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oder jene Sünde gegen das sechste Gebot vorgetragen wird?Die Menschen sind schwach.
5) Wenn ein Weib fürchten müßte, daß sie in einem be-sonderen Falle Aergerniß geben werde durch überflüssigen, eitelnund unanständigen Putz — jedoch ist es nur eine leichte Sünde,ihn aus Eitelkeit und Gefallsucht, um schön zu scheinen, umeinen Freier zu bekommen, zu gebrauchen, — so würde sie un-ter einer Todsünde verbunden sein, davon abzustehen, weil siekein Recht zu jenem Putze hat; und von der anderen Seite istsie verbunden, der Sünde eines Anderen vorzubeugen, wennsie es, ohne sich zu geniren (commaäo) kann. Silvius.(Da guckt der Fuchs wieder aus der Kutte.) Andere jedoch,wie Cajctan und Navarra, lehren, daß sie nur unter einerleichten Sünde verpflichtet sei — aber weniger probabel ist dieseMeinung, lsetzt Busenbaum hinzu, wenn sie ein speciellcsAergerniß voraussieht, und sic muß sich kurze Zeit des Putzes(des eiteln, überflüssigen, unzicmenden nämlich) enthalten. Diegenannten Doctorcn mit Azor, Lcssius und Bona'rsciussprechen von schwerer Sünde die Weiber frei, die aus Gewohn-heit die halben Brüste entblößen, sich schminken und pomadisircn,falsche Locken tragen, wenn sie dadurch nur nicht Lüsternheit beiAndern erregen, sondern nur ihre Schönheit erhöhen wollen. —(Die artigen und galanten Väter! wie sie kundig sind der schö-nen Schwachheiten.) Jedoch, fügen sie hinzu, es werde eineschwere Sünde sein, den Gebrauch, die Brüste bloß zu tragen,dort cinzuführcn, wo er noch nicht besteht.^) Welch ein Un-sinn! Wenn es Brauch geworden, Aergerniß zu geben, darfman cs mitthun ohne schwere Sünde; aber damit den Anfangmachen, ist tödtlich!
0) Wenn ein Weib glaubt, daß nicht im Besonder», son-dern nur im Allgemeinen Einige Aergerniß an ihr nehmen wer-den, — nur muß sie bei ihnen Lüsternheit nicht gerade erregenwollen, — so scheint sie mir nicht verpflichtet zu sein, untereiner Todsünde sich von ihrem überflüssigen Putze, sich z. B.zu schminken, die Brüste hergebrachter Weise zu entblößen, zu
M) Kiisknb. > e. >>. 105. II. 9