Heliotrop
vom Herrn Hofrath und Professor Ritter Gauss ? mit einer Anweisungzum Gebrauch und zur Berichtigung desselben.
Dieses, bei trigonometrischen Landes-Vermessungen mit höchst günstigem Er-folge zu benutzende Instrument dient dazu, um die in bedeutender Entfernungfrüher mit grossen Schwierigkeiten auszuführenden Signalisirungen zu erleichtern,und zwar ganz einfach durch Zuweisung des Sonnenbildes mittelst eines Spiegels.
Bekanntlich sind die auf entfernten Standpunkten angebrachten Signale, vonwelcher Art diese auch seyn mögen, viel zu unsicher, sobald solche als Ziel-punkte angewendet werden. Das oben genannte Instrument dagegen, welchesvon der Einrichtung ist, dass man von dem zu bestimmenden Punkte aus, nachdem vom Beobachter eingenommenen Standort hin, den Lichtstrahl eines Spiegelssendet, gewährt eine in jeder Hinsicht genaue Zielung.
Die Zusammensetzung dieses Apparats beruht auf folgender Theorie:
Zwei Spiegelebenen A B und C D, Fig. 1 Taf. III., verbinde man senk-recht zu einander, wonach D M A und D M B rechte Winkel bilden; hieraufbringe man das Fernrohr F II in diejenige Richtung, die den Punkt Z, welchemdas Sonnenbild zuzusenden ist, in der Mitte des Fernrohrs trifft oder mit derdioptrischen Axe desselben zusammenfällt; wende beide Spiegel gleichzeitig so:dass das Sonnenbild aus dem Spiegel C I) ins Fernrohr geworfen wird, und esmuss alsdann, aus einfach geometrischen Gründen, der andere Spiegel A B dasSonnenbild nach Z senden.
Auf der Tafel III. Fig. 2 ist das Heliotrop perspectivisch, und Fig. 3 einTheil im Durchschnitt gezeichnet dargestellt. A ist ein massiver Träger, indessen Lagern das Fernrohr mit der erforderlichen Sicherheit durch die beweg-lichen Schieber bei B und C gehalten wird. Zur horizontalen Drehung desFernrohrs ist in der Säule D eine durchgehende Axe eingepasst, die an dem