die Dedikationen der ersten Auflage weggelassen, Doch kann ich nicht umhin zu erwähnen, das;das lyrische Intermezzo einem Buche entlehnt ist, welches unter dem Titel „Tragödien" imJahre 182Z erschien und meinem Oheim Salomon Heine zugeeignet worden. Die hohe Achtung,die ich diesem großartigen Manne zollte, sowie auch meine Dankbarkeit für die Liebe, die ermir damals bewiesen, wollte ich durch jene Widmung beurkunden. „Die Heimkehr", welchezuerst in den „Reisebildern" erschien, ist der seligen Friederike Varnhagen von Ense gewidmet,und ich darf mich rühmen, der erste gewesen zu sein, der diese große Frau mit öffentlicherHuldigung verehrte. Es war eine große Tat von August Varnhagen, daß er, alles kleinlicheBedenken abweisend, jene Briefe veröffentlichte, worin sich Rahel mit ihrer ganzen Persönlich-keit offenbart. Dieses Buch kam zur rechten Zeit, wo es eben am besten wirken, stärken undtrösten konnte. Das Buch kam zur trostbedürftig rechten Zeit. Es ist, als ob die Rahel wußte,welche posthume Sendung ihr beschieden war. Sie glaubte freilich, es würde besser werden,und wartete,- doch als das Warten kein Ende nahm, schüttelte sie ungeduldig den Kopf, sahVarnhagen an und starb schnell — um desto schneller auferstchn zu können. Sie mahnt michan die Sage jener anderen Rahel, die aus dem Grabe hcrvorstieg und an der Landstraße standund weinte, als ihre Kinder in die Gefangenschaft zogen.
Ich kann ihrer nicht ohne Wehmut gedenken, der liebreichen Freundin, die mir immer dieunermüdlichste Teilnahme widmete und sich oft nicht wenig für mich ängstigte in jener Zeitmeiner jugendlichen Ubermüten, in jener Zeit, als die Flamme der Wahrheit mich mehr erhitzte,als erleuchtete. . .
Diese Zeit ist vorbei! Ich bin jetzt mehr erleuchtet, als erhitzt. Solche kühle Erleuchtungkommt aber immer zu spät bei den Menschen. Ich sehe jetzt im klarsten Lichte die Steine,über welche ich gestolpert. Ich hätte ihnen so leicht ausweichen können, ohne darum einenunrechten Weg zu wandeln. Jetzt weiß ich auch, daß man in der Welt sich mit allem befassenkann, wenn man nur die dazu nötigen Handschuhe anzieht. Und dann sollten wir nur dastun, was tunlich ist und wozu wir am meisten Geschick haben, im Leben wie in der Kunst.Ach! zu den unseligsten Mißgriffen des Menschen gehört, daß er den Wert der Geschenke, dieihm die Natur am bequemsten entgegen trägt, kindisch verkennt, und dagegen die Güter, dieihm am schwersten zugänglich sind, für die kostbarsten ansieht. Den Edelstein, der im Schößeder Erde fcstgewachsen, die perle, die in den Untiefen des Meeres verborgen, hält der Menschfür die besten Schätze,- er würde sie gering achten, wenn die Natur sie gleich Kieseln undMuscheln zu seinen Füßen legte. Gegen unsere Vorzüge sind wir gleichgültig,- über unsere