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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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üben, wenn der König ein Tyrann wird, worunter die Jesuitenaber jeden verstehen, der sich dem Papste oder ihnen nicht fügenwill. '")

„Denn, sagt er, wer ist wohl so ganz von der gesundenVernunft verlassen, daß er dem Staate die Macht absprcche,sich selbst gegen innere und äußere Feinde zu vertheidigen?Und zu den letzten gehören blutige, grausame und ungerechteFürsten, welche eine Pest der menschlichen Gesellschaft sind.Was also bei kleinen Gefahren erlaubt ist, das ist gewiß beigrößeren erlaubt. Wenn der König träge ist, sich Nichts umdie Geschaffte kümmert, so hat das Volk das Recht, ihn linksliegen zu lassen und sich selbst zu helfen: wie viel mehr ist esseine Schuldigkeit, gereicht cs ihm zum Ruhme und zur Ehre,des Königs Wahnsinn zu bändigen und durch Unterdrückungdes Einen die Sicherheit Aller zu begründen, wenn er gegenden Staat frevelt, die vaterländischen Gesetze verletzt, die Reli-gion verachtet und freie Völker wie seine Sclaven entwürdigt?Erst der Staat, dann der König. Ein Volk braucht sich nichtallen Gefahren auszusctzen, um einen König zu erhalten; wel-cher vernünftige Mensch hat je so etwas behauptet; hingegenist es des Königs Pflicht, mit edler Gesinnung einem gewissenTode entgegen zu gehen, um das Volk zu retten."")

Wahrlich, das heißt liebreich für die Könige gedacht undgesorgt. Und unter jenen Tyrannen, welche Rainold soebenschildert, welche verstand er darunter? Heinrich den Dritten,diesen willenlosen, gewaltlosen Schwächling, dem es, ein Ty-rann zu sein, an Kraft fehlte, dessen einziges Verbrechen denJesuiten gegenüber es war, daß er entweder nicht Blutdurstoder Kraft genug besaß, die Erwürgung aller Hugonotten zudecretiren; daß er sich mit seinem Vetter und Schwager, demKetzer, versöhnte; dann diesen Heinrich IV., den besten derKönige, der seine Franzosen wie ein Vater regierte, dem esaber die Jesuiten nicht verzeihen konnten, daß er dem h. Vaterund ihnen die Stirne bot. Rainold's Lehre ist an und für sichzerstörend und verderblich für die menschliche Gesellschaft, für

>v) p, ff. ii) i. c.