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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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4) Dieß Alles hat auch seine Richtigkeit, wenn der Beicht-vater zwar,,hofft, daß der Beichtende die Ermahnung annehmenwerde, aber doch merkt, daß es schwer halten werde, ihn aufandere Wege zu bringen; wenn z. B. daraus Aergcrniß, oderbedeutende Infamie desselben folgen werde. Nach Lugo, Sau-ch ez und Suarez. *)

5) Dasselbe gilt auch, wenn der Beichtende unter einerTodsünde zu etwas so Schwerem verpflichtet würde, daß mannicht glauben kann, er werde sich demselben gutwillig unterzie-hen. Sieht der Beichtvater, daß er es auf ein anderesmal besseraufnehmcn werde, so kann er ihn klug in seinem guten Glau-ben lassen, der ihn von der Sünde frei spricht, und die Ermah-nung und Aufklärung auf eine gelegene Zeit verschieben, damitder Beichtende, durch voreilige Ermahnung abgeschreckt, dasBeichten ^nicht ganz unterlasse und so zu größerem Schadenkomme. Diese Maxime mögen sich vorzüglich die Beichtväterfür Kaufleute und Fürsten merken. Nach den Vorhergehenden. °)

Wahrlich, kein Heide und Türke, kein Ketzer hat je Grund-sätze gelehrt, welche die Moral so im Keime verderben. DieUnglücklichen, die jenen Menschen im Beichtstühle in die Händesielen!

6) Der Prvbabilismus kommt hauptsächlich den Beichten-den zu Gute und tyrannisirt die Beichtväter, um es jenen leichtund bequem zu machen. Daß der Beichtende einer wahrschein-lichen Meinung mit Aufgebung der wahrscheinlicheren folgenkann, haben wir schon zu Anfänge unseres Buches aus Esco-bar gesehen. Nach eben diesem frommen Vater, der Vasquezund Beccanus zu Gewährsmännern nimmt, kann der Beicht-vater dem Beichtenden, um ihn von der Gewissenslast zu be-freien, eine probable Meinung an die Hand geben gegen seineeigene probablere; ja, wenn der Beichtende den Beichtvater umRath fragt, welche von zwei probablen Meinungen mit größe-rer Sicherheit zu wählen sei, so kann er ihm diejenige zuwciscn,die er selbst für weniger probabel hält; und er wird sich will-fähriger und humaner zeigen, wenn er oft das anräth, was

n 6. p. 32S. 5) illicl. II. 7.