Man konnte daher rothes Ueberfangsglas blasen so viel manwollte.
An den Kirchen hat man das Glas nur Einfach gehalten,und innerhalb 2 bis 3 Jahrhunderte war es verdunkelt, undsah gar nicht gut aus.
In neueren Zeiten hat man eine andere Methode ange-wendet, und zwar hat man zuerst gewöhnliche Glasscheibengebraucht, und da das gebrannte Glas hinter gesetzt.
So einfach dieses auch ist so hilft es, und man kanndie bemalten Scheiben aus einem Jahrhundert in das andereaufheben.
Yor drei Jahren sprach ich zu Göttingen einen Künstler,der sehr viel auf Glas malt. Ich kaufte demselben 5 Stückeab. Nämlich die Gegend um Göttingen, die Kapelle auf derWartburg, einen Kopf von Guido Reny und 2 Winterland-schaften im Schnee. Ich habe dieselbe an der inneren Seitemeines Fensters aufgehangen wo es eine herrliche Wirkung thut.
Dann habe ich noch von demselben Künstler erhalten:Heinrich der Löwe Herzog von Braunschweig, der Kinder-mord in Bethlehem, das Schloss Brandis und eine Schweizer-landschaft im Mondlichte.
Man sehe hierüber den Hermann 1834, Nr. 94 worinich dieses auseinander gesetzt habe.
Der Künstler ist Herr Wedemeyer in Göttingen.
Die vier letzten Glasgemälde kosten mir 30 Tlilr.
Das Glas steht eine Hitze aus von 2 bis 300 0 und eskann leicht schmelzen. Die Umrisse werden zuerst aufge-legt, nemlich 4TheileMennich und 1 Theil Kieselpulver nachdem Gewicht. Hiermit wird hellbraun gezeichnet. Die Hol-länder nennen dieses Jet, und die Franzosen Rocaille.Dieses ist sehr flüssig, und muss, wenn es in den Ofenkommt genau in Acht genommen werden.