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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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Stuhles und dessen unumschränkter Gewalt in der Kirche auf-warf, welche von den Bischöfen des Coucils ebenso sehr als vonder weltlichen Macht, besonders seit der Reformation, bestrittenwurde. Mit einer Kühnheit, die an Frechheit gränzt, mit einerecht jesuitischen Dialektik trat nun Laincz gegen beide auf undbewies, daß nur die Macht der Päpste göttlichen Ursprunges sei,indem die Episkopalgewalt nur ein Ausfluß des Papstthumcs,die Staatsgewalt nur eine Stiftung des Volkes sei. Hören wirihn selbst:

„Es ist, sagt er, ein großer Unterschied, ja, selbst ein Ge-gensatz zwischen der Kirche Jesu Christi und den Gesellschaftender Menschen: Diese besitzen ihr Wesen von Anfangan, und gestalten sich dann ihre Negierung; dahersind sie frei, und ist die Quelle allcrGewalt bei denGemeinheiten, welche dieselbe ihren Obrigkeitenmittheilen, ohne sich dadurch dieser Gewalt selbstzu berauben. Die Kirche hingegen hat sich nicht selbst ge-macht, und auch ihre Regierung nicht gebildet, sondern ihr Fürstund Monarch hat von Anfang an Gesetze, wie sie regiert werdensoll, gegeben. Diesem Ursprünge gemäß war die Kirche inKnechtschaft geboren, ohne irgend eine Art von Freiheit, Machtund Gerichtsbarkeit. Da nun Christus seine Kirche auf Petrusden Felsen gebaut hat, da dieser sein Stellvertreter auf Erdensein sollte, so ging also auf Petrus und dessen Nachfolger alleKirchengewalt über." u. s. w. H

So hatte der Jesuit die Bischöfe und Fürsten beseitigt, jene»indem er ihre Macht nicht auf Christus, sondern auf den Papstrcduzirte, ebenso unverschämt als ketzerisch; diese, indem er ihnendie Volkssouvcrainität entgegensetzte.

Der Cardinal Bellarmin, einer der gelehrtesten und an-gesehensten Jesuiten, hat die Ansichten deS Laincz weiter aus-gebildet und sich auch deutlicher ausgesprochen. Zwar weichter darin von Laynez ab, daß er die fürstliche Gewalt von Goltabstammen läßt; aber dieß nimmt er bloß im Allgemeinen, und

t) 8»>>>i üistoiro clc Loncilo cle 'kiicinto t-. VII. cli. 20. p. 39t.392. übersetzt von Lursver 1. II. VLlavicciui t-, XVIII. c. 15-