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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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than, wenn du gerecht und christlich regierst: ist es nun nichtklar, daß dieser Vertrag aufhöre, wenn der eine Theil sein Ver-sprechen nicht hält? Ein römischer Senator sagte zu einem rö-mischen Consul: „Wenn du mich nicht als einen Senator hältst,wie soll ich dich als einen Consul halten? ich habe dich nichtals Consul gehalten, du aber mich auch nicht als Senator.Das Volk ist zwar dem Könige verpflichtet, aber der König zu-erst dem Volke."

Welch' ein Unsinn, das bürgerliche Recht über Contracteauf das Verhältniß zwischen König und Unterthanen anwendenzu wollen! Der König steht da immer im Nachtheile, denn wasvermag Einer gegen Alle? Wie kann dann der König dasVolk, das einmal von der Unzufriedenheit, oder von dem Fieberrevolutionärer Umtriebe befallen wird, verhindern zu sagen:Du Haft den mit uns eingegangenen Vertrag gebrochen? Undwer kann dieß entscheiden? Natürlich, sagt der Jesuit, dasVolk. Aber wie kann der Kläger Richter sein? Welcher Königist da sicher auf seinem Throne? Und nun führt Rainold auchein Beispiel aus der Geschichte an; aber welches? Die Ab-setzung Nichard's U. von England. Wahrlich, wenn das Volk,sei cs der adelige oder der bürgerliche Pöbel, gerecht handelt,Königen wie Richard Thron und Leben zu nehmen: dann istdie jesuitische Lehre über die Volkssouverainität ein Fluch fürdie Menschheit; denn Richard ward das bedauerungswürdigeOpfer der Herrschsucht seines Vetters, Heinrich Bollingbroke.Ferner nimmt er Beispiele aus der Geschichte der griechischenKaiser!!

Rainold schreibt im Fieber des Fanatismus; darum mußman ihm manchen Ritt über Stock und Stein zu gute halten.Dahin gehört, daß er sagt, Könige könnten von den Völkernganz rechtmäßig abgesetzt werden, wenn sie sich zu lange vonihrem Reiche entfernten, wären sie im Uebrigen auch gar nichtüble Regenten. Als Beweis dafür nimmt er, daß Polen Hein-rich von Valois seines Thrones entsetzte, weil er nach dem Lodeseines Bruders Karl IX. Polen verließ, um König von Frank.

-o) p, 68. 69.