In diesem Falle waren auch unterwegs einige Nebenstrahlcu den Stützstaugc» des Geländers nachgelaufen, doch war die Beschädigung, welche sie daselbst verursachet hatten, weniger bcträgtlich, als am Fasse der untersten Stange an beiden Treppen — In andern Fallen ist allein an der untersten Stange der Stein zersprengt und an den andern keine Spur gesunden worden. So berichtet Herr Landriani von einem Wctterschlage, welcher am Zisten Aug. 1783 auf einen Thurm des Dugnanischen Hauses gefallen war, daß der Blitz darin eine Leitung an den eisernen Geländern von zweyen Treppen gefunden, deren eine durch drcy Stockwerke herunter geht; an beiden aber nur die unterste Stusse zersprengt habe. §. Z2. Zufallige Leitung an verschiedenen Strecken von Metalle. "Im Jahr 1770traf dcrBlii; denThurm der Kapuziner- Kirche zu Speier. Auf der Spitze dieses Thurms steht ein blechener Knopf, auf diesem ein leichtes eisernes Kreuz, und auf dem Kreuze eine nach dem Winde bewegliche Frauziskuö- Figur von Lisen. Von dem Knopfe laufen über die Ecken, des ^ ) Veit' utilltä stet conäuttort elettrlci. p. zz. M. 62 §. Z 2. Zufällige Lcit. UN versch. Strecken v. Metalle. des kuit Schiefern gedeckten Daches, vier bleierne Gräte bis unter das Gesims herunter. Das Dach ruhet auf vier hölzernen Pfosten, zwischen welchen die Glocke hängt, und die mit eisernen O.uerstanzen bcvesiigt und überall mitNlcch beschlagen sind. Dieses Blech steht oben nur ein Paar Zolle Von den unter das Gesims herumgebogenen Bleygratcu ab» Die hölzernen Schwellen, worauf die vier Pfosten ruhen, sind mit dicken Llcyplattcn belegt, die ausscnher gleich Teppichen herunterhängen, und auf den zwey Seiten, die nach der First deö Kirchcndacheö sehen, nicht mehr als einen Schuh von dem bleiernen Grate entfernt sind, welcher über diese First herläuft, (aufweichen jedoch der Strahl, weil er andere Leitung nach unten fand, nicht zusprang.) An den untern Enden der Pfosten fangen wieder vier, mit der blechernen Bekleidung dieser Pfosten verbundene kleinerne Gräte an, deren zwey auf der östlichen, und zwey auf der westlichen Seite, bis an das Ende des Thurms, wo er auf dem Dach stuhle der Kirche sitzet, herunterlaufen. — Der Strahl fuhr auf den oben beschriebenen metallenen Aufsatz des Thurms, lief über die daran stoßenden bleiernen Gräte, über das Blech an den Pfosten, und endlich über die untern bleiernen Gräte, ohne die geringste Beschädigung herunter. Aber da, wo diese metallene Leitung ein Ende hatte, übte er Gewalt aus, schlug durch das Dach und verursachte nicht wenig Beschädigung in der Kirche.,,*) Die- *) Hemmer Act. scaä. Icheoö. ?sl. IV. ?. Z?. §-Z2.§.ZZ -Zufalllge je!'t.:c. Leitung an bleiern rc. 6z Dieser Fall zeigt, daß eine Strecke, auch von verschiedenem Metalle, und welches auf Holzwerk bevestigt ist, den Blitz ohne Schaden herablcite, da sonst die Schicfer- und Schindeldächer sehr zerschmettert werden. 5 5) 2) Daß der Strahl einen kleinen Zwischenraum oder Mangel von Zusammenhange in der Leitung überspringe, und dieses ohne Schaden, wenn er nur in diesem Zwischenräume nicht durch brennbare Körper zu dringen hat. z) Daß besonders die Bewegligkeit eines Windzeigers auf der Spitze eines Gebäudes, wenn dieser den Strahl auffängt, die Sicherheit der Leitung nicht stohre. 4) Wie auch, daß die Vevestigung der Hclmstange im Gebäude, wenn davon nur auswärts eine Leitung herab geht, den Blitz nicht hinein leite. z) Daß der Strahl, wenn er auswärts eine solche Strecke vorfindet, nicht auf anderes, obgleich grösseres Metall ( Glocken u. s. w.) welches ihm keine Leitung nach nuten darbietet, hingelocket werde. §. 3Z. Leitung an bleiernen Streifen. "Dcnj Josten Heumonat, 1770, schlug der Nitz zu Leutershausen, drittehalb Stunden von Manheim, in das Schloß des Herrn Grafen von Wieser Auf demselben befindet sich ein großer Dachplatz, und auf diesem zwcy, ohn-ck gefähr 20 Fuß hohe und 25 Fuß von einander entfernte Z.24.26.undVor.Abh. Erf. 112. uz. ' . ... /, 64 Leitung an bleiernen Streifen. Thürmchen. Auf beiden steht ein blecherner Knopf, und darauf eine kleine Spitze von gleichem Metalle. Auf den Knopf des westlichen ThürmchcnS, von welcher Seite daS Gewitter herkam, siel der Strahl, und lief ohne Schade» über die bleiernen Grate des Dächleiuö bis an daS Gesimse desselben herunter. Da mußte er durch einen Zwischenraum von ohngesähr cilf Schuhen durchbrechen, um zu dem bleiernen Grat zu gelangen, womit die First deö auf der westlichen Seite dieses ThürmchcnS gelegenen Schloßdaches gedeckt ist: Dadurch erschütterte er das Mauerwerk dcS Thürmchens dergestalt, daß die steinernen Thürpfosten weit herauswichen, und zerschmetterte auch, nahe an dem Grate, auf den er hin schoß, einen Spanen des Schloß-Daches. Uebcr diesen Grat, der sich an einem Schorsteine endigt, lief er wieder ohne Schaden hin: aber den Schorstcin erschütterte er fo heftig, daß der darauf stehende Hut herab fiel. Auf beiden Seiten des Schorsteins, vhngefahr drittehalb Schuhe von dein eben erwähnte« bleiernen Grate, fangen wieder zwey andere an, deren einer rechts, der andere links über das Dach bis a» dessen Gesimse herunter läuft» Hier theilte sich also der Blitz, sprang auf beide Grate zu, folgte ihnen ohne Beschädigung bis zu der Stelle, wo sie sich endigen: da verschob er die nächsten Mauersteine, schlug einige Stücke heraus, an denen man einen weisse» Ueter- zug, wie von Salpeter, fand, uud drang so an zweien Ecken in das nächste Zimmer. Hier lief er dem Drache und den Nägeln nach, die an der Berohrung der Zimmerdecke au- §. zz. Eitting an blechernen Streifen. 65 angebracht waren, schlug den Mörtel strichweise ab und schwärzte das Rohr. Der eine Strahl fuhr weiter auf ei« neu hölzernen berohrten Pfosten, der nahe an der Thür des Zimmers bis in das Unterste des Hauses herab geht, und schlug, so weit er daran fortlief, nämlich ohngefähr in einer Strecke von 46 Schuhen, rings umher de» Mörtel loS. Im dritten Stocke von oben aber verließ er den Pfosten, soder es sprang ein Theil des Strahls davon ab,^j warf sich auf eine nahe dabey Hangende Schälle, lief von dieser an dem damit verbundenen Drathe ins Zimmer, schmelzte diesen Drath durchaus, so, daß er auf den Boden herab- sioß und häufige Brandmale hinterließ. Von dem Drathe, der am Fenster, wo er von dem ober» Zimmer herab kam, sich endigte, sprang er auf die steinerne Fensterbank, schlug ein Loch dadurch, fuhr auf das eiserne Fenstergitter und von diesem auf das drcy Schuhe darunter befindliche eiserne Gitter am Keller-Loche, drang längs der feuchte» Mauer in den Keller, schlug daselbst ein Loch in den Boden und versenkte sich solchergestalt in die Erde. Der zweyte Strahl kam, Vermittelsteines Loches, welches er durch den Rauchfang scklug, in das Nebenzimmer, darin er das berohrt« Gesimse, tings herum abschlug, fuhr alsdann durch den Rauchfang bis in den zweyte Stock herunter, wo er durch «in neues dadurch geschlagenes Loch den Schällendrath erreichte, der durch den Gang und verschiedene Zimmer lief» Diesen Drath schmelzte er in kleine Stücke, schlug am Ende desselben, nach einem kleinen Sprunge, unter dem Fenster- E gestmse 66 §. zz.>? Leitung an blechernen Streifen. gcsimse ein Loch durch die Mauer und fuhr dadurch zum Hause hinaus. „ 5) Es konnte also ein metallener Knopf mit einer unbedeutenden Spitze genugsam zur Auffangung dienen. Es konnten auch Vleystrcifen einen Strahl ohne Schaden herab leiten, der doch unterwärts noch große Kraft äusserte. Sollte aber wohl das Eindringen längs der Kellermauer in die tLrde bey dem Vorurtheile, daß der Blitz ins Innere der Erde hineinfahren müsse, genau beobachtet seyn? War sie auch nur unter dem Gitter gespalten? Wie tief war das Loch in dem Boden, und wie war es beschaffen? So wird auch bey dem folgenden Falle von dem Kaufhaus-Thurm zu Manheim^) nur obenhin erwähnt — "Am Ende schmetterte der Strahl die Mauer an der Seite gegen den Waffenplatz, und zugleich den mit Steinplatten belegten Boden. Dort warf er einen schweren Stein heraus; hier schlug er ein Loch durch, und fuhr durch eine Oeffuung, die er sich durch das Kellergewölbe gemacht, hinunter in den Keller, und so weiter in die Erde.„ §- Z4- Schlag auf einen Blitzableiter vonKupfcrdrath. "Am 22stcn Apr. 1786 zwischen 4 und z Uhr AbendS, fiel ein Wcttcrstrahl auf den Blitzableiter eines Hauses in Zürich. Es waren daselbst oben auf dem Dache zwey Scan- 5) Zemmer acaei. Ilieoch pal. IV, ?. z8. ^5) Das. S- 40. §.Z4. BrschüHrmg d. einen Ableite: Hm Kupserdr. 67 Stangen aufgerichtet: die eine an den? östlichen, die andere am westlichen Ende, und durch Knpferdrath miteinander verbunden. Von letzterer geht der Ableite?-, gleichfalls von Kupferdrath, herunter, erst bis zu einer Nege,'.röhre an einein niedrigen Dache, und von da in ein Wasserbehaltniß im Hofe — Das Gewitter zog von Norden her, und, da es zuvor nur schwach gedonnert hatte, entstand dieser ziemlich starker Schlag, und traf die östliche Stange, ohne ei« nigeu rveitern Schaden Zu verursachen, als daß etwa drey Linien von der dreyecktzugescharftcn kupfernen Auffange- Spitze geschmolzen wurde??. In dem Haufe, und umher, ward einiger Geruch, als vom Schießpulver, verspürt — An der östlichen Seite dieses getroffenen hat des Nachbarett Hans auch eine Blitzablcitung: und gerade gegenüber, etwa 60 Fuß von der getroffenen Spitze, war an Herrn Dreitin-- gcrs Hause auch eine Stange aufgerichtet, davon aber die Ableitung nicht ununterbrochen bis zur Erde ging, sondern zu Beobachtungen der Gewitterluft eingerichtet war. Als die Wetterwolke heran zog, gab auch diese Znrüstung die gewöhnlichen Anzeigen der Elektrizität, durch Anziehung und Funken, und bcy dem Wetterschlage ward die Stange so erschüttert, daß sie noch lange hin und her schwankte: doch war weder an der Spitze noch an der übrigen Zurüstung etwas beschädigt.,,") E 2 Die- 5) Von Herrn Pros. Vrcitinger selbst beschrieben Llpr. >ies stourn. OÄ:. 1786 p. Z15 aus dem ^ourn. cis x!?/- steiue, H,out. 178Ü. p. 90. Tz §. Z4- BeschAtzungd. eine«Meitervon Kupferdr. Dieser Fall zeigt den Nutze«, daß der Rücken des Dar cheö von einem Ende zum andern mit Metall gedeckt scy. Hier ward nicht die Stange getroffen, von welcher >»e Leitung unmittelbar herab ging. Die Ableitung kann alsdann, wo es am bequemsten ist, herunter geführt werden, weil der Strahl auch mit Umwegen derselben nachlauft. 2) Kupfer-oder Messtngdrath können also den Zweck eines sichern Blitzableiters erfüllen, und demnach in manchen Fällen die Jurüstung leichter m,d wohlfeiler einzurichten, dienen. z ) Die Erschütterung der Stange auf Herrn Breitingers Hause konnte durch die bloße, in der Luft verbreitete Platzung des nahen Wcttcrstrahls geschehen: zumahl, da eine solche Stange, die zur Beobachtung eingerichtet und deswegen abgesondert wird , nicht so vest als andere, am Gebäude angebracht werden kann. §. 35- Freier Durchgang des Strahls durch eine eingeschlossene kupferne Röhre. "Dhngcfahr 1762 fiel ein heftiger Blitz auf das landschaftliche Gebäude in Hannover, ließ nur geringe Spuren am Sparnwerke, nebst einem Schwefcldampfe zurück, und fand an der z bis 6 Zoll im Durchmesser haltenden kupfernen Ncgcnröhre eine so gute Ableitung, daß er ohne den mindesten Schaden daran herab lief, die steinerne Treppe, durch welchp dieses Rohr etwa 8 Fuß lang hindurch geht, nicht H.ZZ.FreierDuxchganAc. §.z6. Verschiedene zc. 69 nichts beschädigte, sondern nur einen vor dem Ausguß derselben gesetzten hölzernen Zuber zerschmetterte. „ *) Daß der Strahl hier ohne Sprengung durch die eingeschlossene Röhre durchgefahren ist, zeigt besonders, daß dergleichen Röhren zureichend find, den Blitz zu fassen. So ging auch bcy dem Versammlungshanse zu PurflectsTaf. III.) die bleierne Rcgenröhre durch die Brustmaucr, wo doch der durchfahrende Blitz keine Sprengung verursachte. Liegen sie frey, so ist noch so viel mehr Oberflache vorhanden, an welcher der Strahl ungehindert herab fahren kann. Daher so manche Bcyspiele, wo der Blitz, so weit er Leitung an einer metallenen Rcgenröhre fand, wie an unserer Nicolai-Kirche (T. VIII.) ohne Beschädigung des Gebäudes her» unter gcfahreir ist, und dieses an bleiernen sowohl als kupfernen Röhren, ja auch an blechernen: nur daß diese zu» weilen an den Fugen aufgesprengt werden (§. 22. 24.) H. z6. Verschiedene Leitung, der Wetterstrahle, welche dasselbe Gebäude getroffen haben» " An dem Jacsbü Thurm in Rostock ist das Mauerwerk yhngesähr 160 Fuß hoch. Um dessen obern Rand befindet sich- ein Umgang , dessen Fußboden mit Bley bedeckt ist, und über demselben steht eine achteckige, ohngefahr 200 Fuß hohe Spitze. Diese ist mit zwocn Laternen dnrchbrochech, m deren obern die Virtelstunden - und in der unterm die Stun, E z delt- 5) Von Herrn Hoftath Lbelt, im Hannos. Magaz, t?Sl St. K-. S. 1 )o6. Not. angeführt. 7O §. z6. VerschiedencLeitung zweicrWettcrsirahle. dcn-Glocke hängt. An beiden sind die Ständer, Decken und Fußboden mit Blcy beschlagen. Das Aeusserc der ganzen Spitze bis auf das Mauerwerk ist mit Kupfer gedeckt: nur das hölzerne, 18 Zoll hohe Gesimse der untern Laterne war unbedeckt gelassen, ausser dag die Fugen der 8 Ecken Mit Bleystreiffen von kaum 2 Zoll breit beschlagen waren, die sich aber alle schon sehr beschädigt befanden. — ?!>n Zysten Febr. 1782 war anfangs stille Luft, und es schneiete Hey gelindem Frost. Gegen Mittag stieg der Wärmemesser bis auf Z Grad über den Eispunkt. Der Lnfischwerc-Messer hingegen fiel 2 Linien. Der Himmel bezog sich aus Nord- West mit sehr dicken Wolken; der Wind nahm zwar etwas zu, blieb aber doch gelinde, und es fing stark an zu schneien und zu hageln, dabey plötzlich, um 1 Uhr 4z Minuten, ein Wetterschlag ausbrach, welcher den Thurm traf. Der Blitz war von der Helmstange über die mit Kupfer gedeckte Thurmspitze.hcrabgefahren, welches Leute bezeugten, denen die Spitze ganz als in Feuer stehend geschienen hatte. Von dort war er über das mit Kupfer beschlagene Gesimse der vbern Laterne auf den Pfeiler zugefahren, welcher dem Hammer der Vicrtclglocke am nächsten ist. Dies zeigten zwcy Stellen, die eine am vbern, die andere bcyin untern Ende dieses Pfeilers, wo das über cinaudergclegte Blcy angeschmolzen woiden. Ferner ist er über den mit Blcy beschlagenen Boden weg, zu der nahe dabey befindlichen, 6 Zoll hervorragenden bleiernen Rohre gelangt, durch welche ein messingner Dralh von diesem Hammer herabgcht. Diese Röhre §. z6. Verschiedene !eittmg zweier Wettersirahle. 71 Rehre hatte der Blitz verbogen und etwas angeschmelzt, geschmolzene Thcile von dem Drathe daran gelöthct, unter dem Boden das Loch in der Decke b Zoll umher schwarz gefärbt, und von einem nahe liegenden hölzernen Niegel einige Splitter ausgerissen. Den Drath, der völlig -z Zoll dick ist, hatte er abgcschmelzet, so daß das Ende auf die in der untern Laterne Hangende Nollglocke gefallen war. Au dem großen eisernen Hammer dieser Glocke hatte er die Feder so gelähmt, daß der Hammer dicht auf der Glocke lag. Auch war der Hammer mit Mctalltropfcn, vermuthlich vom zerstöhrten Drathe, besäet, wie denn auch Tropfen auf der Glocke saßen, obgleich nahe dabey nicht cinmahl der Staub bewegt war. Dem stark verrosteten eisernen Drathe dieses Hammers war er nicht gefolgt, sondern an jenem neuen messingnen Drathe deö Viertelstunden - Hammers weiter herunter, und mit demselben abermahl durch eine bleierne Rohre, die er gleichfalls etwas zerrissen und angeschmelzt hatte, durch den Fußboden dieser untern Laterne durchgegangen. Den Drath hatte er in einer Länge von 12 Ellen ganz durchglühet, und mit einer stinkenden Rinde überzogen. Unterwärts ist dieser Drath mit 6 bis y Ellen langen Zügen von bloßem Tannenholze verbunden. Davon hatte der Strahl nur das erste Gelenk abgeschmclzct, ohne die hölzernen Stangen zu zerschmettern, welche in dem Verbände des Thurms so durcheinairdcr gefallen waren, daß die erste derselben nahe bey den eisernen Zeiger - Stangen lag, die von den Uhrscheiben deö Thurms durch das Ende des Kupfer- E 4 dachcS 72 §. z6. Verschiedene ie'ltung zweier Wettcrstrahle. dacheö herein gehen, und Z Fug von jenem Zuge entfernt sind. Diese Zeigerstangen treffen daselbst von allen vier Zeigerscheiben zusammen, wo sie von der Uhr her, mittelst eines Räderwerks getrieben werden. Es geht nämlich von dort, auf 150 Fuß senkrecht, erstlich eine, und dann mittelst Wcchselrader eine zwciteZIoll dicke Stange zu der hinter der Orgel befindlichen Uhr, mit welcher letztere durch Rad und Getriebe zusammenhangt, und weiter unter dem Fußboden der Orgel bis zu der langen wagerechten Stange des Zeigers in der Kirche herab, neben welchem sich bcy vormahligen Wctterschlägcn die Spuren gezeigt haben. Diescsmal war indessen der Blitz nicht auf die Jeigerscheibe in der Kirche zugefahren, sondern hatte sich auf das starke eiserne Uhrgestelle geworfen, hinter welchem jene Stange dicht herab geht, und an diesem handdicken, mit rother Farbe überzogenen Eisen, da wo er es verlassen müssen, eine Ecke Sn drey Stellen angeschmelzt. Ein Sprung von da auf eine 6 Zoll entfernte eiserne Spitze im Boden, die unten einen Bügel bevestigte, führte ihn durch ein Loch von 4 Linien, das er anschwärzte und die Spitze nebst dem Bügel an» schmelzte. An diesem Bügel war ein Drakh bevestigt, der auf dem Leitstock lag, von welchem ein anderer Drath zu dem Arm eines Todesbildes geht, welcher eine neben der Keigerscheibe befindliche Glocke anschlagt. Den ersten Drath hatte der Strahl bcym Lcitstocke abgeschmelzt und den andern Drath ergriffen, der sich am Rücken des Todes endiget» Den Rücken hatte er stark angeschwärzt, war dem Amte §. z6. §. Z7- Verschiedene!eil. zweierWekterstrahle. 7z Arme nachgefahren, den er gespaltet, indem er inwendig ans den Nagel zugefahren, womit der Hammer darin bevcstigt gewesen. Den Hammer hatte er herausgeschlagen, seitwärts auf in Fuß weit in den Gang hingeschleudert, und den Fußboden der Kirche mit vielen Metallkdrncrn bestreuet. Die Lage dieses Hammers, welcher noch heiß befunden ward , war über 16 Fuß über den Fußboden erhoben gewesen: es ward aber weiter unten keine Beschädigung wahrgenommen, so, daß sich der Strahl in dem Metalle gcsamm- let und damit zum Fußboden gefahren zu seyn scheinet. „*) §. 37. Hiebet) ist zu bemerken, daß der Blitz, welcher diesen Thurm zu mehrernmalen getroffen hatte, bcy letzterem Wct- terschlage, wenigstens mit einem Theile deS Strahls, eine neue Bahn genommen hatte. Er war nämlich einigemal?, ohne irgend eine Beschädigung, von oben an bis zur Ieiger- scheibe in der Kirche, folglich am Metalldache deö Thurms und ferner längs den Stangen, vhngeachtet diese mit einer nicht gar geräumigen hölzernen Bekleidung umgeben sind, herab gefahren. Im Jahr 1768 hatte er noch denselben Weg zur Orgel und zu der Zcigerschcibe m der Kirche genommen, aber unterwegs einen Stander der untern Laterne E Z ent. 5) Aus der Nachricht des Herrn Prof. Schadelook, dex alles selbst untersucht hat, in den gemcmnütz. Aussätzen zu den Rostockischen Nachr. i?»z. >4. St. und aus dessen nachmals erhaltenen schriftlichen genaue» Bemerkungen. 74 § Z7- Verschiedene Leitung zweier Wettcrsrahle. cutzündet. Her»? Professor Schadelook vermuthet dabcr mir aller Wahrscheinlichkeit, daß der Blitz ehemals, da die Bleysireifen auf den Ecken des besagten Gesimses noch ganz waren, dadurch ohne Gewalt bis zu dem Ende des kupfernen Daches, u. s. w. durch die Stangen geleitet sey: daö vorigcma'l aber schon einen Sprung machen müssen, dabey der Stander entzündet worden, und daß bey diesem lezten Wctterschlage, da alle Eckstreifen durch die Witterung oder durch vormalige Blitze schon zerstöhrt gewesen, ein Thcil des Strahls die bequeme Nebenlcitung an der bleiernen Bedeckung der Laterne u. s. w. an dem Drath herunter genom- tnen, von welchem er doch wieder auf irgelid eine Weise zu den Zcigerstangcn hingelangt seyn muß — Von der Verschiedenheit des Weges unten in der Kirche läßt sich die eigentliche Ursache nicht angeben. Es kann aber dieses durch mancherley Umstände, z. B. durch eine kleine mittlerweile geschehene Veränderung in der Lage der Theile, oder durch den Widerstand des verdickten Ochls, welches sich über dem Kammrade und Getriebe befand, veranlasset seyn. Beide Wege führten indessen den Strahl gleich weit herab, und keiner von beiden gab eine völlige Leitung bis zur Erde herunter. Inr Sicherung dieser vom Blitze schon verschiedencmale getroffenen Kirche ward darauf im Sommer 1783 durch Herrn Professor Schadclook eine vollkommene Ableitung aussen »H) Welchen Fall ich in vor. Abhandl. «55. Erf. S. 490. u. f. beschrieben habe. §> Z7-Verschiedene Leitung :c. H. gZ. Wettcrstr.w. 75 aussen herunter veranstaltet. Er ließ nämlich, ohne eiwaS oben au dem Wctterhahne zu verändern, nur das Metall an der ganzen Strecke des Kupferdaches wohl mit einander verbinden und von dem untern Nande des Daches, einen Z Zoll breiten Kupferstreifen an der Mauer bis zur Erde herunter anbringen — Seit diesen zehn Jahren ist nun. so viel man wahrgenommen, kein Wctterschlag auf den Thurm gefallen, da doch Wetterwolken über die Stadt gezogen sind, dabey im Jahr 1787 d. 5«en Inn. ein Blitz auf den 237 Fuß hohen, Zgvor nie getroffenen, obgleich im I. rgOg crbamtcn Marien-Thurm 55) und 1790 d. y. In!, ein anderer auf den zum Glück schon mir einer Ableitung versehenen Peters-Thurm *os) gefallen ist. §- 38. Wctterschlag auf einen Pulverchurm. "Am i l. Junius 1775. traf der Lütz den Pulverthurm auf der Insel St. Secunduö. Er fiel zuerst auf die eDetter- fahne am Gipfel des Daches, fuhr an derselben Stange herab, und zersprengte den Quaderstein, darin sie bevestigt war, indem er sich einen Weg zu dem mit Dley gedeckten Dache machte, über welches er ohne Schaden und ohne irgend eine Spur zu hinterlassen herab fuhr. Aber am Simse, wo das Blee) Mit beträgtlicher Verletzung durch die Sprünge zu verschiedenen im Thurm befindlichen Metallen : daher nachmals durch Herrn Prof. Schadelook auch daran eine Abt leitung angebracht ward. 55») S. unten §. 50. 76 §. z8. Wetterschlag auf einen Pulverthurm. Bley aufhörte, schlug er Nisse in die Mauer, sprengte Stücke davon heraus und suchte auf der einen Seite den Weg zum Eisenwerk am Fenster, auf der andern zerbrach er die Steine über der Thür, warf das Wa?en von St. Markus, welches mit eisernen Bolzen bevesiigt war, herunter, und zerschmetterte die mit Eisen beschlagene Thür, an welcher er zur Erde gelangte. In dem Magazin-selbst wurden Bretten zerschmissen und Pulverfasser umgeworfen: das Pulver aber nicht entzündet, ohngeachtct der Strahl nur in einer Entfernung von vier Fuß daneben herab gefahren war". 5) Herr Toaldo folgert hieraus, dag der Dunst m einem Pulvermagazine nicht so entzündbar scy, wie einige vorgegeben hatten, daß er von einem nur vorbeyfahrendm Blitze in Brand gesetzt werden konnte — Wirklich konnte man dieses- nur etwa in einer Pulvermühle befürchten, wo der eigentliche Staub von dem gestampften Pulver umherfliegt. Ich habe aber gehört, daß selbst dort, wo zuweilen dergleichen Ständchen an dem hcissen Trockenofen Funken geben, die Arbeiter sich nicht davor fürchten, weil sie wissen, daß sich die Flamme davon nicht verbreitet. Ueberhaupt weiß mim, daß das Pulver nicht so leicht durch eine Flamme, als durch die Berührung eines glücnvcn Körpers tntzündet wird. Alle Gefahr wird aber ganzlich abgewendet, wenn der Strahl nur «ussen am Gebäude von oben bis unten eine metallene zu- fam- 5) Aus Toaldo Nachricht von dem auföem Markuöthurm' zu Venedig errichteten Blitzableiter in der Sammt. zur Phyfl mid Nalurgrsch. II. B. ^29. u. z i. §. Z8. Wetterschlag:c. §. Z9- Sicherung eines:c. 77 sammenhängcndc Ableitung findet. Wäre hier die Flügel- stangc mit dem metallenen Dache verbunden, und von dort ein Paar Metallstreifcn bis zur Erde herab geführt gewesen, fo ist klar, daß der Blitz keine Beschädigung verursachet haben würde, da er so schon dem obgleich unterbrochenem aussen vorhandenen Metalle folgte. §. 39- Sicherung eines Strohdaches durch angebrachte Blitzablcittmg. "Eine Scheune auf dem Herzog!. Mecklenburgischen Gute Catclbogcn, A Meilen von Vützow, welche im Jahr 1781 vom Blitze eingeäschert worden, ward, nachdem sie wieder erbauet war, durch den Bützowischen Herrn Professor Hcckcr mit einem Blitzableiter versehen. Diese Zurüstunz ward am 2gsten Aug. 1782. an eben dem Tage, da auch zu Lndwigslust auf ein Wohnhaus und auf die Kirche Blitze fielen, von einem Wetterstrahle getroffen, welcher daran ohne Verletzung herab fuhr — Die Scheune ist 14s Fuß lang, ganz mit Stroh, auch auf der First und an den Giebeln gedeckt, und liegt vor allen übrigen Gebäuden des Gutes besonders hoch — Die Ableitung war folgendcrgestalt eingerichtet. Es ward an beiden Giebel-Enden ein hölzerncr Pfosten aufgerichtet, und am Fuße desselben rund herum ein hölzerner Sattel gelegt, um dort das Stroh zu bedecken. Auf jedem dieser Pfosten ward eine eiserne, ohngefähr ^ Fuß lange unb etwas über 5 Zoll dicke Stange gesezt, welche obc» 78 §- Zy- Sichcrung eines Strohdaches, oben nur Viereck abgestumpft war, damit nicht ein Blitzstrahl angeschmolzene Kügelchen, wie bey einer scharfen Spitze geschehen könnte, glühend ans das Strohdach werfen mögte. Ferner ward auf dem Skrohdache beider Giebel ein 22 Jost breites eichenes Brett bcreligt, und längs der Mitte desselben, der von der Stange herabgchende und an deren Fuß angelbthete Ablciter, nämlich ein beinahe si Zoll breites, in den Zusammenfügungen gleichfalls vcr- löthctes verzinntes Eisenblech angenagelt. Dieses ward da, wo das Strohdach über die Giebelwand hervorraget, noch auf einem schrägen Brette so fortgeführt, daß es ohngcf.'chr einen Fug weit vom Stroh entfernt bleibt. Sodann gelff es an der Mauer herunter, und eudigt sich unten an der Erde nur in einer kleinen Grube, welche unter der Tranffe gegraben ist und daher etwas feucht bleibt. Alles ward übrigens mit gekochter Oehlfarbe ziegelroth angestrichen: die ganze First aber, da sie ohne Hervorragung dem Auffallen des Blitzes nicht ausgesetzt ist, unbedeckt gelassen — Nur wenige Tage waren verflossen, nachdem diese Zürnst »ng vollendet worden, als ein Blitz auf die nördliche Stange siel, welche dem freien Felde zugekehrt ist; und dieser hat sehr geringe, jedoch sichere Spuren seines Weges an der Ableitung hinterlassen. Es waren nämlich die scharfen Ecken des obcrn viereckten Endes dieser Stange dadurch abgerundet, da sie hingegen an der südlichen übrig geblieben. An der Stange selbst ging ein schmaler Streifen herab, wo die Farbe völlig abgesprengt worden. DieLöthung des daran mittelst einer Ableitung. 79 daran gefügten Bleches war etwas abgeschmolzcn und herabgeflossen, und die Farbe auf dem obern Ende des Blechstreifen auf 4 bis 5 Zoll im Gevierte gleichfalls abgesprengt. Nach unten an der Mauer etwa io Fuß über der Erde war ein schmälster Strich auf dem Bleche z» sehen, als wenn eilt Messerrücken darauf herabgesireift wäre, der jedoch nicht ganz bis zur Erde herab ging. Am untersten Ende des Ab- leiterö aber, und in der kleinen Grube unter demselben war keine Spur von der Gewalt des Blitzes zu sehen. Am südlichen Ablcitcr war alles unversehrt, und das ganze Gebäude unvcrlezt geblieben. — Verschiedene Personen, die der Scheune gegen Süden und Südosten vor den Thören anderer wirthschaftlichen Gebäude standen, haben den Blitz deutlich auf die Stange zufahren gesehen und dem einen hat auch das Ende derselben glühend geschienen. Blitz und Schlag sind unmittelbar auf einander gefolgt, und wie im vorigen Jahre, da die Scheune getroffen worden, den Benachbarten vorgekommen: nur ist keine so grosse Erschütterung des Bodens dabey verspüret worden." 5) Diese Wahrnehmung bestätigt, z) daß der Blich nicht von einer Stange in das Holz, darin sie bevestigt ist, hincin- geleitet werde, wenn er nur zur Seite eine zusammenhängende Ableitung findet. 2) Daß er sich auch auf dem ganzen Wege ohne Abweichung so an dcm Ableitungö'Metalle halte, daß weder das unter- Ans einem Schreiben des Herrn Prof. Heckcr, vom » Sept >78?, 8o '§- 4^ ieitmig an der Oberfläche unterliegende Holz, darauf jenes angenagelt ist, «och das nahe Strohdach dadurch vcrlezt wird. z) Daß, wenn er nur bis zur Oberfläche der Erde her« abgeleitet worden; weiter kein Schaden entstehe. §- 40. Ableitung des Blitzes an der Oberflache von Uebermalnng. "Nachdem wir mit dem Schiffe, Stockholms - Schloß genannt, glücklich durch die Straße Vanka, und am eisten Jul. 1777. Pnlo.-auro in der Chinesischen See vorbey gekommen waren, hatten wir frischen und stehenden Wind bis zum 2Zsien Morgens, da ein starker abwechselnder Wind mit Regen und stillen Blitzen, welche sich schon den Abend zuvor gezeigt hatten, den wachthabenden Offizier veranlagte, um 4 Uhr Morgens die Marssegel bergen (an die Raa anschnüre») zu lassen. Eine Stunde darauf klärte sich die Lust ein wenig auf, und dcrWind ward beständiger, so, daß die Marssegel wieder ausgesetzt wurden. Mit Anbruch des Tages aber fing heftiger Wind von allen Gegenden an zu wehen, wobeies regnete. Blitze mit fürchterlichem Donner nach einander folgten und sich dem Schisse immer mehr näherten. Alle Segel wurden aufgegcict (aufgezogen) und ein Unteroffizier mit 5 Matrosen auf den großen Mast beordert um die Bram-raa niederzulassen. Der übrige Theil der Wacht wurde hinauf geschickt um das Vormarssegcl und das Krcuzsegel zu refen (einzubinden.) Kaum waren diese alle auf ihren Platz hinaufgekommen, als der Blitz schon über dem Schiffe von Ueberrnalung. 8- Schisse war und in den grossen Mass schlug, obgleich, dem Berichte nach, ausser zweien kleinen eisernen Bändern, kein Metall oben an der Bramssenge befindlich war. Die Bram- sicnge war, von dem obcrn senkrechten Loche an, darin der Flügel gesteckt wird, bis ohngcfähr ein Dritthcil ihrer Länge, mitten durchgcspalten: der untere Theil aber ganz unbeschädigt. Die Kupferplatte, welche innerhalb des Escls- haupts (oben, Klotzes) am Marstop den Fuß der Bram- stenge umgicbt, war, so wie der Flügel, ganz weg und keine Spur davon zu finden. Die große Stenge war unbeschädigt, ausser einem kleinen Riß an der vorder» Kante, vhngefähr bis auf die halbe Länge herab, dadurch der Weg des Strahls bezeichnet war. Auch fand man nichts im großen Mars (Mastkorbe) angegriffen. Dagegen war der große Mast selbst von den Schwigtingen ( den angeschnürten Wevestigungcn der Wandtauen) bis zum Galgen (dem hölzernen Gestell auf dem Verdeck) desto mehr beschädigt» Von dem gleich unter den Schwigtingen um den Mast gelegenen eisernen Bande, wo sich die erste Spur zeigte, schien der Strahl in dreien Wegen niederwärts gefahren zu seyn» Die stärkste Spur ging gerade an der Vorderseite des Mastes, wo der Weg von dem einen eisernen, die Bänder anschliessenden Keile zum andern am kürzesten war. Daselbst waren hie und da einige Splitter vom Mäste ausgerissen, doch nicht zu beträgtlicher Tiefe. Die Platte, damih diese Keile bedeckt sind, war in der Mitte zerbrochen. Der untere Theil davon war abgelöset und ganz vom Masie abge, F pogen, > zz §.40. Leitung an der Oberflache bogen, ob er gleich mit zwvlfzolligen Nägel» bcvcstigt ge« Wesen: doch hing er noch mit dem obern Stücke zusammen und schiankerte am Mäste. An dcrSteuerbordö-Scite hatte der Blitz eine 4 biö 5 Zoll tiefe Furche von oben herab in den Mast gemacht, dabcy zwey eiserne Bänder gleich über dieser Furche abgebrochen waren. An der Bakbordö-Seite hatte der Strahl beym Niederfahren nicht so einen geraden Weg gehalten, sondern sich gleichsam um den Mast herum gcschlängt war an jedem eisernen Bande ein wenig quer fortgelaufen, und hatte, wo er von einem Bande zum andern gesprungen, jedesmal etwas aus dem Mäste ausgerissen und seine Fahrt bezeichnet, welche an einer Stelle, wo Fäulniß im Mäste war, biö 7 Zoll tief hinein ging. Von dem eisernen Bande, welches zunächst über den Galgen sitzt, sprang der Blitz zu unserm .Glücke vom Mäste ab und that dem Schiffe weiter unterwärts keinen Schaden. Kein Tauwcrk ward beschädigt, ausser, daß auf der Bakbordö-Seite die Bekleidung des Mars-Drehreep (Taues, damit das Segel aufgezogen wird) eine Klafter lang völlig abgesprengt war, mitten vor der /Stelle, wo der Blitz seine Spur an der großen Stenge bezeichnet hatte. Der Nompaß, welcher sich etwa zwo Klafter hinter dem Mäste befand, war eiue Stunde lang ganz in Unordnung gebracht, und wies nachdem einen ganzen Strich nordwestlicher als zuvor. Weitern Schaden hatte das Schiff von diesem gefährlichen Zufalle nicht; aber die Mannschaft litte mehr. Besonders war deren Schicksal zu beklagen, welche den großen Mast hin- von Uebermalung. LZ hinauf geschickt waren. Ein Matrose, welcher der vorderste und schon oben hinaufgekommen war, ehe der Schlag geschähe, blieb über der Sahling (den Kreuzhölzern an der Stenge) unbeweglich liegen. Er ward nachher mit einem Seile herunter gelassen, zeigte anfangs wenig Spuren deS Lebens, kam aber doch wieder zu sich selbst. Ein anderer ward von der Stengenwand (den Halttauen, daran die Strickleitern sind) über Bord in die See geworfen und ward nicht wieder gesehen» Die Kleider von den Unterthei» len seines Körpers waren, wie man bey seinem Falle durch die Luft sähe, völlig abgesprengt. Von den vieren, welche im großen Mastkorbe ganz nahe bey einander waren, wurden zwey im Augenblick getödtet, und auch diese fand man vom Leibe bis auf die Füße nakkend. Der dritte hatte anfangs das Gehör ganz verlohren, war an verschiedenen Stellen blau, und an Armen und Beinen lahm, ward aber in wenigen Tagen vollkommen wieder hergestellt. Der vierte und am wenigsten Beschädigte berichtete sogleich nach dem Blitze das Unglück seiner Kameraden und den Schaden am Mäste, den man vom Mastkorbe sehen konnte, hörte etwas schwer als er herunter kam, und klagte über Empfindlichkeit im Körper. Die, welche auf der Vormarsraa und der Kreuzraa waren, hatten sonst keine Empfindung, als von dem Stoße und der Erschütterung, welche sich bey dem Schlage dem ganzen Schiffe mittheilte — Der Capitata und der größere Theil derer, welche auf dem Verdeck waren, empfanden mehr oder weniger von dem Stoße, nach- 8 z dem 84 §- 4^' !eitung an der Oberfläche dem jeder dem großen Masie näher war. Man klagte über schweres Gehör, Steife des Halses, Kopfschmerzen, Empfindung über dem Leide und Zittern in den Knien, wie in solchen Fällen gewohnlich ist. Daß die beiden kleinen eisernen Ringe am Gipfel der Bramstcngc den Blitz darauf angelockt hatten, ist desto weniger glaublich, da der Blitz in seiner Niederfahrt viel großer» Stücken Bisen vorbey gegangen ist, ohne daß er die geringste Neigung gezeigt hätte, sie aufzusuchen. Bielmehr hat er gerade die Stellen unberührt gelassen, wo sich das meiste Eisenwerk fand, als die Naaen, Söhlingen und den großen Mastkorb. Dabey muß man bemerken, daß das Acußere des Eisenwerks, welches sich auf Schiffen findet, und welches der Blitz treffen könnte, selten bloßes Metall ist: denn gemeiniglich ist alles Eisen zu verschiedenen- malen mit Pech oder Theer überzogen oder auch mit einer Rostrinde bedeckt, welches die Anlockung mindern kann: davon letzteres aber zur Abhaltung des Blitzes ganz unbe, trägtlich ist^. Daß der Blitz Z oder 6 Ellen über den Verdeck vom Mäste abging fodcr den Mast nicht weiter beschädigtes mögte man theils dem Umstände zuschreiben, daß er keine Faulniß mehr im Holze fand, theils auch, daß die zu Bedeckung der Keile aufgenagelte Kupferplatte nicht tiefer herunter reichte und also die weiter unten befindlichen Keile nicht so vor dem Roste geschützt waren. Der Blitz war aber auch nicht vom Mäste auf den Galgen zugesprungen und von da weiter durch das obere Verdeck zum mittlem durchgedrungen. von Uekcrmalung. 85 bnmgen« Weide Galgen, und selbst das Verdeck da umher, sind dach mit einer Menge schwerer Eisenbolzen versehen und durchbohret, so daß der Blitz einen gebahnten Weg vom obersten zum mittelsten Verdeck vor sich hatte. So war auch der große Mastkorb ganz unbeschädigt, obgleich der Blitz im Niederfahren gerade durch ihn hin gegangen zu seyn scheint. Ich gedachte anfänglich, die nassen Segel, welche unter den Raaen aufgezogen hingen, hätten den Strahl aus dem geraden Wege gelenkt, welchen er nachge- hends unter dem Mastkorbe wieder verfolgte: aber der zweite Wetterschlag, welcher nicht lange nachher dasselbe Schiff traf, zeigt deutlich, daß es eine andere Ursache war, welche in beiden Fallen die Beschädigung abgcwandt hatte» Nach einem sehr warmen und qualmigten Tage am Ilten Aug. 1777. fing um ?Uhr Abends eine dicke Wolkenwand mit Blitz und Donner ganz schnell in Osten an aufzusteigen, obgleich der Wind westlich war. Das vorbenannte Schiff, welches schon drey Tage an der gewöhnlichen Ankerstelle kmRivier von Canton, nebst 6 andern Schiffen, gelegen hatte, war ganz abgetakelt und alle Stengen und Raaen lagen auf dem Verdeck. Auf jedem Mäste war oben ein gethcertes Segeltuch mit plattkdpsi'gsn eisernen Nägeln bevestigt, um, da die Eselshaupter abgenommen waren, de» Top vor Regen und Sonnenschein zu schützen. Nun kam die Wetterwolke in kurzer Zeit über das Schiff und de? Wind, welcher sie dahin getrieben hatte, traf den entgegengesetzten» Daraus entstand erst eine Heftige Windsbraut von F 3 allen 86 §. 4<2> Leitung an der Oberfläche allen Seiten: dann todte Windstille. Indessen blieb die Wolke über uns stehen und hielt etwa zwo Stunden an rings um daS Schiff niederzuschlagen. Dabey traf einer dieser Schläge unfern Fockmast, riß das angeheftete Segeltuch mit allen Nageln vom Top herab, und sprengte die Kupfer- platte von der Vorderseite deS Mastes eben wie bcym vorerwähnten Schlage am grossen Mäste geschehen war. Ein Ferkel ward im Back (Nordcrschauze auf dem Verdeck) erschlagen. Die Koche und einige andere, welche Hey der Küche standen, fühlten bcy dem Schlage einen starken Stoß auf die Scheitel: übrigens ward niemand beschädigt. Nachmahls fand inan am Top des Mastes ein kleines Stück abgesplittert, wo vermuthlich ein krummer Nagel ausgerissen war, und am Mäste selbst einen unbeträgtlichen Riß: von dem aufgenagelten Tuche aber ward nicht das geringste auf dem Schiffe gefunden. Beide diese Wetterschlage zeigten ganz einerley Verhalten. Beide Mahle verschonte der Blitz die obcrn Enden der Masten und die Mastkörbe: er äusserte aber seine Gewalt an den Masten von den Schwichtingen an bis vhnge- fähr zwo Klafter über dem Verdeck, wo seine Wirkung wie, der aufhörte. Im letzten Falle waren doch keine Segel vor» Händen, die ihn auf irgend eine Weise hätten vom Wege ableiten können. Es muste also eine Ursache an den Masten selbst befindlich seyn, deswegen die Mittlern Thcile beide Mahl am meisten verletzt wurden. Hativielleicht das Schwarze! (Kienruß mit Theer vermischt) damit die obern Enden . > des von Uebermaluttg. 87 des Masteö und der Stengen, wie auch die Mastkörbe bis zu den Schwichtingen sso auch de Sahlingen, und wieder der untere Thcil des MastcS und das Verdeck selbst,) stark überstrichen sind, dem Blitze zur Leitung gedient und so die, se Theile beschützt? Denn gerade der mittlere Theil der Masten, welcher, um glatt zu seyn, nur mit dünnem Thcer (oder vielmehr mit Tcrpenthin) überstrichen ist, hat keine» solchen schwarzen Ueberzug, So können auch die Masten zunächst am Verdeck deswegen keine Spur von Verletzung gehabt haben, weil sie dort wieber schwarz überstrichen sind und hernach kann die Nässe vom Regen, welche auf dem Verdeck verbreitet war, soder eben der schwarze Ueberzug) den Blitz von den Masten abgeleitet haben." 5? Dieser Bericht ist um desto merkwürdiger, weil man si'ehek, daß dem Verfasser die Beobachtungen, welche schon von andern über eine solche Ableitung an der Oberfläche von Uebermahlung gemacht worden 55), unbekannt gewesen sind, und er also ohne Vorurtheil nur erzahlt was er gesehen hat, — Es waren also innerhalb der übermahlten Stelle unten «m Mäste noch eiserne Länder mit Keilen bcvcstigt, und der Blitz verursachte babey doch keinen Riß im Mäste, Dies konnte gewiß der daraus besindlicheRost nicht abgcwar.cr ha- F 4 den, 5) Von Herrn P. I. ZZladh ans dem Schisse selbst unkersucht, und beschrieben in den kongl. Vetensk. cl-c. Usuell. I.V. p. log. lgg. (in der Übersetzung der neuen Schwev. AbhanSl. 1. B. S. 97. u. f. 55) Davon mehrere Ersahrungen in voriger Abhmrdl- K. und Zus. S. v. angeführt sind. 88 §»4l' teilung an der Obersiächc von Uebermal. den« Den Menschen aber, welche sich im Mast korbe be- fanden, diente der Ueberstrich desselben doch nicht zur Beschützung — Waren die oben erwähnten Umstände bcy an« dern Wetterschlägcn auf Schiffen eben so beobachtet und angemerkt worden, so könnte man die Ursache der verschonten oder verlezten Stellen besser einsehen« §- 4r. Im Sommer 1781 fiel der Blitz auf ein gegen das freie Feld liegendes gemauertes Lusthauö eines unweit unserer Stadt gelegenen Gartens. Der Strahl war in selbigem inwendig an den grau übermahlten Fcnstergcrüstcn ohne Beschädigung des Holzes herabgefahren, und nur an den Stellen, wo er von einem Eisen des Beschlages zum andern gelockt worden, und sich gesammelt hatte, war eine Spur auf der Farbe gelassen, als wenn Schießpulver darauf abgebrannt wäre: die Farbe war aber nicht von dem Metalle abgesprengt, noch Splitterung des Rahmen umher vcrure fachet. Unterhalb der Fensterbank hatte der Strahl dock) noch so viel Kraft geäussert, daß von der Bemörtclung an der Wand einige Stücke mit Gewalt abgesprengt worden» An den Fenstern, welche von aussen durch den Laden bedeckt waren, fand man einige Scheiben durch die Erschütterung zersprengt. *) — Dieser Fall, da die Leitung im verschlossenen Zimmer geschehen war, zeigt, daß keine äussere Bcne- tzung vom Regen dazu erfodert werde. §. 42. ") Diese Umstände habe ich einige Tage nachher, in Gegenwart mehrerer Personen besichtigt. §. 42. Nebenwege eines Wettersirahls. 89 §. 42« Nebenwege eines Wetterstrahls.' Unsere Iohanniskirche, welche yurn. enc^clop. Haut. 1780. p. 502. u. f. verglichen, davon die Uebersetzung in der Samml. zur Phys. u. Nat. Gcsch, II. B. S. ;«8. eingerückt worden. — AufErknndigung in Genua vernahm Herr Landriani, daß nunmehr in den dreien Jahren nach jener Ausbesserung die Kirche nickt wieder vom Blitz beschädigt worden. 96 §. 4Z- Nebenwege eines Wetterstrahls. Zweifel hatte es auch den dem Gewitter, da der Wettcrschlag nicht als einzeln oder plözlich beschrieben wird, geregnet, und war also das Loch in welches der Ableiter eingesenkt war, wieder mit Wasser erfüllt. Wie dem auch scy, so hätte die wenige Feuchtigkeit in solcher Entfernung den Strahl nicht anlocken können, wenn nicht die Strecken von Metall de» Weg gebahnt hatten. Daß im Pflaster einige Steinplatte» aufgesprengt worden, zeigt nur, daß der Blitz noch unter denselben zu den blossen Boden zu gelangen gesucht hat, dabei) eine Platznng entstehen muste. Eine Rückkehr des Strahls nach oben, die sich einige vorgestellt haben, ist aber der Entladung des Blitzes, oder der Elektrizität, gar nicht gemäß» Bey der Verbesserung ließ man sich indessen durch dieses Beispiel nicht warnen, den Weg nach innen zu verhüten. Man verband vielmehr noch mchreres Eisenwerk im Gebäude mit dem Ableiter. Wenn dieses nur mit den ober« oder Mittlern Thcile solcher zerstreuten Metalle geschehen, und nicht nach unten veranstaltet ist, so hilft es nichts, sondern lockt vielmehr, wie zuvor, den Blitz nur leichter hinein, der rrun wieder nach unten durchbrechen muß — Das einzige Hülfömittcl wäre gewesen, da sich doch schwerlich an allem dergleichen Eisenwerke ein sicherer Ausweg für den Strahl veranstalten laßt, die Verbindung nach innen ganz aufzuheben, und dagegen auswärts von dem untern Ende deS Kreuzes an, einen breiten Metallstreifen über das Kirchen- hach herab, und bis in die Zisterne zu führen, und auch von Mkhrem Enden des Gipfels, da ein hoch liegendes Gebäude noch §. 4Z-§-44' Nebenwege eines Wetterstrahls. 97 «och an andern Ecken getroffen werden kann, (§. 19.) Ableitet- anzubringen. Die Einscnkung des Ableiters in die Er» de am Grunde der Mauer könte aber (wie Z. 52 — 54.) eine Aufsprengung des Bodens verursachen. §« 44' "Das 1786 neu erbauete hohe Haus des Herrn Barons von Sturmfeder, zu Oppenweiler, 8 Meilen von Heilbrunn, liegt auf einer Anhöhe, ist achteckiger Form, und hat oben ein Thürmchen mit einem kupfernen Knopfe. Da nun Herr Hemmer eine Blitz- Ableitung daran zu besorgen hatte, liest er einen Pfosten von Holz auf den Gipfel setzen und durch den kupfernen Knopf durchgehen. Daran ward eine 10 Fuß lange, oben mit einer kupfernen Spitze versehene Stange, und an dieser. Zur Ableitung, eine eiserne viercckte, x Zoll dicke Stange mit untergelegtem Bley, angeschroben. Der Ablciter ward von dort, über den kupfernen Knopf, und über daö mit Ziegeln gedeckte Dach, zur Erde herab geführt, und an Pfosten und Mauern mit langen Mauereisen beve- stigt. Unten an der Stange ward ein 12 Fuß langer, 4 Zoll breiter Bleystreifen angeschroben, mit einem hölzernen Kasten umgeben, und mit seinem Ende in die Erde versenkt. Es wurden auch die Schorsteine mit besonder» Ableitungen versehen, und diese, wie auch die übrigen aussen am Gebäude befindlichen beträgtlichcn Metalle mit jener Stangen-Zu- rüstung verbunden, besonders die um das Dach herum liegende blecherne Rinne, von welcher vier Röhren zur Erde herab gehen, deren eine sich mit einem Knie in die Höhle eines G Ab- -ß8 §. 44. Ncbemocge eincö Wekterstrahls-: Abtritts endigt. — An, 2-isten Znnii 1789. kam eine Wetterwolke aus Südwesten heran, aus welcher? wie viele Leute sähe», ein sehr starker Blitz, gleich einer Feuerscnle, auf die Auffangungs» Spitze schoß, mit einem so Hefligen Knall«, «ls die Einwohner des Fleckens sich nie gehört zu haben entsannen. In dem ferner» Weg? der Wolke ward , durch einen dabei) entstandenen Wirbelwind, alles verheeret, schon auf dem nächsten Hügel bei) 50 Baume ausgerissen oder umgeworfen, in einem 2H Meilen weiter gelegenen, z Morgen Landes großen Walde alle Baume nieder gestreckt, und noch in der nahe bcy Herlbrunn liegenden Stadt Weins- derg Dächer und Fenster zerbrochen, und auf den Feldern umher, auf 2 Meilen weit, Fruchtbaume, Wcinstöcke und Saaten verwüstet -- Nach sorgfältiger, von Herrn Heim mer selbst angestellten Untersuchung, fand man, daß nicht allein die kupferne Spitze auf der Stange, nach der Seite hin, wo die Wolke gegangen war, sehr von der senkrechten Stellung -abgebogen , fondern auch das obere zugeschärfte Ende derselben auf ech Zoll lang, und zwar bis da, wo sie s Linien dick ist, abgeschmolzen war. Äuf dem übrigen Ende war das Metall oben in Klümpchcn zusammen geflossen und weiter hinab noch verschiedene Spuren vom Blitze zu sehen. Das Unterste dieser Anffangnngs - Spitze, welches von Eisen, und mit einer darin ausgehöhlten Schraubenmutter aus die andere Stange ansgcschrobcn war, fand man daselbst aufgcborsten, und eine z Linien lange Spalte darin, wo das Metall ein« Linie dick war, stand mit gaffenden Lef- Verletzung am Ableiker. 99 Lefzen auseinander. Es waren auch noch einige rvthc Flecke von dem hcradgeworfencn geschmolzenen Kupfer darauf zu sehen. An der andern über dem Knopfe bevestigten Stange war keine Spur: von dem Stück Vley aber, welches unter die Schraube gelegt war, mit welcher man den viereckten heruntergehenden Ableiter daran bcvestigt hatte, waren die hervorstehenden Ecken ganz abgeschmolzcn und so auf die barunter befindliche Stange vest angelegt, daß diese davon als verzinnt glänzte. Auf dem kupfernen Knopfe selbst, über welchen die Stange her ging, waren zu beiden Seiten derselben von oben bis unten glänzende Streifen zu sehen und das Metall daselbst merklich einwärts gedruckt. Von dort bis zur Erde war weder an der Ableitungs.Stange selbst, noch an den daran stoßenden Thcilcn des Gebäudes irgend eine Spur vom Blitze zu bemerken. Auch war an dem Bleystreisen, den Schrauben, damit er unten an der Stange bevestigt war, n. f. w. nichts verletzt. Die Erde, in welche dieser versenkt, und welche mit einer kleinen viereckten Maner umgeben war, fand man bis zu einer ziemlk« chen Tiefe ohne Feuchtigkeit — A» der Mauer deö Abtrit. tcS aber, durch welche die eine Mcgenrohre mit einem Knie hinein ging, war etwas Kalk abgeschlagen, und man ward daselbst ein ganz cngeö Löchlcin gewahr, durch welches sich doch nicht einmal ein dünner Eifendrath hinein bringen ließ. An der andern Seite dieser Abtritts «Mauer war der Eisen» brach an der Bcrohmng hie und da streifenweise vorn Mörtel entblösset, aber ohne Anschmclzung oder Brandflecken. G s Aon ioc> §. 44. Nebenweg des Strahls: Von diesen Streifen ging einer bis zu dcraustvßendenMauer eines Aimmsrs, woselbst ein eben so enges Loch, als daS oben erwähnte, bemerkt ward. Beide Locher, so klein sie auch waren, erschienen doch auch auf der Gegenseite der Mauer, und um beide war ein wenig von der Bemöitclung abgesprengt. An der einen dieser Stellen war der Dralh der Berohrung in ein Knaul zusammengewickelt, an der an, dcrn drcy eiserne Stangen, mit ihren obern zusammenstos- senden Enden an die Mauer gelehnt. Auf dem Fußboden dieses an der Erde gelegenen Zimmers lagen noch überall mehr solche Stangen und andere Metalle, deren man sich im Hause bedienen wollte, in Haufen umher, an welchen man doch keine Spur vom Blitze bemerken konnte — An den drcy übrigen Negenrohren war nirgends etwas vom Blitze angegriffenes zu finden, obgleich deren eine selbst durch die Gärtners-Stube, neben verschiedenen Metallen, hindurch geht. Auch war an keiner andern Stelle des Ge» baudcö etwas verletzt — Herr Hemmer ließ nunmehr die kleine Mauer, mit welcher der in die Erde gesenkte Bley- streifen umgeben war, weg nehmen, und von diesem sowohl als von jener in den Abtritt gehenden Negenrvhre, eine fortgesetzte metallische Leitung bis in den Wassergraben anlegen. „ 5) Es hat also die zugespitzte Stange, statt dffß sie eine allmahlige Auffangung bewirken sollte, einen sehr heftigen Schlag aus der Wolke angelockt. 2) Da- 5) Von Herrn Hemmer selbst, in den Hot. Hcs6. Ibeost. lÄut. Vol. VI. x. 523 lgH. berichtet. Verletzung des Ablciters. Ivl 2) Dabey ist das Aufsprengen der eisernen Schraubenmutter, zwischen welcher und der Stange, darauf sie geschoben war, in drey Jahren sich nolhwcndig Nost angesetzt Hütte, zu bemerken. Z) Daß die ^ Zoll dicke Ableitungsstange dem Blitzstrahl keine vollständig geräumige Bahn gegeben, sonder« dabey noch Ausdehnung oder Druck zur Seite und Flamme geäussert worden, zeigten die eingetriebenen Spuren am Knopfe und das Schmelzen des Bleies. 4) Daß wir aber doch vermögend sind, auch einem der heftigsten Wetterstrahle in sofcrne eine zurcick/cndc Ableitung zu veranstalten, daß nicht andere Theile des Gebäudes, Hotz und Steine, angegriffen werden, laßt sich aus eben dieser Wahrnehmung abnehmen. Z) Der Blitz hatte sich aber hier durch den geradeswe- ges niedergehenden Ableitet nicht verhindern lassen, eine« Nebenweg zu NehtneN, da er sich seitwärts über die Rinne Unter der Traufe verbreiten konte, und an den von dort herunter gehenden Rören sogar eine noch reichlichere Strecke vvn Metall als die Stangen darboten, vorfand. Da man nun versäumt hatte, diesen Rören, oder wenigstens der am weitsten niedergehenden eine Ableitung zur Erde zu geben, so suchte er dieselbe, auch mit Durchbrechung der Mauer, an dem Eisendrathe der innctn BerohrUNg. Herr H. schiebt die Schuld darauf, daß sein Ablciter nicht feuchten Grund vorgefunden habe. Allein, der Strahl hatte ja, wenn er diesen suchte, seitwärts oder Niederwärts durchschlagen können, G Z und zo2 §. 44. Nebenweg des Strahls: und hier war doch die Erde nicht aufgesprengt. Der anders Zweig des Blitzes, vielleicht der stärkste, da er noch die Mauer durchbrach, hatte auch keine Feuchtigkeit erreicht, sondern sogar am trockenen Fußboden inwendig im Hause sein Ende gefunden. Hier hätte er doch leicht am Abtritte herunter fahren können, wie sonst bey Regenrvren, die nicht ganz herab reichen, mit Zerreißung der Mauer, bis zur chrde geschiehet. 6) An den drey übrigen Negenrören war der Blitz nicht herunter gefahren, obgleich sie eben sowohl oben mit der Trauftinne zusammen hingen. 7) Die ganze beschwerliche,kost? bare und verunstaltende Stangen-Zurüstung hätte ersparet werden tonnen. Es durste nur, um die Gewalt des Zu? sprunges aus der Wolke auf den Knopf 55) abzuhalten, eine, etwa einen Fuß lange, nicht scharf zugcspizte Stange mit ein Paar Federn oben darauf bevestigt, sodann an dem un« tern Theile des Knopfes ein Metallstreifcn angefügt, und, wenn nicht schon metallene Gräten am Dache vorhanden waren, über dasselbe hin bis zu der Trauftinne geführt, damit auch eine Bedeckung der Schorstcine verbunden, und endlich der hcrabgchendcn Regenröre, welche in den Abtritt hinein ging, und etwa noch einer andern, besonders derjenigen welche durch die Gartners-Stube hinging, eine Ableitung aussei) an der Mauer bis zur Erde, oder bis in den Graben, gegeben werden. Hätte man auch der Leitung an de» Eisenblechen nicht genug getrauet, so würde eS doch 55) Wie §. zz. 555) Nach §. -2. -4. Verletzung d.Ableiterö. §.45. Spuren desBllßes ivz doch weniger Beschwerde und Unkosten verursachet hoben, diese Paar Rören mir bleiernen zu vertauschen und auch die Leitung vom Dache bis dahin mit Ney oder Kupfer zu versehen — Daß die metallenen Rinnen und Rören soweit sie Zusammenhangend reichten, den Blitz-, der doch unten noch Verletzung ausübte, ohne alle Beschädigung der anliegenden Theile herab leiteten, hat die Erfahrung auch in diesem Falle gezeigt, H, 45. Spuren des Blitzes an einem Ableiter» "In dem Reichsstifte Ncresheim ward nach dem Wej> trrschlage vom ?ten Iunii 1791. bey Untersuchung der Blitzableiter auf der Klosterkirche gefunden, daß die Spitzen von- drey Auffangcstangen, welche etwas zu schwach und zu fciw zugespitzt gewesen,, auf Zoll tief abgeschnellt worden, und, zwar so , daß an denselben das geschmetterte Eise» fast wie eine Bürste herab gehangen, und auch bey einer Verbindung, des Eisens mit der Auffangestangs das eingelegte Bley geschmolzen war... An dem übrigenAuffangestangen und Lei»- tungen ward nicht das geringste bemerkt — Es ward sogleich mit Eifer fortgefahren, alle noch übrigen Kirchen und Hcrrschaftsgcbaude dieses Neichssiifts. nüt Ablcitern zu ver-^ sehen." Wie, die Ableiter eigentlich beschaffen, und wie weit die Spitzen von eiuanber entfernt waren, ist nicht beschrieben. G 4. Daß Schlesw. Holst. Anzeig, >792. 26. St« S. 6g,zz.. 104 §-45'Spuren d.Blitzes. §.46. Krümmung tt. Dag aber bey der Zusammenfügung des Eisens das zwi- fcheugelcgte Vlcy geschmolzen war, geschähe durch de« Sprung beym Uebcrgange heö Blitzes von einem Stücke Metall zum andern. Dag dabei) sogar auch die Lölhurig schmelzen könne, findet sich ebenfalls (wie §. 26.) in andern Bey spielen. §« 46» Krümmung der Stangen eines Blitzableiters« "In der Reichsstadt Dortmund im Wcsrphälischcn Kreise welche auf einer weiten, von Bergen, Flüssen, Wäldern entfernten Ebene liegt, war die mit einem hohen Thntme versehene Reinholvö-Kirchc schon oft und auch neuerlich vom Blitze getroffen und vielfältig beschädigt worden. Endlich entschloß man sich zu einer Blitzableitung, welcheim September 1784. durch den berühmten Herrn Hemmer veranstaltet ward: Da nun der Hauptthurm oben einen kupfernen Stern mit vielen Spitzen hatte, so fand er es überflüßig noch eine eigene AüfsangnngS - Stange darauf zu setzen. Er ließ nur um denMaklcrpfostcu, ein wenig unter dem kupfernen Kno« pse, einen meßingnen Ring legen und daran den Ableiter, welcher aus eisernen Stangen bestand, mit Schrauben be« vestigcn. Auch ließ er noch an den mit Bley beschlagenen PsosiiN der Laterne, von welcher der Blitz vorniahls ans den Stundcuhamittcr zugesprungen und von dort in die Kirche herabgesahre» war, au vier Seiten wagerccht abstehende eiserne mit kupfernen Spitzen versehene Stange» anbringen, und diese mit einem Mcßingdrathc unter sich und mit dtm §. 46» Krümmung der Stangen eines Blihabl. 105 dem Ablciter verbinden. Auch ward nach an dem andern Ende der Kirche ans dcm Thürmchen über dem Chöre ein besonderer (unten Zu beschreibender) Ablciter angebracht. Beide wurden mit der blcyernen Bedeckung dcö Schiffs der Kirche, und dadurch auch unter sich, ferner noch mit andern aussen am Gebäude befindlichen Metallen verbunden — Am LZstcn Sept. des folgenden 1785 IahrS, Morgens gegen 4 Uhr, geschähe, nach einigen entfernten Blitzen und darauf erfolgten ziemlichen Zwischenzeit, ein äusserst heftiger Wct- terschlag, davon Herr Feldmann, ein dortiger Nalheyerr, der Nur etwa 1Z0 Schritte von der Kirche wohnt, folgendes berichtet — "Blitz und Knall sind Zugleich erfolgt, in meinem Bette bin ich erschüttert worden und alles hat umher so gekracht, daß ich gefürchtet habe mein Haus scy selbst getroffen. Als ich auf den Boden ging, spürte ich auch einen elektrischen Geruch. Da nun das Gewitter schon eine Zeitlang ganz stille gewesen, sähe ich aus dem Fenster nach dem Thurm, und ward mit Vergnügen gewahr, daß an der Spitze der südlichen Stange an der Laterne ein schöner elektrischer Fcuerbüschel hcrvorfchoß. Die schwarze Wetterwolke zog indessen nach Osten, wo sie auch noch dann und wann blizte, wie auch Hagel fallenließ. Im folgenden Frühjahre ward die Ableitung von dem Dachdecker Nier- ' mann, einem zuversichtlichen Manne, der sie selbst angebracht hatte, untersucht. Dieser fand die Stangen in der Gegend der Glocken, wo sie von allem Angriffe sehr weit entfernt sind, wellenförmig und so sehr gekrümmt, daß die G Z größte lo6 §.46 Krümmung der Stangen eines Blitzabs. größte Biegung fast einen Fuß weit von der senkrechten Nichtimg, welche sie zuvor gehabt, abwich. UebrigenS war an dem Gebäude nichts beschädigt: es war auch kein anderer Ort in der Stadt oder deren Nachbarschaft vom Blitz getroffen worden, und bis zum Frühjahre kein anderes Gewitter daselbst gewesen, so daß nicht zu zweifeln ist, es fty die erwähnte Krümmung an den Ableitungsstangsn durch jenen heftigen Wetterschlag, welcher dadurch seine Ableitung gefunden, verursacht worden. „ Dies Beispiel zeigt, daß die Stangen, ohngeachtet die Ableitung sehr reichlich war, doch durch den Blch ausgedehnt worden , und also auch leicht hätten können abgerissen werden. 2) Das Wcttcrlicht an der Stange zeigte sich, da der Schlag schon eine Zeitlang vorüber, und die Wolke vorbeye gezogen wart folglich mußte es aus der in der Lust verbreiteten Elektrizität entstehen. Auch berichtet Herr Hemmer^ daß an den vier zugespitzten Stangen, da man sie genau, untersuchte, keine Spur wahrgenommen worden, folglich, der Blitz nicht auf eine derselben, sondern nach aller Wahrscheinlichkeit oben auf deu Stern au der Thurmspitze gefall ken scy. §.47. Zn den Act: acach l'beoä. ?al. Vol. VI: S. 516 u. f. von Hemmer angeführt, welcher noch hinzu setzt, er ftlbst habe den Ableiter, als dieser erst augebracht worden, sowohl mit einem Fernglase als mit bloßen Augen nach ge« sehen, und keine Krümmung an besagter Stelle wahrgenommen. §. 47« Beschädigung eines Knopfes:c. 107 §' 47. Beschädigllttg eines Knopfes unterhalb der Auffange-Stange. "Auf eben dieser Kirche zu Dortmund befand sich über dem Chor noch ein kleines spitzes Thürmchen von Holz, welches mit Bleu bedeckt, und mit vier daran herunter gehenden eisernen Stangen bevcstigt war. Diese vereinige» sich oben in eine Helmftange, um welche ein mcßingner Knopf, 4 Zoll hoch und 9 Zoll weit angelegt ist. Die blecherne Bedeckung geht unterhalb bis in die Mitte des Knopfes hinein: oberhalb desselben aber war die Stange bloß und sehr verrostet, und Z -Aoll darüber ein kupfernes zierliches Kreuz angebracht, dessen Arme nach Norden und Süden stehen. Ueber dem Kreuz steht endlich noch ein beweglicher Wetterhahn. Auf dessen Rücken ließ Herr Hemmer eine mcßingne z Fuß lange zugespizte Stange setzen, 2^ Zoll unter dem Knopfe aber einen kupfernen Ring um die Heluistange anlegen, an welchem seine Ableitungsstange bevestigt ward, und neben dem Thürmchen herunter ging. 5) — Am ibtcn Febr. 1789. Nach- 5) Warum er diest Ableitung oben beym Knopfe anfangen, und abgesondert am Thürmchen herunter gehen liest, bei greife ich nicht, da dieses doch schon ganz mit Metall be« deckt war, und also nur vom untern Ende an einer Abt leitung bedurste, und da er doch selbst in eben diesem Theile der Pfälzischen Abhandlungen S. 525. ZZ7. zqz. anmerkt, daß ein Wetterfrrahl an zweien Kirchen von dein Kreuze des Thurms über den Knopf, die Helmstange, und einen damit verbundenen Blcyscreif bis zu dessen Ende ohne ioZ H. 47. Beschädigung eines Knopfes Nachmittags zwischen g und 4 Uhr entstand bcy einem Un» gewittcr mit südlichem Winde, nebst Hagel und Regen, ein einziger starker Wetterschlag, und verschiedene Leute, die an der östlichen Seite der Kirche wohnten, sahen den Blitz auf das Chor derselben zufahren. Der erwähnte Dachdecker Nierman untersuchte also die Ableitungszurüsiung. Die zu- geschärfte Spitze der AuftangungZstange war aber Unbeschädigt: auch fand sich keine Spur des Uebergangcs vom Blitze aus dem Wetterhahne zu dem Kreuze, darauf er sich herum« drehet, und der Rost von der Stange zwischen dem Kreuze und dem Knopfe war nicht abgesprengt. Der kupferne'Ixnopf aber war von Norden nach Süden mit einem gezahnten Risse so gespalten, daß er nur wenig mehr Zusammen hing, und einige Brocken daraus wcggcsprengt. Auch fand sich inwendig in demselben ein gelb und bläulicht gefärbter Zleck, um welchen das Kupfer glänzend als neu erschien. Uebrigcns aber ward keine Spur von Beschädigung am Gebäude entdeckt." Dag ohne Schaden herunter gelausen, und folglich, wo dergleit chen Strecke von Metallen vorhanden wäre, kein besondet tec Ableger nkthig sei) — Die ganze Anstalt an der Dortmunder Kirche, und andere dergleichen, sind auch gewiß nicht ohne große und überflüssige Kosten ausgeführt. Aus dem Berichte des Nathsherrn 'Ieldmann, von Herrn Hemmer in den Kot. acaN- 'pkecui. palst. Vol. Vl. S. 5-O. u. f. aufgezeichnet, und die Beschreibung des ThürmchcnS (S. 517.) und des gespaltenen Knopfes spsb. II. Kg. lz. 14. erläutert — In der Figllr scheint es/ daß noch eine besondere Stange oben von dem Kreuze zur unterhalb d.Auffangest. H.48. Auffangm,gsst.:c. 109 Daß der erste Zusprang vom Blitze dergleichen Gewalt auf Metalle äussern könne, haben auch mehrere Erfahrungen gezeigt, und die Spuren waren hier klar genug. Sonderbar ist es indessen, daß weder die obere Spitze, noch daö Kreuz, die doch gleich über dem Knopfe standen, getroffen worden. Die Wolke muß also sehr niedrig gegangen scyn, so/ daß sie diesen Gegenstand von der Seite her zuerst erreichen konte. §. 48. Auffauguugsstange durch den Blitz umgebogen. "Im Julimonat F788. traf ein Wetterstrahl den Ablei- ter des Pulverthurms auf der Insel Amak bey Kopenhagen, und die Schildwache sähe die Flamme daran herunter fahren. Die Auffangungsstange war s Zoll breit und einen Zoll dick, und darauf eine kupferne, vergoldete, kegelförmig zugeschärfte, einen Fuß lange Spitze cjngcschroben. Diese Spitze fand man nach dem Wctterschlage von ihrer Hälfte an zu einer wagcrechten Richtung eingebogen, und dabey dieses Ende so bröcklich und gleichsam verkalkt, daß man es fast mit den Fingern zerreiben konnte. „ §. 49, zur Verbnrdung mit dem Kirchendache angebracht worden, da doch die metallene Bedeckung des THÜrmchens UNttN daran stieß. 5) Von dem dortigen Herrn Professor Rngge an Herrn Hemmer, den »z.Jul. 1789 berichtet, und in denket, ^eitch Ptreoch ?al. V»l. VI. ?. ZZ l. angeführt« IIS §. 49. Geringe Beschädigung eines §. 49- Geringe Beschädigung eines bleiernem Ableitnngö-Streifen. Auf einem an der Alster belegenen, etwa 40 Fuß langen Hause war über den Dachrückcn und die beiden Schorsieine, deren jeder etwa io Fuß vom Ende entfernt ist, ein Blcy- Streifen gelegt, und an dem einen Schorstcine eine Auffan- gungsstange errichtet, von welcher, mittelst eines Streifen von Kupferblech, die Ableitung in den Garten bis zur Erde herabging. Am 2isten July, 1792, fiel ein Wetterstrahl auf dieses Haus, welches ein gegenüber wohnender Nachbar deutlich sähe und sogleich meldete. Bey der Untersuchung zeigte es sich, daß der Blitz nicht auf die Stange, sonder» auf das andere Ende des Daches gefallen seyn mußte: denn er hatte da, wo der Vleystreiftn in einer Ecke des dortigen Schorstcins aufwärts ging und mit einer niederwärts gelegten Falze zusannnengefügr war, ein Paar Zoll davon loos und einen großen Nagel, damit er in die Mauer desSchor- steinö bcvestigt war, etwas heraus gerissen, ohne doch de» Schorstein sonst zu beschädigen. Auch war weder am Dache, noch sonst am Gebäude, auswendig oder inwendig, noch an der übrigen Ableitung irgend etwas verletzt, und auch am Ende des Ableiters die Erde nicht aufgewühlt. Die im Hause Wohnenden hatten zwar einen starken Knall, aber keine größere Erschütterung, als bey einem nahen Wctter- schlage bleiernen Ableitungssireifen. ili schlage gewöhnlich ist, verspüret. ES war auch kein Schwc- fcldamps im Hause entstanden *). Der auf die Ecke des Daches gefallene Wetterstrahl war also doch nicht von dort ins Gebäude herab, sondern an dem Blcystrcifcu, über Dach und Schorstein hin, zum Ablener gefahren. Auf diesem Wege muste er aber an dem etwa Z Fuß hervorragenden Schorsteine erst vom Dache aufwärts fahren. Hier traf er nun auf eine entgegenstehende Falze des Bleystreifen, und der Ucbergang von dem untern zu dem darüber gelegenen verursachte die Absprcngnng. Bey dem niedergehenden Theile der Ableitung laßt sich dies verhüten, wenn man alle Falzen niederwärts schlagen läßt, weil dann der Strahl, der von dem Ende des obern Stückes auf das untere zuspringt, nicht auswärts sprenget. Hier konnte man aber nicht voraussehen, daß der Blitz von dieser Seite her kommen würde. Indessen ward nun, wie bey andern nachmals veranstalteten Ableitungen, noch ein Ncbensireifen unten um den Schorstein herum angelegt, Ueberhaupt stehet man, daß, wenn auch dergleichen Verletzung an Metallsircifcn verursachet wird, solches doch ohne große Gewalt und ohne bcträgtlichc Beschädigung am Gebäude geschiehct: da hingegen der Uebersprung an zusam. mengcfügten Stangen heftige Erschütterung u. s. w. verursachen muß. §. so Das Gebäude habe ich nachmals besehen: die Ableitung hat Herr Mettlerkamp untersucht, mir die Verletzung bc, schrieben, und den ausgerissenen Nagel gezeigt, 112 §. 50. Ausbreitung des Strahls §. 50. Ausbreitung des Strahls am Ende des Ableiters. "An dein zzo Fuß hohen Pctcrsthurme in Rostock ließ der Herr Professor Schadelook, da die Spitze mehrentheilS mit Kupfer, und nur an einigen Seiten »och mit Schiefer gedeckt ist, von dem Kupfer des Daches an, langS der et- wa 120 Fuß hohen Mauer, eine Blitzableitung, mittelst eines Z Zoll breiten Kupferstreifcn anlegen. Das Ende derselben, welches in einer Vertiefung auf dem gepflasterten Erdboden liegt, ward zur Befriedigung mit einem Staketwerke aus hölzernen Latten umgehen. Nicht lange nach Anlegung dieser Ableitung fiel 1790. den yten Jul. Hey heftigem Regen ein starker Wetterstrahl auf den Thurm, welcher ohne Beschädigung des ganzes Gebäudes sichtbar an dem Ablei- ter herunter lief. Nur zwey der zu dicht an einander genagelten, und zu niedrig an der Erde geführten dünnen Brct- tcrlatten der Befriedigung, welche dem abgebogenen Ende des Melallstreifen gerade gegenüber lagen, wurden von ihrer untern Bevcstigung abgerissen, an der obcrn aber nur ge- Ivfet. Auch warb von dem Kalk- Überzüge am Fundamente der Kirchenmauer, welches ganz salpctcrig ist und alle Jahr ohnehin erneuert werden muß, etwas durch die Erschütterung abgeworfen. Es ward indessen dabcy nicht der kleinste Stein vom Pflaster aus seiner Stelle gerückt: auch zeigte das En- he des Streifen keine Spur vom Durchglüen. — In einer am Thurme seitwärts angebaueten Wohnung wurden in einem am Ende des Ableiters. 11z „cm kleinen Fenster, welches 11 Fuß von der Leitung entfernt ist, die Glasscheiben heraus, und in das Haus hinein geworfen. In diesem Hause und auf dem Kirchhofe umher ward auch ein Schwefeldunst wahrgenommen." 5) Die Platzung, oder Luft-auödchnung, am Ende des Ableiters ist nicht zu vermeiden. Sie erfolgt bey jedem Ue« Hergänge des Strahls von einem Körper zum andern, auch von einem Metalle zum andern, und bey dem kleinsten Zwischenräume, daher die Glieder der Ketten erschüttert und angeschmolzen werden 55). Es lehrt uns also diese geringe Verletzung an den im Wege stehenden Latten nur, daß wir dem Blitze unten so viel möglich Freyhcit zur Vertheilung auf der Oberfläche lassen müsten. — Viel arger würde aber die Würkung seyn, wenn der Ableitcr in die Erde hinein ginge und der Strahl nicht zum Glück doch meistens sein Ziel an der Oberfläche erreichte. Er würde sodann, wenn er dem Leiter bis zu Ende nachfolgte, nothwendig eine Aufsprcn- gung des Bodens verursachen, wie auch die Erfahrum gen 555) lehren. Das Fenster kann bloß durch die nachschies- sende Luft eingedrückt seyn — Schwcfeldampf erfolgt bey der Flamme, welche auch bey dem breitesten Ableiler nicht zu vermeiden ist. §. 51. p) Aus dem genauen mir schriftlich mitgetheilten Berichte des Herrn Prof. Schadclook. 55) Wie an Maines Ableiler; Vor. Abh. Erf. I ZP. ^6) Unten §. za — Z4, H ! l?4 §' 5 r« Geltung durch eine Strecke Metall §- 5l. Leitung durch eine Strecke Metall in eure Berg- wercks -Grube hinunter, "Am iSten Juny 1787. ward bcy «wem Gewitter tm Frevbergischen daS ans der Beschccrt-Glück-Fundgrube fast auf der höchsten Gegend stehende Hut - und Treibchauo durch einen Wetterschlag heftig, doch ohne weitere Beschädigung», erschüttert , und daö ganz« Gebäude schien als wenn es im Feuer stünde. Dabei)fuhr der Blitz in dein Trcibeschachte, au dem darin angebrachten eisernen Klingcldrathe, welcher 8 bis iO Fuß über dem Boden mit der Klingel anfängt, die Aeichen znm'Aichehlen der Treibe-Tonnen zu gebiNi dient, und aus etwa 5 Zoll starken Drathe mit ein bis 2 Ellen langen Gliedern zusammengesetzt ist, bis zur zweiten Gczeug- sirccke, und von da weiter bis zur dritten Gezcngstrecke und die in derinahligen TreibefchachtS Tiefsten gestandene Was, fer, überhaupt lZZ Sachter, oder über 8so Fuß herunter. Der Drath ging nämlich bis zur zweiten Gezeugstrecke ununterbrochen herab. Das nach der dritten Strecke gehende Stück war zwar davon abgesondert, aber doch nahe dabey — Die in verschiedener Tiefe daselbst befindlichen und des, MS eigentlich abgehörten Arbeiter, deren drei) auch eine Art von cickirischcr Erschütterung empfunden, berichteten, daß sie den Strahl an den, eisernen Drathe von Strecke zu Strecke mcderfahrcN gesehen, und einen Schlag ohngefahr als wenn ein starker Zünder angesteckt worden, gehört hatten — in eine Bergwerks - Grube hinunter. Zr 5 tcn -- Ein starker Strahl muß es nicht gewesen seyn, weil weder eben enn Treibehause, oder sonst, einiger Beschädigung, noch an den Gliedern des Drathes einiger' Anschmel- znng gedacht wird. Ob er durch die in der Firste wie ein Schönstem angebrachte Ocfnung, durch welche die Dünste aus dem Treibcschacht ausfahren, oder bcy der Berstube, in welcher der Kalk von den Fensterrämcn losgerissen und hineingeworfen worden, und welche vom Treibschacht etwa rz Ellen entfernt, und dazwischen die Korbwclle liegt, herein gekommen, laßt man dahin gestellt seyu." Bekanntlich war eö unerhört, daß ein Blitz in die Gruben eines Bergwerks herabgefahreu sey, und Zimmermann, der sich viele Mühe gegeben eine Nachricht davon zu erhalten, hat nichts dergleichen erfahren können. Hier haben wir also ein merkwürdiges Beispiel, da ein Strahl durch eine Strecke Metall tief unter die Oberfläche der Erde hinab gelocket worden, dahin er sonst nie gelanget wäre. Es ward jedoch in diesem Falle die so tiefe Fahrt dadurch erleichtert, weil der Metalldrath in der Grube giemlich frcy hängend war, H 2 §. Z2» 5) Lcmpe, Magaz. für die Bergbau - Kunde zter Thcil S. i;o -- -58 aus dem artenmässigei, Berichte der Herren Berg-Beamten. 55) Wie Herr Lempe aus dessen Obersächs. Berg-Acad. S. -s6. u. f. anführt. ii6 §. 52. §. 5z. Aufsprengzing des Bodens §. 52. Attfsprmgung des Bodens bey einem in die Erde hineingeleiteten Adleiter. An dem neugebauetcn Gartenhause des Herrn Cäsar Godefrov zu Dockenhuden, ohnwcit unserer Stadt, war eine Witzablcitung, auf dem Dache von Vley - an der Mauer herunter von Kupferstreifen angelegt, und das Ende derselben unter den ausscu an, Hause gelegten Steinplatten, etwa 6 Schuhe schräge abwärts in die Erde gesenkt. Hierauf fiel im Juny 1788, bey starkem Hagelschauer, ein Wetterschlag, wie man sogleich aus dem dabey entstandenen Schwcfel- dampfe verspürte. Nun fand man die besagten Steinplatten auf 8 bis iO Schuhe zu beiden Seiten des eingesenkten Ablcitcrö aufgeworfen und etwas von der Mauer abgerückt: uud da, wo sich unten in der Erde das Metall endigte, war der Boden aufgesprengt. Dieser ist mit Sand gemischter Thon, und war, da noch kein Siel oder Abzug am Hause angelegt worden, und folglich alles vom Dach abfließende Wasser sich in die Erde ziehen mußte, ziemlich feucht. Die Spitze de, Stange war etwas gebogen worden, unddcrAblei- tungsstrcifen hie und da, wie auch der Grund der Mauer, da, wo die anliegenden Steinplatten aufgesprengt worden, etwas angeschwärzt, übrigens aber am Gebäude kein Schaden verursachet. *) §- LZ- «) Aus dem Berichte des Herrn Baumeisters Hansen, welcher zugegen gewesen und alles wohl untersucht hatte, wie unter dem Ableitcr. "7 §- 53- «'Nach einer außerordentlichen Hitze, welche 178Z am zten Aug. Nachmittags um Z Uhr den Fahrenheitischen Wärmemesser, im Schatten, auf 89 Grad steigen machte, entstand Zu Bremen um 4 Uhr ein unbedeutendes Gewitter: um 7 Uhr Abends aber ein desto stärkeres An der in dortiger Vorstadt befindlichen Remberts - Kixche, welche ohngefähr 60 Fuß hoch, und mit einem mit Kupfer gedcck« ten Zo Fuß hohen Thurm versehen ist, war im Maymonat dieses Jahrs ein Blitzableiter angebracht. Dieser besteht aus einem 4 Zoll breiten kupfernen Streifen, der da, wo das Kupferdach des Thurms sich endigt, an dasselbe vor» sichtig bevestigt, und, über das Dach und die Mauer der Kirche herunter, etwa ic> Zoll tief in die Erde geführt und mit Oehlfarbe übermahlt war — Verschiedene Leute hatten bey oben erwähnten Gewitter einen Blitz längs dem Thurms und Ableitcr herabfahreu gesehen. An der Kirche war nicht die geringste Beschädigung zu finden: als man aber den Ab» lciter, welcher unten mit einem 8 Fuß hohen Kasten befriedigt war, untersuchte, fand man, daß die Erde, womit das Ende desselben bedeckt gewesen, weggeworfen und auf mehr als einen Fuß tief ganz locker geworden sey. Ferner, daß sowohl an dem mit Erde bedeckt gewesenen Theile, als auch noch etwa 10 Zoll über der Erde, die Farbe am Ab- H 3 leiter wie auch des Herrn A. selbst und mehrerer damals gegcm wärtiger Personen, welche, mir alles an Ort nud Sülle beschrieben. 5 i'lA §- ?Z- §« 54- Aufsprengung des Bodens tr» Zeiter verbrannt und das Kupfer ganz weich und. biegsam geworden, daß also allein das unterste Ende desselben glühend heiß müsse gewesen ftyn.„ Die Einsperrung der Flamme hatte also die grössere Erhitzung des Mctalles sowobk, als die Ausciuanderwer» sung der umgebenden Erde verursachet, §, 54- "An dem Schlosse des Herrn Grafen Torn'ng zu See-r feld, welches 5 Stunden Weges von München, auf einem Sandbcrge liegt, ward unter Aufsicht des Herrn Professor Epp im Iuny i/Zr eine Blitzablcitnng veranstaltet. Der Ableiter, welcher aus eisernen Stangen bestand , ward mit feinem Ende in einem Kanal nnter der Erde bis über die Halste des Sandbergeö hinunter, etwa 8« Schuh weit vom Gebäude ab geführt, und daran befand sich noch ein eiferner mit Spitzen versehener Stern Am zten Aug. desselben Jahrs , Abends um 11 Uhr, fiel darauf ein Wettcrsirahl, verfolgte dem Ableiter so weit er ging, ohne Beschädigung des Gebäudes, brach aber am Ends desselben mit solcher Gewalt aus, daß der daselbst etliche Schuh tief eingesenkte? eiftrue Stern entblößt, und der darauf liegende Sand weit umher zerstreuet ward. „ 55) Wetter-- 5) Noch demBcrichkedcs HertnT. KlMfiei'N Bremen, wcsi 6)er sieh dort um die Blitzableiter fthr verdient gemacht hat, 55) Aus der Müncher Zeitung vom i zten Aug. t/s >. und aus der mündlichen und schriftlichen Nachricht von Herrn Epp selbst, welche Herr Hemmer in der Anleit. S- n S not, u. anführt Er sagt daselbst, der Ableiter sei) i s K»s 14 Schuh tief in den Sand versenkt gewejen. H. 55. Leichenöffnung eines Erschlagenen. 119 Wctterschläge auf Menschen. « S « §. 55> Leichen - Oefuung eines Erschlagenen. "Am 4tcn Aug«, i6yz, ward ein Boot auf der Seine Dom Blitze getroffen. Es befanden sich darin der Abbe Lorraine mit einigen Leuten seines Gefolges. Der Strahl war einem von diesen auf den Hinterkopf zugeschossen, und von dort, ohne weiter» Schaden zu thun, schlaugcnweife ins Wasser gefahren. Anfangs bemerkte man nichts an diesem jungen Menschen, sondern glaubte, da er unbeweglich saß, er wäre eingeschlafen: da man ihn aber aufwecken wollte, fand man, daß er todt sey. — Zwey Stunden darnach ward die Untersuchung und Ocfnung des Körpers von Herrn du Vernay vorgenommen. Aeusserlich bemerkte er am Hinterkopfe zwey über einander befindliche Gmetschrmgen (So?:- ) von sehr kleinem Umfange. Die eine derselbe» ging bis auf die äussere Bcinhaut; die andere war nur ganz oberflachig. An beiden war die Haut leicht angegriffen, (legerement entsmLs,) und die Haare, rund umher> auf einen Zoll breit versengt; übrigens aber alles Äenssers unverletzt. An der Hirnschale fand sich unter der getroffenen Stelle weder Zoruch noch Spalte: auch waren die übrige» Knochen des Schädels unverletzt. Das Gehirn war gleichfalls ganz gesund: nur befand sich auf dessen obern Seite H 4. eine §. 55. Leichenossnnng eines Erft!)lagcnen. eine gelieferte Lymphe, welche sich in die Falten der dünnen Hirnhaut gesetzt hatte. — Die Lungen waren schlaff, und mehr zusammengefallen als man sie bey andern Tobten findet; die linke war an dem Brustfelle angeheftet. Als man sie durchschnitt, fand man die Blutgcvasse so leer, als wenn das Vlut herausgedrückt wäre; aber keine Spur von Ver- sengnng in der Luftröhre und deren Lieste». Das Herz war gesund: der Herzbeutel enthielte vhngefähr einen Löffelvoll ganz klarer Feuchtigkeit. Die rechte Herzkammer und das rechte Herzohr waren von enthaltenem dünnen flüssigen Blute sehr ausgedehnt. — Im Unterleib« waren aße Thcile im natürlichen Zustande.,, 5) Der Strahl scheint von dem Kopfe gleich zu der Oberfläche des Wassers abgesprungen zu seyn. Die Untersuchung des Körpers geschähe von einem geschickten Zergliederer. — Die Hirnschale und das Gehirn selbst waren so wenig als andere innere Theile verletzt: die ausgetretene geronnene Lymphe ist nur für eine Folge des Schlages zu halten. Der plötzliche Tod, das flüssig gebliebene Blut, und die hier, wie in einigen andern Fällen, * *) beybehaltene Stellung der Gliedmassen, zeigt, daß er durch eine unmittelbare Hemmung der Lebens-Wcrkzeuge, nämlich durch die Erschütterung desNerven-Systems, erfolgt scp. Die Lungen müssen eben im Zustande des Ausathmens gewesen seyn. Die Er, stickung .5) Hill. 6el'/tcs6. 6es 8c. 58. Vom Blitz Getodtete. natürlich von Farbe, als wenn es mit einem schneidende» Werkzeuge verletzt wäre." Die abgesprengten Haare zeigen, daß der Strahl auf den Kopf zugefahren set), und doch war er auch hier nicht durchgedrungen, sondern hatte sich überall an der Oberflache des Körpers verbreitet, wo er sich durch die plötzlich« Absprcngung aller Kleider Luft gemacht, ohne die Haut zu versengen. Die Verletzung am Brustbeine scheint also vielmehr durch einen Ruck und Anreibung der eisernen Haken verursachet zu seyn. Der Strahl war durch den schlammigen Boden noch in die Erde hineingelcckt worden, daher daS Loch udb die Aufsprcngung entstanden. § 58. "Am i?ten Zun. 1776. fiel auf dem Felde unweit dem Dorfe Brühl, eine halbe Stunde von Schwetzingen, bey einem starken Regengüsse, ein heftiger Donnerschlag. Dieser traf ein Mädchen von 18 Jahren, welche sich, nebst einem Knechte, unter einen einzeln stehenden bhngefähr zo Schuh hohen großastigen Birnbaum gestellt hatte. Der Blitz fiel auf einen der Hauptaste, »vclchen er sehr beschädigte, einen darauf stehenden Quer - ast abschlug, und darauf an dem Stamme herab fuhr. Hier theilte er sich in zwey Strah- -5) lur ls tcmnerre et lur nn coup lls fonllre, psr Nr. luivi auch im ^ourn. en- cz.cl. 1790. Nuz?. p. Z79. und iLchr. lies ^onrn. 1790. ^«ut. x. 6z eingerückt. §. 58- Vom Blitz Getödtete. 125 Strahlen, deren einer gerade auf den Ropf des Mädchens, der andere in der Richtung zwischen ihr und dem Knechte herab lief. Beide rissen die Rinde auf, ohne das Holz zu beschädigen. Als der zweyte Strahl in die Gegend vom Kopfe des Mädchens gekommen war, hatte er sich guer über gewandt und mit dem ersten vereinigt. So fuhr der Blitz auf die Haube des Mädchens zu, die von schwarzwollcnem Tuche, mit einer sechsfachen Lage von Papier auSgcsieifct, mit Leincwand gefüttert, und vorne mit einem dünnen eisernen Drathe, vermittelst eines schwarzen seidenen Bandchens eingefaßt war. Diesen Drath, der über die Stirne in einer Spitze gebogen war, und von bannen auf beiden Seiten bis an die Ohren herab ging, schmelzte der Strahl völlig bis auf 8 Linien an den beiden Enden. Auf der Stirne war sowohl das Tuch, als das Papier, zwey -Zolle hoch über dem Drathe aufgerissen und zerfetzt, und an der Spitze nach der Nase zu alles, Tuch, Papier, Futter, Bändchen, weggc- schlagen: aufbeydcn Seiten aber nur das Futter und Papier stark versengt und geschwärzt. Indessen war das ganze Gesichti unverletzt: aber aus Nase Mund und Ohren schoß häufig Zölut hervor. Der Blitz war weiter auf die eisernen Haften zugefahren, womit daS tuchene Leibchen vorne herab besetzt war, und hatte darunter die Haut vom Halse bis auf den Magen, besonders aber am Halse versengt. Dabcy war das schwarze sammetne Bändchen, welches sie am Halse hatte, nebst dem weißleinenm HalStuche abgerissen. Letzteres war voll von Blute, und seine bchden Enden, die am Halse !26 §. 58. Vom Blitz Getödtets. zusammen geschlungen gewesen, der Lange nach hie und da zerrissen. Ferner zerriß der Strahl das unter den Haften gelegene Bruststück, welches von schwarzen Tuche, mit dickem Pappendeckel miterlegt und mit Lcinewand gefüttert war, der Länge nach in zwey Stücke, davon das linke auf dem Bodes geschleudert, das rechte aber zwischen die aufgerissene Rinde des Baumes eingesprengt und überall sehr zcrfezt war. Auch das Hemde war in dieser Gegend eine Spannelang herabwärts aufgerissen. Don dem Magen, wo die Hasten ein Ende hatten, sprang der Strahl auf die rechte an de» Daum angelehnte Seite des Mädchens zu dem Rocksacke, darin sich nebst andern Dingen ciu Messer befand, welches aber doch unverletzt geblieben. Das Band, womit der wollene Rock und ein anderes, womit der weiß- keinene Schurz gebunden waren, wurden entzwei) gesprengt» Der Schurz war dabey einen halben Schuh lang aufgeschlizt und um den Riß herum geschwätzt. Von dort ging der Sirahl zum Thcil wieder tmf den Baum zu, lief über die Rinde, welche er doch nicht aufriß, sondern nur stark schärfte, an den Füssen des Knechtes vorder?, schief zur Erde herab, wo er ein Loch von der Größe eines kleinen französische« Zihalerö machte — Das Mädchen ward todt über de» Hügel in den Weg herab geworfen: der Knecht, ob er gleich mcht getroffen war, stürzte doch zugleich sinnlos hinunter, und als er sich wieder erholt hatte und zu Hause 'geführt ward, beste! ihn noch verschiedenem»!? eine Ohnmacht. Er klagte heruach noch über Schmerzen im Kreuze und Mattigkeit H. 59. Oberflächige Verletzung vom Blitze. 127 tigkcit in den 'Beinen. Herr Hemmer sähe den Körper des Mädchens 10 Stunden nach dem Wettcrschlage. Ihr Gesicht war gar nicht verstellt, hatte nicht die Tobten-färbe, sondern sähe anö wie bey gesunden schlafenden Menschen. Als man eö herum drehete, floß ihm das Blut, welches von schöner Farbe war, häufig aus der Nase. 5) §- 59- Oberflächige Verletzung vom Blitze. "Am 2ystcn Juny, 1779, entstand zu Lübeck in den Mittagsstunden ein heftiges, aus Süden herkommendes Gewitter, welches gleich vom Ansauge mit Regen begleitet war. Gegen l Uhr, da es bereits über die Stadt weg nach Norden gezogen zu scyn schien, kam wiederum ein näherer sehr starker Schlag, darauf weiter nichts als ein sehr heftiger Regen erfolgte. Dieser letzteWctterstrahl hatte das äußerste Haus in der Vorstadt, gegen N. N.M. getroffen, welches etwas höher als die davor und ncbcubey liegenden kleinen Gebäude ist. Die darangränzcnde Gegend nach N.N.W, zeigt in bctragtlichcr Entfernung weder hohe Baume noch Hauser, und liegt auch viel tiefer. Daö Haus hat weder Windflügel noch sonst etwas von Metall an Dache oder Mauren. Das Dach, da es an einigen Stellen gegen Süden schadhast geworden, war noch nicht wieder mit Kalk unterstrichen, sondern man hatte nur Strohbüschcl unter die Zusammenfügung der Ziegel gesteckt. Dieses Stroh ward, der Durchnetzung ungeachtet, vom Blitze entzündet, und „ einige 5) /Lct. ac. IM I>aI.IV. x. 87. 128 §-59- Oberflachige Verletzung vom Blitze. einige Dachziegel heruntergcworfen. Das Holzwerk unter dem Dache war nicht mehr verletzt als was man dem daneben glimmenden Stroh zuschreiben konnte. Der Strahl war ferner zu der Rinne, soder vermnthlich metallene Regenröhresj dieses und des dicht daranstosstndenj niedriger» GcbaudcS hingefahren. Von hier war er sichtbar in die derselben sehr nahe gelegene Gipsdecke des an der Erde liegenden Zimmers von letzterem Hause gedrungen, hatte hie und da den Drath geschmelzct und zerstreuet, das Schilf der Tnnchnng angebrannt, Stucke des Gipses heruntergeworfen, und einige Stellen daran nebst dem damit vermischten Sande ange- fchmclzet und verglastet. Nachdem er solchergestalt quer über das Zimmer an der Gipsdecke hingefahren, war er auf ein kleines, achtjähriges, mir dem Rükken gegen das Fenster, auf einer niedrigen Bank sitzendes Madchen zugesprungen, ohne das nahe dabey befindliche Fensterbley zu verletzen» Er traf die rechte Schulter, lief unter den Kleidern amRük- ken ein wenig hinab, streifte die Haut unter dem rechten Arme, mitten über den Bauch, und am hintern Theile des linken Dickbeines bis auf die Hälfte. Sodann fiel er auf die Wade, verbrannte die Haut der linken Seite dieses Fußes über dem Knöchel bis an den Plattfuß hiinrb, und fuhr endlich durch die Seite des Schuhes in den Fußboden. Das Hemde war, so weit der Blitz die Haut gcstrcifet, völlig verbrannt, der wollene Rock versengt, und in dem linken Slrumpf mehr als a6 Locker gerissen. Wo der Strahl endlich, ohne Verletzung der Schnalle, an der linken Seite deS §.59« Obcrflachige Verletzung vom Blitze. 129 des Schuhes herausgefahren> da war ein klcineö rundes, nicht rauhes, sondern als eingebranntes Loch. Die Spur, wo der Blitz von der Schulter bis zum Fuße den Körper gestreift hatte, war anzusehen, als wenn ein glühendes Z Finger breites Eisen zwischen den Kleidern und der Haut durchgezogen worden. An einigen Stelle» waren sehr große Zölascn entstanden, davon die meisten bcy Abziehung der Kleider zerplatzt worden. Das Kind wußte noch alle Umstände, vor und nach diesem Unfälle zu erzählen, war sich aber keiner besondern Erschütterung bewußt. Nach acht Tagen waren nur noch wenige kleine eiternde Stellen und Streifen hie und da übrig, und das Wundfieber völlig verschwunden. Zwo andere hoher sitzende und größere Perso, ncn, nebst dem vor diesem Kinde stehenden kleinen Bruder, blieben ganz unbeschädigt — Das entzündete Stroh am Dache ward bald gelöschet, und im Hause war weiter kein Schaden entstanden: das Zimmer aber war mit Staub und Dampf erfüllet.,, *) Ob auf dem Hause ein Schorstein, verletzt ober unverletzt, gewesen, wie eigentlich die Rinne oder Regenröhre beschaffen war, ob die unverletzten Personen auch der Fensterbank eben so nahe gewesen, u,d.gl, wird nicht gemeldet. §. 60« 5) Bon Herrn Rohlreif beobachtet, und in den Lübeckschen Anzeigen r?7K im «ssten Stück beschrieben. Ä rzo §. 60. Oberflächlge Verletzung vom Blitze. §. 6o. "Den zoster, Brachmonat 1778 erhob sich Nachmittags zwischen 4 und Z Uhr ein heftiges Gewitter. Ein Soldat von der Manhcimischen Besatzung, der nach dem eine Stunde von dort gelegenem Dorfe Mundenheim gehen wollte, ward nahe an diesem Orte vom Regen überfallen. Er stellte sich unter einem großen Bcllcnbaum, an den: er sich mit dem Rücken anlehnte, und eine Weibsperson stellte sich gerade vor ihm hin. Jener hatte eben die Augen aufwärts nach den Aestcn gerichtet, um zu sehen, ob sie ihn dicht genug bedeckten, als der Blitz auf ihn herab schoß. Cr ward zu Boden geworfen und auf eine Zeitlang seiner Sinne beraubt. Die Weibsperson ward nur leicht am Fuße getroffen und nicht umgeworfen. Der Soldat ward in ein HauS des genannter, Dorfes gebracht, wo er nach einigen Stunden von der Betäubung zurück kam. Er wüste aber nichts von dem ganzen Vorgange, sondern der letzte Gedanke, dessen er sich erinnerte, war, daß er nach den Arsten hinauf gesehen habe. Der Strahl war svon dem Stamme deS Bäumest auf ein tombackencs Halsschlößchen zugesprungen, an dessen linken Seite der abgerundete obere und untere Rand, wie auch der untere von den dreien nach den Hals zu stehenden Knöpfen, an welchen die Binde bevestigt war, stark angeschmelzt wurden. Oberhalb des Schlößchens waren ihm am Genicke die kurzen Haare bis auf die Haut abgebrannt und diese daselbst kohlcnschwarz geworden. AuS dem linken Ohre lief ihm etwas Lwt, es sausete ihm darin vnd §. 60. Oberflächige Verletzung vom Blitze.' xzr und er hörete nicht wohl damit: doch hat er sonst nicht das geringste Ungemach am Kopfe verspüret. Von dem Knöpf- chen war der Blitz auf den Hals zugefahren und hatte denselben unter den geschmelzten Metalltheilen stark verletzt, im dem Haut und Fleisch weggcschlagen waren. Der Strahl hatte sich darauf getheilt und war über beide Arme herab gelaufen. An dem linken fand sich ein rother 6 Linien breiter Streif, der von besagter Wunde bis zum Oberarm gerade fort lief, darauf sich nach dessen innen, Seite zog und ^ über diese bis an die Mitte des Vorderarms, wo sich die metallene» Knöpfe an dem Aufschlage des Rockarmels befanden, herab ging. An der Handwurzel, an welcher zwey Paar metallene Hemdsknvpfe lagen (weil er Oberärs mel an hatte) waren die Härchen auf der Haut versengt und er empfand daselbst einen empfindlichen Schmerz, welcher die Bewegung der Hand hemmte, in Z Tagen aber völlig vorüber ging. Mitten auf der rechten Achsel war eine Wunde von einem halben Zoll im Durchmesser, und nahe dabey sing ein schmaler, 2 Linien breiter rocher Streif an, der sich in geradem Striche bis an das Schlüsselbein erstreckte und an zweien Orten verschiedene kleine Aeste von sich gab. Ein anderer rother Streif, der mit dem auf dem linke« Arme von gleicher Breite war, lief über die äussere Seite des Armes von der Schulter bis an die Halste des Vorderarmes in gerader Linie herab. An derHaudwurzel war eine besondere Wunde von 1 Zoll im Durchmesser. Auch hier waren die Härchen versengt, die Hand schmerzte uud war Z s ttwsß ZZ2 H. 60. Obersiachi'ge Verletzung vom Blitze. etwas gelähmt: doch dauerte dieses nicht so lange als.an der andern. Der untere Leib war, nach dem Berichte des Wundarztes, ganz unverletzt: nur ging ein schmaler dunkel- rother Streif über die obere Seite des linken Schenkels, wo der Säbel hing, bis beinahe an das Knie herab. Zwey Tage lang spurte dieser Mensch ein heftiges Drücken auf der Brust und Beschwerde im Athemholen. Die Kleider und das übrige Metall, was er bey sich hatte, waren unversehrt — Den Uten Hcumonat war er schon ganz wieder hergestellt: auch hat er sein Gehör mit der Zeit wieder vollkommen erhalten. „ ") Haut und Fleisch sollten am Nacken wcggeschlageu seynl und doch war der Verletzte in eilf Tagen schon völlig gehcilet. Gewiß ist nur die Haut versehet worden, und auch dieses würde nicht so stark erfolgt gewesen seyn, wenn es nicht das anliegende glühende Metall verursachet hätte und wenn die Flamme Raum gehabt hätte, sich auszubreiten — Vielleicht hatte auch hier, wie Z. 57 das Schlößt chen nur durch den Ruck etwas Haut abgerieben. So heißt es auch bey einem zu East-bvnrn vom Blitz Getroffenen, der Arm u. s» w. wären sehr verbrannt und das Fleisch zerrissen worden: 5-«-) und doch wird der Heilung gar nicht einmal erwähnt. Man kann sich also auf der- 5) Von Hemmer in den Lot. acaci. Ttieoä. ?al. Vol. V. x. lzi beschrieben. 55) ?hil. Trans. I^XXI. p. 4z, milersb!^ lcorckest anä tlie llosti torn. §, 6l. OberflächM Verletzung vom Blitze» izz dergleichen übertrizbene und yicht genau bestimmt«Ausdrücke nicht verlassen. §. 65. " In dcrstlbigen Viertelstunde, da auch ein Blitz auf Sie Kirche zu Wachenheim fiel, nämlich A vor 12 Uhr am Lüsten Jnnii 1786 traf ein Wetterschlag ein Haus zu Türk- Heim, welche Stadt eine Stunde Weges von jener an eben dem Gebirge liegt. Der Strahl fiel an der westlichen Seite, wo das Gewitter her kam, auf die Lcks' des DachcS, welche zerschmettert ward. Er zerriß hierauf zwcy Balken, drang memo kleine Kammer, und von dieser in eine andere darunter liegende» Da, wo er durchgedrungen war, hatte ir die Gipsdcckr sehr beschädigt, und war dem Drache darunter, wie die Spuren zeigten, weiter nachgelaufen» Ferner war er auf daö nächste Fenster zugefahren, au welchem 6 Scheiben zerbrochen und das Zöley angeschmelzed worden. Nahe an diesem Fenster stand die Frau von Vean- fort, mit der rechten Seite dahin gekehrt. In ihrer Linken stand ihre Schwester: ihr Sohn kniete mitten in der Kammer, um eine Rsifekiste auszupacken, und nahe bey diesem stand der Fuhrmann, der sie gebracht hatte. Der Strahl H-wang von dem Fenster auf die rechte Schulter der erstgedachten Frau, lief über den Arm bis an denEll bogen herab, sprang von diesem, der am Leibe anlag, auf die Hüfte, lief I Z weiter 5) Nachmittags nm ? !Hr zog daS Gewitter ziemlich tief über tue Z Smndeu von Wochenheim gelegene Stadt Nlauheuu. /litt. 'Ichooä. bal. Vi p. 3.2^. 5Z4 §« 6l. Obsrsiächige Verletzung vom Blitze. weiter über einen Thcil des- Unterleibes/ und endlich am Schenkel und am Fuße bis an die Zehen herab. In diesem ganzen Striche war die Haur stark verbräm«, besonders aber am Arme und an der großen Zehe» Sie siel ohne Besinnung nieder: die Ucbrigen, welche sich im Ammer befände«, waren nicht getrosten inrd liefen hinaus auf den Gang! der Sohn aber lief zurück, suchte sie tappend, da er vor dem Dampfe, mit welchem das ganze Haus erfüllet ward, nicht sehen konnte, fand sie auf dem Boden ausgestreckt, schleppte sie hinaus in die Lust, wo sie nach einiger Zeit wieder zu sich kam, aber von allem, was vorgegangen war, nicht wußte, indem sie weder den Blitz gesehen, noch den Donner gehört hatte. Die Brandstellen wurden zwar bald gchcilet: aber sie bekam nicht lange hernach geschwollene Füße und Schmerzen darin, wie auch nachher in dem getroffenen Arme, welche sie doch anfangs nach der Heilung nicht gcspürct hatte. Auch wollte sich ihre Reinigung, verschiedener angewandten Mittel ohngeachtet, in einigen Monaten nicht wieder einstellen. An dem Arme war bis an den Ellbogen das Hemde nebst der Jacke ganz zerrissen: der baumwollene Strumpf war auch an der äussern Seite, vom Knöchel bis au die Spitzen der Zehen auf 7 Zoll lang ganz aufgerissen «nd zerfetzt. Der baumwollene Schuh war an eben der Seite sehr zerrissen, das Vorderblatt der ganzen Länge nach von der Sohle abgesprengt, und endlich war durch die Sohl« selbst, nahe an ihrem rechte» Rande und einen Zoll weit vs» ihrem vordem Ende, ein rundes Loch, einer §. 61. Obcrflachige Verletzung vom Blitze. izz einer Erbse groß/ durchgeschlagen — Unter dieser Stelle nun, wo die Frau gestanden, hatte der Strahl ein rundes Loch von einem Zolle im Durchmesser in den Fußboden geschlagen, war dadurch in das untere Stockwerk gedrungen, daselbst alle Zimmer, nach Leitung verschiedener Metalle, lind mit vieler Beschädigung durchfahren, und hatte sich endlich im Keller eine Oeffnung in die Erde gemacht — In der oben erwähnten Kammer war die Reisekiste durch die Gewalt des Blitzes bis an den irdenen Ofen hingeworfen, von welchem auch ein betragtlichcö Stück abgeschlagen Korben.,, **) Hier stehet man, daß der Strahl, welcher offenbar Mittelst des Körpers der Fran herabgeleitet worden, doch nur an der Oberflache desselben einher, und nicht durchhin gefahren sey, ohngeachtet er noch so viel Kraft hatte durch den Fußboden zu dringen und in den untern Zimmern verschiedenes zu beschädigen« Daß er sich aber im Keller eine Oefnung in die Erde gemacht habe, kann ich nicht umhin, (so wie §. zz.) für eine blosse Dermuthung zu halten, als ob der Blitz wohl dahin gelanget seyn müsse. Denn eS wird nur so schlechthin ge- siigt/ ohne irgend einen Umstand anzugeben, ob die Keller- I 4' maner 5») Von Herr» »Hemmer in den Lot. Vtwc>6. polst. Vol. VI. p. ZZ2. u. f. beschrieben — Zn dem Thurm zu Wachenheim war der Blitz zweien Personen, mit Verc brennmig der Haut, Zerreißimg der Kleidungsstücke und Betäubung der Gliedmaßen, über die Beine gefahren Das. S. Z29. u. si / ' ' ,. iz6 §. 61. OberflächigcVcrs.lc. §.62. Blitz,der:c. maucr oder sonst etwas daselbst beschädigt geworden? wo die Oefnung in dem Fußboden, oder wie tief sie gewesen, u. s. f. Sonderbar wäre es doch immer, daß es Herrn Hemmer zu verschiedenen Mahlen vorgekommen, da es bekanntlich sonst etwas ungewöhnliches ist, daß der Blitz in die Keller, und sogar noch liefer hinein dringet. Von dem zu gleicher Zeit geschehenen Wetterschlage auf die Kirche zu Wachenheim, welcher, nach verschiedener zerstrcuctcn Beschädigung, am Ende, ohngefahr 5 Schuh über der Erde eine flAoll lange Spalte durch die 1^ Schuh dicke Mauer geschlagen, und also noch Kraft genug hatte, sagte er, (S. Z28.) "der Strahl sey zrveifelsphnc an der Außenseite der Kirche in den Boden gefahren: davon aber doch keiner daselbst eine Spur entdeckt habe.,» §- 6-. Blitz, der sich auf mehr Personen vertheilt hat. "Am Zten Sept. 17L'. zog, unter mchrern, eine Gewitterwolke, die um das südliche Ende des Deistcrgcbürgeö her kam, mit Hagel Sturm und Platzregen, südlich etwa eine halbe Meile vor Hannover vorbey, und traf die Gegend wo zwcy Bataillons Artillerie ein Ucbungslager bezogen hatten. Einige der Zuschauer flüchteten auf ihrem Rückwege zur Stadt einer Hecke zu, in welcher verschiedene gckapte und in vielen Zweigen wieder ausgewachsene Eichbaume standen. Der an der westlichen Ecke dieser Hecke stehende ist etwas grösser und höher als die übrigen in der Reihe, und §.62. Blitz, d.sich auf mehrPers.vertheilthak. IZ7 «nd von der Seite von welcher das Gewitter herkam a rf iczoo Schritt der höchste Gegenstand: weiter nach Nordosten aber stehen verschiedene ungekapte, wohl 10 bis 15 Fuß hö- here Eichbäume. Unter, und dicht hinter jenem erstgenannten Baume, welcher aus drcyen dicht bey einander aus einer Wurzel hervorgewachsenen Stämmen bestand, hatten 8 Personen Schutz genommen, und darunter ein Knabe sich zwischen zwecn der Stamme angelehnt. Nun traf ein Wct, terstrahl den Daum, welcher in der Höhe von etwa 16 Fuß gekapt war, dessen hervorgesproßte Zweige aber, die sich in dünne Ruthen endigten bis zu einer Höhe von etwa 27 Fuß aufgeschossen waren. Alle diese häufigen Zweige waren unversehrt: nur an dem Stamme, welcher am meisten südlich steht, waren unter einem 10 Fuß hoch von der Erde befindlichen mit hervorgesproßtcn Zweigen bedeckten Auswüchse an der östlichen, von dem Platzregen nicht getroffenen Seite, die Spuren des Blitzes sichtbar. Man fand nämlich daselbst zwcy frisch ansgcfurchte etwa 4 Zoll von einander hinablauf- fcnde -Vertiefungen, deren eine iz, die andere 21 Zoll lang, und welche an einige« Stellen Z Zoll breit waren, aber nicht tiefer als die etwa 6 Linien dicke Rinde gingen. Die am Baume gebliebene Rinde war am obern Ende dieser Furchen glatt abgeschnitten, am untern aber widerspäuig und wie in Borsten sträubend. Das entblößte Holz darunter war uu- ausgehöhlr und unversehrt geblieben. Ucbcr diesen bcyden Furchen waren in der Oberfläche der Rinde einige schwache Spuren, welche vermuthen liessen, daß der Blitz sich über I 5 jenen lZ8 §.62. Blitz, der sich auf mehr Pers. vertheilt hat. jenen Auswuchs des Baumes von der westlichen zur östlichen Seite herum geschlungen habe — Gerade unter dieser Spelle hatte sich der Knabe befunden. Der Hutkipö desselben war in viele Stücke zerrissen und umher zerstreut, und von dem darin befindlichen Ziegenhaare sowohl als des Knaben abgesengten Haaren hatte etwas noch über der Stelle wo er gesessen an der Rinde des Baums gehangen. Die aus einem wollenen Kamisol, Brusttuch und Beinkleidern bestehende Kleidung soll ganz zerrissen, auch die Knöpfe daran und die zinnerne Schnalle des einen Schuhes angeschmelzt gewesen seyn. An dem andern Schuh, der vom Fuße herabgcschlagcn war, fand man das Oberleder von dem Orte der Schnalle an, welche aber nicht gefunden ward, bis zur Spitze desselben, wie auch die Hintcrnath aufgerissen, und an der ganzen rechten Seite die Sohle davon abgetrennt, aber so wenig daran als an den Stücken vom Hute, Spuren von Verseng« ug. -- Unten, dicht an der Stelle, wo der Knabe gesessen hatte, war eine Verletzung an der Wurzel des Baumes sichtbar, und ein Loch in dem Rasen daselbst befindlich. — Cr war augenblicklich erschlagen. Wey Untersuchung der Leiche fand man an der rechten Seite des Kopfes, in einem Umkreise von 4 Zoll, alle Haare wie abgeschoren, und die kahle Stelle mit versengten Haaren umgrenzt. Hintee dem Ohre waren 2, als von einem Messer geinachte fass einen Zoll lange Einschnitte in der Haut. Aus dem Ohre stoß Helles Blut. Von dort, an der rechten Seite deö Halses, über der Brust, am Bauche herunter, über dem linken Scheie §. 62. Blitz, der sich auf mehr Pers. vertheilt hak. IZ9 Schenkel, bis eine Handbreit oberhalb des KnieS^ sähe man verschiedene rothe, breite, in gleicher Richtung laufende Streifen, die sich nach unten zu gegen die Füße spitzig endigten. Zwischen diesen waren viele kleine, etwas in die Haut dringende Eindrücke, gleich einer leichten, durch eine» Schuß mit Hagel geschehenen Beschädigung, von dmcn indessen keiner durchdrang. Eben solche kleine Grübchen waren auch am linken Oberarme zu sehen. Am folgenden Tage, da man den Leichnam bfnen wollte, fand man die Haur, da, wo die rothen Streifen gewesen, schmutzig gelb, und hart getrocknet. Die äussern Bedeckungen des Kopses waren im natürlichen Zustande, auch da, wo sie von Haaren glatt »raren. Bey Untersuchung des innern rechten Ohres traf man auf die Gehvrknochen, ohne ein Trommelfell zu finden. Als die Bedeckungen des Hirnfchadels durchschnitten wurden, lief ungewöhnlich viel Blut heraus, und über der N rsc hatte sich mehr als ein Loth gesammlet, so, daß die Haut daselbst vom Stirnbein abgetrennt war. Auch fand sich an der rechten Seite des Hinterhauptes und in der Schlafe ausgetretenes Blut, und aus den kleinen Oefnungen des Schädels drang, nachdem man die Knochenhaut abgesondert hatte, klares Blut hervor. An dem Schlafbeine, beym G«hörg«nge, war eine Spalte, die sich nach unten theilte, und einerseits, nach aussen, zu dem Gchörgange; andererseits, nach innen, über den sogenannten feisigtcn Theil desselben erstreckte. Eine andere Spalte befand sich an der hintern obern Ecke des rechten Seitenhauptsbeinö, die, so wie die vorige, ganz durch» 140 §.62. Bliß^der sich auf mehrPers. vertheilt hat. durchdrang. Unter beiden diesen Spalten lag über der harten Hirnhaut ausgetretenes geronnenes Geblüt. Unter dieser Haut zeigten sich die mit Blut stark angefüllten Gcvässe auf der rechten Halbkugel des großen Gehirns. In der Gegend deS Schlafbcins war viel ausgetretenes Blut, davon sich ein Thctl selbst zwischen die Krümmungen des Gehirns eingesenkt hatte; auch lag ans der häutigen Bedeckung des kleinen Gehärns, und auf dem Grunde des Schädels flüssiges ausgetretenes Blut. Die linke Halbkugel des Gehirns, das kleine Gehirn, und aste 4 Höhlen waren im natürlichen Zustande, und am ganzen innern Kopfe nichts weiter merkwürdig. Ijn der Brust fand man ebenfalls alle Thcile im gesunden Imstande, nur schien der untere Flügel der rechten Lunge an der innern Seite etwas mehr als gewölchlich mit Blute angchüllt. Die vordere oder rechte Herzcnskammcr war von Bllutc leer; die Hintere hingegen von geronnenen Blute ausgedehn t. Der Mageu war mit Speisen angefüllt; an den Eingeweides im Bauche konnte man ebenfalls nichts widcr- Natürliches bemerken. Die Tue ausführliche Nachricht von diesem-Wettersihlage iss von Herrn Hösbach Bbell, der die Umstände selbst unter: sucht hat, m das hannöv. Magaz. 178'. 8« — 82 St. m-d die Beschreibung dessen, was bey Besichtigung des Lci'chnams gefunden worden, vom Herrn Dvct. (h. Zf^. A'üeycr im 82 u. Sz.St. S. > zoz— iz.,6- eingerückt — Ueder diese und folgende Wahrnehmung habe ich Anmer: Zungen geliefert, die daselbst ixsa im 2? u. assten St. aufg enonune» wachem §. 62. Blitz, der sich auf mehr Pers. vertheilt hat. 141 Die Spur eines Wetterschlages ist an Baumen nicht allcmahl, seiner ganzen Bahn nach, zu entdecken. So sähe ich im Sommer 1781, unweit dieser Stadt, einen Baum, auf welchen der Blitz gefallen, und wo doch nur mitten am Stamme die Aushöhlung der Rinde anfing, ohne das oben etwas wahrzunehmen war. Aber auch diese Spur lief nicht weiter herunter, und etwas tiefer zeigte sich wieder eine andere Usch kürzere, da doch dtr Strahl sicherlich seinen Weg in einem Striche, und bis zur Erde verfolgt haben mußte. Er kann also zuweilen, (wie Z. 65) besonders an den jungen und benczten Zweigen, über die Oberfläche herab- fahren, ohne einzudringen. — Der Stand des Knaben an der östlichen Seite des Baums hat, ohngeachtet sie vor der Venetzung des Regens geschützt war, den Blitz nach dieser Seite hingelockt, und der Absprung vom Stamme, unter dessen Rinde er herabgefahren war, ist durch die zerrissenen sträubigen Splitter bezeichnet. — Die Spuren an des Knaben Leibe zeigten eine bloß von aussen durch den Au- sprung des Blitzes geäusserte Gewalt, mit Quetschung und Zerbrechung. Der Blitz war aber weder mit Durchbohrung des Schädels, noch, welches diesen Fall besonders merkwürdig macht, durch die gemachten Spalten, inwendig hineingedrungen, sondern nur an der Oberfläche, bis zu den Füßen heruntergefahrcn. Der Umlauf des BlutcS scheint hier nicht in den Lungen angehalten zu scyn: eö war aus der vorder« Herzkammer durch die Lunge zum Herze« zurückgekehrt; mußte aber beym Eintritte in die Blut-Adern des 142 §. 6z. Blitz, der sich auf mehr Pers .vertheilt hat. beS übrigen Körpers gehemmt worden seyn, stockte also in den Puls-Adern, besonders im Kopfe, und in der hintern Herzkammer, und blieb, wie bcy dem plötzlichen, vom Blitze verursachte» Tode gewöhnlich ist, großen Theils flüßig. §. 6z. "Ganz nahe neben dem oben erwähnten erschlagenen Knaben, und zwar gegen Osten, wo der Sturmund Nege» hinging, standen 4 Manner, deren Kleidungen bereits mrh« rentheils durchnässet, und sie selbst durch das Laufen i« Schweiß gesetzt waren. Plötzlich sahen sie den Blitz, als ei, «en großen Klumpen Feuer auf sich zufahren. Dem am Baume und an dem Knaben zunächst stehenden, war der rechte Rock-Ermel an 5 Stellen nahe bey «inander, und darunter auch das Hemde durchlöchert. Der Arm war an eben diese» Stellen leicht an der Haut verfehlt. Von dort waren verschiedene Strahlen um den Arm herumgelaufen, und hatten die Haut mit den Haaren versengt — In der lin» kcu Rocktasche steckte ein in Papier gewickeltes Pfeiffenrvhr von Horn oder Fischbein, mit gedrehtem unächten Silber» drath umwunden. Das Rohr selbst, der Pfeifenkopf und dessen silberner Beschlag war unverletzt: der Drath aber halb geschmolzen. In der Tasche war kein Loch durchgeschlagen: sie war aber inwendig schwarz, und das Papier schwarz, mit gelben und violetten Farbcnspielungen bezeichnet. In der rechten Seite des Rockes zwischen Arm und Tasche war hingegen an zwey Stellen der zwirnene Aufzug des Sowmer- zcuges zwar unverletzt, der wollene Einschlag aber wegg« nW tz.6z. Blltz, der sich auf mehr Pers. vertheilt hat. 14z tissm und das wollene Unterflitter thcils versengt, thcils durchbohrt. Der Strahl war von dort zu der goldenen Uhr hingefahren, hatte im äussern GeHause zwischen dem Gewinde und dem Glase cm Loch durchgeschmolzen, das Glas zersprengt und die tomdackcne Uhrkette, welche mit in die Uhrtasche hineingesteckt war, fast in allen Gliedern angeschmolzen: das Uhrwerk selbst aber weder verletzt noch in seinem Gange gestöhrt. Von dort war der Blitz, mittelst verschiedener im Hemde verursachten Durchlöcherungen, auf die Haut zugefahren, welche dadurch theils verbrannt, thcils stark gequetscht worden, und so war er weiter an der Oberfläche bis zu den Fußsohlen hinabgefahren. Vier Streifen hatten sich am Unterleibe herum, nach dem linken Beine hin gewandt: drey andere schwächere waren am rechten Beine herab gelauffen. An allen war das Haar abgesengt und die Haut verbrannt, so daß am zweiten und dritten Tage noch Brandblasen entstanden sind. Auf der Jnnseite der weiße« wollenen Unterstrümpfe war der Weg aller dieser Strahle« durch gelb versengte Streife bezeichnet. Besonders aber war eö, daß an beyden Beinen, da wo die aus bläulichen Tuch- Ecken bestehende, Kniebändsr gewesen, die Spuren der Strahle» aushörten und unter denselben wieder anfingen. Diese liefen bald vereinigt, bald wieder getheilt, auswärts an den Waden bis zur Fußsohle herunter, wo am rechte« Fusse noch bey der Ferse eine ziemlich große versengte Stelle auf der Haut, am linken auch verschiedene ganz kleine Locher im Untersirnmpfe gebrannt waren. Die weissen baumwol- kenm 144 §- 6z- Blitz, der sich auf mehr Pers.vertheilt hak. lenen Oberstrümpfe waren ganz uuvcrfihrt geblieben und zeigten auch da nicht eimnahl eine Spur, wo die Vcrscngun» gen an den Unterstrümpfen aufhörten. Auch schien das Geld in der Tasche nebst den Knie - und Schuhschnallen um berührt geblieben, obgleich die Blitzstrahlen zum Theil ganz dicht darunter herabgelaufen waren.,, " Der Zweite von dieser Gesellschaft hatte ein blautu- chencs mit einer silbernen, etwa Strohhalms dikkcn Schnur eingefaßtes Kleid, mit Kursen, die mit demselben Tuch überzogen und mit einem kleinen gestickten Rande von Silber versehe» waren, angehabt. Der Strahl war ihm, wie die Spuren zeigten gerade vor der Brust auf die Schnur deS daselbst zugeknöpften Kleides zugefahren und an selbiger her- abgelauffen. Wo daS Kleid nicht mehr zugeknöpft gewesen, war ein Theil desselben linkerseits durch die halbseidene Weste durch auf die Haut zugesprungen: der andere aber an der rechten Seite des Rockes bis zu Ende deS Schoosscs an der Schnur herabgelaufen und hatte das Silber von der Seide derselben weg geschmclzet. Auf dem linken Nockschoosse war auch an der Schnur bcy der Tasche und auf der an den Fakten herabgrhenden Schnur das Silber abgeschmolzeu. Die Seide derselben war allerwärtS ohne sichtbare Verletzung geblieben : auf bcydcn Seiten aber der herablauffenden Schnur zeigten sich auf dem Tuche des Nockes und auf der halbseidenen Weste schwarzgeflammte 4 bis i Zoll abwärts gehende Spuren. An dem wagerechten Thcile der um die Ta- fchenpatte befindlichen Schnur waren sie oberhalb derselben fast §. 6Z.' Blitz? der sich aufmehr Pees. Verth eilt hak. 145 fast gar nicht, unterhalb aber von 6, 8 bis iz Zollen lang sichtbar. Da wo die Schnur vom an der Patte ihren An» fang nimmt, und unten bey dem vorder» Winkel derselben, war ein Strahl durch alle Kleidung bis auf die Haut durchgedrungen, und hatte dieselbe nebst den darauf befindlichen Haaren versengt. Diese durchgedrungenen Strahle waren noch etwa eine Spanne lang am Zinken Oberbeine herabge» fahren: daselbst aber hatten sie sich wieder nach der bis dahin unversehrten Einfassungs-Schunr des RockschoosscS gewandt, so daß auch daran bis zu Ende der Silberbrath geschmolzen und ein fingerbreiter schwarzgeflammter Rand auf dem Tuche zurückgelassen war. Auf diesem Wege waren an vier Stellen runde eingebrannte wie ein Nadrlkopf grosse mit einem versengten Rande umgebene Ldchcr in dem Tuche des Nockes verursachet und unter denselben in dem aus bläu» Uchen Schallon bestehenden Unterfutter gesengte Stelle«. In der halbseidenen gelb-gestreiften Weste aber ist an eben den Orten ein größeres s Zoll langes, A Zoll breites Loch dergestalt durchgeschlagen, daß der seidene Aufzug weggerissen und der leinene Einschlag geblieben ist. Durch das Unterfutter der Weste, auö schlesischem Leinen, war der Blitz an zweien Stellen so gefahren, daß er sich durch die Fäden hingedrängt hatte, ohne sie zu zerreißen. So war «r auch an zweien Stellen der Beinkleider, wo er durch das Tuch Löcher geschlagen hatte, durch den darunter befindlichen Pärchen ohne Versengung, und ohne die Faden zu zerreißen, wje durch einen Sieb gedrungen. Das Hemde war aber K unter 146 §. 6z. Blitz, der sich auf mehr Pers. vertheilt hat. unter besagten Stellen löchencht und schwarz gebrannt. Wo der Blitz bis auf die Haut gedrungen, war diese doch »ur an der Oberfläche versengt, und als leicht gequetscht anzusehen: nur auf der linken Hüfte soll eine kleine blutende Wunde bemerkt worden seyn. An den Beinen ward keine Spur gefunden, und nur der eine vom Regen bereits durch- näßte baumwollene Oberstrumpf war vorne etwas angeschwärzt — Die goldene Uhr mit tombackener Kette, die Knie, und Schuhschnallen und das Geld in der Tasche dieses Verletzten waren unversehrt geblieben: auch war der in Silber gestickte Rand der Knopfe, die doch dicht an der geschmolzenen Einfassungs-Schnur sagen, unberührt. Nur an dem einen Knopfe auf der linken Hüfte über den Rock- falteü war die Einfassung halb herum geschmolzen, zu welchem nämlich ein Strahl von der Taschcnpatte und von da weiter zu der in den Falten herabgeheuden Schnur gcsprun- - gen war, und auch eine Verletzung daselbst an der Haut verursachet hatte,,, "Der Tritte nebenstehende Mann war von einem Strahle dieses Blitzes etwa einen Finger breit über dem rechten Knie getroffen, woselbst das Tuch der Beinkleider etwa Z Zoll lang zerrissen, die Faden des darunter befindlichen Pärchens aber auf2Zoll lang und cinenZoll breit nur sieb- artig geworden. Das Knieband hierunter soll etwas am Rande eingerissen seyn. Der flvretseidene Ober strumpf war unter dieser Stelle, etwa einen Zoll breit und zwey Zoll lang, durchlöchert und umher gelblich versengt; der baumwollene Unterstrumpf in einer ! §. 6z. Blitz, dersichauf mehr Pcrs. vertheilt hat. 147 einer eben so großen gelblichen Stelle mit zweien Löchern durchbohret, und darunter die Haut auf drittehalb Zoll lang und eine» Zoll breit etwas verletzt. Von da war ein leichter rvther Strich nebst halbversengtem Haar über das Knie an der Ausscnseite des Beins, bis fast zum Enkel hinab, auf der Haut zurückgelassen. Der baumwollene Unterstrumpf sowohl als der Oberstrumpf zeigte auf der innen, Seite einige halb persengte Spuren, und etwa einer Handbreit über dem Schuhe war ein sich auszeichnender gelbvcrsengtcr Fleck an dem seidenen Strumpfe, weiter unten aber keine fernere Spur befindlich. — Die goldene lackirte Uhr mit einer stählernen Kette, das Geld, die Schnallen, und die stählernen Knöpfe des Kleides waren ohne sichtbare Verletzung geblieben.,. " Ein vierter war nur an seinen Schuhen verletzt. An zweyen Stellen des rechten war das Oberleder von der Sohle abgerissen, der linke an drcy Orten fein durchlöchert, und mitten unter der Sohle desselben eine als mit Schießpulver verbrannte Stelle zu sehen.,» "In geringer Entfernung von diefer Gesellschaft hatten auch drey Weiber Schutz vor dem Regen genommen. Sie wurden gleichfalls zu Boden geworfen, und haben, ohne merkliche Versehrung ihrer Kleider nur über einige schmerz» hafte, wiewohl lcichteVerletzungen geklagt, davon die betragt» lichste ein blauer Fleck, als von einem Schlage war.,, "Alle diese, unter und neben dem vom Blitze getroffenen Bauine befindliche Personen, wurden sinnlos zur Erde K s und §>64. Vliß, der sich aufmehr Pers.vertheilt hat. wtid in das Wasser gestürtzt, welches vor dieser Hecke in der Furche deö Landes von dem Platzregen hinströmte. Die erstem vier blieben lange ohne Empfindung. Der erste, welcher zunächst bey dem getesteten Knaben stand, berichtet, noch den Blitz als einen großen Klumpen Feuer auf seinen Ermcl, und darauf nach'feiner Uhrtasche zufahren, gesehen zrr haben; darauf sey ihm gewesen, als würde ihm der Kopf niedergedrückt, und so sey er über und zwischen die andern eine ganze Strecke weit fort geworfen, und -ohne weiteres Bewnßtscyn liegen geblieben. Er ward aber, mittelst angewandter Hülfe, so wie die andern, in wenig Tagen wieder völlig hergestellt. 5) §. 64. Da der Blitz, wegen UnVollkommenheit der Leitung am Stamme des Baumes, von dort einen Sprung machte, und da mehr anlockende Körper in der Nahe waren, so theilte er stchfn Neben strahlen. 55) Der Knabe, der am nächsten stand, und dem er auf den Aopf mit Gewalt zugefahren, ward dadurch getödtct. Die übrigen Personen, auf welche nur vön der Seite Strahlen zugesprungen, wurden nur an der Haut verletzt und durch die Erschütterung betäubet. Man stehet auch hier, daß er von der Stelle deö Zusprunges an nicht aufwärts, sondern niederwärts zur Erde hingefahren sey. An dem zunächst stehenden war der Strahl von dem 5) Beschrieben Von Herrn Hofrath LbeU im Hannö», Magaz. i>8i. S. 1276 — 1,98. 55) Vor., Abh. Z. in» So auch unten §.6H §. 64. Blitz, der sich aufmehr Pers vettheilt hat» 149 dem Arme meistens durch den Nock an der rechten Seite zur Uhr hingefahren. Etwas mußte sich aber auch, wie zu» weilen bey unvollkommene» Leitern geschihet, unmerklich über die Kleidung zerstreuet haben, welches sich an der andern Seite in der linken Rocktasche an dem daselbst befindlichen Metalle wieder sammlete und zwar nicht den Beschlag des Pfeifenkopfes, aber doch- den dünnen Silbcrdrath am Rohre zu schmelzen, vermögend war, von dessen Zerstäubung die gelben und violetten Farbenspielnugen auf. dem Papier herrührten. Daß die Spuren der Bersengung sich nicht unter den Strumpfbändern zeigten, ist sonderbar, da sonst der Blitz, da wo sich die Flamme weniger ausbreiten kann,, stärker zu verletzen pflegt. Da die Strahlen schwach und vertheilt waren, so konnten sie ohne merkliche Spuren von den Füßen zur Erde gelangen. Abgesonderte Metalle, Geld und Schnallen blieben unversehrt, weil der Blitz mehr Widerstand gefunden hätte, von der Haut durch die Keldung zum Metalle, und von bort wieder zur Haut zu dringen , als seine Bahn an der Oberfläche der Haut fortzusetzen. -f) Der zw'cite Fall zeigt, daß man sich zu seinem Schutze weder auf die Leitung durchnäßter, noch auf den Widerstand abhaltender Kleidung , Seide, Wolle, u. f. w. verlassen K z könne, 5) Bergt. Van Nkrnm ?rew. eoutlnnÄk. che expe» riences p. 90. PI. VI. »5) Bor Abh. H. 64.. 4) Vergl. Vor. Abh. S. rir» 150 §.64. Blitz, der sich auf mchrPers. vertheilt hat. könne, da der Strahl leicht dadurch i hin briä)t, um zur Haut zu gelangen: daß aber eine herabgehcnde Strecke Metall ihn auswärts herunter leite. Dies leistete hier groß- tentheils die silberne Schnur, so dünne und unzureichend sie auch war. Da sie indessen nicht völlig zur Erde führte, fand der Strahl noch Widerstand und mußte die Leitung am Körper mitnehmen. Dabey theilte er sich auch, da er einer Scits an der Schnur der Schöße zwar tiefer herunter kommen konnte, aber mit grbßern Sprüngen zum Leibe durchbrechen mußte, anderer Seitö aber bor dem Schooße zu, wo die Kleidung näher anlag, schon mit wcnigcrm Widerstande dahin gelangen konnte. Und doch war der Blitz noch wieder abwärts vom Leibe zu der metallenen Schnur hingefahren — Diese so geringe Leitung, da sie zusammenhängend herunter führte, war doch zureichend, den Strahl so anzuhalten, daß er nicht zu andern abgesonderten, wenn gleich nahem oder größern Metalle, unnützcrweise aus dem Wege sprang — Die Nebenstrahlen, welche ans die andern beiden weiter entfernten Männer zugesprungen, hatten sich schon niedriger zur Erde geneigt Die Weiber waren nur von der Platzung umgeworfen. H. 65. "Am ?ten Juny 1777 erhob sich ein Gewitter um Saint' Prieux im Limousinischen. Eine kleine Stunde von dieser Stadt saß ein Müller mit seiner Frau, seiner Magd, und einem Fremden auf-derBank vor seiner Mühle. Einige Schritte davon stand ein starker und sehr hoher Nuß - bäum. Der §. 65. Blitz, der sich auf mehr Pers. vertheilt hat. 151 Der Blitz traf diesen Baum, daran man zwar im Ganzen nicht große Beschädigung verspürte, aber an Z Arsten desselben 10 bis l2 Fug lang, ward die Rinde in einem gera: den Striche, einen halben Zoll breit, mit einigen in daS Holz hineingehenden Rissen, abgeschalt, und es fiel drcy Tage nachher von der Mitte desselben eine ziemliche Anzahl am Rande einer Linie breit versengter Blatter herah. Aber an drcy hölzernen Stangen, 10 bis 12 Fuß lang, die daran gelehnt standen, ward ihrer ganzen Lange nach die Rinde HZoll breit in ganz gerader Linie abgesprengt: auch gingen einige Spalten etwas ins Holz hinein — Der Fremde, Welcher am weitesten von diesem Banme saß, ward betau» bet zur Erde geworfen: erhohlte sich aber bald wieder und konnte eine Stunde nachher einen Wundarzt aus der Stadt holen. Die Frau, welche nächst jenem saß, fiel auch ohnmächtig nieder: es war ihr aber nur an beiden Züßen die Stelle verbrannt, wo die hölzernen Pantoffeln mit einem ledernen Riemen angehalten werden, und auch diese Stellen wurden bald mit einer Brand -falbe geheilet — Die Magd, welche naher hin saß, ward schon starker beschädigt» Sie fiel, als erstickt , ohne Empfindung nieder. Ihr Gesicht war aufgedunsen und rolh: die Augen starr, der Mund offen, der Puls hoch, das Athcmholcn sehr schwer, und sie hatte öftere Zuckungen. An den Schultern und mehrerer Stellen des Rückens fanden sich kleine, schwärzliche, trockene Flecken, daran aber die Haut nicht abgestreift und auch keine Blasen aufgelaufen waren. Die Kleider über K 4 die« z?2 §. 65. Blitz, der sich auf mehr Pees. vertheiit hat. diesen Stellen waren durchlöchert. Nach einer Aderlaß am Arme ward sogleich der Othem freier. Drcy oder vier Stunden darauf erhielt sie Empfindung undSprache wieder: hatte aber noch viele Tage nachher auffahrendes Erschrecken. Mit einigen Bähungen und dergleichen wurden die verletz» ten Stellen, ohne Eiterung, m acht Tagen gehetlct —> Der Müller selbst, welcher dem Baume am nächsten saß, war gänzlich ohne Sprache und Bewnßtseyn: das Gesicht geschwollen und roth, die Augen roth und thränend , die Augeulieder angelaufen, der Mund offen, die Junge zwischen den Zähnen, der Othem heiß und schwer, der Puls hart und unterbrochen, und er hatte Zittern und Zuckung,em Die äussern Kleider waren gar nicht angegriffen: das Hemde aber an vielen Stellen, da wo auch die Haut verbraunt war, versengt. Em Fleck ans beiden Schultern und der rechte Arm von oben bis ans Handgelenke, falsa, so weit er von Kleidung bedeckt gewesen I war schwarz und roch nach» Schwefel. Dieser Arm hatte auch feine Beweglichkeit verloren. Die Brust, der Unterleib, der Rand des Gesäßes und der Hintere Theil des Schenkels an derselben Seite waren eben so verletzt, mid doch nur das Hemde, nicht die Beinkleider, versengt. Das rechte Bein war nicht verletzt; k vielleicht saß er damit so , daß es über den linken Schenket gelegt war, nud also der Strahl auf de» letztem zufuhr, Z Die linke Wade war sehr beschädigt, und durch den wollenem Strumpf über dem ausser» Knöchel ein rundes Loch durchgebrannt. Ihm ward in zweyTagen dreymal Blut gelassen-. Beffn- §.65. Blitz, der sich aufmehrPers.verchM hat. izz Besinnung und Sprache kamen gemählich wieder: mit Hülfe von Bähungen aus Wasser und Branntwein, und durch Brandsalben sonderten sich die Drandrmden von den verletzten Stellen in einigen Tage» ab und es erfolgte eine gute Eiterung. Die Juckungen dauerten doch bis zum fünften Tage. Die innere Hitze in den Eingeweiden, darüber er anfangs sehr klagte, ward durch eine Limonade mit etwas Salpeter gedampft: doch ließ das Fieber erst am gzsten Tage ganzlich nach. In 28 Tagen war er völlig ge« heilst.,» 5) Herr Gondrnet bemerkt sehr wohl, daß, obgleich bis Kur hier glücklich abgelaufen sey, man doch erachten müsse, daß es dienlicher gewesen wäre, die Lebenskräfte, welche durch die elektrische Erschütterung gelitten hatten, eher, soder gleich nach der ersten Aderlässe, welche der Stockung weg«, «rfodert war,sl durch reizende Mittel wieder aufzuwecken» Ucbngens zeigt auch dieser Fall die stufenweise Verletzung, nachdem diese Personen weiter von dem am Baume herunter fahrenden Blitze entfernt gewesen. 55) Ferner, daß der Strahl, so wie er an der Haut herab fuhr, dieienigen Stellen am meisten verletzte, wo er sich gm wenigsten frey ausbreiten konnte«. K 5 K. 66. 5) Observation» tue les eilet» cku tonnsrre par Nr. aus dem Hourn. cke mssec. im Llprit äes )ournsux und im Gothaische» Magaz. für die PHM ZII. B. 4. St. S. is-, 55) So wie auch m einem andern Beispiele, welches in bes Mem Magazine daß S. 1,0. angeführt wird. l54 §- 66. Wiederherstell. eines schwer Getroffenen. §. 66. Wiederherstellung eines vom Blitze schwer Getroffenen. ^ ^Peter Lucas, ein vom Blitze Getroffener, ward auf einem Brette zu Herrn Milwarv gebracht. Er hatte ganz das Ansehen eines Tobten: der Körper war steif und kalt, die Augen eingefallen und das Gesicht bleyfärbig. Nach aller Schätzung mußte auch schon eine Stunde seit dem Wct- terschlage verflossen seyn, und in dieser Zeit war er von einem steten Platzregen Übergossen worden. Man zog ihm seine nassen Kleider aus, rieb den Körper überall, und ließ vhngcfähr ra Unzen Blut anö einer Ader. Flüchtige und herzstärkende Mittel wurden ihm zwar in den Mund gereichet, konnten aber nichts wirken, weil er ganz unfähig zum Niederschlucken war. Eö wurden auch längs dem Rück- grade und an den Füßen Zugmittel angelegt, welche aber eine Zeitlang ohne Wirkung blieben. Endlich, nach wieder» > Holter Anwendung von flüchtigen Mitteln und Reiben, verspürte man eine kleine krampfige Bewegung des IwergfelleS. Hierauf folgte ein unordentlicher Pulsschlag und schweres Oihemhvlen. Kaum eine halbe Stunde nachher konnte er schon etwas nicderschlucken: hierauf stellte sich gemählich die natürliche Wärme ein und er ward völlig wieder hergestellt. Er wußte nichts von dem Zufalle, der ihm begegnet war, davon nur sein Gefährte, neben welchem er getroffen war, §. 67. Wiederher stell. eines schwer Getroffenen, izz war, und der nicht verletzt worden, dm Bericht abstattete.,, *) §. 67. "Am i?ten July 1787 fiel der Blitz auf ein Haus in Crab»tree-row, unweit Shorcditch-Kirche, und füllcte es mit einem starken Schwefelgeruch. Es wurden daran verschiedene Dachziegel zerschmettert. An den Fenstern eines Krahmladens im zweiten Stock, war das Bley an verschie« denen Stellen angeschmolzen, die Scheiben zerbrochen und mir feinem schwarzen Ruß bedeckt. Im untern Stock war ein Fensterrahmen bcy den Hespcn zerspalten und eine derselben unten angeschmolzen und mit den Nägeln einen halben Zoll weit abgebogen, oben aber in daS Holz hineingetrieben. Der Strahl schien an der Aussenseite des vom Regen benetz» ten HauseS herab gefahren zu seyn und sich zerstreuet zu haben. Wo er von den Mauersteinen zum Holze übergegangen, war wenig beschädigt; beym Uebergange von dem Holze zum Eisen oder Bley aber zeigten sich merkliche Wirkungen des gcsammleten Strahls. — Durch diesen Wetterschlag wurden zugleich Zwep Menschen, der eine in dem Hause, verändere, einVorbeygehender, verletzt. Dieser ward als tobt aufgehoben und blieb über eine Biertelstunde ohne Empfindung. Auch nachher war das Othem- holen eine Zeitlang sehr schwer und unordentlich: der Adcr- schlag 6) b'rom tbe tlnrll e den. Auch gab man ihm einen Trank, darin 18 Grau Mchtigts Salz aufgelötet war, und darauf ein halbes Rossel mit §. 67. Wiederherstell. eines schwer Getroffenen. 157 mit Wasser gemischtem schwachen Branntwein, so heiß als cS sich nur niederschlucken ließ. ES erfolgte bald ein allgemeiner Schweiß, und darauf ein ruhiger Schlaf, aus welchem er so viel erleichtert erwachte, daß nach zwey Stunden die Schmerzen im Kopfe und in der Brust, nebst dem Vlutauswurf vorüber waren, die Spannung der Muskeln im Nacken nachgelassen hatte, und er seine Gliedmaßen wieder bewegen konnte, daher man ihn in einer Gutsche nach seinem Hause brachte. Doch hat er nachmals geklagt, daß er mit so heftigen Schmerzen in Händen und Füßen befal« len worden, die ihn noch vierzehn Tage lang das Zimmer zu hüten genöthigt hätten.,» "Der andere, welcher in demKrahmladen im zweiten Stock dcö Hauses nahe bey einem Fenster getroffen worden, war auch einige Minuten lang ohne Empfindung gewesen» Als er sich wieder erholet hatte, klagte er gleichfalls über Schmerzen im "N,opfe und in der Brust, nebst schweren Athemholen: er warf aber kein Blut aus. Seine Hand« und Füße waren auch, wie bey dem ersten, tobten-ähnlich: hier aber die Füße weniger, die Hände mehr, indem die Finger-enden schwarz und aufgeschrumpft schienen» An sei« ner rechten Seite ging ein etwa zwey Zoll breiter Strich herunter, von welchem rechts und linkö verschiedene Zweige sirahlenweise ausliefen. Ein ähnlicher, aber schmählerer Streif mit ausgehenden Strahlen zeigte sich am rechten Arme und vornean beiden Schenkeln und Beinen, und in allen diesen fühlte er einen brennenden Schmerz» Ein Knopf am >58 H-67. Wiedcrherstell. eines schwer Getroffenen. am Hemdes-crmel war angeschmolzen: die Haut darunter aber nicht verbrannt, sondern nur als von Rauche ange« schwärzt. Die eine Schuhschnalle war auch an zwey Stellen, beym Fuß-Gelenke und nach den Zehen hin, geschmolzen, und der Fuß darunter etwas tief verbrannt — Er ward in allen Stücken eben so wieder Erst-erwähnte, und mit gleich gutem Erfolge behandelt. Schon am andern Morgen klagte er über nichts mehr, ausser über den brennenden Schmerz an den vom Blitze so schon gezeichneten Stellen. Dieses ward indessen bald durch waschen mit Bley, Wasser gelindert. Die Streifen wurden in zwey Tagen bräunlich und in wenig Tagen darauf zeigte sich daran nur die rauhe abschälende Oberhaut. In beiden Nerlezten war die Veränderung der Farbe an Händen und Füßen merkwürdig. Diese waren nämlich, wie gesagt, fast schwarzblau; wenn man sie aber rieb, wurde» sie, so lange damit fortgefahren ward, tobten-weiß, und wenn man nachließ, kehrte die vorige Farbe wieder zurück» Bey dem letzt-erwahnten jüngern Manne wurden die bcmcl- deten Streifen, welche Hochroth auf dunkeln purpurnen Grunde erschienen, nachdem man dieBeine ein Paar Sekun, de» lang gerieben hatte, blaß-roth auf weissem Grunde. ES scheint also, daß die Blutgeväße dieser Gliedmassen, durch die gewaltige Erschütterung dcö Wctterschlageö, ihre Zusammenziehende Kraft so weit verloren hatten, daß die Arterien zwar daS Blut eintreten Hessen; aber der Hülfe des Reibens bedurf« §.68- Wirkung des elektrischen Schlages ll. 159 bedurften, um es durch die Venen zurück zum Herzen zu treiben, v) H. 6F. Würkung des elektrischen Schlages auf die Reizbarkeit. Herr Parkinson fügt, zur Erläuterung der Würkung einer elektrischen Erschütterung auf die Reizbarkeit, folgende Beobachtung bey, welche ich, da sie auch in anderer Hin» ficht merkwürdig ist, hier einrücken will. "Bey einem ertrunkenen Knaben, welcher über eine Stunde im Wasser gelegen hatte, waren noch zwey Stunden lang vergebliche Versuche angewandt, ihn wieder herzustellen. Hierauf kam Herr P. hinzu und hatte eine tragbare Elektrisir- Maschtne zn sich gesteckt. So bald die Flasche soweit geladen war, daß man einen kleinen Schlag geben konnte, brachte er sie an, und, um zu erfahren, wie stark der Schlag wäre, ließ er den elektrischen Umlauf zugleich durch seine eigene Arme und so mit durch einen Arm des Ertrunkenen fahren. Er selbst fühlte davon nur eine geringe Erschütterung; aber die Würkung auf den tobten Körper war erstaunlich. Der Arm, die Hand und die Finger, welche ausgestreckt lagen, wurden, als von einem Krämpfe, an allen Gelenken einwärts gezuckt. Nun wiederhohlte man die Entladung der Flasche; aber mit viel geringerm Erfolge, und mit einem dritten Schlage ») Beschrieben von dem Wund.'Arzte I. Parkinson, welcher diese Verlezten geheilet hat: in de» New. ok tlre meclio»! toeietx ok vollstem, Vol. II. p. 49z. i6o §, 69. Heilung eines vom Blitze Geblendeten. Schlage ward kaum noch einige merkliche Wirkung erhal« ten. Obgleich auch nachher noch verschiedene viel stärkere Schläge durch den Arm geleitet wurden, so konnte man doch keine Veränderung mehr verspüren. ES war also die Reizbarkeit, welche in den Theilen noch über drey Stunden nach dem Tode so anhaltend übrig geblieben, durch drey elektrische Schläge in eben so viel Minuten erschöpft worden.,, §. 69. Heilung eines vom Blitze Geblendeten. "Ein Mann, von ohngcfähr 45 Jahren, kam zu mir, (sagt Herr Parkinson,) wegen einer geringen Beschädigung «in Schienbeine. Er klagte, daß ihm dergleichen Unfall oft begegnete, seitdem er daö Unglück gehabt, sein Gesicht zu verlieren. Als ich ihn um die Ursache davon befragte, erzählte er mir, es habe ihn sein Herr, ein Pachter in Edmonton, vor etwa sieben Monaten, bcy einem Ungcwitter in der Nacht Süss Feld geschickt, um Vieh einzutreiben. Daselbst wäre ihm ein ausnehmend Heller Blitz vor dem Gesichte vorbey gefahren, dabey er zugleich einen starken Donnerschlag gehöret hätte» Er wäre niedergestürzt, und hätte sich einige Sekunden lang nicht wieder aufrichten können; doch wäre et seiner Besinnung gar nicht beraubt worden. In dem Augenblick hatte er heftige Schmerzen in den Augen gefühlt, welche zwar bald vergangen wären; er sey aber seit der Zeit seines Gesichtes gänzlich beraubt gewesen» Seine Mgenliedee fünd 5) Saselbst A. 50s» H. 69. Heilung eines von: Blitze Gsbienheten. i2t fand ich so vest geschlossen, daß sie mehr eine flache als erhabene Oberfläche darstellten. Ich versuchte, sie von einander Zu ziehen , welches mir Anfangs gar Nicht gelingen wollte ; nach wiedcrhohlteM Bemühen, da cö der Mann selbst begehrte, erhielte ich endlich so vielOcfuung, daß ich deutlich wahrnahm, das Auge habe noch seine natürliche Gestalte und die Hornhaut ihre glänzende Durchsichtigkeit; der Äugensterss aber sey ausserordentlich zusamwrngezvgew. In dem Augenblick, da die Ängenlieder vor dem Stern aufgehoben wurden» schrie er aus: er sähe Licht! es verursache ihm aber einen sö heftigen Schmerz» daß er es nicht länger aushalten könnte» sondern man Mögte die Äugen wieder schließen lassen: der Schein wäre so hell gewesen, als der, welcher ihn deS Gesichts beraubet hätte. Nach wenig Minuten bat er, ich mögte ihm doch die Augen noch einmal offen ziehen, Dies Versuchteich; cswardmir leichter, und ich konnte sie mitwe» tnger Gewalt, weiter als zuvor, offen bringen: das Zusammenziehen der Lieder, welches gleich darauf erfolgte, schien auch Vicht so heftig zu scym Das einfallende Licht war ihm abev twch so empfindlich, daß er keinen Gegenstand untcrscheidcit konnte, und erst, nachdem dieser mühsame Versuch sieben oder acht Mahl wiederholet worden, konnte er das Fenster unterscheiden. Da nun die Zusammcnziehüng der Augenlieder sehr nachgelassen hatte, und sich eine kleine Entzündung auf beiden Augen äusserte, so ließen wir es fürs erste dabch beruhen. Man empfahl ihm nur, die Augen flcissig mit kaltem Wasser zu waschen, und die Lieder noch an dem Tage L zwey l6z H. 69. Heilung eines vom Blitze Geblendeten. zwey oder drcy Mahl von einander zu ziehen; weil man offenbar sähe, daß der Krampf dadurch geringer geworden sey. Am folgenden Tage war die Entzündung sehr vermindert, das Gesicht schon ziemlich deutlich, und mit viel wcnigern Schmerzen begleitet. Die Neigung der Augenlieder zum Zusammenziehen hatte auch so viel nachgelassen, daß mau sie mit sehr geringer Muhe offen ziehen konnte. Nach zwcy oder drcy ferner» Tagen konnte er sie schon selbst nach Willen bewegen, und empfand weiter nichts als eine noch übrige große Empfindlichkeit vor dem Lichte. — Es ist merkwürdig, daß der plötzliche helle Schein deS Blitzes einen so starken und so daurenden Krampf der Schließ-Muskeln erregt hatte, daß eine äussere Gewalt crfodert ward, dagegen zu würken.,,5) Sollten nicht äussere krampfstillende Mittel in solchem Falle baldige Hülfe leisten können? §. 70. Innere Entzündung des menschlichen Körpers. "An einem Priester, Namens Bertholi, in der Gegend von Fivizzano, Filetto und Feuile, entstand plötzlich eine Flamme. Er war zuvor viel umher gegangen und vermuthlich in Schweiß gerathcn; denn er ließ sich ein Schnupftuch auf den Rücken unter das Hemde legen. Zuerst hatte er eine Empfindung gleich einem Schlage auf den rechten Arm; dabey sähe er «inen Fcuerfunken am Hemde hangen, welches sogleich ch) Vom Wund-Arzte Parkinson in den INem. o5 tbe me6. Locket)'os I^oneton. Vol. II. p. MZ. beschrieben« §. 7c>. Innere Entzündung des menschl.Körperö. l6? gleich zu Asche verzehrt ward, ohne haß jedoch die Vorder« ärmcl mit ergriffen worden. DaS Schnupftuch auf dpy Schultern war auch unversehrt; (es war nämlich nicht so von Schweiß durchdrungen) wie auch die Unterhosen: dl« Mütze aber ganz verzehrt, und doch kein Haar verbrannt. Auf sein Geschrey lief man in das Zimmer und fand ihn auf dem Boden liegen, mit einer kleinen Flamme umgeben, die sich bey Annäherung der Lente zurück zog und zuletzt ver» schwand. Den andern Tag fand der Wundarzt von Ponte Sosio, Joseph Bataglia, daß die Bedeckungen deö rechte» Armes und die Haut am Vorderarme fast ganz vom Fleisch adgeloset herab hingen. Eben so waren die Bedeckungen zwischen den Schultern und Lenden beschädigt. Es kam bald der kalte Brand mit einem Fieber dazu, und er starb am vierten Tage, da sein Körper schon in solcher Fäulung war, daß Würmer daran herab krochen und die Nägel von de» Fingern sielen — Die Nacht war stille und die Luft helle. Man roch lnichts Vrandigteö in dem Zimmer, i» welchem man ihn auch nur vor wenigen Minuten allein gelassen hatte. Man bemerkte auch weder Feuer noch Rauch darin: nur die vorher mit Oehl gefüllte Lampe war trocken, und der Docht in Asche verwandelt.,» ») Diesen Fall habe ich darin merkwürdig gefunden, daß die Entzündung nicht auf einmal den ganzen Körper ergriffen L 2 hat, *) In einem Briefe des Wundarztes Battaglia beschrieben, und im Florenz«? Journal, und daraus in der Jenaischen «llgi Litt. Zeit, i?«6. dl. 2,0. S. z-7. eingerückt. — l64 §.?o. Innere Entzündung des menschl. Körpers. hat, daß sie nicht, wie bey andern, inwendig in den Eingeweiden, sondern in der Fctthaut nnd i» den Ausdünstungen entstanden zu seyn scheint, und daß der Mann selbst noch Bericht davon abstatten konnte. Fünf andere Falle, wo der Körper, ausser wenigen äussern Theilen, ganz eingeäschert worden, habe ich schon in voriger Abhandlung (Erf. 78 — 82) angeführt, und es finden sich deren noch mehr hie und da aufgezeichnet. A. B. Zwcy, die sich in Frankreich, der eine zu Caen, 1782 d. z. Inn. der andere zu Mx 1779 im Februar zugetragen. "") Beides waren sehr fette, 6ojahrige, und dem Gesöffe von Wein und Branntwein ergebene Frauenspersonen gewesen. Beide waren nur 7 bis 8 Stunden in der Nacht allein gewesen, da man ihren Körper, ausser einigen der äussern Thcile, ganz zu Asche verbrannt, und auch die Knochen, selbst die vestestcn, so viel davon noch übrig war, so verkalkt fand, daß sie sich sogleich zu Pulver reiben ließen. Auch war bey beiden nichts umher in ihren Zimmern angebrannt, nur daß bey der einen der Sessel und die Vorderfüße des Stuhls mit ergrissen waren, welches aber aus der Verbrennung des Körpers leicht zu erklären ist. Man findet daher keinen Grund, zu muthmaßen, daß der Brand von einer äußern Ursache entstanden sey. Von einem Wetterschlage ist dabcy gar nicht die Rede. II. 55) Jener wird im )ourn. äs mosteo, t78Z. bevr. p. 140 vom Wundarzte Menke, und letzterer daselbst blsv P.440. vom Wundarzte Muraire, nach dem Bericht seines Amtsbruders Rcccas, erzählt. §. Der Blitz ist eine elektrische Erscheinung. der Blitz dieselbe Erscheinung im Großen sey, welche wir au den Funken unserer elektrischen Aurüstungcn im Kleinen wahrnehmen, ist nunmehr durch genaue Untersuchung aller Umstände so ausgemacht, daß es überflüssig seyn würde, dabey zu verweilen. — Man schreibt auch jetzt die Ursache der Wetterschläge nicht mehr einer entzündeten Mischung von Schwefel und Salpeter zu, wie vormahls bey neuer Erfindung des Schießpulvcrs geschähe. Indessen hat nun die neue Entdeckung der brennbaren Lust Gelegenheit gege« den, daß man wenigstens eineMitwürkung beym Blitze dariy sucht. Es ist aber die Richtung und Ausbreitung einer solchen Entzündung und Platzung so sehr von der Würkunß und der Bah» des Blitzes unterschieden, daß man auch von dieser Meinung abstehen muß, und, wenn die brennbare Luft so hanfig um uns wäre, warum würde sie denn nicht von jeder Rakete oder anderm Feuer entzündet? ') Wiederum hat die neue Entdeckung der Elektrizität vcr» anlasset, daß man auch Erdbeben und Vulkane und noch an- L 4 dere * ) Den Unterschied des Blitzes von andern Entzündlilizen habe ich schon in voriger Abhandl. IX. Kap. erörtere. 568 §. 7>l. Der Blitz, als elektv. Erschein, betrachtet. ' ^ ' - X. dero Fiucr-crscheinun gen, dieser Würcungzugefthriebc», die sich doch unter ganz verschiedenen Umständen zeigen. -- Aber es erfolgen doch auch Blitze bey dein Ausbruche der Vulkane.,» — Das zwar wohl; weil Dünste davon aufsteigen , die Wolken bilde», in denen sich, wie sonst auch geschiehet, Elektrizität samlen kann; welches aber keineswegs beweiset, dast der Brand des Fcucrspcicrs durch Elektrizität verursachet sey« und, daß ein Erdbeben dadurch bcwürkt werde, weil ein elektrischer Schlag auch eine Aitte- ruug errege, ist doch gewiß eine gar zu schwache Folgerung» Wie ftrue die elektrischen Versuche anzuwenden sind» Wie sich die Dünsie zu Wolken bilden, und wie sich bis Elektrizität in der Luft entwickele, haben wir hier nicht zu un- ") Wie eben daselbst Z. 100 gezeigt worden» ? ) So können, auch aus gemeinem. Rauch» Wetterwolken entstehen — Zn Dobrizhsffers Geschichte der Abiponer, III. Th. K. 255. S. 29z wird erwähnt-— "In Para; qnay ist es. etwas sehr Gewöhnliches, daß-Felder und Wälder, thcils aus Unvorsichtigkeit, theils zum absichtlichen Zeichen, in Brand gesetzt werden. Der dicke Rauch davon steigt manchmal wie ein Wirbelwind in die Höhe,, setzt sich in. Wolken zusammen, aus welchen plötzlich Blitz und Donner ausbrechen, wie ich selbst gesehen, und, wenn ich auf frepem. Felde übernachtete, sorgfältig und aufmerk-, fam bepbacht-t habe — Die Indianer zünden deehglben auch mit Fleiß Felder an, um bei) einer Dürre Rege» zu erhalten, weil sie bemerkt haben , daß aus dem Rauche- Wolken zu entstehen pflegen , aus welchen es hernach reg; yet: wiewohl dieses nicht allemal gelinget, i» §.72. Wie ferne die:c. §. 7Z. Wetterleuchten. 169 untersuchen. Daß sich aber Ekeklriziiät in der Luft befinde, und zwar den heittrm Wetter durchg.-heuds die positive, und daß sich Elektrizität an den Wetterwolken anHause, ist durch vielfältige Wahrnehmungen erwiesen. Genug also: es ist offenbar, daß die Wetterwolken elektrisirt oder mit Elektrizität geladen sind, davon sie entweder Wetterleuchten, oder Blitze gegen anders Wolken, oder Schlage auf Gegenstände «n der Erde ausschiesseu« Was also die allgemeinen Äiigenschaften und Würkungen deö Blitzes betrist, daS raun allerdings durch elektrische Erfahrungen nachgespürt und erläutert werden; nicht aber was voy dem Grade der Wirkung abhängt, als welchen wir durch unsere Spielversuche. gar nicht erreichen können» §. 73. Wetterleuchten.' Das wetterleuchten stellen bey unsern Jurnstunge» diejenigen Strahlen vor, welche von einem durch fortgesetzte» Zufluß mit Elektrizität überladenen Körper, ohne einen veste» Gegenstand zu erreichen, in die Luft ausfahren. Es scheint also bey der Wolke eine fortgesetzte Anhäufung der Elektrizität anzudeuten, welche sie, wenn kein vester Körper innerhalb ihrer Schlagweite vorhanden ist, zerstreut in die Luft guöschießt. 5) 8 5 §- 74« 4) Man kann davon Herrn de Cuc'S finnreiche Verimu thungcy in seinen läoss sur In kletoorologie nachsehen, ' ) Erf. §> ;. 4., ,70 §. 74« Wctterlichtcr. §. 74. Wtttcrlichtcr. Eine gegenseitige Erscheinung sind an hervorragenden Körpern auf der Erde die wctterlichtcr, (St> ElmeS-feuer.) Dic Umstände, unter welchen diese entstehen, zeigen, wie wich dünkt, " ) nicht, wie man gcineiniglich dafür gehalten hat, einen Abzug der Elektrizität aus der Wolke selbst, oder auS deren Wirkungskreise, gleich den Feuerbüschcln einer Spitze, dic man einem elekirisirten Körper entgegen halt; sondern nur ciile Gegenwirkung auf häufige, in der Luft oder dtren Dünsten zerstreute Elektrizität. ') Man pflegt sie nämlich nicht sowohl zu der Zeit wahrzunehmen, wenn eine wirklich blitzende Wetterwolke darüber schwebet, sondern vielmehr nach zcrthciltem Gewitter. Bekanntlich werden sie auch von Schiff leuten für ein Zeichen eines schon sich verlierenden Gewitters angesehen. Diese Mittheilung und Zerstreuung der Elektrizität in der Lust kann zuweilen durch vieles auö- geschosscne Wetterleuchten von der Wolke aus verursachet seyn, eben wie man durch Spitzen, die von einem clektri« sirten Körper abstehen, die Luft in einem Zimmer, besonders wen» viele Dünste darin schweben, elektrisiren kann. Eine andere Veranlassung gicbt noch der Wind, dadurch die Elektrizität, oder die elektrisirten Thcile der Luft, auch auS der 6) Und wie in vor. Abhandl. 17- erinnert worden. hilkttricitäsörea.vLpcvos»: davon Fercha, Llettr!- ci-imo urtil. Z. L8?> u. f. handelt. 6) Wie oben §. 46. und vorig. Abhandl. Grs. z6. 57° §. 74- Wetterlichter. 17» der Ferne hergeführt werden können. Daher erscheinen die Wettcrlichter zuweilen auch, ohne dag ein Gewitter in der Nähe war, bey feuchter und stürmischer Lust, ja sie werden gestdhret, wenn man den Zug der Luft abhält ') — AuS elektrischen Versuchen wissen wir, daß ein ausgebreiteter Strahlenbüschel positiv elektrisch ist, oder einer negativen Elektrizität entgegen wirkt: wir müssen also schließen, daß zur Erscheinung der brausenden Wetterlichter noch der Umstand erfodert werde, daß die in der Luft zerstreute Elektrizität negativer Art sey, welches denn die Gelegenheit dazu vermindert» §> 75- Blitze. Drang zum Schlage. Wirkliche Blitze entstehen, wenn die Wetterwolke sich einem andern Körper bis zur Schlagweite genähert hat, da dann ein^ gedrungener Strahl zwischen beiden her fährt, welches entweder von einer Wolke zur andern, oder zwischen Wolke und Erde geschiehet. Diese Ausschiessung der Blitze 2) S. vor. Abh. Erf. Z4. >60. S. 478. und oben §. b. jvampier sagt ausdrücklich: er habe sie nie ander«, als bey starkem Negen und Winde gesehen. V» vaxe Vol. r. c. IZ. p. liZ. — Nicbuhr in seiner Nelsebe- schreibung I. B. S. 9. erzählt auch, man habe am zten Apr. >761 bey einem ziemlichen Sturm oben auf den Masten seines Schisses ein kleines Licht gesehen, weiches die Dänischen Seefahrer Vcir - L .PS (Wetter-Licht) nennen — Eines Gewitters wird gar nicht dabey erwähnt. 172 75« Blitze. Drang zum Schlage. Blitze zeigt sich nach gewissen Zwischenzeiten;'°) cS muß also der Drang in der Wolke sich von Zeit zu Zeit erneuern, und aus dieser inncrn Ursache können hie und da Gegenstände im Wege der Wetterwolke getroffen werden, ohne daß sie durch ihre höhere Hcrvorragung, oder sonstige Beschaffenheit vor andern einen besonder» Anlaß zum Ausbruche des Blitzes gegeben hatten ") — Die Schlag- weite, d. i. die Entfernung, in welcher eine Wetterwolke den Blitz auf eine» Gegenstand ausschießt , kann verschieden scyn, nachdem sie starker oder schwacher mit Elektrizität geladen ist. §. 76. ) S. oben Erst Z. 6. So wurden in Halle, bcy einem Gewitter den 12. Zul. 1789. in Zeit von 2 bis z Mimu tcn, fast in einem Striche von S. S- W. nach N. N. O. ,) der meist bis an die First des Kirchcndaches abgetragene Thurm der Moritz-Kirche, auf welchem nur noch einige hohe Säulen des Zimmerwerks standen: 2) etwa 420 Schritt davon einer der Thürme der Markt-Kirche nach Süden: z) der Thurm der Schulkirche, 67-2. Schritt von jenem, und 4) die nördliche Giebelspitze eines Hauses, beynahe eben so weit von der Marktkirche, und 170 Schritt von der Schnlkirche, getroffen. Rtügek Veschr. eines Gewitters in Halle. »5 ) So bemerkt Herr von Zelbiger in der Schrift — Wie weit gewähren die Gewitwrabieiter Sicherheit-S. 12.1z. daß zwcy an einander stoßende Häuser in Presburg von einem Wetterschlage getroffen worden, und die Nachbar« schast vieler mehr erhabener Metalle an andern Gebäuden, diese dazwischen liegenden, nur mit Ziegeln gedeckten Hau« ftr, ohne Windsahne oder metallenen Aufsatz, nicht ge: schützt hätten, folglich weder die Metalle noch die Erha- benheit auf eine beträgtijche Weite dem Blitz auf sich, her« sockten« S. auch oben Erf. K. 6.. §. 76. Gegenseitige Elektn'z. auf der Erde. 17z H. 76. Gegenseitige Elektrizität auf der Erde. Aur Erforschung oder Erläuterung dessen, was zwischen der geladenen Wolke und dem Gegenstände vorgehet, welcher ihren Blitzen ausgesetzt, oder innerhalb ihreö Wirkungskreises ist, können uns nun die elektrischen Wahrnehmungen dienen. Wir finde» nämlich das allgemeine, wohl zu bemerkende Gesetz, daß bey irgend eurer Anhäufung der Elektrizität an einem Körper, vor dem Durchbrucht oder dem Uebergange, welcher das Gleichgewicht herstellt, die ihm zugekehrte Seite eines gegenüber befindlichen Körpers in gegenseitige Äcktrizitat verfitzt, die gleichnamige Elektrizität aber daraus gleichsam verdrängt wird. Man hat daher diese Wirkung, welche vor dem Schlage hergeht, die drückende oder drängende Elektrizität benannt. ' ^ ) Beide Körper aber werden dabey, in so ferne sie beweglich sind, zu einander hingezogen, bis der Schlag oder Funken durchbrechen kann. — Die gehäufte, es fcy positive oder negative Elektrizität', befindet sich also ursprünglich in der Wetterwolke. Dadurch wird nun eine verhaltnißmässige Flache der Erde, mit den darauf befindlichen Körpern, ss lange die lVolke darüber schwebt, in gegenseitige Elektrizität verfitzt, bis diese Wolke, nachVerhältniß ihretLadung, nahe genug zur Durchdruchö-Weite kommt, da endlich ein Schlag *2) Kiesen Ausdruck müssen wir beybehaltcti, ohne damit die Art der Wirkung erklären zu wollem »74 §.76.GegenseitigeElektrlz.ic. H.^.Wirkungw. Schlag gcschiehet. Man stehet also, dag es nicht nothig war, ein eigenes daurendeö allgemeines ElektrizitatS« Behaltniß in der Erde zu erdichten; oder vorauszusetzen, daß hie eine Stelle zu viel, bort zu wenig hätte,— welches steh ja bald Verthellen würde. Die gegenseitige Elektrizität wird nvthwendig auf der Stelle durch die darüber schwebende Wolke selbst verursacht, erstreckt sich nur so weit die Ladung der Wolke darauf wirkt, und ist vorübergehend, wenn die Wolke vorbey zieht. Durch Herrn Miltes senkrecht, ode« Herrn Kirchhoffs wagerecht schwebende clektrisirte Tafel ") wird diese Wirkung augenscheinlich erläutert. Die zwischen» liegende Luftschichte ist, als ein mcht leitender Körper, eben das, was eine Glasplatte bey den geladenen Flaschen oder magischen Tafeln, dabey auch bekanntlich die Gegen»Elektrizität nicht abgesondert seyn, sondern mit weiter» Leiter» Gemeinschaft haben muß. §. 77- Wirkung auf Nebenwolken. Nach eben diesem Gesetze der Elektrizität ist nun auch die Wirkung einer Wetterwolke auf Nebenrvolken zu betrachten "). Mittelst der drangenden Wirkung eines positiv elektrisirten Körpers, wie man sich die ursprüngliche Wet- " ) Zme Zurüstung habe ich in vor. Abhandl. H. 14S. ange« führt: von der letztern steht die Beschreibung in Herrn Hofrath Lichtenbergs Eitting. Magaz. 17»--. s. St. S.;»». ") 78. Rückschlag» Jitige Vorsteilung davött. 577 Entfernung von dem ursprünglich Elektrisirten » baß er bott daher keinen Funken » sondern nur die druckende Wirkung erhalten müsse; — 2) daß seine Elektrizität dadurch gedrungen worden» einen Ausweg an der- andern Seite zu suchen» und daß er also» Nach aufgehobenen Druck» sich nicht Mehr im natürlichen Glcichgewigte befinde» Ist nichts von ihm üusgefahrcN» so Vcrthcilt sich nur seine eigenthüw.liche Elektrizität wieder gleichmassig durch seine Masse» Es muß also jederzeit eine abgesonderte ßwisclMZ Wolke ftytt» (wie T.IX. Kx-z. L.) welche dett zurückfahrenden Schlag geben kann» Sie MUß von der ursprünglich geladenen so weit entfernt seyn» daß kein Blitz zwischen beiden entstehen; wohl aber die druckende Elektrizität von jener auf diese wirken kann. Ehe aber der Schlag entstünde Bei) der Ladung Und GegenladUUg in MahoNs Bcrflt- then» waren schon in «wen dem Zwischenräume, in weh i chcm Nachmals der Rückschlag entstand, ausfahrende Fiim ken (steparting ssrvlees) aus dem ZWischeNkörper gefahren» oder dieser hatte einen Thcil seiner Elektrizität durch eine Spitze» §. -t?. oder sonst in der Nähe gegen riNei» andern Körper K. 21z — 215. unmerklich verlohn». ") Und nicht» wie der Lord P. 114. not. sagt» nur lN gsS Wissen Fälle». 5«) Daß diese Entfernung Key Gewitterwolken Ungeheuer groß sehn könne» läßt sich aus VergleichUng mit Lord. M» Versuchen» Z. -80. schließen. Es kann auch die erste Nebenwolke noch auf eine zweite u. s. f. wirken: aber der Zwischenraum zwischen den sursirntcrn muß immer geriM Zer seym i?8 §-78« Rückschlag. Irrige Vorstellung davon. stünde, müßten von dieser Nebenwolke, während ihrer Gcgenladung, entweder schon kleine Schläge auf entgegen, stchende Körper, oder wenigstens gemählige Ausflüsse (Wetterleuchten) hervorgegangen seyn. ") Nur unter diesen Bedingungen könnte also zu eben der Zeit, da ein Wetterschlag aus.der ursprünglich elektrisirten Wolke fährt, ein Rückschlag von der Erde zu einer von jener gedruckten und mm befreicten Wolke in großer Entfernung von dem ursprünglichen Schlage verursachet werden. Es müße aber ferner diese Zwischenwolke der Erde viel näher gekommen seyn, um einen Rückschlag zu erhalten, als zur Schlagweite der ursprünglichen Wetterwolke erfodert wird. ^°) Ein aus der ursprünglichen, durch eine Zwischenwvlke, zur Erde hinfahrender Schlag gehört gar nicht hieher, da er von andern Schlägen nur durch die unterbrochene Leitung verschieden ist. — Aus diesen Betrachtungen ergiebt es sich dem, >?) In dem Falle, welchen der Graf Stanhope philof. Irans. I^XXVtl p. IZ7 Z. 14 tob. 8 vorstellt, da vorher die untere Wolke IZ mit der vbern ^ gleichnahmige und gieichsiarke Elektrizität hatte; nachmals aber, wenn diese sich durch einen Blitz entladcte, das Uebergewicht erhielte, geschähe nur ein Schlag zwischen den beiden Wolken. Ein Rückschlag, von der Erde aus, könnte aber nicht geschehen, wenn die Wolke L zuvor außer der Schlag - weite davon entfernt gewesen wäre. Der Gras will es daselbst auch nur auf die bloße Rückkehr der ge. druckten Elektrizität anwenden. 2°) Wie Lord M. Versuche §. zoa zeigen: und könnte also nicht, wie er x. 116 sagt, vorher außer der Schlag- Weite sich befunden haben. §.78. Rückschlag. Irrige Vorstellung davon. 179 demnach, daß der Fall eines Rückschlages aus einer Zwischen- Wolke ungleich seltener als die beiden andern oben (Z. 77.) erwähnten Fälle, und noch viel seltener als ein Schlag aus einer ursprünglich geladenen Wolke vorkommen kann: daß endlich ein Rückschlag zu ein und derselben Wolke, aus welcher der Blitz herabgefahren ist, gar nicht Statt findet. Die Vorstellung ist also ganz ungegründet, daß ein Blitz, welcher etwa keine gute Ableitung gefunden hätte, noch wieder aufwärts fahren könnte. Der Blitz bricht nicht anders durch, als wenn er zur Gegen-Elektrizität gelangen kann, und dann ist seine Bahn vollendet, sie mag niederwärts oder aufwärts, durch gute zusammenhängende, oder durch unvollkommene und unterbrochene Leiter gegangen scyn. So zeigen auch die Absprünge in getheilten Strahlen, daß sie in den vom Hauptstrahle weiter entfernten Körpern immer weiter nach unten, und nicht aufwärts gefahren sind. Und so werden auch, wo ein Strahl noch auf trockenem Boden umHerfahrt, nur etwa die Füße der daselbst sich befindenden Personen leicht verletzt. ") §. 79. Rückkehr der Elektrizität giebt keinen Rückschlag» Noch ein Jrrthum ist eö bey den Lord Mahon, wenn er die bloße Rückkehr der aus ihrex Stelle verdrängten, M 2 und 2') Lrf. §. 6z. 65. 22) Wie in der Kirche zu Sagan: Bor. ASH. Erf, lS7- S. -s6. aus Felbigers Nachricht; und zu Genua, eben Erf. §.gz. 18s §.79. §.8o. Rückkehr Her Elektrizität und nach aufgehrbencn Druck sich wieder ins Gleichgewicht fetzenden Elektrizität mit einem Rückschläge verwechselt, und uns daher viel ungegründete Gefahr vorstellt ^). Der wahre Rückschlag ist ja ein Uebersprung durch ein widerstehendes Mittel, nämlich die Luft. Dieser Durchbruch ist folglich mit einer Gewalt-äußerung verbunden, welche bcy der Rückkehr einer verdrängten und in ein und demselben zusammenhängenden Körper sich wieder vcrtheilenden Elektrizität nickt Statt findet. Also ist es zwar gegründet, daß in der gegenüberstehenden Fläche der Erde die Elektrizität durch die darüber schwebende Wolke verdrängt oder verändert wird, und sich nach erfolgtem Schlage plötzlich wieder herstellt. Dieses könnte auch, wenn es durch unterbrochene oder unvollkommene Leiter geht, wohl zuweilen einige Er» fchütterung oder kleine Funken^) verursachen. Die Gewalt aber kann keineswegcs so groß seyn, als er sie vorstellt: denn die Vertheilung ist ausgebreitet, und das Zurückfahrende in jedem Körper nur im Verhältnisse von dessen Grösse. Ein anders ist es mit dem wirklich zurückfahrenden Schlage: da fährt alle die umher verdrängte Elektrizität auf ein Mahl zusammen durch, einen hervorragenden Körper, und wirkt, indem xsrt. XI. §. zu. u. f. Dergleichen sind die, welche sich zur Zeit eines entstaw denen Blitzes an den von Naturforschern errichteten Zw rüstungen äußern, wie Lord M. §. z^. und §. zzi aw führt — So habe ich auch oben §. 42. eines Falles er» erwähnt, wo ein Funken, jedoch ohne verspürte Erschütterung, gesehen worden. giebt keinen Rückschlag. i8r indem sie von dort durch den Widerstand der Luft bricht, dm Funken. ) Ueberdem wird ja selbst durch de»Wetter» schlag so viel fehlende Elektrizität von der Wolke herzugeführt, dag es desto weniger Zufluß durch die Rückkehr bedarf, um das Verdrängte zu ersetzen. Auch dieses verhält sich anders bey den Versuchen mit dem Rückschläge; denn da ist der Körper, welcher den Rückschlag giebt, sowohl als derjenige, der ihn erhalt, ganz von demjenigen, welcher den Ursprünge lichen Schlag empfängt, abgesondert. §. 80. Erfahrungen entscheiden darüber. Am besten kann uns aber die Erfahrung von allen Gewittern überzeugen, daß die Rückkehr der Elektrizität keine beträgtliche Würkung äussere. Denn, wenn eine Wetter- Wolke über einen Ort schwebet, so sind ja alle Gebäude und Menschen, die sich darunter bcsinden, mit der. druckende» Elektrizität umgeben, und zwar so stark als möglich, wetm hie und da in der Nähe umher wirkliche Blitze fallen, welche die Annäherung der Wolke bis zur Schlag-Weite anzeigen» ES müßten also bcy jedem solchen Wcttcrschlage zugleich» alle übrige Gebäude in der Stadt, an welchen sich unterbrochenes Metall befindet, erschüttert, und Menschen,- die in freier Luft wären, zu Hoden geworfen werden, »reiches M z doch 25) Daher fand auch Lord M. §. 272. daß, »venu er einen merklichen Rückschlag erregen wollte, die Elektrizität nur durch euren, und Nicht durch mehrere Wege zurück springen müsse. 182 §. 8o. §. 8l. Rückkehr der Elektrizität doch nicht gcschiehet. Denn, wenn ja zuweilen einige Menschen bey einem Wetterschlage, ohne getroffen zu seyn, erschüttert und umgeworfen, oder Bieh umher erschlage» worden, so ist dies eher der umher wirkenden Luft-Platzung zuzuschreiben, davon sich auch andere offenbare Gewalt zeiget. —>> Der Graf Stanhope will behaupten, daß Menschen erschlagen waren, die nur an den Füßen beschädigt, und ihre Schuhe zerrissen worden, ohne daß man am übrigen Körper Spuren vom Blitze gefunden hatte: dies müßte also, sagt er, durch die bloße Rückkehr der verdrängten Elektrizität im Körper geschehen seyn. ^6) Aber ich habe keinen solchen Fall auffinden können, wo nicht der Strahl, oder ein Zweig davon, wenn es nicht an dem verletzten Menschen selbst war, doch von einem höhern Gegenstande bis soweit herabgelcitet worden,^.) und dabey wurden die nur an den untern Theilcn verletzte auch nicht getödtet. Was müßte denn aber nicht die zurückfahrende Elektrizität in einem großen und hohen Gebäude, einer Kirche u. s. f., für Gewalt äussern, wenn das Wenige, waS in dem Umfange eines Menschen oder Viehes enthalten seyn kann, so heftig würken könnte? §> 8?» 26) Das. tz. Z26 — Er sagt zwar retnrninA Arolee: aber er kann doch nur die Rückkehr meinen, weil der wahre Rückschlag, der zu einer Wolke überspringt, nicht weniger als ein anderer, bis oben hin Spuren zeigen müsse. 2- >>) Z. B. Erf. §. 4t-6z. 2?) Daß auch ohne einen Schlag, indem die Wolke vorübergeht, die gedrängte Elektrizität in den Stellen, daran giebt keinen Rückschlag. 18Z §. Zl« Anwendung auf einen Fall. Der GrafStanhope glaubte zwar in dem oben (§.8.) angeführten Falle, da Lander mit seinen Pferden vor dem Kohlenkarren erschlagen worden, ein unzweifelhaftes Bei« spiel der Gewalt einer Rückkehr der Elektrizität gefunden zu haben. °6) Hier, sagt er, war kein Blitz gesehen: folglich kein Schlag von einer Wolke zur Erde, oder von der Erde zur Wolke übergegangen: folglich war die Würkung durch die bloße Rückkehr der Elektrizität entstanden. Den dabey gehörten lauten Knall will er einem Schlage zwischen zweie« Wolken zuschreiben, deren untere (wie T.IX. ssZ.-j. L.) die druckende Elektrizität gegen die Erde verursachet, und nun auf ein Mahl zurückgezogen hatte. — Ob dieses daher geschehen, weil die andere Wolke (IiA.Z. H,.) sich in der Ferne durch einen Schlag entladen hätte, und dadurch auS dem Glcichgewigte gekommen sey, oder ob sonst eine Ursache eines Schlages zwischen diesen Wolken vorhanden gewesen», thut hier nichts zur Sache. Genug, ein so lauter Schlag M 4 " Zwi« auf ste vorher wirkte, zurückkehren müsse, will ich nicht einmal erwähnen, weil man sagen kann, daß dieses doch nur gemählich, und nicht so plötzlich geschiehst, als wenn, sie durch einen Blitz entladen wird» 22) ?Ki>. Vrans, Vol. 77. p. izo. Er nennt es auch hier returninz lkroke: aber nun scheinler doch den eigentlii chen Rückschlag x. 132, Z. 4. durch die Venennui, tranLwitteä main - kkrolcs zu unterscheiden. IZ4- §. 8r. Rückkehr der Elektrizität» zwischen zweien Wolken» deren eine so nahe gewesen, müßte doch noch vielmehr von cimcm sichtbaren Blitze begleitet gewesen seyn, als ein Schlag, der aus einer Samsung von Dünsten nahe an der Erde entstanden wäre; und wenn er gleich, wie ich doch zweifle, dnrch die Di le der Wolke, dem Beobachter darunter verborgen geblieben, so müßten ihn doch andere seitwärts stehende Zuschauer haben wahrnehmen können. Der Knall wird auch so beschrieben, daß er nicht hohl gctönct und nachgehallet, als die gewöhnlichen Schläge unter Wolken, die keine» Gegenstand auf der Erde treffen; fondern, daß er geknistert, wie bey einschlagenden Blitzen, die bey unvollkommener Leitung Sprünge machen und schüret» tern, zu geschehen pflegt Die Frage ist nun eigentlich, ob bey diesem Fasle die Elektrizität bloß in den Grenzen des Karren mit dem Fuhrmann und den Pferden bewegt wor« den, oder ob der Schlag von aussen her auf ihn gefallen und übergesprungen sey ? Der Graf behauptet ausdrücklich das erste, unterscheidet also hier die Rückkehr von einem wirk- Wchen Rückschläge, dabey ein Uebersprung zu einem äussern Korper geschiehet« und welches in so ferne, so wie auch die hier oder dort vorausgesetzte positive oder negative Elektn? zität, kmrcn Unterschied von ander» wirklichen Schlagen macht. Dennoch verwechselt er beides wieder, und, um die Möglichkeit der heftigen Wirkung einer Rückkehr in un« senn Falle zu beweisen, berufet er sich immer auf seine Vem sirche, wo ein Rückschlag , d. k. ein Uebersprung, veranstaltet worden, hie Mo diese Sache nicht beweisen Alls oben zieht keinen Rückschlag. oben G 8.) angeführten Umständczeigcn aber, daß es ein wah, rcr von der Lust zu dem Menschen und feinem Karren (oder, wenn man will, rückwärts) überspringender Schlag gewesen. Es äusserte sich der Einfluß auf die Wolken, welch« alsbald zertheiket wurden und nicht weiter donnerten. An dem Köpft, welches der Graf ganz verschweiget, zeigte sich nicht weniger als unter den Rädern des Karrens die Gewalt einer Watzling. Es war also oben sowohl als unten (davon er es zugesteht) ein Uebersprung der Elektrizität geschehen» An dem Körper des Menschen und der Pferde sowohl, als am Karren selbst, waren auch die Spuren eben so stark von vben bis unten, und ans dieselbe Weise, wie Key gewöhn, sicher, Schlägen bezeichnet. Die Pferde waren mit solcher Gewalt niedergeworfen worden« daß die Gliedmassen sich in den trockenen steinigten Boden eingedruckt hatten, und die Räder waren auf der Stelle eingesenkt worden. Daß die Erde, wo der Strahl von oder zu den Rädern gefahren, aufgesprengt worden, ist nichts besonders, weil die Platzunz allemal nach dem wenigsten Widerstande hin wirket. Der Absprung (oder Zusprnng) war aber an den eisernen Ringen mit einer Anfchmelzung bezeichnet. Daß sich oben daran keine solche Spur befand, konnte daher rühren, weil der Strahl daselbst sich nicht so zusammen gezogen hatte, sondern zerstreuet von oder zu dem Karren übersprang, so wie auch die Hufeisen der Pferde , welche nur Nebcnzweige des Blitzes leiteten« nicht bezeichnet warenWoher konnte M» aber dieser Wetterschlag entstehen? — Vielleicht hatte M Z sich ig6 §. 81. Rückkehr d.Elektr. giebt keinen Rückschlag. sich eine Sammlung von Dünsien so niedrig am Hügel ge- lagert, daß daraus ein Schlag unmittelbar, und folglich ohne Schein eures Blitzes, auf den Kopf des entgegenkommenden Fuhrmanns treffen konnte. Denn, da die feinen unsichtbar in der Luft zerstreuten Dünste schon starke Wetterlichter verursachen können, und da auch zuweilen vor oder nach einem solchen Lichte ein wirklicher Wetterschlag entstehet, so mvgte auch eine Dunstsammlung, deren Elektrizität, bey trockner Luft, zusammen gehalten worden, wohl eine solche Wirkung hervorbringen können Indessen scheint auch damals noch etwas besonders in der Erde und in der Luft vorgegangen zu seyn. Herr Bell hatte ein merkliches Zittern des Bodens gefühlt: die Heumacherin war, ohne weitere Beschädigung, an den Füssen erschüttert worden, und die Fischer wurden von einem ge, schwülen Wctterwirbcl fast erstickt. Ein Wetterwirbel kann über einen schmalen Fleck oder Strich hingehen, da die Lust umher stille ist: auch sind die Wetterwirbel zuweilen mit Feuer-Ausbruch, oder Blitzen, verbunden ES konnte also 2') Der Fall einer Frau zu Vintimille, welchen ich in vorü ger Abhandl. Erf. 77 aus der tiist. de l'acad. des 8c. ?- 38- angeführt habe, ist weniger zu erklären. ES ward dabey nicht nur kein Blitz gesehen, sondern auch kein Knall gehöret. Er unterscheidet sich auch darin von den Wirkungen eines BlitzeS, daß Haut und Muskeln zerrissen wurden, u. f. w. 2°) Man sehe z. B. von demjenigen, der in der Nacht vom uten Zun. >749- über Nom hingegangen Losciiovicli toxrs il turbioe. §. 4 6. §. 82. Ableitungen behaupten ihren Schutz. 187 also auch eben ein solcher Wettcrwirbel wenigstens daSLamm erstickt haben, ohne von den umher befindlichen Personen verspürt worden zu seyn. Die letzterwähnten Erscheinungen trugen sich zwar um die Zeit, jedoch nicht in demselben Augenblicke zu, da der Schlag geschähe: dieser aber kann, wie aus obigen erhellet, durch eine bloße Rückkehr der Elektrizität gar nicht erkläret werden. §. 82. Ableitungen behaupten ihren Schutz. Wenn endlich der Graf sogar meinet, daß eine vollkommene Ableitung, von einem oben mit Metall gedeckten Gebäude, die übrigen Stellen, wo sich unterbrochenes Metall befände, oder die Menschen mitten in einem solchen Gebäude, nicht vor beträgtlicher Verletzung von einem Rückschläge, ja von der bloßen Rückkehr der Elektrizität schützen würde;'') so ist dieses ganz der Erfahrung zuwider, und auch gar nicht aus seinen Versuchen zu folgern. Den», nicht zu wiederhohlen, was oben (§.79.) von dem Unterschiede der Rückkehr und des Rückschlages erinnert worden, so war ja selbst bey den Versuchen eines Rückschlages keines- weges daneben eine vollkommene Leitung vorhanden, durch welche dieser Schlag (oder alsdann die Rückkehr) hatte fahren können, und gewiß eben sowohl als ein ursprünglicher Schlag hätte fahren müssen. Warum sollte nun die verdrängte, und über die Oberfläche der Erde weit und breit aus- 'lVlalron prinoiples das. Z. ZZ4. U. f. 188 §.82.' Ableitungen behaupten ihren Schuß. ausgedehnte Elektrizität, wenn auch eine Zwischenwolke einen Rückschlag verursachte, mitten durch ein Gebäude, mit unterbrochenen Sprüngen dringen, wenn sie aussen an dem» selben eine bessere Leitung fände, welches doch der Strahl nicht einmahl thut, wenn letztere mir vorzüglich, obgleich nicht vollkommen ist. — Der Graf will zwar die Bcsorgniß aus der übergroßen Kraft der Wetterwolke erweisen, deren Druck wohl so viel würken könnte, daß nach der Entladung die rückfahrende Elektrizität auch in jedem Körper von massigem Umfange eine beträgtliche Gewalt äussern müßte. — Aber, i) wenn gleich die ganze Kraft der Wolke ungleich stärker ist, als bey unserer Jurüsiuug, so versteht sich dieses doch nur von gleicher Entfernung. Nun muß aber die Entfernung, in welcher die verdrängte Elektrizität, oder auch ein wirklicher Gcgenschlag Statt hat, in eben dem Verhältnisse weiter von der Wetterwolke feyn, als die Schlag-Weite grösser ist, weil innerhalb der Schlag- Weite nicht mehr die druckende Elektrizität geäussert werden, sondern ein wirklicher Schlag erfolgen würde. Daher zeigt vielmehr die Erfahrung an den Elektrizitäts - Messern jenseits der Schlag-Weite keine so starke Wirkung, indem diese unter einer Wetterwolke nicht einmahl so hoch getrieben werden, als eS die künstliche Elektrizität zu thun vermag. Richmanns Zeiger stand kurz vor dem Schlage, der ihn tüdtcte, noch bey weitem nicht so hoch, als er ihn bey elektrischen Versuchen zu sehen gewohnt war, und eben dadurch ward Ers. §. i z. z z. l §. 82. Ableitungen behaupten ihren Schutz, l 89 ward er betrogen, daß er die Gefahr nicht so nahe zu seyn glaubte. 2') 2) Was die ganze Kraft der in einer Wolke ausgedehnten Elektrizität betrifft, so ist von derselben auch der Druck gleichmässig über eine weite Fläche der Erde ausgebreitet, und über diese Fläche ist also auch das Zurückfahren vertheilt, davon hier die Rede ist. Ucberdcm wird ja, wie (§. 7Y-) gesagt, der Zurückfahrenden Elektrizität, ebenda, wo der Druck am stärksten war, selbst durch den hcrabfahren- den Blitz gerade entgegen gewirkt. Zu geschweige«, daß auch meistens nicht die ganze Elektrizität der Wolke mit einem Schlage entladen, folglich auch der Druck nicht auf einmal aufgehoben wird. Ich habe diese Erörterung deswegen ausführlich vorgetragen, weil jene Vorstellung nicht bloß auf Lehrmeinun« gen der.Schriftsteller Einfluß hat, deren auch einige durch den Lord irre geleitet sind, sondern weil sie überall eine ungegründcte Furcht bey Gewittern, und sogar ein Mis» trauen Er ließ noch den Herrn Sokotow damals bemerken, baß der Zeiger nur auf vier Grade stünde (pkilost Mos» Vol. gy. p.6z ) da er doch durch die künstliche Elektrizität über '5Z Grad, niemals aber durch die Lust-Elektrizität Über zoGrad des Viertel-Zirkels getrieben werden konnte, wenn gleich dabei) starke und erschütternde Funken aus der VeobachtungS - Zurüstung fuhren. (MI. Mos. Vol. ay x. 767.) Auch in der Herren Trosstwye und AraMhoffMhle ausgeführten Application üe I'blle6tricir6 als plizMos wird M.z. durch die rückkehrende Elektrizität ein Mensch, ohne Roth, erschlagen vorgestellt» ! 9<5 §. 8Z. Bahn und Ziel des Blitzes. trauen gegen die Sicherheit unserer Ableitungsanstalt erre, gen, folglich von deren Ausübung abhalten, oder darin irre machen konnte. §» 8Z. Bahn und Ziel des Blitzes. Das Wichtigste, und welches eigentlich auf unser Betragen Einfluß haben kann, ist die Betrachtung derVahn -des Blitzes. Jeder elektrische Schlag ist nothwendig ei» Durchbruch zur gegenseitigen Elektrizität. Mau muß sich also hiedey einen vorhergehenden Drang von dcrWettcr« Wolte zur Erde vorstellen, bis der Blitz da, wo er die leichteste Bahn zu seinem Ziele findet, zum Durchbruche gelanget. DieS erhellet genugsam aus den Wahrnehmungen von Wetterschlägen. Der Blitz zeigt sich nämlich weder wie eine von unten ausbrechende und umherschlagende Pulvermine, noch wie eine bloß herabgeschlcuderte Feuerkugel, die nur den ersten besten Ort trifft, und von dort entweder abprallet, oder in fortgesetzter Richtung hinfährt, oder sich nach allen Enden hin verbreitet und verlieret; sondern er strebt von Anfange an zu seinem Ziele, und muß dahin seine Bahn von der oben getroffenen Stelle eines Gegenstandes bis zur Erde fortsetzen. Hierauf ist besonders zu achten, wenn wir seinen Wirkungen und seinem ganzen Wege nachspüre^ »vollen.'') §. 84. 2') Wie schon in voriger Abhandl. K. atz. isS. l??. und S. 4 > s erinnert worden. §. 84- Aufwärts fahrende Blitze w. 191 §. 84. Aufwärts fahrende Blitze machen keinen Unterschied. Wenn es nun auch Fälle giebt, wo der Strahl entweder durch einen wirklichen Rückschlag, oder sonst durch Annäherung einer negativen Wolke, und also von einer in positiven Zustand versetzten Erdfläche, zur Wolke hin fährt, und wenn denn auch auffahrende Blitze beobachtet sind, "b,) so macht dies doch in seiner Bahn, und überhaupt in der Wirkung, keinen Unterschied. Der Grund zum aufgehobenen Gleichgewichte, und daher der Anlaß zum Durchbruche, es sey dieser oder jener Elektrizität, liegt doch allemal in dem Zustande der Wolke, 2°) und der Strahl folgt jederzeit der besten Leitung in diesem Zwischenräume: folglich giebt der Ableiter gleichen Schutz, der Blitz mag von oben oder von unten her fahren. Da indessen auö den auf« tvärts- fahrenden Blitzen, besonders in Frankreich, noch so viel Wesens gemacht worden, daß man eigene weitläuftige An- ?' h) Wiewohl zuweilen auch andere feurige Erscheinungen für auffahrende Blitze angeführt worden. 36) Nach der Vorstellung von mangelnder und überflüssiger Elektrizität müste also die Wolke, welche Mangel hätte, doch zuerst oben aus dem Ableiter schöpfen, und dieser bann weiter aus der fernem Strecke Metall seinen Zu« schuß erhalten, wie Herr Hemmer (Anlest, 170) wohl erinnert. 192 §. 84' Aufwärts fahrende Blitze ZM Anstalten zu deren Auffangung für nöthig erachtet hat; so muß ich doch auch hier mich auf die Erfahrungen berufen, die uns in diesem Stücke so vollkommen beruhigen, daß wir dergleichen Kurüstnngcn für ganz Überflüssig erklären können» Es ist nämlich zwar die sben an einem Gebäude dem Anfalle des Blitzes ausgesetzte Stelle, wegen des verschiedenen Auges der Wolken, nicht ganz bestimmt: unren aber äussert sich die Wirkung unter allen Umständen immer da, wo die vorzüglichste Leitung von oben hin weiset, es mag diese Bahn nun in geradem Striche, oder mit Umwegen, innerhalb oder aussen am Gebäude, nahe dabcy oder durch die freie Lust auf eine davon entfernte Stelle, hin führen, Wenn endlich zwey oder mehr leitende Strecken den Blitz sich zu »heilen veranlassen, so äussert sich die Wirkung auch unten kben au den Stellen, wo diese verschiedenen Strecken hin wci- 2?) Wir Herr Aerchölön angetatheN. MM sehe dessen Memoire sinr un noubsau mo^en 6e ie pveserver la koNärsz weiches in den lUern. 22- 196 §.86. Beförderung des Ausbruchs und Anfalles. auf einen gewissen Gegenstand befördern und bestimmen. Diese sind: 1) der innere Drang der Wetterwolke; (davon 6-7?.) 2) ihre Annäherung von oben, oder von der Seite her; z) das Mittel einer Zwischenwolke, welche, als ein leitender Körper, den Durchbruch durch die Luft erleichtert, wenn sonst die Wetterwolke sich noch ausser der Schlagwcite befunden hätte, und dadurch der Schlag auch von der Seite herzngeführt werden kann, (Z. ly.) wenn nämlich der Zwischenraum, an beiden Seiten jener Zwischenwolke zu-^ sammengcrcchnet, nicht grosser wäre als die ganze Schlag- Weite in der Widerstehenden Luft, welche der Blitz überwinden könnte; 4) die Materie des Gegenstandes, ob Metall oder andere Körper; (davon unten H. 88«) 5) die Gestalt oder Form desselben. Diese scheint noch mehr als die Materie des Gegenstandes zu bewirken, indem nämlich der Durchbruch des Strahls, durch entgegenstehende Hervor- ragungcn, Spitzen oder Ecken erleichtert wird: ja er scheint noch eher auf die Ecken oder Enden eines Gebäudes, als auf höhere Stellen am Dache, Schorstcine u. s. w. zu fallen. " ) §. 87- Die Wetterwolken werden von uns weder angelockt noch ausgesogen. Es ist aber diese Erleichterung oder Beförderung des Ausbruchs eines Wctterstrahls wohl von einer Anlockung der Z.B. Erf.^. 11. und die dabey angeführten Fälle. Bey dem Verfammlungshause zu Purfleet Taf. III. fand sich jogar oben eine hohe spitze Stange auf dem Gipfel. §. 87- Wetterwolken werden von uns weder:c. 197 der Wetterwolke selbst, (womit man sie oft verwechselt bat,) zu, unterscheiden — Der verschiedene Zug der "Wetterwolken über diese, oder jene Gegend hangt von hohem Ursachen im Dunstkreise ab, alö daß wir denselben lenken oder nur ihm nachspüren könnten. So viel sehen wir nur, daß dieser Wolken.Zug durch hohe Gebirge aufgehalten und verschiedentlich bestimmt werde, daher man einige derselben Wetterscheiden nennt :^) auch scheint der Lauf der Strbhme nebst Ebbe und Flnth einigen Einfluß darauf zu haben. Ucbrigcns weiß man nicht, woher die Wetterwolken zuweilen manche Jahre lang gewisse Gegenden vorbey, und dann wieder oftmals darüber hin gehen. (§. 18,) So hatte auch Mancher Thurm über 100 Jahr gestanden, ohne vom Blitze berührt zu seyn, und ist doch endlich aus einer zufallig dar, über hingehenden Wolke getroffen worden. So werden, theils wegen dieses verschiedenen Zuges der Wolken, theilS wegen des abwechselnden ninern Dranges, (Z. 75.) in ein und derselben Stadt,, jg in geringer Entfernung, zu einer N. Z Zeit ") "Grünftadt heißt eigentlich an der Wetterscheide, weil der Verg hinter der Stadt, oder vielmehr der Dcm- iicrsdcrg, 4 Stunden Hinteruns gegen Abend, die Gewitter so rrennr, daß alle, die von Abend kommen, entweder rechts oder links an der Stadt vorbey ziehen und kaum die Grenzwolkcn uns berühren.,, Ausz. eines Brieses Herrn Seydolds im Deutsch. Museum Jnl. 1779. S. 78. — "Wenn in das Thal, wo Dresden liegt, durch Sturm über die Prießwitzer Anhöhe Gewitter her- getrieben werden, so sind sie anhaltend und entladen sich daselbst." Schrift, der Leipz. ökon. Soc. V. Th. S. >;8. Z9.8 §- 87- Wetterwolk.m werden von uns weder Zeit diese, zu einer andern Zeit andere. Stellen gctwffen..^) Im Ganzen wird die Wetterwolke, von. der in gegenseitige Elektrizität versetzten Oberfläche der.Erde herabgezogen odsx zur Annäherung veranlasset: die besondere Anlockung, diesem oder jener leitender Körper ist aber gewiß nicht vermögend, sie herbey zu ziehem Was die Form dcrftlbcn.bctrifft., s? zeigen die elektrischen Erfahrungen überhaupt, daß zugespitzte Körper zwar, wie auch vom Blitze erwähnt ist, den Ausbruch erleichtern, keinesweges aber, einen beweglichen elektristrten Körper so heranziehen,, als Flächen von Metall. Nun haben wir ja in Städten so viel erhabene mit Metall bedeckte Kirchen - und andere Dacher,, ja, was noch mehr, ist, hohe Thurm-Spitzen:, und dennoch ziehen sich die Gewitter nicht mehr nach den Städten, oder halten sich da-, selbst lanzer auf als an andern Gegenden: wie sollten denn unsere schmähten künstliche Ablciter.etwas. auf den Zug der. Wolken vermögen!. Seit 1778, dm ich meine vorige Abs. Handlung heraus gab, bis 1783, da man schon sowohl an. den Pulvermagazinen, welche auf dem Walle umher stehen,. als- ^') Im Z. 1746. d. 21. May,, ward in Halle der-kleine,, spitze, mit einem kupfernen Knopfe, auf wclcbem Sta-> eheln befindlich sind, versehene Thurm der Schnlkirche getroffen, der Knopf abwärts gebogen-, Schiefer abgewor-c sin, u. s. w. Zm Jahr 1764 .5,. > S.. May. aber fiel ein Blitz auf den südwestlichen Flügel des neben dieser Kirche liegenden Schul-Gebäudes; es ward von einem steinernen Kreuze am Ende des Giebels ein Stück abgeschlagen, ein Sparren zerschmettert, u. s. w. — Mügxs Beschreib, smes Gewitters, S. 19. Not. is. angesockt noch ausgesogen. als an den meisten Kirchen und verschiedenen Gebäuden in der Stadt Ableiter angebracht hatte, waren nur zweyWct- terschläge in der Stadt gefallen, obgleich manche Gewitter nahe vorbey gegangen und auch einige Häuser an verschiedenen Enden mcht weit von der Stadt getroffen worden» (§: 20. 28.) So war auch im Jahr 1779 öey den häufigen Gewittern kein einziger Schlag in unserer Stadt, oder auf dem Walle geschehen, und folglich keine Wetterwolke gerade über die Stadt hergezogen, viel weniger-hatten sie sich Hieselbst verweilet. Das i/tzzste Jahr aber, welches wegen deS so weit verbreiteten Höhenrauchs ober trockenen Nebels merkwürdig war-, erzeugte auch beyuns, so wie überall in Europa, und selbst in Asten (Z. 2.) häufige Gewitter. Die Wolken gingen dabcy so niedrig, daß verschiedene auch nicht hoch hervorragende, oder durch Metall aulvckeude Gegenstände getroffen wurden. Am gten Juni) entstand ein hcf< tiges Gewitter, mit starkem Platzregen, welches , da kein Wind dabey war, ein Paar Stunden über uns schwebte. Es gab-viele und zmn tzTheil heftige Schlags, deren drey auf Gebäude in der Stadt fielen, und einer auf dem Walle einen Vaum traf, alle an solchen Stellen, wo keine Abkei-, tcr in der Nähe waren. Am systen Jnny war wieder ein ziemlich starkes und lange, daurendcs Gewitter, dabcy.jcdoch kein Blitz , so viel man bemerkte, hier einschlitg. Darauf ist am aytcn July ein kurzes Gewitter gewesen, davon ein Schlag in der Stadt getroffen: ferner in der Nacht vom Steg?, zum gtcii Aug. und-am folgenden Tage, dabey aber A- 4. keim 2oo H. 87. Wetterwolken werden von uns weder. kein Blitz hier eingeschlagen hat. In den folgenden Jahren sind wieder die Gewitter unsere Stadt, bald vorbcy gegangen, bald nahe gekommen. --- Wenn man also nur ohne Äorurtheil auf die Erfahrung einiger Jahre achten will, so zeigt sich genugsam, daß weder wehr noch weniger Gewitter und Wettcrschlage an den Orten entstehen, wo sich Ableitet.' an Gebäuden, entweder zufällig oder mit Fleiß errichtet, befinden, das ist, wo den Blitzen eine Bahn dargereicht worden, durch welche sie ohne Gewalt und Zcrstöh- ruNg zur Erde, als ihrem Ziele, gelangen können. Wo es an dergleichen erleichterter Bahn fehlt, da wird die Wetter, wölke, welche sich doch am Ende entladen Muß, nur so lange sie in dem Zwischenräume noch zu viel Widerstand findet, immer mehr herab gezogen, und je länger der Ausbruch mittleuveile verhindert worden, desto mehr hak sich ihre Ladung angehäuft, desto großer ist nachmals die Gewalt deS Ausbruches. Daher die heftigen Schläge auf den ersten hervorragenden Gegenstand, wenn die Wolke über ein Wasser, oder über ein flaches Feld hergezogen kam. — Wenn ") Man hat ja bald dieses, bald jenes hervor gesucht, NM Einwendungen gegen die Ableitet' zu machen. Entweder es würden mehr Wetterschlage hergelockt, oder die Ge- witter mit ihren wohithätigen Folgen würden dadurch ver- swluckt. In alle ungewöhnliche Witterung, Dürre oder Regen, Hitze oder Kälte, auch beides mit einander in eu nem Aussätze, nebst misgcrathenen Früchten, ist den Ab- Icitern zugeschrieben worden, und dieses sogar an Orten, wo im ganzen Lande wohl kaum noch ein Dutzend Ablei- ter errichtet waten. angelockt noch ausgesogen. 2sc Wenn man endlich die Art und Weise betrachtet, wie der Ausbruch eines Blitzes durch diese oder jene Beschaffenheit oder Gestalt eines Gegenstandes erleichtert und befördert wird, so erhellet klarlich , daß der Strahl dadurch nur auf diesen bestimmten Fleck, wo er die erleichterte Bahn findet, keincsweges aber daneben auf eine andere Stelle zu fallen veranlasset werden kann. Daher die Besorgnis! der Machbaren, daß ein Ablciter ihnen den Schlag zuziehen mögte, ganz ungegründct ist. Vielmehr müßte der Ablciter, wenn er der Wolke eher in den Weg käme, den Blitz auffangen, und so lange sich darin noch keine neue Kraft gesammelt hat, den weiter hin gelegenen Gegenständen Verschonung bewirken: ja, wenn er nur einem andern getroffenen Gegenstande nahe genug wäre, den Strahl von jenem ab und nach sich her locken, wie solches in dem (Z. 22.) angefülwten Falle bey einer obgleich unvollkommenen metallenen Leitung am nachbarlichen Hause geschähe. — Daß übrigens die scharf zugespitzten Auffangungsstangen, wenn ihrer auch viele neben einander wären, (H. 14.) gar nicht vermögend sind, die ganze Elektrizität der Wetterwolken gemählig in der Stille einzusaugen, und also die wohlthätige Erschütterung und Veränderung des Lufckreises, welche durch die Wetterschläge geschi'chct, abzuwenden, wird unten E, 104.) gxs zeigt werden. K. 8Z» 202 H. 88» Grade der iestlMZs ° Fähigkeit. §. 88» Grade der Lcstungs - Fähigkeit. Was den Einfluß de.- Marerie eines Gegenstandes auf den Blitz betrifft, so zeigt sich auch in dem Fortgange seiner Bahn, der Vorzug aller vestsn Korper vor der freien Lust, indem der Strahl eher durch jene, auch mit Unwcgen, als durch einen etwas bcträgtlichen Zwischenraum von Luft hinfahrt. Ferner scheint er grünende Bäume dein Mauer- Werke vorzuziehen. Feuchten Körpern folgt er eher als trocknen: doch ist die Feuchtigkeit nur ein schlechter Leiter» indem wir oftmals bemerken, daß alle Befeuchtung vom Regen den Strahl nicht vom Eindringen inHolz oder Mauren abhält,. Er verlaßt aber Mauerwerk, Holz, auch grünende Bäume und Kleidungs-Stücke,, wenn sie gleich vom Rege» durch netzt sind,, um an der Oberfläche eincS menschlichen Körpers herabzufahrcn,; rmd ein Baum, an welchem ein Mensch steht, scheint vor andern getroffen zu werden. Endlich zieht er alleMetalle jedem andcrnKörper merklich vor. Ich sage,.— alle Metalle, denn obgleich die elektrischen Versuche noch einigen Unterschied unter dem Grade der Leitung an Zzerschiedenen Vuitallen zeigen, so ist doch dieser, bey des Gewalt des Blitzes und in V.ergleichuyg mit andern Körpern, nzr. unbcträgtlich, da wir sehen, daß die Leitung eines jede!, Mckalles zureichend ist, ihn von Beschädigung aller ander», anliegenden Körper abzuhalten, welches auch an bleiernen, senkrechten oder wagercchten angenagelten Streifen wahr-. genommen. §. 88. Grade der LeitunAs - Fähigkeit». 20z genommen tvird, da doch sonst das Bley unter den Metallen das geringste Leitnngs - Vermögen zeigte Hiezu.kvmmt noch der besondere Vortheil., daß die zur Leitung dienende Strecke Metall/ wenn sie nur nicht von gar zu schmalen. Umfange ist, von dem durchfahrenden Wetterschlage nicht beschädigt wird; und wenn, sie so schmahl oder dünne ist, baß sie den Strahl nicht ohne eigene Aerstöhrung leiten kann, und also davon zersprengt oder zerschmolzen wird, wie z. V. Metall- Dräthe oder Vergsldungs-Leisten, der Blitz ihr doch dergestalt folget, daß die angrenzenden Körper nicht dadurch verletzt werden, " ) es fty denn, daß er durch die nahe Anlockung einer andern metallenen Leitung bewogen werde» durch jene andere Körper durchzubrechen, um letztere zw erreichem (davon.unten Z.90.) H. 89. Lenkung- des Strahls in seiner ganzen Bahn. Hiernach lassen sich nun die verschiedenen Falle in bei? Bahn des Blitzes betrachten ; wie er sich hie oder dorthin, k'nket, wo der Strahl mir Gewalt durchbricht, wo er einev metallenen Leitung , ohne abzuweichen, folgt, wo er davon aÄspringt, wo er sich in Ncbenzweige theilet. — Vhne Aweifel folgt er der Bahn, wo er den wenigsten Widerstand .) Er braucht nämlich das Mtall nicht ftey im Gesichte zu haben, und die vesten widerstehenden Körper hindern ihn ja noch weniger als die Luft, auf einen Leiter zu zufahren. Wenn sich also jenseits eines widerstehenden Körperö ein bequemer Leiter befindet, so dringt der Strahl mit Gewalt durch jene auf diesen zu. Eben so spüret der Blitz auch in seinem ferner» Weg,e diejenigen Metalle auf, welche ihm zur Leitung dienen können, und bahnt sich seinen Weg dahin mit Zerstörung der Kvischsuliegenden Theile. §. 90. §.90. Wann d.Vliß von einerMetallst.abweiche. 20z §. 90. Wann der Blitz von einer Metallstrecke abweiche. Hat der Blitz einmal eine zureichende, und bis zur Erde herabführcnde Strecke von Metall erreichet, so halt er sich daran, und folgt derselben, auch durch allerley Umwege, bis unten hin, ohne davon abzuweichen, und so, daß er weder andere zerstreute Metalle mit ergreift, noch an den anliegenden Theilen oder am Grunde des Gebäudes einen Schaden verursachet. Er verläßt eine zusammenhangende Strecke Metall nur da, wo er einen leichtern Weg, zur Erde antrift. Dieses kann geschehen 1) wenn das übrige Ende einer solchen Strecke ihn nicht bis zur Erde, sondern in die freie Luft führen würde. Da macht er an der zunächst angrenzenden Stelle einen Absprung, um lieber durch veste, also weniger widerstehende Körper, zu seinem Ziele zu gelangen» So verläßt er das absiehende Ende der Negcnröhren oder Drachenköpfe, da, wo sie am Gebäude bcvesiigt sind.— 2) Wenn die Umwege gar zu weit wären, und er in der Nähe zu einer bessern oder kurzen, Leitung gelangen könnte. Der Blitz findet nämlich auch selbst in den Metallen doch noch einigen Widerstand, und so geringe dieser auch scyn inag, so kann er doch durch die Lange der Strecke bcträgtlich werden. Wenn er also mehr beträgt, als der Widerstand in einem kleinen Zwischenräume, durch welchen der Strahl zu einer bequemen, Leitung gelangen könnte, so muß er diesen Weg, " . es 2v6 §. 90.Wannd.BlitzvoneincrMctallsi. abweiche- eö fty ein Sprung durch die Lust, oder ein Durchbnich durch einen andern Körper, vorziehen. — Z) Wenn der Umfang des Leiters zu geringe, und dabey ein anderer, reichlicherer In der Nähe anzutreffen ist. In diesem Falle ist eö, vrrmuthlich, doch nur eine Theilungbeö Strahls, davon die erste Metallstrecke, wenn sie nur gleichfalls bis zur Erde herabgeht, noch so viel, als sie fassen kann, behalten wird. ^ 4) Wenn eine Strecke Metall den Strahl nicht weit herunter, sondern am Ende auf widerstehende Körper führen würde, und eine andere, wenn gleich noch unvollkommene oder unterbrochene Leitung ihn bctragtlich tiefer bringm kann ; so verlaßt er jenes, wenn gleich reichliches Metall, auch mitten in einem, es fty wagcrechten oder senkrechten Ansammcnhange, da wo er den leichtesten Ueber- sprnng oder Durchbruch zu dem andern Wege machen kam, Dieser Fall hat eimgeBeobachtcrirre gemacht. Oer Strahl, heißt es, verließ eine Strecke Metall, an welcher er doch noch weiter hätte hinfahren können. Es kömmt aber hier nicht auf das weiter an, sondern ans das leichter zum Ziele kommen, wohin der Blitz vom Anfange bis zum Ende strebet. — Ich will es noch durch einen elektrischen Versuch erläutern. Man schneide einen Streifen vergoldetes Papier s» Eben dieses hat prieftley bey der Elektrizität durch den Versuch mit einem krumm gebogenen Drath gezeigt, dessen Schenkel ft nahe an einander kamen, daß der Schlag überspringen konnte. Wie bey Ravens Ableitung, Nor. Abh. Erf. i z?. §.9o.Wannd.Bll'Hvon einerMetaklst. abwiche. 207 so aus, daß verschiedene Enden davon wagerccht oder senk? recht abstehen. (T. IX. 5. z.) Dieses bedecke man an der vergoldeten Seite mit einem Blatte Vciß Papier, oder mit weißer Leinewand-, und lege es zusammen zwischen zwcy Glasplatten, oder glasnrtc irdene Platten, -und laße sodann den Schlag einer elektrischen Ladung von einem Ende zum andern durchfahren, (a — x) Das angeschwärzte GM, und die schwarze Spur auf dem Papier, oder ans der Lci- ncwand wird zeigen, daß der Schlag nicht zu den blinden abstehenden Enden hinaus, sondern mit Umwegen nur der Bahn nachgefahren sey, die ihn zur Gegen-Elektrizität, als seinem Ziele, führte, und daß er guer über andereStrei, fen hm gegangen sey, ohne sie durchaus anzugreifen. Ebcu dieser Versuch kann auch zeigen, daß die Bahn eincrley sey, der Schlag mag von der negativen oder von der positiven Seite der geladenen Flasche-her geleitet werden So wird also auch der Blitz .) Der Strahl sammlet sich indessen, auch unter der Uebermahlung, an Metallen, wie die daselbst '2) Eine 9Z Zoll breite Huste von falscher Vergoldung, ward zum Thcil nur au den Fugen, Ritzen und Winkeln angeschwärzt. Vor Abhandi. Erf. 6 2. S. >z; — BekanntUch ist auch die Fähigkeit zur Lassung einer elektrischen Ladung, nicht nach Verhältnis; des Inhalts, oder der Dicke, sondern der Oberfläche deö Merallcs zu schätzen. Darauf wollte ich mich aber hier nicht berufen, weil eine solche Anhäufung der Elektrizität nicht in allen Stücken mit ihrem Durch- bruchc übercin kommt. »2I>.) Davon Vor. Aich. §. 186. u. f. Davon Vor. Abh. Z, z z. und Erlauterungen aus elek wischen Versuchen H. >8? — '?> nachzusehen. "l>.) Daselbst, und oben Erf. Z. 40 41. §. yz. Leitung längs einer Oberfläche. 2lZ daselbst angeschwärzte Spuren und zuweilen dir abgelösete Ucbermahlung zeigen, jedoch so, daß er sowohl das Metall selbst, als die anzrenzenden Körper weniger angreift: auch springt er von der Uebermahlung auf nahe gelegene Metalle und auch aufMenschen ab. (A.40.) Wo aber kein Metall dabey befindlich ist, da kann die unmerkliche Verbreitung an einer solchen Oberfläche machen, daß man die Spur desselben verlieret und also nichtüberall verfolgen kann, und daß er sich weiter umher erstreckt als sonst geschehen fcyn würde. — Wenn der Strahl über die Oberfläche einer Glas-scheide hinfährt, so werden davon zuweilen Splitter abgeschalet, ") wie solches sich auch bey einem elektrischen Schlage zeigt, den man über eine Scheibe Spiegelglases hinfahren läßt. ") O z H. yz. Vor. Abh. Ers. ioz. S. »45. Erst »zs. S. 411. 5') Wie in Vor. Abhandl. S. ;io. — So hat Herr Hofrath Ebell eine Fensterscheibe, aus einem Hause nahe bey der Zlegidienfirche in Hannover, bewahrt, in welcher ein Blitzstrahl eine laubförmige Vertiefung nachgelassen hat. Hannöv. Magaz. 1781. S. 1280. Nor. I. — "Zu einem Hause zu Paris ward 1779 d. sistcn Zuly an einem Spiegel über dem Kamin vom Blitze ein Theil der Vergoldung des Rahmen verletzt, und an der untern Ecke des Glases, wie auch ein paar Zoll hoher, nahe am Rahmen, eine Absplilterung und Aushölung, etwa einer Linie tief, und einen Zoll im Durchmesser, ohne Anschmelzung, verursachet (exosvation, uingusment xar exkplistion.) An dem schräge gegenüber stehenden Aber» Winkel ward die Folie an zweien Stellen abgel streift.,, bliss. üs la 8oo. ro^. cle Neri. 1777 78. x. Z2l. par Nr. -O Vor. Abh. 167. Erf S. 606. 2l4 §' 93' Leitung am menschlichen Körper. §. 93- Leitung am menschlichen Körper. Die Art und Weise, wie Menschen vom Blitze vsrletzt oder getödtet werden, verdient auch um deswegen eine besondere und genaue Untersuchung, weil wir daraus theils Vorsichtsregcln, theils Hoffnung und Anleitung zur Hülfe schöpfen können. Der Fälle, da Menschen vom Blitze getroffen, verletzt oder getödtet worden, sind doch nun so viele aufgezeichnet, ") daß man bei) ernstlichem Nachspüren wohl entdecken könnte, welchen Weg der Strahl genommen, und mit welcher Er- gicssnng durch oder über andere Körper sich eine Aehnlich- keit dabey finde» Ehedem war kein Zweifel, daß der Blitz wirklich in den Körper hineindränge und durchhin führe: vornehmlich sollte er die Rnochen zerschmettern. Nachmals ward ans Betrachtung der Elektrizität gemuthmaßet, daß er durch die Flüssigkeiten seine Leitung fände, und endlich die Lehrmei, nung geäussert, daß, weil die Nervenwirkung mit der Elektrizität eine besondere Gemeinschaft zu haben und die Nerven vorzügliche Leiter zu seyn schienen, der Strahl durch dieselben seine Bahn nehmen müsse. Nach Vergleichung und Erwägung vieler zuverlässiger Wahrnehmungen habe ich geglaubt, anders nrthcilen zu dürfen, daß nämlich der Strahl an der Oberfläche des menschlichen ") Deren ich nur einige der merkwürdigsten oben (Z. 5; 67.) und in voriger Abhandlung angeführt habe. §. y?« ieitung am menschlichen Körper. 215 lichen und thierischen Körpers herab fahre und meistens nur durch Brschüttcrimg der Nerven die Betäubung oder den Tod verursache Dieses Urlheil habe ich auch Nachmals noch durch mehrere Wahrnehmungen bestätigt gefunden, ") welches ich, da es noch von geschickten Männern in Zweifel gezogen wird, hier näher erörtern will. 1) Allenthalben zeigten sich also fleckweise und strichweise Bersengungen an der Oberfläche der Haut, und an der innern Seite der Bekleidung, welche den Weg des, Blitzes bezeichneten. 2) Die Bahn war weder nach der Lage der Knochen, noch nach dem Laufe der Adern, oder der Saug-adern, oder" der Nerven; sondern, bcy einiger unordentlichen Ausbreitung und Iertheilung, im Ganzen von der Stelle des JuspningcS zum Absprunge, entweder Zur Erde, oder zu einem ablok- kendeu Metalle hin gerichtet. z) Außer den Stellen des Zu - und Absprunges, wie Hey andern Körpern, waren meistens die Verletzungen am stärksten, wo die freie Ausbreitung der Flamme unter der Kleidung am meisten gehindert worden» Die Kleider wur- O 4 des 2 5z Vor. Äbhandl. H. 62 — <56. 6z — 74. Darunter habe ich auch einige von solchen Beobachtern angeführt/ die selbst noch ein Eindringen des Blitzes in den Körper behaupten, wenn gleich ihre eigene Erzählung gerade das Gegentheil erweiset — Mehrere anzuführen, Würde überflüssig gewesen sepn, da alle genau beschriebene, die mir bekannt geworben sind, in den Umständen, darauf ich hier sehe, überein kommen» 2l6 §. 9Z. Leitung am menschlichen Körper. den nicht mir an den Stellen des In - und Absprunges durch« bohret, sondern auch durch die Platzung abwärts zersprengt, und dieses zuweilen über den ganzen Körper, ohne daß der« selbe sonderlich versehrt worden. 4) Der Grad einer Verletzung war abnehmend von aussen nach innen: nicht umgekehrt. Zuweilen wurden nur die Haare angesengt: dann die Oberhaut, weiter die Haut, endlich auch einige darunter liegende Theile, durch die Flamme verletzt. Ney dem Prediger in Kiel waren es auch doch nur die nahe unter der Oberflache gelegenen, und die ausfern hatten daselbst doch mehr gelitten, als das Innere. Z) Dke öftere Wiederherstellung der vom Blitze fchwehv getroffenen Menschen laßt sich nicht erklaren, wenn der Strahl wirklich durch die innern Theile hingefahren wäre. <") 6) Wenn gleich auch die von der Haut bedeckten Theile verletzt worden, Blut-Ergicssungen entstanden, und selbst Knochen Vor. Mh. Erf. ;0. 6') So auch die Wirkung elektrischer Schläge auf Thiers—- Herr von Saussure erzählt, daß er einem königlichen Adler einen Schlag von einer sehr großen geladenen Flasche vom Kopfe bis zu den Füßen herab habe fahren lassen. Dieser fiel zwar als tod nieder, so, daß sein Kopf ganz schlaff vom Tische herunter hing: aber er erholte sich auf einmal wieder und schlug gewaltig um sich. Zwcy andere gleiche Schlage hatten denselben Eckolg. So halte» sich auch große Hühner vom elektrischen Schlage völlig erholet Anlnerk. zu I-snteines Lslag? tnr /e tonn ere. not. , §. yz. Leitung am menschlichen Körper. 217 Knochm zerbrochen worden; so zeigte es sich doch, daß dieses Mir durch den äussern Stoß des Anfalles vom Blitze, (dabcy die Platzung auch Stangen krumm biegt. Beulen in hohle Metalle eindruckt, schwere Körper aus dem Wege wirft) und nicht durch einen einwärts dringenden Strahl verursachet worden, da vielmehr die inncrn zartem Theile unverletzt geblieben. Bey dem Falle (oben §. 62.) wo nicht allein das Trommelfell im Ohre zerrissen, sondern auch durchgehende Spalten im Hirnschädel entstanden, und wo sowohl oberhalb des Schädels unter der Haut, als unterhalb desselben, theils über, theiks unter der harten Hirn, haut ausgetretenes Blut vorhanden war, fand sich doch weder die Haut, selbst da wo die verletzten Stellen darunter lagen, noch die harte Hirnhaut durchbohret, und das Ge, Hirn selbst sowohl als die in der Brust und im Bauche gelegenen Eingeweide waren unverletzt. Auch zeigten die übrigen Spuren bey diesem sowohl, als bey den andern Getroffenen, klärlich das Hcrabstreifen des Strahls an der Oberfläche der Haut. Dag zuweilen Blut-ergieffungen durch O 5 den Ich muß hiebey erinnern, dasi nur die genan bemerkten Fälle den Ausschlag bey unserm Urtheile geben sollten. Auf andere kann man sich nicht verlassen — In den Ptieoch ?al. P. IV. p. 40. wird z. B. erzählt — Da man ein Pferd öffnete, welches i?üy in dem Man stalle zu Schwezingen vom Blitz erschlagen worden, fand man das Fleisch so sauber vom Rückgrats abgciöset, als wenn es mit dem feinsten Federmesser geschehen wäre. „ — Aber: wer hat es beobachtet? War dies nur'an der Melle 218 §. 9Z. Lr'itung am menschlichen Körper. den äussern Stoß der Watzling, wie durch Quetschungen, entstehen können, ist leicht zu erachten: und so kann auch der Luft-druck auf die Lunge den Umlauf des Blutes plötzlich so hemmen, daß es einen Drang auf die Gefäße äussert, Beklemmung der Brust verursachet, oder sogar entweder im Gehirn, oder sonst durchbricht, ja selbst die Herzens-vor- kammern zersprengen kann. ") Merkwürdig ist indessen, daß, wo auch Wunden in der Haut verursachst worden und also der Strahl offenen Zugang zu den Blutgefäße», fand, er dennoch nicht durch dieselben fortgefahren ist, sondern seine Bahn, wie sonst, aussen herab verfolgt hat. —> Ich muß aber erinnern, daß Verletzungen, welche durch den Druck und das Anreiben eines anliegenden MetalleS, oder durch das Absprengen eines Schuhes, u. s. w. oder auch durch umhergeflogene Splitter äußerer Körper, verursachet feyn können, von Wunde», die der Strahl selbst gewirkt hätte, wohl zu unterscheide» sind.Alke Umstände kommen also mit einer Leitung an der Oberfläche überein: denn eben dabey äußert sich Flamme und Platzung mit einer starken Erschütterung der untcrgclcgenen Theile, jedoch so, daß der Strahl von dem eigentlichen Eindringen in dieselben abgehalten Stelle hes AnsMNges von: Dtrahle, öder Wie weit et: streckte es sich? Wie waren die übrigen Spuren der Vet« Htznng beschaffen? u. f. w. ^7 Wie de?/ den Pferden, Borr Abh, Zus. D. Ick. ' 5') Wie Grs. §. 57. 60. Davon sbm Z. ?s. §. 94> Leitung am menschlichen Körper. 219 gehalten wird. Die Spur des Strahls zeigt sich am menschlichen Körper auch eben wie bey einer Uebsrmahlung auf Holz, nur daß diese bloß angeschwärzt, die Haut aber meistens versengt wird, wiewohl sich auch daran zuweilen nur eine Anschwärzung äußert, und nicht der Zu- und Absprung allein, sondern der ganze Weg, wenn gleich der Strahl auf Kopf oder Schulter» zugefahren und erst bey den Fußsohlen, mit Zersprengung der Schuhe, abgesprungen war, ifl mehr oder weniger an der Oberflache bezeichnet. §- 94« "Augegeben, (sagt man,) daß der Blitz oft an der Oberflache des Körpers herabfahre, so wäre doch damit nicht erwiesen, daß er bloß an der Oberfläche herab, und nie, wenigstens zum Theil, durch den Körper selbst durchfahre. Metall giebt auch in seiner Oberfläche einen Leiter ab: aber es leitet auch durch seinen ganzen Inhalt. Dies könnte denn auch der Fall bey dem thicrischen Körper scyn, der nächst dem Metalle der bequemste Leiter ist. ,, Was die erste Voraussetzung betrifft, daß der Strahl zuweilen in den Körper hineindringe, zuweilen aber nur auswärts herabfahre, so wüßte sich doch ein merklicher Unterschied in den Spuren zeigen» Aber nein: allemal fand man Hey den heftigen tödtenden Schlagen sowohl als bey den geringen die Haut versengt, die innern Theile hingegen unzersprengt. Setzt man aber, der Blitz bringe' zum Theil aussen herab, nnd zum Theil fahre sr innerlich durch den Körper hlk 220 §. 94' ^itung am menschlichen Körper» hin, so müßte dabey entweder eine Thcilung, oder eine Argicssung cineö Ucberflusseö vorgehen. — In jenem Falls müßte ein Iweig eines Strahls, wenn dieser durchdrünge, gleichwohl auch, wo nicht seinen ganzen inner» Weg, doch wenigstens die Stellen seines Ein - und Ausfahrens bezeichnen. So werden ja nicht nur, auch Key gctheiltcn Strahlen, die Kleider durchbohret5 sondern auch eine Platts Metall, durch welche der Stoahl quer durchfahrt, wird durchlöchert»^) Und doch wird weder beym Allsprunge noch beym Absprunge die Haut durchbohret. Bey lezterm ist es besonders merkwürdig, wenn der Strahl durch ein Metall Abgelockt wird, wo er sich doch wieder samlet, und auf einer Stelle Wörkuug äussert. Starker ist zwar die Verletzung an solchen Stellen, wie auch bey jedem andern Körper, wo der Strahl einen Sprung macht, aber keine Spur, daß er nach innen hinein, oder von innen herausgedrungen scy. ES ist vielmehr eine Verftngung, die nach innen hin geringer wirdfolglich durch den Funken entstanden ist, welcher nur ausserhalb, bey dem Sprunge des Strahls, durch die Widerstehende Luft und Kleider, erzeugt worden. Nun erwäge man den Zustand der inner» Theile bey Erschlagenen, welche doch vornehmlich die Spuren der Durchfahrt vom Blitze zeigen müßten. Rnochen findet man zwar zu- 66) Prießley bemerkt, Küß sw elektrischer übe? das Wasser, oder Weingeist, hingelciteterStrahl, wenn er hineindrang, die Oberfläche verließ und ftinen Ein - und Ausgang deutlich bezeichnete. Gesch. der Eleklr. P.VIII loct. ri» §. 94- iektung am menschlichen Körper. 221 zuweilen vom ersten Anfalle des Blitzes zerbrochen, geborsten; aber nicht durchbohret, zersprengt, wie am Holze geschieht, wenn der Strahl eindringt. Auch müßte, wenn d.r Blitz dm ch sie hingefahren wäre, eben eine solche Verletzung bey dem Ausbruche als beym Einfahren, z.B. eben so an den Knochen des Fuges, als am Hirnschadel, sichtbar scyn. Die alte unbeglaubte Geschichte der 1718 zu Pritschwalk erschlagenen Schafe, an welchen alle Knochen zersplittert und im Fleische zerstreuet gewesen seyn sollen, müßte man doch, da dergleichen durch keine neuere, genau beobachtete ErfahrniH bestättigt wird, nicht wieder anführen. ^ ) > . ^ ^ Führe Ich sage abermals, (wie Not. 6z.) genau beobachtete. Denn, so sind zwar im Gothaischen Magaz. für Physik, II. B. 4. St. S. i; 9. u. f. ein paar Falle von guter Hand eingeschickt: aber die Herren Einsender haben sie nicht als eigene oder zuverlässige Beobachtung bezeuget — "Zu Varnanl traf 1782 in der Johannisnacht ein Blitz zwey Frauen, die neben einander stunden. Die eine bekam einen rochen Strich über den ganzen Leib: die andere, welche sich am Ende ihrer Schwangerschaft befand, wurde betäubet und ihre Kleider angezündet, so, daß sie am Leibe und an der Brust stark verbrannt ward, ehe man sie entkleiden konnte. Diese bekam ein heftiges Fieber und gebahr nach einigen Tage» etn völlig zeitiges Kind. Das Gesicht desselben halte ein apoplektischcs Ansehen: Ki» Haut auf dem Kopfe war schon behaart und völlig ganz: der Knochen in der Stirn und der ganze Hirnschädel bis ins Genick war in kleine Brocken zerschmettert: die Haut vorn vom Leibe und den Beinen abgezogen und hing nur unten vest: hinten war die Haut auch ganz. Die Mutter war, ausser was der Brand verursachet hatte, ganzunvert letzt, 222 §>94- Leitung am menschlichel, Körper. Führe der Blitz durch die Adern, wie war es möglich, daß diese nicht dadurch zersprenget, und alle Flüssigkeit um, her vcrsprützct würde? Flüssigkeiten sind doch nur mittel- massige letzt, und ward völlig wieber hergestellt.,, — Sollte hier der Blitz, ohne äussere sowohl als innere Theile der Muts tcr zu verletzen, so zu dem Kinde haben hinein dringen können, daß er Knochen zerschmetterte? Dep genauer Nachforschung, denke ich, würde man gefunden haben, daß das Kind, von der Erschütterung oder vom Schrecken der Mutter, gestorben war: daß daher nach einigen (es steht nicht — wie viel? ) Tage» die Haut (soll wohl heißen Oberhaut) schon, wie gewöhnlich, abgesondert, und die Knochen der Hirnschädel los geworden. Der, oder dieses nige, welche nun dieses durch die »och ganze Haut fühlte/ und nicht wüste, daß der Schädel am Kinde, und auch das Stirudlatt, noch nicht in eins zusammengewachsen sind, meinte also, mit Zuziehung des Vorurtheils, die Knochen wären vom Blitze zerbrochen, lind in weiterer Erzählung hieß es dann, sie wären in kleine Brocken zer- schmettert — "Eben daselbst, schreibt man, schlug der Blitz vor 6 Jahren einen Kaufmann tod. Es fand sich in dessen Hut ein rundes Loch, einen Rubel groß, ausgezackt, und ein anderes oben in der Stirn, wo das Gehirn ausgetreten war. Auf der Brust hatte er vier rothe Streifen, und die Stiefel waren in kleine Fetzen zerrissen, welche umher zerstreuet lagen. „ — Die Spur am Leibe und an den Stieseln zeigt doch ein gewöhnliches Herfahren des Strahls an der Oberfläche. Die Umstände des Loches in der Stirne hätten also wohl genauer beschrieben und aufgezeichnet werden müssen, wenn man nach 6 Jahren sich noch darauf verlassen wollte — Genug: ich hoffe, künftige Beobachter auf die Untersuchung solcher Fälle aufmerksamer gemacht zu haben. §. y4' Mitling am menschliche» Körper. 22z massige Leiter, und auch ein massiger elektrischer Schlag zersprengt schon Glasröhren, wenn er durch das darin enthaltene Wasser geleitet werden soll. Die Adern bleibe» aber voll, und wo cö nicht der Luft - Druck auf die Lunge verursachet , unzerrissen. (H. z6. t>2.) " Da ich mich versichert hielte, sagt Landriani, daß die Ausleerung der Puls- Adern, welche wir gewöhnlicher Weise im thieiischen Körper «ach dem Tode antreffen, von der noch im Herzen und den Puls-Adern übrig gewesenen Reizbarkeit herrühre, so wollte ich den Zustand der Blutgcvasse in denen untersuchen, die vom elektrischen Schlage gctödtct worden. Daher? fand ich nun zur Bestätigung meiner Meinung, daß die Puls-Adern alsdann immer voll von Blut sind, und dieses auch noch viele Stunden nach dem Tode des THIcres. Es wird näm, lich die Reizbarkeit, durch weiche sonst das Blut herausgetrieben wird, durch den elektrischen Schlag ganzlich zerstöret. Das Thier stirbt also, so zu sagen, auf einmal in allen seinen Thejlen, ohne daß irgend die Hauptgcvässe zerrissen worden.,» § 95- Die Eigenschaft der Nerven und ihr Verhältniß zuk Elektrizität erfodert indessen noch eine besondere Erwägung.->>- Neuere Beobachtungen über ein solches Verhältniß, welches man 66) sei conlluttor! elettrici, p. Z0. (S. 26. der Uebersetz.) Man sehe hierüber, fügt er hinzu, die schönen Beobachtungen des Herrn Prof. ZVIolcsti: osser. vadium eä etperiLNZe kul sun^ue ssuiäo e rspprolo. 254 §. 95« Leitung am menschlichen Körper. man die thierische Elektrizität benannt hat, haben vorzügliche Aufmerksamkeit erreget. Wenn nämlich an einem entblößten vder nur mit dünner Haut bedeckten Nerven ein Metall als Belegung angebracht, und davon eine Leitung zu einem andern Theile, besonders mittelst Metalles von verschiedener Art, veranstaltet wird; so äussern sich, ohne andern äussern Reiz, Würkungen, euelche der verschiedenen Bestimmung der Nerven angemessen sind, Empfindung von Geschmack auf der Zunge, von Licht im Auge, und Erregung von Zukkungen in den Muskeln. Letztere erfolgen auch noch einige Zeit nach dem Tode des Thieres, (K.69.) und bey zerstümmelten und abgesonderten Theilen des Körpers; wenn aber der Nerve unterbunden wird, lassen sie sich nicht erhalten. Eben dergleichen MuSkelreiz wird nun auch, mittelst solcher Metall-belegungen, durch die eigentliche Elektrizität erregt, und zwar sticht allein durch einen sehr schwachen Funken, oder CntladungSschlag, sondern sogar durch die Kurücktrctung der umher gedrängten Elektrizität, (I. 79.) wenn nämlich aus einem nahen clcktrisirten Körper ein Funken gezogen wird, oder wenn sich eine Wetterwolke durch einen Blitz entladet. ^). Diesemnach, und weil das dabey Würkende sich durch metallene Leiter führen, und a» metallene» 69) Vergl. oben Erf. §. 6s. Man sehe von diesen Erscheinungen Galvani und an» derer Abhandlungen über die thierische Elektrizität: VolM in den Odilos, ckckans. 17YZ. p. IS. Lichtenberg im Göll king. Taschen»Calmder 1794. '§.'"95» Leitung des Blitzes am-mensch!. Körper. 225 lenen Belegungen sammle» läßt, scheinen auch die oben erwähnten Wirkungen mit der Elektrizität Gemeinschaft zu haben, wiewohl sich nicht alles dabey nach den bekannten Gesetzen derselben erklären läßt.?') — Was aber hiebcy auch für eine besondere Kraft oder Eigenschaft der Metalle ziem Grunde liegen mag, so zeigen die Nerven ihrer SeitS doch nur eine Empfänglichkeit für diesen Neiz, und daß sie dafür empfindlicher sind als sonst irgend ein bekannter Körper in der Natur, nicht aber, daß die Nervenkraft selbst, durch welche Empfindung oder Muskelbewegung gewirkt wird, Elektrizität sey. Merkwürdiger scheint in dieser Hinsicht die besondere Wirkung einiger Fische zu seyn , da sie durch eigene innere Kraft erregt wird und Nerven dabey inS Spiel kommen. Der Fisch äussert nämlich einen beträgtlichen, dem elektrischen ähnlichen Schlag auf andere ihn unmittelbar, oder mittelst Elektrizitats-Leiter, Metall, Wasser, berührende Körper, und zwar willkührlich, und ohne selbst seine Muskeln ?') Z. B. daß bey der anscheinenden Gegen- Elektrizität doch durch alle ableitende Feuchtigkeiten kein Uebergang von dem einet, Theile zum andern erhalten wird: daß eine Leitung durch Metalle verschiedener Art, wenn sie auch nur an ver« fchiedcnen Stellen desselben Nerven angebracht ist, eben die Zuckungen erreget: daß bey fortgesetzter Verbindung durch Metall die Wirkung, z. B. die Empfindung des Geschmacks fortwährt, u. s. f. ?2) Wie anchvolta zu verstehen giebt, und besonders Lichtenberg am angef. Orte S. >8z bemerkt« P 226 §.Y5- Leitung des Blitzes am menscht. Körper. kein dabey zu zuckcn. Eö haben aber diese Fische besondere, von andern unterschiedene Werkzeuge, in »reichen die Er- schütterungökraft steckt, »reiche aus unzähligen feinen an einander-liegenden Blättchen bestehen. Eben zu diesen Werkzeugen gehen nun zwar besonders starke Nervcnstammc, und dem Fische wird die Kraft benommen, wenn man diese Organe ausschneidet, oder nur den Theil, wo die Nerven eintreten, zerschneidet:^) aber auch dieses zeigt noch nicht an, daß die ursprüngliche elektrische Kraft in den Nerven selbst stecke, sondern nur, daß ihr Dienst erfodert werde, die Kraft und Wirkung jener besonder» Organe willkührlich zu erregen. Wir wollen nun die nähern Gründe für die elektrische Leitung der Nerven erwägen. Die Verinulhungen, daß die durch- ströhmende Elektrizität auf den menschlichen Körper einen bc, sondern Einfluß haben sollte, darauf inan schon Lehrgebäude von Krankheiten und deren Heilung, entweder durch positive oder durch negative Elektrizität, errichtet hatte, sind durch neuere Erfahrungen, die mit den stärksten Elektrisch-Maschinen -2) Man sehe z. B. vom Zitters Rochen, Kaja torpesto, Samml. zur Phps. u. Nat. Gesch. IV. B. S. z?8- ». f. aus 8paIIan?!Nii ILlem. XV. k>. 94. iv2. und die Zergliederung x. zyz. §. Y5- ^i'tung des Blitzes am menschl. Körper. 227 schincu angestellt worden, nicht bestätigt. ") Wenn auch das bloße Ausströhmen der Elektrizität Bewegungen im Blute and verschiedene Ausleerungen verursacht hat, ^') s» konnte dieses schon durch den Reiz ans die Haut, beymUeber- gange von dort indie Lust, geschehen. Gemeiniglich aber werden nicht einmal diePulsschlage dadurch merklich vermehrt. Hiezu sowohl als zu andern Wirkungen wird das Auslocke» eines Funken erfodert, und.dabey ist es einerlcy, ob positive oder negative Elektrizität angewandtwerde. Der Funken aber kann , wie jeder ankere Reiz, z.B. von Brennesseln, da» mit man auch zuweilen Lähmungen geheilt hat, von aussen wirken, ohne daß etwas durch die iiuicrn Theile durchfährt. Was für Wirkung, Reizung, Bewegung, Erwärmung, Acrstbhrung, kann nicht die bloße, von aussen mitgetheilte Erschütterung im ganzen organischen Körper hervor drin» gen! Ein starker Knall tödtet ja sogar die thierische Frucht km Eye, welches doch weder vom Schrecken, noch von einer durchfahrenden -Materie Herrühren kann — Das Gefühl Hey einer elektrischen Erschütterung, sowohl Hey einzelnen, als bey mehrern sich anfassenden Personen, zeigt auch immer mir die Wirkung des Rückstoßes von aussen deym Ueber- P 2 sprunge ' Van keicr. chuns ^rancismanbine olettri- czue. p. yd. V»n D'oo/?wr,l: at Application cle I'clekkricit6 p. 17z. §. iy. p. zZz. 26. sö auch von den Gewächsen p. i zd. Wie Herrblaullu^t in dm Nsm. lle la 8ocietä rozr. cle MeäeciNe Vol. II. arm. 1777. 78. p. 4ZZ — gzz anführt. 228 §. 95' Geltung des Blitzes üm menschl. Körper« sprunge von einem Körper zum andern. Es ist daher an den Enden am stärksten« und weniger, wenn man die Arme recht steifhält: daraus man stehet, daß es nur durch den Reiz der Muskeln, welcher die Gelenke zusammenstoßen macht, erregt wird. Stärkere Erschütterungen müssen freilich in der Mitte zusammen treffen und daher die Brust angreifen: dies beweiset aber kein inneres Durchfahren, weder durch die Knochen noch durch die Nerven — Es ist auch noch ein Unterschied unter der gemählig zuge, führten, angehäuften, und der plötzlich einhcrfahrende», zu ihrem Ziele eilenden Elektrizität zu bemerken, so, daß ein Körper jene einlassen, oder annehmen könnte, da er doch die bey einem Entladungsschlagc einherfahrende nicht annähme. Im Durchfahren zur gegenseitigen Elektrizität verfolgt der elektrische Strahl nicht alle gute Leiter, die ihm im Wege liegen, oder verbreitet sich in ihnen. Ein Metalk, darüber er hin fährt, wird dadurch nicht elcktrisirt. Das Wasser ist auch ein ziemlich guter Leiter, und würde die gemahlig mitgcthcilte Elektrizität, z. B. vom Ausströhmen einer Spitze, überall annehmen: dennoch kann der Strahl eine Strecke weit über die Oberfläche hin fahren, ohne hinein zu dringen. Hemmer will zwar die würkliche Durchleitung des Blitzes durch die Nerven auS einem elektrischen Versuche beweisen.— "Ich habe — sagt er — aus einer frisch getödteten Katze eine Blut- nnd Schlag-Ader, einen Muskel und einen Nerve» her- Wie schon Priestley bemerkt?. I. per. io. kecc. 6- §. 95- Leitung des Blitzes am inmschl. Körper. 229 heraus geschnitten-; diese Stücks mit Zeinewand sauber abgetrocknet, und dadurch nach einander eine Flasche zu entladen versucht Die Entladung ist durch die beiden ersten nur nach vielem und langen Zischen, durch den Muskel nach wenigerm, doch oft wiederholtem Aschen; durch dem Nerven aber in einem Schlage, schnell und rasch, fast eben so, wie durch eine metallene Ruthe, geschehen« „ ^ ) Ich weiß nicht, ob derVersuch von andern wiederhohlr worden. And ob auch Neben-Umstände dabcy die Verschiedenheit be» würkt haben können» Wer, die Sache zugegeben, daß die Elektrizität, oder der Blitz, leicht durch einen Nerven hinfahren würde, wenn dieser die Bahn-zum Ziele ausmachte, fo giebt eS doch in der Anwendung den wichtigen Unterschied, daß in besagtem Versuche der Nervs bloß und abgesönderd da war, und der Schlag seinen Weg dadurch nehmen mußte. Hier ist aber die Frage, od der Strahl bey unentblößttn Nerven diesen Weg aufsuche und zu ihnen durchdringe; oder ob er an der Oberfläche des Körpers vorbei) geleitet werde. Selbst, von Metallen wird doch der Blitz , wenn er amder Sberfläche einen Anstrich von Kienruß und Theer oder Hehls Farbe vorfindet, größtenthcils abgehalten, <§.92.) §. ?s. Ich halte mich also an die wirkliche Erfahrung von Weiterschlägcn, wo doch die grössere Kraft noch deutlichere Wirkungen, als bey unfern elektrischen Versuchen zeigen P z müste Eomment. I'deost. 1^?. Vol. Z, p. 1Z6. szo §. 96. ieitunff des Blitzes am menschl, Körper^ Müßte. Nirgends aber sinden wir eine' Spur , baß er die' Nerven, wie sonst andere gute Leiter, aufgesucht hätte, oder deren Lauste und ihren Zweigen gefolgt Karer Vey dem' Manheimer Soldaten ( §. 60.)' besten Fall Hemmer selbst genau beschreibt, war ja der Strahl im Nacken, und also' dicht am NüchenMarke, dem großen Nervenstamme, zugesprungen, hatte'daselbst sogar eine Wunde verursacht 5 dennoch' war er Nicht durchgedrungen. Der Getroffene er höhlte sich bald von der Betäubung 5 die Spuren zeigten eine ganz andere Bahn, die Verletzungen waren nur oberstachig, und der Getroffene war in eilf Tagen völlig hergestellt.- Ein Gleiches läßt sich in mehrern Erfahrungen wahrnehmen. — Konnte der Blitz so leicht und frey durch die Nerven, ober irgend innerliche Thüle beö Körpers fahren; so müßten sie nicht allein eben so gute Leiter als Metalle, sondern noch viel vorzüglicher seyN, welches doch der Erfahrung widerspricht, da der Blitz durch Metalle von jenen abgelocket wird. An Metallen aber, wenn sie auch von noch so weitem Umfange sind, z. B an kupfettten Thurm - und Kirchendächern, wird doch noch jederzeit beyM Herabfahrett des Blitzes eine Flamme erregt, und Metalle von wenigerm Umfange werben glühend oder geschmolzen. Was müßte denn dieses nicht an den zarten innern Thülen, was müßte es nicht an den Nerven besonders für Verletzung nachlassen? Wie fürchterlich müßte nicht vollends die Zcrsiöhrung der inner« Thüle seyn, wenn man voraussetzt, daß der Blitz nicht bloß zum Theil mit in den Körper hinein dringe, sondern seinen §, 96. lelkung des Blitzes am mcnschl. Korper. szr feinen eigentlichen Weg durch den Körper, und besonders durch die Nerven nähme, au der Oberfläche aber sich nur ein Ueberflust ergösse. Ein Mctalldrath wird, wie gesagt, vonemcm daran herfahrenden Blitze oder elektrischen Schlage zuerst an der Oberfläche angegriffen, tiefer und tiefer aber, im Verhältnisse, wie der Strahl zu dem Umfange des Metastes zu stark gewesen ist, so daß er endlich gar in Dunst zersprengt wird. Wenn aber der Drath auch nur wenig an der Oberfläche angegriffen wird, so daß er etwa davon blau anlauft,, so wird er doch zugleich dabey durch und durch erhitzt und glühend, welches man Hey elektrischen Versuchen im Dunkeln wahrnchnren kann. Nun stelle man sich einmal eine so starke Ergicssung des Blitzes durch die dem Angeben nach ihm zukommende Leitung der Nerven vor, daß der Ucberfluß desselben noch an der Oberfläche des Körpers merkliche Verbrennung verursachet! Wäre es möglich, daß dies zarte und empfindliche Gewebe dergleichen Durch- skröhmung und Erhitzung ohne gänzliche Aerstöhrung aushielte? Müßte nicht die Ergiessung. der überflüssigen Elektrizität, wenn sie von den Nerven ausflösse, sich auch um die Nerven her am heftigsten zeigen, so wie ein durch de» Blitz oder durch den elektrischen Schlag überhäufter Mctalldrath doch gewiß die anliegenden nächsten Thcile am ersten anbrennt. Aber, auch bcy den Getödteten findet man nie die Nerven oder anliegenden Thcile versengt. Dahingegen finden sich oft Haut-Versengunzcn, ohne dag einmal Be taubung oder sonderlicher innerer Schmerz dabey gewesen P 4 wärp. 2H2 H. 96- Leitung des Blitzes am mensch!. Körpe?« wäre. Andere stärkere Verbrennungen vom Blitze sind auch, wenn nur der Kopf nicht zu stark verletzt worden, sehr vielmal, ohne tödtlich zn sey», und folglich gewiß ohne Verletzung der zartesten und zum Leben und Bestände aller Eingeweide uöthigsten Werkzeugs, nämlich der Nerven, vorgefallen— Der thierifche Kbrper ist doch geMß ein merklich schlechterer Leiter als Metall. Sollte sich denn keine Aeusserung einer stuffenweisen Unzureichendheit bey den vom Blitze Getroffenen zeigen? so , dag zwar durch einige Köv-^ per etwa ein schwacher oder schon gethciltcr Strahl ohne merkliche äussere und innere Verletzung hinführe, durch, andere aber ein voller und starker Strahl mit mehr oder weniger innerer Jerstbhnmg und Verbrennung dränge, bis sogar, wie beim Metalle, sine Zersprengung und Zerstäubung erfolgen müßte. ES kann ja selbst ein gethciltcr Strahl noch mehr als zwölf, '^) ja vierzig Personen zugleich an der Oberfläche versengen: warum sollte denn nicht vom Blitze, wie doch von andern Ursachen geschiehet, «°) im menschlichen Körper innerlich eine Verbrennung oder eine Platzung ent» stehen? §. 97. Ts bedarf auch, wie mich dünkt, keiner weitern Ursache' als der besonder» Erschütterung, um, wo auch kein Schä- Vor. Mh. Erst 5-. Das Erst 74. Die Zahl ist in derNächricht nicht obem hin, sondern mit ausdrücklicher Bemerkung der Verletzung gen angegeben. Das. Erf. 77 — 52. und oben Ers. §. 70» §>97« ieltung des Blißes am menschl».Körper. 2ZZ Schade! zerbrochen^.keine Blutgeväffe zersprengt worden, alle stuffenweiftn Verletzungen, von der geringen Betäubung bis zum gänzlichen Erstarren und Tödten zu. erklären,. Das scharfe Zittern oder.Drohnen kann gar wohl alle diese Würs kungen auf die.Nerven äussern: ja , schon die mittelbare Erschütterung durch die Luft kann dergleichen hervorbringen, wo doch keine Spur vorhanden ist, daß der Körper selbst, etwa durch Theilung des Strahls, getrosten sey. ^ ) So werden auch Umherstehsnde zuweilen in beträgtlichcr Entfernung betäubet und niedergeworfen. ( §.zo.) Der-Glöckner zuPlnviers, der nicht getroffen war, blieb erstarret stehen:^) manche klagen noch eine Zeitlang über nachbleibende Empfindungen: ja zuweilen erhvhlet sich der würklich Getroffene eher, als ein anderer nebenstehender Betäubter. Thiers die sich nm nahe um die getroffene Stelle befinden, werden, ohne Zeichen von Verletzung, oftmals tvd niedergeschlagen, da doch andere, die würklichSpuren zeigten, daß sie getroffen waren, beymLeben geblieben sind. So werden nicht nur Menschen, in. einiger Entfernung, vom eigentlichen P S Strah- Denn in diesem Falle findet man doch allemal, wenige stens beym Zu - und Absprunge, nachbleibende Spuren, §. 6z. 65. und Vor. Abh. Erf. 52. 74. u. s. fi Vor. Abh. Erst. 89. b. aus den New. 6eZes 1748. p. 512. — So fiel der Studiosus zu Epperies, vhne getroffen zu sey», nieder:. Vor. Abh, Erst roz, S. 276. und ein anderer Erf, ?4»b» Das. Erst 90. Das. Erst 74. b. und 74.0. 2Z4 §- 97- Leitung des Blitzes am menschl. Körper; Strahle, ^ sondern auch schwchre Körper mit Gewalt umher geworfen. Wie sollte denn nicht die unmittelbare scharfe Erschütterung des Wetkcrschlagcs.Lähmungen,Zuckungen u>s.f. ja eine allgemeine Erstarrung der Nerven hervorbringen könne»? Menschen, nicht allein die von einer Höhe auf den Kopf, sondern auch die flach auf den Rücken gefallen sind, oder denen ein schwerer Körper auf den Rücken gefallen iff, bleiben auch eine Zeitlang sinnlos liegen, und fühlen noch nachher eine Betäubung in den Gliedern, die, da sie nach nicht langer Zeit vergeht, zeigt, daß keine Zerreißung inner rer Theile, sondern nur die Erschütterung sie so angegriffen habe. 66) Zuweilen ist auch dergleichen Erschütterung mit be- 25) --Bcy dem Wctkerfchkage, welcher 1747 aufdcn Kauft Haus-Thurm zu Manheim fiel, war die Gewalt so groß, daß sie sich bis über die an dem Kaufhaufe vorbeylaufende Straße erstreckte. Hier ward eine Schildwache mit der größten Heftigkeit an das Thor des Haufes, vor welchem sie stand, geworfen, und eine Person, welche daneben in einem Zimmer am Fenster stand, zrt Boden gestoßen. „ Höt. Ho. Tcheoci. lÄ. Vol. IV. P. gr. 56) "Am uttn May 179z fiel allhier dem Fuhrmann Möller ein fchwcrgcfüllter Kasten von einer Höhe zwischen 20 und zo Fuß auf den Rücken. Da derselbe nur wenig gebückt stand, so kann man schließen, daß nur ein kleiner Theil des Gewicht» darauf gewirkt habe. Es wurden also nur die Hals- und Rückenwirbel gestreift, aber kein Bruch oder Folgen einer starken Quetschung verursachet. Dennoch fiel der Verletzt» gleich ohne Bcwußtfi'yn zur Erde, war an den vbern und untern Gliedern gelähmt, ohne Sprache, der Leib heftig ausgespannt, und der Puls kaum §. y7> Leitung des Blitzes am menschl. Körper, szz betrachtlichern und daurendern Folgen begleitet. Von einem Falle, gerade auf das Gesäß, wird, durch die Erschütterung des Rücken-Marks, oftmals eine Lähmung der untern Gliedmaßen, wie auch der Blase und des Mastdarms verursachet, die eine» langsamen Tod nach sich ziehet. Doch ward kaum zu fühlen. Es Ward eine kelchliche Aderlaß vorgenommen, kühlende Bähungen, nach Schmukkcrs Räch mit vielem Ammoniak-Salze aufKopf und Rücken gelegt« und innerliche Mittel zu gleichem Zwecke gegeben. Nach einer Stunde kam er wieder zur Besinnung und klagte über heftige Schmerzen in den Gliedern. Mit obenge- dachten Bähungen und andern zertheilenden Mitteln ward fortgefahren. Nach einigen Tagen entstand eine starke Geschwulst au den Händen, abet mit dieser auch merkliche Besserung: am l Htcn des Monats konnte ek schon allem im Zimmer herumgehen und Wach 4 Wochen betrieb er seine gewohnten Geschäfte wieder: doch hat er noch nicht die vorige Kraft in den Armen, und kann sie nur mit Mühe in die Höhe heben.,, Dies ist der mir den agstett Nov. 179z mitgetheilte Bericht des Wundarztes, Herrn Redlich, welcher den Verletzten geheilek hat; UNS Herr Doktor Brand, welcher zur innern Kur gerufen worden, hat es bestätligt. Die Zufälle find merkwürdig, da der Kopf nicht gelrossen und die Wirbel nur gestreift waren. S. Aicon Uem. für lss Lümwotlons fle is moLllK epiuiere, in dem Museum der Heilkunde, I. B. v. z z, S. 260 — Da Herr Ricou bemerkt, das Rückenmark werde dabei) durch den Gegenstoß nach unten zusammengedrängt, (Fünftes, et coMme reiolll^e für efte msm«) so dünkt mich, man müßte solche Personen gleich nach dem Falle flach, oder lieber mit dem obern Theile deS Körpers niederhängenv, hinlegen, und dann einigemal mit den Beinen schnell anziehen, damit durch dm gegenseitigen »Z6 §.97- ieittmg des Blitzes am menschl. Körper« ward eine solche, durch einen Fall von einem Kirschbaum» verursachte, Lähmung derWase und der untern Gliedmaßen, nach vergeblich angewandten andern Mitteln, und nach einem halben Jahre, noch durch die Elektrizität gehcilet. ) Sa ward auch ein Kind, welches nach einem Falle aus dem Fenster als tcd lag, durch eben dieses Mittel wieder hergestellt.^^) Auch Fieber, Rasercy, Empfindung innerer Hitze u.s. w. können sowohl durch die Erschütterung, als durch die damit verbundene Stockung des Blut»Umlaufes entstehen, und finden sich auch nach derErschütterung von einem Falle oder Stoße: aber nie könnten dergleichen Zufälle- so bald gehoben werden, wenn der Fcnerstrahl wirklich durch innere Theils, und zumchl durch die Nerven selbst gefahren. wgre<. §. 98- Die Ursache, daß der Blitz an der Oberfläche der Hand- herabfährt, kann mcht in der wenigen Feuchtigkeit von-Aus- düm feitizen Mick das Mark sich wieder aufwärts schiebe: Nachher stärkende Mittel, z. B. kalte Umschläge, wie bey Gehirn-Erschütterungen, und wenn sine Lähmung erfolgt, die Elektrizität anwenden. Das XIX. Beob. S. > 49. Davon weiter unten A 99. Ich warb zu einem Manne geruftn, der , nach einem h-stigen-Schlage amKopfe, sinnlos hingefallen war. Durch angewandte Mittel, kalte Umschläge u. s. f. ward er ges mähliz wieder hergestellt, so, daß er erst als apoplcktisch vöcheilch tag, den andern Tag etwas delirirend redete, Fieber hatte, und dann nach und nach zur Besserung gelangte. §. 98. ieitung des Blißss am menschl. Kprper. dünstung . Schweiß oder Benetzung gesucht werden, da sich diese Leitung am menschliche» Körper alle mal, unter allen Arten vonKleidung, und wenn diese auch viel mehr vom Regen durchnetzt gewesen, ^') spüren laßt. Es muß also eben die oben erwähnte Art von Leitung seyn, welche auch an andern Körpern mehr oder weniger bemerkt worden ist, und das Eindringen des Strahls abhält. Bey dem Vieh zeigte sich noch die sonderbare Eigenschaft, daß die Oberhaut nur an den Stellen, wo weisses Haar gewachsen war, versehet worden. Ob dieses nur von dem zartem Gewebe solcher Stellen, oder von vorzüglicher Leitung herrühre, kann ich nicht bestimmen. — Daß aber die erwähnte Eigenschaft des Blitzes zur Erhaltung des menschlichen Lebens besonders zuträglich sey, ist leicht zu erachten» 8> 99» Mittel, zur Wiederherstellung der vom Blitz Getroffenen. Was die Mittel betrifft, welche zur Wieberherstellung eines vom Blitze Getroffenen anzuwenden sind; so können uns die oben bemerkten Umstände dazu Anleitung geben, Wir S-) Oben Erst §. 6;, Vor.Abh. Erf. ?4.c. S. ,Sr. Wie schon in Vor. Abh. §. 74 angezeigt worden -» Ausführlich wird die Behandlung in dem nützlichen Werke des Herrn Hoff. Scherff: Anzeige der Rettungsmittel bep Leblosen (Altona ,780. s.) §. So. u. f. gelehrt. 2Z8 §- 99- Mittel zur Wiederherstellung der vom Wir finden also, daß durch die Erschütterung des Gehirnö, oder der Nerven, eine plötzliche Hemmung der Lebenskraft verursachet werde. Nun lehren aber andere Erfahrungen, daß die gehemmte LcbenSwfirkung noch oft durch eine« Neitz wiederhergestellt werden kann , und dieses nicht allein im ganzen System, sondern auch in abgesonderten Theilen. Was ferner den stockenden Blut-Umlauf betrifft; so haben wir hier, wenn man nur bald nach dem Unfälle zu Hülfe kömmt, nicht mit der Erstarrung vonKälte, wie bcy den im Waffer erstickten Personen, zukämpfen: daS Blut stockt auch nicht vorzüglich in den Venen, so, daß man durch eineAderlaß Erleichterung verschaffen müßte; fondern eS bleibt auf einmal ungeronnen s§. 55.) iu den Arterien stehen» Wenn also nur der Hirnschädel nicht zersprengt, oder Gcvässe in der Brust zerrissen worden; so kann allerdings zeitig geleistete Hülfe das Leben wieder erwecken» Aderlässen ist nur unter hefonderu Umstanden, 5") und sehr massig anzurathcn; weil es die Nerpenkraft noch mehr schwächet. Das Schröpfen, da es zugleich reizet, und nicht so geschwinde ausleeret, wäre vorzuziehen» Ist der Getroffene noch nicht erkaltet; so kann die Spannkraft der Adern am leichtesten durch frische Luft und Besprechen mit kaltem Wasserhergestcllt werden. So können auch kalte Umschlage auf den Kopf hier, wie bey einer Erschütterung des Gehirns von einem Falle, nützlich seyn. — Wo dieses nicht zureicht, und wenn mehr Hülfe geschast werden kann, da find allerley Arten von Reij- 5') S. Erf. H. 6;. 67. BliHe Getroffenen. 2Z9 Reiz-Mitteln anzuwenden. Reiben mil fluchtigen Mitteln, Klystire von kaltem Wasser, Essig, oder einem Aufgüsse von reizenden Krautern, weil die Erfahrung zeigt, daß die Gedärme, wenn andere Theile schon erstarret sind, noch lange reizbar bleiben, und daß sich der Reiz durch den Zusammenhang der Nerven weiter mitthcilt. Kann das Athemholen durch Reizung der Nase noch nicht erhalten werden, so versuche man dasLuft-Einblasen. Endlich ist daö stärkste Ncizungs- Mittel, die Elektrizität, nicht zu versäumen, als wodurch schon lange gelähmte Nerven wieder erweckt werden. Dies ist auch schou in dem Falle, davon hier die Rede ist, durch Erfahrung bestätigt. — "Am ikten Iuny 1782 ward bey einem heftigen Gewitter ein Haus in Southwark vom Blitze getroffen, und darin ein älterlicher Mann mit Gewalt von seinem Stuhle zu Boden gestürzt. Man nahm ihn als tod auf, und hatte wenige Hofnung, ihn wieder zum Leben zn bringen. Ein Kunstverständiger aus Guv's Hospital aber kam ihm mit der Elektrizität zu Hülfe, und hatte daö Glück, ihn nach etwas angewandten Bemühungen völlig wieder herzustellen.,, — "Eben dieses Mittel ward mit erwünschtem Erfolge bey einem jungen Mädchen angewandt, welches aus einem Fenster des zweiten Stocks auf das Steinpflaster gefallen war, und zu dessen Wiederbelebung keine Hofnung übrig schien. Herr Squires aber, der gegenüber wohnte, versuchte die elektrische Erschütterung. Zwanzig Minuten waren wenigstens verflossen, ehe er sie anbringen konnte» Anfangs berührte er verschiedene Theile des Körpers, ohne daß » 240 §. 99- Mittel zur Wiederherstellung der vom daß sich einige Wirkung zeigte: endlich, da er einige Schläge durch die Brust fahren ließ, bemerkte er einen schwachen Pulsschlsg. Kurz darauf sing das Kind an zu seufzen, und, wiewohl noch mit großer Beschwerde, Othem zu schöpfen, und so ward es gemählig zu völliger Gesundheit und Munters kcit hergestellt. ) Auf diesen Umstand, wie und wv die elektrische Erschütterung anzubringen fey, ist also wohl zu achten: nämlich nicht auf den schon zu viel erschütterten Kopf, sondern in der Gegend der Brust, wodurch die Muskeln des Athemholens, das Zwergfell, und vielleicht auch das Herz mit zur Bewegung gereizet werden, und nicht durch heftige, sondern durch gelinde Schläge oder Funken. Die Versuchedeö Herrn Dokt» Äbilgaord an Vögeln, und des HerrnPartington an einem jungen Hunde, geben hievon noch fernere Beweise. Durch elektrische Schlage auf den Kopf wurden diese Thier? ihrer Sinne und Bewegung beraubet: durch kleine Erschütterungen oder ausgelockte Funken an der Brust gemählig wieder hergestellt, da es die Reizung anderer entfernter Theile des Körpers nicht vermögt?, und so konnte man sie eins ums Andre als tod hinstrecken, und wieder beleben« — Ist der 6^) Aus einem Aufsätze des Doct. Fochergill ,'n den ists- xorts ok tks dumane tocietzr kor 178Z — 86. x. 167. u. f. s«) Eben das. von Dr. Zolhcrgill angeführt, welcher die Versuche des Letztern selbst angeschen hatte. Blitze Getroffenen. 241, Her Körper schon kalt und erstarret, so muß man freilich gleich Anfangs suchen, die Wärme wieder zu erwecken. Hiezu ist, nebst dem Reiben, ein .vorzügliches Mittel, Pas Auflegen Ziner Blase mit sehr Heißem Wasser auf die Gegend der .Herzgrube, welches selbst dje Erwärmung d.urch.cjn ganzes Bad an geschwinder Wirkung übertrifft. '?) Wenn der Verletzte sich s? weit erbolt hat, daß er schlucken saun, so werden ihm auch innerlich, wie es zur Wiederherstellung der Kräfte erfordert wird, nervenstärkende Mittel., Wein, HoffmannS-Liguor, oder flüchtige Salze gegeben. Wegen der Heilung verbrannter Stellen, will ich .nur .noch erinnern, daß , weil sie grvsztcn.theils nur ganz oberflächig zu seyn pflegen, man sie meistens nur mit .kühlenden Wekeln zu behandeln, und nicht anders .als ans die tiefer.eingebrannten Stellen Eiterungs-Mitteln anzuwenden habe. Da sie im ersten Falle bloö mit einiger Abschälimg der Oberhaut sich verlieren, so wird hingegen durch die Überall aufgelegten Pflaster oder Salben, und dadurch erregte Eiterung, den Vorletzten viel unndthige .Unbequem« lichkxit .verursachet .und die Heilung verlängert, davon ich M ?-) Crf. §. 66, Wie Doct. Curnr aus wiederholter Erfahrung versichert. Prsns. Vol. 82. sor. 1792. p. 2?d. 2lv. — Eben Vieses, stwohl als die Eleklriznät, wäre also auch bep dey im Wasser Erstickten anzuwenden. L>. 242 §. ILO. Piaßung bei) jedem Widerstände an einem über den Rücken u. s. w. vom Blitze Beschädigten ein Beispiel gesehen Habs. Wie Menschen sich unter verschiedenen Umständen vor dem Blitze am besten in Sicherheit stellen können, will ich hier nicht erwähnen, da es in voriger Abhandlung (§. ?Z — 80) ausführlich erörtert worden. §. 100. Platzimg bey jedem Widerstande itt der Bahn des Blitzes. Bcy jedem Durchbräche des Blitzes durch widerstehende Körper, und auch bey feiner Fahrt längö den unzureichenden Leitern, äussert sich mehr oder weniger, nebst der Flamme, eine Planung, d.i., eine auseinander-werfende Kraft, auf die Luft oder auf die vcsten umgebenden Körper, die oft mit großer Gewalt zersprengt, und dabey schwere Stücke umhcr- gcworfeu werden. Der erste Widerstand, welchen der Strahl zn überwinden hat, ist allemal der Zwischenraum der Lust beym Ausbruche aus der Wolke: daher die Gewalt, mit welcher er herabstürzet, und deren Druck, welcher auch umher würkct, von dem Eindringen des Strahls selbst zu unterscheiden ist. Ferner zeigt sich die Platzung bey jedem, auch dem geringsten Sprunge oder Uebergange von einem Körper zum andern, ja von einem Stücke desselben Metalles zum andern, wie bey Ketten u.dgl. Aber auch bey unzureichenden, wenn gleich zusammenhängenden Leitern, wird sie beobachtet, so, daß nicht allein die Umklcidnngen abgesprengt, und nahe an- in der Bahn des Blitzes. «inliegende Körper abgestoßc« oder gedruckt werden, ) sondern auch das Metall selbst, durch welches der Strahl hinbringt, wenn es ein dünner Drath ist, zerstäubet wird, Wey der immer, unvollkommenen Leitung an der Oberflüche wird besonders ein heftiger Druck -und eme Abgrenzung bedeckender Theile -geändert. Die Züchtung aÄ'er Plahung ist von der Bahn 'des Strahls selbst wohl z« unterscheiden. Denn, da chiefer nur im leichtesten Wege zu seinern Ziele, d. i., zur Gegen-Eler- -trizität fortfährt, und nn der Luft großen Widerstand findet, so -äussert sich die Platzung nicht -nach der Anlockung eines -leitenden Körpers, sondern nach allen Seiten hin, oder, wenn die Umstände nicht gleich sind, -nach de? Seite, wo der wenigste Widerstand veste-r Körper ist. So werden dieEnden Don Metallsireifen, wenn der Strahl von ihnen zu unterliegenden Körpern abspringt, auswärts hingebogen, .die Haare, wenn der Blitz aiss den Kopf Mt, aufwärts gesprengt, (§.6:.) u.s.s. Wasser, oder Feuchtigkeit , ist immer anr «i« «nvvÄ- Vommcner Leiter, und muß schon von betragtlichem Umfange seyn , wenn es nur den Schlag elektrischer Versuche ohne Q 2 P!a> Wergl. van N«rum?r«m. Lonüavat >öes Lxpscfip. I. «- ?- Z- p- 158. Wie man Hey Zersprmgung eines düimeii ans weissem Papier gelegten Metalldrathss sehen kann, davon die Erscheinungen in v«r> Asrnm Urem, contlnuat lies ^rieuces I. c. 4. schön abgebildet sind« 244 §> Ivo. Platzung bcym Wetterschlags. Platzung durchleitcn soll: sonst weiden die Gevässe zersprengt. Zerstreute Feuchtigkeit wird noch überdcm durch die erregte Flamme in Dünste ausgclosct, deren große Aus» dchnungökraft bekannt ist. Die Erde an sich ist ein noch schlechterer Leiter. ES ist also klar, daß, wenn der Blitz wirklich in die Erde hineinfahrt, er eine Aufsprengung deö Bodens verursachen müsse. Zum Glück aber pflegt er sein Ziel, wie gesagt, schon an der Oberflache der Erde zu finden, wenn er nicht durch besondere Veranlassung hineingelocket wird. Wenn er nun so weit durch eine Strecke Metall hcrabgcleitet worden, so entsteht zwar nvthwendig auch dort noch bcy dem letzten Absprunge von dem Leiter zur Erde eine Platzung, welche aber unschädlich ist, wenn der Blitz nur freien Raum zu seiner Ausbreitung findet. Davon unten §. 110 — r--. III, III. Nähere Anwendung auf die Ableitung des Blitzes. S. 5 §. lc>r. Emfa6)cr Grund der Blitz - Ableitung.' ^^achdem wir nun die bey Wettcrschlägcn sich eräugenden Umstände betrachtet haben, laßt sich mit Grunde die Anwendung auf die zu unserer Sicherung zu treffenden Anstalten» d. i., auf die Ableitung des Älitzcs, machen. Die Bcdenk- lichkcit, ab auch dergleichen Aurnstung etwas gegen die Gewalt des Blitzes» oder wie viel sie vermöge, ist gehoben, da wir überall an wirklichen Wetterschlagen sehe«, was sie in der That leiste. Es ist also durch klare Erfahrungen ausgemacht» daß der Blitz durch eine wohlcingcrichteteZurüstung abgeleitetwerden könne: ja, die Falle, wo der Strahl auch durch unzureichende und nicht zusammenhängende Strecken von Metall, die sich zufällig aussen am Gebäude befanden, von dem gefährlichem Eindringen in das Innere abgehalten worden,^) zeigen, daß es doch immer besser fcy, eine, wenn gleich'fehlerhafte oder schadhafte, Ableitung, als gar keine zu haben, wenn jene nur aussen am Gebäude angebracht ist. Schon manche male hat man sehr die Q 4 Bcdenk- Wie Erf. §. ,5. 52. zz, und unten K. ;iz. -zo §. IQÄ. 7lüffÄNgung durch Bedeckung der First des Sirahls. Die Erfahrung hat gelehrt, daß der Blitz vorzüglich die oben hervorragende» Thcile, wie auch bis End-Ecken der Gebäude treffe. Daher ist »öthig, dieganzs First von einem Ende des Dachrücksns jbis zum andern, über die Schorstcine hin, und, wenn Erker, Frontispizen, oder hoch hervorstehende Altane ^) daran befindlich find, auch Fii, solcher Altan war es, weicher am Schlosse zu DreS- den, wie 19. angeführt ist, 178z d. -gsten Aug. vom Blitze getroffen ward — Ich muß bey dieser Gelegenheit noch einige Umstände hinzu fügen, welche der Herr Znspecivv Ivöhlcr mir mitznthcilen die Güte gehabt hat, da ich dessen zweites Schreiben vom iZtenFebr. 1794 erst nach Abdruck jener oben gegebenen Beschreibung erhalten habe — Das Gebäude ist unter dem Dache^Stockwerk hoch, und der gemeldete Altan liegt oben am Ende des DacheS, welches daselbst mit einem Walm abgestutzt ist, dessen Gipfel, senkrecht gemessen, um is Ellen höher, in schräger Linie aber 20 Ellen von der getroffenen Ecke entfernt ist, und es liegt, auch noch an eben dem Walm ein Erker, dessen Spitze 4 Ellen höher, aber um 7 Ellen weit zurück von jener Ecke steht — Man stehet also, wie die Hervorragung des Altans aus den in flacher Richtung herkommenden Blitz gewirkt hat — Der Altan hatte kein eisernes Geländer, ( wie ich, S. z 9. nach, Herrn Sund. Bnchers Bericht geschrieben habe) sondern eine steinerne Brüstung, und daran ward ein, 1 Elle im Gevierte und 1 Elle hoher Quaderstein, aus semer Stelle gerückt. ^Vielleicht bey einer Klammer, wie zu Purfleet, Taf. Ill.s Die Höhe dieser Stelle vom Gassewpflasicr ist 54 Ellen (zu 21 Pariser Zoll) und der Abstand von der Ableitungsstange am Thurm 94 Ellen. Zu dieser hin nahm der mit Bleystreiscn. 2Zl auch bereit Gipfel »der Rand mit zusammenhängenden zum Ableiter führenden Metalle zu bedecken. Daß dieses crfo- öert werde, wenn gleich eine oder mehr Auffangimgssiangen am Gebäude aufgerichtet sind, haben die Wettcrfchlägc gelehrt, wo nichts dcstowcniger ein Blitz auf eine nur 40 bis 50 Fuß von der Stange entfernte, auch weniger erhabene Ecke her Strahl, Mittelst der oben S. -10. erwähnten Metalle, feinen Weg , erstlich in das darunter gelegene Zimmer des vierten, von da weiter in ein anderes des dritten Stockwerks herab, und daneben zu der Gipsdecke und den Vers gotdimgSleisten cmeS 46 Wen langen Saales. An dessen Ende aber leitete ihn (welches merkwürdig ist) ein eisernes durch eine bervhrte Säule gehendes Hängewerk wieder hinauf zu dein obern Stockwerke, wo er ferner in der Richtung nach den Thurm hin noch auf Ellen weit, wie die Spuren zeigten, an der berührten Decke, rheiis der dastlbst liegenden Zimmer, thsils des daneben hergehenden Ganges, fort lief. Die letzte Spur war in dem an dem Thurm angrenzenden Zimmer, im Winkel, an einem belohnen Balken, nahe an der Stelle, wo der Blitzableiter äußerlich herabgcht und mit einem großen drcystrcbigen, iw die Mauer eingchauenen eisernen Träger bevestigt ist — Der Strahl war also nicht in die beiden untern Stockwerke herab gefahren, sondern hatte quer über, auch mit Umwegen, ander, obgleich unvollkommenen und unterbrochenen Leitung, der Länge nach, einen Weg von mehr als 80 Ellen genommen, um am Ende zu dem Ableiter zu gelangen — Vor diesem Welterschlage konnte Herr Köhler, an seiner wohl eingerichteten Zurüstung zur Beobachtung der Lnstelcktrizilät, noch nicht die geringste Wirkung svüren, obgleich er so nahe war, daß der Knall desselben ihn in weniger als ? Sekunden erreichte, und obgleich schon sechs nahe Schläge vorher gegangen waren. - (Bergl, 2<2 §. los. ?luffanzung durch Bedeckung der First Ecke des Gebäudes gefallen ist. Darin hatte ms» also Anfangs in England gefchls, daß man der Anlsckung der Spitzen zu viel zugetrsuek, und diese Bedeckung der ganzen First versäumt hatte — Daß hingegen eiste solche Bedeckung der obern Thcile> auch ahne Spitze sder Stange zureichend sey, den Schaden abzuwenden, zeigen die Wct« kci schlüge, welche auf bloße bleierne Bedeckungen an Giebeln oder abgestumpften Enden des Daches gefallen sind.'^) Diese Bemerkung ist wichtig, theils um manchmal unub? ihige Kosten zu ersparen, wo schon ein mitMekalle belegtes Dach vorhanden ist, dder wo sich eine 4« Aussangmigö. Spitzen vermeiden die:c. 255 H. 104. AlljfaltglMgs - Spitzen vermeiden die Wetter- schiäge nicht. Die Auffangungs-Stangen sind meistens noch bisher als ein Hauptstück einer Blitz-Ableitung angesehen worden. Scharf zugespitzte Stangen wurden Anfangs in dcrMeinung empfohlen, daß sie der Wolke ihre Wettcrkraft schon in der Ferne gcmählig entziehen, und also den Schlag, wo nicht gänzlich verhüten, doch mindern, oder wenigstens denselben auf sich hinlvcken und von andern auch entfernten Enden des Gebäudes abwenden würden. — Beides ist durch Erfahrungen vom Blitze widerlegt worden. Nähere Bemerkungen haben auch, selbst im Kleinen, bcy den elektrischen Versuchen gezeigt, daß jene gcmählige Entladung, die man zu erhalten suchte, mir dann Statt finde, wenn die Spitze einer geringen Ladung langsam entgegengerückt wird, und also der Zuschuß nicht stärker als der Abzug durch die Spitze ist: daß aber bey geschwinderer Annäherung einer grössern Ladung auch auf die schärfste Spitze, ja wohl noch ein stärkerer Schlag als auf einem stumpfen Körper, und auch in weiterer Entfernung erfolge. Nun fahren doch die Wolken mir großer Ohne der bekannten Wilsonscheu Versuche zu erwähnen, will ich mich nur auf die Erfahrungen des Herrn Barbier de Tinan berufen, die ans seinen klemoires für les cc>n- cZudteurs in den Samml. zur Phys. u. Nat. ». 256 §. 104. AuffangungsStangen. großer Geschwindigkeit einher, und die Stärke ihrer Ladung ist ohne Vergleichnng größer, als wir in irgend einem unserer Versuche darstellen können: folglich ist auf die gemählige Wirkung der Spitzen bcy einer Wetterwolke, wenn ihrer auch mehrere beysammen wären, (§, 14.) gar nicht zu rechnen. Vielmehr haben Erfahrungen gezeigt, daß sehr heftige Schläge auf dergleichen schärft Spitzen gefallen sind, (§- 43- 44 ) Wenn die Spitzen der AnffangungS-Stangen wirklich einen so beträgtlichen Abzug auf die Wetterwolken äusserten, so mußten sie auch nvthwendig be» jedem herannahenden Gewitter starke Fencrbüschel zeigen. Nim müssen aber alle Beobachter gestehen, daß dieses, obeS gleich sonst hie und da bemerkt worden, doch Hey ihren Ans? fangungS-Spitzen wahrend eines Gewitters eine sehr selten? Erscheinung ist. Warum wollte man den» darauf bestehen, eine Meinung zu behaupten, welche durch die Erfahrung unabhaltsam widerlegt wird. Dies gedachte ich auch nicht zu thun, als ich ehemals noch die zugespitzten S- '8 an, daß nämlich, wenn ein flaches, einer Spitze vorgehaltenes Metalj noch nicht von einem Schlage erreicht wird und man dasselbe plötzlich weg zieht, die Spitze sos dann einen lebhafte» Schlag erhält Von Lord Ma< hvns Versuchen werde ich unten (Not. roy.) rede», Lairdriani sagt, daß, so oft er auch bey Gewittern die Spitzen an den Thürmen in seiner Nachbarschaft beobachtet, er nie ein Wetterlicht daran wahrgenommen habe: Dell' utilitn llei conlluttori, p.aznot.— S.anch oben §. 74. Vor. Abhandl. Kap. XX5. H. 104. Auffangungs-Stangen. 25? spitzten Stangen empfahl. Ich glaubte aber, nach den mir damahls bekannten Versuchen , der auffallende Wider- sprach, daß die Spitzen den Ausbruch erleichtern und dock) weniger« und geringcry Schlägen ausgesetzt seyu sollten, würde dadurch gehoben und Her Portheil derselben gerecht? fertigt , weil man beobachtet haben wollte., daß die Spitze in einer solchen Entfernung, wo noch ein Schlag auf einen stumpfen Körper fallen würde, die Elektrizität in der Stille abzöge, und nur in näherem Abstände einen Schlag erhielte. Aber auch dieses ist bcy starker Ladung oder schnellem Zuschüsse falsch befunden worden. ^s ist und bleibt also bestätigt, daß die Spitzen NM so viel mehr, je dünner und schärfer sie sind, die elektrische Materie leichter, weiter her, und in größerer Menge anlocken, nnd auch dadurch mit einem Schlage getroffen werden, können. Z. 10Z» Das. H. 2 i s. gerb Mahon fand es ja auch beyderzn rück fahrenden Elektrizität, deren Wirkung doch weniger stark ist. S. seine ?rinclples ob Lleätricit/ 226 — 228. 2z7, 2z8. zo6, und giebt selbst die Ursache davon an §. 229. 2Z9. >— 242. Um desto sonderbarer ist sein Widerspruch, oder seine Beharrlichkeit im Voruttheile, wenn er H. 500.506. 5 «8. behaupten will, die Spitzen seyu im Stande, jede Menge von Elektrizität (an/ eledtricit/ vvkatever) gtt mählig abzuleiten, und jeden, sowohl direkten als MÜcb fahrenden Schlag abzuwenden. M 258 §. ioz. Auffangungs«Stangen: ihr Nutzen» H. 105. Die Spitzen sind aber doch nicht nachtheilig. Diese Bemerkung macht indessen den Rath der Naturforscher, wo sichs thun liesse, eine hervorragende, etwas zugespitzte Stange auf die Gebäude zu setzen, nicht verwerflich. Denn es war ja unser Zweck, den Strahl vorzüglich auf diese Stelle herzulocken, wo ervhne Schaden seine Ableitung fände. Daß dadurch ohne Noch Wetterschlage Her- gelockt würden, hat sich in der Erfahrung «icht gezeigt, denn die mit solchen Stangen schon seit verschiedenen Jahren versehene Gebäude sind nicht öfter als andere, oder als in vorigen Zeiten, vom Blitze getroffen worden. Ja, man hatte vielmehr gewünscht, daß die Anlockung der Spitzen sich weiter erstrecken mögte, als man würklich gefunden hat. Mit der verlohrenen Aussicht dieses versprochenen Vortheilö fällt denn aber auch die Furcht der Gefahr weg, daß sie aus großer Entfernung anlocken mögtcn. Daß die Anlockung des Ausbruches wohl von der Anlockung der elektrisirten Wolke selbst zu unterscheiden sey, ist oben (§.87.) schon erinnert worden. Nur dann also kann die Stange den Ausbruch des Blitzes erleichtern oder befördern, wenn die von ander» Ursachen abhängenden Umstände, der Zug der Wolke über das Gebäude und eine gewisse Reife zum Ausbruche zusammentreffen. Und, da nun hiedurch bey gehöriger Ableitung nichts verletzt wird, ist denn wohl, wenn es auch zehnmal mehr geschähe, der unschädliche Kngll mit der Gefahr Bor.Abh .z. §. io6. Nutzen und zutragl, Beschaffenheit w. 259 zu vergleichen, sich einmal der Wirkung eines BlitzeS ohne Ableitung auszusetzen, §. 106, Per MffaMmgs- Stange»?, Der eigentliche Nutzen der Staugen wäre also, daß sie, weny eine Wetterwolke dem Gebäude drohet, den? Strahle eher als andere Stellen ausgesetzt scyn, und dabcy, wenn sie getroffen werden, Ken Anfall deS Schlages in weiterer Entfernung halten sollen — Daher achte ich sie Hey Strohdächern zur Sicherheit; bey andern Gebäuden abex nicht wesentlich zur Ableitung erfodert — Z» jenem Zwecks Mr bedarf es.einer so scharfen Spitze nicht, die doch vom ersten Wetterstrahle angeschmolzen wird, und wenn schoy sonst eine Stange, Windfahne oder desgleichen Metall ober» am Dache vorhanden ist, so können dies? auch, so wie sie sind, zur Auffangung des Blitzes angewandt werden, da die Erfahrung zeigt, daß sie Hey erfolgten Wetterschlägen pst diesen Dienst wirklich geleistet haben. Eine jede Ecke lockt oder erleichtert ja schon den Ausbruch des BlitzeS, selbst dann, wann sie nicht einmal mit Metall versehen ist. So finden wir, daß der Plitz auf die Eckey von Schorstei« yen und auf den Gipfel von abgestutzten Enden des Daches fällt, wenn er gleich nicht viel weiter unterwärts unmittel» dar ein Metall hätte erreichen können (§. iz.) — Ei» Messingnes, dreyeckt maßig zugespitztes Ende einer um etliche R 5 FuK 260 Z. 106. Nutzen der Auffangungs. Stangen. Fuß hervorragenden Stange giebt also, wenn die Wolke sich einer solchen Stelle nähert, schon Vorzug genug, um dem Blitze daselbst eine Bahn darzubieten und hat das Nachtheilige der scharfen dünnen Spitzen nicht, dem Blitze zu starke Anlockung zu geben. Die Stange wird sodann gar nicht einmal beschädigt und also die beschwerliche Ausbesserung ersparet. An Thürmen würde dieses noch viel mehr Umstände erfodern als an andern Gebäuden. Da nun ohnehin die Höhe derselben schon den größten Anlaß giebt, daß der Gipfel getroffen werde, und da die Erfahrung zeigt, daß jedes , auch stumpfes metallenes Ende einer Helmstange, oder eines andern darauf befindlichen Iierrathes, dem Zwecke Genüge leistet z seist alle Künsteley daran überflüssig. Daher habe ich an Thürmen, wo sich schon oben metallene Aufsätze befanden, zumal wenn schon Wetterschläge, ohne am Gipfel etwas zu verletzen, darauf gefallen waren, auch nichts an der Helmstange zu verändern, und nur das anliegende Metall wohl anzuschliessen gerathen. "") Ei» Fehler bep den Windfahnen ist freylich, da sie sich in einer Pfanne bewegen, daß der Strahl daselbst einen Uebersprnug machen muß : es wird aber bey so starkem Metalle und naher Berührung dadurch kaum einige Allschmelzung, wenigstens kein Schaden verursachet. (Z. zs.) — Die Vergol, dung So auch Herr Hemmer, da er die Schwierigkeit jener überflüssigen Anstalt bemerkt: §. 105 — Wo das nächste Metall nicht anschließt, bricht der Strahl durch, wie Erf. §. Z8. und kann, wenn er durch Holz fährt, zünden, wie Vor. Abh. Erst 118. H 107. Ob sehr längs Stangen erforderlich? 261 dimg der Spitze würde, wenn sie von Eisen wäre, bald von der Witterung zerstöhret werden, und Hey messingenen Spitzen ist sie überflüssig. §. 107. Ob mehrere Stangen: ob sehr lange Stangen erforderlich?. Aus der Lehrmcinung, daß die Spitzen eine Wetterwolke gemählig entladen und den Schlag verhüten könnten, ist auch der Rath mancher Naturforscher entsprungen, mehrere Spitzen an der Auffangungsstange anzubringen. Eine solche Wirkung aber ist davon, wie gesagt, wenn ihrer auch eine große Anzahl wären, nicht zu erwarten: es werden also nur Kosten und Schwierigkeit vermehrt. Ja, wenn nun die Wolke über hinzieht, und bereit ist einen Blitz aus- zuschiesscn, so wäre doch nach aller Folgerung glaublich, daß mehrere nahe Spitzen auch mehrern Ausbruch anlocken, und also einen vielfachen oder stärker» Strahl veranlassen könnten, welches man, wenn auch die Ableitung zureichend wäre, doch schon, um der stärkern Erschütterung willen, nicht wünschen würden Daß dieses die Ursache der ausserordentlichen Gewalt des Wetterschlages auf Herrn Maines Ableitung gewesen, laßt sich freylich nicht erweisen, weil die ganze Kappe, darauf die drey silberne, ü — 7 Zoll auseinander stehende Spitzen bevestigt R z gcwe- " Welchen Fall ich in der 159. Erf. der vorigen Abhandl. aus b'rsnlckiu's Lxp, siici Obls. lett. 40. und blilmb. snci litt, hlsll Vol. Iii. p. 134 angeführt habe. §. 107. Öb mehrere, ob sehr lange gewesen, weggesprengt, und Noch der obere Theil der Stange angeschmolzen war, und weil dieses auch von tiner Plätzung bey der angerosteten Schraube (davon unten itr. gehandelt werden soll,) herrähkek konnte. So viel erhellet doch aber, daß drey Spitzen, so wenig als eine ein» zelne, die Wolke im Stillen zu entladen vermogten, und daß bielmehr ein sehr starker Schlag darauf gefallen sey. Daß über auch gedoppelte Blitze aus einer Wolke hervorbreche» können, erweisen ja die Fälle, wo anf zwey Thürme, odcb jwey Häuser zugleich, ein Wetterschlag gefallen ist! Und dabey waren doch die ohngefahr gleiche Anlockung darbieten-« den Gegenstände ungleich weiter von einander entfernt , Und Hey den Häusern das anlockende Metall nicht einmal über das Dach erhaben, und nicht zugcscharft, wie bep einet Stange, die mehrere Spitzen tragen soll. ) — Wenn indessen Oben Erf. §. zo. und Vor. Äbh. Erf. 10z. t»? und 1-1. Ivo in den beiden letzten Fällen die Häuser Nicht bei)-? sammen, sondern gegen einander über lagen. "2) Mch wundert also, daß der erfahrne Äkaturfdrschep Hemmer (Änleit. S. 69. Amn.) die Mehrheit der Spitzen, welche doch nur '»ach unsicherer Vermuthung empfohlen war, damit rechtfertigen will — "weil ja ihr Inhalt, wenn man sie zusammen schmelzte, Nicht einmal so viel beirage, als die Dicke des übrigen Ableiters, und weil der Blitz auch andere Mit der Ableitung verbundene Metalle an mehreru Stellen zugleich treffen könnte „ — Er wußte doch wohl, daß die Spitzen nicht in Verhältniß ihrer Dicke, Stangen erfoderlich? 26z indessen an verschiedenen Enden eines Gebäudes Auffaugungs- Stangen errichtet sind, so wird gemeiniglich nur eine davon g> rossen. --> Da ferner die Versuche zeigten, daß eine Spitze mehrWurkung auf einen elektrisi'rten Körper äusserte, wenn sie demselben gerade entgegcngekehrt wäre, als wenn sie eine andere Stellung hatte; so ward auch vorgeschlagen, neben der aufrechten Spitze noch Seitenstangen nach vier Enden hin anzubringen, damit immer die eine oder die andere der ankommenden Wolke entgegen gerichtet wäre. Aber die sich der Scitenstange nahende Wolke würde auch im Augenblick, vermöge ihres schnellen Zuges, mit ihrem Wür, kungskreise die aufrechtsiehende Spitze erreichen, und die gehoffte gemählige Auffangung ist, wie gesagt, kcineswegeS zu erwarten. — Jedoch, noch nicht zufrieden mit den über dem Dache angebrachten.aufrechten und wagerechten Stangen, hat man sogar verlangt, daß auch seitwärts an den Wänden Hey jedem Stockwerke quer abstehende, zugespitzte, ja noch besondere niederwärts gegen die auffahrenden Blitze gerichtete , mit Spitzen versehene Stangen bevestigt werden sollten. Ein so stachelicht bewafneteö Haus müßte dann wahrlich ein fürchterliches Ansehen haben. '" ) — Der Blitz bahnt R 4 sich Dicke, fondern vielmehr durch ihre Schärfe anlocken, und daß der Blitz nicht so auf das unterwärts ani Gebäude anliegende Metall angelockt wird, als auf hervorragende Spitzen. '' Alan sehe Mm. fflr les verges» c>u bsn-es mätall!- hues, ckeüinees s Farsotir les eriisices cketi elleöts 6« k 264 §. 107. Ob mehrere, ob sehr lange sich aber eher den Weg durch veste Körper , als durch die bloße Luft, i»id fällt daher eher auf die obersten hervor- ragenden Theile des Gebäudes, Nur selten finden wir, daß er, ohne de» Gipfel zu berühren, unmittelbar auf ein unter? wärts befindliches Metall gestoßen, und dieses doch nur, wenn es nicht weit von den obern Theilcn entfernt, oder doch noch ziemlich hock) gelegen und hervorstehend war. '" ) ES würden also dergleichen untere Stangen nur dazu dienen, daß Diebe einen Strick darüber werfen könnten, um die vbcrn Stockwerke zu erreichen, Endlich ist auch die sehr große Lange der Stangen eine überflüssige Beschwerde der Anstalt, Schon eine massige Stange von b bis 8-Fuß, wenn sie nicht seitwärts noch an einem starken Schorsteins bevestigss ist, sondern nur mit ihren Schenkeln auf den Dachsparrew steht, wird nicht wenig vom Winde erschüttert, so, daß man Mühe hat, mittelst umhergelegtsr Bleyplatten, dw Dach- Ziegel-dicht zu halten: wie muß nicht eins 15 oder mehr Schuh lange, ja wohl noch nur vier, Abis 5 Fuß langen, Seiten - Armen , ' ^) oder anderm Aufsatze beschwehrte- Stange ja fonckre: Uem. ste l'scack. ckss kc. 1776. p. 6z- (p- 3Z9 eck. in Z.) mid das oben (§. 84. Not. Z7-) anges führte Memoire des Herr» Lertbolou über den garcks- tonnerrs tombsnt und garcke - fouckre f'elevant --- Wenn Senk aüch Sie Bildsäulen und Zierrathen ätif den Gebäuden mit abwärts stehenden Stangen versehen werden sollen, (Hemmer Anleit. K, rz -,, 16 r.) so mögt« ich aus: rufen — 0 ihr Grazien! '") Wie Erf. §,-4, ' Hemmer: eüök. so- 7ksock. ?»I. lV S. 62. und Ans ieit. §. 94. 9!« ' Stangen erfoderlich» 265 Stange erschüttert werdend Der zufälligen Beschädigung vo» Maurern oder Schorstcinfegern, welche das Dach besteigen, und sich an den Stangen anhalten, will ich nicht einmal erwähnen. — Ucber dieSchorsteine muß freilich die Stange hervorragen, und wenn man etwa 4 Fuß darauf rechnet, so bestimmt die Hohe des Schorsteins die übrige Länge der Stange. Dieses ist zu den, oben erwähnten Zwecke zureichend, und entfernte Enden des Gebäudes werden doch nicht durch die Stange beschützt, wenn sie gleich noch langer wäre; (Z. 102.), vielweniger werden die Wetter» schlage ganz dadurch verhütet. --- Wenn aber überhaupt die Stange Nutzen schaffen soll, so muß sie an einer solchen Stelle des Daches aufgestellet werden, welche dem Auffallen des Blitzes am meisten ausgesetzt ist. Dieses sind entweder die höchsten Hervorragungen, oder die vorliegenden Ecken des Gipfels. Bey Hausern, die unter andern zusammenstehen, wären es also besonders die Schorsteine. Wenn aber das Gebäude, oder eine Seite dcffclben frey stehet, so scheinen die Ecken des Dachrückens oft leichter als die mittlem Theile, wenn diese gleich höher sind, getroffen zu werden» (§.86.) Daher ist an einem solchen Gebäude die Stange in der Mitte wenig nutz: es müßte entweder an jeder Ecke eine Stange, oder, wenn man nur eine haben will, diese an der Seite, welche am meisten den herankommenden Wetter-Wolken ausgesetzt scheint, errichtet werden. Das Ucbrige des. Gipfels iff, wie gesagt, wenn es ja getroffen werden sollte, doch durch das darauf gelegte, mit der Ab- R 5 lei- 266 §.'io8. Nutzen der Auffangungs - Stangen leitung zusammenhangerrde Metall schon genugsam geschützet. §. 108. Nutzen der Auffangungs-Stangen auf Stroh- Dachern. Wenn nun gleich bey vielen Gebäuden die Aufrichtung einer Stange 'nicht umimgänglich nöthig ist, so bleibt sie doch bey Stroh- Dachern zur Sicherheit erfordert, damit nämlich der Anfall des Strahlschon dem Dache, welches zu leicht entzündet werden könnte, entfernt gehalten werde. Bey einer Scheune, von 40 oder mehr Fuß Länge, ralhe ich daher an jedem Ende deö Daches, mit gehöriger Vorsicht, (H. iz8.) eine Stange von etwa 4 Fuß Hohe aufzusetzen. Will man nur, jeder ihre eigene Ableitnng zur Erde geben, so achte ich es dabcy nicht einmal nöthig, die ganze Lange des Dachrückens mit Metall zu bedecken, weil der Blitz nur auf die Ecken, und, nach allen mir bekannten Erfahrungen, nicht mitten auf eine solche Strecke, an welcher keine Hervorragung befindlich ist, zu fallen pflegt. Wenn also die Lang« eines solchen wirthschaftlichcn Gebäudes sciue doppelte Höhe übertrifft, so erfodert es weniger Kosten, von jeder der beiden Stangen eine Ableitung herunterzuführen, als wenn die Leitung über das Dach fortgesetzt, und nur an einer Seite herabgcführt würde. — Wenn es indessen noch unsicher scheint, die Mitte des Daches unbedeckt zu lassen, so kann man die First mit einem Sattel von ein Paar Brettern bedecken, (T.L. lix. 1.) und darauf einenBleystreifen, der von «uf Stroh. Dachern. 267 von einer Auffangungsstanze bis zur andern reichet, bevesti- gen, welches jedoch mir ziemlicher Schwierigkeit verbunden ist. Leichter, Und nach der an andern Dachern gewöhnlichen Weise, geschieh« die Bedeckung der First, wenn sie, wie eö an herrschaftlichen Scheunen zu seyn pflegt, oben auf dem Strohdache mit ein Paar Reihen Iiegelpfannen belegt ist. Wo nun auf dieser oder jenen Weise der ganze Dachrücken Mit Metall bedeckt worden, da ist hingegen nicht nöthig, von beiden Stangen eine Ableitung herunter zu führen; sondern eS braucht nur ein Metallstreifen, auf einem untergelegtem Brette, an einer Seite des Gebäudes, von dem auf der First liegenden bis zur Erde herabzugehen. (T.II. 1.2.) Das Nähere zur Ausführung wird in den Anweisungen (K. 1Z8.) gezeigt werden. Die erwehnten Auffangungöstangett Müssen bey einem Strohdache gar nicht scharf zugespitzt seyn, Weil dabey Gefahr wäre, daß etwas vom Blitze abgeschmolzenes Metall glühend herabfiele, wit Such Herr Professor Hecker wohl erinnert hat.) K. loy. '") Als ich Meine vorige Abhandlung vom Blitze heraus gab, hatte ich noch Nicht Gelegenheit gehabt, wirklich an tandwirthschastlichen Gebäuden, die mit Stroh oder Schilf gedeckt find, eine Blitz-Ableitung anzulegen. Zch gab daher, (§. izL. S. 505.) gleich andern, aus der Stu- dir - Stube den Rath, die Ableitung an einem nahe stehenden Baume, oder eigentlich dazu errichteten Mast- bäume anzulegen. Bald aber kam der Fall (im Sommer des 177-ssen Zahrs) dasi an den neu rrbauecen gräflich Schimmcimannischen Scheune» zu Wandsbek, deren eine zu- 268 §' IOY. Ungegrundcte Besorgniß -H. 109. llngegründete Besorgniß wegen der Auffanglmgs- Stangen. Hatte man einerseits zu viel von der Wurkung der Spitzen an denAuffangungSstaugen gehofft; so hatten wieder andere Naturforscher zu viel von der Anlockung gefürchtet zuvor vom Blitz entzündet, die andere zufällig in Brand gerathen war, eine solche Zurüstung angelegt wer« den sollte,, davon die Besorgung dem Herrn Grenz-Zn« spector Reint'e aufgetragen ward. Als dieser nun mit mir darüber redete, zeigten sich die Schwierigkeiten einer soll chen vom Gcbältdc abgesonderten Ableitung, welche nicht allein größere Kosten erfodern,, sondern auch, (wie ich schon bei) den Pulvermagazinen geurtheilt Halle) dem Gebäude selbst kaum zureichende Sicherheit verschaffen würde. Da nun genügsame Erfahrungen gezeigt hatten, daß der Blitz an einem Metallstreifen, der auf Holz anliegt, ohne Schar den herabfährt, so ward kein Bedenken getragen, nacht dem an beiden Ecken eine Auffangungs-Stange errichtet worden, die abgestutzten Enden des Strohdaches nur mit einer breiten Bohle zu bedecken, auf selbiger das Ablei- tungs - Metall bis zur Mauer, und daran weiter zur Erde hcrabgehen zu lassen. Es ward auch noch eine Scheune, welche vor unserer Stadt , unweit des Dammthores gelegen ist, mit einer (wir Taf. II. Fig. 2.) über das Strohdach geführten Ableitung versehen. Nachmals fügte es sich, daß dem Herrn Professor Hecker zu Bützow aufgetragen ward, eine Blitzableitung an einem Strohdache zu besorgen, und dieser kam aus eben den Gründen auf denselben Gedanken, welches er mm in einem Schreiben d. laten Sept. - 78- meldete. Ich steuere mich, daß dieser wegen der Aussangungs - Stangen- 269 tet. (Z.IOZ.) Daher ist ein großer Streit entstanden, und von einigen verlangt worden, man sollte die Stange oben nicht mit einer Spitze, sondern mit einem Knopfe versehen. Es scheint aber doch ein sich widersprechender Zweck zu ftyn, den Blitz auf die Stange hinlocken und auch nicht anlocken zu wollen. Daß bey den Stangen, wenn sie auch scharf zugespitzt sind, und demnach stark anlocken; doch, wenn nur die Ableitung zureichend ist, nichts zu befürchten sey, ist durch verschiedene Erfahrungen bewiesen. Um indessen doch nicht unnöthiger Weise die Anlockung zu vermehren, und das Anschmelzen zu veranlassen, habe ich, wie gesagt, die. scharfen Spitzen widerrathcu wollen. — Noch subtiler war der Vorschlag, die Spitze mir einem Verniß zu überziehen, welcher, wenn er dazu dienen sollte, die Airlockung zu vermindern, doch dem Durchbruche des Strahls gar keinen be- «rägtlichm Widerstand geben kann, und wenn er vur die Spi- 'dieser Gelehrte die Sache auf gleiche Weise ansähe, antt wertete, daß ich völlig seiner Meinung sey, und daß dergleichen auch schon hier ausgeführt worden. Er vollendete die Zurüstung, und selbige äusserte bald darauf die Ve, stätigung der Sicherheit durch den erwünschten Erfolg bey einem Wetterschlage, welcher d. -zstcn Aug. 178- ohne Schaden daran herab fuhr. Herr Hecker machte mir das Vergnügen, die ausfiHrliche Nachricht davon mitzu- theilcn, welche ich damals in die hiesigen Zeitungen einrücken ließ und oben (§. z?.) angeführt habe — Nachher sind in unserer Gegend noch an verschiedenen Strohdächern, Heils mit, Heils ohne Dachziegeln auf der First, Ableitungen angebracht worden. 270 §. I0Y, Ungegröndeke Besorgniß wegen der !c. Spitze bewahren soll, gar bald von der Witterung zerstöhret wird.— Am ärgsten war aber der Rath, eine stumpfe Stange, nicht oben auf das Dach, sondern ein oder zrpcy Fuß unter demselben, innerhalb des Gebäudes zu setzen, und davon die Ableitung an der Mauer herunter gehen zu lassen. "6) De»'Blitz findet ja seinen Weg auch zu dem leitenden Metalle innerhalb des Daches, (Z-Zo.) und es würde also nur dadurch Anlaß gegeben, daß ein Schlag durch das Dach brache, und vielleicht die Sparren entzündete. Auch von dem untern Ende der Auffangungsstange oder ihrer Bevcstigung im Gebäude hat man sich eine ungegrün- bete Gefahr vorgestellt. Man hat daher gerathen, sie mit Harz oder Glase zu umgeben, damit der Strahl nicht unterwärts ins Gebäude dringe. Die Erfahrung aber lehrt, daß der Blitz von einer jeden Helmstange, u. dgl., nicht in das Holz herabdringe, wenn nur von aussen eine zusammenhängende metallene Leitung davon herabgchet, und inwendig keine lange herabführende Strecke Metall in der Nahe sich befindet. Wäre aber die äussere Leitung unzulänglich, und dabey inwendig eine solche Nebenleitung vorhanden, so würde das Glas oder Harz auch den Durchbruch des Strahls nicht abhalten können» §. na. '") Damit Watt nicht etwa' glaube, ich habe dieses nur erdichtet, muß ich doch die Stelle anführen. Es steht in den ?tiil. I'rmis. Vol. 54. x. 249. §. 110. Ableitung neben dem Gebäude zc. 27 l §. IlO. Ableitung neben dem Gebäude ist mcht sichernd. Ehe man genugsam auf die Erfahrungen von versichern Ableitung des Blitzes durch zusammenhängende Strecken von Metall geachtet hatte, haben sich sogar manche gefürchtet, die Ableitung irgendwo an dem Gebäude selbst, welches beschützt werden sollte, anzulegen. Sie haben daher lieber in einiger Entfernung eine eigene Zurüstung, mittelst errichteter Mastbäume, oder desgleichen zu diesem Zwecke veranstaltet. Allein, der großen Beschwerde nicht zu gedenken, ward dadurch, statt die Gefahr zu vermeiden, sogar die Sicherheit verfehlt. Denn nunmehr konnte diese oder jene Ecke des Gebäudes nicht bedeckt, und, ohngeachtet der daneben stehenden Stange, doch getroffen werden, da solches sogar, wie wir gesehen haben, gcschiehct, wo auf dem Gebäude selbst, in einiger Entfernung, eine oder mehrere Stangen aufgerichtet sind- Und so ist es auch bey einigen Gebäuden, wo man sich mit einer solche» nebenstehenden Anstalt wohl verwahrt glaubte, geschehen. (§.16.) — Bey gefährlichen Fällen, z.B. bey Pulvermagazine«, hatte man noch meistens dergleichen abgesonderte Zurüstung für nöthig erachtet. Da ich aber vor der Ausgabe meiner vorigen Abhandlung schon von Obrigkeitöwegen den Auftrag erhalten hatte, unsere eilf auf dem Walle und umher gelegene Pulver- Magazine mit Blitz, Ableitungen zu versehen, veranlassete wich dieses, die Schwierigkeit und Mißlichkeit einer solchen An.' 272 'i? i Ableitung am Gebäude sollte nicht cc. Anstalt nähe? zn erwägen. Ich ließ also die Ableitungen auf den Gebäuden selbst anbringen,"?) und dieses hat auch der berühmte Hemmer gebilligt."") Bey Strohdächern bin ich, wie oben (Z. iog.) erwähnt, erst nachmalö, eben wie der Herr Professor Hccber, durch vorkommende Fälle, zu demselben Entschlüsse bewogen worden. §. I I!« Ableitung am Gebäude: sollremcht alns Slang« bestchcu. Waö nun die Beschaffenheit der ferneren Ablcitungs- Anstalt betrifft, die längö dem Dache und dem Gebäude hcr- "^) Vor. Abh. §. iz7- S. unten die Anweistmg Z. "°) Anleit. §. 106. "') Veyläusia will ich doch auch der Sicherheit - Anstalten, wegen anderer Entzündungs-Gefahr, die man bey unfern Pulvermagazinen beobachtet hat, erwähnen. Es sind fürs erste nur leichte overflächige Gebäude, mit einem gemeinen Dache versehe», so daß das Aussprengen, zumal da sie am Rande der Stadt liegen, keinen großen Schaden anrichten konnte. Nun mußten aber doch die Tonnen, wenn sie eingetrocknet waren, nachgeholfen werden. Sie wurden zwar auf härenen Decken vor das Magazin hinausgewälzt und die Decken hernach wohl ausgeschüttet.- auch brauchten die Böttcher nur kupferne Messer. Der» noch hätten Pulverkönncr mit etwas Sand durch die bloße Reibung unter den angetriebenen Tonnbältdern entzündet werden können. Jetzt hat man also, statt der Tonnen, viercckte, verpichte »nd bedeckte Kasten angeschafft, die auf hölzernen Achsen mit hölzernen Rädern bewegt ww de» und keiner Ausbesserung bedürfen. H. I! I. Ableitung NM Gebäude sollte nicht :c. 27z herunter geführt werden muß, so scheint es nur/ine gar zu strenge Anhänglichkeit an de» ersten von Naturforschern gegebenen Rath zu seyn, daß man sich an vielen Orten noch zu .diesem Zwecke in allen Fällen der eisernen Stangen bedienet Die Erfahrung hat ja genugsam gezeigt, daß jepe andere zusammenhängende Strecke Metall den Blitz .eben so sicher ableite, Vach elektrischen Versuchen müßte man auch schließen, daß eine breitere Oberfläche des Mctal- les vorzuziehen sey, weil die Elektrizität nicht jn Verhältnisse des Inhalts, sondern nach der größern Oberfläche reich- sicher aufgenommen wird — Am sonderbarsten jst.es aber, daß man zuweilen , wo schon ein metallenes Dach, oder desgleichen, eine diel reichlichere und bessere Blitzableitung darbot, noch Mit Unkosten, Beschwerde und Miß- Zierde, .oben .darüber Stangen angebracht hat, als ob Vater Franklin eben .in .diesen eine besondere Zauberkraft gelegt halte — Daß die Jusammenfügnng und Anbringung einer Leitung von Stangen viele Beschwerde verursache, sst leicht zubrachten. Noch wichtiger aber ist die Erwägung, daß Durch Stangen - Leitungen will man Schlösser oder Prachtgebäude mit ihren Statüen und Zierralhcn verum stalten ; mit Stangen alle übrige bis zur Hütte und Schäferkarren in Unkosten setzeir, mit Stangen auch die.Reis« Wagen beschweren, n. s. f. "?) Deswegen haben auch die Herren Achard und Herz in Berlin an den beiden Thürmenauf dem Gens d'armes, Platze eiserne -z Zoll breite platten anlegen lassen. S 274 ^ ^ Ableitung am Gebäude sollte nicht daß eine solche Zurüstnng auch Gefahr veranlassen kann» Die Wahrnehmung an den aufgesprengten blechernenRegen- röhrcn (Erf. 22. 24.) machte mich im Zahr,782 zuerst darauf aufmerksam. Der Umfang des Vieches war doch geräumig genug, um den Strahl herab zu leiten; kupferne und bleierne Röhren von gleichem Umfange werden nicht beschädigt. Es mußte also diese Aufsprcngung nur von der Platzung Hey dem kleinen Uebcrsprunge von einem Stücke Blech zmn andern, durch die angerostete Oberfläche derselben verursachet scyn. Diescmnach müßte sich ein gleiches auch bey zusammengefügten eisernen Stangen zutragen können. Nun erinnerte ich mich auch wirklich zweier Fälle unter denen,, die ich ehemals gcsammlct hatte, wo sich eine solche Platzung an eisernen Stangen geäussert hat. In dem einen, zu South-Moulton war der Blitz durch die große eiserne Zeigerspindel eines Kirchtharms gefahren. Sie war ZoFuß lang, und bestand aus verschiedenen, mittelst viereckter Hülsen in einander gesteckten Thcilen, welche durch den Blitz auseinander gerissen und die Hülsen gesprengt wurden. (I'ke locleets muck korceä snä reut.) Hier war sonst das Metall stark genug, den Strahl zu leiten: die Stücke waren auch wohl in einander gefügt, und mußten sich, da der Zeiger dadurch umgedrchct ward, immer dicht an einander klemmen, so daß es an Berührung nicht fehlte. Die Platzung, welche diese starken Büchsen sprengte, mußte also AuS den Ichilos. ssrsns. Vol. 47 Vol. III. p. 1Z4 angeführt. Erf. lz? 141 voriger Abhandl. und oben §. Z4, 4Z- 44, 41» 276 §. lil. Ableitung am Gebäude sollte nicht ganz verhindern. DaS vestc aneinander Drängen, Nieten, oder Zusammenschrauben der verschiedenen Thcilc kann auch der Gewalt einer Platzung vom Blitze nicht widerstehen, wie schon die so eben angeführten Fälle zeigen. Vielmehr wird da, wo der Widerstand am stärksten ist, die größte Gewalt, Erschütterung und Sprengung erfolgen. So können dann leicht die Bevcstigungs - Krampen, wie auch Hey Herrn Maine geschähe, ausgerissen und vielleicht sogar ein Thcil der Zurüstung herunter geworfen werden, welches, zumal bey hohen Gebäuden, großes Unheil verursachen könnte. Daß dieses wohl einmal zu befürchten sey, glaube ich also vorhersagen zu können, und Habers auch schon seit einigen Jahren im Briefwechsel, den Aufragen über Blitz- ablcitungcn, erinnert — Ja, wenn wir auch nicht einmal die erwähnte Gefahr einer Platzung vom Roste und daher erfolgenden Zersprengung zu besorgen hätten, so kann doch selbst die Veränderung der Länge beym Durchfahren dcö Blitzes, bey einer so steifen Zurüstung — es sey nun, daß sie durch die Erhitzung ausgedehnt, oder verkürzt werde — «ine Erschütterung und Abreißring verursachen. Bey Wie in der Wahrnehmung §. 46 geschehen zu scyn scheint. "v) Wie Narrne bey einem Blitze an einem EiseNdrathe beobachlele l'bil. 'l'eaus. k.XXill, P, 22z und auch durch elektrische Entladungen erhielte, pknl. Maus. Vol.l^XX. ?> ZZ4 und wie auch van Mar-vm an eisernen Drälheu, die glühend wurden ohne zu schmelzen, gezeigt hat. I'rom. Dovtinnat. ües exper. p. gg. Ein >8 Zoll langer Eiscndrath ward um , Zoll und drüber verkürzt. aus Stangen bestehen. -77 Bey einer Stangenleitung über ein metallenes Dach kann ausserdem noch eine besondere Gefahr entstehen. — Unsere metalleneJurüstungcn, zur Blitzablcitung, sind nämlich in so ferne zwar zureichend, daß sie den Strahl von ander» Körpern, Holz, Steinen, u.s.f., abhalten: aber vollkommen, um dem Blitze genügsamen Raum zur freien Bahn zu geben, sind sie doch nicht« Den Widerstand, den er noch dadcy findet, zeigt ja der Fcllerschcin, welcher sich bey einem herab- fahrendcn Wetterflrahle auch über eine reichliche metallene Leitung, ja selbst über ein Kupferdach, verbreit et, (Z.z6.zo.) und welcher, wie die elektrischen Versuche zeigen, nicht entstehen würde, wenn die Leitung dem Inhalte der durchfahrenden Ladung vollkommen angemessen wäre. Wenn also eine bessere oder reichlichere Leitung in der Nähe sich befindet, so kann der Blitz, oder ein Thcil des Strahls, noch einen Nebenweg daran suchen. Er fahrt z. B. zn?ar auch an einem dünnen Metalldrathe ohne Verletzung von Holz oder Mauerwerk herab; ist aber ein stärkeres Metall in der Nähe, so springt ein Thcil des Strahls, auch mit Durchbrechung widerstehender Körper, darauf zu.'") Nun ist das Kupfer nicht allein an sich ein viel besserer Leiter als Eisen, sondern an einem Dache auch sehr ausgebreitet vorhanden. ES könnte also ein Theil des Strahls oben von der Stange zum Dache überspringen, und wiederum, wo das Dach aufhört, davon ab zur fernem Leitung der Stange hinspringen, dabcy S z dann '2') Vor. Abh. Ecf. i zs. Wergl. van Marums Versuch, daselbst ck. VII, §.>» p. 15-, » 27s H. l!2. Kupferne oder bleierne Platten dann letzterer Sprung, wenn er durch das Gesimse führe, leicht Verletzung oder Entzündung verursachen «.liegte. §. i!2» Kupferne oder bleierne Platten sind am dienlichsten» Es sind also die Ableitungen aus kupfernen »der bleiernen Platten nicht allein eben so dienlich als eine Stangen- Leitung, sondern dieser auch, sowohl der Sicherheit wogen, als in Ansehung der Kssieu, Bequemlichkeit und Schicklichkeit gewiß vorzuziehen. — Wenn hier auch bey den Infam- meiisüguiigeu durch den Uebersprnng des Strahls eins Platzung und Absprengung entstünde, so winden doch nur stwa (wie Erf.Z.49.) ein Paar Nägc! ausgerissen, und das Gebäude mit der übrigen Jurüstrmg dadurch nicht erschüttert. Ja, wenn die Falzen, so wie sie sollen, (Taf.k, tlg. 7.) gefügt sind, daß die von oben herabgchende Platte mit ihrem Ende über die folgende liegt, so wird d.cr Strahl, welcher jener bis zur Berührung nachläuft , und oben aus letztere zuspringt, sie auch nicht leicht aus einmi der werfen. Kupfer ist, nach elektrischen Versuchen, zur Leitung bey weitem das tauglichste. Es laßt bey einerlcy Umfange de» elektrischen Schlag mit dem wenigsten Wldcrstaude durchfahren, und erfordert eine viel grossere Kraft als andere Metalle, um es dadurch zum Schmelzen oder nur zum Glühen zu bringen. Messing kommt dem Kupfer zwar am nächsten, besitzt aber doch diese Eigenschaften in geringerem Grade sind am dienlichstem 279 Grade. DaZ sonst schwerflüssige Eisen schmelzt viel leichter bcym elektrischen Schlage, oder wird doch zum Glühe» gebracht, und giebt auch mehr Widerstand , folglich mehr Anlaß zur Seiten-Gewalt und zum Absprunge.Bley leitet zwar am schlechtesten und schmelzt am leichtesten: es erfodert also ein bleierner Leiter einen grosser» Umfang. DaZ indessen die Breite von Z Zoll zureichend sey, haben die vielfältigen Erfahrungen von Wetterschlagcn, welche an Wey-- streifen, die auf Holz angenagelt waren, selbst bey unvollkommener Ableitung, so weit diese reichten, ohne Beschädigung der darunter liegenden Thüle, herabgefahren sind, zu völliger Beruhigung erwiesen. Auch- ist das Wey, wenn man nur Gutes, nicht sprödes oder verwittertes , zu den Streiffen nimmt-, dauerhaft genug. ^An dem heil. Geist Thurms ward !?8o nach dem Wettcrschlage (5.12.) eine Platte gefunden, darauf, nebst dem Namen des Vleydcckevs-, die Jahrzahl IZIA eingepudert war-, welches also 267 Jahr an der Luft gelegen hatte: und dieses war doch noch nicht, verdorben» So zeigen auch die Erfahrungen genugsam, daß es eine überflüssige Beschwerde sey, die Ableitung durch eiserne, hölzerne oder steinerne Stützen u. dgl. Künsteleien, ihres ganzen Länge nach vom Gebäude entfernt zu halten. Sogar S 4 auf» Wie die Versuche des Herrn va» Prem, continnat. «ies Lxper. p. i «2 und? beweisen. S.auch Nairne's Beobachtung über Eisens und Kupfer - Dratss ?inl. Irans. I.XX x. ZZs, sgo H- Il2, Kupfernk oder bleierns Platten aufgelegte Vergoldungen haben ja oft einen Blitzstrahl ohne Beschädigung des Holzes geleitet Der Blitz verlaßt nämlich die bessere metallene Leitung nicht, um sich durch Widerstehende Köl'per zu drängen. Wollte der Strahl vott dem Metalle abweichen, und in Mauren oder Pfosten bringen; so könnte er es ja auch durch die Stützen thun ,- und ein in Öehl getränktes oder überfirnißtes Holz, u. s.f., würde nur wenig Widerstand leisten. Es wirb aber die Ableitung durch dergleichen Jurüstung nicht allein »beistehend, sondern auch wandelbar und unsicher. Die Erschütterung eines durchfahrenden Wettersirahls kann sie leicht losreissen, ja selbst vom Winde und andern Zufällen wird sie betragtlich erschüttert.''') Ueber die Firstziegel schicken sich, wie gesagt, Bley- PlatteN am besten. — Zu einem Streifen aber, der über die Dachziegel Herabgeheu soll, ist ein doppelter Kupfer- Streifen dauerhafter, — Au der Mauer, oder den Pfosten herunter, kann man das eine oder Las andere wählen.- Da aber das Vley nicht so gut leitet > so kann man die Kley« Strei- >. , , . . - Ich kann nicht begreifen, warum auch der erfahrne Herr Hemmer seine Äbleitcr allenthalben vom Gebäude Mir eisernen Stützen abhält. Er gestehet doch selbst, daß man den Ablener, ohne Gefahr eines Absprunges oder einer Beschädigung, dicht an Stein öderHölz herab führen könne: ja, er erlaubt sogar, ihn innerhalb des Gebäudes anzulegen, in Mauren einzuschließen, und zwischen Hem büschein durchgehen zu lassen, (Anleit. §. i >; i ,6) welches ich doch aus guten Gründen «iderrachen muß. sind am dienlichsten. 28! S reifen krciter seyn lassen, da ziim Kupfer Z Zolle völlig zuteilend, und vier, wo sie angettagelr wetveN, nur einfache Streifen nöthig sind. Ist nun gleich das Kupfer theliter ; so braucht man auch weniger am Gewichts, so dag der Preis nicht viel unterschieden fehn wird. Den heruntergehenden Ableiter kann man, auf welcher Stelle es am schicklichsten ist, vom Dache herab und weiter Um Gebäude zur Erde führe«, weil der Blitz auch mit Umwegen (Note 102.) der Leitung folgt. — Es können auch ein Paar neben einander liegende Häuser, wenn jedes oben Mit Metall bedeckt worden, einen gemeinschaftlichen Ableiter davon, mittelst Verbindung mit jenem Metalle, zur Erde herabgehen lassen. §- itZ- Mejsmgdläthe, metallene Regemöhren, u.s.tv./ können anch angewandt werden. Man kann anch einen Messing - oder Nupfcrdralh, der wenigstens so dick als ei»? Schrcibfcder wäre, oder ein Paar zusammengewickelte, auf eine bequeme Weise zur Ableitung anwenden, wie ich schon in voriger Abhandlung angezeigt habe. Vvrtheil von Platten ist aber, daß sie eine grössere Oberfläche darbieten, dabcy auch vestcr und schicklicher am Gebäude ütrgefügt werden; daher sie an bc- S Z trägtiichen S. 462 -- Auch Herrn Leg. Roth Lichtenbergs Magaz. für die Physik II. B. 4^ St. S. 210 ersehe ich, daß auch der berühmte Herr deSaussüte dergleichen Ablen tungs.-Art gewählt hat — Ein Beyspiel, wo ein Blitz dadurch abgeleitet worden, ist oben Z. z q. angeführt. 282 §. i s.Z. ?)eessingdrälhe, metaliencRegenröhrenw. trägtlichcn Gebäuden, wo sie sich anbringen lassen, vorzu» ziehen sind. Wey geringem würden indessen solche Messing- Drathe, oder ein einzelner starker Drakh, zureichen: ja, sie könnten auch in einigen Fällen besonders dienen, wo sich Platten nicht wohl bcvestigen lassen, z. B. am Schieferdache eines runden Thunns, u. f. f. — Da übrigens die Erfahrung zeigt, daß allerley zufällig an Gebäuden angebrachte Strecken »>on Metall, Streifen von Vley, Grate»; an Dächern, bleierne oder kupferne Rinnen oder Röhren, u.s.w. , oftmals Wetterstrahle ohne Schaden geleitet haben; so kann man sich aller solcher Strecken von Metall, wenn sie an schicklichen Stellen liegen, so, weit sie hcrabreichcn, mit Sicherheit und Bortheil zur Blitzablcitung bedienen, dadurch, zum Theih eine eigene Aurüstung ersparen, und braucht sie nur mit dem- obcrn sowohl als mit andern, weiter nach unten führenden Metalle zu verbinden» §. rrch- Beschädigung des Ablcitcrs ist zu verhüten» Das Einzige, was man noch als einen Vorzug von Stangen-Leitungen anführt, ist — daß sie dauerhafte? wären t »reiches aber, wenn sie merklich angerostet sind, wie oben (Z.l i i.) erinnert, nicht einmal behauptet werden, und auch in Ansehung der Kosten, ».s.w., nicht in Betrachtung, kommen kann» — Es ist wahrdaß die Platten leicht abgerissen und von diebischen Händen entwandt »Verden. Dies hat man auch bey uns erfahren, und es ist dcshalben von Obrig- H. 114. Beschädigung des Abi. ist zu verhüten. 283 Obrigkeits wegen schwere Strafe darauf gesetzt worden. Wir haben aber auch noch kürzlich Beispiele gehabt, daß eiserne Stangen, die an der Gasse zu Treppen-Geländein u. dg!..,dienten, abgebrochen und gestohlen wurden. Zur Sicherung der Ablcitungsplatten, oder anderer Ableiten, muß nur der Eigener deS Hauses, wenn er das Dach besteigen oder sonst etwas ausbessern laßt, die Arbeiter zuvor ernstlich warnen, ja nichts an der Ableitung zu verletzen, mit den, Beifügen, daß man eS nachsehen lassen wolle, und dieß muß auch ohnehin, wenigstens alle Frühjahr geschehen, damit nicht irgendwo eine Unterbrechung des Metalles dem Blitze Anlaß zu einer Beschädigung gebe. Au der Mauer herunter ist das Abreisten des obcrn Theiles nicht leicht zu befürchten, und der Streifen, wenn er weiß übermahlt ist, fallt leicht in die Augen: der untere Thci! aber wird mit einem Kasten bedeckt, wie man beh den Regen- röhren zu thun pflegt. §. "5. Der Ablciter ist allste!:, und unbedeckt, anzulegen» Obgleich nun unsere Blitzableiter in soferne zureichcnh sind, daß sie ohne Beschädigung anliegender, auch brennbarer Theile, und ohne selbst zerstöhrt zu werden, den Strahl vorbey lecken, so sind sie doch, wie gesagt, nicht so vollkommen, daß sie eine so starke Entladung, als der Blitz ist, ohne allen Widerstand durchlassen könnten. Dies habe 284 §' ! 15- Abloilcr ist aussen am Gebäude habe ich oben (§. iir.) erinnert, um vor der Gefahr eines Absprunges von der zubereiteten Leitung auf ein metallenes Dach zu warnen: hier muß ich noch einen andern Umstand w Erwägung Ziehen, nämlich die aus eben der Unsollkom, mcnheit entstehende Piayltug oder Seiten-Gewalt. Wo die durchfahrende Elektrizität einen Feuerschein erregt, wie immer vom Blitze an den Ableitungs-Iurüstungen geschie- het, da entstehet auch Platzmig oder Seiten-Gewalt, und diese zeigt sich zuweilen sichtbarlich an den angrenzenden Körpern. (§. 44.) Wenn Nun nur eine Seite des AblciterS frey liegt, so gcschiehet dicö ohne Nachtheil, weil sich die Platzung immer nach der Seite hin wirft wo sich am wenigsten vester Widerstand befindet. (Z. 100.) Wenn z- B- ein Wetterstrahl am menschlichen Körper herabfährt, so werde» diejenigen Theile, wo Kleidungsstücke vest anliegen, am stärksten verletzt; weniger aber diejenigen, welche bloß sind, oder wo sich die Flamme doch mehr ausbreiten konnte. Wenn aber der Ablcitcr mit vcsten Körpern umgeben ist, so kann die Platzung sie zersprengen. Wo senkrechte Anker in den Mauren stecken, da pflegt nicht bloß an ihren Enden, bcym Zu- nud Absprunge des Blitzes, sondern auch Wie auch schon die elektrischen AZersuche zeigen, wenn ma» den Metallstreifen vest zwischen zwey Glasplatten einschließt. (Eavallo ok LIedtr. ?. I. c. 7 p.62) Sehr nachtheillg war also der Rath, den Ableiter mit Fleiß in Glasröhren einzuschließen, wie auch Lord Mahvn §,626. erinnert. unbedeckt anzulegen. 285 S»ch ihrer Länge nach das Mauerwerk abgesprengt zu werden. Von dem Metalldrathe einer berohrten Gipsdecke, wenn gleich sich die ganze Masse desselben auf einige Zentner belauft, wird auch von sehr zertheiltem Strahle der GipS hie und da abgesprengt. <§. 2b. s8>) ES ist daher keines- weges rathsam, wie euugeNaturforscher erlaubt haben, eine» Theil der Ableitung durch die Mauer, oder durch andere Theilc des Gebäudes hingehen zu lassen, weil dadurch leicht eine Beschädigung verursachet werden könnte, die desto schlimmer wäre, weil sie versteckt säge. Nur, wenn das Metall geräumig genug ist, gcschichet die Durchfahrt des Strahls ohne Platzung. Dies ist besonders der Fäll bey den Regcnröhrcn, wo die Flamme Raum hat, in ihrem inner» Umfange sich auszudehnen, wen» sie gleich auswärts eingeschlossen sind. (Z. ZZ) Daher kann man auch eine solche eingeschlossene metallene Röhre, wenn es die Umstände crfodern, mit zur Strecke der Ableitung anwenden: doch lasse ich lieber Key den Röhren, die vom Dache her durch eine hölzerne oder steinerne Rinne durchgehen, noch eine äussere Leitung umher anlegen. Ueberhaupt sollte demnach die Ableitung, wo möglich, ihrer ganzen Länge nach, frcy, aussen am Gebäude angelegt werden, nicht allein, weil ein dabey sich befindender Mensch leicht von der Erschütterung verletzt werden, oder doch das durchsah, rende Feuer mit dem Dampfe (§. sz ) den Bewohner» Schrecken und Ungemach verursachen, sondern auch, weil der Blitz von einem ins Gebäude hinein geführten Ableite? leicht 286 §. r15- Der Ableiter ist aussen anzulegen» leicht eine» Nebenweg zu ander« Strecke» Metall finde» könnte.'") H. liö. Wie oben (§. 4Z) von der Kirche Hey Genua erwähnt worden. So ist auch z. B. dcrAvleitcr an dem mitvielem Eisenwerke versehenen Thurm zu Sicna sehr unvorsichtig angelegt. Ergehtvon deeAuffangungS.Skangcimveudiginden Thurm hinein, an dem eiserneuHammersDrathe der großen Stunden,'Glocke bis zur Uhr, ohngefähr 100 Eilen lang herunter, (lcerilleullo st lsto cii terra: entweder deine« den, oder so, daß dieser Drath selbst einen Theil der Leu tung ausmacht.) Er besteht in diesem Zwischenräume nur aus dünnem Drath, dessen Stücke unter sich mit Häkchen verbunden sind. Er ist auch mit dem Uhrgehäuje vcrbun« den, geht weiter herab in die Kammer, in weicher die Uhrgewichte hängen: von da zu einem steinen Fenster hinaus, und an der Mauer, erstlich ohngefähr 40 Ellen lang unbedeckt, hernach sechs Ellen von der Erde in einer Rille eingeschlossen, und endlich unter der Erde bis zu einer Wasserleitung. Der äußere Theil besteht aus fünf zusammengefügten Gliedern — Nun ist zwar an diesem Ablcittr ein Welterstrühl ohne Schaden herab gefahren, (S. vor. Abhandl. Erst 1Z9 c. S. z«z) er muß aber sehr schwach gewesen seyn, da weder oben an der verzoll dtten Spitze das geringste Zeichen von Verletzung, mch: rerer Glanz oder sonst etwas wahrgenommen, noch inwendig an den Gelenke« desDraths eine Auschmeizung gefun» den ward, und sogar die Spinnengewebe im Thurm um den Ableitet' herum (ehe scuro äentrc» !a torrs lun^o st eonäuttvre) verbrannt oder zerrissen waren, u. s. w. Man kann sich also keineswegeS versprechen , wie ich schon vormals erinnert habe, daß ein stärkerer Wetterschlaz eben so glücklich ablaufen werde — Obige Umstände habe ich aus der Nachricht des Prost Pisten in der Reeeolta «st oxutLllst stüco - mvtstci Vol. XVI, x. INS ll. st und aus §. il6° Ob andere Metalle imt dem Ableitet :c. 287 §. 116. Ob andere Metalle mit dem Ableiter zn verbinden? Es ist die Frage gewesen: Ob denn auch alle Metalle, welche sich aussen ain Gebäude befinden, mit dem Ableiter verbunden werden, oder sonst ihre eigene Ableitung haben müßten? — Wäre dieses nöthig, so müßten nicht weniger auch alle Metalle inwendig im Gebäude damit verbunden, oder mit eigenen Ableitungen versehen werden, und dann hätten wir viel zn schaffen; weil ja die versteckten Metalle gar nicht weniger ausgesetzt sind als die bloß liegende, (8y.) denn die besten Körper, Holz und Steine, halten den Strahl Nicht mehr üb als die freie Luft: vielmehr dringt er, auch mit Umwegen, leichter durch jene. Und fährt durch Dächer? Sparren, ms. w., gerade auf die Stellen zn, wo nicht weit vom Gipfel des Gebäudes ein Metall stickt, welches ihm zur Bahn dienen ?ann. Es kommt nlso nur auf diejenigen Metalle an, welche entweder unmittelbar aus der Wolke von aussen getroffen werden mogten, oder so im Gebäude liegen, daß der Strahl ohne großen Widerstand darauf durchbrechen;, und hernach daran eine Leitung nach unten finden könnte, — Von frey liegenden Metallen, die nicht die ober« Theilc oder her, Uns der MebcrsesMg eines Briefes des Prof. Davtaloni in den Samml. zur Phys. und Nat. Gesch. II. B. S. 1 - 4 u> fl welche beide alles wohl untersucht haben, zusammeiz gelesen. 288 §» li6. Ob gndsre Metalle IM demAbleikerw. hervorstehende Ecken des Gebäudes, u.s. f. bedecken, finde ich nur einige seltene Käste, wo sie unmittelbar, ohne daß andere obere Theile berührt wären, getroffen worden, und dieses doch nur de» hervorragenden M,b nicht »reit unter hcnr Gipfel befindIlchon, oder doch hoch gelegenen Metallen, Stangen oder Haken. Flach an der Mauer und entfernt uptu Gipfel oder der Eck? des Daches liegende Metalle, zumahl abgesonderte Stücke, die keine Strecke zur Zeitung nach unten darbieten, werden nicht unmittelbar getroffen, weil der Blitz einen grössern Widerstand durch die Luft zu überwinden hätte, als wenn er ans die öbern Theile des Gebäudes fiele. Ja, wenn ein ÄFctall such nur wenige Fuß unter de»» Gipfel liegt, so pflegt doch noch meistens oberhalb ein Kchvrstein oder der Dachrücken beschädigt zu werden: (Z. iz.) wie viel mehr also wird ihn der Gipfel anlocken, wenn dieser mit Metall bedeckt ist! Jene tiefer liegende, abgesonderte Metalle nimmt der Blitz nur in seinem Wege mit, wenn er keine bessere, zusammenhängende Leitung findet. Auch eiserne Geländer oder Gitter, die sich unten an Häusern Hefinden, werden »licht unmittelbar aus der Wolfe ge? '2') Die Ecke am Versammlungshaus' W Purfleet (T. III, Fig. id.) könnte auch, »Venn kein Metall da gewesen wäre, eben wie der Schorsicin an Haffendcns Hause, (T. V. Fig. 2 b.) oder der Altan am Dresdner Schlosse (Not. 102) getroffen scyn. Die abgesonderte kleine Krampe, ob sie gleich oben lag, gab an sich keine Leitung: aber die Ecke der Mauer war der Wolke im Wege und Der Strahl suchte den nahen Mlktter zu erreichen. §, ü6. Ob andere Metalle mit dem Ableite?w, 2Z9 getroffen; obgleich Heren pbexcö Ende zur A.ussanguyg Anlaß zu geben scheint, und das untere eine völlige Ableitung zur Erde geben Würde. Wir haben also nicht zu befürchte»/ .daß Wetterwolken niedriger M die .Gipfel unserer Wohnhäuser, wie man von Hirchcn und hohen Gebäudere «?ohl besorgen könnte, gehen, und seitwärts auf das daran befindliche Metall Blitze ausschiessen mögtcn« Was nun den sernern Weg bjs zur Erde betrist, so znacht auch der Blitz keine Seitensprünge von einer herab? führenden Leitung auf andere abgesonderte Stacke Metall, die ihm keine weitere Bahn darbieten; sondern, wenn nur von den vbern Theilcn und Ecken, welche dem Auffallen des Strahls ausgesetzt sind, eine zusammenhängende Leitung herabgeht, so .streicht er die einzelnen Metalle vorbey, sie Wögen in Oder ausser dem Gebäude liegen, an welchem er seinen Weg nicht weiter fortsetzen könnte, sondern aufWder- siand treffen würde, Befände sich aber nahe am Gipses oder einer vbern Ecke des Gebäudes, ein hervorstehendes Metall, von welchem .noch eine Strecke weiter nach unten, Md zumahl ins Gebäude hineinginge, so erfodert es aller« dingS dir Vorsicht, auch diesem eine Ableitung nach aussen zu geben. So habe ich, z. B., an einer von einem eiscrney K.fcn aus dein zweiten Stockwerke hervorgehenden eisernen Rauch» a z-6) Bei) dem Obelisk zu London (Vor. Abh.. Elf. I ?c>) war der Blitz erst oben auf die Lampen > Stange zuge, . sprnngen, ehe er ans daS eiserne Gitter herabgefahrcn» T 29O H. Il6. Ob andere Metalk mit dem Ableitend. Rauchrohre, welche zwar nicht bis über den Gipfel, aber doch über den Rand des Daches hi»ausreichte, von da, wo sie auS der Mauer hervorging, eine eigene Ableitung zur Erde geben lassen, weil bey diesem fteylicgenden Hause die Röhre getroffen und der Strahl in das Zimmer hinein geleitet werden könnte. Was die Verbindung der mnwendig im Gebäude befindlichen Metalle mit dem Abieiter betrifft, welche gleichfalls von einigen angerathen, und auch bey einigen Ablei- tungS-Anstalten ausgeübt worden ist, so wird dadurch oft« malö die Gefahr, welche man abwenden wollte, nur befördert, weil der Blitz desto leichter einen Nebenweg von einem Metalle zum andern finden und daher das Gebäude beschädigen kann. (§. 4z.) Dieses wird b «sonders alsdann veranlasset, wenn man mit einem senkrecht niedergehenden Metalle nur am obern Ende eine Verbindung veranstaltet, da dann der Blitz, wenn jenes nicht bis zur Erde reichet, unten wffter durchzubrechen suchen würde. Ganz zweck» widrig und äusserst gefahrlich, obgleich von einem berühmten Manne"') angerathcn, ist es demnach, die Jeigerschei- ben an Thürmen, wie auch die Uhr und die Achse der Glocken mit der Ableitung zu verbinden, da dieses den Strahl zu einer so weit hcrabgchenden Strecke im Gebäude, pon welcher er unten keine Ableitung fände, hinein locken könnte. Man wundere sich also nicht, wenn man einmal bey denen nach Hemmer Anleit. §. 150 --- D- §.i l7. WoeinNebenw.d.Strghls zu besorgende. 291 nach Hergleichen Iiathe angelegten Blitzablcitungcn von verursachten Achaden höret. H. ü7. ^ Wo eiit Mbcntveg des Strahls zu besorgen, und wie demselben vorzubeugen sey. Ueberhaupt also, wenn hie dem Anfalle des Strahls ausgesetzten obernHervorragungcn eines Gebäudes, nebst der ganzen Firste, von aussen wohl mit Metalle bedeckt sind, und davon eine zusammenhangende Ableitung zur Erde hcrabgchet ; so müßte der Blitz von der Leitung abspringen, oder doch einen Nebenweg nehmen, wenn er durch Ergreifung eines andern Metalles in oder ausser dem Gebäude etwas beschädigen sollte. Die Umstände, unter welchen ein Absprung oder Seitenweg entstehen kann, sind oben (§. yo. 91.) erwogen, und daraus erhellet, daß der Strahl nicht jeden auch zusammenhängenden Nebenast von Metall verfolge, wenn ihn dieser nicht weit herunterführen würde. So warer zu Hexkinghan» <§.14.) Hey den übrigens gleichlixgenden und oben zusammenhängenden Blcistreifen, nur der einen Seite nachgefahren, welche ihm eine bessere, obgleich noch sehr unvollkommene Leitung zur Erde gab, und an unserer heil.Geist-Kirche war er nicht dem untern Ende des Thurm- Daches nachgegangen, sondern hatte die Leitung nach aussen herunter gesucht, welche er doch erst mit einem Sprunge von 21 Fuß erreichen mußte. (Erf. §. 12.) Wie vielmehr wirddiesesbep T » einer Man vergleiche den §. so. angeführten elektrischen Versuch. 292 §.l !7- Wo elnNcbenwegd.Strahlszu besorgen,' einer wohl zusammenhangenden und zureichenden Ableitung geschehen, und wie viel weniger wird er andern mw wage, secht, abwartö, und nicht niederwärts zu seinem Ziele führen, den, oder ganz abgesonderten Metallen nachfahren! So pflegt er an Kirchthürmcn, auch ohne Ableitern, wenn er irgend nähere Sprünge machen kann, nicht auf die Läute- Elocken, so groß auch deren Zuhält ist, zuzufahren, (Z. 32.) da diese ihm keine weitere Leitung nach untenhin geben.— Selbst dem dünnen Metalldrathe der Berohrung unter dem Gipse folgt er so, daß er nicht auf daneben befindliches, abgesondertes Metall abspringt. (H. 28.) Es ist also wegen des andcrnEndes der wagcrecht auf dem Dachrücken liegenden, oder damit seitwärts zwar zusammenhängenden , aber nicht weit herunterführenden Mctallstrcck'en, und besonders wegen anderer, abgesonderter Metalle, gar nicht zu besorgen, daß derBlitz, oder einNebenstrahl desselben, dadurch in das Gebäude hineinzufahren .gelockt werde. Ein anders ist es mit solchen Strecken von Metall, welche eine ziemliche Länge-weit heruntcr-führen, und irgendwo, in oder ausser dem Gebäude, entweder mit dem oben vom Blitze ergriffenen Metalle zusammenhangen, oder nur demselben nahe liegen« Auf diese kann, wenn der Ableiten fehlerhaft, oder in Ver- haltniß zu der Gewalt des Wetterstrahls unzureichend ist, einNebenstrahl, auch mitOurchbruch von Holz oder Steinen zufahren und Gefahr verursachen, dergleichen Beispiele oben ( H. 42 — 44.) angeführt worden. "') Dahin gehören auch Vor« Abh. Erf. i:S. -zx» und izo» und wke demselben vorzukommen sey. 29z Wenn also von einem ansehnlichen Gebäude mehrere Regenrbhrcn oder Metallstreifen eine lange Strecke weit herabsehen, so cifodert die Sicherheit einer jeden, oder wenigstens einem Paar derselben an verschiedenen Seiten des Gebaudeö, eine Ableitung zur Erde zu geben, zuniahl bey einem metallenen Dache, auf welches eine große Gewalt vom Blitze zustürzen und sich daran verbreiten kann, (§.42.) oder wenn nur ein Metallstreifen an einem Gesimse, oder einer Dachrinne dergleichen Verbreitung veranlasset. (H. 44 ) Eben so, wenn von einer mit Schiefern oder Schindeln gedeckten Thurmspitze mehrere Gräten mit Metall belegt wären, und zumahl wenn dieses von weiter unten befindlichem Metalle nur durch den kleinen Zwischenraum eines Gesimses abgesondert wäre, so würde es nicht sicher genug seyn, nur einer solchen Strecke eine Ableitung zu geben, sondern es sollte von dem untern Ende einer jeden eine Verbindung durch einen Metallstreifen gemacht, und sodann eine reichliche fernere. Ableitung zur Erde angebracht werden. In mehrerer Verlegenheit ist man bcy den inwendig im Gebäude vorhandenen hcrunterführenden Strecken Metall« Bloß das obere Ende derselben mit dem äussern Ableiker zu. verbinden, würde, wie gesagt, dem Strahl nur den Weg dahin bahnen, ohne ihn abzuleiten, und also die Gefahr vermehren; von dem untern Ende aber läßt sich überall innerhalb des Gebäudes nicht füglich, und in einigen Fällen, wo dasselbe, wie bey den Glocken, den Uhrpendeln u. s.w. frcy bleiben muß, gar keine Ableitung veranstalten. Es bleibt T Z also 294 §- Wo einNebenweg d.StrahlS zu besorgen, also nur cin anderer Rath übrig, nämlich die Strecke dcö äussern Ableiters desto reichlicher Zu machen, und, so viel möglich, von einer solchen innern Strecke Zn entfernen, damit der Blitz durch den Mischenltegenden Widerstand gehindert werde, einen Seitensprung dahin zu machen. So habe ich bey dem Anscharius-Thurm in Bremen angtralhen, die Ableitung nicht nahe bey deuZiefertafcln anzubringen, weil von dort der Blitz ehemals durch die! Zeigcrstange in den Thurm U. s.w. in die Kirche hetabgefahren war. Der Erfolg hat auch gelehrt, daß dieses Mittel zureichend gewesen, da ein nachmahliger Wcttcrstrahl der äussern Ableitung gefolgt ist, ohne dem vorigen Wege durch die Zeigerstange nachzugehen. Zur Sicherheit mögke man aus) wohl die Verbindung der Uhr im Thurms Mit einer Aeigerscheibe in der Kirche, dergleichen an verschiedenen Orten vorhanden gewesen ist, aufheben, weil eine so lange und so weit herabführenbe Strecke Metall dem Blitz eine gar zu große Anlockung einem Nebenwege geben könnte. Wenn man sich endlich auch auf diese Weise, nämlich, durch Entfernung des Ableiters, nicht helfen kann, wie z.B. bey Hängewerken, deren Stangen im Gebälke des Dachstuhls de'vestigt sind, und also der über der First hingehenden Leitung nahe liegen, und wenn sich dabey keine Verbittdung des untern sowohl als des obertt Endes solcher Stangen mit der äussern Ableitung anbringen läßt, so bleibt kein anderer Rath übrig, als dieser äussern, mittelst eines breiten Metall- Streifen, ' Bor. Abh. i54.Erf. und wie demselben vorzukommen scy. 295 Streifen, einen reichlichen Umfang zn geben, oder an verschiedenen Enden Ableitcr» herunter zu führen, damit der Blitz desto leichter seine Bahn daranfinde, und keinen Nebenweg mit Absprüngen und Durchbräche suchen möge. Zum Glück sucht er auch nur selten, und bey ausserordentlich starken Schlagen einen solchen unvollkommenen Nebenweg, wenn er nur eine gute zusammenhangende und nicht zn schmale Ableitung zur Erde vorfindet., Z. l 18- Noch-Hülfe einer Ableitung mittelst Ketten. Je vollkommener die Theile der Ableitung, zusammenhangen, desto besser erfüllet fi'e ihren Zweck» Der Strahl, welcher sonst bey jeder, auch der kleinsten, Unterbrechung einen Widerstand findet, wie die Anschmelzungen, oder Ab- sprengungen zeigen, fährt nun, leichter, daran, herab, und verursachet nicht die Gefahr, welche sonst durch erregte Funken oder Platzung entstehen könnte.— Da indessen diese Funken oder Platzungen bey einer Kette, wenn sie nur in freier Luft hangt, und nicht gar zu dünne ist, von keiner Bedeutung sind, und da eine solche Kette doch auch allemahl den Blitz genugsam von andern Körpern ableitet, so kann man allerdings auch in Fällen, wo man sich geschwinde helfen muß, oder wo ein vester Ableitcr nicht anzubringen ist, Ketten zu diesem Zwecke anwenden, wie ich unten bey den Vorschriften (§. izö.) erwähnt habe. So mögte man auch, wo die Art und Weise, wie und wo der Ableitcr an einem Gebäude anzisscgen sey, noch streitig ist, Hoch lieber T 4 fürö 2Z6 H. ilI^oth k Hülfe einer Ableitung :c. fürs erste eine Kette herunter hängen lasscü, als Beschützung ganz versäumen. Nut da, wo anM kleine Funken in der Nähe schaden könnten, wie bcy den Schiffs» Seilen, habe ich sie zu vermeiden get'atlM H. ik 9. Erwägung des lKchntzcs durch L!'.'bfr!MhluuA DieLeitung desBlitzcs an nncrObcrflache vonKorpern, welche ziemlich dick mit Kchlfarbe oder mit Kienruß unö Theer überstrichen ist, (§ 92.) gewähret den untcrgelegcnctt Theilcn, Holz ».s.w., welche sonst vom Blitze beschädigt werden, zwar eine Beschützuug; ja sie scheint auch von der Leitung durch Metall, welches Mit einem solchen Ucberzugei bedeckt ist, etwas ab, und nach aussen Zu ziehen, indem auch dünne Vergoldung Und dünner Metalldrath unter einer lsiebermahlnng Nicht sowie sonst zerstohrt ward, unö der Strahl beytn Zu- und Absprunge an unterbrochenem Metalle nicht immer das Holz, darauf es angenagelt war, zersplittert, oder den Beschlag absprengte. (§.41.) — Die Anlockung oder Leitung durch Metall bleibt indessen immer weit überlegen und vorzüglich. Der Strahl sammlet sich nämlich dennoch bey jedem Stücke Metall, wicdie Anschwars zung der Üebermahlung an solchen Stellen zeigt, verursacht auch daselbst zuweilen eine Beschädigung, ^ springt auch von einem solchen Ueberzuge auf nahe gelegenes Metall abi "') Vor. Abh. S. -4; und 411. aus?Irii. Irans. Xl,V» p. 383. Und Vol. 1 >XV. p. Zzö. t") Vor. Abh. Zus. S. !,« §. i iy. Erwägung des Schutzes durch :e. 297 ab. ) Auch wird der Uebcrzng zuweilen abgesprengt, oder in Blasen aufgeworfen.'" ) Ferner zeigt sich bcy dem Ueberhcrfahren des Strahls merkliche FlamMe midPlatzlme, welche, wenn sie eingesperrt ist, heftig würkt, und dadurch dicht daran geschlossene Theile verletzt werden. ) — Es kann also ein solcher Ueberzug, wenn die Flamme freien Raum hat, zwar Nutzen schaffen, indem er den Blitz vott Beschädigung des darunter gelegenen Holtzes N, s. w« abhält; er gicbt aber auch Gelegenheit zur Verbreitung desselben, so, daß er einen Nebenweg zu andern Strecken von Metall finden kann, welche er sonst, bep einen, Zwischenräume von widerstehenden Körpern, nicht erreicht haben würde. (42.) Einem Menschen, welcher neben einer übermahlten Wand stünde, würde auch dadurch keineswcgcö ein solcher Schutz bor dem Abspringen des Strahls verliehen, als von einer Noch so dünnen Strecke Metall erfolget. (40.) Ueberhaupt kaitti man sich nicht darauf verlassen, daß ein solcher Ueberzug auch einen sehr starken Wettcrstrahl vom Eindringen abhalten, oder den Blitz eine betragtliche Strecke hin, bloß an der Sberfläche leiten werde» Bor. Aich. G. 105. Bast S, ib6. sdktte statt lkisctz (oleet) hölzeriier Haken stehen. Vor, Äbh, S. 286, 41t» Vori Abh. Z. -89» 298 §. 120. Endigung des Ablcitccs, nicht in §. 120. Endl'glmg des Ableiters, nicht in die Erde hiiicinznführett. Wegen der untern Endigung deS Ablciters ist noch einiges Bedenken. — Das Verborgene Innere der Erde hat nämlich nicht allein den Dichtern, sondern auch den Naturforschern, wo sie sich in Muthmassungen einlicssen, zu allerley Zwecken gedient. So ward dann auch ein allgemeiner Elcktrizitäts, DeHalter im Innern der Erde gesetzt, oder ein eigener Sammelplatz, aus wclckxm der Blitz entweder entstünde, oder in welchen er hineinzufahren suche, und zu welchem man ihm also den Zugaug erleichtern müsse.— Da bey dieser Behauptung eine bloße Lchrmeinnng zum Grunde liegt; so wollen wir erst untersuchen, was die elektrischen Erfahrungen an die Hand geben. Die obgcdachte Meinung erhalt aber dadurch leine Wahrscheinlichkeit. Die Anhäufung oder Ausbreitung der Elektrizität, nach welcher sie sich ins Gleichgewigt zu setzen sucht, richtet sich ja nicht nach dem Inhalte der Körper, als ob sie in selbige hineinzubringen suche, sondern zeigt sich nach Verhältnis; ihrer Oberflächen. Daher berechnen wir die Stärke einer Ladung n>cht nach so viel Gcwigt von Metalle; sondern nach so viel Hmadratfuß Oberfläche. Ferner, (wie oben §.7(1. vorgestellt ist,) wenn ein elektrisirter Körper durch nicht leitende, Lust, Glas, u. s. w. abgesondert ist, so erregt er ans den in einer gewissen Entfernung gegenüber stehenden, mehr oder weniger die Erde hineinzuführen. 299 weniger leitenden Körpern, eine vcrhältnißmässige, '") gegenseitige Elektrizität; die aber, wenn jener ohne Mitteilung eines Funken zurück gezogen wird, wieder verschwindet. — Wir haben also Ursache zu schließen , daß eine Wetterwolke, so wie bers den elektrisrrten sogenannten magischen Tafeln, nur einen verhällnißmässigen Theil der Oberflache an der Erde Und den darauf hervorragenden Körpern in eine gegenseitige Elektrizität versetze, welche bann, wenn die Wolke, ohne einen Schlag zu geben, vor- bey geht, auch wieder verschwinden und auf einer folgenden, ihr gegenüber kommenden Fläche entstehen muff» Wenn aber die Wolke der Erde nahe genug ist, so wird sich eine Anziehung zwischen beiden ergeben, bis der Schlag, d. i. ein Durchdringen der einen Elektrizität zur andern, das Gleichgewicht herstellt, oder wenigstens einen Theil der Elektrizität wieder auslöscht. Da cö demnach nur ans den Ucbcrgang zur Gegen-Elektrizität ankommt, so wurde derjenige, welcher ein tiefes Einsenken dcö Ableiters für nöthig hält, darthun müssen, daß die Gegen-Elektrizität zehn oder mehr Fuß unter der Oberfläche stecke, welches doch durch keine elektrische Versuche wahrscheinlich wird. Es hindert also nicht, daß ein trockner Boden nicht wohl ableitet: denn weiter hin brauchte der Strahl auch nicht geleitet zu werden: er hat daselbst schon sein Ziel erreichet — Was aber "6) Nämlich der größere Umfang der einen Seite vermehrt die Stärke der Ladung nicht, wenn die andere weniger Umfang hat. Zoo §. 120. §.i2l. Ende dcs Ableitet!? nicht m aber dcn gesuchten Vortheil der Hinleitung in feuchte Tiefe betrifft, so zeigen ja auch die elektrischen Versuche, daß Feuchtigkeit nur ein geringer Leiter fty, und daß, wenn ein Schlag durch kleiue Zwischenränmchen von Feuchtigkeit gehet, er dieselbe in Dunst verwandele und eben dadurch eine Platzung verursache Wie sollten wir denn vcrmu- then, der am Ableitcr gcfammlcte Blitz werde von dem Metalle auf einmal ohne Platzung sanft und stille in die geringen Feuchtigkeiten, welche in den Awischenraumchcn der Erde enthalten sind, übergehen und sich vcrtheilen, da er doch sogar bey dem Uebcrgange von einem Stück Metalle zum andern, immer einige Platzung verursachet, ja, da wir sehen, daß auch das Metall unserer Ableiter den Strahl nicht vollkommen fasset, sondern daß derselbe noch umher Flamme und Ausdehnung mit Gewalt äussert. (§. uz.) Eben dieses wird also anch geschehen, wenn er dem Ableiter bis in dicErde hinein folget. Die eingesperrte Flamme wird das Metall daselbst noch mehr erhitzen (Z. Zz.) u. s. w. Die Berührung der ganzen Länge des in der Erde gesenkten Meralleö kann auch wenig zu solcher Vertheilung beitragen: denn, wenn der Blitz nicht schon an der Oberfläche abflieget, sondern in die Erde hinein geleitet wird, so folgt er auch lieber der Strecke von Metall bis zum Ende hin, daher die Platzung erst am Ende dcs Ablsiters sich eräugnen wird. §. 121» Wie oben §. 54. besonders zu ersehen mar. Man ve» gleiche die Erfahrung von der Bergwerksgrnbc, K. die Erde hineinzuführen. zoi H. 12?. Erfahrungen entscheiden darüber'. Noch sicherer kann indessen die Erfahrung von wirklichen Wettcrschlsgcn unser Urtheil bestimmen. Aber auch diese zeigt keiueswegeö ein solches Bedürfujß des Blitzes i» die Erde hinein zu dringen. Vielmehr ist es alte und noch mimer bestätigte Erfahrung, daß der Blitz, wo nicht besondere Umstände ein anders verursachen, sich an der Obere stäche der Erde zu endigen, und nicht einmal m Höhlen oder Keller einzudringen pflege. An so vielen Wetterschlägen, wo er an zufälliger Leitung von Negenröhren oder anlern Strecken Metall, ja, wo er nur an schlechten Leitern, Pfosten oder Mauern herab gefahren war, auch auf trockenem und gepflasterten Boden, ist weiter unterwärts keine Beschädigung gewirket. Warum verfolgte er denn nicht die Pfosten oder Mauem bis in den Grund, oder wenigstens bis in die Keller hinab? Suchte der Strahl noch ein weiteres Ziel, so müßte er ja durch das Gasscnpflaster, oder Estrich eines Fußbodens hin dringen , die Kellermauer spalten u. s. w., wie er sonst immer thnt, wo seine Bahn noch nicht zu Ende ist. Denn, wenn eine metallene Leitung, z. B. eine Regenrvhre, nur einige Fuß über der Erde abges brechen - »«) Wenn erzählt tvird, der Blitz sep bis in einen Keller hincingednmgen, so muß man noch denjenigen Thell wohl unterscheiden, welcher mit seinen Fenstern über die Erbe hervorraget, tvie auch die Spalten in der Mau et', welche etwa tiefer hinein sich erstrecken können. ZOZ §. 12!. Ende des Ableiters «icht in brechen ist, so pflegt der Strahl noch daselbst den Pfosten oder die Mauer bis zur Lrde zu beschädigen, oder einen Stein, darin der Fuß einer Stange verldthet ist, zu zersprengen. (§. gc>.) Unter Hunderten von Wctterschlägen finden wir aber kaum ein Paar Falle, wo der Blitz in die Erde gedrungen wäre, welches doch, wenn dort sein natürliches Ziel wäre, jederzeit geschehen müßte. Die Benctzung cheö BodenS durch den Regen könnte dieses an und für sich nicht verhindern, denn, daß diese wenig abzuhalten vermöge, erhellet daraus, weil alle solche Benetzung den Strahl nicht einmal verhindert, unterwegs in Baume, Pfosten oder Mauern einzudringen, welches doch ein dünnes Goldblatt, ja eine bloße Uebermahlung vermag — Selbst auf dem Wasser sehen wir, daß er nicht in die Tiefe hinein zu fahren suche, sondern sich auf der Oberfläche mit heftiger Platzung ( §. 6.) ausbreite. So geschähe eö an der Tonne (Z. 24.) wo ihn die Rcgenröhre hinein leitete, und, führe er durch die Theile eines Schiffes oder durch den Körper der darin befindlichen Menschen niederwärts, so müßte jedes getroffene Fahrzeug zu Grunde gehen. — Man betrachte auch nur einen Wetterschlag, wo ein getheilter Blitz umher durch verschiedene unvollkommene Leiter an entgegengesetzten Seiten eines Gebäudes herabgefahren ist. Lage hier der Behälter, auö welchem, oder zu welchem er führe, unter der Hinderte es auch nicht, wo der Blitz wirklich in die Erde hinein gelvcket ward, wie §.«?. die Erde hineinzuführen. Z°3 der Erde, so müßte ja das Gebäude aufgesprengt worden seyn, und eine solche Einrichtung hi der Natur würde den menschlichen Wohnungen oft den Umsturz drohen. Aber glücklicherweise geht alle Gewalt an der Oberfläche der Erde vorüber, und wir haben daher allen Grund zu schließen, daß, wenn zuweilen ein Blitz in die Erde hineingedrungen ist, nur eine besondere Veranlassung ihn hinein gelockt haben müsse. Daß dieseö ansserordentlicherw6se durch Metall geschehen könne, hat das oben (H. zr.) angeführte Beispiel gezeigt — Ich habe die wenigen Falle, wo ein Blitz tiefer eingeschlagen, mit Fleiß aufgesucht, muß aber erinnern, daß, wo in neuern Beschreibungen (wie §. ZZ. und bl.) etwa steht, er sey in die Erde hinein gefah» ren, ohne daß davon eine wirkliche Spur angeführt wird, man mistrauisch seyn und es vielmehr der abgedachten Lehrmeinung von dem allgemeinen Blitzbehälter, als der eigentlichen Beobachtung zuschreiben müsse. Die Beyspiele, wo auf fteycm Felde Löcher eingeschlagen worden, gehören nicht einmal eigentlich hieher, weil es dort von dem bloßen Stoße des Zusprungeö durch die Lust erfolgen kann, davon die Gewalt der Platzung sogar in Metalle Beulen oder Löcher schlägt, Stangen krumm bieget, u. s. f. Sehr tief pflegen auch "*) Oben §. 9 und imgl. Vor. Abh. §. »,6 — Es kann aber auch manchmal in Kellern Metall an Slam dern u. s. f. vorhanden seyn, welches den Blitz hinein? locket. ZO4 §- isr. Ende des Ablekters nicht in auch solche Ucher nicht in die Erde hinein zu gehen In den übrigen Fällen müssen wir die Ursache deS Aufwühlens der Erde in der enthaltenen Feuchtigkeit suchen, welche, in Ermangelung der vorzüglichen Leitung von Metall, dem Blitz einige Anlockung gebe» kann. Sa pflegt der Strahl noch zuweilen den Wurzeln der Baume etwas in die Erde hinein zu folgen, welches doch nur selten gcschichet, und Hey den trockenen Pfosten der Häuser nicht gefunden wird. Der merkwürdigste und ausserordentliche Fall, welcher sich eraugnet hat, ist aber, so viel ich weiß, derWctterschlaz «n der Kirche zu Oesterwohla, "') wo der Blitz sowohl in der Kirche, als auch zu beiden Seiten ans dem Kirchhofe die Erde aufgesprengt hatte. Die Beschaffenheit des als vest und thovigt beschriebenen VodcnS, und die in flacher Richtung Key den aufgesprengten Stellen hinlausende Furchen geben hier eine Sammlung von Wasser genugsam Zu erkennen, Was man aber auch immer als die besondere Anlockung in diesem Falle angeben mag, so frage ich/ ob dann «ine solche Wahrnehmung uns bewegen kann, den Strahl mit Fleiß tief in die Erde oder in Feuchtigkeit hinein zu locken? Mich dünkt gerade das Gcgenthcil. Denn hier war er ja, wie man wünschet, in feuchten Boden hinein gelanget, wie das Ankleben 6"') Oben Erf. §. 9. waren sie i« Zoll: Z. 57, und in Vor. Abh. Erf. >;>. etwa 2 Fuß tief: daselbst Erf. 8. an emer Siche 6 Fuß, und Eck- ? r. auf dem Felde eine halbe L>ard tief. 5---) Den ich, aus den Schwei». Abhandl. XI. V. S. tisch Vor. Abh. Erf. >5-. angeführt habe. die Erde hineinzuführen. Z05 Ankleben des Thones an der Kirchenmaucr zeigte. Es war aber dadurch tcinesweges, wie man hoffen will, eine stille Vertheilung des Blitzes, sondern vielmehr eine heftige und ^ausgebreitete Platzung erfolgt, welche man also eher, wo möglich, zu verhüten als zu befördern suchen müßte. — Ich würde in diesem Falle vorgeschlagen haben, einen so tiefen Graben neben der Kirche zu veranstalten, daß er sich immer mit Wasser füllen könnte, und in diesen einen geräumigen Ableiter sich-endigen zu lassen. Emwürft gehoben. Wenn bey den meisten künstlichen Ableitem, oder andern in die Erde gesenkten Metallen, der Blitz, welcher darauf gefallen ist, keine Aufsprengung des Bodens verursachet hat, so ist daraus doch nicht zu schließen, daß er ohne Gewalt in die Erde hineinschlüpfte, sondern vielmehr, daß er schon an der Oberflache sein natürliches Ziel erreicht, und de» Ableiter glücklicher Weise verlassen habe, wie bep Herr» Wests Ableiter '" ) aus dem Feuerscheine auf der Gasse offenbar zu ersehen war. So verläßt er ja auch oben oder mitten am Gebäude die weiter niederwärts gehenden Strecken Don Metall, wenn er seitwärts leichter zum Ziele gelangt» <§.90.) — Es giebt .aber doch Umstände, vielleicht wenn die Vor. Abh. Erf. 1 z?. wie auch bch dem Wirthshause in Stockholm : Das. Erf.»16. U ZO6 §. 122. Ende des Melters nicht in die Oberfläche trockener und unten mehr Feuchtigkeit enthalten ist, da der Strahl, oder ein Thcil desselben, mittelst des eingesenkten Metallcs, in die Erde hincingelockt wird; in welchem Falle aber auch Platzung und Aufsprcngung erfolget. Hicvon habe ich schon vvrmahls '") ein Paar Beispiele aufgezeichnet, und oben (H.Z2,5Z.Z4.) noch neuere angeführt, die alle Aufmerksamkeit verdienen. Denn merkwürdig ist es doch, daß wir eben bey eingesenkten Metallen nun schon verschiedene Beispiele von Aufsprengung haben, die bev andern Wctterschlagen so überaus selten sind. " Die Vcrtheidiger der Lehrmeinung von dem Elektrizitäts- Vehälter in der Erde, schieben zwar in solchen Fällen die Schuld darauf, daß der Boden vielleicht zu trocken, oder der Abieiter nicht tief genug in die Erde gesenkt gewesen. — Die Erfahrung zeigt aber doch nur wirklich, daß der Boden aufgesprengt worden, und die angegebene Ursache ist nur grundlose Meinung. — Den Behälter, wohin der Blitz geführt werden sollte, kann man freilich im Verborgenen der Erde, wo Raum genug ist, so tief setzen als man will, und wenn zo oder 12 Fuß noch aufgesprengt würden, sagen, auch dies sey nur die äussere Bedeckung; das Wngeweide der Erde aber noch nicht erreicht. — Ware es indessen die Tiefe, welche der Blitz suchte, und dazu ihm nur das Durchdringen erschweret worden , so ist klar, er müßte, won dem Ende des Ableiters an bis zu diesem Ziele, durch solchen Widerstand, so wie sonst bis zur Oberfläche der Erde, auch durch die Vor. Abh. 1Z9. 15z. Erst die Erde hilleinzuführen. Z07 die vcstcsten Körper sich mit Gewalt eine Bah« durchbrechen. Dies gcschiehet aber kcincöweges: der Strahl bohrt nicht tiefer ein als ihn das Metall leitet; es entsteht vielmehr eine Platzung, die nach oben hin aufsprenget. Das Ende des Ableitcrs zu Bremen und zu Seefeld, (Z. ZZ. 54.) ward entblößet; bey den übrigen Fallen auch die Aufwühlung nach oben bemerkt, auch wo der Grund nicht trocken war, (Z.51.) und bey einein bedeckten Siele.'") Man hat also auch die Beschädigung der Kirche bey Genua, ( H. 43.) ohne Grund der Ursache zugeschrieben, daß der Ableitcr in trockenen Boden eingesenckt gewesen. Der Nebenweg, welchen der Strahl nahm, ward, da die Ableitungsstangen unzureichend waren, durch andere nahe gelegene Stangen veranlasset, und die Anfsprengung der Steinplatten geschähe nur, indem er z« dem bloßen Boden darunter, mcht aber tiefer hinein, durchdrang. — Von einem Rückwege des Strahls von der Erde aufwärts, wo er kein Ziel hatte, ist auch keine gegründete Bermuthung anzugeben.'") Sollte uns denn eine U 2 bloße '") Vor. Abh. Erf. !5Z. "6) Wie oben §. 78. gezeigt worden. So urtheilt auch der berühmte Herr in den Anmerkungen zu dem oben H. 57. angeführten Ilsla^ iuris tonnerrs par Ai. Tuntel,-«5 not. 4 u. 9. — "se ne iauroig croirs, <^ue ia mstlere fulminante commence par eieicencire gusgu' a la terre psur rsmonter enfvite. Il n'z^ s n! obkervations, ni tbsorie, »gui sppu^e uns teile tuppoiition — s'ai vu, et avec beaueoup cle soins eles css, VN I'on soub^onnoit uns xareiUe marcbe! äes ZO8 H. 122. Ende des Ableitcrs nicht in bloße Einbildung oder unverbürgte Lch> Meinung bewegen, die Einsenkung des Ableiters in die Erde anzurathen, welche doch, der Erfahrung nach (H 39.49.50.) nicht nur überflüssig ist, sondern auch schädlich scyn, und wo sich Feuchtigkeit in derselben befindet, eben deswegen eher mehr als weniger zur Aufsprenguug Anlast geben kann. Bey dem Ableiten zu Sccfeld geschähe die Aufsprwgung glücklicher Weise an einem abgelegenen Orte, und war also ohne weitere Folgen : in unsern Gassen aber, wo das Steinpflaster aufgesprengt, und der Grund des Gebäudes erschüttert würde, und wo sich auch Menschen daneben befinden wogten, könnte es großen Schrecken und viel Ungemach, und bey Pulver- Magazinen sogar große Gefahr verursachen. Dies würde nun um desto schlimmer seyn, je tiefer der Strahl durch daS Metall in die Erde gelockt, 'und je mehr diese angestampft und bepflastert wäre; denn da müßte die Platzung, welche sich, wie gesagt, nach oben hin äussert , nur desto grossere Gewalt ausüben. Allemahl aber wird bey einer solchen Platzung der Gegenstoß auch die ganze Aurüstung, wenn sie aus Stangen besteht, sehr erschüttern, die Krampen aus» reisten, u.s.f. "6,,) „ 5-,". n»ch, waS deu Theil am Grunde betrifft, an Haffendens Hause: das. Lrs. >50. "6) Ilertbolon, üs I'LIeätricite 605 müteores: D. I. p. 2H1. Zch wundere mich, daß er seineu ( das. p. 2Ü2. beschriebenen) Versuch zum Beweise der Sicherheil anführt. Er hatte nämlich durch ein mit entzündbarer Knall - Lust gefülltes metallenes Geväß einen Eisendrarh gesteckt, der an beiden Enden eingeiöthet war. Dessen oberes hervorstehendes Ende hing er an den elektrisieren Conductor, und aus dem unter» zog er die Funken. Dabei). entstand freylich keine Platznug oder Entzündung, weil die Elektrizität aussen über das inerallonc Geväß, an welches der Drath vrrlZthet war, leicht herab fuhr, »ud kaum ein weniges durch den Drath, und auch dieses ohne Absprung, durchging. Zio §.122. Ende des Ablesters nicht m können: wenn nun gleich sein Ableiter wohl zusammerihäu- gend wäre, und wenn mich die daran herabfahrcnde leichte Flamme nicht zündete, so kann er doch die Flamme des letzten Absprunges keinesweges verhüten, das Ende magin die Erde hinein gesenkt seyn, oder nicht; und diese ist es eben, welche gefährlich werden könnte. — Flamme und platzung oder Lust-Auödchnung rann, wie oben (Z. ioo.) gesagt, bcy dem Absprunge vom Leiter zur Erde, wie Hey jedem Ueber- gauge von einem Körper zum andern, nicht vermieden werden. Deswegen müssen keine leicht feuerfangende Dinge nahe am Ende des Ableiters liegen, und es muß die Bekleidung nach unten nicht dicht anschließen, damit der Blitz, oder die Luft, freien Raum zur Ausdehnung habe. Alsdann ist kein weiterer Schade zu befürchten , obgleich etwas, daS nahe dabey stünde, umhergeworfcn werden könnte. So könnten auch Menschen, die in der Nähe wären, zwar erschüttert oder umgeworfen, aber nicht eigentlich versehet werden. Aufs höchste würden nur noch die Fußsohlen berührt: denn aufwärts fahrt der Strahl, welcher sich, zur Erd« neiget, nicht wieder. §- 123. Ableitung au Gebäuden, darin viel MM vorhanden ist. Zeughäuser und andere Gebäude, worin ein großer Vorrath von Metall vorhanden ist, sind zwar nicht so leicht, als b*) Oben §. <5z. 65. und Vor. Abh. Erf. 57. 107. H. I2Z. Ableitung an Gebäuden, darin )c. ZI! als sonst gcschichet, durch eine äussere Ableitung zu sichern, weil der Blitz dabey noch einen Nebenweg (§. 117 ) ins In, ncre suchen mögtc. Dag indessen der Strahl doch davon abgeleitet werden könne, zeigt unter andern das Beispiel des Zeughauses zu Breslau, in welchem sich, ausser dem Vor- rathe von Metallen, auch ein Pulvermagazin befand. Da dieses 172Z d. istcn Aug. vom Blitze getroffen ward, mußte der Strahl erst durch Dach und Sparren herein, und wieder durch die Seitenmauer eines Kapfensters herausbrechen, um zu einer Klingel z» gelangen, an deren Drath er sodann, ohne weitere Beschädigung des Gebäudes, herab fuhr. '6°) Wie vielmehr kann man sich also nicht von einer zusammenhangenden und zureichenden Ableitung versprechen, die schon von der First an den Blitz aussen am Gebäude vorder) leitet! Es müßte also daran, wenn sie nicht schon ein ganz metallenes Dach haben, nur die Bedeckung der First sehr reichlich, etwa einen Fug breit fe»n, und davon an mehreren Seiten breite Ableitungs-Streifen bis zur Erde herunter gehen. Ware das Metall aber sogar in Kellern vorhanden, so ist noch mehr Borsicht (Z. 1Z7.) anzuwenden, um den Strahl unten davon ab, und wo möglich, in ein offenes Wasser zu leiten. U 4 §. 124. '6°) Ich habe diesen Fall, nach Kanolds Berichte, Bresl. Samml. 17-5. Aug. S. >66 — 169. i» Vor. Abhandl. Erst 10z b. S. 278. angeführt. Ai 2 §. 124. Ableitung an beweglichen Gerüsten». §- 124.. Ableitung an beweglichen Gerüsten». An beweglichen Gerüsten, Windmühlen, Krahne»^ da, sie lcick)t, vom Blitze getroffen, Und, weil der Strahl, durch Holzwerk fahren muß, oft entzündet werden, sollte., man die Ableitung nicht verfäuttien. Ganz zusammenhano. gend läßt sie sich zwar daran nicht einrichten : da aber die. Erfahrung zeigt, daß der Blitz auch einer unterbrochenen, Bahn von Metalle folgt; so kann man doch auch hier genüge ssme Sicherheit verschaffen» Es. kommt nur darauf an,, daß der Strahl da, wo er wegen der Unterbrechung einen, Sprung von der einen Strecke Metall zur andern, oder zur Erde, machen muß, nicht durch zwischenliegenves Holzswerk geleitet werde, welches, wenn nur die Metalle nahe, an einander stoßen, leicht verhütet wird. Bey rvittdmühe lcn wird er, wenn, nach Meinem Vorschlage, die Ablei«. jung an den Flügeln selbst angelegt wird, (Z. izy.) gar nicht einmal ins Gerüste selbst hinein geleitet, und findet dann keine Unterbrechung anders, als bey dem kleinett, Sprunge zur Eide oder zu der mit Metall beschlagenen, Bühne, welchen er nicht verfehlen wird, um zu seinem. Ziele zu gelangen, da ihn. keine vorzügliche. Anlockung m das Gerüste der Mühle selbst, hinein führt.. Die. eisernett, Zapfen am Kopfe der Ruthen, dienen den Anfall des Strahls, etwas entfernt zu halten. Lang brauchen sie deswegen nicht zu seyn, da auch von ganz schmalen Spitzen nur etliche Zoll vom §. iZ4» Ableitung an beweglichen Gerüsten, ziz WN Blitze geschmolzen, werden. Sie sollten auch nicht zugespitzt seyn, damit nichts abgeschmolzencs glühend auf die Segel falle. Eine, vorzügliche Anlockung war ja nicht erfo- hert, da die Flügel ohnehin genug hervorragen. Fürchtet man indessen doch noch, daß der Hut der Mühle, zumal wenn ein Windflügel, oder eine metallene Bedeckung darauf befindlich ist, durch eine von hinten herankommende Wolke getroffen werde, so kann auch von dort eine Leitung angelegt werden, welche, den Strahl mittelst der Welle zu den Flügeln hin, und also von der Mühle abwärts führt, ober Man kann an dem Balken, nach hinten, mit welchem die Mühle umgedreht wird, eine Ableitung heruntergehen tgssen — Daß der. Blitz an übermahlten Oberflächen ohne Beschädigung herab fährt, haben verschiedene Wahrnehmungen gezeigt , (§. 9?.) daher man sich dieses Mittels zur Beschützung der Segel vor dem nahe dadey herabfahrenden Strahle bedienen kann. An, einem Nrahn kann, der Strahl ebenfalls durch, Metallstreifen, die nahe an einander stoßen, ohne daß er durch andere Theile fahre, aussen herab gelockt werden. (§140.) Keinesweges aber wollte ich rathen, ihm durch dhs innere des Gerüstes eine Leitung zu veranstalten. >25« Weitung an Schilderhäusern und Schäfer- Karren. Bey Gerüsten von minderer Erheblichkeit, z.B. Schilderhäusern, Schäferkarren, da sie doch auch der Gefahr U Zj vom ZI4 §.125. Ableitung an Schilderhäusern und :c. vom Blitze ausgesetzt sind, müßte zwar gleichfalls für eine Ableitung gesorgt werden: (§. 145. 142.) Warum wollten wir sie aber kostbarer und dauerhafter machen, als die Gerüste selbst sind, und als es zur Sicherung des Menschen dabey nöthig ist? Ein massiger Metalldrath oder Metall-Streifen, wenn er auch in etwas von einem durchfahrenden Strahle zerstöhrct würde, ist ja zureichend, den Blitz von der Beschädigung der unterliegenden Theile oder eines nahen Menschen, abzuhalten , und auch eine Kette, ob sie gleich nicht gut leitet, kann doch schon zu diesem Zwecke dienen, und de» Strahl nicht allein vom Holze, sondern auch von geringen abgesonderten Metallen ableiten. Beschwerliche Vorschlage aber verursachen nur, daß der Nutzen, den man stiften sollte, desto weniger ausgebreitet werde — Bei Schilderhäusern lasse ich nur den Ablei- tungs - Streifen etwas reichlich seyn, damit der Strahl nicht noch einen Nebenweg zu dem darin siehenden Gewehre suche. Unten wird der um den Rand angebrachte Streifen, mit welchem der Ableiter verbunden ist, den Strahl in jeder Stellung auf das Metall des Kreuzes hinführen und die Vcrtheilung zu allen vier Enden desselben ihn abwärts leiten. Von Schilderhäusern bemerkt man es nicht selten: von einem Schäferkarren, darin zwei) Knaben erschlagen worden, führt Herr Hemmer eine» Fall an, in den Lc>m- rnent. 'I'tieoci. ?al. Vol. V. P. Zkl. deswegen er auch einen daselbst beschriebenen und abgebildeten Abtei, ter — nur mit zu großer Zurüstuug — daran veranstaltet hat. j §. 126. Ableitung an Gutschen und zc. z 15 leiten, damit er nicht nach der Mitte, zu dem eisernen Bolze», auf welchem sich das Schilderhaus drehet, hingclockt werde und Beschädigung verursache« §. 126. Ableitung an Gutschen und Reisewagen. An Gutschen oder Reisewagen müßte man bey der Blitzablcitung doch auch den Uebelsiand vermeiden. (Z. 14g.) Bloße Bergolduugsleistcn, und der dünne Metalldrath der Berohrung von bemörtelten Wanden sind ja, der Erfahrung nach, zureichend gewesen, den Blitz ohne Beschädigung der in den Aimmern befindlichen Menschen vorbey zu leiten. Ein Kranz von Metallblech, dergleichen oft zum Aierrathe auf den Gutschendeckeln befindlich ist, kann also füglich zur Auffangung, und Mctallstreife, die davon an den Ecken herunter gehen und unten mit einander verbunden sind, zur Ableitung dienen. Run würde der Strahl jedoch unterwärts zu den eisernen Stangen und Radfchienen hingelockt werden, und könnte noch beym Durchbruche etwas zerschmettern oder entzünden. Wenn er aber eine nähere und zusammen« hängendere Bahn zur Erde vorfindet, dazu eine von jenen Mctallstreifen hinten herunterhängende Kette zureicht, so wird er nicht durch die Lust oder andern Widerstand auf jene abgesonderte Metalle zuspringen — Bey einem offenen Wagen, auf welchem also die Menschen hervorragen, ist kein '") §. -s. und Vor. Abh. Erf. Zi6 H. 127. Ableitung an Schiffen. kein anderer Rath, als zur Feit einer vorübergehenden Wetterwolke abzusteigen und sich hinter den Wagen zu verbergen.'^) Es könnte indessen ein solcher Reisender, eben wie ein Fußgänger, oder Reiter, sich mit einem Regenschirme versehen, der aus seidenem Tuche bestünde, mit fischbeinernen Stangen ausgespannt würde, und oben einen metallenen Knopf hatte. An diesen würde sodann nur eine breite metallene Tresse von zureichender Länge anzuhängen seyn, welche mit dem andern Ende in einiger Entfernung bis zur Erde herabrcichte- §, 127, Ableitung cm Schiffen. Bey der Ableitung an Schiffen läßt sich kein vest-si'tzens der, oder ganz zusammenhängender Ableiter anbringen. Ich habe aber schon in voriger Abhandlung (S. 516 u. ff.) erwähnt, daß ich den lose in einander gehakten Ketten, der« gleichen die Engländer gebrauchen, nicht traue, und daß die bisher angeführten icheinbaren Erfahrungen noch keine Sicherheit versprechen, wenn wirklich der Blitz durch einen solchen Ableiter herab führe. Er würde nämlich zwar wohl dieser Bahn folgen: die Funken aber und Anschmelzungcn, welche bey solchen Sprüngen an den Gelenken verursachet werden, könnten doch dem nahen Schiffsseile, an welchem ber Ableiter bevcstigt wird, gefährlich seyn, und deswegen habe ich die Jusammenfügung mittelst der Gewinde vorgeschlagen. Vor. Abh. §. 7?. Erf. 96, §. 128. Hamburgische Ableitungen. Z17 schlagen, dabey die Gelenke mehr Berührungs - Punkte haben. Es wäre auch besser, die Ableitungs-Kette von Kupfer, als von Messing zu machen , weil jenes am besten leitet und am schwersten glühend wird. Am wenigsten sollte daher eine eiserne Kette angewandt werden — Ohn- geachtet eines Ableiterö am Mittelmaste wogte ich aber doch nicht verbürgen, daß nicht noch der Vorder, oder HinterMast, nachdem die Wolke heran käme, getroffen werden könnte. (Z. lo. 40.) — Ein Glück, und wie oben (§. 121.) erinnert, ein merkwürdiger Umstand ist es, daß der Blitz auf Schiffen, die er trifft, nicht durchhin inS Wasser schlagt, in welchem Falle sie jederzeit, durch Jer- sprengung der Planken, zu Grunde gehen müßten; sondern gleich seinen Weg zur Oberfläche des Wassers nimmt. §. 128. Hamburgische Ableitungen. Dieses wären nun die Gründe, darauf meine hie- nächst zu gebende» Vorschriften zur Anlegung von Blitz- Ableitern gcbauet sind. Ich will nur noch die hier in Hamburg und in unserm Gebiete schon vorhandenen Ableiter anführen. Der erste ward schon im Sommer 1769 an der Ja» codi, Kirche errichtet. Seit dieser Zeit sind nun auch nach und '6*) Wie Herr va» ?rem. Oontiouat. «le« Lxper. ?. I. c. z. x. 40. bemerkt. Zl8 §.128. Hamburgische Ableitungen» und nach die vier übrigen Haupt-Kirchen, Petri, Nicolai, Katharinen und die große Michaelis-Kirche, wie auch die kleinen Kirchen, Maria - Magdalencn, Heil. Geist, Jos hannis und Gertrud mit Ableitungen versehen worden. '^) Fenrersind in der Stadt von öffentlichen Gebäuden dadurch beschützt, das Nathhaus, das Niederngericht, das Archiv, die Börse, die Commercien»Bibliothek, die Stadt-Bibliothek, daS Waisenhaus, das Korn «Magazin, das Mehl-Magazin, das Hanf-Magazin, das Thecr-Magazin, das OehlsMagazin, das Admiralitats-Magazin, der Bauhof, der Gefangniß-Thurm, das Baumhaus, das Eimbecksche, Haus, und um den Wall herum dierilfPulver-Magazine» Sin Privat - Hausern nnd Speichern sind hier schon über iZo Ableiter angebracht. Ausser der Stadt sind damit versehen worden: die Lazarcth-Kirche, die Hammer - Kirche, die Allermöher- Kirche — zu Ritzebüttcl das Schloß, das Admiralitats- Haus und Magazin, der Thurm zum Reuenwerk, die fünf Baken und die Blüse — An Privat? Gebäuden im Ham- burgischcn Gebiete, Gartenhausern u. f. w. 96, darunter auch einige Scheunen mit Stroh-Dächern: der in Bergedorf und ausser dem Stadtgebiete in der Gegend umher veranstalteten Ableitungen zu geschweige«. Daß nicht einige von diesen Ableitern vom Blitze getroffen seyn sollten, ist gar nicht wahrscheinlich, da doch '65) Sic fehlen also nur noch am Dohm und an der kleinen Michaelis - Kirche. §. 128. Hamburgische Ableitttngen. Zty doch seit 1769 auf verschiedene andere Gebäude in und um die Stadt Wetterschlage gefallen sind. Auch ist es zuweilen von den Nachbaren bemerkt worden. So war au dem Petti-Thurms , von dessen pyramidenförmigen Kupfcrdache an , im Jahr 1779, ein 6 Zoll breiter Kupfer- Streifen an der Mauer herunter, bis zum Kupferdache der Kirche angebracht, von welchem bleierne Regenrvhren bis zur Erde herabgehcn. An dem untern Theile einer dieser Röhren ward ein Blcystreifen angelegt, welcher Z Fuß vom Gebäude ab in eine etwas vertiefte Stelle sich endigt, und ein hölzernes, ohngefahr 16 Fuß hohes Futter umher angebracht. Als nun 1780, den Lösten Znny, ein Wetterschlag erfolgte, sahen, nebst mshrern, zwey Personen, die am Fenster, gerade gegen den Ablciter über, und etwa 20 Schritt davon standen, deren einer der verstorbene Pastor Schröder war, den Blitz, in Gestalt einer Feuer- Kugel, an dem Ableitcr herunter, ferner durch das hölzerne Futter mit großem Krachen durchfahren und unten an der Erde sich verbreiten. Einer, der sogleich herausgelaufen, hat auch dieses Futter, ohngcachtet des starken Regengusses, erwärmt gefunden. Herr Mettlerkamp untersuchte darauf die Ableitung, fand aber weder unten noch oben eine Spur von Verletzung, auch war nicht einmal die braünrothe Farbe, mit welcher der Kupfer- Streifen überstrichen worden, abgestreift. — So sind auch hie und da Anffangungsstangen so verbogen bemerkt worden, daß sie nicht ohne Gewalt wieder gerade gemacht werden konnten. Da Zzo §. 128. Hamburgische Ableitungm» Da aber unsere Auffangungsstangen nicht scharf zugespitzt sind, so sind sie auch nicht angeschmolzen; da ferner unsere Ableiter nicht aus zusammengefügten eisernen Stangen, sondern aus Bley-> und Kupfers Streifen bestehen, so ist auch keine heftige Erschütterung, und da das Ende der Ableiter nicht in die Erde eingesenkt ist, keine Aufsprengung des Bodens verursachet worden. Die einzig bemerkte Absprengung eines Bley - Streifen habe ich oben ( §. 49.) angeführt. — Beschädigungen, der mit Blitz- Ableiter» versehenen Gebäude, haben sich ganz und gar nicht gefunden» ZV. U2K» Allgemeine Eitirichtung der Blitz -WleiM« er Zweck einer Blitz-Ableitung an Gebäuden ist einem Wetterstrahl, der aus einer vorüberziehenden Wolke ausbrechen und das Gebäude treffe» könnte, oben so aufzufangen, und von dort so Vsrbey zu leiten, baß er nirgends etwas verletze; sondern einen freienAbfluß zurErde haben möge» Daß dieses durch eine wohl zusammenhangende, von oben bis unten herabgehende Strecke von Metall erhalten werde, haben vielfältige Erfahrungen, die Jedermann bey vorkommenden Wettsrschlägen beobachten kann, gelehret» Za, da auch oft dergleichen zufällige mangelhafte Leitungen den Blitz doch von, Innern des Gebäudes und gefährlichen Beschädigungen abwenden ; so siehst man, baß selbst eine unvollkommene oder schadhaft gewordene Ableitung, wenn sie nur aussen am Gebäude angebracht worden, doch gewiß besser ist als gar keine daran zu haben , und so kann man sich, ehe besserer Rath geschafft wird, auch mit einer herabs gelassenen Kette helfen» AZ §. izo. ^ zzH H. iZo. Bedeckung der First. §. !Zv. Bedeckung der First. Es ist also fürs Erste die ganze First, bis über die Enden bin, wie auch die am Dache befindlichen Hervorragungen, Schorsteine, Frontispizen, Thürmchen, hochgelegene hervorstehende Altane, u. d. gl. mit zusammenhangenden Metalle zu bedecken, damit der Blitz, wenn er irgend eine dieser Stellen träfe, allenthalben eine sichere äussere Ableitung finde. Dies geschieht am fuglichsten mittelst eines Bleystreifen, der, nach Beschaffenheit des Gebäudes, Z bis b Zoll breit scyn kann. Er wird von den Giebclspitzcn, oder, wenn es ein abgestutztes Walmdach ist, von dessen First-Ecke» an, um die Schorsteine herum, auf den Firstzicgeln angelegt. An den Gicbelpfosten und Schorsteinen ist er leicht mit großen gezähnten Nageln zu bevestigen: Auf den First- Ziegeln wird er an alle ihre Fügungen (T. I. Fig. 6.) angetrieben , und daselbst mit kleinen Nägeln seitwärts in den Kalk der Fugen bevestigt — Die Stücke der Bleystreifen werden mit einerFalze an ihren Enden ineinander gelegt — Wenn etwas am Dache auszubessern ist, so kann ein solcher Bleystreifen, ohne ihn auseinander zu reisten, leicht aufgehoben, die schadhaften Stellen darunter ausgebessert, und sodann das Vley wieder, wie zuvor, angeheftet werden, und wenn auch die ganze First Mit neuen Ziegeln belegt würde. §. IZ0. Bedeckung der First. Z25 würde, so kann man die alten Biegungen leicht ausschlagen, und ihm andere,, den Ziegeln angemessene, geben. Steht ein Schorstein auf der First nahe am Ende deS Daches, oder ist er sehr erhaben, so muß auch ein Bley» streifen über dessen Rand oder Kappe hingelegt, und von dort an den Seiten herunter Mit dem Streifen auf der First verbunden werden. — Wenn ein solcher dem ersten Anfalle deö Blitzes ausgesetzter Schorstein nur mit einer leichten Wölbung von Dachpfannenbedeckt ist, so würde ich rathen, den Bleystreifen, welcher darüber hingehen soll, nicht dicht anliegen, sondern oben , als mit einer Schleife er abstehen zu lassen, weil sonst der aufstoßende Strahl die Kappe zerschmettern mögte — Sind die Schorsteine von den Enden des Daches entfernt und nicht sonderlich erhaben, so darf der Bleystreifen nur an einer Seite derselben herumgelegt, fo mit dem First - Streifen zu beiden Seiten verbunden werden — Kleine Schorsteine, die nicht auf der First stehen und niedriger als dieselbe sind, brauchen meistens keiner besondern Bedeckung. Wenn sie aber doch der First, und zumahl deren Enden nahe waren, so mögte man, vornehmlich bey einem ftcysteksenden Gebäude, auch ihren obern Theil bedecken und davon den fortgesetzten Streifen erst am Schorsteine herunter, und sodauu über das Dach hin, bis zu dem First - Streifen fortfuhren — Kleine Dachfenster mitten am Dache, wenn gleich Metall daran befindlich, und nur kein hervorstehender Knopf oder des- X Z gleichen Z2K §. izo. Bedeckung der First. gleichen auf der Spitze stcht^ brauchen auch keiner eigenen Ableitung» Wenn NM den Dachrand herum eine Brustmauev geführt ist, so müssen auch, wo nicht der ganze obere Raud> doch- die Ecken desselben, mit Metall' bedeck!-, und dieses mit andern zur Ableitung führenden verbunden werden— Stehen auf einer solchen Mauer ,, wie bey Pracht- Gebäuden, noch Bildsäulen oder andere Zicrrathen, s» wäre es am schicklichsten, an deren hintern Seite einem dicken, oben ein Paar Handbreit hervorragenden^ Messing-: Krath anzubringen, und mit dem herabführcndcn Metalle? in Verbindung zu setzen. Dadurch würden sie vor dem- Abschlagen genug gesichert und doch nicht verunzieret werden». Wenn solche Aierrathen von- ungleicher Höhe sind, so- braucht die Beschützung nur den höheren, und denen, welche an den Ecken stehen, gegeben zu werden. Wenn das ganze Dach mit ein oder anberm Metalle? Vedeckt ist,' so giebt dieses schon den reichlichsten Schutze und darüber noch eine eiserne Stange zur Ableitung herabzuführen, ist mehr nachtheilig als nützlich. Es muß also- daran nur den hervorstehenden Schorsteinsn, wie oben gesagt, wie auch den Giebelpfosien, eine mit dem Dache zusammenhängende Bedeckung gegeben, und die fernere Ableitung am untern Rande des Daches angefügt werden» Au diesem Ende wird nämlich der Rand unten an einer Stelle etwas eingeschnitten, so, daß er mittelst einer doppelten Falze mit dem Ablcitungsstmfen verbunden, und an dem §. IZÄ. Bedeckung der Firste Z27 dem darunter liegenden Gesimse angenagelt werden-kann.-— Wenn auch nur der Nucken mit Metall belegt ist und davon an den Enden Gräten herab gehen, so ist damit, da diese schon genugsam zur Ableitung dienen, was die Schorsteine und Giebelpfosten betrifft, eben so zu verfahren, und nur Von dem untern Ende jener Streifen an das weitere zu besorgen. Nicht alle aussen am Gebäude unterhalb des Daches befindliche abgesonderte Metalle sind dem Anfalle des Blitzes ausgesetzt, so daß sie mit der Ableitung verbunden werden wußten, sondern nur die an dm obern Theilen des Gebäu- des hervorragenden, z. B. Haken oben am Giebel, daran man eine Winde hängt, ausgiesscude Rrgeuröhren (sogenannte Drachenköpfe) u. d< gl. An hohen Gebäuden, ober freyliegenden Seiten wäre es jedoch zu rächen, auch die an den obern Stockwerken hervorragenden Metalle, z. B» das Geländer eines hervorstehenden Balkons, mit der Ableitung in Verbindung zu setzen. H. IZt. AuffaiWmgs - Stange. Eine Stange auf dem Gebäude aufzurichten, ist nicht unumgänglich erfodert, weil der Blitz, wie die Erfahrung lehrt, auch ohne dieselbe, sonder Schaden, die oben und an den Enden befindlichen Bleystreifen trifft und daran herunter fahrt — Man pflegt aber Auffangungöstangen zu errichten, theils um dem Strahl eine desto vorzuglichere Stelle darzubieten, damit nicht etwa eine andere »nbe- X 4 schützte z28 §> lZk- Auffangungs t Stange. schützte Ecke des Gebäudes getroffen werde, theils um den erstenAnfall dadurch vom Gebäude selbst, oder einem darauf sichenden Knopfe, etwas entfernt zu halten» Die Dicke einer Auffangungöstange auf dem Dache kann etwa ^ Zoll, oder wenn sie lang ist, einen ganzen Soll im Gevierte sehn, weil eine dünnere zu. leicht- vom Winde schwankt. Oben an der Stange kann, zur Bewahrung des Endes vor dem Roste, eine drcyecktc, etwa ^ Fuß lange, nicht sehr zugeschärfte Spitze von Messing eingcnictetwerden, welches jedoch nicht nothwenblg ist. — Eine einfache Spitze an der Auffangungsstange ist einer Zurüstung mit mchrern Spitzen vorzuziehen. Die vorzüglichsten Stellen, wo eine Zluffangungsstange' aufzurichten wäre, sind, bey Gebäuden die zwischen andern Häusern liegen, die Schorstcine t- bey freystchenvcn aber, wenn daran die Schorsteine weiter nach der Mitte hinstehen, tie Enden des Daches, weil die Erfahrung zeigt, daß diese eher als die Mittlern, obgleich höhern Theile, getroffen Werden. So auch die Spitze eines Frontispizes, wenn sie einem freien Felde oder einem Kanal zugekehrt Ist — Wer sich nun mit einer Stange begnügen will, der muß sie an dem Ende ausrichten, welches dem Zuge der Wetterwolken am meisten ausgesetzt zu feyn scheint- Bey einem kleinen Hause, dessen Dach sich nicht über 4 Stange«' eine Stange am Ende eines abgestrztzten Daches aufgerichtet seyn soll, werden unten an der Stange ein Paar Fcdem (Schenkeln) angeschmiedet, die mit Nägel-Löchern versehen sind und so auseinander stehen, daß sie an die Sparren passen. (Taf. I. Fig. z.) Alsdann kann die Stange von unten ohne sonderliche Beschwerde angebracht werden» Es wird nämlich nur ein Firstziegel durchbohret, durch welchen sie von innen mit ihrem obcrn Ende hinausgesteckt, das untere aber mit den Schenkeln seitwärts an die Sparren mid gehackten (gezähnten, eingekerbten) Nägeln bevestigt wird. Der durchbohrte Ziegel wird oben mit einer Bleyplatte bedeckt, welche durchstochen und so ausgetrieben ist, daß sis die Stange als mit einem Halsbands umfaßt — Am Giebel-Etlde eines Daches oder an einem Frontispize wird die Stange mit ihren Schenkeln oben auf dem Giebclpfosten^ oder zur Seite desselben angenagelt. Wenn schon eine Windfahne oder ein metallener Zierz rath auf der First vorhanden ist, so können diese, ob sie, gleich nicht zugespitzt sind, die Dienste einer Aussangnngs- stange leisten, wenn sie mit dem ferner« Ableitungs-Metalle verbunden werden. Ist es aber ein runder metallener. Knopf, so löthc man darauf eine etwa clncn.Fuß lange, mit, einer Kappe versehene messingene Spitze, damit der Strahl nicht unmittelbar darauf falle und ihm beschädige. Eben, dergleichen wird auch auf einen hölzernen Knopf aufgenagelt. (T. I. Fig. 4. Z.)„ H. iZ2. IZZ., Strecke der Ableitung am zc. zzi §. 132. Strecke der Ableitung am Gebäude herunter. Die ganze Strecke der Ableitung muß, wo möglich, von oben bis unten aussen am Gebäude herab geführt werden. Ist cS indessen nicht zu vermeiden, daß ein Theil derselben irgendwo durch eine Mauer durchgehe, so kann dies zwar mit einer Regenröhre von gewöhnlichem Umfange ohne Gefahr geschehen; soll es aber eine Stange ftyn, so müßte sie nicht dicht umher eingeschlossen, sondern durch «in offenes, oder mit einem Stück einer solchen Röhre ausgefüttertes Loch durchgelcitet werden,, damit sich die Flamme Lrey umher ausbreiten könne und keine Gewalt ausüben möge. Wenn eine AuffüngungS-Stange errichtet ist, so wird ein eiserner Ring um dieselbe gelegt, mit welchem der Hals der oben erwähnten Bleyplatte dicht an die Stange angetrieben wird» Mit dieser Platte wird sodann das fernere zur Ableitung dienende Metall verbunden, oder es wird, wenn unmittelbar an die Stange ein anderes Metall an, schließen soll, das obere Ende desselben mit dem Bleie zu, gleich unter dem Ringe an die Stange angeklemmt. Streifen vsn Vley oderVupfer, die etwa A bis 6 Zoll breit scyn können, sind zur Ableitung am dienlichsten. Die Stücke derselben werden beym Bley nur mit einer einfachen Falze zusammengetrieben; beym Kupfer aber entweder durch eine einfache Falze vernietet, (T.I. KL>7«) oder mit einer doppelten Falze 8.) in einander gelegt, und wohl zu- sam- 2Z2 H. iZ2. Strecke der Ableitung sammengctrichen, oder, wo cö die darunter liegenden Thesit des GcbäudcS Zulassen, zugleich mit Nägeln daran geheftet. Die Falze muß aber bey heruntergehenden Streifen so gelegt werden, daß der Rand des öbern Stückes einwärts, deS untern aber auswärts geschlagen fty. (Taf. !. 58'?-) Mann kann auch, statt dcr Metallstreifen, wenn eß bequemer scheint, oder wo sich Platten nicht wohl bcvestigen lassen, einen etwa eines Federkiels dicken Messing- oder Kupferdrath, oder ein Paar zusammengewickelte Dräthe zur Ableitung anwenden, an die Auffangungsstangen anfchlrrsscn, und am Dache u. s. w. heruntergehe» lassen. Won der Strecke des Ableiters wird, wenn es ein Kupferstreifen ist, so vick alS man kann, vorher zusammengenietet, aufgewickelt, und so von dem Bleydecker in seinem Stuhle mitgenommen, damit sie von oben an am Gebäude ohne weiteres Hindcrniß angebracht werden könne. Ist die Strecke zu lang, wie z. B. an einem Thurms, so wird das anzufügende Ende mlt einer doppelten Falze verbunden. Wenn ein Ableiter ftey über das Dach, an einer Stelle wo kein Winkel ist, oder wd eS nicht a» dem Giebel anliegt, herunter geführt werden muß, so würden Meystreifen oder einfaches Kupferblech zu schwach seyn. Man nimmt also daselbst einen Streifen aus doppelt gelegten Kupferblech. Wo nun die Stücke desselben zusamurengefalzct und vernietet sind, da wird ein dünner messingner Drakh eiugehaket, welche» man unter einen Dachziegel durchsteckt, und imi- wmdig, zur Bcvestigung, um Nagel, welche in die Latten ring er am Gebäude herunter. zzz eingeschlagen worden, umwickelt. — Diesen Drath kann man, wenn etwas am Dache auszubessern ist, leicht lösen, den Streifen abheben, und hernach alleö wieder in Standsetzen. Der von der Bedeckung der First herunter gehende und damit zu verbindende Ableiter kann, an welcher Stelle man es am bequemsten findet, angebracht, uud weiter, cS sey in geradem Striche oder mit Umwegen, heral'geführt werden. Es können auch ein Paar neben einander liegenbcHäuser die Strecke, welche oben von ihrem Dache hcrabgeht, zusammen leiten, und davon, wo es am füglichsten ist, eine gemeinschaftliche Leitung zur Erde herunter führen. OaS Metall kann übrigens nicht allein an Steinen, sondern auch an Holz, wenn es nur gesund und nicht mulmig ist, dicht anliegen und mit Nägeln bevestigt werden; weil der Blitz daran, wenn nur die äussere Seite frey ist, ohne Beschädigung der darunter gelegenen Theil« herabfährt. Wo also Schsßrinnen, (Winkelrinnen,) oder Gräten, (Eckstreifen,) von Metall vorhanden sind, oder wo Giebel, Pfosten, u. s. w. schon mit einem Streifen Metall beschlagen sind, da lassen sich diese füglich mit zur Ableitung anwenden, indem sie nur oben und unten mit der übrigen Strecke wohl zu verbinden sind. Es wird nämlich der untere hervorragende Rand der Schoßrinne an einer Seite eingeschnitten, der Ableitungöstreifen mit einer Falze daran gefügt, und an daS Gesimse, welches unter der Rinne liegt, angenagelt. Ueber das Ende eines angenagelten Blexsireifcn aber wird t»er ZZ4 §. Iz 2. Specks der Abldi'tunz am rc. derVerbindungsstreifeneineHandbrcit übergenagelt, und so, wo Zwischenräume snid^ die Strecke vollendet. Wenn -kupferne oder bleierne Regen röhren vom Dache herunter gehen, da geben diese, wenn sie nur mit dein zur Bedeckung der First bleuenden Metalle, oder mit dem untern Ende eines mit Metall schon gedeckten Daches verbunden worden, die vorzüglichste Strecke zur Ableitung --» Sind sie schon Mit einer metallenen, oder tnit Metall ausgefütterten Dachrinne verbunden, so darf Nur von dem vbcni zur Aufsaugung des Strahls dienende Metalle an irgend einer Stesse ein Verbiudungs-Streifen bis zu jener Rinne herabgeführt werden — Die Regenrö'hre, wenn sie uicht zu schmahl ist, kann auch durchs Gesimse durchgehen, ohne daß der Blitz dabcy etwas verletzen würde. Wenn dieses aber befürchtet wird, kann man aussen hemm eine Verbindung anlegen. StreisenvonLsieirblcch, ober blecherne Röhren, könnet» zwar auch einen Wetterstrahl ohne Schaden des Gebäudes ableiten. Wenn sich aber mit der Zeit Rost dazwischen sitzt, wie auch ohngeachtet der Verzinnung geschiehet, so können die Fugen durch einen daran Herabsahrenden Blitz auseinander gesprengt werden» DicS kann auch den eisernen Stangek wiederfahrett, wenn sie gleich zusammengcschroben Iva rem Auch können diese durch einen Wctterstrahl erhitzt, verbogen und mit Gewalt losgerissen werden. Daher sind eiserne Stangen kemcswegeö zur Ableitung so dienlich und sicher, als Kupfer- vvee §. lZZ. Wie Rebenwege des Strahls zu :e. zzz ober Blcy > Streifen. Wenn ja von diesen eine Fuge durch den Blitz aufgerissen würde; so geschähe es doch nicht mit einer solchen Erschütterung und Gefahr, als wenn Stangen auseinander gesprengt werden. h- rZ3' Me Nebenwege des Strahls zu verhüten sind. Ems besondere Aufmerksamkeit ist noch darauf zu wenden, ob der Blitz auch einen Nebenweg nehmen und dadurch ins Gebäude hineinfahren könne. Dies geschiehst zwar nicht au einzelnen, zerstreuten, oder auch langen quer liegenden Metallen, durch welche ihm keine Bahn zur Erde bereitet würde : eö kann aber in einigen Fällen, bey starken Wetterschlägen, und wo der Ableiter nicht geräumig, oder sonst mangelhaft ist, geschehen, wenn irgendwo eine Strecke Metall auf eine ziemliche Länge niederwärts führt, und entweder schon zusammenhangt, oder doch von dem Blitze, durch eine» kurzen -Zwischenraum von dem vbern Metalle oder von dem Ableiter , leicht mit einem abspringenden N« bcnstrahle erreicht werden könnte, z. V. wo mehrere Regem röhren oder Gräten vom Dache herabgehen, oder wo eine eiserne Ofenröhre bcym Dache hervorgeht, oder, wo inwendig unter dem Dache eiserne Hangewerke oder Stangen zur Bcvcstigung augcbracht sind. Wen» nun dergleichen Strecke zur Seite inwendig im Gebäude vorhanden ist, so muß man den Ableiter an einer entfernten Stelle herabgehen lassen, damit ein Durchbruch des 3)6 H« lZZ« Wie Nebenwege des Strahls des Blitzes verbätet werde. Stößt sie aber nahe an dle obere Bedeckung des Daches, oder ist sonst die Nähe von dem SIbleiter nicht zu vermeiden, und hielte man es also für nbthig, ihr eine Verbindung mit der Ableitung zu geben, so müßte sie doch nicht bloß vbcrwärts, sondern auch nach unten zu, verbunden werden, damit der Blitz hier keinen gewaltsamen Durchlruch suche. Dazu mögte man sich, wo die Verbindung durch die Mauer hingehen muß, wie gesagt, eines Stückes einer bleiernen Regenröhrc bedienen, welche entweder unmittelbar mit jenen inwendigen Stangen u. d. gl. und mit dem äussern Ableite? verbunden werden, oder durch welche man ein anderes Metall, z. B. einen dicken Mcssingdrath zur Verbindung hindurch gehen lassen kann. Es ist auch nicht nöchig, diese Verbindung unten, an das äusserste Ende jener inwendigen Strecke, anzufügen, weil der Blitz sie schon da verlassen würde, wo er zu einer bessern Ableitung geführt wird. — Da aber auch dieses selten thunlich ist, z. V. wo verschiedene Stangen hie und da versteckt liegen, so muß man nur aussen eine desto reichlichere Ableitung, oder deren mehr an verschiedene» Enden anlegen, so wird sich der Blitz nicht daneben eine um vollkommenere Bahn suchen, die ihn nicht ohne Hindernigi zur Erde führte, oder dabey er durch widerstehende Körper, Holz und Steine, durchbrechen müßte. — Bey den äussern Strecken von Metall findet sich weniger Schwierigkeit. Den Neben-Gräten am Dache wird der Blitz nicht leicht nachlaufen, weil er von dort noch zu viel Widerstand bis zur W verhüten sind» ^57 M Erde findet; es mögle denn sey», daß er mit einem kleinen V.u-chbruch, z.B. durcheinGcsinise, weiter hcrunterlcitendeS 'Metall auwäft. Zur Sicherheit» und zumahl wenn es weit heruntergehende Strecken sind» können indessen auch die uns 'item Enden derselben mit einander und mit dem Ableiten 'verbunden werden. — Negenröhren aber-, die eine lange Strecke weit herabgel)en, und deremobcres Ende entweder 'mit einem metallenen Dache zusammenhangt, oder sonst an eine anders Strecke anliegt , über welche sich der Blitz zur Seite verbreiten kann, können zuwsilcmeinen Ncbsnstrahl 'anlocken, der noch an ihrem untern Ende etwas verletzen würde. Daher müßte Man in diesem Falle nicht bloß der einen , sondern auch den übrigen, oder wenigstens einem Paar derselben, An verschiedenen Seiten des Gebäudes, eine Ableitung zur Erde geben, welches jedoch nicht nöthkg ist, wenn die andern Röhren bey einem mit Ziegeln gedeckten Dache weit genug von dem vbern Metalle und von dem MIeiter entfernt sind, und wenn das Gebäude nicht von weitem Umfange oder so beschaffen ist, daß man einen unmittelbaren Anfall des Blitzes auf solche entfernte Ecken besorgen müßte-- Einer eisernen Ofenröhre muß man da, wo sie unten aus der Mauer hervorgeht, entweder eine Verbindung mit dem Ableiter, oder wo dieses, der Entfernung wegen, beschwerlicher wäre, eine eigene Ableitung zur Erde geben, weil das obere Ende derselben nicht nur durch einen Ncbenstrahl, sondern, da es hervorraget, auch unmittelbar Nvm Blitze getroffen werden könnte. V §. iZ4. ZZ8 §. lZ4« Zusammenfügung und Bewahrung §. iZ4- Zusammenfügung und Bewahrung des Ableiters. Die ganze Strecke der Ableitung muß wohl aneinander schließen und alle Stücke derselben durch Löthen, Nieten, Falzen u. s. w. so dicht als möglich zusammen gefügt seyn. Wo schon eine Ableitung von Stangen angelegt und bloß mit GelenklMken in einander gehängt ist, da müßte man doch den Gliedern durch vest umwundenen Mess ing- drath einen genauen? Zusammenhang verschaffen. Es würde auch besser seyn, sie mit umfassenden bleiernen oder kupfernen anzunagelnden Streifen au? Gebäude zu bevestigen, als sich der Mauerstifte oder eigenen Pfosten zu bedienen, weil diese durch die Erschütterung vom Blitze leicht ausgerissen werden. Wenn ein schon angenagelter Streifen Metall sich am Gebäude befindet und mit zur Ableitung dienen soll, so muß der obere oder untere Streifen, welcher damit verbunden werden soll, etwa eine Handbreit darüber hingehen und aufgenagelt werden, dabey man, wenn beides Kupfersireifen sind, noch ein Stück Bley, um nähere Berührung zn machen, dazwischen legt. Zur Verbindung der Negen- Rbhren bedient man sieh eines Streifen Bley, der an einem Ende etwa einen Fuß lang cingcschlitzt und kreuzweise um die Röhre umschlungen wird, dessen anderes Ende sodann zur weiter?? Ableitung dienet. Höcker und Unebenheiten des Mctallcö gebe?? dem Blitze kein Hinderniß in seiner Fahrt, wenn er nur Zusammenhang findet — des Ablei'terö, zzy findet Es ist auch nicht crfodert, daß die Ableitung geradesweges heruntergehe; sie kann, wo es am bequemsten ist, auch mit Winkeln und wagerechten Umwegen, geführt werden, UebrjgeuS ist es nützlich, bis ganze Strecke, mir die messingne Spitze ausgenommen, mit weißer Sehlfarbe au zu, streichen, um, wenn ein Blitz daran herab führe, seiner Bahn und Würkung durch nachgelassene Apuren desto besser nachzuforschen und die fehlerhaften Stellen, wo Zeichen eines Sprunges sind, zu entdecken. Auch sollte man wenigstens alle Frühjahr, und sonst, wenn Arbeiter auf dem Dache oder neben der Ableitung gewesen find, (welche doch zuvor wohl zu warnen wären) wie auch, wenn man pcrmuthet, daß sie von einem Wertetstrahl getroffen sey, wohl nachsehen, lassen, ob irgend etwas BN dem Zusammenhange zerrissen sep, §- !Z5. Untere Endigung des Melters, Um endlich dem Strahl unten am Gebäude einen freien Abfluß zu perschaffen, führe man die Ableitung, wo möglich, bis in ein offenes Wasser, wenn cS auch nur eine Gassenrinne wäre: nicht aber in ein bedecktes enges Siel, oder tief in die Erde hinein, als wodurch eine Aufsprengung Verursachet werden könnte, auch nicht in einen Abtritt, wo die brennbaren Dünste entzündet werden könnten. — Wenn sich kein? Gelegenheit findet am Fuße des Gebäudes , oder P A in ZHo §. LZ5» Untere Endi'gung des AbleitevS- in der Nähe, eine solche Stelle zu treffen, so lasse man de» Ableiter nur eben an der Oberflachs, doch so, daß er die bloße Erbe berührt, mit einem etwa einen Fuß ^ang abstehenden Winkel aufHörem Der Blitz wird sich daselbst, wie za gewöhnlich an allcrley Mtch unvollkommenen Leitern, Pfosten, Mauren, u. s« w. gbschiehet, ohne weiter hineinzudringen, endigen und verthcilen. Wenn aber der Boden Wasser-Ädern enthält, derentwegen der Blitz Anlaß finden mögte, in den Grund einzudringen und die Erde aufzusprengen, so lasse man einen Graben neben dem Gebäude ziehen , oder eine Grube auswerfen, darin sich jederzeit Wasser sammlen, und darauf sich der Strahl, wenn das Ende des Ableiters dahinein geführt ist, frcy ausbreiten könnte. Wenn ein großer Vorrath von Metall unten im Hause, oder zumahl im Keller, das Eindringen des Blitzes daselbst besorgen läßt, so muß der Ableiter, und zumahl das Ende desselben, so viel möglich, davon entfernt angelegt werden» Man kann sich deshalbcn entweder desselben Vorschlages bedienen, ihn zu einem Graben hinzuführe», oder wo ein eisernes Gitter in der Nähe ist, durch eine Verbindung darauf hinlenken, oder soßst auf irgend eine Weise den Strahl vom Gebäude abwärts führen» Ucberhaupt ist eine solche Stelle zur Endigung des Ableiters zu wählen, wo sich nicht leicht Menschen aufhalten, als welche dadurch erschüttert oder erschreckt würden, im- gleichen müßten auch gar zu leicht feuerfangenhe Sachen, Heu, 5 §. IZ5» Ankers Ettdlgung des Ablekters» Z4-r ^eu, Stroh, nicht zu nahe daran liegen, weil doch die sich ausbreitende Flamme daselbst noch gefährlich scyn konnte. Der untere Theil des Ableitcrs wird anch, damit nichts davon abgerissen werbe, so weit etwa Menschen reichen können, mit einem nicht zu engen hölzernen Kasten, oder mit einem Gitter von Stäben bekleidet, und dieses muß nicht ganz nahe am Boden anschliessen, weil der BlilZ daselbst beym Absprunge vom Metalle nothwendig eine Pia, tzung oder Lust - Ausdehnung verursachet, und als« freien Platz haben muß, um nichts zu zersprengen. Wenn eine Regcnröhre zur Ableitung dienen soll, so muß unten, da wo sie mit einem Knie vom Gebäude abgeht und daran bevestigt ist, ein Metall-Streifen damit verbunden werben, welcher hinter dem hölzernen Kasten bis zur bloßen Erde herunter geht. Eben so müßten auch andere nicht völlig zur Erde herabrcichende Strecken Metall bis zur Erde, oder bis in ein offenes Wasser-vollführt werden — Wo der Ableiter in Wasser hineinreichet, muß, wenn er auch sonst aus anderm-Metalle bestünde, daselbst ein Bleystrcifen angefügt werden, weil das Bley von der Feuchtigkeit weniger angegriffen wird — Wenn eine Regenröhre auch dicht über der Erde in einem hölzernen oder steinernen Schuh aufhörte, so muß doch noch ein Streifen Vley vo» der Röhre ab über den Schuh hin bis in die darunter befindliche Gasscnrinne, oder wenigstens bis auf die bloße Erde gehen — Go muß auch, wenn die Leitung auf eine eiserne unten in V z. einem Z42 §. !Z5« Untere Endigung des Ableiters. einem Stein öerlöthSte Stange eines Gitters zugeführt ist, von dein Fuße derselben Noch das Ende der Ableitung, mit« telst eines angefügten Streifen Blei), oder Mittelst der in einer Furche über deN OleiN hin fortgeführten Löthuiig, bis zur bloßen Oberfläche der Erbe fortgefetzt werden, weit sonst was dazwischen liegt Uöch zersprengt wird. Wö der Boden gepflastert ist, werden daselbst Nur einige Steint ausgehoben. 5- !Z6. Ableitung an Kirchen. Kirchen und bereu ThürMc Pflogen Nu ihrer Spitze eins Oelüistangc, Wetterfahne, ein Kreuz, oder desgleichen metallenen Aufsatz zu haben, und dieses ist zur Auffangung des Blitzes völlig zureichend, ohne baß maN etwas hinzuzufügen Nvthig hatte, WenN etwa aber ein Dorfs Kirchthn, in Nur einen hölzernen KNopf hätte, so müßte allerdings eins ÄNffangUUgö - Skangs (T- U Fig. 4^) darauf bevtsiigt MerdcN — Wenn Nun kein Metallenes Dach daran Vorhänden ist, so Muß von diesem ober» Metalle an, da W6 es aus dcrThNrMspitze hervor tritt, eine wohl anschließende und zusammenhängende nicht zu schMahle Strecke Von Metall, es seyn nun Streifen von Kupfer oder Vley, an der hintern Seite des Thurms angebracht werden. Lassen stch an einem mit SchicferN gedeckten TbNrm, der keine Eekgraten hat, Metällplätten nicht wohl anbringen, so mögte Man dicken Mossingdrath dafür Nehmen, oder zur . . ^ Sicher- ,§. iz6. Ableitung an Kirchen. Z4Z Sicherheit deren zwcy oder drey zusammenflechten, und zwar so, daß von den Stucken Drath nicht alle auf einer Stelle angeknüpft werden, sondern das eine hier, das andere dort aufhbrt — Wenn aber die Thurmspitze schon mit Metall gedeckt, oder wenigstens mir heruntergehenden Streifen Metall (Gräten) versehen ist, so muß, ohne andern daneben anzubringenden Ableitcr, nur oben für den guten Zusammenhang jenes MetalleS mit der Helmsrange, und sodann unterwärts für die fernere Ableitung gesorgt werden. Bcy einfachen Pyramiden - Dächern kann man nun dem Zusammenhange des MetalleS, damit sie belegt sind, wohl traue»: bey denen Thurmspitzen aber, die mit Laternen unterbrochen sind, muß man sich nicht darauf verlassen, wenn gleich auch die Pfeiler und Zwischcnbodcn mit Metall beschlagen find, ja auch dann nicht einmal, wenn schon ein ehemaliger Wettersirahl ohne Schaden daran herunter gefahren ist. Denn, der obere Nand des Daches pflegt doch nicht dicht an, die Decke, oder an die Pfeiler der Laterne anzu- schliesscn, und es kann zuweilen ein Blitz jpirch einen kleinen Zwischenraum einen Sprung ohne merkliche Beschädigung wachen, wo doch ein anderer zündet. Wenn also der Thurm dergleichen Absätze hat, so müssen sie sorgfaltig untersucht werden, ob auch alle Gesimse mit Metall bedeckt sind, und ob alles wohl miteinander verbunden sey. Fehlt der Zusammenhang bey einem Absätze, so muß er verbessert werden, und, wo unbedeckte Awischcnlagen sind, da müssen, wenigstens an zwey entgegengesetzten Stellen, von dem ober» Y 4 bis Z44- §. lz6. Zibleitung-an Küchen». bis zum uutern Metalle- 4 Z0L breite kupferne oder bleierne- Verbindungs - Streift» angebracht werden». Eben so wird > auch von dem untern Ende eines metallenen Thurmdachcs- an, bis zum Kirchendache , wenn solches-gleichfalls mü? Metall gedeckt ist, wenigstens an zweien Seiten,.eine zusammenhangende Ableitung. an der-, Thunmnauer herunter.- veranstaltet — Wenn nur metallene Graten an der Thmrn-- Spitze, herabzehen, so muß auch zweiea-.dttstlben -eine-Ve»,- bindung mit- dem untern Metalte gegeben-iverden:- weim- aber innwendig im Thurm nahe gelegene Stangen eine ziemliche Strecke weit herabgehen, so ist es sicherer-, um keinen- Durchbruch dcS Blitzeö nach innen zu befürchten, das untere - Ende aller Gräten durch einen - wagerechten Streifen- aM: Gesimse zu verbinden-, von welchem sodann die fernere. Ad-- leitung an zweien Stellen der-Thurmmauer, wv esain füglich sten geschehen kann , herunter zu führen ist- ES muß! dazu, wo möglich, die Ecke,- oder ein« solche Seite der-Maueri- gewählt werden, wo die Leitung am-weitesten vvn-denZck- gertüftln entfernt ftyn kann ,, um keinen-Nebenstrahl durch ? die Zeiger-Stange hinein zu leiten, dem man doch nach unten Zcine Ableitung geben kann — Wenn das Kirchendach- nicht mit Metall gedeckt ist-, so wird von einem breiten Ab- leiter-, an der hintern Seite des Thurms,, ein Blcystreiftn- über- die First deS Kirchenbuches biö zu deren Ende fortgesetzt, und, wenn auch dort eine Windfahne oder desgleichen vorhanden ist, damit verbunden- Wenn es zu beschwerlich ist, bey einem nicht mit Metallgedeckten Kirchenbuchs. §. iz6. Ableitung an Kirchen. Z45 chendache,, die ganze First zn belegen, so mußte doch an dem Ende,, welches dem Thurm gegenüber steht, zumal bcy. einer fteyliegenden.Kirche> vom Gipfel an eine eigene Ableitung angebracht, und wenn die Kirche gethcilteDächer hat-,, die Eckftiten der Seitendächer, welche an das mittelste anstoßen, von oben an mit Metall belcgb und dieses mit den Ableiter des mittlem Daches verbunden werden. Der Thurm müßte dann seinen besondern Ableiter haben — Wo- bleierne oder kupferne Negenröhrcn von dem Kirchen- Dache» herab gehen, da kann man sich zweier derselben , die gm bequemsten liegen, zu einer Ableitung bedienen, für deren gute Verbindung mit dem odern Metalle sowohl, als fsir die Ableitung vom untern- Ende zu sorgen-ist«, Zur völligem Sicherheit könnte man auch, wo mehrere solcher Röhren- vorhandem sind, sie alle zu gleicher Absicht einrichten- Wo aber dergleichen- metallene Röhren oder andere aussen-am Gebäude herabzehcnde Strecken von Metall'nicht vorhanden, oder nicht bequem anzuwenden sind-, da muß ein eigener Ableiter oben vom Thurm an, und ein anderer von dem entgegengesetzten obem Ende des KirchcndacheS bis ganz herunter, veranstaltet werden. Wenn die Kirche mit Metall gedeckt ist, und dieses mit der Ableitung vom T.hurme verbunden worden, so kann man auch, wo es bequemer ist, die Ableiter an Ven-Seiten der Kirche herunter- führen— Je mehr, wegen, innwendig im Thurm gelegener Stangen.,, Gefahr eines Durchbr-uchö vom Blitze zu bcsorgenist,,, desto reichlicher,, etwa mit Streifen, von 6Zoll V 5 breit. Z4-6 H. iz6. Ableitung an Kirche«. breit, müßte die äussere Ableitung gemacht werden, und wo noch von der Uhr im Thurm eine Verbindung mit einer Zeigertafel in der Kirche vorhanden ist, da ist es sicherer, weil sie eine gar zu lange herabführende Bahn darbietet, die einen Nebenstrahl anloklen könnte, dieselbe wegzm schaffen — Wo ein Thurm blcß von Mauerwerk, ohne Spitze, vorhanden ist, und wo nur eine niedrige Decke wenig über den Umkreis der Mauer hervorraget, da muß (auch neben dem hervorragenden Gipfel) der obere Rand der Thurmmauer, oder wenigstens die Ecken derselben mit Metall bedeckt, und davon die Ableitung herabgeführt werden — Wo sich zwey Thürme am Gebäude befinden, da versteht eö sich, daß jeder von oben an seinen Ableitet haben muß. Wenn eine Kirche neu erbauet wird, sollte man, sobald das Gebäude bis zum Dache aufgeführt ist, Zugleich für die Blitz-Ableitung sorgen: zumal aber bey dem Thurme, ehe das metallene Dach daran vollführet, oder wenn es wegen Ausbesserung unterbrochen wird, mittlerweile zur Ableitung, wenigstens eine mittelmäßig starke Kette, von hem obersten Theile des Baues (z. B. dem darauf gestellten Richtbaum) bis zum Zusammenhange des untern MetallcS herabgehen lassen, §. !Z7. Ableitung an Pulvermagazinen. Pulvermagazine, wenn sie nur nicht zugleich einen Borrath von Bomben, Granaten, oder anverm Metalle enthalten. h. !Z7. Ableitung an Pulvermagazinen. Z47 halten, sind, wenn eF auch nur bloß von hölzernett Bohlen errichtete Behältnisse wären, eben wie von andern Gebäuden gezeigt worden, mit einer von oben bis unten am Gebäude heruntergehenden Ableitung Zu versehen, nur muß dabcy desto sorgfältigere Vorsicht angewandt werden — Den Anfall cincö Wctterstrahls abzuhalten, wäre also an der am meisten ausgesetzten Ecke deS Daches, oder, wenn das Magazin lang wäre, oder ganz frey läge, an beiden Enden, eine jedoch nicht scharf zugespitzte Stange von etwa 6 Fuß zu errichten» Ferner ist die ganze First des Dacheö, Und rventt noch Erker davon hervorgehen, auch deren Dach- rückcn, bis über die Ecken mit einem breiten Streifen Bley zu belegen. Endlich muß man einen breiten, mit dem öbcrn Metalle der Firste, wie auch mit andern, etwa oben hervorstehenden Stangett , Haken n. s. w. wohl verbundenen Ableitungöstreifcn an der freiesten Stelle der Mauer, welche der Thür gegenüber sieht, heruntergehen, wo möglich in ein offenes Wasser, wenn aber dazu keine Anstalt zu mache» ist, und das Magazin sich nur nicht unter die Erde erstreckt, blos an der Oberfläche der Erde, in einer kleinen Vertiefung uud etwas vom Gebäude abgebogen, aufhören, und vor dem Abreisten wohl verwahren lassen. Das tiefe Ein» senken des Ableirers iu die Erbe würde aber bcy Pulvermagazinen, wegen der zu besorgenden Änfsprengung des Bodens besonders gefährlich seyn. — Wo schon ein mit Metall belegtes Dach vorhanden ist, da wird nur, wie von den Kirche» gesagt ist, für den guten Zusammenhang desselben 348 §.137- Ableitung an Pulvermagazinen. selben vom Gipfel an-, und besonders für den Anschluß an der Helmstange bcy Kuppeln oder kegelförmigen Dächern, gesorgt, und sodann von dessen unterm Rande, an einer oder zweien Ecken , Wleitungs. Streifen bis zur Erde her-, unter, oder bis zu einem offenen Wasser veranstaltet — Inwendig im Gebäude sollten alle, znma? nahe unter dem- Dache, senkrecht hcrabgehcnbe Stangen vermieden oder weggeschafft werden.. Der Schildwache, welche neben dem Magazine stehr, wird die Aufsicht über den Ableiter eigentlich aufgetragen, und die abgelistete muß ihn der . andern iu gutem Stande überliefern-, oder, wenn durch einen Sturm oder Blitz etwas daran beschädigt worden, es sogleich imlden. An neu anzulegenden Magazinen müßte daSDachvhne besondere Hervvrragung, und überhaupt das Gebäude niedrig und leicht, bloß über der Erbe aufgeführt, das Holzwerk mit einem dienlichen Anstriche versehen, alleS überflüssige Metall darin vermieden werben, und vornem- lich der Vorrath von Bomben und Granaten in abgesonderten niedrigen Gebäuden, und-nicht unter der Erde aufbewahrt werden. Wenn sich aber in einem schon vorhandenen Magazine, unten, oder sogar in Kellern, ein solcher Vorrath von Metalle befände, dem man nicht sogleich eine andere Stelle anweisen konnte, so wäre der einzige Rath, die Ableitung gleich vom Dache an abwärts vom Gebäude zu führen, und- selbige mcht so nahe dabey, daß der Strahl noch zu dem unten §. l,Z7» Ableitung an Pulvermagazinen- Z49 unten liegenden Metalle hineingelockt werden mögtc, noch in einem nahen engen Bnmusn, sondern wo möglich in 'einem offenenWasser sich endigen zu lassen — Man mögte also etwa in der Entfernung von 10 oder mehr Fuß einen Pfahl einschlagen, von welchem ein Brett bis zu dem Dache dcö Magazins hinreichte. Wenn das Magazin mit Palm sadcn umgeben ist, könnte eine derselben zn diesem Amecke dienen. Auf dem Brette wurde nun, von dem Dache an, ein 6 Zoll breiter Ablcirungs-Streifen bevesiigt und weiter an dem Pfahle herab fortgesetzt. Ließe sich sodann in einiger Entfernung ein Wasser erreichen, so könnte das Ende des Ableitcrs in einer hölzernen Röhre unter der Erde dahin geleitet werden. Wo nicht, so könnte man, der Vorsicht wegen, einen eigenen Graben sufwcrfen und darin die Ableitung aufhören lassen. Für gefüllte Bomben und Granaten müßten aber eigentlich besondere niedrige Behaltnisse veranstaltet werden, jedoch, daß sie nicht tiefer als die Oberfläche der Erde gelegt würden. Daran wäre sodann mit gleicher Vorsicht die Ableitung sogleich oben von der darauf zu errichtenden Auffan- gungs-Stange, abwärts, wie eben erwähnt, in einige Entfernung bis zur Erde, oder bis in ein offenes Wasser zu führen» Z. !Z8- Ableitung an Strohdachern» Bei) landwirthschaftlichsn, oder solchen Gebaute», die mit Stroh oder Schilf gedeckt sind, müßte auch zuvörderst zzo §. izF. Ableitung an Slrchdachew. berst der 'Anfall des BlitzeS oben durch eine Aussangmigöz Stange vom Dache abgehalten werden. Au diesem Amecke wird an beiden Enden des Daches, wenn es keinen Giebelpfosten hat, sondern abgestutzt und allenthalben mit Stroh bedeckt ist, eine Unterlage von Brettern angebracht und dar« auf eine etwa g bis 4 Fuß lange, aber nicht zugespitzte, Stange bevcstigt. Aon dem hölzernen Rande an, welcher die Stange nach allen Seiten ein Paar Fuß weit umgicbt, wird ein breites Brett über das Stroh bev.stigt, dessen Ende noch über den Rand des vorragenden Strohes wenigstens einen Fuß weit hervorstehen muß, und von welchem ein anderes schräges Brett zur Wand herab geht, (Taf. I. Fig. r. 2.) Auf diesen Brettern wird sodann ein bleierner vder kupferner, etwa z Aoll breiter Ableitmigs? Streifen, welcher oben mit der Stange wohl verbunden worden, be- vestigt, und weiter an der Wand herunter hiS zur Erde geführt, wo er mit einem etwa einen Fuß weit abwärts gebogenen Ende in einer kleinen Vertiefung aufhöret — Wird nun von der andern gegenüberstehenden Stange auf jenem Ende eine gleiche Ableitung zur Erde angebracht, so ist bey Scheunen, wo keine Herporragung sich befindet und daher kein Anfall des Blitzes zu besorgen ist, auch nicht einmal nöthig, den ganzen Dachrückcn zu bedecken. Will man aber auch die First mit Metall versehen, so kann dieses, wo ein Paar Reihen Ziegel am Dachrückcn liegen, ans gewöhnliche Weise geschehen: bey einem bloßen Strohdache aber ohne Aiegelrücken müßte über die ganze Länge der First ein §. iz8> Ableikung an Strohdächern. zz i ein Sattel von ein Paar Brettern gelegt werden, auf deren Kusammcnfügnng sodann oben der Ableitungsstrciftn angenagelt wird. Die Breiter auf dem Strohdache zu bcvestigen, ist keine leichte Sache, und man kann sich nicht auf hölzerne Pflöcke verlassen, weil sie vom Winde ausgerissen werden. ES werden also dünne eiserne, an den Enden mit Löchern versehene. Schienen dazu angewandt, durch daö Stroh- Dach durchgesteckt, mit dem einen Ende an den untern Rand deö Sattels, zu beiden Seiten, eins ums andere, in einem Zwischenräume von etwa 4 Fuß, mit dem ander» aber innwendig angenagelt. Bey dem herabgehenden Brette kann man sich solcher Schienen mit einem Ansähe (Taf. II. Fig. z.) bedienen, deren kurze Seite (ab) an den Rand deö Brettes angenagelt, die längere, durch das Stroh durchgesteckte, aber innwendig bevestigt wird. Um zu wissen wo ein Sparren liegt, sticht man erst mit einem spitzen Instrumente von unten durch, um sich darnach mir dem Brett zu richten, oder die Schienen daran zu bcve- stigcn: wo aber die Sparren nicht passen, oder am Walm aus einandergehend sind, werden Latten quer über genagelt, und darauf die Schienen bevestigt. Von einer solchen Metallbekleidung, die von einem Ende der First zum andern reicht, darf dann nnr irgendwo über die Seite des Stroh - Daches (Fig. 1.) mittelst eines untergelegten Brettes ein Ableiter herunter geführt werden, ohne daß es nöthig wäre, an beiden Giebelwan, den eine Ableitung anzulegen, und wenn Dachziegel ans der Z52 H. IZ9» Ableitung en Windmühlen. der First liegen, so wäre auch, wenn das Gebäude nicht,zw lang ist, eine Stange ( wie Fig. 2.) zureichend. Nach Befinden der Umstände kann >man fich also entweder der ersten oder der ändert'. Ableitungs - Art bedienen --- An einem Bauer haust, auf welchem sich an der First ein Scher stein befindet , muß jedoch allemal auch dessen oberer Rand Unit Ney bedeckt und davon ein Streifen auf untergelegten Brettern bis zur nächsten nur EndebeS Daches.stehenden Slangs vder bis zum Ableiter geführt werden« §- ^39° Mcitttng an Windmühlen« An beweglichen Gerüsten verursachet die unvermeidlich c Unterbrechung der Ableitung eine besondere Schwierigkeit, dabey aber nur die Vorsicht anzuwenden ist, daß der Strahl keinen Sprung durch Theile, welche er beschädige» könnte, zu machen habe» An Windmühlen würde allemal das Durchfahren des Bütz«6, wenn er mit einem Sprunge durch das Gerüste der Mühle hin ginge, gefährlich seyn. Da aber die Flügel am höchsten hervorragen und also dem Auffallen des Blitzes am Meisten ausgesetzt sind, so kann daran die Ableitung am süßlichsten angelegt werden. Man lasse nämlich die Ruten aller vier Flügel an ihrem obern Rande, von einer Ecke bis zur andern, und an der äussern , den Sprossen entgegengesetzten Seite des Balken, mit einem Streifen Ney beschlagen, so, daß diese Streifen von einem Flügel zum andern §. iZ9- Ableitung 8> 5. Die Stange besonders mit der Kappe darum sie vcrlvthet ist. b'iA.6. Ein Stück deö Dachrückens.-- »,». Die Bleyplatte von der Seite anzusehen, wie sie über die Firstziegel angelegt und an deren Fugen angetrieben ist. kig. 7. Ein kupferner Ableitnngs - Stensen. n. Wie die Stücke zusammengefügt und dutchnitet sind, und zwar so, daß die Falze niederwärts geschlagen i-st. 8- Jusammenfiigung eines AblcitungS - Streifen mit doppelter Falze«. Erklärung der Kupfertafeln. Z65 II. Tafel. I. Ein ganz mit Stroh oder Schilf gedecktes Gebäude.— s. s. Die stumpfen Auffangungs-Staiigen an beiden Enden. b. t>. b.b. Die davon abgehende Blevstreifen, welche beyderMitte in 6 vereinigt werden. t>.o.a.o.k. Die untergelegte bretterne Bedeckung. st. e. Das Brett, welches über das Strohdach heruntergeht, mit dem in e daran gefugten schrägen Brette, und dem in der Mitte darauf bevestiatcn Ableitungs- Streifcu. f. t. Der davon an der Wand bis zur Erde herabgchende Ableiten — S. §. lZ8- kiZ. 2. Ein Strohdach, oben mit Z Reihen Ziegel belegt, a. Die Auffangungs-.Stange. — a.b. Die Lage des Bleystreifen über die First-Ziegel. — st. e. Das untergelegte Brett mit dem angefugten kleinen Brette, auf welchem der Ablcilungs-Streifen von verändern Seite des Daches herab und an der Scitcnwand (5.5.) bis zur Erde geht. kiA.Z. Eine dünne eiserne Schiene, deren kurzes Ende a b. an den Rand des über das Strohdach herabgebenden Breites (st.e.) bevestigt: das lange c.st. aber durch das Stroh gesteckt und inwendig angenagelt wird. III. Tafel. Vorstellung des versammlungS - Hauses zu Purflcct, nach llbilos. I'rans. V»I. 68. tab. 2 und z. Die Nachricht von dem Wetterschlage, welcher darauf gefallen, habe ich aus dem Berichte der Commission, ,'a Vors z66 Erklärung der Kupfertafeln» vor. Abhandl. Cef. IZY. l>. S. Z7Y. angeführt. Sie ist na5)- »nahls in l'liilol'.l'raNs. Vol. 6z. P2g6. eingerückt worden» i. Nordcrseite des Gebäudes, g. Die AussangnngS-Stauge. b. Die beschädigte Ecke der um daö Dach herumgehenden Brustmaucr. b. c. st. e. Die nächste bleierne Regenröhre, welche sich in ein hölzernes mit Bley auSgefutterteS Vehältniß (e) endigt, und, da dieses nicht zerschmettert worden, vom Blitze vorbcy gegangen scyn muß. 5 Z.k. i. Die andere Röhre, welche zwar von dem Anfalle des Strahls weiter entfernt war, aber, da sie in einen 40 Fuß tiefen Brunnen hinein geht, eine bessere Ableitung geben konnte, kiz. 2. Die östliche Seite der nord-östlichen Ecke der besagte»; Brust-Mauer. a. Die Krampe, welche vom Blitz getroffen worden. b. Der Deckstein, darin sie bevestigt war, welcher zersprengt ward. e. Der Mauerstein darunter, welcher herabgeworfen worden. ee. Ein Paar andere Mauer-Ziegel, welche nur aus ihrer Stelle gerückt worden. Anmerkung. Mai» hat zwar nachmals auf den Decksteinen der Brustmaucr vou einer Krampe zur andern eine Furche emgchauen, diese »nit Blei) ausgegossen und davon Verbindungen mit den ableitenden Rinnen und Röhren angelegt. Nun scheinen aber doch die hervorragenden Schorstcine noch dem Blitze ausgesetzt zu sinn, welche also gleichfalls mit Blei) hätten bedeckt, und dieses mit den Rinnen ve« Hunden »Verben sollen. IV- Erklärung der Kupfettaseln. Z67 IV. Tafel Vorstellung der Heil. Geist-Rirche in Hamburg S.I.is. V. Tafel. Vig. i. Vorstellung des Stall-Gebäudes, davon H. iz. 2. Vorstellung der Sahn des Blitzes an Haffendens Hause: nach?tül. ?rans. Vol. Hz. p. zz6 — Z42. tsb. VII. big. L. S. vor. Abhandl. S. 409. Erst lzo. Die Zeichnung stellt einen flachen Riß der Oberfläche dar. Es scheint ein nach allen vier Seiten abschießendes Dach zu seyn, welches in der Mitte mit einem Absätze ver- sehen ist und an demselben ein Paar Erker hat, die zum Theil mit bleiernen Rinnen umgeben sind. Die schatteten Streife zeigen die Strecken von Bley an: die punktirten Lmicn den Weg, wo der Blitz ohne Beschädigung einher fuhr: die gcschlängclten, wo er durchbrach. g, b» 0. 6. sind die vier Schorsteine — Bey 5 war die Auffangungs - Stange, von welcher die Ablcitungs-Stange herab ging, und, nachdem sie sich unter dem Rande des Daches seitwärts bog , mit der bleiernen Negenröhre bey Z verbunden war, welche das Wasser von den Rinnen L, Herunter fnhr-te. Der Schorstein b, welcher 49 oder 50 Fuß von der Auffangungs-Stange entfernt ist, ward vom Blitz gctrvffe« und bis zu dem Bleystreifen d zerschmettert, Hier z68 Erklärung der Kupfertafeln. Hier theiltc sich der Strahl; einerseits zerschmetterte er Sparren und Dachziegel bis zu der bleiernen Rinne L; an» dcrerseitö zerbrach er das Mauerwerk bis zu dem Blcysirct- fen am Gesimse, k, k, Ic, längs dessen Strecke bis zum Schorstcin c nichts verletzt, an diesem aber das Mauerwerk bis zu dem dahinter gelegenen Bleysireifen, und wie» derum die Dachziegel im Zwischenräume bis zum Bleysireifen hinter dem Schorstein ä beschädigt wurden. Von dort gelangte endlich dieser Zweig des Blitzes, so wie der andere an den Rinnen auf dem Dache, zu der Ableitungö-Stange und der herunterführenden Höhre in VI. Tafel. kiF. i. Grundriß des Arbeitshauses zu Hecklngham, davon H. 14. — Die schattirtenStreifen deuten dieVley« platten an. ?!x. 2. Aufriß des in b. 6. augebaneten Stalles. VII. Tafel. Vorstellung deS dem Herrn Syndicuö Zaber gehörigen Gartenhauses in Eimsbüttel, davon §. 20. Die punktirten Linien Zeigen die Lage der nach dem Wetterschlage angelegten Ableitungen an — Die Schoß, rinne lc. m. und die Lage m, n. sind mit Metall bedeckt, so, daß auch von dort her ein Zusammenhang von Metall befindlich ist. VIII. Erklärung der Kupfertafeln, , Z69 VIII. Tafel. Vorstellung des Nicolai-Thurms in Hamburg, mit Bezeichmilig der vom Blitze 1767 verletzten oder verschoneten Stellen. S« vor. Abhandl. Erst 109. S. 29 r. ».e.d. Die zusammenhängende kupferne Bedeckung, 200 Fuß hoch, au und innerhalb welcher nichts verletzt worden. d. st. Die acht - eckige 16 Fuß hohe Mauer, welche die Spitze tragt: innerhalb welcher der Strahl von dem Kupferdache auf eiserne Anker zugesprungen, anliegende Ständer «. st w. beschädigt hatte, und, (untere.) am Fuße derselben zu dem mit Kupfer bedeckten Boden der Eallerie durchgebrochen war» ! Gegen n über war inwendig von einem nordwestlichen Bogen der Mauer ein Stück abgesprengt. Bey s zeigte es sich, daß er durch verborgene Anker in der Mauer herab gefahren war» Daselbst waren von einem senkrechten versteckten Anker-Eisen die Mauer- Steine ein Paar Fuß lang abgesprengt, und unterwärts, fast bis k, eine etwa 25 Fuß lange Ritze in der Mauer verursachet. A« Be? Z70 Erklärung der Kupfertafeln, Bey k liegt eine mit Bley ausgeschlagen«! Rinne zwischen dem Thurm und dem Kirchcndache, von welcher ein Ausguß in ein kupfernes Wasserbehältniß auf dem Kircheuboden, und von da eine mit Bley ausge» schlagenc AbzugS-Rinne nach k geht. d, z, le ist eine bleierne Regen-Röhre, welche an der Ktr- chenmaner, und weiter über das Dach eines ange- dauctcn Hanfes herab, bey le aber in einen hölzernen Kasten geht, welcher daselbst mit einer Klammer an den Eckständcr des Hauses beve- siigt war. Beym, wo der Zusammenhang, zwischen der Rinne und dem Behältnisse ans dem Kirchcnboden unterbrochen war, fanden sich an Dachziegeln und an einem Sparren Beschädigungen: im ganzen Wege der zusammenhangenden Strecke k, Ii, i, k aber keine Spur von Verletzung. Won der Klammer bey k an war aber der Strahl theils an dem Ständer herab, theils in das Haus hinein gefahren, hatte jenen unterwärts gespalten und im Hause, wo er sich zerstreuet, verschiedenes bis zur Erde herunter beschädigt« ' , - j Anmerkung. An einem solchen getheilten Kirchenbuchs müßten, wenn die Kirche frey läge, ausser der Mei? Erklärung der Kupfertafeln. Z71 Ableitung, welche vom Thurm herunter geht, auch das Hintere Chor - Ende der Kirche durch eine Ableitung gesichert werden, well es von einer niedrig gehenden und von dort herkommenden Wolke getroffen werden konnte. Da nun dieses sowohl Hey den Seitcndächcrn (oundp) als bey dem mittelsten (t) zu befürchten wäre, so müßte man, wenn die Dächer nicht durch Metall zusammen hingen, (wie ich in der Anweisung §. izü gerathen habe) an den Eckseiten (0. s. und p. 5.) Mctallstrcifcn anlegen, und sie mit dem von dem Mittlern Gipse! (t) herab- ^ zuführenden Ableiter verbinden, oder ihnen, wenn bey s und k Ncgcurohrcn herab gingen, dadurch eine Ableitung verschaffen. Der hier über das Kirchendach geführten Re,- geurdhre müßte lieber ein Zusammenhang nach aussen, oder doch überall eine gute Verbindung, und dem untern Ende von k an eine Ableitung zur Erde gegeben werden, weil, ohu- gcachtet des äussern Ableiters vom Thurme, doch noch ein Ncbenstrahl diesen Weg nehmen und den Zwischenraum k. I. beschädigen könnte, !X. Z72 Erklärung der Kupsertaseln. IX. Tafel. r. Bahn deS elektrische» Strahls an ausgeschnittenem Gold-Papier. S.Z. 90. S. 206. kig. 2. Bahn des Blitzes an Strecken von Metall mit Umwegen und Absprüngen. S. F. 90. S. 207. ?ig. Z. Vorstellung einer Wetterwolke L, welche auf eine Nebenwokke, L, wurkt» S. H. 77. 78. Register- Register. Die Zahlen zeigen den §. an. Niö §. 70 gehen die Erfahrungen — Nach §» xzF folgen die Vorschriften. blciter — Beispiele solcher, die vom Blitze getroffen worden. Z4> z-?. 4z. 44. 45. 46. 48. 49. 50. 5?» 5Z. 54- -- in und um Hamburg vorhandene. 128. — kann dem Nachbaren den Wettcrstrahl nicht zuziehen. 87-^- noch die Gewitter mehr oder weniger herbeylockcn. das. —» unvollkommener, doch besser als keiner. ioi. — neben dem Gebäude errichteter sichert nicht. 110. sollte nicht ins Gebäude hineingehen, 4Z- — noch einge« schlössen seyn. n;. — kann aber dicht anliegen, l is. Einsendung desselben in die Erde ist nachtheilig. ;» — 5«. 1.2a—122.— auch in einem verschlossenen Siele. 12», — wie er vor Beschädigung zu hüten. 114. »Z7. 'durch den Blitz daran verursachte Krümmung. <6« B h Äbc Z74 Register. Ablciter, durch den Blitz umher geäusserte Gewalt. 44. Ii;.-» Beschädigung au Bleystreisen. 49 — an einer eisernen Schraube. 44. — Beispiel eines Ableiters von Kupferdrath. zq. Mcimng des Blitzes — Zufällige, an der Oberfläche von Uebermahluug. 40. 41.92.— Folgerungen daraus. 119. künstliche metallene — Einfacher Grund derselbe» IOI. 129. — allgemeine Vorschriften dazu. «zo — i?5. . sollte nicht aus eisernen Stangen bestehen. 10z. i,i. am dienlichsten dazu sind Kupfer- oder Bley-Streifen. 112. — Messinge» äthe, kupferne oder bleierne Negem Röhren find auch anzuwenden. > 1 z. , — Wieste über die First anzubringen. 102. >oz. >zc>. — wie weiter unten am Gebäude herunter, m — II?. IZ2. — wie ste unten zu endigen sin. 122. « ?5. — wie sie an beweglichen Gerüsten anzulegen. 124 — an Gebäuden, darin viel Metall vorhanden, 12z. izz. iz?. — in wie ferne sie mangelhaft bleibt. 111. 115. — Betrag der Kosten- »4?. — Beispiel einer Vcschützung eines Stroh/Daches. 59. Absprung oder Abweichung des Blitzes von Metallen --- wodurch er veranlasset, 90 — und wie er verhütet werde. 117. >zz. Abtritt — Der Ableiter tollte sich nicht darin endigen. 12s. Adern: Pulsadern oder Blutadern — werden nicht vom Wctterstrahle durchdrungen. 94. Altan, oder Balkon — hoch hervorragender erfodert ein« Ableitung, izo. — am Dresdner Schlosse vom Blitze getroffen. 19. Nci« Kere Umstände davon. Not. >v?. Anfall Register. Z75 Anfall des Blitzes — wodurch er bestimmt werbe. 36. Anlockung des Blitzes. — Dabcy muß die ganze Bahn in Betrachtung kommen. 8 z. 89. -— Verschiedene Grade derselben. 85. 88. -- durch Metalle: kann den Zug der Wolke selbst nicht per» ändern. 87. in die Erde hinein. 12,. 2lnstrich. S> liebermahlung. Anziehung der Wetterwolken. 7. kann nicht durch Ableiter verursacht werden. 87. Auffangung des Blitzes — Wie dafür zu sorgen. 1«-. IZQ. »ZI. AuffangungS - Stange — ist bey einer Blitz - Zlbleitung nicht wesentlich. ?v. 102. 104. — doch nicht nachtheiiig. 105. 109, — Eigentlicher Nutzen derselben. iy6. —- besonders auf Strohdächern. 108. — scharf zugespitzte schafft keinen Vortheil. «04. — ist M weilen nachtheiiig. 103. 127. -- auch unzulänglich, um entfernte Stellen zu schützen. 14. 16 — 19. 5— Beyspiel einer vom durchfahrenden Blitze verbogenen, 44. 48. — Vorschriften zur Anlegung einerAuffangungsstange. izi. — Ob sehr lange Stangen nutzen? 107. Ob mehrere Spitzen an der Stange, ob seitwärts und niederwärts gerichtete Stangen dienlich? Daselbst und 84. Aufsprengung des Bodens unter einem Ableiter. 52 — 54. »22. Ausbruch eines Wetterstrahls — wodurch er befördert wird. 36. «— ist von der Anlockung der Wolke zu unterscheiden. 87. «- entsteht nicht an unbestimmten Steilen von der Erdr. S4. Vb 2 B. 3?6 Register. i V. Bahn des Blitzes. 8Z. «9. — wie sie nach den leitenden Körpern gelenkt werde. Ky. — verschiedene bey zwcpen Wettcrschlägcn. z6. BalLon: S. Lllran. Baume, die vom Blitze getroffen. 56 — ;g. 6c>. 6-. «5. Not. qc>. — Was Key einem Wcttcrschlage daran zu untersuchen. S. z6». BcrgrvcrkS ? Grube — Leitung eines Blitzes in die. selbe. 51. Bildsäulen zur Zierde an Gebäuden — wie sie zu beschüt tzen. >zo. Dlcchftrcifen werden an ihren Fugen vom Blitze aufgesprengt, 22. 24. 26. Sky _ ist gar wohl zur Blitz-Ableitung zu gebrauchen. 8?e na. — schickt sich am besten auf der First. ioz. und im Wasser >Z5. Blitz -- ist mit Regen begleitet. 4. — wie er entsteht. ?>- 75. der gerheilt aus der Wetterwolke fährt, zo. der sich am Gebäude theilr. ?z. 22. 28. zz. — oder auf neben einander stehende Menschen. 6z. 6z. was die Theilung des Strahls veranlasse. 91. — trifft vorzüglich die Ecken. >>. >q. 26. 61. 86. wann er Nebenwege von der Ableitung nimmt. 42 1 44- "7- — wann er von einer Mctallstrccke abweicht. 90. — aufwärts fahrender folgt derselben Leitung und erfodert keine besondere Anstalt. 8 4- »»> Rückkehr desselben jtzt der Wetterwolke ist ungegründet. 78^ Register. 577 AliH! snn eigentliches Ziel an der Oberfläche der Erde 76. 110. 121. — kann aber- tiefer hinein gelockt werden. 9. 51. 57. m. S- Anfall, Anlockung, Auffangung, Ausdruck), Vahn, Durchdruch, Leitung, Metalle, Plagung, UAtterz schlag. Blitz - Llbleiter. S. Abteiter, Ableitung« Vlut — bleibt flüssig im Tode vom Blitze. ;L. D. Dach -- mit Metall bedecktes. Es sollte keine Stangent Leitung darüber hingehen, iir. — wie der Ableitet- daran zu fügen, izo. Drang der Wolke zum Schlage. 8Z- — erneuert sich von Zeil zu Zeit. 75. Durchdruch dcö Blitzes — zielet zur Gegen < Elektrik zität. LZ. E. Bisen — Verhältnis desselben zur Leitung des BlitzeS. 112. — eiserne Stangen sind nicht zur Ableitung anzuwem den., in. Bcken der Gebäude — werden noch eher als Hervorragungeu getroffen. 11. 14. 20. 61. 86. Blebtrizitat — zeigt im Kleinen die Erscheinung des Blitzes. 71. — in wie ferne die Versuche auf den Blitz anzu^ wenden. 72. — gegenseitige an der Erdet wie sie entsteht. 76. ist vor» übergehend. Aas. u. 120. — thierische, yz. — als Mittel zur Wiederherstellung vom Blitze getroffei «m. 99» G b z «lek-e Z78 Register» Elektrizität — Wirkung aiifdcn menschlichen Körper. YA.-^- aufdie übergebliebene Reizbarkeit. KZ.— aufThiere§. y4» S. 22Z. u» Not. 6. Elcktrizitats - Behältniß in der Erde wird ohne Grtmh erdichtet. 76. 120 — 122« Elmes - Feuer. S. lVetterlicht» Entzündung menschlicher Körper aus innerer Ursache. 7«. Erde — wird vom hineingelocktcn Blitze ausgesprengt. lOö. 122» Erschütterung — Folgen einer durch Fall oder Schlag verübt sachten. 97. — durch den Blitz.. S. Nervensystem. Erplc>sion. S. platzung. F. Feuchtigkeit — ist nur ein schwacher Leiter des Blitzes. 88- 100- in der Erde, verursachet eine Platzung vom Blitze. 120» 122» First des Gebäudes — wie sie vor dem Anfalle des Blitzes zu schützen. 102. lOZ. IZO. Fische — elektrische: Würkung derselben. yZ» Funken ^ in entfernten Häufern beym Wetterschlage geftt hen. 42. Fußgänger — wie er sich mit einer Ableitung versehen könne. 126» G. Gegen - Elektrizität. S. Elektrizität» Gewitter — häufige 178Z. bcpm Heerrauche. 2» 87» — können durch die Ableiter weder vermehrt noch vermint dert werden. 87- GlaSl- Register. 379 Glasscheiben — wie sie vom Blitze beschädigt werden. y2. Graten oder Bleysircifen an Dächern — zur Ableitung aiu zuwenden. HZ. — Was dabep zu beobachten. 117» iZ3- 136. Gritschen — Ableitung daran. 126. 14Z. H. Hängewerk der Balken — wie die Gefahr vom Blitze davvlp abzuwenden. 117. iZZ. Hirnschädel — vom Blitze gespalten. 62. K. Keller — der Blitz fährt nur feiten darin herunter. 121. wie zu verfahre»', wenn viel Metall darin vorhanden. 135- 137- Ketten — als Nothe Hülfe zur Ableitung anzuwenden. 118» 129. izü. 1^9. 142. 14z. Kienruß — mit Theer oder Oehl gemischt, leitet den Blitz über die Oberfläche hin. 40. 92. Kirche bcp Genua — wie der Blitz darin einen Mbenweg vom Ableiter genommen. 4z. Kirchen — wie sie mit Ableiten« zu versehen sind. 136. —» wie bey einem gctheillen Dache daran zu verfahren sey. S.Z70. T.V1II. Kleider — wie sie vom Blitze verletzt werden. H.<)g. S-AlZi. Knochen — ob sie vom Blitz durchdrungen werden. 94. Knopf — blecherner mit leiner Spitze, der zur Aufsaugung des Blitzes gedient. ZZ. — messingner, vom Blitze gespalten. 47. «»» oben am Gebäude, wie er zu beschützen. Bb 4 Rom- Z8S Register. Kompaß — durch den Blitz gestöhrt. 40. Kornfeld — Vom Blitz entzündet, 9. Krahn — wie daran die Ableitung anzulegen. 124» 140- Kupfer — ist der vorzüglichste Leiter. 112. Kupfcrdach — S. Dach. Kupfcrdrath — hat zur Ableitung gedient. Z4, L. Ladung oder Kraft der Wetterwolke. 75. Lähmung oder Betäubung vom Wetterschlage. §- 97. S. 2Z4. Leitung des Blitzes — in seiner ganzen Bahn. 8Z. 8y. — an Metallen. 88 91. — an der Oberfläche von Uebett Mahlung. 40. 41. 92. am menschlichen Körper« 93 — 98- äussere am Gebäude: auch unvollkommene, von großem Nutzen. 12. IZ. Z2. g8. 12z. — verschiedene, bey einem andern Wetterschlage. z6. Leitungs - Fähigkeit — Grave derselben. 8Z- 88 — wie fls zu bestimmen, 90. S. 208. Lust — widersteht dem Blitze mehr als veste Körper. 8Z» M. Masihäumei> S. Schiffe« Menschen (und Thiers) ---- Grad der Anlockung des BlitzeS auf dieselben. 88- — wie sie vom Blitze verletzt oder getödtet werden. ZZ — 67 93- 98. Bepspiele Getroffener und Genesener. 59. 60. 6r. 6z.— besonders schwer verletzter. 6Z — 67. — eines vom Blitze geblendeten und genesenen. 69. — Getödteter, IZ - ZL. 62. Wtt- / Register. Menschen — Mittel zur Wiederherstellung der Getroffenen. yy. — Entzündung und Verbrennung aus innerer Ursache. 70. Messing -- dessen Fähigkeit zur Leitung des Blitzes. 112. Mcssing-Drach — wie er zur Blitz-Ableitung anzuwenden. 11z. IZ2. rz6 — Kosten desselben. S. ZzZ. Metalle — sind überhaupt die allervorzüglichstdn Leiter deS Blitzes. 88- — und lenken seine Bahn, wenn sie gleich nicht offen liegen. 8y- — auch durch Umwege. 90. zerstreute, ausser der Bahn liegende, werden nicht mit ergrissen. 8y- 116. ---» ob alle am Gebäude befindliche mit dem Ablciter zu verbinden?, 116. Metall - Strecke wann der Blitz davon abweiche, yo. N. Nebenleitung, oder Nebenweg des Blitzes — Beispiele davon. 42 — 44. wodurch dieses verursachet werde. 117. und wie zu ver« hüten. 117. izz. Nebenwolken — Würkung der Wetterwolke darauf, und wie ein Wetterfchlag daraus entstehe. 77. Nerven — ob der Blitz durch sie hinfahre? 9g. 96. Nerven - System — Dessen Erschütterung kann den plötzlichen Tod vom Blitze oder andere Zufälle verursachen. 97- O. Oberfläche -- der Erde, oder des Wassers: das ordentliche Ziel des Blitzes. 120. 121. --- einiger Körper leitet den Blitz 92 so auch dos menschlichen Körpers. KZ —y8- B b Z Odo« Z82 Register. Oberfläche eines Ableiters sollte nicht bedeckt seyn. 11Z. Oehlfarbe — Uebcrmahlung damit leitet den Blitz. 41. Ofenröhre — eiserne hervorragende, muß eine Ableitung haben, izz. P. Platten oder Streifen, von Kupfer oder Bley, zur Ableitung am dienlichsten, in —HZ. platzung, oder Auseinanderwerfung beym Wctterschlage» loc> —würde bei, eingeschlossenen Ableitet» schaden. 115. — am Ende des AbleitcrS. 50. Ivo — was dabey zu beobachten. 122. Pulver-Magazin — dienliche Einrichtung. Not. I2l. --- Wccccrschiag darauf. z8- rsZ. — wie es vor dem Blitze zu beschützen. IZ?> R. Rauch — lockt den Blitz nicht neben dem Metalle in den Schorstein hinein. iöz. Hegen — begleitet die Wetterschläge. 4. — die Befeuchtung dadurch verhindert das Eindringen des Blitzes nicht. 83- Rcgcnröhren — bleierne oder kupferne, dienen sehr wohl zur Ableitung. HZ. lZ2 — was dabcy zu beobachten. 117. IZZ - iz6. — blecherne' können vom Blitze aufgesprengt werden. 22. 24. i i l. Regenschirm —wie er zur Beschützung vor dem Blitze ein» zurichten. Reiservagen — Ableitung daran. 126. 14z. Reiter -- wie er fich vor dem Blitze schützen Änne. 126. Reiz- Registek. 58Z Reizbarkeit — nach Tode übrig gebliebene. Würkung des elektrischen Schlages darauf. 68- — an thierisch cn Körpern. r)Z. Rückgrat — durch eilten Fall oder Stoß erschüttert- 97. Rückkehr der Elektrizität — was sie sey. 79 — giebt keinen Rückschlag oder gefährliche Würkung. 79 — 81. Rückschlag oder Gegcnschlag — wie er entstehe und falsch vorgestellt werde. "8- fährt nicht z» derselben Wolke zurück. Das. u. Not. 156. wird gleich andern Schlägen sicher abgeleitet. 82. S. SchaftrliarreN — Ableitung daran. 12Z. 14s. Schilderhäuser — Ableitung daran. 125. 141. Schiffe — Wettcrschläge, die verschiedene Masten daran zs» troffen. 10. 40. Ableitung daran. 127. 144. Schlagweite, oder Durchbruchswcite. 7K Schorstetnc —> Ableitung daran. ioz. izo. Schoßrinne, oder Winkelrinne -» wie sie zur Ableitung anzuwenden. 132. Schraube — eiserne, wird vom Blitz geborsten oder abgesprengt. 44. in. Scitengewalt des Strahls bcym Ableiter. 44.17z. Seitensprung des Strahls. 12. — geschiehst um bessere Lei? tung zu erreichen. 90. Spitzen aN Äuffangungs - Stangen — S. Auffangt,ngs-> Stange. — werden vom Blitze angeschmolzen, .44. 4Z 45. ^ mehrere Spitzen sind nicht vorthcilhaft. 107. Gtans Z84 Register. Stangen — eiserne, sind zur Ableitung nicht anzurathen. Iii. Streifen von Metall — S. platten. Strohdächer — Wie die Ableitung daran zu veranstalten. ZA. 108. tZ8- T. Theilunss dcS Blitzes in mehrere Strahle — beym Ausbruche aus der Wolke, zo — in seinem fernern Wege. az. ,2. -8, 33, 6z — 65. — was sie veranlasse. x>r. Theer mit Kienruß S. Kicnruß. Tod — plötzlicher: wie er vom Blitze verursachet werde. 97«-»-. Beispiele: s. p'tcnschen. Tressen — metallene: wie sie zur Ableitung zu Nutzen. 126. Thürinc S. 'chirchcn. u. Uebermahlung leitet den Blitz an der Oberfläche hin. 40, 41. y2. — wieferne sie zur Ableitung diene, oder nicht. 119. Uhr in den Thürmcn — Ein Nebenweg des Blitzes dahin ist zu verhüten. 1:7. 136. V. Vieh — wie es zuweilen vom Blitze verletzt wird. 98« W. Wasser — offenes, nicht aber eingeschlossene», zur EndigUUg des Ableiters dienlich. §. l22. S. zoz. Wasser-Adern können den Blitz in die Erde hineinlocken und Aussprengung verursachen. 121 wie dies zu verhüten - l»^ Register. zFz wetterleuchten. 3> 4» — worin es bestehe. 73. — geschieht ohne Regen. 4. wettcrlichtcr, oder Eimesfeuer. Z. zh. Umstände unter welchen sie entstehen, und woher. 74. > Wetterscheide. 87- wetterschlag — ohne gesehenen Blitz. 8- — im Winter bcy Hagel. z6. 47. — auf das Versammiungs-Haus zu Purfleet. Not. lZZ- Taf. III. auf Haffendens Haus. T. V. Fig. 2. — auf die Kirche bey Genua. 4z. — auf den Thurm zu Sicna. Not. 134. Wetterschlägc — worin sie bestehen. LZ. — was dabey überall zu bemerken sey. 14b. — entstehen mit Zwischenzeiten. 6. 7Z. häufige. S. Gewitter. ---- Beispiele : auf eine» Pulvcrthurm. z8- l2Z — auf ein Schiff. io. 40. — auf Ableitcr. S. Ableitcr» — Würkung in der Ferne. 42. S. 91. Wetterstrahl. S. Llitz. Wetterwolken — Höhe derselben. 1. ihr Drang zum Schlage. 7z. 8Z. --- mit Zwischen.' Zeiten. 6. — gegen einander blitzende. 7. wie sie auf Nebenwolken würken. 77. — werden durch unsere Ablciter, oder andere Metall» nicht angelockt. 87. --- ihr Zug ist unbestimmt. 18. 87. Widerstehende (nichtleitende) Rörpcr — können vordem Durchbruche des Blitzes wenig schütze». LZ. Windmühlen — Ableitung daran. 124. 1Z9. Winds Z86 Register.' ZVlnb - Feiger — kann zur Aufsaugung des Blitzes dienen. 32. iZr. lvirbelwind bey einer Wetterwolke. 8- 44- N?olken — Höhe und Geschwindigkeit derselben. 1. Z. Zeiger -Are an Thürmen — lZ^er Ableiter ist nicht damit zu verbinden. 116. S. 290. — wie ein Nebenweg des Strahls dahin zu verhüten. Z. 117. S. 294- s-136. Ziel des Blitzes. 76. 8z- ist eigentlich an der Oberfläche der Erde. 120. 121. Zierrathen am Dachrande vsn Prachtgebäuden — wie sie zu beschützen, izo. Zwischenwolke — kann den Ausbruch des Blitzes befördern. 86. Zwischenzeit der Blitze. 6. 75.