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Architektonisch-historische Berichtigungen und Zusätze zu der Klein'schen Rheinreise
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Datum 1144 besitzend, ist sie darum wieder für die Geschichtevon vorzüglichem Werth. Wir sehen hier noch die simpoluWürfelsäulen, wie Alles, wohl der Geldmittel wegen, einfachgehalten, zierliche kleine Thürme (von dem neuem darf mannur sagen, daß er ganz neu ist) und überall Consequenz.

Von Maria-Lyskirchen wissen wir wenig mehr, alsnichts; nach allen Merkmalen scheint sie gleichzeitig mit St.Cunibert. Die Außenfronte zeigt eines der schönsten Portale,

Notwendigkeit herrühren möchte, als es damals, wie gegenwärtig,sattsam bekannt war, wie hohe spitzbogige Kreuzgewölbe ungleichweniger Schub ausüben, als rundbogige. Ihre Einführung möchtedaher wahrscheinlicher in dem Bestreben zu suchen sehn, alle großen,glatten Mauerflächen zu vermeiden, ja vielmehr Alles nur rechtlustig und durchsichtig zu machen, wo es dann freilich nöthig wurde,die gehörige Stabilität durch quer gestellte Maucrmafsen zu bewir-ken, und von diesen aus durch Strebebogen den Anfallpunkt dergroßen Gewölbe des Kirchenschiffes über den leichten, durchbrochenenGallerien, dem von den Engländern sogenannten Irikoriui», hin-reichend zu verstärken. Auch diese Strebebogen haben sich bei denneuesten Restaurationen am Dom als überflüssig befunden; siemußten nämlich abgelegt werden, um das Verwitterte zu erneuern,wo es sich dann ergab, daß sie ganz lose und schlotterig standen,also durchaus keine Spannung hatten.

Wie endlich bei der späteren Kirchenform mit drei Schiffenvon fast gleicher Höhe unter einem und demselben Dach, so wiedurch dünne Säulen geschieden, äußere oder innere Strebepfeilerganz und gar entbehrlich sind, ergiebt im Grunde schon die ei»,fache Betrachtung des Sachverhältnisses. Dem Schub der Ge-wölbe über den schmalen Abseiten widersteht gewiß schon jed,Mauer von einer ihrer bedeutenden Höhe und Belastung ange-messenen Stärke. Ihre Verstärkung wegen des Schubs von demgroßen Mittclgewölbe wäre dagegen rein überflüssig, da sie mitdiesem nie in Berührung kommen kann; würde solcher nämlichlebendig, so müßte er nothwcndig die dünnen Abseitengewölbe vieleher in die Höhe lüften und auseinander sprengen, als die Außen-mauern aus dem Loth drücken. Dieser Schub des Mittelgswölbsimuß also durch ganz andere Mittel gebändigt werden. Dazu dienenun die schwere Mauer, welche man jederzeit über die Säule»gesetzt und überdem mit dem größern Thcil des Daches belastethat. Daß man hier die Strebepfeiler dennoch beibehalten, geschaiwohl nur aus Gewohnheit, daß aber klügers Baumeister ihre Entbehrlichkeit schon in älterer Zeit erkannt haben, beweisen so manch,Jesnitenkirchen und die früher beschriebene Peterskirche in Mai»!.