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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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Die Idee der Volkssouverainität ist in republikanischenStaaten nicht so gefährlich, aus dem einfachen Grunde, weildort die Opposition nie gegen das Recht, sondern nur gegen diePerson ist. Denn das Rrcht bleibt dort immer im Wolke; weilferner in denselben die Obrigkeiten gewöhnlich in bestimmtenZeiträumen gesetzlich wechseln. Anders aber ist es in den Mon-archien , wo die Volkssouverainität mit dem ganzen gesetzlichenZustande des Staates im Gegensatz steht und denselben ewigerGefahr des Umsturzes aussetzt. Daher endet eine Schilderhc-bung des Volkes gegen den König fast immer mit einer Re-publik, endet gewöhnlich mit einem Umstürze des Rechtes undgeht über alle Schranken der Vernunft und des Rechtes. Dennwahrlich, leicht vermag der Pöbel fortgerissen zu werden, denKönig für einen Tyrannen zu erklären und die ganze gesellschaft-liche Ordnung umzustürzen, wenn Menschen wie die Jesuitenin dem Tone, welchen wir kennen gelernt haben, zu Empörungund Tyrannenmord auffordcrn, Menschen, welche die Handlungen-er Könige auslegen, nicht nach den Gesetzen der Menschlichkeitund Billigkeit, sondern nach der Norm ihres Egoismus, derkein öffentliches Wohl, sondern nur Standes- und Privatin-teressen kennt.

Es ist eine wohl der näheren Untersuchung würdige Er-scheinung, daß die Kirche und namentlich die Jesuiten, dieseLeibwächter des heiligen Stuhles, sich mit einem solchen Grimmegegen die sogenannten ketzerischen Könige erhoben und gegen siesowohl die höchsten Potenzen kirchlicher Gewalt, als auch dieIdee der Volkssouverainität, ja, die Lehre vom Tyrannenmordein Bewegung setzten. Es ist traurig, daß auch die Kirche zudieser Verirrung sich Hinreißen ließ, die ein historisches Factumist. Denn wenn sie Kreuzzüge gegen die Kaiser und Königepredigte, .wie namentlich gegen unfern Friedrich II., herrlichenAndenkens, so war das die höchste Aufregung des Fanatismus,der das Fortschrcitcn zum höchsten Verbrechen in sich schloß.

Kirchliche Geschichtschreiber haben dieses Verfahren herge-leitet aus dem glühenden Eifer, die alleinseligmachende katho-lische Lehre ausrecht zu erhalten und der Welt dieses Kleinodrein und unverfälscht zu bewahren. Aber die Geschichte bewährtdiese Ansicht als falsch; denn Heinrich IV-, Otto IV., Friedrich II-,