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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
Entstehung
Seite
365
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Vermittelung menschlicher Entscheidung und Wahl,wie alles Andere, was zum Völkerrechte gehört. Denn diesesist eine Folgerung aus dem Naturrcchte durch menschliche Schlüsse."

Das arme Völkerrecht, wer möchte ihm dann seine Exi-stenz sichern. Das Völkerrecht ist durchaus nicht auf rationellem,sondern auf praktischem Wege gebildet, und gerade dieses sichertihm Inhalt und Dauer.

Bellarmin hat seine Lehre von der Volkssouverainität,wonach sich jede Revolution verthcidigcn laßt und sich zu ver-theidigcn pflegt, nicht geradezu vom politischen, sondern zum gutenTheilc vom kirchlichen Standpunkte gebildet; er folgert aus demGesagten, daß die Volksgewalt zwar im Allgemeinen gött-lichen, im Besonderen aber menschlichen Rechtes, die kirchlicheaber in jeder Beziehung einzig göttlichen Rechtes und unmittel-bar von Gott sei. Daraus schließt er nun leicht den Vorzugder letzteren vor der erstcren. Und da er die ganze kirchlicheGewalt auf den Papst conccntrirt, diesen zum alleinigen selbst-ständigen Träger der kirchlichen Gewalt hinstellt, so erschließt erdaraus, daß der Papst über aller weltlichen Gewalt stehe.

Um dieses zu beweisen, hat er sein Werk >Ie Uomana kon-tilloe geschrieben, in dessen fünftem Buche er von der weltlichenGewalt der Päpste handelt und beweiset, diesen stehe, untervielen andern, auch eine Cocrcitivgcwalt gegen die Könige zu.„Sobald, sagt er, die weltliche Macht den kirchlichen Interessenzu nahe tritt, muß die geistliche dieselbe zügeln auf jede Artund Weise, die nothwcndig scheint/") Und wie die Päpste dasgethan haben, davon kann das arme Deutschland nachsagen.Denn diese päpstliche Cocrcitivgcwalt erscheint praktisch nur alseine Empörung der Völker gegen die Fürsten, wodurch die päpst-liche Gewalt einzig Gewicht und Nachdruck bekam, und waralso in der Anwendung eine wahre Verkündung der Volkssou-vcrainität, die sogleich zum Handeln gegen die Könige aufge-fordert wurde.

Oe ltymavo ?oirtll>ce in LonUovrz. IV 1. I. V. c. 6. ^ 888.839.