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Die Moral und Politik der Jesuiten nach den Schriften der vorzüglichsten theologischen Autoren dieses Ordens
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143
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dcrt? Antwort: Lessius behauptet es; aber Vasquez (ein«Ilivtor Kravissimu«) läugnet es; weil er nicht dazu verbundensei wegen des unrechtmäßigen Empfanges, da er es bona Käeangenommen; auch nicht in Ansehung des Geldes selbst, da eres durch Vermengung mit dem scinigen zu seinem eigenen ge-macht hat; endlich ist er ja auch in keinem Falle reicher gewor-den."'^) Vasquez setzt nämlich voraus, daß sich der Em-pfänger hier bloß in der Person geirrt hat; schuldig ist man ihmdas unrechtmäßig eingenommene Geld, aber der ist cs ihm nichtschuldig, der cs ihm bezahlt hat. Aber die Schurkerei in derAnsicht des gottseligen Vaters ist mit Händen zu greifen; cs be-darf dazu keines jesuitischen Scharfsinnes, sondern nur des Rcchts-gefühles.

21) Ferner erlaubt Escobar mit Mündeln, die das ge-setzmäßige Alter von I» Jahren haben, Verträge cinzugehen,Handel zu treiben, ohne Verpflichtung deS Ersatzes, wenn siebetrogen oder übervortheilt sind. Nicht das Gewissen könne hierzur Wiedererstattung verpflichten, wohl aber das bürgerliche Ge-setz. Weil aber auch die entgegengesetzte Meinung wahrscheinlichsei, so wird dagegen auch dem Mündel gestattet, dem Betrügerdie Sachen, worum er ihn geprellt hat, wieder zu entwenden,wenn es schwer hält, ihn durch's Gericht zum Ersätze anzuhalten,Nach Lanner und Laymann.'°°) Welch' eine allen Sinnfür Recht und Sittlichkeit ertödtende Moral!

22) „Jemand hat eine Sache gefunden, zu der sich kein Herrmeldet: was muß er thun? Nach eingcführtem Gebrauche mußsie den Armen gegeben werden. Aber nach der probabcln Mei-nung Anderer kann der Finder sie >für sich selbst behalten, wie-wohl er reich ist. Denn vor dem Rechte ist Unbekanntscin desHerrn, oder herrenlos sein, einerlei."'^)

23) Nach Escobar ist ein Mörder, oder der Jemandenverstümmelt, zwar verpflichtet die Kosten der Krankheit oder derWunde, nicht aber des Begräbnisses zu ersetzen, noch auch sonstigenSchaden, der zufällig aus seiner Lhat entsteht. "°)

24) Derselbe fragt: „Wenn ein Mörder voraussieht, daß

1V7) Lscot>. ctc. n. 107. IW) iliiil. n. 104. IW) ibi-I. n. 102.349. i'tt) ksxnb. I. c. ». 123. i>. 353