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Drilles Kapitel.
M a r i a n a.
Quelle ist hier Mariana's ebenso berühmtes als berüchtigtesBuch: Do Roge et liegis institntimie. ') Das Buch trägtdie Approbation König Philipp's III. von Spanien, die in denrühmcndsten Ausdrücken abgefaßte des Naxister kroviiioinlisketrus üe Onna und des Ordensvisitators der Provinz ToledoStephanus Hojeda vor sich.
Mariana war ein spanischer Jesuit und eins der gelehr-testen, scharfsinnigsten und geistreichsten Mitglieder seines Ordens,der sich in seiner sehr gelungenen spanischen Geschichte als einentüchtigen Historiker erwiesen hat. Sein Buch «le Lexo et ke-xis iiistitutioiie hat keineswegcs den Zweck, zu lehren, daß cserlaubt sei, einen Tyrannen zu stürzen und zu ermorden, wiedas im Leipziger Konversationslexikon behauptet wird; dieß istnur Nebensache. Der eigentliche Zweck Mariana's, der sichin allen drei Büchern seines Werkes ausspricht, war, eine Normzu zeichnen, wonach specicll der junge spanische König Phil-ipp III. und dann überhaupt jeder König erzogen werden müsse,um sicher und glücklich zu regieren, die Liebe seiner Unterthanenzu erwerben und den gefährlichen Fallstricken der Tyrannei zuentgehen. Daher hat er sein Buch auch genanntem Könige vonSpanien gewidmet, an welchen die Einleitung gerichtet ist.
Es besteht aus drei Büchern, von welchen das erste fast aus-schließlich jene politischen Grundsätze und Ansichten enthält, welchewir hier anzuführen und zu beurtheilen haben.
„Zu Anfang, sagt Mariana^), irretcn die Menschen ein-sam, ohne feste Wohnsitze umher, nach Art der Thiere; die Her-beischaffung ihres Unterhaltes, die Lust, Kinder zu erzeugen,war ihre einzige Sorge; kein Recht, keine Regierung fesselteund hemmte sie; höchstens gestatteten sie, einem Triebe der Naturfolgend, in jeder Familie dem ein höheres Ansehen, den Würde
i Wir haben eine Mainzer Ausgabe von 1605 in Octav vor uns.Das Werk erschien zuerst 1598. 2 ) p. 1—l2. s) I,. I. c. 1. p. 12. 13.