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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
Entstehung
Seite
389
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reich zu werden. Fürwahr, wäre der Jesuit kein Fanatiker', sowürde er weder den Fall angesührt, noch solch einen Satz dar-aus gefolgert haben. Aber sein Haß gegen Heinrich ist ein un-versöhnlicher und gräßlicher; darum überhäuft er ihn an vielenStellen mit den wüthendsten Schmähungen, daß er in Polennicht alle Ketzereien und Ketzer ächtete und würgte, da er dochin seinem Reiche Nichts zu sagen hatte, und das ganz von denMagnaten abhing; daß er in Frankreich mit den HugonottcnFrieden schloß und ihre Religion im Lande duldete, da ja einKrieg von 29 Jahren, mit allen Gräueln geführt, da selbst dergroße Meuchelmord von St. Barthelemy die Hugonottcn nichthatte besiegen können, und Frankreich damals den Frieden nöthigcrhatte als das Dogma von der alleinseligmachenden Kirche.Aber wann hat der Fanatismus je Vernunft angenommen?

Und nachdem er nun jenes Beispiel von Polen angeführthat, schließt er: „So darf also kein Mensch, der.gesundenVerstand hat, zweifeln, daß ein König wegen offenbaren demöffentlichen Wohle zugefügten Schadens der königlichen Würdeberaubt werden könne, da ja schon eine längere Abwesenheit desKönigs dem Volke einen gerechten Grund geben könne, sich desEides der Treue zu entbinden und einen neuen zu wählen." ^")

„Wenn daher Einige frivoles Geschwätz erheben, daß diesesAlles Hinziele, die öffentliche Ruhe zu stören, Aufruhr gegen dieKönige zu erregen, daß durch solche Schreibart die Throne er-schüttert werden (und daS ist ganz wahr), so ist das albern undwiderlegt sich von selbst. Denn nicht derjenige, der dem Volkeseine Gewalt auseinandersetzt, bringt cS in Wuth und gibt ihmVeranlassung zur Empörung, und wer den unglücklichen Aus-gang der Tyrannei erzählt, wird dadurch gerechten Königennicht furchtbar, da ja die Gewalt der Gemeinde nicht wenigerkräftig ist, Volksaufruhr im Zaume zu halten, als ungerechterKönige Gewaltherrschaft zu zügeln." Wahrhaftig, der Jesuithat den Verstand verloren! Denn was ist geeigneter, ein Volkzur Empörung gegen die rechtmäßige Staatsgewalt zu empören,als ihm im Tone dcS Fanatismus unaufhörlich vorzupredigen:Dein König ist ein Tyrann, der dein Wohl mit Füßen tritt;