L NO
KOL
2.
Abenddämmerung
Am blassen MeeresstrandeSaß ich gedankenbekümmert und einsam.Die Sonne neigte sich tiefer, und warfGlührote Streifen auf das Wasser,
Und die weißen, weiten Wellen,
Von der Flut gedrängt,
Schäumten und rauschten näher und näher —Ein seltsam Geräusch, ein Flüstern und "pfeifen,Ein Lachen und Murmeln, Seufzen und Sausen,Dazwischen ein wiegenliedheimliches Singen —Mir war, als hört ich verschollne Sagen,Uralte, liebliche Märchen,
Die ich einst als KnabeVon Vachbarskindern vernahm,
Wenn wir am SommerabendAuf den Treppensteinen der HaustürZum stillen Erzählen niederkauerten.Mit kleinen, horchenden HerzenUnd neugierklugen Augen,-Während die großen MädchenVeben duftenden BlumentöpfenGegenüber am Fenster saßen,
Rosengesichter,
Lächelnd und mondbeglänzt.
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