Druckschrift 
Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
Entstehung
Seite
441
Einzelbild herunterladen
 

441

Gläubigen, an die Wir uns gewandt hatten, anschloffen. UnterAnderm wollten Wir untersuchen, auf welchem Grund die vonvielen Personen gehegte Meinung beruhe, daß die GesellschaftJesu von dem tridcntinischcn Concilium auf feierliche Weise ge-billigt, anerkannt und bestätigt worden sei, und Wir haben ge-funden, daß bei diesem Concilium von derselben auf keine Weisegehandelt worden ist, als um sie von dem allgemeinen Decretauszunehmen, durch welches in Rücksicht der andern rcgulirtcnOrden bestimmt wurde, daß nach erreichtem Noviziat die fähiggefundenen Novizen zur Ablegung des Gelübdes zugelassen oderaus den Klöstern fortgeschickt werden sollten.

Bei dieser Gelegenheit erklärte das heilige Concilium (Leks. 25.e, 16. äe LeZular.), Nichts ändern und auf keine Weise diebesagte Gesellschaft der Geistlichen der Gesellschaft Jesu hindernzu wollen, dem Herrn und seiner Kirche, nach ihren frommenGesetzen, welche der heilige apostolische Stuhl anerkannt habe,zu dienen.

Nach so zahlreichen und nothwendigcn Mitteln voll Ver-trauens, von dem heiligen Geiste gestärkt zu sein, genöthigt durchdie Pflicht Unseres Amtes, welches Uns auf's strengste auffor-dcrt, mit aller Kraft die Ruhe des christlichen Staates zu unter-halten, zu einigen und zu befestigen und Alles zu entfernen,was ihm die geringste Gefahr drohen kann; ersehend über-dieß, daß die besagte Gesellschaft Jesu genügende und heilsameFrüchte so wenig als die großen Vortheile gewähren kann, wel-cher wegen sie bestätigt und mit so vielen Privilegien versehenward, und daß selbst, wenn sie bestehen bleibt, es außerordentlichschwer, wo nicht rein unmöglich ist, der Kirche wahren und blei-benden Frieden zu schaffen; bestimmt nun durch diese mächtigenGründe und gedrängt durch andere, welche Uns die Gebote derKlugheit und eine richtige Leitung der Kirche an die Hand ge-ben, welche Wir jedoch im Innersten Unseres Herzens bewah-ren, folgend den Fußstapfen Unserer Vorgänger, besonders Gre-gor X. bei dem Gencralconcilium von Lyon, weil es sich voneiner Gesellschaft bandelt, deren Ordnungen sie in die Zahl derBcttelorden setzen, Alles begreiflich erwogen, aus gewissem Wis-sen und apostolischer Macht: