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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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schreitend auf der Bahn casuistischer Erleuchtung, Escobar,Tamburin, Fagundez, Granada u. s. w. jene Nothwcn-digkeit durchaus läugnetcn und ihre Lehre zuletzt zum Gemein-gute des ganzen Ordens machten.

1V) Die jesuitische Lehre von der Neue stimmt ganz mitder von der Liebe Gottes und vom Gebete überein. Wie sienie fordern, daß die Liebe zu Gott zum vollen Bewußtseinkomme, d. h. sich in einem Acte ausspreche "); wie sie dieErhebung des Herzens zum Ewigen mit Andacht und Inbrunstnicht zur Pflicht machen, weil dieses ja den lästigen Act derLiebe voraussctzen würde, so überflüssig ist ihnen auch jede wahreReue über begangene Sünden, weil sie ohne Liebe zu Gott nichtbestehen kann; wiewohl es offenbar ist, daß, wer Gott nichtliebt, dem auch die Sünden nichr erlassen werden. Daher be-antwortet Escobar die wichtige Frage: Ist Jemand verpflich-tet, nach begangener Sünde den Act wahrer Neue zu erwe-cken? wie folgt: Hurtado antwortet negativ, daß man wederan Festtagen, noch in Zeiten großer öffentlicher Drangsale, nochauch wenn der Sünder in wahrscheinlicher Gefahr ist, alle Sün-den zu vergessen, Neue zu erwecken brauche. Suarez will, manmüsse es vor der Todesstunde, ohne jedoch eine gewisse Zeit zubestimmen; Vasquez aber meint, der Sünder sei dazu nurin der Todesstunde oder in einer Todesgefahr verpflichtet, wenner das Bußsacrament nicht empfangen kann; denn dann ist eszur Rechtfertigung nothwendig. '°) Dasselbe sagen fast mit dennämlichen Worten Hurtado und Vasquez beim Diana. ")Escobar sagt aber auch gerne seine eigene Meinung, und dashat er hier ganz resolut gethan. Nicht gleich nach der Sünde,erklärt er, sondern zu bestimmter Zeit, nämlich in der Todes-stunde, und sonst im Leben einmal, probabel alle 5 Jahre, istman nach dem Naturrechte zur Reue verpflichtet. Nach dempositiven Rechte ist gar keine Zeit bestimmt, in welcher ein Er-wachsener zur Reue außer der Beichte verpflichtet wäre, und indieser genügt die Attrition. Fehlt einem daher ein Beichtvater,so ist man nicht in jedem Jahre dazu verpflichtet; ferner nicht

is) Siehe den Paragraph von der Liebe zu Gott beim ersten Gebot,lv) Hzrod-ar I. c. n. 87. 17) Dian» I. c.