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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
Entstehung
Seite
418
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Ehastels wider sie erhobene Anklage nicht in Schutz genommenhaben. 2°)

Daß Rainold die Absetzung der Tyrannen und ihre Ermor-dung verthcidigt, ist aus zahllosen Stellen seines Buches zu er-sehen. ")

Werfen wir nun auf die bisher vorgetragenen Lehren derJesuiten über Volkssouverainitä't, Absetzung der Könige, Ermor-dung der Tyrannen einen prüfenden Blick, so sehen wir, daßdiese Lehren die destruktivsten sind, die cs je geben kann. Dennsehen wir ab von der ganz unhaltbaren Lehre der Volkssouve-rainität, die eine petitio prinoixii in sich schließt und uralteStaatsrechte vernichtet, eine eigentliche Majestät gar nicht aner-kennt, so zeigt sich die Unsinnigkeit und Verderblichkeit dieserTheorie gerade darin am meisten, daß man dem Volke die Ent-scheidung über die Lebensfrage der Nationen in die Hände gibt,dem Volke, dessen Souverainitätsäußerung sich seit der christ-lichen Zeitrechnung entweder als despotische Oligokratie, oderals zügellose Ochlokratie gezeigt hat, ja nicht selten und zwar inneuerer Zeit in den blutigsten Terrorismus übcrgegangen ist.Dieß ist ganz natürlich. Das Volk ist ncurungssüchtig und hofftdurch jede Regierungsvcränderung eine Verbesserung seiner Lage;es hat selten die klare Einsicht in die Verhältnisse, welche zufruchtrcichen Neuerungen erfordert wird; es entbehrt der Ruheund Besonnenheit; es ist selbst nie einig über seine Interessen,weil es aus verschiedenen Klassen besteht, deren untersten oft dasEntgegengesetzte von dem erstreben, was die höheren wollen.Und dieser heterogenen Masse will man Souverainität beilegen?Daher erfolgt, was immer erfolgen muß; die Souverainität wirdeine Beute von Wenigen, welche sic an sich zu reißen klug undkühn genug sind. Und wodurch geschieht dieß? Durch Verfüh-rung des Pöbels, der leider überall zahlreich genug ist und sichzum Schrecklichsten Hinreißen läßt, weil er blind ist und'stetsAnderer Macht, Einfluß und Reichthum beneidet, selbst begierigdanach. Eine solche Pöbelhcrrschaft, eine nothwendige Folge derVolkssouverainitä't, ist der Tod alles Schönen und Vortrefflichen,

26 ) Geschichte Europa's, Band II. p. 370. n. 1 . 27 ) ,>. 69 >— 86 . 38 .39 62 . 63. 108 -