Die Baiipreise von Düsseldorf verglichen mit den Baupreisen in Colilenz, Berlin und Paris, von J. F. Uenzenberg. Alles muss öffentlich sein, selbst die Preise der Hauser; oder mau wird — betrogen. Düsseldorf. Auf Kosten des Verfassers. 1 8 3 7 . ■ } f (?i Gesehen: Cüln, (len 12. Mai 1837. GEH STADT ashof. Dem Präsidenten c/cy ■ef/detaay/cy Anton, Graf zu Stoib erg - Wernigerode 9 Ritter des rothen Adlerordens II. Klasse, des eisernen Kreuzes I. Klasse und des russischen 8t. Annaordcns II. Klasse in aller Ehrfurcht gewidmet. / Seit dem Jahr 1787, in welchem Jahre die Karl-Stadt erbaut wurde, gehört Düsseldorf mit zu den schönsten Städten Deutschlands. Damals zählte es nur 9700 Einwohner, und im Jahre 1836 hatte es zwischen den Gräben 19,000 Einwohner. Es hat treffliche Ziegelsteine, und einen Mauersand vom Rheine, der einen schönen Mörtel darbietet, wenn er mit dem Kalle von Ratingen vermischt ist. Es hat rothe und blaue Dachziegeln von Ratingen und bei den vornehmen Häuser hat man Schiefer. Denn hat cs die Hausteine entweder von den sieben Bergen, oder den Kalkstein von Ratingen und endlich die Laven von Niedermendig bei Andernach. Ich will von jedem besonders reden. * * * Denn hat es (wenn man offen von den Baupreisen in Düsseldorf redet,) den Vortheil, dass die Regierung leichter auf Bauplänen eingeht, weil sie noch immer das Vorurtheil haben, (und vielleicht mit Recht), dass die Baupläne immer zu niedrig im Anschlag sind, und dass man wenn der VI Bau angefangen, und das Geld ausgegeben, entweder aufhört zu bauen, oder nachträgliche Bewilligungen aussetzt. Der König von Baiern war voriges Jahr in Griechenland. Er stiftete dort ein Hospital , wozu Er 50,000 Gulden hergab. Man fing nun gleich an zu hauen, und diese 50,000 Gld. waren aiisgegeben ehe das Haus unter Da ch war. Was soll nun der König machen? Soll Er den Bau liegen lassen oder aufs neue 50,000 Gulden zum Bauen hergehen? ln den Zeitungen steht, dass alle Bauten in Griechenland so tlieuer wären, besonders die Bauten für die Regierung, die nur \ des angenommenen Anschlags ausmachten, und wo | immer noch müssen zugclegt werden. Man sage nicht: dass Griechenland so tlieuer sei. Denn dieses ist ein Irrthum. Der Tempel der Minerva zu Athen, der vor 2300 Jahren erbaut wurde, und Säulen von weissem Marmor hat, beweist dieses. Das Aachner Schauspielhaus, das vor ungefähr 15 Jahren neu erbaut wurde, und 100,000 Thlr. kostet, hat eine freie Säulenhalle von 8 Dorischen Säulen die in den Kalkbrüchen, 4 Stunden von Aachen gebrochen wurden. Jeder Stein (deren 8 auf die Säule sind) wiegt 20 bis 22,000 Pfd. Die Höhe dieser Säulen ist 36 Fuss, und sie nehmen die Fronte des Gebäudes, welche 83 Fuss ist, ein. VII Diese Säulenhalle kostet nur 11,000 Th. Ein hiesiger Bauverständiger, mit dem ich über die hohen Baupreise sprach sagte mir: „dass in Paris „jeder Ingenieur der einen Bauplan mache, dasjenige was er für seine Bemühung haben müsse, ab- „zöge, und dieses rechne er auf Kosten des Baumeisters, der dieses Gebäude aufführe.“ Das ist freilich schlimm, dass so etwas bei den Gebäuden unterläuft, und besonders schlimm ist dies für Paris, das einen sehr jungen Kalkstein hat, der ungefähr 80 bis 100 Fuss Tiefe unter Paris gebrochen wird, und der so weich ist, dass er mit der Säge geschnitten wird. * * * Alles muss öffentlich sein, selbst die Pr e ise der Häuser oder... man wird betrogen. Im Jahr 1808 kaufte ich in Düsseldorf ein neues tlaus, und dieses kostete mir 3000 Thlr. Es liegt in der Breitenstrasse, hat 60 Fuss Länge und 26 Fuss Tiefe. Ausser dem Erdgeschoss hat es noch eine Etage und einen Thorweg. Die Küche und Stallung für 2 Pferde sind auf dem Hofe. Im Jahr 1826 kaufte ich ebenfalls ein neues Haus in der Iiohenstrasse, welches ich jezt bewohne, für 3350 Thlr. Es hat ausser dem Erdgeschoss noch 2 Etagen. Es ist 30 Fuss lang und 32 Fuss tief, und hat 13 Zimmern. VIII Die Baupreise der Häuser in Berlin verhalten sich gegen die in Düsseldorf wie 10 zu 7. Wenn das Haus in Düsseldorf itn Jahr 1808 3000 Tlilr. kostete, so würde dasselbe Haus in Berlin 4280 Tliir. kosten. Wenn das zweite Haus im Jahr 1826 für 3350 Thlr. gekauft wurde, so kostet es in Berlin 4786 Th. Auf diese Weise kann man die Preise berechnen, welche die Häuser in Düsseldorf auch an andern Orten haben , und z. B. in Berlin. Auf dem Titelkupfer dieser Schrift ist ein Haus abgebildet, welches 132 Fuss lang und 36 Fuss breit ist. Die Breite mit der Länge vervielfältigt gibt 4752 rh. Fuss und diese wieder mit 4 Th. vervielfältigt (nämlich die Keller, das Erdgeschoss und 2 Etagen) gibt 19,008 Th. welche dieses Haus in Düsseldorf kosten wird. Sollte nun dasselbe Haus in Berlin gebaut werden, so hat man wie 10 zu 7 um das die Baupreise in Berlin theuerer sind wie in Düsseldorf. Dieses Haus würde also in Berlin 27,154 Thlr. kosten. * * * 1. Wenn man mein Haus in Düsseldorf berechnet , welches 3350 Thlr. kostet, so hat man die Tiefe von 32 Fuss mit der Breite von 30 Fuss ver- veilfaclit, 960 Quadratfuss, und diese mit 3s Thlr. vervielfacht gibt 3360 Thlr. Es kostet 335Ü Tlil. 2. Das Aachner Schauspielhaus kostet 100,000 Thlr. Es ist 208 Fuss lang und 83 Fuss breit. IX Folglich hat es 17,264 rh. Quadratfuss Fläche, und diese mit 5, 8 Thlr. vervielfältigt, kommt die Summe von 100,000 Thlr. 3. Das Rathhaus in Elberfeld kostet jetzt 75,000 Thlr. so wie es da steht, nämlich 90 Fuss lang und 45 Fuss breit. Beides mit einander vervielfältigt gibt <4050 rh. Quadratfuss, jeden Fuss mit 18, 5 Thlr. vervielfältigt, gibt 75,000 Thlr. Aber das Elberfelder Rathhaus ist aus Hausteinen aufgeführt, die eine Stunde von da gebrochen werden, und gehört mit zu den schönsten Gebäuden Deutschlands. 4. Die St. Pauls-Kirche in London hat 52,054 Quadratfuss Fläche, und kostet 10 Mill. 500,000 Thlr. Also kommt der laufende Fuss 201 Th. liier sind nun 4 Gebäude nach demselben Massstab berechnet, und so verschiedenartig im Preise. Mein Haus in Düsseldorf ist das Wohlfeilste. Es kommt nur 3* Thlr. der laufende Fuss. Denn folgt das Aachner Schauspielhaus, welches der laufende Fuss nur 5, 8 Thlr. zu stehen kommt. Aber es hat einen Portikus von 8 Dorischen Säulen die 11,000 Thlr. kosten, ein Schieferdach, und ist auf einen Rost gebaut der 4000 Thlr. kommt. Das Elberfelder Rathhaus ist ganz aus Hausteinen erbaut, und gehört nicht allein zu den schönsten Häusern von Elberfeld sondern auch zu den schönsten in Deutschland. Aber der laufende Fuss kostet auch 18, 5 Thlr. Alle diese Gebäude sind 60 bis 70 Fuss hoch, X « gerade wie die griechischen Tempeln, die auch höchstens 80 Fuss hoch sind. Aber jetzt kommen die Kirchen, und diese sind 3 bis 400 Fuss hoch, und hierin steckt eben der Unterschied im Kostenanschläge. Wenn man ein Haus von 60 Fuss Höhe veranschlagt, so ist eine Kirche die 360 Fuss Höhe hat, 6 mal so hoch wie dieses Haus. Also muss sie auch 6 mal so viel kosten. Z. 13. Wenn eine Kirche gebaut würde, woran die Steine aus derselben Grube genommen würden, womit das Elberfelder Ralhhaus aufgeführt ist, so muss der laufende Fuss, welcher heim Elberfelder Rathhause zu 18, 3 Thlr. veranschlagt ist, mit 6 vervielfältigt werden, und er wird zu 111 Thlr. angeschlagen. Allein der Transport der Materialien, besonders der Steine auf die Höhe des Kirchendaches und der Kuppel , kostet sehr viel Geld , und hiernach kann man annehmen, dass der laufende Fuss auf 200 Th. zu stehen kommt. Bei der St. Paulskirche in London, kostet der laufende Fuss 201 Thlr. Sie ist aus Portlandstcine erbaut. * * * Der laufende Fuss kostet in Düsseldorf bei kleinen Häusern 3| Thlr. und hei grossen 4 Thlr. und dieser Unterschied wird in Düsseldorf hei allen Häusern stattfinden, wo man den Bauplatz umsonst hat. XI Dieses ist nun ein bequemes Mittel um die Preise der Häuser zu berechnen, Z. ß. in Bonn. In Bonn sind die Baupreise eben so theuer wie in Düsseldorf, und noch neulich wurde ich um den Preis eines Hauses in Bonn gefragt, welches 50 Fuss lang und 50 Fuss breit ist, und ausser dem Erdgeschoss noch 3 Etagen hat. 50 mal 50 Fuss machen 2500 Quadratfuss, und da es 3 Etagen hat, so wird es mit 5 Thlr. vervielfältigt , und es kommt 12,500 Thlr. Bei dieser Berechnung ist nun der Platz nicht mit einbegriffen, und der Platz dieses Hauses in Bonn kann hoch kommen, weil es dem Schlosse gerade gegenüber liegt. Also sehr gelegen. liier in Düsseldorf wurde im vorigen Jahre ein Haus zum Abbruche verkauft, welches am Markte stand, für 2200 Thlr. Dasselbe hatte nur 11^ Fuss Breite. Hätte es 50 Fuss Breite gehabt wie das Haus in Bonn so würde es 9566 Thlr. kosten. Wenn man nun den Preis eines Hausplatzes in Bonn so annimmt wie der Preis eines Platzes in Düsseldorf so hat man folgendes: 1. Der Preis des Hauses in Bonn. 12,500 Thlr. 2. Der Preis des Platzes .... 9,566 Thlr. Also zusammen 22,066 Thlr. Das Haus in Bonn soll nun (wenn ich recht berichtet bin) 23,000 Thlr. kosten. * * * Diese 3| Thlr. für kleine Häuser und 4 Thlr. XII für grosse Häuser steht nun fest, Z. B. in Düsseldorf und in Berlin. Da sich die Theurung am Rheine mit der Tlieu- rung in Berlin wie 7 zu 10 verhält, so müssen auch die Baupreisc in demselben Verhältnisse steigen. Wenn an einem Hause in Düsseldorf der laufende Fuss mit 3f Thlr. bezahlt wird, so kostet in Berlin der laufende Fuss auf dieselbe Weise erbaut 5 Thlr. Das Haus in Düsseldorf kostete mich 3350 Th. zu 3i Thlr. der laufende Fuss angeschlagen, nun würde das Haus in Berlin auf dieselbe Weise gebaut 4786 Thlr. kosten, wobei der laufende Fuss zu 5 Thlr. angenommen ist. Dieses ist ein bequemes Mittel um die Preise der Häuser zu berechnen, und sogar an verschiede nen Orten die einen versch ie d c n e n Baupreis haben. * * * Auch kann man alte Häuser hiernach berechnen, Avie folgendes Beispiel zeigt: Ein Haus hei der Lamberti-Kirche gelegen, dass in früheren Zeiten mit zu den schönsten der Stadt gehörte und im Jahr 1713 erbaut wurde, wurde für 7500 Thlr. verkauft. Dieses Haus hat 40 Fuss Breite und 48 Fuss Länge. Beides mit einander vervielfältigt gibt 1920 Quadratfuss und der laufende Fuss zu 3i Thlr. berechnet, gibt 6720 Thlr. Nun hat es noch einen Nebenbau, der aber schmal ist, und 11 Fuss Breite und 20 Fuss Länge XIII hat, mit einem Thor. Oben hat es noch zwei Etagen und unten Stallung. Diese 20 Fuss mit 18 Fuss vervielfältigt gibt 360 Quadratfuss, und der laufende Fuss zu 3| Thlr. angeschlagen gibt 1260 Thlr. Die Rechnung steht denn auf folgende Weise: 1) Das Haus ........ 6720 Thlr. 2) Der Nebenbau ...... 1260 Thlr. Im Ganzen 7980 Thlr. Dieses Haus wurde wie gesagt für 7500 Thlr. verkauft, und es steht 124 Jahre. Im innern des Hauses ist cs alt und es hat noch sehr altmodische Kamine. Dieses ist nun ein sehr sicheres Mittel um den Preis eines Hauses zu berechnen. Nur müssen denn wenn das Haus verkauft wird, keine mehrere sein die es gerne kaufen möchten. Mein Haus, welches ich im Jahr 1826 kaufte kostet mir 3350 Thlr. und ein ganz ähnliches Haus fest neben dem meinigen gelegen, welches 10 Jahre später verkauft wurde, kam 4515 Thlr. Aber es waren zwei Biether da, die es -gern haben wollten. * * * Will man nun ein öffentliches Gebäude berechnen. Z. B. Die Düsseldorfer Caserne, welche für ungefähr 3000 Mann Platz hat. Die Caserne ist 670 Fuss lang und 200 Fuss breit. XIV Die Länge ist also doppelt. . 1340 Fuss Die Breite ist 200 Fuss also vierfach durch die drei Höfe, , 800 .» Also 2140 Fuss. Die Breite der Caserne ist. . 36 » Beides mit einander multipli- cirt gibt 77,040 Quadratfuss, Die Caserne ist bloss an den vier Ecken , am Hauptthor, unter der ehemaligen Kapelle, und den zwei neuen Querfliigel, unterkellert. Man wird daher den laufenden Fuss zu 2| Th. anschlagen können, da sie gar keine Hausteine hat sondern bloss mit Ziegeln gebaut ist. Also 77,040 Quadratfuss mit 25 Thlr. multipli- cirt, macht 192,600 Thlr. Die Caserne steht ungefähr 100 Jahre, und was sie seit dieser Zeit an Ausbesserung gekostet, ist mir unbekannt. * * * Das Fussmaass in dieser Schrift ist der rheinische oder der preussische Fuss, welcher 12 Zoll hat. Ein Zoll hat 12 Linien. Er verhält sich zum Pariser Fuss wie 139, 13 zu 144. Der Cölner Fuss verhält sich zum pariser Fuss wie 127, 4 zu 144. Dieser ist hier nicht gebraucht worden. Düsseldorf, im Mai 1837. Benzenberg. Inhalt. Einleitung. „ . b Seite. 1. Die Steine nn den sieben Bergen bei Bonn.... 1 2. Die Kalksteine von llatingen. 3 3. Die Laven zu Niedermendig..4 4. Der Arbeitslohn der Hausteine. 6 5. Die Ziegelsteine.• . . . 8 / 6 . Die Preise der Ziegelsteine.9 7. Die Nordamerikaner haben ein einfaches Mittel um die Feuchtigkeit in den Hausern zu vermeiden . . .11 8 . Die Gewölbe der Keller.11 9. Der Kalk und der 'Prass.13 10. Die Dachziegeln ......... 13 11. Die Dachschiefor ......... 13 12. Der innere Ausbau eines Hauses . . . . .15 13. Vorläufiger Anschlag, um die Preise eines Hauses zu berechnen .. . 17 14. Die Treppe.. 19 15. Die Gewölbe der Fussböden.20 16. Die Schornsteine.. 17. Das Plistern mit Strohkalk..23 18. Die Glasfenster.23 19. Die Fenstern vom farbigem Glase.24 20. Die Fussböden.26 21. Die Platten im Vorhause.27 22. Die Leisten von Stucadur-Arbeit.27 23. Die Blinden .......... 28 24. Die Thüren .......... 28 25. Das Eisenwerk.28 26. Die Pumpe .......... gg 27. Die Gärten.. 28. Die innere Eintheilung eines Hauses t .... 31 29. Die Einrichtung eines Hauses ...... 33 30. Die Preise der Häuser in der Altstadt und auf dem Markte in Düsseldorf . .. 31. Die Häuser in der Carlstadt erbaut. 31 32. Wie theuer wird ein Haus kommen, welches 133 Fuss lang und 36 Fuss tief ist . . . . . .36 33. Der Bauinspector von Lassaulx gibt 49 Kirchen und Häuser nebst den Baupreisen an ...... 37 34. Die Kirche in Treis an der Mosel 8 Stunden von Coblenz 48 XVI Seite. 35. Die Kirclie in Treis verglichen mit der Instandstellung anderer Gebäude.52 36. Der Bau der Kirche in Güls.55 37. Das Elberfelder Hathhaus.55 38. Die Wohnhäuser in Elberfeld 57 39. Das Gemarker Rathhaus.58 40. Die neue Kirche, die neue Schule im Hamm u. s. \v. . 59 41. Das Aachner Schauspielhaus.60 42. Die neue katholiche Kircho in Dresden .... 61 43. Das Schloss in Coblenz ....... 62 44. Das neue Schloss in Braunschweig.62 45. Das Pantheon in Paris.63 46. Die St. Paulskirche in London ...... 64 47. Die St. Peterskirche in Rom ...... 65 48. Der Dom in Cöln.. . 67 49. Fortsetzung ......... 69 50. Die Cathedrale in Exeter.70 51. Der Obilisk von Louqsor bei Theben .... 70 52. Die 'Walhalla.75 53. Der Düsseldorfer Kirchhof.78 54. Die Stubenöfen und Küchenöfen in Düsseldorf . . 80 55. Die Baukosten von Berlin.82 56. Das Schloss in Berlin.84 57. Das Brandeudurger Thor.85 58. Das Musäum in Berlin.86 59. Das Berliner Schauspielhaus.86 60. Die Theurung am Rhein verhält sich zur Theurung in Berlin wie 7 zu 10 . . . . . . .87 61. Die Preise der Häuser in Düsseldorf verglichen mit den Preisen der Häuser in Berlin.88 62. Die Versicherung gegen Brandschaden .... 90 63. Die Bauart von Paris.91 64. Die Bedachung der Häuser in Paris .... 92 65. Das Pallai Bourbon in Paris.94 66. Der Audienzsaal beim pallai Luxenburg .... 94 67. Das Pariesr Rathhaus oder Hotel de Ville ... 95 68. Der Triumpfbogen l’Etoile zu Paris. 37 69. Der Saal des Herrn von Rothschild in Paris, der 1 Million Francs kostet.97 70. Der Kaufpreis des Rocoderersclien Ilottels in Paris . 98 71. Vergleich der Gebäuden in Düsseldorf mit den Gebäuden in Paris .......... 98 72. Einwendung gegen den Aufsatz: die Baupreise in Düsseldorf 99 73. Das sogenannte llepariren alter Häuser .... 102 Die Steine an den sieben Bergen bei Bonn. JlFie Steinen an den sieben Bergen sind wahrscheinlich Laven, aber mit andern Steinen vermischt. Man hat Laven zu Ileisterbach, und eine andere Sorte auf dem Drachenfelse. Dann hat man Bachöfensteine, Basalte u. s. w. Und dies alles in einem Umhreise von 3 Stunden. Die Steine von dem Drachenfelse und der Wolkenburg sind Granitporphyr. Einige dieser Steine haben Spaten. So z. B. die Dom- Iiaule am Drachenfelse, wo vor 6 Jahrhunderten der Kölner Dom mit gebaut wurde. Diese verwittern, indem im Winter der Frost die Feuchtigkeit aufzieht, nnd denn im Frühjahr, wenn der Frost verschwunden ist, die Schale sich löst und abfällt. Ich war im Jahr 1806 im Kölner Dom auf dem Thürm- chen, welches damals noch auf dem Chore stand, um für die allgemeine Landesvermessung zu vermessen. Der Weg führte an der Nordseite herauf. Obschon er hier einfacher gehalten ist, und lange nicht so viele Auszierungen hat wie an der Südseite, so ging ich doch auf Ruinen. Ganze Stücken waren abgefallen, selbst solche, welche als Säulen von 1 Fuss Durchmesser waren. Sie waren her- untcrgefallen, weil sie sich schälten, und zwar wegen der Feuchtigkeit im Winter. 1 2 Jetzt wird ungefähr für 12,1)00 Thaler jährlich daran verbaut. Aber dieses hilft zu nichts, weil man wieder Steine von den sieben Bergen daran verbraucht, und über 2 bis 3 Jahrhunderte fallen sie wieder zusammen. Der Dom in Köln steht beinahe 600 Jahre. Es ist etwas Grossartiges, diese ungeheure Quadermasse zu sehen, die der Kunstfleiss vergangener Jahrhunderte hier zusammen fügte. Im innern des Doms sind die Säulen und das Gemäuer noch so, als wenn es erst gestern gemacht wäre. Aber das Ausscnwerh gehl in Ruinen, oder es muss jährlich für 10,(XM) Thlr. daran verhaut werden. Die Kirche zu Heistenbach an den sieben Bergen ist ganz von Lava erbaut gewesen. Diese wurde eine Stunde davon gebrochen. Seit dem Jahr 1287 steht diese Kirche. Um diese Zeit überfiel der Graf von Jülich mit 472 Reutern die Stadt Aachen und wurde geschlagen und der Graf gctüdlet. Als man nun Aachen mit dem Interdict belegte, da machten sie Friede und erbauten 4 neue Kirchen. Unter diesen war die Kirche von Heisterbach, die damals den Benediktinern gehörte. Im Jahr 1804 wurde die Abtei aufgehoben. Ein Lieferant häufte dieselbe, der die Steine davon nach dem Kanal von Neuss lieferte, der damals erst im Werke war. Doch sind nicht alle Steine von der Abtei, sondern C9 sind ihrer auch von Niedermendig. Diese Steine sind sehr fest, und man kann sic au der Brücke in Neus, an der Brücke in Neersen und an der Brücke in Süchteln sehen. Die Steine von den sieben Bergen, womit die Fufssokel und Fenstergewände an den Häusern gebaut sind, haben den Nachtbeil dass sie verwittern. Dieses verwittern haben sie indess mit allen Steinen gemein, die nur 10 bis 15 Fuss aus der Erde gebrochen werden. I 3 Der sei. Baumeister Köhler, der wohl 16 Häuser vor sich in der Karlstadt und in der Altenstadt, und im Ganzen DD Häuser gebaut hat, der also gewiss wusste, ob der Stein verwittert oder nicht, hat an dem Hause, welches er bewohnt und das im Jahr 1700 erbaut wurde, sehr viele Steine die bröckeln. Im Anfänge kann man dieses nicht sehen, dann sehen sie ganz glatt aus. Aber nachher zeigt es sich. Die Carmelitessen-Kirche in Düsseldorf, die 130 Jahre steht, hat zum Theil sehr schöne Hausteine und zum Theil wieder solche die bröckeln, und sind doch aus einer Grube. Dieses Bröckeln nennen die Baumeister auch verwittern. An dem Hause der Frau von Bever auf dem Karlsplatz waren die Hausteine schon so gesprungen, dass man vor mehreren Jahren neue daran machen musste. Dieses Haus steht erst 45 Jahre. Die Steine von Königswinter sind daher schlecht zum Bauen , vorausgesetzt, wenn sie nicht tief gebrochen werden. Der Stenzelberger soll besser sein, als der Wolkenburger, der in früheren Jahren ausschliesslich gebraucht wurde. Der rheinische Cubikfuss wiegt 157 Pfund. 2 . Die Kalksteine von Ralingen. Man hat in neueren Zeiten mit den Kalksteinen bei Ratingen zu bauen angefangen, und an meinem Hause sind die Hausteine alle Ratinger Kalksteine. Diese Steine sind sehr fest, haben aber auch wieder den Nachtheil, wenn sie oben aus der Grube kommen, dass sie bröckeln. Werden sie aber 30 bis40Fuss tief gebrochen, dann sind sie sehr fest. An meinem Hause gibt es welche, die sehr fest sind. Hingegen auch andere, die schon ganz morsch werden, obschon dieses Haus kaum 10 Jahre steht. 4 Uebrigens ist der Ratinger Kalkstein selir seliön, und diejenigen Steine, so mürbe sind, muss man herausnehmen lassen und andere hereinsetzen. Der rheinische CubiUfuss wiegt 174 Pfund. 3 . Die Laven zu Niedermendig. Andernach liegt am Rheine, 5 Stunden unterhalb Coblenz. Zwei Stunden von da liegt Niedermendig mit seinen Rasalt- Laven , welche ein Auswurf yom Lacher See sind. Dieser Auswurf -wurde in der Niilic des See’s wieder yon andern Steinen die aus dem See harnen, Yrrdecht. Der Spiegel des Lacher-See’s liegt 690 Fuss über dem Rheine, der in gerader Richtung nur 1£ Stunde davon entfernt ist. Rund um diesen See liegt ein Waldgebirge, und im Hintergründe liegt die alte Abtei Laach, welche jetzt der Frau Präsidentin Delhis gehört. Die Grösse des Sce’s betrügt 1300 Morgen Cölnisch. W ann der Krater gebrannt hat, davon schweigt die Geschichte. Aber 800 Jahre sind die Steinbrüche da wohl vorhanden. Lava ist daselbst ausgellossen, und 90 bis 100 Fuss unter Tage brechen sie Mühlsteine, welche am ganzen Rheinstrom gebraucht werden, die bis nach Holland und von da bis nach Ameriha geführt werden. Denn alle unsere Mühlsteine sind Laven und kommen von Andernach. Sie sind sehr porös und leicht. Auch werden da Fenstergewände, Platten und dcrgl. gehauen. Der Baumeister Schnitzler hat an den beiden Thoren der Post, Laven von Niedermendig gebraucht. Die Quadern sind sehr schön und wohlfeil. Wenn den- 5 Kubikluss an den sieben Bergen 1 Thlr. kostet, so kostet er zu Niedermendig nur 20 Sgr. Die Gegend um Niedermendig ist Arm, und daher der geringe Tagelohn. Ein Mühlstein, der 5 Fuss hoch und II Fuss breit ist, kostet nur 9 bis 10 Thlr. Ich fragte in Niedermendig einen Müller. Dieser sagte mir: »er wäre Ton Andernach und hätte einen Mühlstein mit einem Pferde gehöhlt, weil der Weg immer bergab ginge.« Dieser Mühlsteine stehen zu Niedermendig über 2000 und warten auf Käufer. Schon die Werkstätte der Mühlsteine ist unter der Erde in einer Tiefe von 80 bis 90 Fuss; hier werden sie mit einem sogenannten Pferdegöpel, an dem eine Kette befestigt ist, die ein Pferd dreht, zu Tage gebracht; dieser Pferdegöpeln sind wohl 40 vorhanden, auf einem Umkreise von einer halben Stunde. Diese verwittern nicht, und zwar, weil sie 80 bis 90 Fuss unter Tage gebrochen werden. Es ist eigen, dass es hier in der Erde im Sommer ganz ungemein kalt ist. Ich war im Monat Juni 1831 da, und mein Begleiter brachte mir ein Stück eines gefrorenen Eiszapfens aus der Grube. Ausser den Mühlsteinen hauen sie, wie gesagt, noch Thür- und Fenstergewände, Platten u. s. w. aus derselben Grube, so dass, wenn man ein Haus bauet, alles Material hier zusammen ist. Herr von Breuer, einer der Meistbeerbten an den Nie- dermendiger Lavabrüchen hat sich vor einigen Jahren ein llaus gebauet, das fast ganz aus Laven besteht, und sehr schön ist. Der Bauinspector von Lassaulx in Coblenz hat den Plan zu diesem Hause entworfen. Die Lava liat die ganz natürliche, ins schwarz gehende Farbe des Steines. 6 In Coblenz hat man an der neuen Festung viele Lava von Niedermendig gebraucht. Es ist sonderbar, dass man den Rhein hinauf keine Laven gebraucht, sondern rotlien Sandstein, der zwar auch nicht theuer ist, aber doch lange nicht dasjenige leistet, was die Laven leisten. Z. B. in Ems gebrauchte man Sandsteine, in Nassau an der hängenden Brüche gebrauchte man auch Sandsteine. So wie in dieser Gegend alles wohlfeil ist, so auch die Fracht. Die Mühlsteine werden immer mit Pferdeharren nach Andernach gebracht. Allda stehen am Rheine über 200 Mühlsteine, die verführt werden. Auf dem Rheine ist die Fracht ebenfalls wohlfeil. Die Soheln an der hatholischen Kirche in Elberfeld sind von Niedermendig; diese kamen auf dem Rheine bis Düsselderf, und von da mit der Karre bis Elberfeld. Elberfeld ist 6 Stunden von Düsseldorf. Die Hausteine am Hause des Herrn Gühring in Düsseldorf sind ebenfalls von Niedermendig. Sie haben einen sehr feinen Bruch, und der Kubikfuss kostet 1 Thlr. Der Kubik- fuss dieser Steine an der Fabrpost kostet nur 20 Sgr. Am neuen Zollamte, welches im Freihafen gebaut wird, werden auch Steine von Niedermendig gebraucht. Der rheinische Cubikfuss wiegt 180 Pfund. 4 . Der Arbeitslohn der Hausteine. Ich werde hier den Arbeitslohn der Hausteine von Niedermendig anführen. Wenn ein Fuss 20 Sgr. kostet, so kostet die Hälfte 10 Sgr. und bei einer Höhe von 2 Fuss die man dem Sokel zu geben pflegt, kostet er bei 60 Fuss Länge 40 Thlr. Das 7 doppelte, was nächst dem Garten ist, kommt auch 40 Tlilr. Also zusammen 80 Tlilr. Dieses ist also nicht der Rede wertli, und es ist schwer zu sagen, warum man z. B. in Bonn so wenig Hausteine bei den Solieln gebraucht. Der laufende Fuss am Kellergesims, von Niedermendiger Hausteine, kommt 11 Sgr. Am Fenstergewände kommt der laufende Fuss 17 Sgr. Wenn man nun für ein Fenster 8 Fuss Hohe und 4 Fuss Breite annimmt, so macht dies 32 Fuss. Also 18 Thlr. 4 Sgr. Wenn man nun auf 60 Fuss Länge 5 Fenstern Breite annimmt, so macht dieses für 10 Fenstern 181 Thlr. 10 Sgr. nnd noch für die 5 Fenstern in der dritten Etage, die nur die Hälfte sind 45 Tlilr. 10 Sgr. so macht dieses zusammen 226 Thlr. 20 Sgr. Auch dieses ist der Rede nicht wertli, wenn von einem Hause der Werth bestimmt wird, welches mehrere 1000 Thlr. kostet. Die Hausteine kosten an dem Hause des Herrn Göhring für jedes Thor 82 Thlr. Also an beiden 164 Tlilr. Wenn es eine Hausthiire hätte, denn käme der laufende Fuss 27 Sgr. Also 10 Fuss hoch und 4 Fuss breit macht 40 Fuss also 36 Thlr. Wenn nun eine Haustreppe da wäre, so kostete die Treppe, welche 3 Steine hat, jeder zu 7 Fuss Länge und zu 11 Sgr. der Fuss, 7 Tlilr. 21 Sgr. und die beiden Hausteine die 4 Fuss lang, 2 Fuss hoch und l^Fuss breit sind, zusammen also 12 Fuss, welche der Quatratfuss 20 Sgr. kosten, kostet also jeder 8 Thlr., 2 also 16 Thlr. Nun noch ein Gurtgesimse, wo sich das Erdgeschoss scheidet zu 20 Sgr. den Fuss, und noch ein zweites zu 10 Sgr. der Fuss, macht zusammen auf 60 Fuss Länge jedes Gurtgesiinse 60 Tlilr. 8 Uebersiclit der Preise der Bausteine von 60 Fuss Länge. 1. Die Zolle oder Sokeln 2. Die Fenstergewände 3. Das Tlior. 4. Die Haustlnire .... 5. Die Steine zur Treppe . . 6. Die Zarge. 7. Das Gurtgesimse .... bei einem Uause 80 — 226 20 82 — 36 — 7 21 16 — 60 — Also zusammen 508 11 Es wird hierbei vorausgesetzt, dass das Haus eine Thüre und einen Thorweg hat. 5 . Die Ziegelsteine. Beim Hausbau gebraucht man Ziegelsteine, die in Düsseldorf sehr wohlfeil sind. In Berlin kosten 1000 Ziegeln 13 Thlr. und in Düsseldorf kosten sie nur 4 Thlr. 29 Sgr. bis 5 Thlr. Für diesen Preis wurden sie beim Bau des neuen Gymnasiums, wo man äusserst schöne Ziegelsteine haben wollte, zugeschlagen. In Eller, eine Stunde von Düsseldorf, wurde vor einigen Jahren eine neue Kirche gebaut. Jeder gab sein Scherflein dazu her. Heer von Plessen gab die Steine, wovon der kostende Preis (wenn ich nicht irre) 3 Thlr. 10 Sgr. war. In Velbert, 5 Stunden von Düsseldorf, wurde ein neues Wirthshaus gebaut, woran sehr schöne Ziegelsteine gebraucht wurden. Ich fragte den Wirth, wie theuer die 1000 kämen. Er sagte mir 3 Thlr. 10 Sgr. In den Ziegelsteinen steckt ein grosser Vortheil beim Bauen, und diese Thatsache liefert den Bew'cis dafür. Dieselben bestehen aus Lehm und Sand, und die von Düsseldorf sind ganz roth. 9 Wie die Farbe des Lehms ist, so ist auch die Farbe des Ziegelsteins. Ist derselbe weiss, so ist auch die Farbe des Ziegels teins w e i s s. Ist er hingegen schwarz, so ist auch die Farbe des Ziegelsteins schwarz. Das Eisenoxyd ist ' nun derjenige Körper, so dem Ziegelsteine die Farbe gibt. Auf diese Weise hat man in voriger Zeit sehr schöne Mauern gemacht von farbigen Ziegelsteinen. In Cöln, in der Nähe des Regierungsgebäudes, steht ein alter Thurm von Ziegelsteinen aufgeführt, der vielleicht 600 Jahre alt ist. Daran hat man die farbigen Ziegelsteine angewendet. Ein Zeichen, dass damals die Cölner Baukunst, nicht allein in Werken, wie z. B. der Dom sich bemerkbar machte, sondern auch in farbigen Ziegelsteinen. Andere sagen, der Thurm sey römischen Ursprungs. Allein dieses ist nicht wahrscheinlich, weil zu den Römerzeiten CÖln noch sehr klein war, und der Thurm sehr weit vom Rheine steht. 6 . Die Preise der Ziegelsteine. Wir können annehmen, dass die 1000 Ziegelsteine für 5 Thlr. bis zur Stelle, wo man sie gebraucht, geliefert werden. So Hess einer sich 800000 Ziegelsteine auf den Schwanenmarkt kommen, das 1000 zu 5 Thlr. Vor 15 Jahren waren die Ziegelsteine noch um ein Bedeutendes theurer. An der Kaserne in der Neustadt, die vor 16 Jahren erbaut wurde, kosteten die 1000 — 7 Thlr. Die Ziegelsteine an meinem Hause in der llolienstrasse sind 10 Zoll lang, 5 Zoll breit und 2| hoch. Die Klinkerchen werden in Holland gebrannt. Diese sind viel kleiner, aber sehr schön. 10 "Wenn man 12 Fuss lang und breit amummt, und eine Ziegellänge, welches 10 Zoll sind, so gebraucht man 1596 Ziegelsteine auf die Quadratruthe. Denn auf zwölf Fuss gehen in der Breite 26 Ziegeln und in der Diche 57, und beides mit einander vervielfältigt gibt 1596 Ziegeln. Die alten Festungswerke von Düsseldorf sind die jetzigen Bauplätze der Häuser, und diess mag denn die Schuld sein, warum man so tief in die Erde kommen muss, um festen Grund zu finden. Das Gymnasium, W'clches in den alten Stadtgraben gebaut ist, hat 30 Fuss tiefe Fundamente. Ich habe in meinem Hause auf der Holienstrasse 24 bis 26 Fuss tiefe Fundamente. Hingegen hat man an andern Häusern Fundamente von 20 Fuss Tiefe. Diese Fundamente werden auf Pfeilern gegründet, die 6 Fuss lang und breit sind, und auf diese Pfeiler wird der Bogen gesetzt. Eben so werden auch runde Brunnen eingegrahen, die 6 Fuss im Durchmesser haben. Auf diese wird dann der Bogen gespannt, welcher noch 12 bis 15 Fuss unter der Strasse ist, und dann wird gemauert. Was nun die Preise der Ziegelsteine betrifft, so lassen sich diese sehr leicht berechnen, wenn man nur erst den Hausplatz kennt, wo gebaut wird. Für ein Haus, welches 36 Fuss Breite und 60 Fuss Länge hat, w 7 ird man ungefähr 250,000 Ziegelsteine gebrauchen, und wenn das Gebäude aus der Erde ist, so werden die Hälfte derselben gebraucht sein, und die andere Hälfte werden noch bis ans Dach gebraucht. Wenn die 1000 Ziegelsteine 5 Thlr. kosten, so kosten 250,000 Ziegeln 1250 Thlr. 11 7 . Die Nordamerikaner haben ein einfaches Mittel um die Feuchtigkeit in den Häusern zu vermeiden. Viele Ziegelmauern in Düsseldorf haben Feuchtigkeit, wo hingegen andere keine haben. Eben so ist es in Berlin. Die Nordamerikaner haben ein einfaches Mittel um dieses zu vermeiden. Wenn sie im Aufbau des Hauses begriffen sind, und haben die Flur gelegt, so legen sie eine Platte Blei so weit die Mauern gehen durch das ganze Haus. Diese ist ungefähr 1 Linie dick, und dann wird gemauert. Diese Bleiplatte lässt keine Feuchtigkeit durch. Unter derselben ist die Feuchtigkeit; ober derselben ist keine. Diese Einrichtung hat man, so viel ich weiss, nirgends. Selbst das Elberfelder Rathhaus hat dieselbe nicht. Es ist sehr einfach und hält so lange das Haus steht. Die Kosten können nur ungefähr 100 Thlr. machen. Die Nordamerikaner haben dieses von den Holländern welche die Mauern mit Bleiplatten belegen, wo denn die Feuchtigkeit nicht durchdringen kann. 8 . Die Gewölbe der Keller. Unter jedem Hause werden 2 Keller gemacht, welche hei 36 Fuss Tiefe 60 Fuss weit sind, das Mauerwerk davon gerechnet. Diese Bogen werden entweder Zirkeiförmig oder Elyptisch. Die elyptische Form ist von diesen beiden die beste und hat den meisten Raum. Auch haben in neueren Zeiten die Kreuzgewölbe sehr zugenommen. Z. B. an der Fahrpost, welche Herr Bauinspector Walcher aulführte. Auch in Mehlem an den sieben Bergen wird jotzt ein Haus gebaut, woran man Kreuz- 12 gewölbe gemacht hat. Es ist in der Mitte völlig frei, ausser den Bogen die das Kreuzgewölbe tragen. Diese Kreuzgewölbe sind zwar eine sehr alte Erfindung. Aber es ist sehr nett, und bietet den mehresten Raum dar und das meiste Licht. Auch erspart man die Hälfte der Steine. 9 . Der Kalk und der Trass. Unter der Erde wird mit Trass gemauert. Es wird nämlich Trass statt Sand unter den Kalk gemischt, welcher bei der Bruhl bei Andernach gehöhlt wird. Die Trassgruben sind ungefähr 2 bis 3 Stunden vom Rheine, und er wird mit Ochsenkarren an den Rhein gebracht und dann verschifft. Wir bekommen den Trass entweder von Neus oder rückwärts von Holland. Den Trass von weniger Güte bekommen wir von Königswinter. Das Malter Trass kostet hier in Düsseldorf 15 bis 20 Sgr. Ober der Erde wird mit Kalk, der mit Sand vermischt ist, gemauert. Dieser Kalk kommt entweder von Ratingcn, 2 Stunden von Düsseldorf, oder von Erkrath, oder von der Hahnenfurth, 4 Stunden von Düsseldorf. Der Kalk von Ratingen soll nicht so schön seyn wie der von der Hahnenfurth, der eine blendende Weisse hat. So sagen die Bauverständigen. Auf ein Haus von 60 Euss Länge gebraucht man ungefähr 300 Malter Kalk, welche, das Malter zu 1 Thlr. gerechnet, 300 Thlr. kosten. Dann ist noch der Sand vorhanden, welcher am Rheine geholt wird.' Dieser, verbunden mit dem Kalk, gibt einen aasserordentlich festen Mörtel, und dieser ist es, der das Bauen so angenehm macht. Nach 5 bis 6 Jahren sind die Mauern ganz trocken, und ich habe gesehen, dass ein Thor 13 eingesetzt wurde wo vorher ein Fenster war, welches gar nicht abgestützt wurde. Der Cubikftiss Trass wiegt 74 bis 80 Pfund. 10 . Die Dachziegel. Die Dachziegeln kommen von Ratingen oder von der Urdenbach, 2 Stunden von Düsseldorf. Die Dachziegel sind sehr schön. Sie sind gewölbt (oder gewellt) und der Regen läuft durch die Wölbung ab. 1000 rolhe Dachziegel kosten mit der Fracht 11 Tlilr. und wenn sie auf der andern Seite blau sind kosten sie 18 Thlr. Die Hälfte der Häuser von Düsseldorf sind mit blauen Ziegeln gedeckt. Auf eine (fuadratrut.lie gehen 324 Dachziegeln. Nemlicli 18 mal 18. Wenn man ein Haus von 60 Fuss Länge und 36 Fuss Breite hat, so gehen 24 Fuss oder 2 Ruthen auf einen Dachsparren. Wenn das Haus 60 Fuss oder 5 Ruthen lang ist, so gehen 5 mal 2 gleich 10 Ruthen Dachziegeln darauf. Also 3240 Ziegeln. Auf 2 Seiten muss es gedeckt werden und daher kommt es, dass 6480 Ziegeln auf einem solchen Hause sind. Das 1000 zu 18 Thlr. macht für die 6480 Ziegeln 116 Thlr. 16 Sgr. Die blauen Dachziegel wiegen 3 bis 3| Pfund. 11 . Der Dachschiefer. Die vornehmen Häuser -werden mit Schiefer gedeckt. Z. B. das Franh’sche Haus, das Bever’sche Haus, das Thie- mische Haus auf der Ilokenstrasse u. s. w. 14 In Cöln hat man in vorigen Zeiten alles mit Schiefer gedeckt. Diese werden auch Leien genannt, sie werden fast alle landeinwärts, mehrere Stunden von der Mosel gebrochen, entweder zu Zelting oder Trarbach und sind sehr schön. Doch sind sie nicht so schön wie diejenigen, so an der Maas gebrochen werden. Diese sind so schön und dabei so leicht. Sie haben die Dielte von 1 bis 1^ paris. Linien. Als wir das Kloster in Brüggen, 8 Stunden von Düsseldorf, häuften, war in 20 Jahren nichts am Dache gemacht worden, und die ganze Reparatur kostete nur 5 Thlr. Die Schieferdächer sind ausserordentlich schön, besonders wenn sie neu sind und man darf hoffen, dass sie allge- mein werden. Die Schiefer kommen auf eine eigene Weise in den Handel. Ihr Maas heisst Reis, welches 8 Fuss lang ist, und 360 bis 400 Schiefer fast. Man kann die Schiefer dicht oder dünn decken, je nachdem es von dem Bauherrn verlangt wird. Bei der dünsten Deckung gehen auf den Quadratfuss 6 Schiefer, und bei der dicksten gehen 10 Schiefer auf den Quadratfuss. Wir w'ollen annehmen, dass man für den Quadratfuss im Durchschnitt 8 Schiefertafeln nüthig hat, so kommen auf eine Qudratruthe, welches 144 Fuss ist, 1152 Schiefer, welche den kostenden Preis von 3, 4 bis 5 Thlr. das Reis, zu 4 Thlr. angenommen, 16 Thlr. sind. Die theuersten sind sehr gross und dünn. W enn man nun wieder ein Haus von 60 Fuss Länge und 36 Fuss Breite mit Schiefern deckt, so hat man 20 Quadratruthen. Die Quadratruthe zu 16 Thlr. macht 320 Thlr. 15 Mit blauen Dachziegeln macht es 116 Thlr. Also ist der Schiefer um ein Drittel theurcr. Die Quadratruthe mit der Verschalung kostet in Coblenz 12 Thlr. Aber dieses ist nicht der Rede werth hei einem Hause, welches zu den schönsten der Stadt gehört und dieses ist das Thicmische Haus in der Ilohenstrasse. Die Schiefer werden auf Bretter genagelt, wozu man aber schlechte Bretter nimmt, di Hk M* M* 09 IO Hk o CD 00 V| 9> CK 4k W 10 Wk p* i> 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 l 03 Cb CT ts td 3. » «T S cd CO w Cj Cj Cj <=P p . PL. O. Cj C-i PL. £5 02} B 3’ N £ CA Sö 3 a> cb Cb CD CT) Cb cd Ol Cb M «■T P o ►j CLr Cß Er* kJ H a’ rj S ?T 3 fl £ ST o hj O Cr* n CO o er; rj H CO* Cb rj ö P CD N GO cb rj s p ^ O o S.CICJ B » 2. B CD B aO- g o Cb a- a - 3 a ■* o a a p Cs a- cd *X3 -j •-3 3 u CA Cb cT rj Cj Cb cd 3 CD Cb rj er- kl ri Cb a a • CD* PL. >-3 • CD CD a CD a • cb a. er CD CD ct> cd a ' ^ ck ISS w o CO IO 1 "p | i i Hk o 1 O lo 1 1 4^ *ID 'hn 05 *CK 'CK i—k TB O CK 1 UD CD -M k* 05 Hk CD cs Hk IO a IO 1 Hk 1 1 4^ Hk 05 4n H> ■4 o< 1 | ISS | I IO ISS 1—k H-k H* 93 CD 1 1 IO 1 CO 1 CD 05 CK 05 IO IO *>5 i i ** l CK 1 l 05 05 09 Hk 1— k 05 B »B K-i- 1 »oi 1 K-l- 1 1 Wjhi »o| ki| o>l-k CD 1 03 09 Hk Ins ja "Th 09 09 1 05 05 I JLk 1h M» 1—k '4*. 1 JO *k-k £9 ln H-k M- o 1 •Ö O o (O OK 05 V» (Jü Vs Hk 05 1—k 09 05 cd" •4 c Hk 09 09 1 0» CJC 1 IO co )-k 1 o, Hk Hk > o CK H^ IO 1 09 09 1 09 1-k 1 e Cf* id OK | Hk Hk 1 1 OK CK M* l~k 1 p c CD 0) ►wl^ <>l-" C'l-" OJ-" IO 09 09 09 Hk w- 05 o OK Hk 09 CD 0;c Hk ts o CK 09 Ö 05 ID Ih “rfk "cp *05 *05 O © o IO (X) US Hk G5 CD 00 4^ IO Hk s ! 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In neuern Zeiten hat man Treppen angebracht, wo die Tritte ganz bloss stehen, wie z, B- an dem Hause des Herrn Bauinspector Walcher, des Herrn Professor Kolbe u. s. w. Die Treppe von Herrn Walcher kostet bis auf den Speicher 200 Thlr. Nämlich durch 3 Stockwerke. Diese heissen englische Treppen, obschon sie von den Italienern schon vor 130 Jahren in Gebrauch waren, wie man an dem Schlosse zu Bensberg sieht. In Mülheim a. R. hat Herr Bauinspector Cremer ein Haus gebaut, worin er die Treppe mit drei Absätzen bis unters Dach aufgeführt hat, und da er kein Licht hatte, um die Treppe zu erleuchten, das Dach mit Glasfenstern zugelegt, welches eine herrliche Wirkung heryorbringt. 20 15 . Die Gewölbe der Fussböden. Die Gewölbe der Fussböden macht man in Düsseldorf von einfachen Brettern. Auf der andern Seite werden Pliestergerten genagelt, woran der Kalli kommt. Zwischen den Fussböden und den Gerten ist ein 6 bis 8 Zoll leerer Raum, welcher die 2 Fuss voneinander liegenden Balken ausfüllt. Dieses ist ein Fehler. Zuerst, wenn oben gescheuert wird, dann zieht das Wasser in die untere Etage, und wenn viel gescheuert w'ird, dann fällt das Plafont ab. Zweitens, w'enn Feuer ausbricht, so ist dasselbe gleich in der oberen Etage, w r eil die Bretter und der Kalk verbrennen. Ich habe an meinem Treibhause eine andere Einrichtung. Da ist die Decke mit Steinen von Bimsteinsand oder Tuffsteinen gewölbt, und zwar zwischen den Balken. Diese Bimssteine sind sehr leicht und dieses Gewölbe macht fast gar keinen Druck. Denn der Cubikfuss Bimstein wiegt nur 64 Pfund. Es ist nun freilich der Wärme w'egen geschehen, denn es hat 1| Fuss dicke Mauern und doppelte Thüre und Fenster. Es ist 30 Fuss lang und 12 Fuss breit und kostet diese Auswölbung 45 Thlr. Wenn also ein Haus von 60 Fuss Länge und 36 Fuss Breite sollte ausgewölbt werden, so kostet es mit Abzug der Treppe 270 Thlr. für eine Etage. Also für 2 Etagen 540 Thlr. Wenn man jedoch die Tuffsteine vom Platz bezieht, so kosten sie nur die Hälfte. Aber das Angenehme einer solchen Wölbung ist die Wärme im Winter, besonders wenn es sehr strenge friert. Man ist dann gleichsam wie in einem Gewölbe. An meinem Treibhause sind die Balken glatt und zwischen denselben ist es 2 Zoll gewölbt. 21 Wenn man diese Balken nicht sehen soll, so muss man Bretter gegen die Balken nageln lassen und dann bepliestern. Es sind nur wenige Häuser mit solchen Gewölben gebaut. Unter diesen wenigen ist auch das Haus auf der Wasserburg bei Düsseldorf, welches Herr Geheimerath von Wiebeking gebaut hat. Diese Gewölbe sind angenehm wenn Brand ausbricht. Denn das Feuer muss immer in dem Zimmer bleiben, worin es entsteht, und die Dielen setzen sich Nie durch. 16 . Die Schornsteine. Bei einem Hause das ganz gemauert ist, ist die Anlegung des Schornsteins eine Kleinigkeit, besonders seit der Zeit man eingesehen hat, dass nicht die schiefe Lage des Schornsteins oder seine Höhe und Weite etwas dazu beiträgt, den Rauch in die Höhe zu ziehen. In einem Hause von 60 Fuss Länge müssen wenigstens 2 Schornsteine seyn. Diese fangen unten im Keller an, und gehen durch die Mauern gerade fort bis aufs Dach, wo sie dann, wenn sie zum Dache heraus kommen, stumpf abgeschnitten werden, so dass sie yon unten nur wenig zu sehen sind. Die neuen Häuser in Bonn haben den Fehler, dass sie (so vortrefflich sie auch sind), den Schornstein 2 bis 3 Fuss über das Dach heraus haben. Dieses dient zu nichts, denn wenn der Schornstein zum Dache heraus ist, dann hat er seinen Zweck erreicht. Die Schornsteine sind klein, sie haben höchstens | Fuss im Durchmesser, Der Herr Bauinspector von Lassaulx sagt: dass er Schornsteine von 6 Zoll im Lichten macht. Sie werden mit einer Kugel gereinigt, welche 6 Pfund wiegt. An dieser Kugel ist ein Besen befestigt, der mit derselben heruntergeht. Auf dem Speicher ist eine kleine eiserne Tbüre, wo die Kugel mit dem Besen herunter gelassen wird 22 und der Kuss geht dann bis unten in den Keller, wo eine ähnliche^Thüre^ihn herausbringt. Ich habe bei meinem Hause nur einen Schornstein, der in jedem Stockwerk 4 Zimmer heizt. Also 12 im Ganzen, und^nur 1 Zimmer kann nicht geheizt werden. 17 . Das Pliestern mit Strohkalk. Die Mauern, welche roh sind, werden mit Strohkalk gepliestcrt^und nicht mit Lehm. Dieses kostet ungefähr 200 Thaler’bei einem Hause, das 60 Fuss Länge und 36 Fuss Breite hat. Viele pliestern mit Lehm und zwar der Wohlfeilheit wegen. Denn die Pliesterung mit Lehm kostet nur 50 Thlr. Allein dieses ist Unrecht, und es müssen 200 Thlr. daran gewendet 'werden, um mit Kalk zu pliestern. So eine Pliesterung mit Kalk hält so lange das Haus steht, und es ist auch desswegen gut, weil das Ungeziefer in den Lehm wänden wohnt und nicht in den Kalkwänden. 18 . Die Glasfenster. Die Glasfenster gehören mit zur Zierde eines Hauses. Die gewöhnlichen kostet die Scheibe 10 Sgr. Hingegen kostet eine Scheibe von Lauer Glas, wenn sie klein ist, 1 Thlr., und wenn sie grösser ist, 1£ bis 2Thlr. Dieses Glas ist sehr schön, denn es geht in einem Monde, und Yon aussen kann man nicht ins Zimmer sehen. Dieses Glas wird in Scheiben geblasen die in Yiere verschnitten werden. Es ist 1 bis 1-| Linien dick, und kommt von Lauer im Würtembergischen. An ordentlichen Häusern sind die Scheiben von Lauerglas. Doch hat man jetzt auch französisches Glas, welches dicker als das Lauer, und dahei sehr wohlfeil ist. 23 Nur wenige Häuser gibt es, wo geschliffenes Glas, welches von Nürnberg kommt, gebraucht wird. Dieses Glas ist ganz eben und kostet die Scheibe Thlr, Yon rothern Glase hat man hier keine. Das rothe Glas sieht äusserst schon aus, besonders an grossen Gebäuden. Wie z. B. das Haus im Bosch, welches ich im Jahr 1796 in Harlem sah, das Herr Bankier Hoppe gebaut hat. Jetzt gehört es der regierenden Familie. Eben so schön nahm sich ein Haus aus, auf dem Jungfernstieg hei Hamburg. Dieses hat rothe Glasfenster und dunkelgrünen Blei von Holz. Man hat auch grünes Glas, welches sehr schön ist. Die Scheibe kostet davon 1J bis 2 Tlilr. Auch deren sind keine in Düsseldorf. Bei vornehmen Häusern in Berlin hat man geschliffenes Glas, und nur zwei Scheiben an einem Fenster, wie z. B. beim Hause des Prinzen Albrecht. Bei minder vornehmen Häusern werden 6 Scheiben an einem Fenster gesetzt. Also auf jedem Flügel 3. Sie sind ebenfalls von geschliffenem Glase, Bei noch minder vornehmeren Häusern wird ein Kreuz durchgeschlagen und hat dann statt 2 Flügeln 4 Flügel. Oben wird 1 Scheibe eingesetzt und unten 4. Es ist sonderbar, dass man in Berlin bei drei Viertel der Häuser solche Querrahmen hat, und zwar so, dass oben 2 Scheiben und unten 2 sind. Dieses will dem Rheinländer nicht gefallen. Doch gibt es auch in Berlin verschiedene Häuser, welche Fenster haben wie wir am Rheine. So z. B. in der Friedrichstrasse nahe an der Spree. Die Fensterflügel sind mit drei Gehängen aufgeschraubt, und in der Mitte haben sie eine Querstange, die von unten 24 und oben schliesst, und wo auf dem entgegengesetzten Flügel ein Auge sitzt. (Spangenetzug). 19 . Die Fenster von farbigem Glase. Als das Glas erfunden wurde, da gebrauchte man häufig farbiges Glas. Z. B. am Cölner Dom beim Chor. Dieses Glas ist aus dem 13ten Jahrhundert. Es war sehr dunkel und hatte nur eine Farbe. Nach und nach fing man an, Gemälde auf Glas darzustellen, und es bekam daher schon mehrere Farben. Z. B. roth und dunkelroth und zwar auf einer Scheibe. Dieses ist damals sehr häufig gewesen, und man sieht noch immer an alten Kirchen farbige Gläser. Aber nirgends sieht man sie schöner als beim Cölner Dom, an der Nordseite des Schiffes des Doms. Diese haben das Jahr 1509. Nach und nach kam dieses ah, und man gebrauchte an den Kirchen weisses Glas. Hierdurch kam es denn, dass Viele glaubten: die Glasmalerei sei verloren gegangen. Dieses ist ein Irrthum. Alle Glasmalerei hat man bis in die neuesten Zeiten . Nur das üeberfangsglas, welches roth war, konnte man nicht mehr darstellen. Der Hiittendirector Engelhardt, welcher eine Zeitlang in Düsseldorf lebte, und bei Herrn Prof. Schäfer die Baukunst studirte, stellte es dar, und erhielt aus Berlin den Preis von 300 Thlr. Dieses Üeberfangsglas war im Grunde nur eine Kleinigkeit. Man gebrauchte zwei Fritten, eine von rothem und die andere von weissem Glase. So wie man das Blasrohr in die weisse Fritte tunkte und blies, so tunkte man es gleich darauf in die rothe Fritte, und hier fand ein kleiner Ansatz statt, der roth war, und das übrige Glas warweiss. Man konnte daher rothes Ueberfangsglas blasen so viel man wollte. An den Kirchen hat man das Glas nur Einfach gehalten, und innerhalb 2 bis 3 Jahrhunderte war es verdunkelt, und sah gar nicht gut aus. In neueren Zeiten hat man eine andere Methode angewendet, und zwar hat man zuerst gewöhnliche Glasscheiben gebraucht, und da das gebrannte Glas hinter gesetzt. So einfach dieses auch ist so hilft es, und man kann die bemalten Scheiben aus einem Jahrhundert in das andere aufheben. Yor drei Jahren sprach ich zu Göttingen einen Künstler, der sehr viel auf Glas malt. Ich kaufte demselben 5 Stücke ab. Nämlich die Gegend um Göttingen, die Kapelle auf der Wartburg, einen Kopf von Guido Reny und 2 Winterlandschaften im Schnee. Ich habe dieselbe an der inneren Seite meines Fensters aufgehangen wo es eine herrliche Wirkung thut. Dann habe ich noch von demselben Künstler erhalten: Heinrich der Löwe Herzog von Braunschweig, der Kindermord in Bethlehem, das Schloss Brandis und eine Schweizerlandschaft im Mondlichte. Man sehe hierüber den Hermann 1834, Nr. 94 worin ich dieses auseinander gesetzt habe. Der Künstler ist Herr Wedemeyer in Göttingen. Die vier letzten Glasgemälde kosten mir 30 Tlilr. Das Glas steht eine Hitze aus von 2 bis 300 0 und es kann leicht schmelzen. Die Umrisse werden zuerst aufgelegt, nemlich 4TheileMennich und 1 Theil Kieselpulver nach dem Gewicht. Hiermit wird hellbraun gezeichnet. Die Holländer nennen dieses Jet, und die Franzosen Rocaille. Dieses ist sehr flüssig, und muss, wenn es in den Ofen kommt genau in Acht genommen werden. 26 Die Muffel ist ungefähr 1* Fuss hoch und breit und 6 Zoll dich. 40 oder 50 Platten werden in die Muffel ge- than und gebrannter Kalk wird zwischen die Platten gelegt, damit die eine yon der andern gesondert werden kann. Die Muffel wird dann zugeschroben und in den Ofen, (welcher von Ziegelsteinen ist), hineingelegt. Es wird dann ein Holzfeuer angemacht und nach 3 bis 4 Stunden wird dasselbe wieder weggenommen, und nach 18 Stunden wird die Muffel geöffnet und es ist dann auf einer Seite gebrennt. Ich habe hierüber ausführlich im Hermann 1835 Nr. 11 gesprochen. 20 . Die Fussböden. Man kann die Fussböden von Tannenholz machen mit Eichenholz eingelegt, welches auf schwarz und weiss sehr gut aussieht. Die eichenen Fussböden werden dunkel gefärbt, etwa 4 Zoll breit. Dann ist noch ein Kreuz dadurch, auch Yon 4 Zoll Breite, und das übrige ist Tannenholz, wozu man die Edeltanne gebraucht. Gewöhnlich werden die Bretter aufgenagelt. Aber es ist schöner, wenn keine Nägel darinnen sind, so dass eine Nuthe Yor der anderen sitzt ohne Nägel. Im Erdgeschoss wird mit Grund ausgefüllt, und dann werden die Bretter auf die Balken genagelt. Dies ist unrecht; bloss die Balken bleiben, und es ist gar kein Grund zum Ausfüllen nötbig; >venn nur die beiden Ecken der Balken durch Zwischenbalken befestigt werden. 27 21. Die Platten im Vorhause. Gewöhnlich nimmt man Steine aus den sieben Bergen, oder Kalksteine von Lüttich, oder weisse Marmorplatten aus Holland, wohin sie aus Italien verführt werden. Die Marmorsteine sind sehr glatt. Ich würde daher Steine aus den Lavabrüchen von Niedermendig anratlien und von dieser Sorte eine aus Niedermendig und die andere von den sieben Bergen nehmen. Oder eine Sorte von Niedermendig und die andere von weissem Marmor. In Mülheim am Rheine, im Gasthof zum goldenen Wag'en, liegen auch solche Steine. EineSorte von Niedermendig und die andere aus den sieben Bergen. Die Steine aus den sieben Bergen sind ganz ausgetreten indes der Stein von Niedermendig noch so da liegt, wie er vor 60 bis 70 Jahren da gelegen hat. Dieses müsste freilich einmal umgelegt werden, wo denn die Steine aus den sieben Bergen wieder gerade zu liegen kämen. Herr Professor Schäfer hat am Schmeedeckersclien Hause Steinplatten von Lindlar genommen, die sehr gut aussehen. 22 . Die Leisten von Stucadur- Arbeit. Die Leisten sehen sehr nett aus, und ich habe an meinem Hause überall Leisten gemacht, die mir ungefähr 60 Thaler kosten. Aber sie sind nur klein, und haben 4 Zoll Oeffnung. Sollen sie grösser sein, so steigt der Preis immer mit der Fläche. Der laufende Fuss kommt dann an 1 Thlr. Eben so das Dekenfeld in der Mitte der Stube, welches auch 5 bis 10 Thlr kostet. 28 23. Die Blinden. Das Haus hat keine hölzerne Fensterladen von aussen sondern Blinden. Dieses sieht viel schöner aus als wenn von aussen hölzerne Fensterladen wären. Die Blinden werden zugelegt, und man kann sie dann nicht sehen. Nicht allein unten sind Blinden, sondern auch auf der ersten Etage. In der zweiten sind keine Blinden, sondern Blinden mit farbigem Papier. Gemeiniglich von grünem. 24 . Die T h ü r e li. Man macht doppelte oder einfache Thüren. Die doppelten Thüren werden an den Haupteingängen gebraucht, und die einfachen an den kleinen Eingängen. Die Thüren im Erdgeschoss sind von Eichenholz ; allein das Pannehl ist von Tannen. Man macht jetzt die Thüren mit 3 Füllungen, in der Mitte eine grosse, und unten und oben zwei kleine. Dieses ist, was die Aussicht betrifft, sehr angenehm. 25. Das Eisenwerk. Das Eisenwerk liefern die Fabriken in grosser Vollkommenheit und sehr wohlfeil. Für 1 Thlr. bis 1 Thlr. 10 Sgr. liefern sie ein Thürenschloss. Nur muss man in Hinsicht des Eisenwerk Nichts schonen, und lieber 4 bis 5 Thlr. für ein Hausthürenschloss geben, w’O man denn auch sicher ist, dass es länger dauert. 26. Die Pumpe. In Düsseldorf bat man in 24 Fuss Tiefe Wasser. Die Pumpe steht auf dem Hofe, und hat das Frühjahr, den 29 Sommer und den Herbst Wasser. Allein im Winter, wenn es stark friert, so friert das Wasser und die Pumpe wird abgelassen. leb habe eine kleine Pumpe im Keller, und diese gibt nun das Wasser für den Winter. Im Frühjahr ist die Ilof- pumpe wieder gefüllt, und sie gibt dann wieder Wasser. 27. Die Gärten. Die Altestadt hat wenige Gärten, die Carlstadt hat mehrere, z. B. an meinem Hause ist der Hofplatz 26 Fuss breit und der Garten 70 Fuss lang. Dieses mit den Gärten ist ausserordentlich schön, besonders im Sommer, und man wohnt denn gleichsam auf dem Lande, indem alle Fenstern des Hauses geöffnet sind die nach dem Garten gehen, und man diese Zimmern bewohnt. Ich habe in meinem Garten einen Treibkasten mit vier Doppelfenstern, so dass ich wenn derselbe zu ist, 44 GR. Wärme habe, wo denn die Melonen verbrennen. Dann habe ich am Ende des Gartens ein Treibhaus von 30 Fuss Länge. Es ist wie gewöhnlich in zwei Theile ge- theilt, wovon der eine Theil fürs Warme und der andere fürs Kalte ist. Unter dem warmen Theile ist ein Keller zum Aufbewahren der Kohlen. In der Mitte steht der Ofen. Dann hat es Mauren, die I 5 Fuss Dicke haben, so wie doppelte Thüren und Fenstern. Oben zwischen den Balken ist es mit Tuffsteinen gewölbt, damit im Winter, wenn es sehr stark friert, und die Kälte bis zu 24 G. unter O geht, die Pllanzen nicht verfrieren, wo denn auch stark ge- heitzt werden muss. Im Sommer wenn die Pflanzen im Garten stehen, dienet es zur Sommerwohnung, und denn arbeite ich darinnen. 30 Im November, Dezember, Januar und Februar ist der Wärmegrad äusserst niedrig. Er hat denn noch keine 2 GR. Der Ofen muss das übrige ersetzen. Daher liegt auch dasselbe so, dass es nach Westen siebet, welches freilich der Bau des Haupthauses erfordert. Im Garten habe ich, wie gesagt, einen Treibkasten von 4 Fenstern, die doppeltes Glas haben von 3 Zoll Entfernung. Dieses ist sehr angenehm, wie jetzt, wo es um Ostern der Fall war, der Schnee häufig liegt, wo denn bei 6“Kälte bei Einfachem Glase leicht der Salat verfriert. Auf dem Hofe sind zwei Abtritten, ein Schlag für Hühner und Tauben und eine Waschküche, wo aber das Waschwasser im Hause warm gemacht wird. Ausser den beiden Abtritten sind keine anderen im Haupthause als bloss Nachtstühle, die des Morgens ausgeleert w r erden. Auf diese Weise habe ich gar keinen üblen Geruch im Hause noch auf dem Hofe. Auf dem Hofe ist eine Senke, worin das Wasser aus der Pumpe läuft. Zugleich läuft das schmutzige Wasser aus der Küche in diese Senke. Sie ist ungefähr 8 Fuss lang, 6 Fuss breit und 7 Fuss tief. Oben ist sie zugewölbt, so dass man sie nicht bemerkt. Ich bewohne dieses Haus schon seit 10 Jahren und es ist bis jetzt nur 1| Fuss Wasser in dieser Senke. Sie ist noch nicht geleert worden. Dieses macht, dass fast gar kein Kalk zwischen den Steinen ist. Das Wasser geht durch die Steine und verliert sich im Hofe. In der Küche habe ich einen Spülstein von Holz, der aber mit Blei ausgefüttert ist und ein Loch hat, wodurch das schmutzige W 7 asser in einen Eimer läuft, der täglich in die Senke getragen wird, so dass auch der Spülstein keine Art von Geruch gibt. 31 Auf dem Hofe habe ich weiter nichts gebauet, und die Küche ist im Haupthause, wo ein Ofen mit zwei Löchern steht. .Dieses ist für kleine Häuser, die nur 30 Fuss Länge haben am bequemsten. 28. Die innere Eintlieilung eines Hauses. Die meisten Häuser in Düsseldorf sind mit einem Erdgeschoss und 2 Etagen gebaut, welches bis ans Dach eine Höhe von 40 bis 42 Fuss ist. Eine dritte Etage gibt es in der Carlstadt an keinem Hause. Dieses dient auch zu nichts wenn man (wie diess in Düsseldorf der Fall ist) so viel Fläche hat, wie man gebraucht. Die Häuser sind einzeln gebaut, von 30 bis 60 Fuss' Länge. Nur am Carlsplatz hat man ein Haus von 180 Fuss Länge gebaut. Diess sind die sogenannten Greinisclieu Häuser, die 5 Ausgänge auf die Strasse haben. Diese Häuser haben keine Gärten. In neuerer Zeit hat man die Häuser 50 bis 60 Fuss breit gemacht und auf 2 Häuser eingerichtet, so dass jedes Haus 25 bis 30 Fuss Länge bat. Die Hausthüren sind dann am Ende. Dieses ist eine üble Einrichtung, obschon das Haus welches ich bewohne diese Einrichtung hat. Die Treppe liegt dann gerade der Haustküre gegenüber; man hat 4 Zimmer, die durch einander gellem Dieses ist sehr unangenehm; wenn einer im Vorhause ist und der andere im Nebenzimmer, so hört dieser nicht, wenn er gerufen wird. Besser ist diese Eintlieilung: den Hausgang in die Mitte des Hauses zu legen, und dann zwei Zimmer rechts und 32 2 Zimmer links hat, wo man dann hören kann, wenn jemand im Nebenzimmer gerufen wird. Ausserdem hat diese Einrichtung, den Hausgang in der Mitte zu haben, das Bequeme, dass man abschliessen kann, indess die Hausgenossen in Thätiglveit bleiben. Es ist wirklich eine sehr üble Einrichtung, den Gang an einer Seite des Hauses zu haben. 29 . Die Einrichtung eines Hauses. Am bessten wäre es, wenn man folgende Einrichtung träfe, aber da müsste man jedesmal 4 Häuser nehmen. Ich setze voraus, dass man 132 Fuss Länge hat: An beiden Seiten macht man 3 Fenster bei 36 Fuss Länge. In der Mitte kommt dis Thüre. Dann kommt auf 60 Fuss Länge ein Thorweg, mit 4 Fenstern. Unter dem Thorweg gebt rechts und links eine Treppe bis zum Speicher hinauf. Folgende Einrichtung hätte man dann für 4 Häuser: 1. ein kleines Haus mit 6 Zimmern und der Treppe. 2. ein grösseres Haus von 10 Zimmern und der Treppe, und beide haben den Eingang am Thorwege. 3. ein Haus mit 3 Fenstern, wovon der Eingang auf der Strasse ist, und 36 Fuss Länge hat. 4. ein Haus mit 3 Fenstern, ebenfalls 36 Fuss Länge. Man hätte dann den Vortheil, dass man diese 4 Häuser einzeln vermiethen könnte oder 2 oder 3 zusammen. An grosse Herrschaften könnte man sie alle 4 zusammen vermiethen, und dann die Thüren von einem Hause ins andere öffnen. Das Haus in der Holienstrasse von Herrn Hütten und Schmitz bewohnt, hat ungefähr diese Einrichtung. 33 ln der Breite von 36 Fuss könnte cs einen Vorsprung von einem Fuss haben. Diese Einrichtung würde wie es mir scheint, am vor- theilhaftesten sein für die Einrichtung einer neuen Stadt. Die Abbildung eines solchen Hauses ist auf dem Titel- kupfer angegeben. 30 . Die Preise der Häuser in der Altstadt, und auf dem Markte in Düsseldorf. 1. Auf dem Markte fordert man für einen Hausplatz von 60 Fuss Länge 6000 Thlr. 2. Neulich wurde ein Haus verkauft, nahe am Markt gelegen, welches nur 11£ Fuss Breite hatte und zum Abbruche bestimmt war, für 2200 Thlr. Also für 60 Fuss Länge 11,478 Thlr. bloss für den Platz. 3. Auch auf den Strassen die sich am Märkte endigen, ist der Preis der Häuser sehr hoch. Auf der Flingerstrasse wurde neulich das Haus des verstorbenen Herrn Geheimsekretair Custodis verkauft. Es kam 7000 Thlr. Es hat 36 Fuss Länge, und ist nur 1 Stoch hoch. 4. Neben an wohnt ein Kupferschläger, der für seinen Hausplatz 5200 Thlr. gegeben hat, und der Neubau kostete ihm 4000. Auf der Flingerstrasse ist dieses Haus 36 Fuss breit und in der Kapuzinergasse 50 Fuss. Es ist zweistöckig. 5. Gegenüber wohnt ein Schlösser, dem der Platz (wie man sagt) zu seinem Hause 2800 Thlr. kostete, und der Neubau 3000 Thlr. Dieses Haus ist auf der Flingerstrasse 14 Fuss lang und in der Kapuzinergasse 53 Fuss. Es ist ebenfalls zweistöckig. 6. Das Haus zum goldenen Klotz auf der Bolkerstrasse ist für (5000 Thlr. gekauft worden. Es hat 36 Fuss Breite. Vornen wurde dieses Haus ganz abgebrochen, und wurde sehr schon vom Herrn Baumeister Schnitzler wieder hergestellt, welches wie man sagt 3000 Thlr. kostete. 31 . Die Häuser in der Carlstadt erlbaut. Die Häuser in der Carlstadt sind sehr wohlfeil, wozu auch freilich mit beiträgt., dass sie 20 Jahren Steuerfrei sind, und der Boden, so der Regierung gehöret, nichts kostet. 1. Im Jahr 1808 kaufte ich ein Haus in der Breitenstrasse für 3000 Thlr. Es hatte 60 Fuss Longe 26 Fuss Breite und ausser dem Erdgeschoss nur eine Etage. Der Hofraum war 24 Fuss. Ich verkaufte dasselbe wieder für 4230 Thlr., nachdem ich einen Pferdestall angebaut hatte, und ein Thürmchcn auf das Dach gestellt, worin ich meine astronomischen Instrumente hatte. 2. Im Jahr 1826 kaufte ich ein ganz neues Haus in der Holienstrasse für 3350 Thlr. Es hat 30 Fuss Breite und 32 Fuss Tiefe, und ausser dem Erdgeschoss noch 2 Etagen. Es enthält 13 Zimmern und hat 2 Kellern ; es ist bis am Ende des Gartens 126 Fuss tief. 3. Neulich wurde ein Haus verkauft, welches beinahe dem meinigen gegenüber liegt, für 3500 Thlr. Es ist eben so gross wie das meinige, und vor 8 Jahren neu erbaut, und da es noch eine Waschküche hat, so ist es eigentlich nicht so tlieuer wie das meinige. 4. Auf der Bilkerstrasse in der Nähe des Schwanen- marktes ist ein Haus gebaut, -welches die nämliche Grösse 35 wie das meinige hat, für 3400 Thlr. Dasselbe hat aber keinen Garten. 5. Das Haus des Herrn Thieme in der Hohenstrasse ist für 9200 Thlr. verkauft worden. Es hat 60 Fuss Länge und 36 Fuss Tiefe. Ausser dem Haupteingang hat es noch einen Thorweg, und ist äusserst solide gebaut. Es hat ein Schieferdach, auf dem Hofe eine Küche und Stallung für 2 Pferden, und einen Garten, der 50 Fuss Länge hat und 60 Fuss Breite. Dieses Haus gehört mit zu den schönsten der Stadt. 6. Man hat gesagt: dasselbe sei zu wohlfeil verkauft worden. Allein ich kann dieses nicht finden. Der Baumeister Franzen verkaufte neulich ein Haus, welches an das meinige gränzt, für 5600 Thlr. Es hat 50 Fuss Länge, 32 Fuss Breite, und ausser dem Erdgeschoss noch 2 Etagen. Wenn man dieses nachrechnet, so kommen auch 9200 Thlr. heraus, wenn man es mit dem Thiemischen Hause vergleicht. 7. Freilich kommt ein Haus sehr viel höher, wenn es Käufer findet. Der Notar Euler verkaufte ein Haus, welches unmittelbar an das meinige stösst, und dieselbe Grösse hat, für 4300 Thlr. und 215 Thlr. Schlaggeld, so dass also dieses Haus 4515 Thlr. kommt, und das meinige kostet nur 3350 Thlr. und zwar ganz Neu, wohingegen das andere schon sehr verwohnt war. 8. Der Notar Euler verkaufte den 20. Mai 1836 ein Haus an der Ecke der Kasernenstrasse und Bastionsstrasse für 3450 Thlr. Es hat auf der Kasernenstrasse 45 Fuss und auf der Bastionsstrasse 45 Fuss, dabei einen Thorw r eg an einem andern Hause, und für 4 Pferde Stallung, Es hat ausser dem Erdgeschoss noch 2 Etagen. 36 Es ist schlecht gebaut, von einem Manne, der 40 Häuser in der Carlstadt erbaut hat, und steht jetzt 45 Jahren. 9. Denselben Tag verkaufte Notar Euler ein anderes Haus von 24 Fuss Länge für 1700 Tlilr. und 85 Thlr. Schlaggeld. Es hat ausser dem Erdgeschoss noch 2 Etagen. Dieses Schlaggeld bekommt der Verkäufer, und der Notar bekommt nur seine Gebühren davon. Von meinem Hause bekam der Notar Monten nur 17 Thlr. 20 Sgr. für die Ausfertigung des Kaufbriefs. 10. Die Häuser, die an Marktplätzen liegen, diese sind bedeutend theurer. Das Bevevsche Haus am Carls-Markt wurde für 12,500 Thlr. verkauft. Es hat 60 Fuss Länge und 36 Fuss Breite, das Erdgeschoss und 2 Etagen und ein Schieferndacli. Dabei hat es noch einen kleinen Garten und für 4 Pferde Stallung. 32. Wie theuer wird ein Haus kommen, welches 132 Fuss lang und 36 Fuss tief ist? Wir wollen hiebei das Tliiemische Haus in der Hohen- strasse zum Muster nehmen, welches (wie gesagt) zu den schönsten Gebäuden der Stadt gehört. Dieses hat 60 Fuss Länge, und 36 Fuss Tiefe, und kostet 9200 Thlr. Ein Haus , welches 132 Fuss lang und 36 Fuss tief ist, (so wie das Kupfer darstellt) kostet 19,008 Thlr. und man hat denn 4 Häuser, die sich Einzeln vermiethen lassen, oder an eine Herrschaft so das Ganze miethet. Zu 6 pCt. ■welches die Häusermiethe ist, würde demnach das Ganze 1140 Thlr. Miethe thun. Auf diese Weise kann man ein Haus leicht berechnen, sowohl im Ankaufspreis wie in der Miethe. 37 33. Der Bauinspector von Lassaulx gibt 49 Kirchen und Häuser, nebst deren Bauspreise an. In den rheinischen Provinzialblättern Bd. II. Cöln 1834 steht ein trefflicher Aufsatz vom Herrn Bauinspector von Lassaulx in Coblenz, welcher den Titel hat: Beschreibung einer leichten Methode, dieKo- sten der beabsichtigten Bauten mit Zuverlässigkeit zu ermitteln. Herr von Lassaulx sagt: „Die erste Frage, die sich ein „Baulustiger zu stellen pflegt, ist: „Wie viel mag mein beabsichtigter Bau wohl kosten?“ Um diese Frage gehörig zu entscheiden, hat er alle Gebäude, so er als Königl. Bauinspector entworfen hat, in einer Tabelle von 49 Kirchen und Schulen berechnet, wo er den kostenden Preis mit angeführt hat. Diese Rechnung ist also genau, und beruht auf der Sicherheit der Kechenkammer. In Hinsicht der Preise hängt es natürlich sehr vom Bauherrn ab, ob er mehr oder weniger Material verbrauchen will, so wie auch z. B. ob er Hausteine haben will, oder ob er mit Ziegelsteinen den Bau auszuführen gedenkt. Diese 49 Gebäude sind nun natürlich von sehr verschiedenem Inhalte der Banpreisen, je nachdem der Bauherr über grössere oder kleinere Geldsummen zu verfügen hatte. Das grösste Gebäude, welches Herr von Lassaulx aufgeführt hat, ist die Kirche in Treis an der Mosel, 8 Stunden von Coblenz. Sie ist 85 Fuss lang und 57 Fuss breit, und hat eine Fläche von 57281 (luadratfuss, wenn die 57 multiplicirt mit 15J die wegen des Thurms hinzugefügt werden. 38 Die Kosten der Pfarrkirche betragen 28,625 Th Ir., welche mit dem Quadratinhalte getheilt wird, so kommt jeder laufende Fuss 4 Thlr. 29 Sgr. 10 Pf. Wenn man also der laufende Fuss mit 4 Thlr. 29 Sgr. 10 Pf. multiplieirt, so hat man 28,625 Thlr. Dies ist ein bequemes Mittel einen Ueberscklag zur Theurung der Gebäude zu machen. Um die Silbergroschen und Pfennige auf Thaler zurückzuführen, wendet man die Decimal des Thalers an, und 4,937 Thlr. ist so viel als 4 Thlr. 29 Sgr. 10 Pf. und mit dem Quadratinhalt von 5728| Quadratfuss vervielfältigt gibt 28,625 Thlr. Die Erdarbeiten, das Eichenholz und die Zufuhren mussten Dienstvveise geschehen, und sie kamen daher weiter nicht in Betracht. Weil aber die Bewohner von Treis sich besser befanden diese in Akkord zu geben, so kam ihnen die Kirche noch 4867 Thlr. theurer, und sie kostet nun 33,492 Thlr. W 7 enn man nun dieses mit 5728| Quadratfuss dividirt, so kommt der laufende Fuss 5,847 Thlr. Und diese wieder mit 5728.J vervielfältigt, gibt 33,492 Thlr. Auf diese Weise sieht man, dass alle Gebäude vom laufenden Fuss ab hängen, die dabei gebraucht werden. Sie können zu 6 Thlr., zu 5, zu 4, zu 3, zu 2 oder zu 1 Thlr. angeschlagen sein, und es hängt von dem Bauherrn ab ob er mehr oder weniger Material verbrauchen will, oder ob er statt der Hausteine Ziegeln anwenden will. Als zweites Beispiel nehmen wir das Pfarrhaus in Coblenz mit dem Schulhause in Treis. Das Pfarrhaus zu Coblenz gehört zu den schönsten der Bheinprovinz. Es hat 2517 Quadratfuss Inhalt, und der Quadratfuss zu 2 Thlr. 27 11 Pf. berechnet, kommt für den kostenden Preis 7378 Thlr. 39 Das Schulhaus in Treis hat auch 2113 Quadralfuss Inhalt, und der laufende Fuss wird mit 2 Thlr. 7 Sgr. 10 Pf. berechnet, und kostet 4973 Thlr. Vergleicht man nun das Schulhaus in Treis mit dem Pfarr- Iiatise in Coblenz,so ist für den laufend.Fuss 2 Thlr. 27 Sg. 11 Pf. Am Schulhause in Treis kostet der „ ,, 2 „ 7 „ 10 „ Also kostet d. lauf. Fuss beim Schulhaus in Treis um 20 Sgr. 1 PL weniger wie der laufende Fuss vom Pfarrhaus in Coblenz. Herr von Lassaulx hat nun in der ersten Tabelle die Grösse in Qaadratfuss angegeben. Nämlich Länge Breite und (^uadratfuss. Denn hat er in der zweiten Tabelle die Kosten des Hauses angegeben. Z. B. die Kirche in Treis kostet 2S,625 Thlr. Denn hat er der laufende Fuss in Thalern berechnet mit 3 Deciinalen, nämlich 4,937 Thlr. und hat dasselbe in Geldwerth berechnet, z. B. 4 Thlr. 29 Sgr. 10 Pf. Denn hat er in der dritten Tabelle alle Leistungen berechnet, die der Bauherr selber anwandte z. B. die Erdarbeiten. Endlich hat er in der vierten Tabelle die Bemerkungen über die Bauart gesagt, und dabei bemerkt, dass alle Dächer mit Schiefer gedeckt seien, welches in der Gegend von Coblenz Sitte ist, weil der Schiefer an der Mosel gebrochen wird. Ein Schieferdach kostet bei einem Hause, welches 60 Fuss Länge und 36 Fuss Breite hat, 384 Thlr. und ein Dach mit blauen Ziegeln gedeckt nur 116 Thlr. Also ist ein Schieferdach um das Dreifache theurer. Aber es hält auch ausserordentlich lange, und es ist nicht der Rede werth, wenn von einem Hause, welches zu den schönsten der Stadt gehört, die Rede ist. Auch in Cöln hat man in vorige Zeiten alles mit Schiefern gedeckt. Eben so in der Fabrikgegend des Herzogthums Berg. Z, B. in Elberfeld, Gemai’ke u. s. w. 40 41 Verzeichntes mehrere, vom Herrn Bauinspector Nebst den Kosten Bezeichnung der einzelnen Gebäude. Gross Länge io Fuss e ders Breite inFuss >elben flächenraum in [] Fusr Kost Überhaupt Thlr. eu der Also jec Thlr. selben er L] Fuss. Th. Sg. Pf. 1. Kirchen. Unter Grösse ist hier jene des Schiffs nebst den Emporen der Ürgelbiihn im Lichten verstanden. 1 Eine Pfarrkirche in Treis .... 85 57 5728.1 28,625 4,937 4 29 10 57 151 2 Eine desgleichen zu Güls .... 90 50 4920 14,156 2,877 2 26 3 3 Eine desgleichen zu Valwig. . . 51 46 2544 6780 3,937 3 28 1 22 9 4 Eine desgleichen zu Cobern . . 80 44 3520 7168 2,033 2 1 1 5 Eine desgleichen zu Horchheim. 72 36 2592 6600 2,546 2 16 4 6 Eine Filialkirche zu Oberlüzingen 56 24 1344 1381 1,026 1 — 9 7 Eine desgleichen zu Volkesdorf 24 24 576 1080 1,875 1 26 2 2. Staatsgeh äude. 8 6 Artillerie Wagenhäuser, jedes . 196 44 8624 14,660 1,699 1 20 11 9 2 Trainschoppen, jeder . 402 42 16884 7325 0,433 — 12 11 10 1 Stall im Schlosshofe . 38 23| 893 1236 1,385 1 11 6 11 1 Treibhaus in Engers . 190 2H 5036| 8380 1,664 1 19 11 47 12 Eine vierte Etage auf dem Arrest- hause in Cohlenz .. 98 33 3780 4991 1,188 1 5 4 13 Ein Zollamt in Arenberg .... 38 30 1140 2370 2,078 2 2 4 14 Ein Försterhaus in Boos . 34 30 1120 851 0,759 — 23 9 15 Ein Salz-Magazin . 122 46 5612 4666 0,833 — 24 11 von Lassaulx aufgeführten Gebäude, eines jeden Gebäudes. Nicht berechnete Leistungen des Bauherrn. Bemerkungen über die Bauart und Construction derselben. (Alle Dächer sind mit Schiefer gedeckt.) A Erdarbeiten Eichenholz und Zufuhren. Keine. Erdarbeiten, Eichenholz und Beifuhren. Auf 8 Säulen, massiv, überwölbt, mit einer Orgelbühne und einem 330 Euss hohen Thurm, ziemlich reich mit Steinmezarbeiten verziert, (im Betrag von 7488 Thlr.) nebst Altar, Kanzel, Taufstein und Kirchenstühle. Mit zwei Thürmen von 180 Fuss, und Steingewölbe auf 11 Säulen Desgl. auf 1 Säulen mit 3 kleinen Emporen und einem hölzernen Tliurme, und bloss für 470 Thlr. Hausteine. Desgl., jedoch ohne Eichenholz. Erdarbeit, u. Beifuhr. Desgl. nebst Steinen, Eichenholz und etwas altem Material. Desgl. ohne letzteres. Mit einer Holzdecke mit vertieften Feldern, kleinem hölzernen Thurme, und bloss für 170 Tlialer Hausteine. Mit gewöhnlicher platten Decke, ohne Thurm, der alte beibehalten. Mit Felderdecke und kleinem Thürmchen. Desgleichen. Keine. Desgleichen. Desgleichen. Desgleichen. Massiv, einstöckig, mit einer Dach-Etage als Interims-Kaserne eingerichtet, in einer sehr theuren Zeit erbaut, gegenwärtig würden sie wohl um */ 5 wohlfeiler sein. Massive Umfassungsmauren, mit offener Decke aus leichten Hängewerken bestehend. Desgleichen, nebst Dachboden. Massiv, die 47 Fuss lange warme Abtheiluug mit eisernen Dachrüstung, beide mit eisernen Fensterrahmen. Desgleichen. Desgleichen. Eichenholz zu sänimt- licheu Arbeiten. Keine. Massiv, 16 Fuss im Dichten hoch, mit neuem Dachwerke. Massiv. Einstöckig in Fachwerke. Massiv, 31 Fuss hoch, mit offener Decke, Hängewerken und ungewöhnlich tiefen Fundamenten. Ab. Bezeichnung der einzelnen Gebäuden. Gross Länge in Kuss e ders Breito in Kuss elbeu Flächenraum i [] Kuss Kost Überhaupt Tlilr. en de Also j Tlilr. rselben ador L| Fus* Thr. Sg. Pf. 16 3. Gemnindebauten. Ein Pfarrhaus in Cohlenz .... 53 473 2517 7378 2,931 2 27 11 17 Ein Leichenhaus in Coblenz . . . 46 46 1587 3243 2,054 2 1 3 18 Ein Hospital zu Münster .... 52 39 202S 5020 2,475 2 14 3 19 Ein Schulhaus in Engers. 411 30.i 1265 1276 1,070 1 2 1 20 Ein desgleichen in 'Westerburg . 66i 30.} 2028 1354 1,008 1 — 2 21 Ein desgleichen in Kaerlich . . . 40i 24 972 1241 1,276 1 8 3 22 Ein Schulhaus in St. Sebastian . 31 28 868 1393 1,604 1 18 11 23 Fin desgl. in Kirchesch. ..... 32 32 1024 1405 1,372 1 11 2 24 Ein desgl. in Keil. 32 32 1024 1749 1,708 1 21 2 25 Ein desgl. in Kapellen. 361 28 1022 1824 1,784 1 23 6 26 Ein Schulhaus in Niederspai. . . 37 32 1184 1835 1,549 1 10 5 27 Ein desgl. in W 7 elling. 31 28'j 888 1507 1,697 1 20 u 28 Ein desgl. in Bell. 351 32} :i53 2057 1,784 1 23 6 29 Ein desgl. in Kalk. 40 28 1120 1274 1,137 1 4 1 30 Ein Schulhaus in Kehrig..... 401 29} 1206 1649 1,367 1 11 — 31 Ein desgl. in Mülheim. 45 32 1440 2358 1,637 1 19 1 32 Ein desgl. in Kettig . 39 34 1326 2428 1,831 1 24 11 33 Ein desgl. in Eich. 45 32 1440 2067 1,437 1 13 — 34 Ein Schulhaus in Ochtendung . 46 32} 1495 2479 1,683 1 19 8 35 Ein desgl. in Polch. 47 32 1504 2786 1,850 1 24 6 36 Ein desgl. in Obermendig. . . , 50 j 36f 1855 3797 2,046 2 1 4 37 Ein desgl. in Niedermendig . . . 54} 34 1853 3914 2,113 2 3 4 38 Ein Schulhaus in Nikenig .... 56 35} 1988 3987 2,005 2 — 1 39 Ein desgl. in Treis . 69 31 2113 4973 2,355 2 10 7 43 Nicht berechnete Leistungen des Bauherrn. B e m o r k u n g e n über die Bauart und Construction derselben. (Alle Dächer sind mit Schiefern gedeckt.) Desgleichen. Desgleichen. Desgleichen. Erdarbeit und Bei- fuhreu. Desgleichen. Desgleichen und Eichenholz. Massiv, zweistöckig, mit ziemlich elegantem Ausbau. Aus Fachwerk, in Form eines 6 Eckes mit hohem Mittelsaal. Desgleichen, solidem, jedoch ganz einfachen Einbau. Einstöckig mit einem Schulsaal, ohne Wohnung und Keller. Desgleichen. Zweistöckig mit einem Schulsaal, unten die Lehrerwohnung über einem gewölbten Keller, deräte Stock besteht aus Fachwerke. Erdarbeit u. Beifuhren Dgl. nebst Eichenholz Erdarbeit u.Beifuhren Desgleichen. Zweistöckig, der obere Stock aus Fachwerk. Massiv und zweistöckig. Desgleichen. Desgleichen. Desgleichen. Erdarb. u. Eichenholz Desgl. und Steine. Erarbeit, u. Beifuhren Desgleichen. Desgl. nebst Spritzenhaus und Abtritten im Souterrain. Desgl. ohne letztere, das ganze Gebäude aus Werkstücken. Desgl. nebst Gemeindehaus, ohne Keller alle Arbeiten in geringer Qualität. Desgl. u. Eichenholz Erarbeiten u. Beifuhr. Desgleichen. Dgl.Eichenh. u.Steine Desgleichen nebst Gemeindebackhaus. Desgleichen nebst Spritzenhaus. Desgleichen. Desgleichen. Erdarbeit u.Beifuhren Desgleichen. Erdarbeiten. i Erdarbeit, Beifuhr u. | Eichenholz. Desgleichen. Desgleichen nebst Wohnung für die Hebamme. 3 Schulsäle nebst 2 Lehrerwohnungen, 3 Keller, Spritzenhaus und 3 Ställe im Souterraim die Fenster vou Lohrglas. Desgl. nebst 3 Ställe im Souterraim Facade aus Werkstücken. ! Erdarb. u. Eichenholz !j ■ Keine. 3 Schulsäle und 2 Lehrerwohnungen. Desgl. nebst 2 Keller, die Fussboden von Eichenholz. 44 45 Grösse derselben Kosten derselben M Bezeichnung Also jeder [] F JSS Nicht berechnete Bemerkungen der einzelnen Gebäuden. Länge Breite eben raunt i. Überhaupt Leistungen des Bauherrn. über die Bauart und Construction derselben. (Alle Dächer siud mit Schiefern gedeckt.) in Fass in Kuss □ Kuss Thlr. Thlr. Thr Sg Pf. 40 Ein Schulhaus in Diblich .... 71 32 2272 5533 2,422 2 12 8 Desgleichen. Desgleichen. 41 Ein desgl. in Winningen .... 71 32 2272 5705 2,511 2 15 4 Desgleichen. Desgleichen. 42 Ein Schulhaus in Güls. 74 36 2684 6159 2,311 2 9 4 Desgleichen. t Schulsaal nebst Wohnung 1 Gemeindesaal nebst Stube für die Vorsteher, t Gemeindebackhaus nebst Wohnung für den Bäcker 1 Wachtstube 3 Keller. 43 Ein desgl. in Maien. 91 321 4363 10,785 2,471 2 14 1 Desgleichen. 6 Schulsäle, 5 Lehrerwohnungen, 1 Mehlwage, kostspielige S6S 12 44 Ein Försterhaus aut'dem Remstok 31 2S 1217 1,402 1 -- Alles Eichenholz. Das Erdgeschoss massiv, das andere Fachwerk. 45 Eine Pfarrscheune zu Niederlü- zingen... 38 35 1330 744 0,559 — 16 9 Erdarb. u. Beifuhren Massiv, 15 Fuss bis zu den Balken hoch, mit Stall. 46 Eine Pfarrscheune zu Itoll . . . 33 26 S58 524 0,610 — 18 3 Desgleichen. Desgleichen. 47 Eine desgl. in Wellig. 29 25 725 386 0,53 — 15 11 Desgleichen. Desgleichen, 15 Fuss hoch ohne Stall. 4S Schoppen und Stall in Nikenig . 43 17 731 459 0,627 — 18 9 Desgleichen. Desgleichen, mit einem Senkgebälke und Spritzenhaus. 49 Desgl. in Eich. 30 17 510 246 0,487 " 14 5 Desgl. und Steine. Desgleichen ohne letzteres. 4. Die Flächen der berühmtesten Kirchen in Europa von Herrn von Lassaulx. Quadfatfuss Die Grundfläche der grössten Piramiden in Egypten 376,016 J St. Peter in Rom ------ 151,323 j Moschee in Cordova ------ 129,013 Dom in Sevilla ------- 90,184 Dom in Mailand 87229 Notre Dam in Paris - - Dom in York - - - St. Paul in London - - Dom in Antwerpen - - Dom in Speier - - - Quadratfuss 53,161 52,868 - 52,054 50,442 - - - - 45,615 St. Paulus ausserhalb Rom - - - _ 75,883 Dom in Florenz ______ 63,877 Dom in Cöln ------- 62,918 Friedensteinpel in Rom _ 56,717 St. Sophia in Constantinopel - 56,575 Münster in Ulm Dom in Strasburg - - St. Genoveva in Paris I St. Sulpiz in Paris - - | Dom in Mez - - - 43,506 41,702 41,107 40,626 - 38,161 $ 46 Quailratfuss Dom in Mainz ------- 37,506 St. Stephan in Wien ------ 32,400 Westminster in London ----- 32,189 Moschee yon Soiiman II. in Constantinopel - - 31,262 Dom in Magdeburg ------ 31,006 Dom in Freiburg 30,101 Frauenkirche in München ----- 29,802 Dom in Paterborn ------ 26,833 D om in Como ------- 26,579 Maria Maggiore in Rom ----- 25,370 Dom in Worms- 22,978 St. Laurentius in Nürnberg - 21,730 Kirche in Xanten ______ 20,659 Neue St. Madelaine in Paris (aussen 91,550) - 19,456 Klosterkirche zu Limburg an der Hardt - - 19,208 Maria am Capitol in Cüln ----- 19,129 Pantheon in Rom 19,092 Klosterkirche zu Altenberg - 18,432 St. Sebald zu Nürnberg _____ 17,361 Apostelkirche zu Cüln _____ 15,087 Neue katholische Kirche in Darmstadt - - - 14,401 Moschee von Sultan Achmed in Constantinopel - 14,210 St. Cunibert in Cüln ------ 13,761 St. Elisabeth in Marburg ----- 12,322 Stiftskirche in Oberwesel ----- 12,205 St. Stephan in Mainz ------ 12,175 Stiftskirche in Cleve ------ 12,083 Klosterkirche zu Laach ----- 11,841 Neue katholische Kirche in Elbei’feld - - - 11,785 Gross-Martin in Cüln ------ 10,045 47 Quadratfinw Dom in Limburg an der Lahn - - - 9835 Dom in Aachen (vor seiner Yergrösserung) - - 9705 St. Martin in Münstermaifeld - - - - 9284 St. Castor in Coblenz - - - - - - 8899 Pfarrkirche in Aarweiler - - - - - 8332 St. Gereon in Cüln - - - - - - 8084 St. Florin in Coblenz - - - - - - 7496 Liebfrauenliirche in Coblenz- - - - - 6741 Pfarrkirche in Andernach - - - - - 6700 Neue Kirche in Treis an der Mosel - - - 6334 Neue Kirche zu Güls an der Mosel - - - 6180 Franziskanerkirche zu Andernach - - - - 5937 Jesuitenkirche zu Coblenz - - - - - 5835 Pfarrkirche zu Sinzig - - - - - - 5402 Pfarrkirche zu Maien - - - - - - 5033 Pfarrkirche zu Boppart - - - - 4812 Stiftskirche zu St. Goar - - - - - 4336 Neue Kirche zu Cobern an der Mosel - - - 4187 Neue Kirche zu Valwig an der Mosel - - - 2894 Neue Kirche zu Capellen - - - - - 2392 Die Länge und Breite dieser Kirchen ist also hier angegeben, und man darf sie nur noch mit einer Zahl multi- pliciren, so hat man den Preis der Kirchen in Thalern. Aber dieser Preis ist wohl in den meisten Fällen nicht auszumitteln, weil man sich in früheren Zeiten sehr schlecht auf die Preise der Kirchen verstand. Bei der Rechnungsablage über die Preise der Kirchen hat man natürlich die Preisen mit angegeben, aber sie sind verhornmen, und es gibt nur noch einige, wovon sich noch der Preis erhalten hat. 48 Die Kirche in Treis liostet mit den Erdarbeiten und Mobilien 33,492 Thlr. Sie bat 6334 Quadratfuss Inhalt, folglich liostet der laufende Fuss 5,829 Thlr. Hingegen kostet die Kirche in Güls nur 14,156 Thlr. mit den Erdarbeiten. Sie misst 4920 (Juadratfuss und kostet daher 2,877 Thlr. der laufende Fuss. 34 . Die Kirche in Treis an der Mosel, 8 Stunden von Coblenz. Herr Bauinspector von Lassaulx hat im vierten Heft der rheinischen Provinzialblättern (1835) Nachrichten mitgetheilt, über die zu Treis an der Mosel neuerbauten Kirche, an der im Jahr 1824 der Grundstein gelegt, und die im Jahr 1831 vom Bischof von Trier eingevveiht wurde. In einem Kupferblatte hat Herr von Lassaulx diese Kirche dargestellt. Die Höhe des Thurms ist 234 rheinische Fuss. Die Höhe des Mauerwerks bis zum Dache ist 110 Fuss. Die Höhe der achteckigen Nadel ist 124 Fuss. Ausser dem Aufrisse stellt die Figur den Grundriss dar, der 150 Fuss lang, und mit den Strebepfeilern 72 Fuss breit ist. Dies ist also eine Länge und Breite wie die Lambertus- kirche in Düsseldorf hat, nur ist der Thurm dieser letztem etwas niedriger, denn er ist nur 210 Fuss bis zur Spitze hoch, und der Thurm in Treis ist 234 Fuss hoch. Der Tempel der Minerva in Athen, der vor 2300 Jahren erbaut wurde, und der noch in Buinen da steht, hatte 217 Fuss Länge, 98 Fuss Breite und war 65 Fuss hoch. Das Aachener Schauspielhaus hat 208 Fuss Länge, 83 Fuss Breite und 63 Fuss Höhe. Dabei hat es einen Portikus von 8 Dorischen Säulen. Man muss, um die Werke der Baukunst zu erklären, damit anfangen ihre Länge und Breite mit anderen Werken der Baukunst zu vergleichen. Die Höhe der Kirche zu Treis ist bis zum Dache 50 rheinische Fuss. Die Höhe des Portals am Thurme ist 42 rh. Fuss, und ist ganz aus rheinischer Basaltlava erbaut, und nimmt fast die ganze vordere Breite des Thurms ein, welche 21 Fuss ist. Durch die überwölbte Halle tritt man in die Kirche, welche aus drei Wölbungen besteht. Das mittlere Gewölbe wird von 33 Fuss Weite und 48 Fuss Höhe getragen. Die beiden andern Gewölbe betragen 12 Fuss Weite und 40 Fuss Höhe. Das Ganze ist mit Gurten gewölbt. Zwei Männer verloren durch Unvorsicht das Leben, weil sie sich nicht strenge genug an der Vorschrift hielten, die ihnen Herr von Lassaulx gemacht hatte. Das Chor hat keine Fenstern, sondern es empfängt sein Licht von oben, welches eine herrliche Wirkung thun soll. Im Eingänge des Chors steht rechts der Taufstein und links die Kanzel. Neben dem Thurme geht links eine Wendeltreppe für die Orgel hinauf, und rechts ist die Chorkammer, welche überwölbt ist. Die Fenstern haben im Lichten 22 Fuss Höhe und sind durch einen Mittelpfosten in 2,J Fuss Weiten geschieden. Die Tafeln sind von Loorglas und haben 2J Fuss Quadrat und sind aus kleinen Scheiben zusammengesetzt. Die Ränder sind aus farbigem Glase in folgender Art verziert. Es wurden nämlich mit schwarzer Oelfarbe leichte Verzierungen darauf gemalt, was mittelst Nachzeichnung unterlegter Mustern auf eine leichte Weise geschah. Was aber Herr von Lassaulx seine Darstellung merkwürdig macht ist der Preis, den die einzelnen Sa- 4 50 eben gekostet haben, und woraus hervorgebt, dass die Gesammtkosten der Kirche sich auf 33,492 Thlr. stellen. Dies ist noch nicht so viel wie das Pallai Bourbon in Paris jährlich an Miethe kostet. Denn es trägt jährlich 34,6(56 Thlr. Miethe. Herr von Lassaulx sagt: Auch die Constructionen dürfen manches Neue darbieten z. B. die zur Orgel führende, frei vor der Mauer schwebende Treppe, welche auf eine ganz einfache Weise aus leichtem Holz zusammengesetzt ist. Die verschiedenen, ebenfalls aus leichten Hölzern bestehende Dachverbindungen, besonders jene an der 124 Fuss hohen Thurmspitze, die nicht über 1000 Fuss Tannenholz beträgt, und mit Schieferbedeckung, Blei, Eisen, kurz mit allem Zubehör noch nicht völlig 1400 Thlr. kostete. Sämmtliches Mauerwerk enthält 1194 Schachtruthen. Nämlich 541 an den stellenweisen 14 Fuss tiefen Fundamenten und 633 Schachtruthen, (also nur j mehr), über den Boden. Die Gewölbe messen in plano 45j Quadratruthe. Alle Mauerarbeiten wurden unter Aufsicht eines Meisters, im Tagelohn mit grosser Sorgfalt ausgeführt, und haben mit Inbegriff des Verputzens und Anstrichs an Arbeitslohn 7283 Thlr. gekostet. An Materialien hat es 1365 Schachtruthen Bruchsteine, 1345 Berl. Tonnen Kalk, 492 Schachtruthen Sand, 27,375 sogenannte Sandsteine von Engers, jeder 1 Fuss lang 6 Zoll breit und 5 Zoll dick, nur 4615 Thlr. gekostet. Zusammen also 11,898 Thlr. Das Portal, aus Menniger Basaltlava kostet 682 Thlr. Jede Säule 100 Thlr. Der Arbeitslohn eines Fensters aus Trierischem Sandstein 50 Thlr. Vom Bogengesims jeder laufende Fuss 1 Thlr. An den Gräten der Fuss von 5 bis zu 10 Sgr., je nach ihrer einfacheren oder reicheren 51 Profelirung, jeden Cubikfuss dieses Steins 8J- liis 8J Sgr. Siimmtliche Steinmetzarbeiten endlich 7488 Thlr. Das Dachwerk der Kirche erforderte 2828 Cubikfuss und 11,713 laufende Fuss Tannenholz. Jenes des Thurms 1074 Cubikfuss und 4323 laufende Fuss. An Arbeitslohn wurde jeder laufende Fuss am Kirchendach mit 7 Pfennige; am Thurm mit 2 Sgr. Jeder Cubikfuss Tannenholz mit 8 Sgr. im Werk gemessen. Die ganze Zimmerarbeit mit 1785 Thlr. bezahlt. Alle Dächer sind mit Schiefer bedeckt, jenes der Kirche misst 80 Quadratruthen. Das des Thurms 26 Quadratruthen. Die Kosten betrugen mit Inbegriff der Verschalung und Verbleiung aller Firste und Gräte 1972 Thlr. Der Altar kostete 150 Thlr. Ein Crucißx über Lebensgrösse, aus Heilbronner Sandstein 134 Thlr. Die Kanzel 250 Thlr. Drei Beichtstühle aus Eichenholz 175 Thlr. Jeder Kirchenstuhl an Arbeitslohn 6 Thlr. 15 Sgr. Von der Orgeltreppe jede Stufe 3 Thlr. 5 Sgr. Die ganze Tischlerarbeit 2864 Thlr. Sämmtliche Schlosser und Schmiedearbeit 1552 Thlr. Jene des Glasers 612 Thlr. Der Oelanstrich, das Firnissen der Stühle u. s. w. 559 Thlr. Die Gesammtkosten stellen sich endlich auf 33,492 Thlr. Nämlich: die veranschlagt gewesenen Arbeiten 28625 Thr. Der Ankauf der Baustelle 586 Thlr. Das Ausgraben der Fundamente, Zufuhr der Steine, des Wassers und dgl. (was von der Gemeinde Frohndenweise hätte geschehen sollen) 2433 Thlr. Die Anschaffung sonstiger Kirchengeräthe und ähnliche Ausgaben zur reicheren Verzierung der Kirche 1848 Thlr. 52 So weit Herr von Lassaulx. Die 124 Fuss hohe Thurmspitze kostet noch nicht völlig 1400 Thlr. Dieses ist etwas, was sehr merkwürdig ist. Der Arbeitslohn mit Inbegriff des Verputzens und Anstrichs kostet 73S2 Thlr. Die Hausteine, Sandsteine und Kalk, kosten 4615 Thlr. Also alles zusammen genommen 13,298 Thlr. Sämmtliche Steinmezarbeiten 7488 Thlr. Sämmtliche Zimmerarbeiten 1785 Thlr. Alle Dächer mit der Verbleiung 1972 Thlr. Sämmtliche Tischlerarbeit 2864 Thlr. Sämmtliche Schlosser und Schmiedearbeit 1552 Thlr. Sämnitliches Glas mit der Einsetzung 612 Thlr. Der Oelanstrich und firnissen der Stühle 559 Thlr. Das ganze der Kirche mit den Nebenarbeiten endlich 33,492 Thlr. Das Palais Bourbon in Paris wo die Deputirten versammelt sind, kostet jährlich 34,666 Thlr. Miethe. Zahlen entscheiden. 35 . Die Kirche in Treis verglichen mit der Instand- stellung anderer Gebäuden. Das ist ein Vortheil, dass Herr von Lassaulx die Zahlen bekannt gemacht hat, welche die Kirche in Treis kostet, und die Leichtigkeit, womit man dadurch andere Kirchen vergleicht, welche auch genaue Zahlen haben. In der Staatszeitung vom 15. Juni 1835, steht der Dombau in Magdeburg, der ganz in Verfall war, und worauf der König 221,000 Thlr. verwendet hat. Der Dom in Magdeburg gehört zu den schönsten Gothi- schen Kirchen die man hat, und er ist mit 2 hohen Thürmen aufgeführt. 53 Die Sandsteine sind wahrscheinlich aus der sächsischen Schweiz, weil da die Elbe durchfliesst, und sie bis Magdeburg einen äusserst leichten Transport haben, weil es die Elbe heruntergeht. Die Kirche in Treis ist 150 Fuss lang und 72 Fuss breit. Die Höhe des Thurms ist 234 Fuss. Sie kostet 33,51X1 Thlr. Der Dom in Magdeburg kostet an Wiedei’instandstellung die Summe yon 221,000 Thlr. Hiernach lässt sich nun leicht berechnen, welches die Kosten der Kirche in Treis und die Kosten der Instandstellung des Doms in Magdeburg sind. Eben so wird am Cölner Dom jährlich für ungefähr 12.000 Thlr. in Stand gesetzt, und dieses dauert schon 8 Jahren und ist noch lange nicht vollendet. Also im Ganzen über 100.000 Thlr. Ueberhaupt bemerkt man bei den Werken der gothischen Baukunst, dass sie im Innern sehr gut erhalten sind; aber im Aeussern sind sie vielfach verwittert, welches daher kommt, dass sie 4, 5 bis 6 Jahrhunderte stehen. Man hat nun von Aussen Bausteine genommen, die der Verwitterung ausgesetzt sind; und dieses ist die Ursache, warum die Werken der gothischen Baukunst so sehr verfallen sind. Anders war es mit den Werken der griechischen Baukunst. Der Tempel der Minerva in Athen, der *300 Jahren steht, hat Säulen von weissem Marmor. Diese sind noch so gefügt, dass sie im Lothe da stehen. Die Quirinskirche in Neuss ist eine der schönsten Kirchen am Niederrhein. Sie hat 207 Fuss Länge und 100 Fuss Breite. Aber so schön auch das Innere der Kirche ist, so ist sie von Aussen mit Tuffsteinen aufgeführt die sehr weich, und 54 daher der Verwitterung sehr ausgesetzt sind. Sie steht ungefähr 600 Jahr. Man soll nun, (wie man sagt) 27,000 Thlr. hergeben, um die Kirche von Aussen in Stand zu setzen. Ich wäre der Meinung, dass man yon Aussen alles schadhafte ahbräche, und von Lava aus Niedermendig wieder aufbaute. Denn häme die Kirche weniger, weil das Innere stehen blieb. Nur würde sie denn nicht die gelbe Farbe der Tuffsteine bekommen, sondern die schwarzgraue Farbe des Nieder me ndiger Lavasteins. Die Quirinskirche ist grösser wie die Kirche in Treis. Sie hat 207 Fuss Länge, und die in Treis nur 150 F’uss. Die Breite der Kirche in Neuss ist 100 Fuss, die Kirche in Treis hat nur 72 Fuss Breite. Man könnte dann die Laven so hauen, dass sie dieselbe Wirkung thäten; wie auch jetzt, nur würden sie fester sein wie die Tuffsteine, und hiernach müsste man denn die Einrichtung treffen. Man sagt: die Quirinskirche in Neuss koste 500,000 Thr. Diejenigen, so Verstand vom Bauen haben, werden dieses schwerlich glauben. Zu Heisterbacb 2j Stunden von Bonn, stand eine Kirche die mit Laven erbaut war. Sie wurde im Jahr 1287 von den Aachener Bürger erbaut , w r eil der Graf von Jülich in diesem Jahre in Aachen erschlagen wurde. Also steht sie über 500 Jahre. Bei Heisterbach an den sieben Bergen ist auch Lava, und von dieser Lava wurde die Kirche erbaut. Obschon diese Kirche schon über 500 Jahren da stand, so ist ihre Lara doch im geringsten nicht verwittert. 55 Das Kloster wurde aufgehoben, und da cs allein lag, da wurde die Kirche verkauft und abgebrochen. Die Steine wurden bei dem Canal von Neuss gebraucht, der im Jahr 1808 sollte erbaut werden, um den Rhein mit der Maas zu verbinden. Uebrigens muss man, wenn man auch ganz ehrlich ist, mehr Geld an Reparaturen ausgeben, als wenn man neu baut. Dieses ist in der Regel, weil beim Neubau alles schärfer ineinander greift als bei der Reparatur, auch wenn man ganze Gewänder neu baut. 36 . Der Bau der Kirche in Güls. Auch die Kirche in Güls bat Herr von Lassaulx abgebildet. Sie hat 2 Thürme und wird 14,156 Thlr. kosten, da sie tiefere Fundamente und steinerne Hauptgesimse erhalten hat. Im Herbste von 1836 ging ich von Coblenz die Mosel herauf nach Güls und besah die neue Kirche. Sie ist sehr schön und würde dieses Jahr fertig geworden sein, wenn es nicht an Geld gefehlt hätte. 37 . Das Elberfelder Rathhaus. Das Elberfelder Rathhaus gehört mit zu den schönsten Gebäuden in Deutschland. Es hat 148 Fuss Fronte, und ausser dem Erdgeschoss noch 2 Etagen, und kostet wenn es fertig ist 130,000 Thlr. Der Baumeister Krämer von Aachen der das dortige Schauspielhaus, und das neue Regierungsgebäude aufführte hat die Zeichnung davon gegeben, und die Ausführung geleitet. Fünf Achtlhcile desselben sind bereits fertig, und f- wer- den noch gebaut und dann sind diese 148 Fuss rollendet, die es auf der Zeichnung einnimmt. Jetzt haben die vollendeten ungefähr 75,000 Thlr. gekostet, und die Bürgermeisterei ist schon seit 3 Jahren eia- gezogen. Han hat eine sehr grosse Sorgfalt auf die Steine gelegt, denn bei einem solchen Gebäude muss man sehr sorgfältig auf die Güte der Steine Acht habeni damit dieselbe, wenn dieses Gebäude einige Jahrhunderte steht nicht verwittern. Denn, ist einmal die Verwitterung da, denn hat ein solches Gebäude bald sein Ende erreicht. Zuerst gebrauchte man Steine, die bei Werden an der Ruhr gebrochen wurden, welche zwar sehr schön sind, aber 3 bis 4 Stunden mussten gefahren werden. Dann kamen Steine in Vorschlag, w'elche zu Hagen gebrochen wurden. Es waren wahrscheinlich Sandsteine. Allein dieses ging auch nicht; weil der Transport zu theuer war, und die Steine waren zu weich. Endlich sagte man, dass eine Stunde von Elberfeld ein sehr schöner Sandstein gebrochen würde, welcher, wenn er aus einer Tiefe von 50 bis 60 Fuss zu Tage gebracht würde, sehr vortheilhaft gebraucht werden könne. Denn nach dem Tage hin sei er wie alle Sandsteine mürbe. Aber in der Tiefe von 50 bis 60 Fuss höre dies auf, und er verhärte sich innerhalb einem Jahr. Denn ist noch der Vortheil da, dass er nur eine Stunde Transport gebraucht, und auf einem Berge gebrochen wird, worüber die Kohlen-Chausse geht. Der Transport war also sehr leicht, indem es immer bergab geht. Es wurden sehr schwere Steine nach Elberfeld gebracht. Es waren Steine von 16 bis IS,000 Pfund; gerade so wie die Säulen des Schauspielhauses in Aachen. Obschon das Bathhaus keine Säulen hat, so hat es doch einen Balkon, 57 welcher aus 3 Steinen besteht, wovon jeder 16 bis 18,000 Pfund wog. Das ganze Rathliaus ist von Hausteinen aufgeführt. Diese sind so dicht aneinander gefügt, dass man z w i - sehen den Fugen gar heinen Kalk sieht. Alle Fenster sind Bogen und in der obersten Etage ist Bogen an Bogen. Dieses tliut eine herrliche Wirkung, und ein solches Rathhaus macht der Gemeinde Ehre. Zu den Fenstern hat man ordinaires Glas genommen. Wahrscheinlich um eine bessere Sorte einsetzen zu lassen, wenn das ganze Gebäude fertig ist. Ich bin der Meinung, dass sich rothes Glas sehr schön ausnähme, wie man dieses hei dem Hause im Bosch bei Harlem, und an dem Hause beim Jungfrauenstieg bei Hamburg sieht. Diese rothen Glasfenster sehen sehr schön aus. 38. Die Wohnhäuser von Elberfeld. Man hat immer gesagt, dass es in Elberfeld so theuer bauen sei. Dieses kann wohl früher der Fall gewesen sein, wie man noch keine Nachrichten über die Baupreisen hatte. Hölzerne Häuser kosteten in vorigen Zeiten 30, 40 bis 50,000 Thlr. Jetzt ist dies freilich anders, und man hat jetzt in Elberfeld eben so wohl wohlfeile Häuser wie in Düsseldorf; woran aber die Baumeister wenig verdienen. Hier in Düsseldorf sind die Baumeister meistens Bankerot gegangen, woran nun freilich das Geldleihen mit eine Hauptursache war, denn sie besassen nicht so viel Geld, um ein Haus fertig zu machen. 58 Das Museum von Elberfeld, welches jetzt 15 Jahren steht, und welches damals 60 bis 70,000 Thlr. kostete, wurde vor 3 Jahren für 32,000 Thlr. verkauft. Der Berliner Hof, dem Rathhause gegenüber, wurde für 15,000 Thlr. verkauft. Dieses Haus hat 38 Zimmern, aber keinen Garten. Der Hausplatz wurde für 10,000 Btbr. Berg, oder 7962 Thlr. Preuss. angekauft, und das Haus kam dem Ankäufer vor 10 Jahren 21,000 Thlr. Preuss. Der Herr vom Bath verkaufte sein Haus in Elberfeld für 32,000 Thlr. Es liegt mitten in der Stadt, und hat einen Garten, der 2 Morgen gross ist. Kleinere Häuser, die 12 bis 14 Zimmern haben, kauft man jetzt in Elberfeld Für 6 bis 8000 Thlr. Es ist sehr nachtheilig für das Bauwesen in Elberfeld, dass man so schlechte Ziegeln hat. Der Sand, der zum Ziegeln gebraucht wird, taugt nichts. Die 1000Ziegeln kosten 7 bis 8 Thlr. Die rauhen Steine kosten zu viel am Tagelohn, und (es klingt sonderbar, aber es ist so), das wohlfeilste Gebäude in Elberfeld ist das Kathhaus. Uebrigens wird hier bei weitem der grösste Theil der Häuser von Holz gebaut, und nicht allein das Dach, sondern auch die Aussenwände des Hauses mit Schiefer bekleidet. Man kann annehmen, dass in Elberfeld von 100 Häuser 99 auf diese Art gebaut sind. Die hölzernen Häuser werden mit sehr vieler Sorgfalt gearbeitet, und sehen sehr nett aus. Nur ist die Brandgefahr sehr bedeutend, und im Jahr 1688 brannte Elberfeld bis auf wenige Häuser ab. 39. Das Gemarker Rathhaus. Das Gemarker Rathhaus gehört mit zu den schönsten Gebäuden am Rhein. Es wurde im Jahr 1793 erbaut. 59 Herr Brett, ein Kaufmann, baute dasselbe. Als er todt war, da verkaufte seine Tochter dasselbe für 33,000 Thlr. Preuss. an die Gemeinde von Barmen. Es kostete neu 70 bis 80,000 Thlr., und ist, ganz von Hausteinen aufgeführt, welcher in der Grafschaft Mark gebrochen wurde. Es ist das erste Gebäude, welches man auf Gemarke von Hausteinen aufführte. Der sogenannte Wunderbau in Elberfeld ist ungefähr 50 Jahren älter. Dieser ist von Kalksteinen aufgeführt, und das Gemarker Rathhaus von Sandsteinen. Es hat vorn nach der Strasse, rechts und links einen Flügel, die aber allein da stehen. Diese Seitenflügel sind auch von Sandsteinen aufgeführt. Das Rath haus hat 90 Fuss Länge, und thut eine herrliche Wirkung. Es hat einen Garten, der bis zum Mühlenstrange läuft, und ungefähr 2 Morgen Fläche hat. Das sonderbare ist, dass seit 45 Jahren, als das Bretsche Haus gebaut wurde, gar nicht mehr mit Hausteinen gebaut wurde. Nur einige wenige Häuser wurden mit Ziegeln gebaut. 40. Die neue Kirche, die neue Schule in Hamm u. s w. Die Kirche in Hamm kostet 12,500 Thlr. Dieselbe ist, weil die alte baufällig war, vor einigen Jahren neu gebaut worden. Das neue Schulhaus in Hamm kostet 4200 Thlr. und das neue Schulhaus in Pempelforth an der Landstrasse, die nach Elberfeld führt, kostet 4100 Thlr. Was die Loretto-Kirche in Bilk kostet, weiss ich nicht; dieselbe ist jetzt 100 Jahre alt. Sie hat eine ausserordentlich schöne Kanzel, mit Schnitzwerk verziert. Diese Kanzel steht erst 3 Jahre. 41. Das Aachener Schauspielhaus. Das Aachener Schauspielhaus wurde von Herrn Kremer (der jetzt Bauinspector in Aachen ist), gebaut. Dasselbe kostet 100,000 Tldr. Es ist 208 Fuss lang, 83 Fuss breit, und bis zum Giebel 63 Fuss hoch. Der Minervatempel in Athen, war 217 Fuss lang, 98 Fuss breit und 65 Fuss hoch. Man kann also annehmen, wenn man das Aachener Schauspielhaus sieht, dass man die nämliche Dimension hat, wie beim Minervatempel in Athen, der vor 2300 Jahre erbaut wurde. Wenn man annimmt, dass das Schauspielhaus den Raum von 12 Häusern einnimmt, und jedes davon wäre 34 Fuss breit und 42 Fuss lang, so käme jedes dieser Häuser 8000 Thlr. Ein Preis der etwas höher ist wie der in Düsseldorf. Das Aachener Schauspielhaus ist auf einen Rost gebaut 5 der 4000 Thlr. kostete, weil der Boden sumpfig war. Denn hat es ein Schieferdach, ein Umstand, der mit zur Theurung des Gebäudes beiträgt, da ein Schieferdach noch dreimal so theuer ist wie ein Ziegeldach. Das Aachener Schauspielhaus hat 8 Säulen im Fronton. Jede Säule besteht aus 10 bis 12 Stücken von grauem Marmor, welcher in der Gegend von Aachen gebrochen wird, und jedes Stück wiegt 20 bis 22,000 Pfund. Diese Säulen sind canilirt und haben unten einen Sokel und oben ein jonisches Capital. Sie sind mit Bleiweiss angestrichen, wovon sie die weisse Farbe haben. Im Minerventempel stand die Säule der Minerva. Sie war 46 Fuss hoch, und ein Meisterstück von Phidias, welche von 61 Elfenbein gebildet war, reich mit Gold verziert, dessen Gewicht 40 bis 44 Talente betrug. Nach Barthemely betrug das Gold an Werth 741,000 Thlr. Ein Zeichen, dass damals der Handel Gold eintrug, denn Athen war ein handelnder Staat, der aber 400,000 Sklaven hatte. Der Portikus am Aachener Schauspielhause von 8 dorischen Säulen, wo jeder Stein 20 bis 22,000 Pfund wiegt, kostet 11,000 Thlr. und zwar vom Fusse bis aufs Dach. Zahlen entscheiden, kann man auch hier sagen, wo von Marmorbrüchen die Rede ist, die ähnlich sind mit den Marmorbrüchen von Athen. 42 . Die neue katholische Kirche in Dresden. Im Jahr 1756 wurde der erste Stein zur katholischen Kirche in Dresden gelegt, und im Jahr 1763 betrugen die Kosten derselben 900,000 Thlr. Dieses ist sehr billig, aber dies kommt daher, dass man Pirnaer Sandstein dazu gebrauchte, welcher 4 Stunden von Dresden, an der Elbe gebrochen wird, und die Elbe herunter bis Dresden nur eine sehr geringe Fracht hat. Das Innere der Kirche besteht ganz aus Pirnaer Sandsteine, welcher in Stücken gebrochen wird, die 2 Fuss lang und 1 Fuss kantig sind, jeder dieser Steine kostet 2 gute Groschen oder 2£ Sgr. Dies ist sehr wohlfeil. Die Säulen kommen ebendaher, und die Heiligenbilder, die oben auf der Kirche stehen, sind auch von diesem Sandsteine. 64 Heiligen sind von Matielli nach Torellis Zeichnung aus Sandsteinen gearbeitet. Sie stehen oben auf dem Kirchendach. 63 Die grösste Sorte dieser Heiligenbilder kostet 900 Thlr. jedes, und die kleinere 500 Thlr. Wenn man jedes im Durchschnitt zu 700 Thlr. annimmt, so kosten diese 64 Heiligenbilder 44,800 Thlr. Der Thurm ist 302 Fuss hoch; also noch 68 Fass höher wie der Thurm an der neuen Kirche in Treis, deren Thurm* spitze 124 Fuss hoch ist, und nur 1,400 Thlr. kostet. Die anderen Kirchen in Dresden sind, was ihre Länge und Breite betrifft nicht angegeben. Aber die Leute, so über die Kirchen schreiben, scheinen keine genaue Zahlen zu haben, und dieses ist freilich sehr schlimm. 43 . Das Schloss in Coblenz. Das Schloss in Coblenz wurde yoni Jahr 1776 bis 1786 gebaut, und kostet, wie mir Herr Bauinspector von Lassauls sagte, 1 Milk 200,000 Thlr. Trierisch, welches 1 Mill. Thlr. Preussisch ist. 44 . Das neue Schloss in Braunschvveig. Bekanntlich wurde im Jahr 1830 das Schloss in Bi’aun- schweig in Brand gesteckt, und da sich der Herzog flüchtete, so wurde ein jüngerer Bruder von ihm, der damals in Berlin war, hingerufen, und der König von England, welcher Chef des Hauses ist, übergab demselben das Herzogthum , mit Ausschluss seines Bruders. Als nun die Stände versammelt waren, da wurde ihnen vorgeschlagen, ein neues Schloss zu bewilligen. Sie bewilligten 900,000 Gulden oder 600,000 Thlr. Pr. und damit wurde im Jahr 1837 das Schloss schon unter Dach gesetzt. Doch muss, ehe es fertig ist, noch einmal 600,000 Thlr. daran verbaut werden: so dass das Ganze 1 Milk 200,000 Thlr. kommt. Das neue Schloss heisst die Wilhelmsburg, und ist ein herrliches Gebäude. Es ist vom Hofbaumeistcr Ottmcr gezeichnet, und in Paris von Herrn Salathe gestochen. Der Kupferstich ist 27 Zoll breit und 16f Zoll hoch. 45 . Das Pantheon in Paris. Das Pantheon oder die Gcnofevakirchc in Paris gehört mit zu den schönsten Gebäuden in Europa. Es liegt in der Vorstadt St. Jakob, und ist bekanntlich die ehemalige Genofevakirche. Der Baumeister des Pantheons war Jacjues Gcrmain Soufflot. Er starb vor der Vollendung, doch folgte man seinem Plane bis auf wenige Kleinigkeiten bis ans Ende. Im Jahr 1764 legte Ludwig XV. den ei’sten Stein dazu und im Jahr 1786 war es so weit vollendet, wie es jetzt ist. Im Jahr 1790 schwankte das Pantheon. Dies war ein sehr übler Umstand, denn es war der Gefahr ausgesetzt, einzufallen. Es wurde nun eine Commission über diese Schwankungen niedergesetzt, und zu dieser gehörte auch Prony. Dieser sagte: vor allen Dingen sei es nöthig, dass man diese Schwankungen ganz genau durchs Loth eriühre, und er schlug vor, 4 Lothe in der Kuppel aufzuhängen , welche denn angeben sollten, welches die Schwankungen wären. Unten auf dem Boden liess er die Lothe auf Rillen gehen, die im Stein befestigt waren. Dieses geschah, aber das Ergebniss ist mir nicht bekannt. Im Jahr 1815, wie ich in Paris war, hatte man unter der Kuppel Bogen ausgespannen, um sie zu erhalten, wodurch denn das Pantheon sehr viel von seiner ursprünglichen Schönheit verlor. Der Stein, welchen man sich beim Bauen desselben bediente, ist ein junges Kalkflöz, welches man in 90 bis 100 64 Fuss Tiefe unter Paris bricht, und welches so weich ist, dass man es mit der Säge schneiden kann. An der Luft verhärtet sich dieser Stein. Aber dennoch scheint es mir, dass man zu einem Gebäude, wie das Pantheon ist, festere Steine nehmen musste. Die Figur des Pantheons ist die eines Kreuzes, in dessen Mitte der Dom mit der Kuppel steht, welche von 32 corin- tischen Säulen getragen wird. Sie ist abgebildet in meinen Briefen aus Paris im Jahr 1804. Dortmund bei Mallinkrodt. Die Länge des Pantheons ist 339 Fuss, und seine Breite 253 Fuss. Die Höhe, vom Pflaster bis zur Windfahne ist 2S2 paris. Fuss. Also noch 7 Fuss niedriger als der Schornstein, welcher zu Wornester in England gebaut wurde, und 289 paris. Fuss hoch ist. An der Abendseite hat es einen schönen Porticus, den 18 canilirte corinthisclie Säulen tragen. Jede dieser Säulen hat 5£ Fuss Durchmesser und 58 Fuss Höhe. Der Portikus hat eine Länge von 112 Fuss und eine Tiefe von 36 Fuss. Man sagt: das Pantheon habe 25 Mill. Francs gekostet, welches, wenn man 15 Francs zu 4 Thlr. annimmt, 6 Mill. 666,666 Thlr. preuss. sind. Das Pantheon ist 41,107 rh. Quadratfuss, und mit 201 multiplicirt, gibt 8 Mill. 262,507 Thlr. preuss. Dieses scheint mit der St. Paulskirche in London übereinzustimmen. Nur ist bei der St. Paulskirche bessere Steinart. 46. Die St. Paulskirclie in London. Christoph Wreen war der Baumeister der St. Paulskirche in London. Er legte den Grundstein den 21. Juni 1676 und war auch bei der Einweihung gegenwärtig, welche 1710 war. Der Bau der Kirclie gebrauchte 34 Jahre. Sie wurde von Portlandsteinen gebaut, und misst von Osten nach Westen 500 engl. Fuss. Die breite ist 250 engl. Fuss. Der Kostenaufwand dieser Kirche hat (nach dem Con- versations - Lexicon) 736,752 Pfd. Sterl. betragen, welches, das Pfd. zu 7 Thlr. gerechnet, 5 Millionen 157,264 Thaler Preuss. sind. Im Conversations-Lexicon vom Jahr 1830 wird der Kostenaufwand mit 1 Mill. 500,000 Pfd. angegeben, welches 10 Mill. 500,000 Thlr. Preuss. sind. Die letzte Angabe weicht ja von der ersten um das Doppelte ab. Wer hat nun Recht? Die St. Paulshirche hat 52,054 engl. Quadratfuss Fläche. W 7 enn nun diese letzte Angabe der Kosten richtig ist, so kommt der laufende Fuss an derselben 201 Thlr. Wahrscheinlich ist die letzte Angabe die richtige. Die Länge der Kirche ist 500 engl. Fuss, den Fuss zu 135,15 paris. Linien gerechnet. Ihre Breite ist 250 Fuss und ihre Höhe (vom Pflaster bis ans Ende des Kreuzes) sind 340 Fuss, und der Durchmesser ihrer Kuppel ist 145 Fuss. 47 . Die St. Peterskirche in Rom. Die St. Petershirche in Rom ist das grösste Gebäude das man in Europa hat, und ist vielleicht das schönste Gebäude in der Welt. Braman te begann den Bau, 1. J. ihm folgte Sangallo und Per uzzy. Aber den grössten Theil der Zeichnung lieferle Michel Angelo, der die ungeheure Kuppel darauf setzte, die bis zur Spitze des Kreuzes 68 Toisen hoch ist. Später arbeiteten mehrere andere Architekten daran. Maderini vollendete die Vorderseite und die beiden Thürme. 5 Der Bau war in 108 Jahren vollendet, nämlich vom Jahr 1506 bis 1614, und liostet 45 Mill. römischer Thlr. Da der römische Thlr. 1^ Thlr. Preussisch ist, so macht dieses 67 Mill. 500,000 Thlr. Preussisch. Dieses scheint mir etwas viel. Freilich ist 108 Jahre daran gebaut worden, und da liommt es viel darauf an, oh man die Zinsen vom Capital rechnet oder nicht. "Wenn der Bau der Kirche 30 Mill. Thlr. kostete, so wäre dieses nach 20 Jahren mit den Zinsen schon 60 Mill. Thlr. und noch einmal über 20 Jahren 120 Mill. Thlr. Es scheint daher also, dass die Zinsen nicht mitgereebne t sind. Die St. Petershirche hat 151,323 rh. Ouadratf'uss. Wenn man diese nun mit 201 multiplicirt, so kommen 30 Milionen 515,923 Thlr. Preussisch. Wenn 67 Mill. Thlr. mit 51,323 Fuss dividiert werden , so kommt der laufende Fuss 443 Thlr. Die St. Peterskirche ist ein ungeheures Gebäude. Die 4 Pfeiler, welche die ungeheure Kuppel tragen, haben 75 Fuss Länge und Breite. Die Länge, Breite und Höhe der St. Petershirche ist in Palmen angegeben. Ob nun die Palme zu 110| p. Linien, oder (wie in Rom bei Gebäuden gebräuchlich ist) zu 99 p. Linien, dieses ist nicht dabei bemerkt. Vom Pflaster bis ans Ende des Kreuzes sind 616 Palmen, welches (die Palme zu 99 p. Linien) 423^ paris. Fuss sind. Wenn aber die Palme zu 110| p. Linien gerechnet wird, so wäre die Höhe 4711 p. Fuss. Im Conversations-Lexicon ist die Höhe zu 487 Fuss angegeben, aber nicht dabei benannt, w e 1 ch e r Fuss. Der Cülner Fuss bat nach meiner Messung, die ich im Jahre 1806 auf dem Cölner Rathhause anstellte 127,4 p. Linien. 67 Aber auch der Cölner Fass ist noch etwas zu gross, wenn die Höhe 423 p. Fuss sein sollte; der Fuss müsste dann 126 p. Linien haben. Ein Kupferstich, den ich von der St. Peterskirche habe, und worauf die Höhe derselben in Palmen angegeben ist, gibt 616 römische Palmen an, dieses sind, wie schon gesagt, 423f paris. Fuss, die Palme zu 99 p. Linien angenommen. Der St. Michelsthurm in Hamburg ist 402 p. Fuss hoch, und das Münster in Strassburg hat 447 p. Fuss Höhe. Die Hohe des Hochaltars, bei St. Peter, der in der Milte der Kuppel befindlich ist, beträgt 122 Fuss. 48 . Der Dom iu Cöln. Nach dem Plane sollten die beiden Tlmrme des Cölner Doms 501 cölnische Fuss hoch werden. Der cölner Fuss ist 127,43p. Linien, so habe ich denselben (wie schon gesagt) im Jahre 1806 auf dem Cölner Rathhause an der kupfernen Elle gemessen. In pariser Fuss wären dieses 444 Fuss, Also noch 3 Fuss niedriger, wie das Strassburger Münster, welcher Thurm 447 p. Fuss Höhe hat, und sie würden um 21 p. Fuss höher geworden sein wie die St. Peterskirche in Rom, welche (wie wir im yorhergehenden sahen) nur 423 par, Fuss Höhe hat. Aber der Dom ist nicht vollendet, obschon im Jahre 1248 der erste Stein daran gelegt wurde, und er wird auch schwerlich in Zukunft vollendet werden. Denn der Stein, den man zum Dombau gebrauchte, ist ein Porphir aus dem Draclienfelse an den sieben Rergen. Das Innere des Doms ist so schön gehalten, als wenn es erst gestern gemacht wäre. Aber das Auswendige ist mors ch. Im Jahr 1S06, als ich der allgemeinen Landesvermessung wegen auf dem Dom war, und zwar auf dem Thürmchen, welches damals noch auf dem Chore stand, (um die Winkel «8 zwischen Cronenberg und Düsseldorf zu nehmen) da ging ich über Ruinen. Man musste da an der Nordseite hinaufsteigen. Die Nordseite ist einfacher gehalten wie die Südseite, eben der Verwitterung wegen. Aber im Winter friert es, und dieser Frost, wenn er bei dem TOrhergehenden Regen einfällt, dringt in die Tiefe des Steins und macht, dass er sich blättert, und dieser Blätler kommen in der Reihe der Jahrhunderte so viel, dass selbst die Säulen an dem Chore abbrachen, und man über Ruinen ging. Dieses ist nun nicht zu ändern, und der Granit- porphir am Drachenfelse, woraus der Dom gebaut ist, trägt die Schuld. In vorigen Zeiten ist man in der Auswahl der Steine nicht sorgfältig genug gewesen; z. B. an der Quirinskirche in Neuss hat man auswendig Tuffsteine genommen, die sehr weich sind und schnell verwittern. Jetzt müssen 27,000 Thlr. ausgegeben werden, um die Kirche wieder in gehörigen Stand zu setzen. Wenn sie mit Laven von Niedermendig wäre gebaut worden, so hätte sie eine Ewigkeit halten können. Denn das innere der Kirche ist noch sehr fest, obschon es auch von Tuffsteinen gemacht ist. Dieses kommt daher, dass das Innere der Kirche immer trocken ist. Eben so geht es mit dem Gölner Dom. W T enn man auch das Innere der Kirche aus den sieben Bergen genommen hätte, und das Aeussere von Niedermendiger Laven, so hätte derselbe ein ganz anderes Ansehen behalten. Er würde dann ganz einfach gehalten sein, weil die Laven spröde sind. In Evora, 15 Meilen von Lissabon, steht ein Diana- Tempel. Dieser steht jetzt 1800 Jahre und ist noch sehr gut erhalten. Die corinthischen Säulen, deren 6 das Fron- l 69 lon und 4 die Tiefe tragen, sind 1800 Jahre alt. Jede Säule besteht aus 4 Stücken, und nur da, wo ein Stück aut dem andern steht, sind sie ein wenig verwittert. Was soll wohl im Jahr 3048 noch vom Cülner Dom dastehen, wenn man das Jahr 1248, als der erste Stein gelegt wurde, als Anhaltspunkt nimmt. Der Unterbau vom Dom ist ganz vortrefflich, und Herr Sulpiz Baussere sagte einmal: dass er im Schacht, so an der Südseite des Doms angebracht ist, 44 Fuss heruntergestiegen sei, und noch immer hätte er nicht das Ende des Unterbaues erreicht. Die schlanken Säulen im Innern des Doms sind noch so, als wenn sie erst gestern gemacht worden wären. 49 . Fortsetzung. Wenn der Dom fertig geworden wäre, wie viel hätte er dann wohl gekostet? Man hat, so viel ich weiss, kein Gotliisclies Kirchengebäude, woran der Preis fesfrsteht. Wollte man ihn mit der St. Paulskirche in London vergleichen, und annehmen, dass der ganze Bau derselben 10 Mill. 500,000 Thlr. gekostet habe, so misst die St. Paulskirche 52,054 rh. Quadratfuss, und diese mit der Bausumme dividirt, gibt 201 Tblr. der laufende Fuss. Der Dom in Cöln hat 62,918 rh. Quadratfuss Fläche und diese mit 201 Thlr. multiplicirt gibt 12 Mill. 646,51S Thlr. Die St. Paulskirche in London hat eine Kuppel, und am Dom in Cöln da haben die beiden Thürme (welche 444 par. Fuss hoch werden sollten) einen kleinen Unterschied, denn der Dom wäre wohl etwas wohlfeiler als 12,} Mill. Thlr. gekommen, besonders wenn er ums Jahr 1248 wäre vollendet worden. Denn damals war Amerika noch nicht entdeckt, 70 welches erst ums Jahr 1486 entdeckt wurde, und derUeber- fluss der Gold- und Silberbarren aus Amerika machten das Geld in Europa so fallen, dass man für denselben Werth 300 Pfd. Silber gibt, wa man in der damaligen Zeit mit 100 Pfd. hätte auskommen können, und die 12 Mill. Thlr. zum Dombau hätte man damals für 4 Mill. Thlr. bekommen. Der Bauinspector von Lassaulx hat die Kosten zum Ausbau des Doms auf 5 Millionen Thlr. berechnet. Wenn man jährlich 50,000 Thlr. verwendet, so dauert es 100 Jahre, ehe er vollendet ist: denn 100 mal 50,000 Thlr. sind 5 Mill. Thlr. Hierbei wird aber der Stein von den sieben Bergen genommen, und nicht der Stein von Niedermendig bei Andernach. 50 . Die Cathedrale in Exeter. Die Cathedrale wurde im Jahre 1120 begonnen, und erst 1206 vollendet. Der Bau dauerte also 86 Jahre. Ihr Hauptschiff misst 408 engl. Fuss, und sie ist mit den Seitenflügeln 176 englische Fuss breit. Sie hat 2 Tkürme, deren jeder 130 Fuss hoch ist, und mit 4 Eckthürmchen schliessen. Die Höhe des Gewölbes ist 70 Fuss, und es erhält durch die Fensterrosen ein schönes Licht. Die Kosten sind nicht angegeben. 51 . Der Obilisk von Louqsor bei Theben. Dem König von England wurde vor mehreren Jahren vom Pascha von Egj'pten ein Obilisk geschenkt, der auf dem Waterloo-Platze aufgestellt ist. Eben so wurde dem König von Frankreich Carl X. ein Obilisk von Louqsor bei Theben vom Pascha von Egypten geschenkt. Der König wollte denselben nach Paris bringen, und es handelte sich nur um den Transport. Theben liegt auf dem 29° der Breite, und auf dem 50° 30 Minuten der Länge, und zwar am Nil. Es wurde von Sesostris erbaut, welcher 2650 nach Erschaffung der Welt lebte. Also 1350 Jahre vor Christi Geburt. Theben ist jetzt verwüstet, aber es steht noch ein Tempel oder Palast da, der Louqsor heitst, und von da höhlte man den Obilisken, der jetzt in Paris steht. Es hiess sonst: die hundertthorige Stadt. Zu Louqsor standen 2 Obilisken, und zwar an einer Mauer, die 70 Fuss Höbe hat, und zwischen diesen beiden Obilisken ging ein Eingang, von 30 bis 40 Fuss breit, in den Tempel. Der zur rechten Hand ist nun genommen, indem der andere stehen geblieben ist. Dieser Obilisk ist 72 Fuss boch. Er stammt von Sesostris, und ist ganz mit Hyrogliphen bedeckt, welche Steinsprache wir vergebens zu entriithseln suchen. Man nennt ihn den kleinen Obilisken, wahrscheinlich weil er nur 72 Fuss hoch ist, indem der andere, der stehen geblieben ist, 75 Fuss Höhe hat. Der Obilisk an der St. Peterskirche in Rom ist 126 Fuss hoch, und zwar mit dem Kreuze und dem Fussgestell, und der 78 Fuss hohe Schaft ist aus Einem Stück Granit, und wahrscheinlich die grösste Granitmasse unter den Werken des Alterthums. Die Granitsäule zu St. Petersburg, welche vor 2 Jahren errichtet wurde, hat eine Höhe von 88 par. Fuss, und wird noch von dem Obilisken an der St. Peterskirche um 10 Fuss Höhe übertroffen. Sie wiegt i Milk 300,000 Pfd. und ist 3 mal so schwer wie der Obilisk. Das grösste Kohlenscbiff, welches bei 750 Thlr. kostet, trägt ungefähr 480,000 Pfd. Auf diese Weise kann man die Kohlenschiffe an den Obilisk von Louqsor knüpfen; denn dieses sind nur Zahlen, deren Verhältnisse man kennt zum einzelnen Pfunde. Auf der Zeichnung des Obilisken ist kein Maassatab angegeben, sondern sie heisst hlos: Description des Obilisques de Louqsor. Paris 1833. Wenn man den Obilisken zu 72 p. Fuss annimmt, so ist das Fussgestell 13 Fuss hoch, so dass das Ganze 85 Fuss ist. Im Jahre 1829 wurde in Paris eine Commission zusammengesetzt, und es wurde entschieden, dass das Schiff für den Obelisk abzuholen in Toulon sollte gebaut werden. Herr Verniak, welcher Schiffslieutenant war, sollte das Schiff geleiten, und Herr Le bas, Ingenieur der Kriegsflotte, sollte den Transport leiten, welcher zuerst den Nil herunter und dann durch das mittelländische Meer bis nach Havre de Grass gehen sollte und dann die Seine hinauf bis nach Paris. Im Monat März 1831 ging dieses Schiff von Toulon nach Alexandrien. Als sie den Nil herauffuhren, da fingen erst die Schwierigkeiten an. Denn es war eine Hitze von 38 Gr. R. Endlich gelangten sie denn bis auf 5 Stunden von Theben, und zwar im 29° der Breite. Endlich kamen sie vor den Tempel Louqsor, der eine kleine Strecke vom Nil entfernt ist. Die beiden 1 Obilisken sind sehr schön erhalten. Der grössere misst 75 Fuss und der kleinere 72. Herr Le bas wählte den kleineren. Derselbe musste also abgenommen werden. Man belegte ihn mit Holz und Eisen und dann nahm man ihn ab. Er wiegt 500,000 Pfund. Also noch 20,000 Pfund mehr wie ein Kohlenschiff ladet. Nun wurde er vom Tempel Louqsor bis zum Schiffe gebracht, wozu man 800 Menschen 3 Monat lang gebrauchte, und die Hälfte des Dorfs musste niedergerissen 73 werden, wodurch der Weg vom Tempel Louqsor bis ans Schiff führte. Das Dorf Loucjsor ist wahrscheinlich ein armseliges Dorf. Denn überall, wo man noch aus den Ruinen grosser Städte die ehemaligen Kunstwerke ausgräbt, da haben sich, nachdem der Glanz verschwunden war, einfache Hirten wieder angebaut. Aber sehr ärmlich. Sie mussten nun wahrscheinlich für jeden Arbeiter täglich 1 Franc geben. "Wir wollen 2 Francs täglich annehmen. Also für 800 Arbeiter täglich 1600 Francs, und dieses 3 Monate lang macht zusammen 144,000 Francs, und etwa 16,000 Francs für Entschädigung, für die Häuser, so abgebrochen, wurden, macht zusammen 160,000 Francs. Dieses sind aber noch bei weitem keine 5 Milk Francs, welche der Obilisk an Transport soll gekostet haben. Endlich kam er denn auf dem Schiffe an, ging den Nil herunter nach Alexandrien und von da nach Toulon Von Toulon ging er über Gibraltar, wo man Kohlen einlud, (denn das Schiff wurde mit einem Dampfschiffe geschleppt) nach Havre de Grass, und von da die Seine herauf nach Paris, wo er dann am 25. October 1836 aufgerichtet wurde, im Beisein des Königs und der Künigl. Familie. Die Aufrichtung dauerte 4 Stunden. Er steht auf dem Concordienplatze gegen den Tuillerien, und gegen dem Palaste der Deputierten von Frankreich. Die Kosten geben die Franzosen zu 5 Milk Francs an. Dieses sind 1 Milk 333,333 Thlr. Preussisch. Der Bauinspector von Lassaulx gibt das Schloss in Co- blenz zu 1 Milk 200,000 Thlr. Trierisch an, oder 1 Million Thlr. Preussisch. Wenn man grosse Summen mit einander vergleicht, so kann man dieses am besten mit den Preisen der Häuser, der Kirchen und Schlösser. 74 Wahrscheinlich hat es mit dem Transport des Obiliskcn gegangen, wie mit dem Schiffe auf der Seine. Als hei Gelegenheit der Feste der Julirevolulion im Jahr 1833 in Paris ein Dreidecker auf die Seine gelegt wurde, welcher mit allerlei Wimpeln und Fahnen 'geschmückt war, so kostete dieser Dreidecker 115,000 Francs. Als die Unternehmer nachher in Streit geriethen, da fand es sich, dass sie 76,000 Francs daran verdient hatten, und noch 25,000 Frs., die ein Chef des Ministeriums erhielt, dem dieses Unternehmen abgekauft werden musste. Also hatten sie mit 14,000 Frs. die Kosten des Schiffes bestritten. Man sehe hierüber meine Schrift: Preussen und F r a n k r e i ch, S. 40. Man kann folgenden Ueberschlag annehmen, was der Obilisk an Transport gekostet hat; welcher ungefähr 2.j Jahr dauerte: 1. das Schiff. Ein Ruhrschifif kostet 750 Tlilr. und ladet 480,000 Pfd. Wir wollen aber dieses Schiff, welches eine Seereise machen musste, folglich viel stärker gebaut wurde, anschlagen auf. 10,000 Thlr. 2. Fünfzig Mann Besatzung, für jeden täglich 1 Franc, macht jährlich 18,250 Francs. Also in 2| Jahr 45,625 Francs oder .... 12,170 Thlr. 3. Der Transport von Louqsor nach dem Nil und die 800 Mann, die 3 Monat lang dabei behülllich waren, 144,000 Frs., und die 16000 Francs, so man für den Abbruch der Häuser an das Dorf Loucjsor geben musste. . . 42,666 Thlr. 4. Das Dampfschiff, welches ungefähr 6 Wochen gebraucht wurde, und täglich für ungefähr 100 Thlr. Kohlen gebrauchte . . 4200 Thlr. 5. Die Miethe des Dampfschiffes, die man auch täglich zu 100 Thlr. angibt. 4200 Thlr. Also zusammen .... 73,236 Thlr. 75 Dieses sind (auch wenn man das Doppelte annimmt) noch lange Keine 1 Mill. 333,333 Tlilr. Die Pariser können nicht rechnen, und sie wissen es nicht, was es für ein Vortheil ist, dass man das arabische Zahlensystem hat. Sie wissen auch nicht, was es heisst, die Abeissen und Ordinaten mit Zahlen darzustellen, w'ie ich solches in meiner Schrift: die Anleihen von Frankreich, England und Nordamerika, Düsseldorf 1836, dargestellt habe. 52 . Die Walhalla. Die Walhalla liegt dicht bei Hohenstauf, 1| Stunden von Regensburg, und wird vom Könige von Baiern, Ludwig I. aus seiner Privatkasse erbaut, und soll, wie man sagt, mehrere Millionen Gulden kosten. Den 18. October 1830 wurde der erste^ Grundstein" gelegt, und jetzt ist es seiner Vollendung nahe. Oben auf einem Berge ist ein Tempel gebaut, geradeso wie der Tempel Parthenon in Athen. Er ist 100 Fuss breit, 300 Fuss tief und 80 Fuss hoch. Das Aachener Schauspielhaus ist 83 Fuss breit, 208 Fuss tief und 63 Fuss hoch. Man kann also annehmen, dass das Aachener Schauspielhaus und der Tempel der Minerva in Athen ungefähr gleiche Dimensionen haben. Denn der Tempel zu Athen war 98 Fuss breit, 217 Fuss tief und 65 Fuss hoch. Bei dem Walhalla ist die Höhe nicht angegeben, und sie äst nur nach dem Aachener Schauspielhause bestimmt. 76 Von der untersten Stufe bis zum Gipfel des Frontespies beträgt die Höhe 450 Fuss. Terassen gehen da herauf von cyklopiscbem Mauerwerk. Von Walhalla hat man die Aussicht auf die Donau, und sie soll mit zujden majestätischen gehören, die man in Deutschland hat. Aber die mehrere Millionen Gulden, die es kosten soll, diese beruhen wohl auf einem Irrthum. Acht Säulen bei der Walhalla tragen die vordere Spitze und 8 die Hintere. 17 Säulen rechts und 17 Säulen links machen zusammen 50 Säulen aus. Am Aachener Schauspielhause hat man 8 Säulen, welche von grauem Marmor sind, und 4 Stunden von Aachen gebrochen werden. Diese Vorhalle kostet 11,000 Thlr. Wenn diese Vorhalle 11,000 Thlr. kostet, so kosten die 50 Säulen an Walhalla (wenn sie auf dieselbe Weise aus der Grube gebrochen wurden) 68,750 Thlr. Das Mauerwerk wollen wir annehmen, dass es aus Quadern besteht, gerade so wie der Dom in Cciln. Wir wollen die Dicke der Quadernmauer zu 3 Fuss annehmen. Wenn man nun die Mauer 20 Fuss von der Säulenhalle annimmt, so bleiben statt 300 Fuss nur 260 Fuss, und statt 100 Fuss Breite bleiben 60 Fuss, und beides mit einander vervielfältigt, gibt 936,000 Fuss, und diese mit der Mauerdicke von 3 Fuss vervielfältigt, gibt 2 Mill. 808,000 Fuss, wobei nichts für die leeren Räume abgezogen ist, weil der Unterbau, der in der Erde ist, nicht mitgerechnet ist. Wenn man den Cubikfuss dieser Steine zu lj Sgr. berechnet, so gibt dieses 117,000 Thlr. In Dresden kam das Werkstück von 2 Fuss Länge und 1 Fuss Breite nur 2* Sgr. von den dortigen Sandsteinen. Das Dach wird wahrscheinlich Ton Kupfer sein, wovon der Quadratfuss 4 Pfd. wiegt. (In Hamburg werden die hupfcrnen Dächer grösstentheils der Quadratfuss zu 2 Pfd. genommen, wo denn natürlich sehr dünnes Kupfer genommen wird.) Wenn der Quadratfuss 4 Pfd. wiegen soll, so enthält es auf 300 Fuss Länge und 100 Fuss Breite, welches 30,000 Fuss sind, 120,000 Pfd. Kupfer, wenn das Dach, so wie dies bei den Tempeln der Alten der Fall war, ganz gleich gedeckt ist. Aber Walhalla liegt in Deutschland, und da friert und schneit es im Winter, und es ist da gar nicht angebracht, wie im Orient flache Dächer zu haben. Wir wollen daher annehmen, dass die Flächen schief sind, damit der Regen abfliessen bann, und wir wollen ferner annehmen, dass die schiefe Fläche | der ganzen Breite des Daches nämlich 100 Fuss wäre, so müssten noch 30,000 Pfd. Kupfer mehr genommen werden. Also müssten 150,000 Pfd. angewendet werden. Das Pfund Kupfer kostet 14 Sgr., w'enn man aber 150,000 Pfd. zusammen nimmt, so w'ird man es billiger haben. Gesetzt, es sollte nicht billiger sein, und für den Arbeitslohn wäre 1 Sgr. aufs Pfund gerechnet, so machte dieses £ Thlr. und 150,000 Pfd. machten 75,000 Thlr. Man hat nun an Walhalla 260,750 Thlr. Nämlich: lstens das Mauerwerk. 117,000 Thlr. 2tens die 50 Säulen. 68,750 „ 3tens das Dach. 75,000 „ Also zusammen .... 260,750 „ Dieses sind aber noch keine mehrere Millionen Gulden, wie die Beschreibung angibt. Oder die cyclopischen Mauern müssten denn sehr theuer seyn. 78 Wenn man, wie auf Walhalla einen Tempel baut, so hat dieser Tempel bloss 70 bis SO Fuss Höbe, und die Kosten sind daher sehr geringe. Die Alten scheinen heinen Begriff von hohen Gebäuden gehabt zu haben. Den Pyramiden gaben sie wohl 500 Fuss Höhe, aber auch 500 Fuss Länge und Breite, so dass sie in die Erde zu stehen harnen, wenn sie den obersten Stein auf sie legten. Wenn die Pyramide vollendet war, dann fuhren sie die Erde wieder weg und es stand dann die Säule als eine ungeheure Riesin da. Die neuere Bauhunst hat vor der griechischen und römischen den Vorzug, dass sie hohe Thürme von 3, 4 bis 500 Fuss Höhe aufführt. So stand z. B. neulich in der Zeitung, dass ein Schornstein in England gebaut wurde, der 308 engl. Fuss Höhe hatte. Der engl. Fuss ist 135,15 p. Linien. Also hatte er 289 par. Fuss Höhe. Es ist sonderbar, dass die Griechen bei ihren Tempeln selten mehr als 90 Fuss Höhe hat. Es scheint demnach, dass sie die Höhe vermieden. 53 . Der Düsseldorfer Kirchhof. Eine Viertel Stunde unterhalb Düsseldorf liegt der Kirchhof mit seinen Ruhestätten, dicht am Rheine. Der Kirchhof ist sehr schön angelegt. Rund um ist er mit Bäumen bepflanzt, und unten und oben mit Linden. Die Gräber werden der Reihe nach angelegt, wenn aber jemand ein eigenes Grab haben will, meldet er dieses auf dem Ratli- hause, und es wird ihm ein Grab, so wie er es wünscht, gegeben. Der Preis hängt natürlich von der Grösse des Grabes ab. So habe ich z. B. für ein Grab, welches 12 Fuss lang und 11 Fuss breit ist, 22 Tlilr. gegeben. 79 Dieses Grab wird entweder bloss in die Erde gemacht, oder es wird ein Gew'ölbe, (eine Art Keller) darauf gesetzt. Mein Grab ist überwölbt. Dieses kostet 147 Thlr. Der Eingang zum Gew'ölbe wird mit 3 Steinplatten zugemacht, welche dicht an einander gefügt sind, und wo auf jedem 4 eiserne Hinge befestigt sind, womit man die Steine, aufhebt. Es werden nun grosse und hlcine Grabmonumente gesetzt, welche sehr verschieden im Preise sind, z. B. von 10 Thlr., 25 Thlr., 100 Thlr. bis zu 600 Thlr. Dann hommt noch ein eisernes Gitter um das Grab, welches 50 bis 100 Thlr. liostet, und zu Starlirath gegossen wird. Man nimmt nun zu diesen Monumenten entweder Bruchsteine von den sieben Bergen, oder Kalksteine von Balingen, oder Laven von Niedermending, oder Sandsteine von Werden, oder Steine von Lindlar, die aber nicht so gut sind, weil sie leicht Bisse bekommen. Weil ein solches Monument beständig dem Begen und dem Schnee ausgesetzt ist, so muss es sehr dauerhaft sein, wenn es eine Beihe von Jahren halten soll. Im Ganzen sind die Monumente auf dem Kirchhofe zu Düsseldorf sehr gut erhalten, welches auch daher kommt, dass man gute Steine aufsuchte, womit das Monument errichtet wurde. Die meisten sind von Batinger Kalksteinen, der 2 Stunden von hier gebrochen wird. Bloss an den Wappen der Monumente gebraucht man weissen Marmor. Dies sieht sehr nett aus. Von ganz weissem Marmor sind noch keine Grabmonumente vorhanden. Dieser weisse Marmor wird in Italien gebrochen und nach Holland verführt, wo er denn den Bhein herauf nach Düsseldorf kommt. Der Cubikfuss kostet frei nach Düsseldorf geliefert 5 Thlr. Aber er ist auch sehr schön und sehr dauerhaft. 80 Wenn man nun zu einem Monumente 20 Cubikfuss von diesem weissen Marmor gebrauchte, so wäre dieses nur 100 Thlr., und es ist sonderbar, dass noch niemad von diesem Marmor gebraucht bat. Der Pentelische Marmor ist auch ganz weiss, und wird 6 bis 8 Stunden von Athen auf einem Gebirge gebrochen, welches langsam emporsteigt bis zu einer Höhe von 3500 Fuss. Also so hoch wie der Brocken. Diese Marmorbrüche gehörten vor 2300 Jahren der griechischen Regierung und wurden verpachtet. Die griechischen Bildhauer gebrauchten nun beständig von diesem Marmor, denn er war wahrscheinlich sehr wohlfeil. Das Aachener Schauspielhaus hat 8 Säulen von grauem Marmor, welcher 4 Stunden von da gebrochen wird, und jedes Stück, deren 8 bis 10 an jeder Säule sind , wiegt 20 bis 22,000 Pfund. Diese 8 Dorischen Säulen kosten nur 11,000 Thlr. Zahlen Entscheiden. Diese griechischen Marmorbrüche hat nun der König Otto wieder in Betrieb gesetzt, und sie liefern Stücke von 1 bis 2 Cubikmeter. Sie gehen bis zum Hafen von Athen, wo sie denn verschifft werden, vielleicht auch nach Holland. Der schwarze Marmor ist sehr wohlfeil, und kostet der Cubikfuss zu Lüttich nur 1 Thlr. Dieses ist ebensowohlfeil, wie auch der Stein an den sieben Bergen oder zu Ratingen. Auf dem Monumente wird zugleich der Name desjenigen eingehauen, der dasselbe verfertigte, z. B. Kamberger, Lode, Worringen u. s. w. 54 . Die Stubenöfen und Küclienöfen in Düsseldorf. Ich war bei Paragraph 25 vergessen, den Stubenofen und den Küchenofen anzuführen. Ich werde dieses deswegen hier nachholen. 81 In vorigen Zeiten hat man in Düsseldorf viel Holz gestocht , und darum sind noch in alten Häusern sehr weite Schornsteine oder Kamine z. B. in der Neustadt. Diese Häuser sind ungefähr 130 Jahre alt. Nach und nach gebrauchte man nichts als Steinkohlen zur Feurung. Diese kommen von der Ruhr den Rhein herauf, und jetzt braucht man gar kein Holz mehr zur Feurung sondern blofs Steinkohlen. Blofs die Bäcker gebrauchen noch Holz. Die Oefen sind nun auf Kohlen eingerichtet. Man hat Oefen die von 10 bis über 50 Thaler kosten. Die theueren sind Geschliffen und sind sehr schön. Sie kommen aus dem Siegenschen, oder den Rhein herunter von der Clemenshütte u. s. w. Sie werden auf einer eigenen Schleifmaschine geschliffen die man bei der Giefserei hat. Yor 30 Jahren schliff man sie hier, aber alles wird vervollkommnet, und nun schleift man sie bei der Giesserei. Die Oefen werden entweder ausserhalb des Zimmers gestocht oder im Innern desselben. Beides hat seine Vorth eile und seine Nachtheile. In meinen ehemaligen Hause in der Breitenstrafse waren 2 Sääle die sich von Aussen stochen liessen, wo denn eine Nische im Saal stand wo der Ofen drinnen war, und gar keine Flamme sichtbar wurde. In meinem Hause welches ich jetzt bewohne, da bringt es die Einrichtung so mit sich, dafs alle Oefen in den Zim- mernjgeheizt werden müssen. Dieses ils auch vortheilhafter, nicht allein der Einrichtung des Hauses wegen, sondern auch wegen der Geselligkeit. In dem Hause welches auf dem Titel dieser Schrift steht und welches 132 Fufs Länge hat, ist die Einrichtung so dafs, alle Oefen im Zimmer gestocht werden. 6 82 ln der Küche habe ich einen Ofen mit 2 Lüchcr, und solches ist bei einem hl einen Hause genug, welches nur 30 Fufs lang und 32Fufs tief ist, und von einer hieinen Haushaltung bewohnt wird. Soll mehr gekocht werden als gewöhnlich, so wird noch ein kleiner Stubenofen angemacht, der in einem andern Zimmer steht, und darauf kocht man die Suppe. Man hat auch Küchenöfen die 3 Löcher haben. Ich gebrauchte einen solchen 2 Jahre lang. Allein bei der Verlegung der Küche in ein anders Zimmer fand ich dafs ein Küchenofen mit 2 Löchern eben so berpiem ist wie einer mit 3 Löchern , und dabei hat es den Vortheil dafs cs weniger Kaum einnimmt. Auch hat man Küchenofen die 4, 5 bis 6 Löcher haben, je nachdem die Haushaltung grofs ist. Denn mufs ich noch bemerken , dafs bei jedem Sluben- oder Küchenofen ein viereckiger Haustein, welcher in der Mitte ein Loch hat, in die Wand gemauert wird, wodurch die Ofenröhre geht. Dieses ist sehr angenehm für die Ofenröhre. Die sonst immer Wakeln. Diese Hausteine sind Backofensteine, von Königswinter und lmsten das Stück 5 bis 6 Sgr. 55 , Die Baukosten von Berlin. ln Berlin hat man Ziegelmauren. Die Ziegeln sind aber da sehr theuer weil sie mit Holz gebrannt werden. Steinkohlen hat Berlin nicht. Die Ziegeln kosten die 1000 in Berlin 8 bis 13 Thaler je nachdem dieselben mehr oder weniger gebrannt sind. Die Ziegeln von 13 Thaler werden so sein wie die hie- sigen von 5 Thaler. z. B. Die Ziegeln am neuen Gymnasium kommen 5 Thaler die 1000. Aber es sind ausgesuchte Ziegeln. Die Dachziegeln in Berlin sind roth, und man hat da keine blauen Ziegeln wie in Düsseldorf. Warum man keine blauen Ziegeln hat weifs ich nicht. Denn hat man in Berlin platte Ziegeln, wo man in Düsseldorf hohle Ziegeln hat. Die platten Ziegeln heifst man Bieberschwänze. Wenn man die Baumeister in Düsseldorf spricht, so sind diese für die hohlen Ziegeln, und die Berliener sind für die platten Ziegeln. Hieraus folgt dafs die einen so viel Vorzug haben wie die andern. ln neuern Zeiten hat man auch mit Zink gedeckt, z, B. das Badehaus an der Spree. Einige loben diese Deckung andere tadeln sie. Diese Zinkbedeckung ist aber sehr selten. Das Dach mit Blei zu decken scheint in Berlin nicht in Gebrauch zu sein, aber auch am Rheine wird nicht mit Blei gedeckt. Der Blei ist, die Kosten abgerechnet, doch wohl zu schwer. In Berlin sind viele Kirchen mit Kupfer gedeckt, gerade wie in Hamburg. Dieses Kupfer kostet der laufende Fufs zu 4 Pfund gerechnet, ungefähr 2 Thaler. Doch hat man auch den laufenden Fufs zu 1 Thaler berechnet, welches denn natürlich dünner ist. Die Schieferbedeckung ist in Berlin äusserst selten ; wahrscheinlich desswegen, weil weder an der Elbe noch an der Oder Sckieferbrüchen sind. Die Hausteine bezieht man aus der sächsischen Schweiz 4 Stunden oberhalb Dresden; sie gehen denn die Elbe herunter bis nach Havelberg, und denn die Havel und die Spree herauf nach Berlin. Der Stein ist sehr weich, aber an der Luft verhärtet er sich, doch dauert er nicht über 80 Jahre wenn er nicht 84 mit Oei unterhalten wird. Es geht ihm denn wie den Steinen an den sieben Bergen, welcher auch verwittert, wenn er dem Regen und dem Schnee ausgesetzt ist, und nicht mit Oel getränkt wird. Dieses Verwittern ist äufserst nachtheilig, und da man in Berlin keine Laven, oder keinen Marmor aus Griechenland, oder Italien oder Lüttich beziehen kann, so hat man durch Ziegeln diesem Uebel abgeholfen. Denn die Ziegeln sind der Verwitterung nicht ausgesetzt, wie man dieses an dem alten Thurme sieht, der in Cöln schon über 600 Jahren steht, und woran die Ziegeln noch so erhalten sind , als wenn man sie erst gestern gelegt hätte. Man hat in Berlin Ziegeln wovon die 1000—40 Thaler kosten, und diese Verwittern nicht, wenn sie auch der Luft und dem Regen ausgesetzt sind. Von dieser Sorte Ziegelsteinen baut man treffliche Monumente, Sie haben aber natürlich eine andere Form als wenn sie von Marmor gebaut wären. Schrammsteine werden aus Granit gemacht, der überall als loses Gerolle in den weiten Ebenen der Mark Brandenburg und Pommern zu finden ist. Von diesem Granit werden auch die Kunststrafsen gemacht. 56. Das Schloss in Berlin. Das Schlofs in Berlin wurde im Jahr 1700 angefangen zu bauen, und das alte Schlofs wurde abgerissen. Schlüter baute dasselbe. Es ist derselbe der die Reiterstatii vom grossen Kurfürsten auf die Brücke gesetzt, welche am Schlosse vorbei, über die Spree führt. Das Schloss ist ungefähr 300 Fuss lang und breit im Viereck gebaut, und liegt an der Spree. Im innern des Schlosses sind zwei Höfe. 85 Nach der Seite der Heiterstatii hat es 2 Thoren mit corinthischen Säulen. Es hat 4 Etagen, oben ein steinernes Geländer, und ein plattes Dach von Kupfer. Das Hauptgemäuer ist von Quadersteinen die aus der sächssischen Schweiz kommen , und denn die Elbe heruntergingen, denn die Havel und die Spree herauf bis ans Schloss gebracht wurden. Der Transport war daher sehr leicht. Die Zwischenmauern sind von Ziegelsteinen, welche mit Holz gebrannt werden. Was der eigentliche Preis des Schlosses gewesen ist, habe ich nicht erfahren. Es ist wahrscheinlich in verschiedenen Perioden erbaut worden, und in 137 Jahren nach dem Bau desselben, ist der Preis schwer auszumitteln. 57 . Das Brandenburger Thor. Im Jahr 1789 baute Friedrich Wilhelm II. das Brandenburger Thor. Langhans war der Baumeister. Im Jahr 1793 war es vollendet, und kostet über 500,000 Thaler. Es ist durchsichtig, und ruht auf 6 vorder und 6 hinter Säulen von Dorischer Ordnung. Oben auf dem Thore steht die Siegesgöttin mit dem Siegeszeichen in der Hand auf einem Wagen wovor 4 Pferde gespannt sind. Die 4 Pferde sind 12 Fuss gross. Diese Gruppe ist von Schadow modelliert, von Gebrüder Wähler in Potsdamm von Holz ins Grosse gearbeitet, und denn vom Kupferschmidt Jury in Potsdamm von Kupfer aus getrieben worden. Die Gruppe ist 16 Fuss hoch. Die ganze Höhe des Thores, mit der Attika, beträgt 64 86 rh, Fass. Also nicht viel höher wie das Aachener Schauspielhaus, welches 63 rh. Fuss hoch ist. Man hann hier die Säulen vom Brandenburger Thor berechnen , und sehen ob sie dieselben Preise haben wie die 8 Säulen am Aachner Schauspielhause. Die Höhe der Säulen ist nahe dasselbe. In Aachen hat man 64 Fufs Höhe und in Berlin am Brandenburger Thore liatman 64 Fufs Höhe. Sie haben 5 Fufs 7 Zoll Durchmesser, bei einer Höhe von 44 Fufs. 6 Säulen stehen nach der Stadt , und 6 nach dem Thiergarten. Das Thor ist 185 Fufs langund 40 Fuss breit. Zwischen den Säulen sind Scheidewände aufgeführt die 5 Durchgänge bilden. Der mitlere davon, durch welchen der König fährt ist 18 Fufs breit, und die zwei auf den Seiten durch welche die Wagen fahren, ist jeder 12 Fufs breit. Die beiden andern sind mit einer eisern Gi’ille verschlossen. Dieses Thor ist nach dem Muster vom Vorhofe der Ci- tadelle von Athen erbaut, und die Säulen sind von Sandsteinen aus der sächsischen Schweiz. Sie sind mit Oelfarbe hell- roth angestrichen. Die 8 Säulen am Aachener Schauspielhause sind von grauem Marmor. Sie bestehen jede aus 8 Stücken, wovon jedes 20 bis 22,000 Pfund wiegt, und sind mit Oelfarbe weifs angestrichen. Sie kosten 11,000 Thaler 58 . Das Musäura in Berlin. Im Jahr 1821 war ich zum letztenmale in Berlin, und ich habe damals das Berliner Musäum nicht gesehen. Aber diejenigen so es sahen können nicht genug Rühmens davon machen. Ein Kupferstich ist davon der seine Gröfse angibt. Es liegt am Ende des Lustgartens, gerade dem Schlosse gegenüber. Vor demselben steht eine Vase aus einem Granit- 87 stein gehauen, welche 13 Fufs Durchmesser hat, und aus einem Gerolle gehauen wurde, dafs sich in der Mark Brandenburg befand. Die Preise des Musäums sind mir nicht bekannt. Auch die Steine am Musäum sind aus der sächsischen Schweiz. Sie wurden die Elbe heruntergesandt bis Havelberg und denn die Havel und Spree herauf nach Berlin. Denn ist noch zu bemerken, dass beim Musäum ein Bost musste gelegt werden, da es auf Sumpf steht. Der Rost am Aachncr Schauspielhause das ebenfalls auf Sumpf steht, kostet 4000 Thaler. 59. Das Berliner Schauspielhaus. Im Jahr 1817 brannte das Berliner Schauspielhaus ab wie man sagt durch ein Kohlenfeuer, welches der Dachdecker gebraucht hatte um etwas zu lüthen. Im folgenden Jahre wurde der Plan zu einem neuen Schauspielhause entworfen, welcher auch ausgeführt wurde. Es soll 1 Mill. Thaler gekostet haben. Der Portikus wird durch 6 Dorische Säulen getragen die aus der sächsischen Schweiz sind. Die Kosten der Säulen sind mir nicht bekannt. Der Fries, der aus Hausteinen gemacht ist, und um das ganze Schauspielhaus läuft, soll 70,000 Thaler kosten. 60. Die Theurung am Rheine verhält sich zur Theu- rung in Berlin wie 7 zu 10. Wenn man zwei Städte in Hinsicht der Baupreise mit einander vergleicht, so ist das Erste dass, man die The«- 88 rung bestimmen muss, die in beiden Städten herrscht. In meinem Werke: die Gemeindeausgaben der Städte Düsseldorf, Elberfeld, u. s. w. Bonn bei Weber 1834 habe ich S. 164 die Theurung von Cüln und Berlin angegeben. In Cüln hat das Bürgerspital von 260 Kranken, von jedem täglich 5£ Sgr. In Berlin hat die Charritee, ein herrliches Gebäude, ■worin 8 bis 900 Kranken sind für jeden Kranken täglich Vk Sgr. Dies verhält sich wie 7 zu 10. Wenn in CÖln 1000 Menschen mit 5^ Sgr. auskommen, so kommen in Berlin 1000 Menschen jeder mit 7-| Sgr. aus. Dieses ist der kleinste Saz was in Berlin und in Cüln 1000 Menschen verzehren. W 7 enn aber gearbeitet wird , denn wird mehr verzehrt. In Düsseldorf verdient ein Tischlergeselle 14 Sgr. Tagelohn und in Berlin verdient derselbe 20 Sgr. Das ist wieder wie 7 zu 10. Ein Student in Bonn gibt fürs Mittag-Essen 5 Sgr. Ein Student in Berlin gibt für dasselbe Essen Sgr. Also beinahe wie 7 zu 10. Ich gebe in Düsseldorf, wenn ich Mittags an der Wirths- tafel esse, (mit dem Wein) 20 Sgr. Wenn ich in Berlin in der Stadt Rom speiste denn bezahlte ich für dasselbe Essen (mit dem Wein) 1 Thlr. Dies ist nun wieder wie 7 zu 10J. 61 . Die Preise der Häuser in Düsseldorf, verglichen mit den Preisen der Häuser in Berlin. Wenn man die mitlere Theurung von Düsseldorf und die mitlere Theurung von Berlin berechnet, in Betreff des Häuserpreises, so hat man folgendes: Ich nehme wieder das Haus in Düsseldorf an, welches 132 Fuss Länge hat und 36 Fuss Breite, so wie dieses auf dem Titelkupfer dargestellt ist. "Wenn man 132 Füss Länge mit 36 Fuss Breite multi- pliciret so bekommt man 4752 Quadratfuss, und diese mit 4 Thlr. welches der laufende Fuss kostet, (nämlich die Keller, das Erdgeschoss und 2 Etagen), multiplicirt, so kommt dieses Haus in Düsseldorf 19,008 Tblr. Sollte dasselbe Haus nun in Berlin gebaut werden so hat man wie 7 zu 10 um das Berlin theurer ist wie Düsseldorf , so würde dieses Haus in Berlin 27,154 Th 1 r. kosten. Die meisten Häuser in Berlin haben ausser dem Erdgeschoss noch 1 ober 2 Etagen. Von 3 Etagen sind nur wenige, z. B. das Ilotell de Rom in Berlin, hat ausser dem Erdgeschoss noch 3 Etagen. Das Generalcommando hat ausser dem Erdgeschoss nur 1 Etage. Eben so die Commandantur. Eben so das Haus welches S. M. der Ilö^g dem Fürsten Blücher schenkte, welches 80 Fuss Fronte hat. Das Haus in Düsseldorf von 132 Fuss länge und 36 Fuss Tiefe, welches ausser dem Erdgeschosse noch 2 Etagen hat. kostet 19,008 Thlr. Soll es nun ausser dem Erdgeschoss noch 3 Etagen haben so verfielfältigt man die Länge mit der Breite, welches 4752 Quadratfuss sind, und dieses mit 5 Thlr. (welche jetzt der laufende Fuss kosten würde), multiplicirt, so käme dieses Haus mit 3 Etagen 23,760 Thlr. Also würde es in Berlin wenn man wie 7 zu 10 rechnet, 33,944 Thlr. kosten. Aber in einem Stadtvirtel sind auch die Häuser bedeutend theurer als in dem andern, z. B. an den Märkten und in den Hauptstrassen. Wenn man in Nebenstrassen gehl, so wird der Preis um vieles geringer. Aber im Ganzen genommen, ist die Thcu- rung von Berlin zu der am Rheine wie 10 zu 7. 62 . Die Versicherung gegen Brandschaden. Berlin bat eine ganz vortreffliche Versicherung gegen Brandschaden. Es hat hiefiir eine eigene Polizei. Ich war im Ganzen 20 Monate in Berlin, und alles was in dieser Zeit da abbrannte war nur eine Kleinigkeit. Die Pferde von den Brandspritzen sind immer angeschirrt^ und sobald Brand ausbrach, und die Wächter ins Horn bliesen , waren auch gleichdieSprizenda. Ich wohnte damals im Gasthofe zur Stadt Rom. Wenn Nachts Brand ausgebrochen war, ging ich ans Fenster und fragte w r o es sei? Dia Antwort war: wir wissen es nicht. Aber die Sprize fuhr mit ihren Begleitern immer zu, wahrscheinlich nach der Hauptwache. Unterdessen ging der Lärm immer fort. Gemeinlich war schon der Brand gelöscht, ehe die entfernten Quartieren Nachricht davon bekamen. Aber alles blieb in Thätigkeit, bis die Nachricht kam, dass das Feuer ■yirklich gelöscht sei. Im Jahr 1817 waren 56 Milk Thlr. in der Berliner Brandassekuranz , und im Jahre 1836 waren schon 82 Mill. Thlr. darinnen. Woher kommt dieser grosse Unterschied? Berlin hat nur 7300 Häuser. Aber diese Häuser sind sehr gross, und haben 60 , 80, 100 bis 200 Fuss Strasscn- länge. Seit dem Jahr 1817 ist zwar viel darau gebaut worden, und cs sind seit dieser Zeit neue Strassen entstanden. Aber 91 ■wenn man auch annimmt, dass 5 bis 600 Häuser gebaut wurden , so wird dieses auch alles sein, und gibt nicht den Aufschluss über das so sehr vorhöhte Capital der Feuerversicherung. Wahrscheinlich hängt es mit folgendem zusammen. Berlin hat 5303 Eigentlnimer, welche diese 7300 Häuser besitzen. Also 5 Eigenlhümer gegen 7 Häuser. Diese Eigentlnimer haben das Geld zu ihren Häusern grösstentheils auf Zinsen genommen, und bei der Verschreibung der Zinsen muss das Haus immer in der Brandversicherung stehen. Je höher es darinnen steht, je mehr Geld kann man darauf bekommen. Auf diese Weise haben also die Eigentlnimer ein beständiges Interesse das Kapital in die Höhe zu treiben. 63 . Die Bauart von Paris. Paris liegt auf einem Kalldluze, und cie Steine werden 100 Fuss tief aus demselben gebrochen. Diese Steingruben werden schon 800 bis 1000 Jahren gebraucht, und was in Paris jetzt über der Erde steht, stand vor 1000 Jahren unter der Erde. Diese Gruben haben eine Mächtigkeit von 8 bis 10 Fuss Im Jahr 1804 war ich auf der Sternwarte in Paris , wo man mit Hülfe einer Treppe in diese Gruben hinabsteigt. Ein Führer mit einem Pechfackel zeigte mir dieses. Unter Paris gehen ganze Strassen unter der Erde weg, aber es ist immer in einer Strecke von 8 bis 10 Fuss abge* stützt, damit die 100 Fuss Kalksteine keine Senkung machen. Auch findet man viele Menschenknochen in diesen Gruben , die wahrscheinlich einmal auf einem Kirchhofe ausgegraben wurden, worauf Häuser gebaut worden sind, wo sie 92 denn In diese unterirrdischen Keller gebracht wurden. In und ausserhalb Paris gibt es ausserordentlich viele Gruben, die man da Piitten nennt, welche 100 Fuss tief in die Erde gehen , nnd wodurch denn die Steinlagen heraufgezogen werden. Diese Steine sind so weich, dass man sie mit einer Säge die Zähne hat schneidet. Doch an der Luft ver härten sie sich, bleiben aber immer noch sehr weich. Dieses ist auch die Ursache, warum das Pantheon, welches in den Gewölben Von diesen Steinen erbaut ist, immer schwankt. Wären die Gewölben mit andern Steinen aufgeführt, so würden sie wahrscheinlich nicht schwanken. Die Steine womit Paris gepflastert ist, kommen aus der Gegend von Fonteneblo, und diese sind sehr hart. Es werden auch Flintensteine in der Gegend von Fonteneblo gemacht , welches kleine Nieren sind, von 6 bis 8 Zoll Breite, welche sich in jungen Kalksteinen befinden , gerade so wie im St. Petersberge bei Mastricht. 64. Die Bedachung der Häuser in Paris. An ganz grossen Gebäuden in Paris wendet man Kupfer oder Blei oder Zink an, auch wohl Schiefer. Die kleineren Gebäuden haben Dachziegeln, welche flach sind, und die rothe Farbe haben. Zum theil aber sind sie blass grau. Blaue Ziegeln, wie man in Düsseldorf hat, habe ich in Paris keine gesehen. Uebrigens ist die Bauart von Paris Altmodisch, und nur in neueren Zeiten hat man die alten Häuser, (vorzüglich an der Seine), weggebrochen, und neue Strassen hingesezt. Bei den alten Häusern sind besonders hohe Schornsteine. Dies kommt daher, dass in Paris mit Holz gefeuert wird. Denn die Steinkohlen sind da nicht im Gebrauch. Das Pallai Bourbon in Paris. Wir kommen jetzt zu den Gebäuden in Paris. Man kann sicher sein, dass sich die Gebäuden in Paris zu den Gebäuden am Rhein, (eben so wie in Berlin) verhalten wie 10 zu 7. Denn der Pariser Kalkstein ist sehr weich, folglich auch sehr wohlfeiJL^ und dieser ist es, was das meiste Geld in Paris beim bauen wegnimmt. Das Pallai Bourbon, wo jetzt die Kammer der Deputierten zur Miethc wohnt, hat 458,000 Thlr. gekostet, und kostet jährlich an Miethe 34,666 Thlr. Das Aachner Schauspielhaus Itostes 100,000 Thlr. Es ist 208 Fuss lang, 83 Fuss breit und 63 Fuss hoch. Es hat eine Halle von 8 Dorischen Säulen, aus grauem Marmor, der 4 Stunden von Aachen gebrochen wurde. Diese Säulenhalle kostet nur 11,000 Thlr. Dieselbe ist viel schöner als die beim Pallai Bourbon, welche aus jungen Kalksteinen besteht. Auch hier kann man sagen: Zahlen Entscheiden, 66 . Der Audienzsaal beim Pallai Luxembourg. Das Pallai Luxembourg hatte keinen Saal der gross genug war, um den Fieschisclien Prozess zu eröffnen, und es wurde in der Kammer der Deputirten vorgeschlagen, einen Saal von Holz aufzuführen, der aber 100,000 Thlr käme. Also so theuer wie das Aachner Schauspielhaus. Die Commission der Deputirtenkammer schlug nun vor, dass man einen steinernen Saal bauen sollte, der 341,330 Thlr. käme. Das Gesezgebungsliorps schlug dieses ab, und es wurden nur 100,000 Thlr. für einen hölzernen Saal bewilligt, der gerade so gross wurde wie das Aachner Schauspielhaus, mit seiner Collonade von 8 Dorischen Säulen. Das ist so unangenehm, dass man in Paris immer auf Geld stösst, das Clandestinement ausgegeben ist. So auch hei den Festen der Juli-Revolution vom Jahr 1S33, wo ein Dreideher auf die Seine gelegt wurde, dessen Akkord zu 115.000 francs zugcschlagen war. Die Unternehmer bekamen nachher (wie schon oben angeführt ist) Streit, und sie gingen vor Gericht, und nun fand es sich, dass sie 101,000 francs Yortlieil gezogen hatten. Von diesen 101,000 francs mussten sie für 25,000 francs von einemangesehenen Manne im Ministerium dieses Unternehmen kaufen, und sie hatten noch 76,000 francs Vortheil. Frankreich hat 400,000 Angestellte. Also auf 81 Bürger 1 Angestellter. Sie haben 26,000 Douanen, und wir Preussen haben hei längeren Gränzen nur 2400. Der Marschall Macdonald hat von 7 verschiedenen Aem- tern 51,000 Thlr. Gehalt. Der Fürst Talleirand hat in London das Haus des Marquis d’Anglisei im Jahr 1833 für 49,000 Thlr. gemiethet. Der französische Gesandte in London hat 80,000 Thlr. Gehalt. Der Baron Cuvier hat von 6 verschiedenen Aemtern 11.000 Thlr. Gehalt. Herr Gay-Lussae hat von 6 Aemtern 10,700 Thlr. Gehalt. Herr Dosne, Schwiegervater des Herrn Thiers hat als General-Einnehmer in Lille , 34,600 Thlr. Gehalt. Dies kommt vom Aemter-Durst. 95 ( 57 . Das pariser Ralhliaus oder Ilotel de Yille. Da der Raum den das pariser Rathhaus enthält für die Rcdiirfnissen der Stadt zu beschränkt ist, so will man rechts und links an demselben noch einen Flügel anbauen. Die Nischen der Ilauptfacaden sollen mit den Statiien der berühmtesten Männer Frankreichs geziert werden. Die Entwürfe zu diesem Neubau rühren von den Architekten Godde und Lesueur her, und der Kostenanschlag ist auf 1 Milk 524,266 Thlr. angegeben. Bei Gelegenheit der Erwähnung des grossen, zu Festen bestimmten Saales im Rathhause, sind im Riidget zugleich die Kosten aufgeführt, welche die städtischen Festen bei verschiedenen Gelegenheiten verursachten. 1. So betrugen sie z. R. bei der Rrönung Napoleons . .. 465,500 Thlr Also ungefähr viermal so viel wie das Elberfelder Rathhaus kostet, welches 130,000 Thlr. kommt. 2. Bei der Vermählung Napoleons mit Maria Louisa.712,248 Thlr. Also mehr als siebenmal so viel als das Aachner Schauspielhaus reit seinen 8 Dorischen Säulen kostet, welches 100,000 Thlr. kommt. 3. Bei der Gehurt des Königs von Rom . 160,000 Thlr. 4. Bei der Taufe des Herzogs von Bordeaux. 178,000 Thlr. 5. Bei der Erstürmung des Trocaders. . 213,000 Thlr. 6. Bei der Krönung Carl X. 310,000 Thlr. Also zusammen 2,138,784 Thlr. 96 Im Ganzen sind fürs Jahr 1836 an Baugeldern bewilligt worden. 1. für das Seinedepartement. 80,849 Thlr. 2. für die Stadt Paris. 702,513 Thlr. Also zusammen 783,362 Thlr. Für die Kunstarbeiten hat man nur 21,849 Thlr. angesetzt. Dieser Artikel stand in der Hauderschen Zeitung von Berlin und ist daher Aeclit. Diese 1 Mill. 524,266 Thlr. kann man nun auf folgende Weise berechnen: Wenn man die 8 Häuser die seitwärts vom Rathhause stehen, abbricht, und jedes Haus zu 26,666 Thlr. (oder 100.000 Fr.) anschlägt so gibt dies 213,333 Thlr welche davon abgezogen werden müssen. Für den Bau der beiden Flügeln hat man folgendes: 1. für den Bau der beiden Flügeln 1 Mill, 524,266 Th. 2, für den Abbruch von 8 Häusern abgezogen. „ 213,333 Th. Also betragen die Baukosten des Rathhauses . . . . ,.1 Mill. 310,933 Th. Das Elberfelder Rathhaus ist 148 Fuss lang, und kostet wenn es fertig ist 130,000 Thlr. und ist aus einem Steine gebaut der zu den schönsten in ganz Deutschland gehört. Wenn das Elberfelder Rathhaus 148 Fuss lang ist, und 130.000 Thlr. kostet, so haben die beiden Flügel am Pariser Rathbaus, die 1 Mill. 310,933 Thlr. kosten 1492 rh. Fuss länge. Also beinahe eine halbe viertel Stunde. Und das Pariser Rathhaus ist aus einem Kalksteine gebaut der sich schneiden lässt mit einer Säge die Zähne hat. Diese beiden Flügel müssten also länger sverden wie die Kaserne zu Düsseldorf 97 68 . Der TriumpfbogeD l’Etoile zu Paris. In den letzten Jahren seiner Regierung fing Napoleon den Triumphbogen l’Etoile in Paris an. Er wurde gegen den Tuillerien an das Ende der Stadt auf einer Anhöhe gestellt. Die Jahren 1814 und 15 liamen, wo der Kaiser abdankte, und nach St. Helena gebracht wurde, wo er im Jahr 1821 starb. Der Triumphbogen wurde nicht fertig, und man schien zu glauben, dass er, so lange die Bourbons von der altern Dinastie herrschten, derselbe nicht fertig gemacht würde. Denn er sei gar zu Collossal. Dieses war ein Irrthum. Denn Napoleon hat wegen seiner Kriege wenig gethan was die Baukunst betrifft. Der König Ludwig Philip nahm den Bau wieder auf und im Jahr 1836 war er vollendet. Er war im Jahr 1806 angefangen, und zwar mit dem weichen Kalksteine yon Paris. Die ganze Höhe beträgt.141 Fuss 3 Zoll. Wenn der Schornstein zu Worcester 289 par. Fuss hoch ist, so ist die Höhe des Triumphbogens eine Kleinigkeit. Man sagt dass er 5 bis 6 Milk Francs gekostet hahe, welches ungefähr If Milk Thlr. ist. Also fiinfzehnmal theurer wie das Aachener Schauspielhaus mit seinen 8 Dorischen Säulen. Der Saal des Herrn von Rothschild in Paris, der In der Hauderschen Zeitung vom 8. Februar 1837 steht folgender Artikel: „Ganz Paris unterhält sich von dem kostbaren Salon, den „Herr von Rothschild einrichten lässt. Die Breite Die Tiefe 138 „ 4 „ 69 „ 2 „ 69 . 1 Million Francs kostet, 7 98 „Alle Verzierungen werden in dem Gesclimaclie der Zeit „der Wiedergeburt der Künste ausgeführt. „Man arbeitet bereits seit 3 Jahren an diesem Salon, und „jetzt soll er bald durch ein Festmahl eingeweiht werden. „Die Kosten der Decoiation, der Möbeln und des Tafel- Servises belaufen sich auf 1 Mill. Francs.“ Eine Million Francs sind, (15 Francs zu 4 Thlr. gerechnet) 266,666 Thlr. Preuss. Also kostet dieser Salon doppelt so viel, wie das Elberfelder Rathhaus, welches 148 Fuss Länge hat, und nur 130,000 Thlr. kostet. Es ist wahrscheinlich, dass der Zeitungsschreiber es nicht verstanden hat, wo er von den Kosten des Salons vom Baron von Rothschild spricht. 70 . Der Kaufpreis des ßocodererschen Hotels in Paris. In derselben Zeitung wurde der Kaufpreis des Rocode- rerschen Hotel, (in der Vorstadt St. Honore das der Graf „Pozzo di Borgo gemiethet hatte, ehe das Blacassche Hotel gekauft wurde) bestimmt. Es ist in diesen Tagen für 371,000 Francs oder 98,933 Thlr. Preuss. verkauft worden, und zwar an Ma- damme Lebon, Gemahlin des Belgischen Gesandten in Paris. Also der Preis des Hauses ist zu 98,933 Thlr. angegeben. Aber die Länge, Breite und Höhe desselben fehlt. 71 . Vergleich der Gebäuden in Düsseldorf mit- den Gebäuden in Paris. Die mittlere Theurung ist in Paris eben so wie in Berlin» und verhält sich mit der Theurung zu Düsseldorf wie 10zu 7 . 99 Wenn man daher ein Haus in Düssesdorf baut, welches 132 Fuss Länge und 36 Fuss Tiefe hat, so liostet es (mit einem Erdgeschoss und 2 Etagen) 19,008 Thlr. und hat 40 Zimmern. Sollte nun dasselbe Haus in Paris gebaut werden, so würde es 27,154 Thlr. kommen, welches wie 7 zu 10 ist. In der Altstadt von Paris würde dieses Haus natürlich theurer sein, aber in den Vorstädten würde sich das Haus für diesen Preis bauen lassen. Auf diese Weise sieht man was es heisst: die Baupreisen in Paris mit denen in Düsseldorf zu vergleichen. Paris ist nicht theurer wie Berlin, aber es wird für theurer gehalten, und dieses ist ein Irrthum. 72 . Einwendung gegen den Aufsatz : Die Baupreisen in Düsseldorf. Diejenigen, so anderer Meinung über die Baupreisen in Düsseldorf sind pflegen zu sagen: „Die Stadt hat gerade Strassen, und zwar durch die Regierung, welche dieselbe gerade absteckt. „Aber die Häuser die gebaut werden, werden grössten- „theils von Handwerkern gebaut, welche mit diesem Bauen „etwas verdienen wollen. „Hierdurch kommt es, dass zum Theil schlecht gebau t „wird, so vortrefflich auch die Materialien sind. „Ein solcher Baumeister baut 40 Häuser, und baut „sie alle 40 eben schlecht, und wenn er stirbt so hin- „terlässt er seinen Erben kaum so viel, dass sie ihn können be- „graben lassen. Man braucht nur an die Ecke der Kasernen- „und Bastionsstrasse zu gehen, um zu sehen wio schlecht „diese Häuser gebaut sind. 100 „Da die Häuser auf den Kauf gebaut werden, so machen „sie im Innern derselben Reib wände. Dieses ist eine sehr „üble Erfindung, weil sich die Reibwände sahen, und in 10 „Jahren ist in einem solchen Hause die Treppe schon um „einen Zoll gesunken. „Solche Häuser baut einer, dessen Handwerk ein Schreinerest, und dieses tliut er bei 16 Häusern , die er alle mit „Reihwänden gebaut hat.“ Hierauf lässt sich nun folgendes antworten: Ueherall wo neue Städte gebaut werden, macht auch die Regierung den Plan, und steckt ihn ab mit geraden Strassen, und die Baumeister sind grösstentheils Handwerker, die durch dieses Bauen Vortheil ziehen wollen. In Berlin, wo 5403 Eigenthümer, Besitzer Ton 7300 Häuser sind, wie viel sind davon wohl aus dem Stande der Handwerker erbaut worden ? Vielleicht von 10 sind ihrer 9 von Handwerkern erbaut, indess das lOte einer aus dem höheren Stande aufbaute, derjein unabhängiges Vermögen besass. Sie wollen daran verdienen; aber weil sie kein Geld haben, so leihen sie es, und erst wenn sie Zinsen auf Zinsen gehäuft bähen, denn machen sie Bankerot, und ein anderer zieht denn den Vortheil davon. Denn die Zinszahlung ruiniert die Bauunternehmer bei allem Neubau der Häuser. Was nun die Reihwände betrifft, so sind diese allerdings ein^grosser Fehler, ein Fehler den auch mein Haus hat. Allein dies ist nicht zu ändern, und die Handwerker meinen Wunders was für ein grosser Vortheil in den Reihwänden stäche. Sie sehen nicht ein, dass an einem Hause, wenn die Reihwände 720 Thlr. kosten, die Mauern 729 Thlr. kommen. Also nur 9 Thlr. mehr. Diese 9 Thlr. sind ein Zeichen, dass sie nicht rechnen können. 101 Ein Bauunternehmer hat hier in der Hohenstrasse ein Haus mit Reihwänden gebaut. Dasselbe saht sich und springt im Kalk. Dicht darneben baute er ein anderes Haus mit Mauern, und dieses hält sich. Obschon die neuen Häuser noch viel mit Reih wänden gebaut werden, so sind auch wieder andere, die dieselbe im Innern mit Mauren bauen, und nach und nach werden wohl alle Häuser mit Mauern gebaut w r erden. Wie z. B. am Frank’chen Hause u. s. w. welche schon vor 40 bis 50 Jahren sind erbaut worden. Uebrigens hat es das Gute, dass auch nun ein Bauverständiger auf seine eigene Weise bauen kann, und er zeigt denn, was er vermag. Z. B. das Haus des Herrn Thieme, welches mit zu den schönsten der Stadt gehört, und das vor 2 Jahren mit 9200 Thlr. bezahlt wurde. Es hat 60 Fuss Länge und 36 Fuss Breite. Einen Thorweg, ausser dem Erdgeschoss noch 2 Etagen und ein Schieferdach. In Dresden müssen zwei Bauplane in die Regierung eingereicht werden, und wenn sie genehmigt werden, so bekommt der Bauherr den einen Plan wieder zurück und den andern behält die Regierung. Dieser Bauplan enthält den innern Ausbau des Hauses eben so wohl wie den äussern, und hievon darf sich kein Bauherr entfernen. Allerdings muss man den innern Ausbau eben so gut angeben wie den äussern, wie solches auch in Dresden der Fall ist. Allein bei einem grossen Theile der Städte hat man nur das äussere anzugeben, indess man sich um den innern Ausbau nicht bekümmert. Dies ist allerdings sehr fehlerhaft. Friedrich der Grosse hatte, als Er den Bürgern von Berlin und von Potsdam neu bauen liess, denselben nur das äussere 102 angegeben, was aber (las innere betraf, da liess er jedem seiner Einsicht folgen, und behämmerte sich nicht um diese. Hierdurch ist es nun freilich im Innern der Häuser sehr schlecht geworden, und besonders in den Fundamenten, welche man nicht auf Pfeilern gründete, wie die Königlichen Bauten dieses sind. Ich wohnte eine zeitlang in Potsdam im Hotel de Rom. An diesem Hause ist das äussere sehr schön gebaut, aber das innere hat sich gesakt, und zwar so, dass die getäfelten Fussböden ganz schief waren. 73 . Das sogenannte Reparieren aller Häuser. Der Bauinspector von Lassaulx ist gegen dieses reparieren alter Gebäude, und zwar mit Recht. Wenn von Privathäusern die Rede ist, so sagt er: ,.dass „man ein altes Gebäude so in Stand setzen könnte wie ein „neues, dies sei, (was auch die Baumeister davon sagten), „n i c h t W a h r. „Diese würden noch obendrein theurer wie die neuen, „und man könnte das alte Sprichwort bewahrheiten : „Wer will verderben und weiss nicht wie, „Der kaufe alte Häuser und baue sie. So weit Herr von Lassaulx. Besonders gibt er dieses von öffentlichen Gebäuden an. Diese müssten vom besten Material erbaut werden was in der Gegend zu finden sei, und zwar so, dass in 4 bis 5 Jahrhunderte keine bedeutende Reparatur dabei stalt- lande. Dass dieses geht, beweisen alte Gebäude, Der Tempel der Minerva in Athen, ist 2300 Jahre alt, und die Säulen stehen noch im Lothe da, 103 Der Tempel der Diana zu Evora, 15 Meilen von Lissa bon, stellt schon 1800 Jalire, und die corintliischen Säulen welche aus 4 Stücken bestehen, sind noch irn Lothe. Sie sind von den Römern aufgeführt. Man muss liier nicht an die Gothische Baukunst denken, und nicht an den Cölner Dom, denn dieser ist schon verwittert obsclion er erst 600 Jahre steht. Die Gothen wählten die rechte Sorte der Steine nicht, wie dieses z. B. am Cölner Dom und an der Quirinskirche in Neuss zu sehen ist. Hätten sie die Steine gekannt, so würden sie für den inneren Ausbau des Domes zwar Steine von den sieben Bergen genommen haben, aber für das äussero hätten sie denn Laven von Niedermendig gebraucht, denn diese halten eine Ewigkeit. Eben so die Quirinskirche in Neuss, welche von lockerem Tuffsteine erbaut ist. Diese Tuffsteine sind so locker, dass sie, ungeachtet die Kirche erst 600 Jahren steht schon ganz verwittert sind. Die steinernen Säulen sind längst abgefallen, und hölzerne an deren Stelle gesetzt worden, die wahrscheinlich schon vor 2 oder 3 Jahrhunderte einer Reparatur bedurften, und wo man denn sagte: dass die hölzernen stärker seien. Wir stellen uns immer vor, dass Kirchen nur 2 bis 3 Jahrhunderte hielten. Dieses ist ein Irrthum, der durch das rasche Bauen entstand, was man in England thut, und welches sich auch in Deutschland fortpflanzte. Am Ratinger Tliore in Düsseldorf stehen zwei Wacht- häuser, welche vor 30 Jahren erbaut wurden. Die Dorischen Säulen sind von Ziegelsteinen aufgeführt. Daran ist die Pliesterung so abgefallen, dass man auf Ruinen sieht. Und dieses ist in Düsseldorf der Fall, wo man sich rühmt, solche schöne Gebäude zu haben. 104 Die Baumeister reparieren ausserordentlich gerne, und sind erst die Behörden mit ihnen einverstanden, (denn jeder der sein Urtheil über die Baukunst sagt, ist der Meinung dass er das beste getroffen habe), so geht diese Reparatur durch und wenn auch nach derselben das Gebäude schlechter ist wie vorher, ehe es repariert wurde. Es ist eben das Unglück an öffentlichen Gebäuden, dass die Baumeister zu viel daran verdienen wollen und daher schlechtes Material nehmen. Der englische Minister sagte vor 2 Jahren als das Parlament in London abgebrannt war: „Es sei bekannt, dass die „Baumeister ausserordentlich viel forderten, und dass „man, um diesen Forderungenein Ziel zu sezen, eine run- „de Summe bestimmen müsse, die nicht überschritten werden sollte.“ Die englischen Baumeister suchen eben so viel Geld zu verdienen als die Deutschen, und nur der Baumeister der St. Paulskirche in London, und der Baumeister der St. Michelskirche in Hamburg machen eine Ausnahme. Deswegen wird, so lange die St. Paulskirche steht, der Name Christoph VTreen unvergesslich sein, und so lange die St. Michelskirche steht, wird der Name Sonnin mit Rührung genannt werden. Denn Sonnin starb arm.