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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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374
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„Der König glaube nicht, daß er weniger unter dem Ge-setze stehe, als jeder Unterthan oder Edle, besonders, da meh-rere Gesetze nicht von dem Fürsten, sondern vom ganzenVolke gegeben sind, dessen Ansehen und dessen Gewaltim Befehlen und Gebieten größer ist, als die desKönigs, wie wir oben bewiesen haben. Solchen Ge-setzen muß der König also nicht nur gehorchen, sondern er darfsie ohne Genehmigung und Einstimmung des Volkes nicht ein-mal ändern.^) Ja, das Volk kann den König zwin-gen, die Gesetze zu erfüllen, die es erlassen hat,und es hat die Befugniß, den Ungehorsamen vomThrone zu stürzen und ihn mit dem Tode zu bestra-fen, wenn es nöthig ist, wie wir ihm oben eingeräumthaben."

So weit von Mariana's Ansichten über die Volkssouverai-nität; seine Lehre vom Tyranncnmorde wollen wir im folgendenAbschnitte vortragen.

Wenn nun ein Orden, der solche Lehren in seiner Mitteentstehen und wachsen sah, der beides duldete, der ihnen durchvfficielle Approbation Anerkennung und Geltung zusagte, wennein solcher Orden, der das Princip von der Volkssouverainitätin seiner flachsten Auffassung, in seiner fürchterlichsten Conse-quenz, gerade im Sinne der französischen Revolution vortrugund geltend machte, in neuerer Zeit wieder erweckt werden soll,um gerade einen Damm gegen die Ausbreitung und Anwendungderselben Lehre zu bilden, dann sind wir doch wohl berechtigt,zu fragen, ob Leute, die so etwas Vorhaben oder wünschen,nicht den Verstand verloren haben und überreif für's Narren-haus sind, wenn man sie schlechter und verderblicher Absichtennicht beschuldigen will?

24 ) p. 81 . 26 ) p. 84 .