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ligen keinen Uebcrschuß von guten Werken und Verdiensten hin-terlassen haben und auch für den Ablaßgnadcnkasten nicht dasMindeste abgeben können. Ferner scheint die genannte Ansichtuns für Religion und Sittlichkeit eben nicht tröstlich, wie vor-theilhaft man sie auch darstellen mag. Christus sagt: Wer michliebt und meine Gebote hält, der wird selig werden. Da istvon eigenem Wirken die Rede und nicht von den Subsidienfremder Werke, die nur dazu dienen können, den Menschen miteitlem Vertrauen und mit Selbsttäuschung zu erfüllen und ihnim selbstthätigen Streben zu größerer Vollkommenheit zu er-schlaffen. Die zu unserem Heile nothwendigen Subsidien derGnade hat uns Christus gegeben durch seine Erlösung, seineLehre und seine Sacramcnte. Für's Weitere heißt es: die eigeneKraft angestrengt, um dein Heil zu erwecken; die Werke derHeiligen sind nicht für dich gewirkt. Vollends unerträglich mages erscheinen, daß ausschließlich dem Papste der Schlüssel zudem Verdienstschatze gegeben sein soll; denn was Christus gege-ben, hat er seiner ganzen Kirche gegeben, frei und unbeschränktdem Würdigen, ohne es von dem Willen oder der Willküreines Einzelnen, und wäre es der Papst, abhängig zu machen.
Die Geschichte der Ablässe hat wenige tröstliche und für dieKirche ehrenvolle Momente. Seitdem maaßlose politische Be-strebungen und Verwickelungen den römischen Hof oft in diegrößten Geldverlegenheiten brachten, wurde der Gnadcnschatz derKircke gebraucht, um die Kassen des Papstes zu füllen, undschmählicher Handel mit dem Ablässe begann zur VerhöhnungGottes, zur Schmach der Kirche und zum Skandale der Ver-nünftigen. Bonifaz der achte stiftete den großen hundertjährigenZubelablaß; während welchem alle andere Ablässe suspendirt wur-den, und hielt eine reiche Geldärndte. Um diese öfterer zu ha-ben, wurde der Iubelablaß den Gläubigen von Bonifazcns Nach-folgern erst alle 5V, dann alle 33, und zuletzt alle 25 Jahre be-willigt. Weil es nur um das theure Gold, nicht aber um dasHeil der Seelen zu thun war, riß jener Unfug, rissen jeneGräuel des Ablaßhandels ein, der eine größere Ketzerei in sichschloß, als sich Luther, der sich hochherzig gegen den Unfugerhob, je gelehrt hat. Nach dem Beispiel der Päpste suchtenbald auch die anderen Kirchen und namentlich die Klöster vom