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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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5) Jngleichen sind dieser Meinung Honorius Fabri,'°°)Johann Bapt. Tabcrna, der sich auf 85 Doctorcn beruft,

Lar) mann, "°) Fegcli. "')

6) Die scharfsinnigen Väter haben keinen Fall unerforschtgelassen. Escobar fragt: „Vorausgesetzt, der Prozeß stehtfür beide Parteien gleich, darf der Richter von beiden etwasannchmen? Antwort. Fagundez (ein lloetor xi-svis) lehrt,daß nicht allein solche, die ein Majorat, eine Pfründe zu ver-geben haben, in dem genannten Falle ein Geschenk von den Be-werbern annehmen dürfen, sondern auch der Richter von denParteien, wenn er in einem für beide gleichstehenden Prozesseden Spruch thut; weil er nach seiner Willkür einer jeden Par-tei den Sieg verleihen kann. Daher kann auch eine Vergütungdafür stattsinden, die nach einem gewissen Geldpreise geschätztwerden darf, da nämlich die für die eine Partei von dem Rich-ter erlassene günstige Entscheidung gewöhnlich mit dem Verlusteder Freundschaft und der Gunst des anderen Theilcs verbun-den ist."

7) Escobar hat dieselbe Frage noch an einem anderen Ortegestellt und beantwortet sie daselbst, wie folgt: „Wenn dieeine Partei dem Richter, um seine Gunst beim Urtheilspruchezu gewinnen, ein Geschenk anbietet, so sündigt dieser, nachLessius, nicht gegen die Gerechtigkeit, wenn er das Geschenkannimmt, um zu Gunsten des Gebers zu entscheiden." "»)

8) Ebendaselbst erlaubt er nach Lay mann und Moli nadem Richter, wenn mehrere Parteien vorgeladen sind, von einerein Geschenk anzunehmen, um sie schneller und früher, als dieanderen zu cxpedircn.

9) Um dem Richter, der sich hat bestechen lassen, oder Re-muneration für seinen Spruch von der gewinnenden Parteihofft, ja den Gewissensscrupel von der Seele zu nehmen, stelltEscobar die jFrage: „Kann ein Richter bei einem Urtheils-

183) -I^olog. Ltliic. Jesuit, tlnonxm. contra anonym, c. 30. )>. 275.ISS) Ho!, pract. I>. II. 8ect. 2. o. 31. p. 286- 297. ISO) 1I»eoI. mor.I. 3. 8ect. 5. c. 4. n. 10. p. 492. 181 ) <)oaest. pract. clo otlicio con-

lessarii. ?. III. c. 12. guacst. 8. n. 179- p- 244. 245. 192) Das heißt

für den letzten Fall die Simonie gestatten, iM) liiscob. I. c. n.ill. p. 351.lstr) Lscob. VI, Lx. 6. c. 6. n. 44. p> 713. W) ibist. n. 43.