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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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den Hälsen in der Tiefe des Meeres. Denn die ganze Casuistikist ein großes Aergerniß, wodurch Unzählige zur Sünde sind ver-leitet worden; ja, sie haben sogar durch ihre Lehre vom Aerger-niß Aergerniß gegeben.

1) Busenbaum sagt: Es ist nicht immer ein Aergerniß,wenn man vor Andern sündigt; es findet nur dann statt, wennman nach Erwägung von allen Umständen, sowohl des Sün-digenden, als derer, vor welchen es geschieht, mit Wahrschein-lichkeit fürchten muß, daß sie durch meine Handlung zur Sündeverleitet werden, die sie sonst nicht begehen würden. So San-chez und Laymann. °") Wer daher auch öffentlich sündigtvor solchen, die entweder so schlecht, gottlos und verrufen sind,daß Keiner von ihnen durch meine schlechte Handlung zum Sun,digen bewegt wird, oder so fromm, daß sie sich nicht verleitenlassen, der gibt kein Aergerniß.^) Welche Grundsätze, demWorte der Schrift gegenüber: „Der Gerechte fällt siebenmal ineinem Tage!"

2) Busenbaum sagt nach Sanchez, Azor und Bo-narscius: Jedes thätliche Aergerniß, welches direct den Falldes Nächsten beabsichtigt, ist eine besondere Sünde gegen dieNächstenliebe. Db es aber, wenn der Fall des Nächsten nurindirect dadurch erzielt wird, Sünde sei, darüber sind die Lehreruneinig und es kommt in der Praxis wenig darauf an.

3) Escobar fragt: Wie muß man die Sünde eines Aer-gernisses beichten? Antwort: Lugo sagt, man brauche dieArt der Sünde nicht anzugeben, wozu man verleitet hat, nochdie Anzahl der Personen, die man verführt hat."') WelcheGrundsätze für die Beichte!

4) Nach Busenbaum, der sich auf Laymann und Na-varra beruft, ist man verpflichtet, eine schwere Sünde zu ver-schweigen, wenn man weiß, daß der Beichtvater aus Schwach-heit daran ein Aergerniß nehmen wird.Das ist ein schönesMittel, schwere Sünden in der Beichte auszulassen. Denn wersollte nicht nach irgend einer Probabilität glauben dürfen, daßder Beichtvater Aergerniß nehmen werde, wenn ihm z. B.^diese

84 ) Lusenb. I. c. (lut,. 5. srt. 1. ^>. 99. u. 3. 85 ) it>icl. x>. 101.n. 5. 86 ) p. 99. i>- 4. 87 ) Lzcob. n. 117. 621. 88) Luscub. I. c

p. 106- resp. 5. n. 3.