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Solche Wahrheit forderten die Jesuiten in der Beichte;sie sprachen die Sünder nicht los von ihren Sünden und Wer.gehungen, nein, sie stahlen dieselben aus dem Gewissen odervor dem göttlichen Gerichte fort, oder lehrten die Sünder, wiesie dieß anzufangen hätten. Was ist unter ihren Händen ausder Beichte geworden ? Ein Institut, sich selbst und Andere undden lieben Gott zu betrügen, und den Letzteren zu chicanirenoder ihm eine Nase zu drehen. Kann die katholische Geistlich-keit, welche die Beichte mit Recht so werth hält, alle dieseGräuel der Verwüstung im Heiligthume des Herrn dulden?Kann sie einen Orden zurückersehnen, der so entsetzliches Unheilanrichtete, und gegen dessen Ungebühr und Gewissenlosigkeit imsiebcnzchnten Jahrhunderte die Kirche so laut ihre Stimme er,hob? Aber diese Stimme hört man nicht, will sie nicht hören,und ohne sich die, freilich beschwerliche Mühe gegeben zu ha-ben, die Casuisten zu lesen, behauptet man, die Wiedereinfüh-rung der Jesuiten thue der Sittlichkeit Noth, der Sittlichkeit,deren gefährlichste Feinde sie waren, weil sie ebenso verderbt, alsschlau sich erwiesen.
Drittes Kapitel.
Von der Absolution.
Kein Theil des Bußsacramentes wurde von den Casuisten sosehr verunstaltet, verstümmelt, ja, vernichtet, als die Absoution,welche doch den wesentlichsten Theil des Sacramentes ausmacht.Wir haben gesehen, wie wenig Sünden die Jesuiten in denBeichtstuhl hinein pafsiren lassen — sie nehmen den Sündernihre Gewissenslasten guten Theils schon vor dem Beichtstühlemit humanem Mitleiden ab — aber auch diejenigen, so noth-wendig vor den Priester gebracht werden müssen, finden diehöchste Gnade in ihren Augen, indem sie ganz sanft von dcwRücken des Sünders abgenommen und all sota rcgistrirt wer-den. Die Absolution soll das Resultat sein vordem Urtheile,