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tz- 2.
Ueber die sieben Hauptsünden.
Alle diese Sünden finden an den frommen Vätern sehr gnä-dige Richter.
1) Escobar fragt: sind diese Sünden (er meint sie alle sie-ben) immer Todsünden? Antwort: Keincswcges, sondern nur,wenn durch sie ein göttliches oder Kirchengebot in einer schwerenSache verletzt wird. Sie heißen Todsünden, weil sie die Wur-zeln der Todsünden sind/") Also Vollerer ist an und für sichkeine schwere Sünde, sondern nur, wenn z. B. dadurch der Ge-sundheit geschadet, oder ein Festtag verletzt wird.
». Stolz, Hochmut!), Eitelkeit.
2) Wann ist der Stolz eine Todsünde? Antwort: Wenner mit der Verachtung Gottes verbunden ist, und dann ist erdie schwerste Sünde. Wenn er aber frei von der VerachtungGottes und seines Gesetzes ist, ist er zwar Stolz, aber zuweileneine läßliche Sünde/"') Das zuweilen steht aber ohne allelogische Conscquenz da. Escobar will dadurch sagen: auch derStolz, der mit Verachtung des Nächsten verbunden, könne eineTodsünde sein. Er drückt sich darüber folgender Weise aus:
3) Wenn der Stolz mit einer bedeutenden Verachtungdes Nächsten verbunden ist, verwundet er das Gewissen tödtlich.Derjenige aber verachtet seinen Nächsten bedeutend, der stolz aufden ärmlichen geringen Stand (Lorüitlum 8tatuw) herabsiehtund durch Gedanken, Miene, Worte, Werke diese seine verächt-liche Gesinnung ausdrückt, an der elenden Lage seines Nächstenein Behagen findend. ^)
4) Auf ähnliche Weise besinnt Busenbanm: Der Stolz isteine Todsünde, wenn er vollendet und vollkommen ist,d. h. wenn sich Jemand so sehr erhebt, daß er sich Gott undseinen Obern nicht unterwerfen will. Unvollkommen ist erjedoch, wenn Jemand die schuldige Unterwerfung nicht verweigertund sich nur in seiner Gesinnung groß dünkt. Dann ist er nureine läßliche Sünde, nach Cajetan und Andern.^)
5) So erklärt Escobar auch eitle Ruhmsucht nur für ei-
3") Lx. 2. c. 1. n. 3. p, 280. 3r) n. 5- 3r) 6. 3Z) Lusenb.
l-. V. c. 3. n. 1. p. 572.
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