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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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KonradIV., Manfred, Ludwig der Bayer waren so rechtgläubigals die Päpste; ihr einziges Verbrechen bestand darin, daß sieuralte Rechte ihrer Kronen, die sich nur auf weltlichen Besitz,weltliche Hoheit bezogen, daß sie die Unabhängigkeit ihrer Ge.walt von den Päpsten, oder ihre Länder und Reiche gegen un-kirchliche Ansprüche der Kirche vertheidigten, daß sie sich indieser Beziehung gegen päpstliche Verfügungen und Bannflücheauflehnten. Freilich, dieses wurde ihnen als Ungehorsam gegendie Kirche, die doch in einer ganz andern Gegend lag, und inrecht päpstlicher Consequenz, als Ketzerei angercchnet. Auf dieseWeise war es denn ein Leichtes, königliche Ketzer zu bekommen.Jndeß lag in dem Verfahren der Päpste, oder der Kirche, wennman will, eine arge Verhöhnung des Rechtes, indem sie dieGegenpartei nicht hörte, sondern unbedingte Unterwerfung for-derte ; ferner eine Anmaßung gegen die Vernunft, indem sie dieUnfehlbarkeit auf die Interpretation von Thatsachen ausdehnte;endlich ein ungeheurer Egoismus, indem sic ihre Sache, näm.sich die Sache des Klerus, den zeitlichen Vortheil der Päpste,(der Kirche) zur Sache Gottes machte und sie als solche ver-theidigte.

Diese Ansichten, deren Richtigkeit sich aus der ganzen Ge-schichte des Mittelalters ausspricht, mag nun auch wohl jeneoben in Frage gestellte Erscheinung aufklären. Das Systemhierarchischer Herrschaft im Gebiete des Zeitlichen, das Hcrvor-treten der Kirche als weltliche Macht, die von ihr in allen Be-ziehungen und Richtungen geübte Herrschaft zeigen sich erst nachGregor, und seit dieser Zeit begann die Entartung der Kirche.

Sehen wir auf die Ketzereien früherer Jahrhunderte, sofinden wir, daß die Kirche weit entfernt war von jener bar-barischen Strenge, womit sie späterhin gegen die Albigenser,Waldenser wüthete, von dem Fanatismus, womit ihre Diener,die Dominicaner und Jesuiten, gegen die Protestanten auftratcn.Noch im cilftcn Jahrhundert kam Berengar, der eins der wich-tigsten Dogmen, die Gegenwart Christi im Altarssacramenteläugnete und nach zweimaliger, öffentlicher Abschirmung jn seinen

L?) Siehe des ÄerfasseeS: Bernhard von Clairvaux und die Hierarchieseiner Zeit. Essen bei Wadeker. 1837.