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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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Wer, fährt Mariana fort, hat je ihre Kühnheit getadelt,und sie nickt vielmehr des kocksten Lobes würdig geachtet? Undcs gibt ein allgemeines Gefühl, gleichsam eine Stimme der Na-tur, die in unser Herz gelegt ist, ein Gesetz, das in unsere Oh-ren tönt, vermöge dessen wir das Schändliche vom Anständigenunterscheiden. Dazu nehme man, daß ein Tyrann einem rei-ßenden und wüthenden Thiere gleiche, welches allenthalbenVerwüstungen anrichtct, raubt, brennt und mordet. Soll mandarüber wegschen? soll man es nicht vielmehr loben, wenn Je-mand mit Gefahr seines Lebens den Staat von ihm errettet?Man darf behaupten, daß gegen den Tyrannen die GeschosseAller gerichtet werden müssen, als gegen ein grausames Unge-heuer, welches sich auf die Erde gelegt hat, um zu würgen, so-lange er die Glieder regen kann. Wenn du siehst, daß dir dietheure Mutter oder Gattin vor deinen Augen mißhandelt wird,und du eilst ihr nicht zu Hülfe, so verdienst du den Tadel schmach-voller Feigheit und Gottseligkeit, und das Vaterland, dem wirmehr als den Acltern schuldig sind, solltest du der Quälerei einesTyrannen preisgeben dürfen? Fort mit solchem Frevel, mitsolcher Feigheit. Selbst mit Gefahr des Lebens, des Ruhmes,des Vermögens müssen wir das Vaterland aus der Gefahr be-freien , vom Verderben erretten.

Nun gibt Mariana seine eigene Entscheidung. „Darin,sagt er, sehe ich sowohl Theologen als Philosophen übereinstim-men, daß ein Fürst, der mit Gewalt und Waffen einen Staatin Besitz genommen hat, ohne ein Recht darauf zu haben, ohnedaß die Bürger es genehmigen, von einem jeden gctödtet werdendürfe. Er ist ein öffentlicher Feind, ein VaterlandSunterdrückcrund von Natur und dem eigentlichen Namen nach ein wahrerTyrann. Seiner entledige man sich auf jede Weise und beraubeihn der mit Gewalt angemaaßten Macht, wie es Adod machte,der durch Meuchelmord den König der Moabiter, Eglon, niedcr-streckle und dadurch sein Volk achtzehnjähriger Sklaverei entriß.Wenn aber ein Fürst mit Beistimmung des Volkes oder durchErbrecht herrscht, so muß man seine Fehler und Lasten so langetragen, bis er die Gesetze des Anstandes und der Zucht, woran

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