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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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228
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enthalten, wenn diese Entblößung nicht an und für sich schänd-lich ist und direct zur Lüsternheit reizt. Grund ist, weil siedas Äergerniß ja nicht gibt, sondern Ändere es vielmehr an ihnehmen (welche Sophisterei!) und ihr Putz und ihre Schönheit(wozu also bloße Brüste gehören) nur entfernt zur Sünde la-den, (was also erlaubtist). Dann, weil es doch für das schöneGeschlecht allzuhart wäre, sich dessen ganz zu enthalten, na,mcntlich, wenn die Schönen einen Mann suchen. Nach Lay-mann, Bonarscius, Diana, Baldellus.'°°) Wie gutmußten es die Väter bei den Damen stehen haben!

7) „Darf man das Theater besuchen?,, fragt Escobar.Antwort: Wenn man cs aus eitler Neugierde thut, falls auchschändliche Sachen schändlich dargestellt werden, so ist es keineTodsünde, wenn nur probabel die Gefahr eines Falles ent-fernt ist, und die Ergötzung auf die dargestcllte Sache nichtübergeht. So Azor. „Aber ich möchte dem Conictolus bei-stimmen, der das Gcgentheil behauptet. Wenigstens würde icheinen gewissenhaften, edeln und exemplarischen Mann, nament-lich einen Priester, im oben genannten Falle wenigstens vonder Sünde eines Ärgernisses nicht entschuldigen.""")

8) „Sündigen diejenigen schwer, welche mit ihrem Gelbe,das sie in's Theater bringen, Schauspieler unterhalten, die sovielen Jünglingen und Mädchen Veranlassung zu Aergerniß undFall geben? Allerdings nach Hurtado. Baldellus aber be-schränkt es auf diejenigen, so zuerst in's Theater gehen, nimmtaber diejenigen aus, so in das schon volle Haus gehen; weildie Komödie doch gegeben würde, wenn sie auch fehlten.

Wie scharfsinnig!

Das sind einige Proben aus der jesuitischen Lehre vomAergerniß. Es ist wahrlich ergötzlich, wie Busen bäum undseine Genossen sich drehen, wenden und quetschen, um dem Jochedes Gebotes: Du sollst nicht Aergerniß geben, sich und Anderezu entziehen, und wie sie dennoch bei diesem handgreiflichenStreben durch einige daneben hinkende Einschränkungen undAusnahmen so peinhaft bemüht sind, den Schein streng christ-

lOll) Lusenb. p. 105. 106- n. 10- Vgl. Lseob. I. e. n. 131. 132-x. 623. wi) xzcob. n. 135. x. 624. -m) Lseob. n. 136.