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Architektonisch-historische Berichtigungen und Zusätze zu der Klein'schen Rheinreise
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Jahren bemüht, Geschichte und Construktivn seiner vaterländi-schen Bauwerke zu ergründen, und glaubt, es werde reisendenKunstfreunden wie Kennern angenehm scyn, Einiges hierüberzu erfahren 5). Ausführlicheres, sowie Bezeichnung der Quel-len, woraus er geschöpft, kann vielleicht später gegeben werden.Da das Folgende erst nach dem Abdruck der vorstehendenReisebeschreibung niedergeschrieben wurde, so gieng es nichtmehr an, im Text auf die Ergänzungen hinzuweisen, undman mußte sich begnügen, die Seitenzahlen anzugeben, sowiezur bessern Ilcbersicht die Orts-Namen vorzusetzen.

Mainz S. 2. Die irrige Meinung, als seien alle Guß-mauern römisches Werk und als habe man hierbei die Steinezuerst trocken aufeinander gesetzt und demnächst mit Mörtelausgegossen, ist so allgemein verbreitet und führt am Rheinso oft zu falschen historischen Schlüssen, daß Schreiber diesesmit der Widerlegung beider Jrrthümer beginnen zu müssenglaubt. Diese Art Mauerwerk, welche Bitruv, Buch z.Cap. 8. unter dem Namen Emplecton beschreibt, bestehtdarin, daß die beiden Außenseiten der Mauern mit ausgesuch-ten Bruchsteinen d. h. solchen, die gerade saubere Köpfe be-sitzen, schichtweise aufgemauert, der übrige Raum zwischendiesen Außensteincn aber niit den schlechteren Steinen oderunförmlichen Brocken und vielem Mörtel ohne irgend eineregelmäßige Lagerung ausgefüllt werden, und zwar nach derbessern griechischen Methode allmälig, d. h. mit den Außensei-

') Für Jeden, der einigermaßen mit der Geschichte unserer Bau-werke bekannt ist, wird es eine besondere Plage, wenn er aufeinem Eilwagcn oder gar auf einem Dampfschiffe reisend, sichjeden Augenblick genöthigt sieht, zur Steuer der Wahrheit einesder vielen Mährchen zu berichtigen, die Wirthe, Schiffer, Schirr-mcister und Reisebeschreiber ihren Gästen austischen. Selbst inder Rheinreise von Schreiber finden sich eine Menge architek-tonischer und historischer Jrrthümer. An crstern trägt die Un-lauterkeit seiner Korrespondenten wohl viele Schuld, bei letzter»ist es aber doch ergötzlich, wen» man z. B. S. 8kl liefet, wieBonn zwar zweimal durch die Normannen (882) zerstört worden,die Erbauung des Münsters durch die Kaiserinn Helena (882)aber sofort wieder eine neue Stadt hervorgerufen habe.