289
15) Jemand, der sich an unzüchtigen Dingen und Gegen-ständen in Gedanken ergötzt, ist probabel nicht verpflichtet, die-selben anzugcbcn, ob es nämlich Ehebruch, Schändung oderSacrilcgium gewesen sei, falls er sich an diesen Dingen nichtals gerade solchen ergötzt. So Tamburin.^)
16) Ein Beichtvater, der eine Beichttochtcr verführt hat,braucht bloß einfach zu beichten, er habe gehurt. So Tam-burin. ")
17) Gerade so entscheidet nach Filliuccius, Escobar.'b)
18) Mädchen oder Jünglinge, welche zum erstenmal fleisch-lich sündigen und so ihre Iungfrauschaft verlieren, brauchendiesen Umstand in der Beichte nicht anzugcbcn. So Filliuccius, Sanchez, Coninch.'°)
19) Ein Gläubiger, der mit einer Ungläubigen, (Jüdin,Türkin, Heidin) sündigt, begeht nur eine einfache Hurereiund thut genug, wenn er einfach beichtet: ich habe gehurt.")
2V) Jemand reizt z. B. ein Mädchen zur Unzucht, verführtsic auf diese Weise und sündigt dann mit ihr: so braucht er nachSanchez, Lugo, Vasquez in der Beichte sich der Verfüh-rung nicht anzuklagen.")
21) Ein Priester, wie hoch auch seine Würde ist, brauchtbei einer Sünde gegen die Keuschheit nicht seinen Stand in deBeichte aufzudecken; cs genügt, wenn er sagt, er habe gegendas Gelübde der Keuschheit gesündigt. Nach Sanchez.")
22) Ebenso braucht ein Priester, der einen Andern zur Un-keuschkeit verleitet, in der Beichte Nichts von seinem geistlichenStande zu sagen.")
23) Nach Tamburin, der sich neben Vasquez noch aufPontius beruft, ist auch Hurerei in der Kirche, wenn sie ver-borgen bleibt, durchaus kein Sacrilcgium und braucht in derBeichte nicht nach dem Umstande des Ortes erklärt zu werden,obwohl das Gegentheil probabeler und sicherer ist.")
24) Küsse, unzüchtige Berührungen und Gespräche in derKirche, die öffentlich geschehen, ohne Pollution, sind durchaus
M) c. 7. §. 2. n. 7. p 188. 18g. 47) §. 4. II. 15. p. 165. 48) Lscob51. x. 14. 4g) Ismbur. §. 4. n. 19 p. 186. 50) ibiil. ii. 20. k!sLoIii>. 49. 51) l'Lmlim'. n. 24. x. 199. 200. 5r) Z0—31. ? 206. sr) n. 32.
p. 206- 54) ^nibur. §. 5. n. 35. p. 207
19