Druckschrift 
Buch der Lieder
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

l'K^UIvIKII.VLK

5.

Was treibt und tobt mein tolles Blut?Was flammt mein Herz in wilder Glut?

Es kocht mein Blut und schäumt und gärt,Und grimme Glut mein Herz verzehrt.

Das Blut ist toll, und gärt und schäumt,

Weil ich den bösen Traum geträumt:

Es kam der finstre Sohn der Nacht,

Und hat mich keuchend fortgebracht.

Er bracht mich in ein Helles Haus,Wo Harfenklang und Saus und Braus,Und Fackelglanz und Kerzenschein,-Ich kam zum Saal, ich trat hinein.

Das war ein lustig Hochzeitfest,-Zu Tafel saßen froh die Gäst.

Und wie ich nach dem Brautpaar schaut,

O weh! mein Liebchen war die Braut.

Das war mein Liebchen wunnesam,

Ein fremder Mann war Bräutigam:

Dicht hinterm Ehrenstuhl der Braut,

Da blieb ich stehn, gab keinen Laut.

Es rauscht Musik, gar still stand ich,-Der Freudenlärm betrübte mich.

22