O 2 L
25.
Erinnerung
Was willst du traurig, liebes Traumgebilde?Ich sehe dich, ich fühle deinen Hauch!
Du schaust mich an mit wehmutvoller Milde:Ich kenne dich, und ach! du kennst mich auch.
Ich bin ein kranker Mann jetzund, die GliederSind lebensmatt, das Herz ist ausgebrannt,Mißmut umflort mich, Kummer drückt mich nieder,-Viel anders wars, als ich dich einstens fand!
In stolzer Kraft, und von der Heimat ferne,Jagte ich da nach einem alten Wahn,-Die Erd wollt ich zerstampfen, und die SterneWollte ich reißen aus der Himmelsbahn.-
Frankfurt, du hegst viel Varrn und Bösewichter,Doch lieb ich dich, du gabst dem deutschen LandManch guten Kaiser und den besten Dichter,Und bist die Stadt, wo ich die Holde fand.
Ich ging die Zeil entlang, die schöngebaute,Es war die Messe just, die Schacherzeit,
Und bunt war das Gewimmel, und ich schauteWie träumend auf des Volks Geschäftigkeit.
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