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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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ab von dem Uebercinkommen der Menge, ob sie Könige, oderConsuln, oder andere Obrigkeiten über sich setzt."

Und nun kommt das Wichtigste: „Daraus folgt nun,daß, wenn ein gültiger Grund da ist, die Menge einKönigreich in eine Aristokratie oder Demokratie,oder auch umgekehrt, umwandeln könne, wie es dieRömer thaten."

Das sind gerade die Grundsätze, worauf die moderne Revo-lution sich stützt, und womit sie sich rechtfertigt. Wenn also dieFranzosen auf den Einfall kämen, Louis Philipp zu ent-thronen und eine Republik einzuführen, so müßte er sich gchor-samlich vor dem souveraincn Volkswillcn beugen, der den gesetz-mäßigen Grund in sich fände. Die Franzosen könnten sich ganzgründlich mit Bellarmin's Naturrccht vertheidigen, das gött-liche Gesetz, welches befiehlt: „Gehorcht der Obrigkeit", zurRuhe verweisen durch Bellarmin's Idcntisicirungdesselben mitdem natürlichen Gesetze, welches sich hier ebenfalls vor der all-mächtigen Volkssouverainität unterthänigst beugen, oder sic wohlfür göttlich anerkennen müßte. An ein Völkerrecht glaubtBellarmin in der Thal gar nicht, obwohl er es ansührt; csgilt ihm bloß als eine Folgerung aus dem Naturrechte, ohnepositiven Inhalt, und nach dieser Erklärung sanctionirt es jedeEmpörung, weil das Volk nach dem Naturrechte berechtigt ist,die Negierung beliebig umzuändern. Wir sollten aber doch meinen,daß in Staaten, wo seit Jahrhunderten monarchische Regierunggeherrscht, anerkannt und in alle Verhältnisse eingewachsenist, das Völkerrecht gerade am lautesten die Monarchie in Schutznimmt und ebenso wohl für die Legitimität der herrschendenFamilien spricht. Sollen denn die Könige der Menge gegen-über gar keine Rechte haben und bloß von der Gnade undden Launen derselben abhängen, die selten von Verstand, Ein-sicht, edler Absicht und festem Willen begleitet ist? Die Ge-schichte hat darüber schrecklich ihr Urtheil gesprochen, und dieVölker mögen gewarnt sein vor den politischen Grundsätzen dieserJesuiten, welche die Welt noch einmal in Trümmer zu werfengeeignet sind.

„Aus dem Gesetze folgt nun, fährt Bellarmin fort, daßdie weltliche Macht zwar von Gott sei, aber durch