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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
Entstehung
Seite
175
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Also aus den Armen einer Buhlerin, aus dem Gräuel wi-dernatürlicher Unzucht sofort zur Feier des höchsten und heilig-sten Geheimnisses, dem sich, wie die Kirche lehrt, die Engelselbst nur zitternd nahen, wenn der Priester nur seine Sündeeben vorher gebeichtet hat. Als wenn er im Stande wäre,gleich nach dem Verbrechen sein Gemüth in eine tugendhafteStimmung zu versetzen und sein Herz mit dem Feuer der An-dacht zum Herrn zu erheben. Welche jämmerliche Vorstellungvon der Beichte, welche Ruchlosigkeit der Eucharistie gegenüber!

HI. Ueber die Application der Messe.

Die alte Kirche kannte keine Messen in der neuern Weise.An der Feier der Eucharistie nahm die ganze Gemeinde Lheil;Meßopfer, wo der Priester allein der Handelnde war, gab esnicht. Am wenigsten aber kannte man jene sogenannten Privat-oder Stillmesscn, die auch bei verschlossenen Kirchthüren ohneGegenwart irgend eines Menschen gehalten werden können; mandachte sich früher das h. Opfer von der Theilnahme der Ge-meinde unzertrennlich, daher wurde es nur beim Gottesdienstegefeiert.

Im Mittelalter aber, wo so manches Heilige mißbrauchtund in den Koth des Gemeinen heruntergczogcn wurde, hatteauch die Messe dieses Schicksal; sie diente den Mönchen, vor-züglich den Bettelmönchcn, als Speculation, indem sie sich ihreMessen bezahlen ließen. Daher entstanden die Stipendien. Wertäglich ein solches hatte, las täglich Messe und die . Zahl der-selben stieg in's Ungeheuere. Nicht nur, daß man lehrte, einesogenannte Seelmesse reiche hin, die Seele eines Abgestorbenen,für welche sie gelesen würde, aus den Qualen des Fegfeuers zubefreien, sondern sie seien auch das sicherste Gegenmittel gegenalle Nöthen des Leibes, gegen Schaden und Verlust jeder Art.So wußten die Mönche die Messe als eine meäioi»» «niv«r-8sti8 dem Volke aufzudrängen und wurden dadurch mit Geld-stipendien überschüttet. Eine wahre Jämmerlichkeit liegt inder Sache: wenn diese Nachfolger der Apostel vergeben, eineMesse reiche hin, um die Seelen der Abgestorbenen aus derPein des Fcgfeuers zu erretten und alle Nöthen zu lösen:warum lasen sie dann nicht aus purer christlicher Liebe und