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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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349
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Grundlagen aller Staatseinrichtungen sind, mit Füßen zu treten;da sie die Tugend auS den Herzen der Menschen vertilgen, demLaster, den bösen Begierden und Leidenschaften, dem verderblich-sten Egoismus Thor und Riegel öffnen, und, wie wir oben ge-sehen, den Unterthanen das Recht zugestehcn, durch probabilisti-sche Kunstgriffe die Gesetze des Staates zum Besten zu habenund sich ihrem Gehorsame zu entziehen?

Die Jesuiten und zwar ihre angesehensten Schriftsteller ha-ben allen Scharfsinn aufgcboten, um die Sittlichkeit in den Men-schen zu zerstören und die Achtung gegen die Religion und ge-gen die göttlichen Gesetze zu vernichten; ihre Moral verdirbt dieMenschen, daher muß der Staat, dessen festeste Grundlagen Re-ligion und Sittlichkeit der Unterthanen sind und sein müssen,die Jesuiten, statt von ihnen irgend ein Heil zu erwarten, sievielmehr fürchten und verabscheuen. In der That, man führejene Leute mit ihrer Moral, mit ihren Grundsätzen unter diejetzige europäische Menschheit, in die viel und tiefbewegte Zeit;fürwahr, man wird das Mittel gefunden haben, nach und nachalle Bande der menschlichen Gesellschaft aufzulösen und Alleszu zerstören, was dieselbe noch aufrecht erhält und beglücken kann.

II. Werfen wir einen flüchtigen Blick auf die Geschichtejener Zeiten und Länder, worin die Jesuiten den größten Ein-fluß erlangt hatten und als eine bedeutende Macht wirkten, sowird man die Hoffnungen, die gewisse Leute von ihnen zu erre-gen suchen, ganz und gar in Nichts zerfließen sehen.

In Frankreich waren cs nach den bewährtesten gleichzeitigenSchriftstellern die Jesuiten, welche den Bürgerkrieg unter Hein-rich Hl. anfachen und nähren halfen, indem sie auf der Kanzelund im Beichtstühle die Gemüthcr gegen den König und dessenVetter Heinrich von Navarra entflammten. Die Jesuiten Bou-cher und Rosäus schickten ihre berüchtigten Bücher in die Welt,worin sie offen lehrten, man müsse den König vom Throne stür-zen und ihn ermorden. Wer diese Bücher liest, die furchtbarfanatische Sprache derselben beachtet, wird sich gezwungen füh-len, zu gestehen, daß Clement, der Mörder Heinrichs Hl.,durch diese zum Morde veranlaßt war. Noch gewisser wird die-