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Architektonisch-historische Berichtigungen und Zusätze zu der Klein'schen Rheinreise
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er beweiset, welche Massen auf spindelförmige, ja pfeifenstiol-ähnliche Säulen gesetzt werden können. Möchte wenigstensdieser einzige Rest einer herrlichen Kirche (bei WeisseresTaf. Zg bis 44 vollständig abgebildet), zugleich vielleicht diemalerischste aller Ruinen, der Nachwelt erhalten werden,was mit sehr mäßigen Kosten geschehen könnte. Ein dorti-ger Mönch, Cäsarius, schrieb 1222 dieniortunriim,ein gar merkwürdiges Buch. Eine absonderlich ergötzlicheGeschichte daraus möge den schönen Leserinnen nicht vorent-halten werden

')Heinrich von Wied war ein reicher und mächtiger Ritter,Dienstmann Herzog Heinrich's von Sachsen. Noch lebenViele, die ihn gekannt, und sich vielleicht der Begebenheit erinnern,die ich erzählen will. Er hatte eine edle und geliebte Gemahlinn.Eines Tages, als die Rede kam auf Eva's Verschuldung, fängtdie Frau, nach Weiberart, an, unsre Urmutter zu tadeln und zuschelten ob ihres Unbestandes, daß sie um einen geringen Apfelaus Gier das ganze Menschengeschlecht in solche Qual und Nothgestürzt. Der Mann antwortete:richte nicht! Du hättest esvielleicht gerade so gemacht in ähnlicher Versuchung. Ich willdir etwas vorschreiben, was noch weniger ist, und du wirst esmir zu Liebe doch nicht thun. Sie fragte:was ist es?"Der Ritter erwiederte:" an dem Tage, wo du aus dem Badekommst, sollst du in die Lache auf unserm Hofe nicht hineingehenmit nackten Füßen. Die andern Tage, wenn es dich gelüstet,magst du immer hineingehen." Es war ein schmutzig, stinkendWasser, zusammengelaufen aus allem Unrath im ganzen Hofe.Sie lachte und erschrack davor, daß sie ein solches Verbot über-treten könnte. Aber Heinrich fügte hinzu:wir wollen sogareine Strafe dazuthun. Wenn du gehorsam bist, bekommst du von nurvierzig Mark Silber; wo nicht, zahlst du mir eben so viel." Dasgefiel ihr wohl. Der Mann aber stellte, ihr unbewußt, geheimeWächter an der Lache auf. Sonderbar! Von dieser Stunde ankonnte eine so anständige und sittsame Frau nicht mehr durch denHof gehen, ohne die Lache anzusehen, und so oft sie badete, stelltesick Versuchung nach der Lache ein. Einstmals, indem sie vomBade kam, sagte sie zur Magd:ich sterbe, wenn ich nicht indie Lache da hineinsteige!" Und sogleich gürtete sie sich, sahumher, und da sie Niemand in der Nähe glaubte, schritt sie hinein in das stinkende Wasser bis an die Kniee mit ihrer Dienerinn,und spazierte darin hin und her, recht nach Herzenslust. Daswurde sogleich dem Mann gemeldet. Er frohlockte, und sagte,als sie erschien:wie ist es. Herrinn? Habt ihr heute recht ge-