Meine Qual und meine KlagenHab ich in dies Buch gegossen,Und wenn du es aufgeschlagen,Hat sich dir mein Herz erschlossen
Prolog
Es war mal ein Ritter, trübselig und stumm,Mit hohlen, schneeweißen Wangen,-Er wankte und schlenderte schlotternd herum,In dumpfen Träumen befangen.
Er war so hölzern, so täppisch, so links,Die Blümlein und Mägdlein, die kicherten rings,Wenn er stolpernd vorbeigegangen.
Oft saß er im finstersten Winkel zu Haus,-Er hatt sich vor Menschen verkrochen.
Da streckte er sehnend die Arme aus,
Doch hat er kein Wörtlein gesprochen.
Kam aber die Mitternachtsstunde heran,Ein seltsames Singen und Klingen begann —An die Türe da hört er es pochen.
Da kommt seine Liebste geschlichen hereinIm rauschenden Wellenschaumkleide,
Sie blüht und glüht wie ein Röselein,Ihr Schleier ist eitel Geschmeide.
Goldlocken umspielen die blonde Gestalt,Die Auglein grüßen mit süßer Gewalt —
In die Arme sinken sich beide.
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