262
der Jungfrau Maria, wenn man dadurch nicht andeutcn will,daß im Namen Maria's getauft werde, sondern nur, daß mandadurch die h. Jungfrau anflchcn will, ihre Fürbitte möge demGetauften nützlich sein. ") Aber wozu in einer Sache, wo dieVorschrift der Kirche so strenge ist, diese unbefugten und leichtmißverstandenen Jneptien?
8) Die Taufen der Ketzer sind nicht gültig, nach der Lehreder Ehrwürdigen. ")
9) Daher erlauben sie den Katholiken, die Kinder vonKetzern und Schismatikern, auch wenn sie unter der Obhutihrer Aeltern stehen, wieder zu taufen. ")
10) Ja, sie sprechen von Sünde frei, wenn Jemand einungctauftes Kind, um es seinen ketzerischen oder ungläubigenAeltern zu entreißen und es der Gefahr der Verführung für im-mer zu entziehen, cs in einen Fluß schleudert und zugleich da-bei die Taufworte ausspricht, um mit der Erkrankung zugleichdie Taufe an dem Kinde zu vollziehen. Ja, sie lassen dasgelten, wenn Jemand das Kind mit heißem Wasser begießt,um es zugleich zu tödtcn und zu taufen. ")
m. Ueber die Firmung.
1) Unter die irrigen Ansichten der Casuistcn über diesesSacrament gehört gewiß diejenige, daß die Firmung dem Ge-filmten einen höheren Charakter verleihe, als die Taufe, und daßes ein um Vieles vollkommeneres und höheres Sacrament sei,als diese, daß darin viel größere Gnade ausgespendet werde,als in allen übrigen Sacramcnten, die Priesterweihe ausgenom-men. (Freilich, das Beste und Höchste der Himmclsgabennahmen die Geistlichen für sich in Anspruch.)
2) Wenn diese Ansicht richtig sein soll, so geht doch daraushervor, daß jeder katholische Christ verpflichtet sei, das Sacra-ment der Firmung, wenn cs ja möglich ist, zu empfangen, wieer zum Empfange der Beichte und des Abendmahles verpflichtet
15) Lscoli. n. 58. Nusi'ud. s>. 62!.(n 4. 10) 8)Iv. 5 >i. 6s9. x-t. Lscoli. 6. XI. pro!,. 128. 17) idicl. 78. 1») ildil. 8ocI. 2.
^irod. l9 10> I^culi. lex. Z. c. 8. n. 12. c. 4. n. 24