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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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ken trügen, für die Errettung des Vaterlandes Leben und Glückauf's Spiel zu setzen; aber die Meisten hält die Begierde nachSicherheit von so großem Wagnisse ab. Deßwcgen kann manunter den Tyrannen des Alterthums so wenige finden, die denStreichen ihrer Unterthanen erlegen sind. Und in der That istes ein heilsamer Gedanke, wenn die Fürsten sich überzeugen,daß sie, falls sie den Staat unterdrücken und sich durch Lasterund Schändlichkeit unerträglich machen, in einer solchen Lageleben, daß, sie'ermorden, nicht nur für recht, sondern auch lobens-wert!) und ruhmwürdig gilt." ')

Nach diesen Grundsätzen beurtheilt er den Mord des Ju-lian °) und Heinrich's III. von Frankreich, der durch den Dolchdes Mönches Clement fiel. Nachdem er gesagt hat, daß durchdie Ermordung der Guisen, durch die Aussöhnung des Königsmit Heinrich von Navarra die Sache der Ligue sehr in's Ge-dränge gekommen, und Heinrich III. schon Hoffnung gefaßthabe, fick der Hauptstadt Paris zu bemächtigen, fährt er fort:„In diesem trostlosen Zustande der Dinge brachte, auf einigeZeit wenigstens, Hülfe Jacob Clement, ein Dominikaner undScküler der Theologie in seinem Orden. Nachdem er von denTheologen, die er um Rath gefragt, gehört hatte °), daß maneinen Tyrannen mit Recht tödtcn könne, machte er sich am80 . Julius 1589 nach Paris auf, mit dem festen Vorsatze, denKönig zu ermorden. Und wirklick erstach er ihn am 1. Augustmeuchlings mit einem vergifteten Messer; ein Muth, der ebensoausgezeichnet, als die That bewunderungswürdig ist. Der Kö-nig, von Schmerz gefoltert, riß das Messer aus der Wundeund traf damit des Mörders Gesicht und Brust, indem er ihnVatermörder nannte. Da brechen die Höflinge hinein und ver-setzen dem Niedergeworfencn und Halbtodtcn viele Wunden mitWildheit und Wuth, während dieser kein Wort sprach und,wie man aus seinen Mienen sehen konnte, sich freute, daß ihmdie That geglückt und er ohne größere Martern enden werde.Zugleich frohlockte er unter den Stichen und Hieben, daß ermit seinem Blute deö gemeinschaftlichen Vaterlandes und Volkös

«) p. 60. 6l. L) x. 62. «) DaS Gestandniß Mariana'S ist

wichtig.